Biontech arbeitet an Omikron-Anpassung: "Keine Zeit verlieren"

Mainz - Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech arbeitet neben laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Corona-Variante Omikron auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs - vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte.

Es ist zwar noch nicht klar, ob die Entwicklung eines an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffes erforderlich ist - Biontech arbeitet trotzdem schon daran. (Symbolbild)
Es ist zwar noch nicht klar, ob die Entwicklung eines an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffes erforderlich ist - Biontech arbeitet trotzdem schon daran. (Symbolbild)  © So ist nicht klar, ob die Entwicklung eines angepassten Impfstoffes erforderlich ist.

"Um keine Zeit zu verlieren, gehen wir diese beiden Aufgaben parallel an, bis die Daten vorliegen und wir mehr Informationen darüber haben, ob der Impfstoff angepasst werden sollte oder nicht", teilte eine Biontech-Sprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die beiden Arbeitsgänge decken sich laut Biontech teilweise. "Zum einen haben wir unverzüglich mit Untersuchungen zur Omikron-Variante begonnen. Zum anderen haben wir erste Schritte zur Entwicklung eines potenziellen neuen Impfstoffs eingeleitet, die sich mit den Laboruntersuchungen überschneiden", erklärte das Unternehmen.

Die Labortests seien notwendig, um zu beurteilen, ob eine neue Impfung erforderlich sein könnte. Dabei würden Sera von Geimpften mit dem Spike-Protein der Variante konfrontiert.

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"Die Sera enthalten die Antikörper, die wir nach der Impfung haben", erklärte die Biontech-Sprecherin.

Es werde dann darauf geschaut, wie gut sie das neue Spike-Protein neutralisieren, also unschädlich machen.

Erste Erkenntnisse erwartet Biontech bereits Ende nächster Woche

Sollte es sich bei Omikron um eine sogenannte Escape-Variante handeln, könnte Biontech den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anpassen.
Sollte es sich bei Omikron um eine sogenannte Escape-Variante handeln, könnte Biontech den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anpassen.  © dpa/Andreas Arnold

Biontech ordnete die bereits am Donnerstag eingeleiteten Schritte als "Standardvorgehen" für neue Varianten ein. "Ziel dieses Ansatzes ist es, schnell bei der Entwicklung voranzukommen, sofern ein variantenspezifischer Impfstoff erforderlich sein sollte", erklärte das Unternehmen.

Biontech hatte am Freitag erklärt, dass sich die neue Variante deutlich von bisher beobachteten Varianten unterscheide, da sie zusätzliche Mutationen am Spike-Protein habe.

Die Daten aus nun laufenden Labortests gäben demnächst Aufschluss, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich werde, wenn sich diese Variante international verbreite. Das Unternehmen rechnete bis Ende nächster Woche mit Erkenntnissen.

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Gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer habe man schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer sogenannten Escape-Variante des Virus den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern, erklärte Biontech.

mRNA-Impfstoffe sind vergleichsweise schnell herzustellen

Dafür seien klinische Studien mit variantenspezifischen Impfstoffen gestartet worden, um Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit zu erheben. Diese könnten im Fall einer Anpassung bei den Behörden als Musterdaten vorgelegt werden.

Als Escape-Variante wird eine Virusvariante bezeichnet, die sich der Wirkung der derzeit verfügbaren Impfstoffe zumindest in Teilen entzieht.

Ein Impfstoff auf Basis des Botenmoleküls mRNA wie der von Biontech oder Moderna ist schneller herzustellen als herkömmliche Impfstoffe, da nur der Bauplan produziert werden muss, nicht das Antigen selbst.

Titelfoto: dpa/Andreas Arnold

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