Aus für Luca-App in Bayern! An diesem Tag ist offiziell Schluss

München - Bayern steigt aus der Luca-App zur Rückverfolgung von Kontakten in der Coronavirus-Pandemie aus!

Rückverfolgung von Kontakten anhand der Luca-App? Der Freistaat Bayern setzt bald stattdessen auf andere Möglichkeiten.
Rückverfolgung von Kontakten anhand der Luca-App? Der Freistaat Bayern setzt bald stattdessen auf andere Möglichkeiten.  © Bernd Weissbrod/dpa

Der Freistaat werde den Vertrag zum 5. April dieses Jahres auslaufen lassen, teilten Gesundheits- und Digitalministerium am Dienstag mit. Man setze im Kampf gegen die Corona-Pandemie stattdessen künftig auf eine anonymisierte Kontaktverfolgung und die Weiterentwicklung der Corona-Warn-App.

Andere Länder verfahren schon genauso oder haben dies entsprechend ebenso angekündigt.

Als Grund nannten die beiden Ministerien die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante, die eine individualisierte Nachverfolgung von jeweiligen Kontaktpersonen durch die Gesundheitsämter deutlich erschwere. Eine Kontaktdatenerfassung per Luca-App sei deshalb nicht mehr angezeigt.

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Bayern hatte zum 6. April 2021 eine Lizenz über zwölf Monate für die landesweite Nutzung der Luca-App erworben.

Im Falle einer bestätigten Covid-19-Infektion konnten die Gesundheitsämter die mit der App erfassten Kontaktdaten der infizierten Person, etwa in Restaurants oder Kinos, abfragen und weitere Kontaktpersonen verständigen.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek mit Bitte an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) hat sich zum auslaufenden Vertrag mit den Machern der Luca-App geäußert.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) hat sich zum auslaufenden Vertrag mit den Machern der Luca-App geäußert.  © Sven Hoppe/dpa

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) erklärte zum Luca-App-Aus: "Auf der Grundlage einer genauen Nutzenbewertung haben wir uns entschlossen, nach Auslaufen des Nutzungsvertrags der Luca-App diesen nicht zu verlängern."

Die Corona-Warn-App stärke die in der aktuellen Omikron-Welle im Land mit hohen Infektionsraten besonders wichtige Eigenverantwortung jedes Einzelnen. "Denn sie versetzt die Nutzer in die Lage, sich unverzüglich selbst wirksam zu schützen und andere zu warnen", führte der CSU-Politiker aus.

Er habe Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) gebeten, die App für diese neue Rolle fit zu machen und mehr Details zu den infektionsrelevanten Kontakten zur Verfügung zu stellen - also konkretere Informationen zu Ort und Zeitpunkt der entsprechenden Risikokontakte.

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Zuletzt hatte sich der Einsatzbereich der Luca-App bereits deutlich reduziert, etwa weil die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung in Bayern deutlich zurückgefahren wurde - unter anderem in Restaurants. Parallel dazu ist die Corona-Warn-App des Bundes stetig weiterentwickelt worden und kann aufgrund dessen auch immer mehr Funktionalitäten der Luca-App mit abdecken.

Digitalministerin Judith Gerlach (36, CSU) erklärte: "Die Erhebung der Kontaktdaten per App war im letzten Jahr ein wesentlicher und zu dem Zeitpunkt sehr sinnvoller Baustein im Kampf gegen die Pandemie."

In der aktuellen Lage würden nun andere Wege in der Corona-Abwehr nötig.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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