Ist da was dran? Hildmann behauptet, Grippeimpfung enthält Coronavirus

Berlin - Das Thema Impfung hat schon vor der Coronavirus-Pandemie die Gemüter erhitzt. In einem Sharepic von Attila Hildmann (39) wird die Behauptung verbreitet, dass in Grippeimpfstoffen der Erreger H1N1 enthalten sei und dass es sich dabei um ein Coronavirus handele. Aus diesem Grund würde durch die Grippeschutzimpfung die Zahl der Corona-Neuinfektionen künstlich in die Höhe getrieben, um einen Lockdown zu legitimieren.

Attila Hildmann (39) sorgte in den vergangenen Monaten für großes Aufsehen. Um seine vegane Ernährung geht es dabei aber nicht mehr.
Attila Hildmann (39) sorgte in den vergangenen Monaten für großes Aufsehen. Um seine vegane Ernährung geht es dabei aber nicht mehr.  © Jörg Carstensen/dpa

Schaut man sich die ganze Sache allerdings etwas genauer an, wird schnell klar, dass das ziemlicher Unsinn ist.

Der Erreger H1N1 ist kein Coronavirus, sondern ein Influenzavirus, stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klar. Das Virus verursacht die Schweinegrippe und war für die Influenza-Pandemie von 2009 verantwortlich. Seitdem zirkuliere dieses Virus in der Bevölkerung.

Nach Angaben der WHO wird für jede Grippesaison ein Impfstoff entwickelt. Diese sollen nach Einschätzung der Experten vor den Virenstämmen schützen, die unter den zirkulierenden Viren dominieren. 

Dabei handelt es sich um sogenannte Totimpfstoffe, die verabreicht werden, damit der Körper Antikörper entwickelt. 

In Deutschland ist die Grippeimpfung nach wie vor freiwillig.

Sars-CoV-2 hingegen gehört zu der Gruppe der Coronaviren. Sars-CoV-2-Erreger können die Erkrankung Covid-19 auslösen. Ältere und vorerkrankte Menschen, die sich mit diesem Coronavirus infizieren, sind besonders gefährdet. Die Suche nach einem Impfstoff, der vor Sars-CoV-2 schützt, ist noch nicht abgeschlossen.

Influenzaviren und Coronaviren ähneln sich in manchen Punkten. Infektionen mit den Viren können beide jeweils Atemwegserkrankungen verursachen, die mild verlaufen aber auch tödlich enden können. Beide Erreger werden unter anderem durch Tröpfchen übertragen.

Die Inkubationszeit bei den Coronaviren ist jedoch länger als bei den Influenzaviren, so können infizierte Menschen länger unbemerkt andere Menschen anstecken.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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