Boris Palmer ermutigt Sachsen: Ja, Schnelltests an Schulen helfen!

Plauen - Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Grüne) hat Sachsen zu Schnelltests an Schulen ermutigt.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Die Grünen) verriet seine Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie.
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Die Grünen) verriet seine Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie.  © Tom Weller/dpa

Bei einer sogenannten Vogtlandkonferenz am Dienstagabend sagte er: "Schüler und Lehrer sind begeistert." Bislang habe es in seiner Stadt 15.000 Schnelltests in den Bildungseinrichtungen gegeben. Darunter sei kein positiver Fall gewesen. "Das gibt mir ein gutes Gefühl."

Zuvor hatte sich auch der Landrat des Vogtlandkreises, Rolf Keil, für solche Tests an Schulen ausgesprochen, aber enttäuscht angemerkt, dass das sächsische Kultusministerium noch rechtliche Bedenken sieht.

Bei der Konferenz, einer Videoschalte, waren unter anderen Ministerpräsident Michael Kretschmer (45), Landrat Keil (66, beide CDU) und eben der Tübinger OB Palmer zugeschaltet.

Palmer berichtete von weiteren 15.000 Schnelltests bislang auf dem Markt von Tübingen und zusätzlich vorher in Altenheimen.

Auf dem Markt seien insgesamt 300 positive Personen herausgefischt worden, in den Alten- und Pflegeheimen konnten damit vier Ausbrüche verhindert werden, so Palmer stolz.

Das schnelle Testen habe Tübingen geschätzt von einer Inzidenz von 75 auf 50 gedrückt!

Die neueste Palmer-Idee: Tests in der Innenstadt, damit dort Gastro und Kultur wieder zugänglich sind. "Man kann mit Schnelltests Infektionsketten durchbrechen", so seine Ermunterung.

Vogtland ist Sachsens Corona-Hotspot

Michael Kretschmer (45, CDU) will Impfstoff-Sonderlieferungen für das Vogtland ermöglichen.
Michael Kretschmer (45, CDU) will Impfstoff-Sonderlieferungen für das Vogtland ermöglichen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Unterdessen handelt der Vogtlandkreis trotzdem. Zwar nicht an Schulen, doch sonst überall wurden jetzt täglich über 4200 Schnelltests durchgeführt.

Alle Ergebnisse gehen sofort elektronisch an die Gesundheitsämter im Kreis. Bei einem negativen, also guten Ergebnis wird neuerdings zudem das Ergebnis per Barcode auf einen Nachweis gedruckt.

Betrug ist damit ausgeschlossen, Nachvollziehbarkeit gegeben. Zeitnah soll der Barcode auch mit einer App verknüpft werden, die, geht alles glatt, bereits am Mittwoch anspringt.

Dort wiederum wird zu lesen sein, ob jemand den Barcode (das gute Ergebnis) fälschen wollte und ob die Gültigkeit des Testzeitraums abgelaufen ist.

Ebenfalls gute Nachrichten für den Vogtlandkreis: Das Corona-Krisengebiet erhält in Kürze 40.000  Schnelltests zusätzlich. Das kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) am Dienstagabend an.

Das Vogtland steht derzeit bei einer Inzidenz von über 230 und damit an erster Stelle in Sachsen.

Laut Landrat Keil wurden hier inzwischen 25 Prozent aller im Freistaat nachgewiesenen Mutationen registriert. Allein von Montag zu Dienstag hatte die Region elf neue Corona-Tote zu beklagen.

Kretschmer kündigte bei der Runde erneut an, am Mittwoch in Berlin bei der Ministerpräsidentenkonferenz um Impfdosen-Sonderlieferungen für Hotspots wie das Vogtland zu kämpfen.

Titelfoto: Tom Weller/dpa, Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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