Betrüger nutzen Corona-Krise auf Intensivstationen, um Menschen um ihr Geld zu bringen

Mainz - Die vierte Welle der Coronavirus-Pandemie hält schon seit einiger Zeit die Menschen in Deutschland in Atem, besonders die angespannte Lage auf vielen Intensivstationen des Landes löst bei vielen Bürgern Sorgen aus. Betrüger nutzen dies auf äußerst zynische Art und Weise aus, wie die Polizei in Mainz mitteilte.

Die vierte Welle der Coronavirus-Pandemie sorgt schon seit einiger Zeit für äußerst angespannte Lagen auf vielen Intensivstationen in Deutschland.
Die vierte Welle der Coronavirus-Pandemie sorgt schon seit einiger Zeit für äußerst angespannte Lagen auf vielen Intensivstationen in Deutschland.

Aktuell würden sich Meldungen über eine neue Masche von Telefonbetrügern häufen, die sich die gegenwärtige zugespitzte Lage der Corona-Krise zunutze machen würden, teilte das Polizeipräsidium Mainz am Mittwochnachmittag mit.

Die Kriminellen riefen ältere Menschen an und gäben sich am Telefon als Mitarbeiter eines Krankenhauses aus. Zugleich gäben sie vor, dass ein Angehöriger des Opfers in der genannten Klinik als Covid-19-Patient auf der Intensivstation läge.

"Der oder die Angehörige würde die Nacht nicht überleben, wenn nicht sofort ein Corona-Medikament aus der Schweiz verabreicht werde", schilderte ein Sprecher der Polizei das weitere Vorgehen der Betrüger.

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Demnach werden die Opfer aufgefordert, sofort 7000 Euro in bar zur Verfügung zu stellen, um das besagte Medikament zu beschaffen.

"Die Anrufer lassen ihre Opfer dabei durch geschickte Gesprächsführung kaum eine Möglichkeit, die Angaben zu hinterfragen, und setzen sie erheblich unter psychischen Druck", ergänzte der Polizeisprecher noch.

Neben der Gefahr des nicht unerheblichen finanziellen Verlustes für die Opfer, wenn sie auf den Betrug hereinfallen, bringt diese dreiste Betrugsmasche laut den Ermittlern noch eine zweite, sehr negative Folge mit sich.

Polizei bittet Bevölkerung darum, ältere Angehörige zu warnen

Schafften es die Opfer, sich dem psychischen Druck zu entziehen, riefen sie in der Regel sofort bei den von den Betrügern genannten Kliniken an, um die zuvor gemachten Angaben zur Sicherheit doch zu überprüfen. "Diese zusätzliche Belastung der Kliniken nehmen die Täter mit dieser Masche rücksichtslos in Kauf", echauffierte sich der Sprecher.

Die Kriminalpolizei wendet sich daher mit einer dringenden Bitte an die Bevölkerung: Die Bürger sollten ältere Angehörige über diese neue Form des Telefonbetrugs informieren. Bei Hinweisen auf derartige Anrufe solle zudem umgehend die Polizei verständigt werden.

Bei fortdauerndem Täterkontakt könne auch der Notruf gewählt werden, schloss die Mainzer Polizei ihre Warnung ab.

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