Holetschek: Fünf-Punkte-Plan gegen mögliche Corona-Welle im Herbst

München - Bei der Coronavirus-Pandemie scheint das Schlimmste vorerst vorbei zu sein. Andererseits kann im Moment keiner sagen, ob im Herbst neue Gefahr droht. Bayern will deshalb Vorsorge treffen.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) richtet seinen Blick bereits auf den Herbst dieses Jahres - und eine mögliche Corona-Welle.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) richtet seinen Blick bereits auf den Herbst dieses Jahres - und eine mögliche Corona-Welle.  © Sven Hoppe/dpa

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) will den Freistaat mit einem Fünf-Punkte-Plan für eine mögliche neue Corona-Welle im Herbst wappnen.

Zu dem Vorhaben zählen ein Ausbau von Corona-Früherkennung und -Monitoring, das weitere Vorantreiben von Impfungen gegen das Virus, das Weiterführen eines Testkonzepts, die Stärkung der Klinik- und Pflegekapazitäten und schließlich eine dauerhafte Stärkung der Gesundheitsämter.

"Im Falle einer neuen Pandemie-Welle muss es den bestmöglichen Schutz geben", betonte Holetschek anlässlich der Vorstellung seines Corona-Konzepts.

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"Es ist verständlich, wenn Bürgerinnen und Bürger sich angesichts der sinkenden Infektionszahlen auf mehr "Normalität" und eine Verschnaufpause in diesem Sommer freuen", sagte Holetschek und betonte: "Unsere Vorsorge für den Herbst soll diese Freude nicht trüben, sondern im Gegenteil unterstützen." Bayern setze auf einen Dreiklang von Freiheit, Eigenverantwortung und Solidarität.

Sein Ministerium habe in den vergangenen Wochen entsprechend intensiv mit Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie darüber hinaus auch mit Oberbürgermeistern und Landräten darüber beraten, welche Schritte erforderlich seien, um den Freistaat für den Herbst dieses Jahres im Vorfeld zu rüsten. Diese setze man nun schrittweise um. "Zugleich treiben wir die Abstimmung erforderlicher Maßnahmen mit den anderen Bundesländern und mit der Bundesregierung weiter voran."

Nötig sei ein klarer Rechtsrahmen des Bundes für Schutzmaßnahmen.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek nimmt Bund in die Pflicht

Vorsorge spielt eine wichtige Rolle und muss geplant sein: Klaus Holetschek (57, CSU) nahm mit Blick auf den Herbst auch den Bund in die Pflicht.
Vorsorge spielt eine wichtige Rolle und muss geplant sein: Klaus Holetschek (57, CSU) nahm mit Blick auf den Herbst auch den Bund in die Pflicht.  © Sven Hoppe/dpa

Konkret plant der Gesundheitsminister selbst, dass unter Leitung des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein äußerst effizientes Frühwarnsystem eingerichtet wird. Das Projekt zur Sequenzierung von Virus-Varianten soll ausgeweitet werden, ebenso das Netz von Arztpraxen, die die Verbreitung von Atemwegsinfektionen beobachten.

Und auch das Abwassermonitoring zum Corona-Nachweis soll ausgebaut werden. "Mit diesen drei Modulen haben wir ein breit aufgestelltes System zur Prognose des Infektionsgeschehens."

Die Impfzentren sollen beibehalten werden und bei Bedarf rasch hochgefahren werden können. "Denn klar ist: Impfungen sind weiterhin der beste Schutz vor schweren Krankheitsverläufen", machte der CSU-Politiker deutlich. Rechtzeitig vor dem Herbst wolle man auch nochmals für die Impfung werben.

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Das Pandemiezentrallager zur Versorgung mit Schutzausrüstung und medizinischen Geräten soll aufrechterhalten bleiben.

Vom Bund fordert Holetschek, dass die Corona-Testverordnung "sinnvoll" verlängert wird. "Präventive Testungen in Einrichtungen wie Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern, aber auch die Testungen bei einem Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus sind nach wie vor zentral, um das Infektionsgeschehen einzudämmen", sagte er.

Ferner solle der Bund kostenfreie Bürgertests "zumindest für unsere Jüngsten und Ältesten über den Juni hinaus weiterhin ermöglichen". Zudem müsse sichergestellt sein, dass sich auch bei einer neuen Welle die Menschen bei Symptomen rasch und niederschwellig testen könnten. "Daher sollte der Bund die Finanzierung kombinierter Test- und Impfzentren sicherstellen."

Die Krankenhaus- und Pflegekapazitäten will Holetschek stärken - und das System der Krankenhauskoordinatoren künftig auch unabhängig von der Ausrufung des Katastrophenfalls fortführen. Zudem will er die Arbeit der den Gesundheitsämtern zur Verfügung gestellten Contact-Tracing-Kräfte bis mindestens Mitte 2023 verlängern.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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