Frau hortet tausende Schutzartikel: Abgeben möchte sie allerdings nichts

Portsmouth - Becca Brown (35) wollte vorbereitet sein, wenn das Virus kommt. Kurz vor dem immensen Preisanstieg investierte sie tausende von Euro in zahlreiche Schutzartikel. Diese hortet sie nun bei sich zu Hause.

Masken, wie diese Einweg-Version hortet Becca bei sich zu Hause (Symbolbild).
Masken, wie diese Einweg-Version hortet Becca bei sich zu Hause (Symbolbild).  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die mutigen Pfleger in Großbritannien haben keine geeignete Schutzausrüstung, um sich in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen um ihre Patienten zu kümmern. Derweil besitzt die 35-jährige Becca Brown mehr als genug davon. Doch abgeben will sie davon nichts.

Über ihre Gründe sprach sie mit der britischen Zeitung The Sun. 

Becca investierte knapp 3000 Euro in Vorrats-Essen und Schutzmaterialien. Geld, das sie nicht einmal zur Verfügung hatte: Für ihren immens großen Kauf nahm sie sogar Schulden auf.

Nun ist sie stolze Besitzerin von über 500 Gesichtsmasken, zahlreichen Gesichtsschildern, Unmengen an Desinfektionsmitteln und Handschuhen. Becca plante mit ihrer Investition nicht, andere Menschen zu unterstützen und sie verkaufte es auch nicht gewinnbringend weiter.

Ihren Einkauf hortet sie bei sich zu Hause.

"Meine Freunde sagten mir, ich soll etwas dem britischen Gesundheitssystem spenden. Aber ich möchte nicht. Sie hätten sich besser vorbereiten sollen."

Becca bestellte über eBay, Amazon und mehreren medizinischen Shops. Sie gab an, dass sie für rund 12 Euro über 100 Handschuhe erhalten hatte. Nun kosten bereits vier Stück so viel. Die Gesichtsschilder, die sie kaufte, sind dieselbe Sorte, welche in Krankenhäuser verwendet werden, damit sich Krankenschwestern und Ärzte im gesamten Gesicht schützen können.

Becca gibt mit ihren Produkten an. Sie möchte zu Hause dieselben Artikel wie in den Krankenhäusern haben.

Alles für die Kunst

Selbst dieses Geschichtsschild zum Schutz hat Becca in großer Anzahl bei sich zu Hause (Symbolbild).
Selbst dieses Geschichtsschild zum Schutz hat Becca in großer Anzahl bei sich zu Hause (Symbolbild).  © Marios Lolos/XinHua/dpa

Becca hat vielleicht einen übertriebenen Sicherheitssinn. Jedoch nutzt sie all ihre gekauften Materialien auch für ihre Kunst. Sie möchte eine Ausstellung über das Coronavirus machen. Die Schutzausrüstungsartikel sind dabei ihre Kunstwerke.

In ihren Aussagen findet sich kein Mitleid mit dem Pflegepersonal. Becca sagt:

"Wir zahlen Steuern, um diese zu finanzieren. Ich muss monatelang auf Termine warten und auf einmal sind sie fantastisch und jeder applaudiert für sie."

Becca sieht es nicht als ihren Job, jetzt Menschen in Not zu unterstützen. Das sei die Aufgabe der Regierung. 

Ihre wenigen Freunde seien geschockt von ihren Aussagen gewesen. Einige reden sogar nicht mehr mit ihr. 

Doch Becca bleibt bei ihren Ansichten. Sie benötigt jedes einzelne von ihren legal gekauften Materialien. Sie halte sich nicht für selbstsüchtig, erklärt sie. 

Becca gibt zu, dass das Pflege-Personal zwar einen tollen Job mache und sie sehr wohl dafür klatschen würde. Jedoch gibt es für sie keinen Grund, etwas abzugeben, um zu helfen. An dieser Stelle hat für sie nur die Regierung die alleinige Verantwortung zu tragen.

Währenddessen werden weltweit von vielen Menschen Aktionen gestartet, um das Gesundheitssystem in ihren Ländern zu unterstützen. In Großbritannien sammelte erst kürzlich der 99-jährige Kriegsveteran Tom Moore Millionen von Spenden.

Titelfoto: Marios Lolos/XinHua/dpa

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