Coronavirus: Brasilien erlaubt Test für deutsch-amerikanischen Corona-Impfstoff

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen weiter entspannt. Grund zur Entwarnung gibt es laut Bundesregierung und RKI jedoch nicht.

Ein Kind trägt eine Atemschutzmaske. (Archivbild)
Ein Kind trägt eine Atemschutzmaske. (Archivbild)  © DPA/Arne Dedert

Viele Politiker sprechen sich weiterhin für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus. Auch Abstandhalten ist nach wie vor eine wichtige und effektive Maßnahme, um eine Infektion mit dem neuartigen Virus zu vermeiden.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 21. Juli, 22.16 Uhr: Brasilien erlaubt Test für deutsch-amerikanischen Corona-Impfstoff

Die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, hat einen weiteren Test für einen Corona-Impfstoff zugelassen - diesmal mit deutscher Beteiligung. Wie aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt "Diário Oficial" am Dienstag hervorging, erlaubte die Anvisa dem Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer, Tests für eine Impfung gegen Covid-19 in Brasilien vorzunehmen.

Es ist bereits die dritte Erlaubnis dieser Art der Behörde, um die Wirksamkeit von Corona-Wirkstoffen zu überprüfen. Anfang der Woche hatte der chinesische Pharmakonzern Sinovac in Brasilien die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs gestartet. Ein Impfstoff des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca, entwickelt von Forschern der Universität Oxford, wird in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas schon seit Juni getestet.

In Brasilien mit rund 210 Millionen Einwohnern breitet sich das Virus immer noch rasant aus. Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich mit Corona infiziert, mehr als 80.000 Menschen sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Biontech und Pfizer hatten in den Forschungen an einem Impfstoff am Dienstag ein weiteres positives Teilergebnis bekanntgegeben. 

Ob die genannten Impfstoffe ausreichend wirken, müssen noch größere Versuche an Probanden zeigen.

Die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, hat einen weiteren Test für einen Corona-Impfstoff zugelassen - diesmal mit deutscher Beteiligung.
Die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, hat einen weiteren Test für einen Corona-Impfstoff zugelassen - diesmal mit deutscher Beteiligung.  © Sakchai Lalit/AP/dpa

Update, 21. Juli, 21.28 Uhr: New York weitet Reisebeschränkungen auf 31 US-Bundesstaaten aus

Angesichts der Angst vor einem neuen Corona-Ausbruch in New York hat der Bundesstaat seine Beschränkungen für inländische Reisen weiter ausgeweitet. Gouverneur Andrew Cuomo teilte am Dienstag mit, zehn weitere Bundesstaaten auf die Liste der Regionen zu setzen, aus denen Einreisende eine zweiwöchige Quarantäne machen müssen.

Mit den dazu gekommenen Staaten Alaska, Delaware, Indiana, Maryland, Missouri, Montana, North Dakota, Nebraska, Virginia und Washington seien damit nun 31 Bundesstaaten auf der Liste, berichteten mehrere lokale Medien übereinstimmend. Vor allem Staaten im Nordosten der USA sind bislang von den Regeln ausgenommen.

New York, noch im April ein weltweites Zentrum der Pandemie, hat die Zahl der Corona-Fälle drastisch gesenkt und gilt in den USA als beispielhaft im Kampf gegen Covid-19. Da aber etwa 40 der insgesamt 50 Bundesstaaten einen teilweise starken Anstieg der Infektionszahlen sehen, fürchtet die Ostküsten-Großstadt eine zweite Welle. 

Deshalb hat der Bundesstaat auch die Öffnung von Museen und Schankräumen von Restaurants und Bars vorsichtshalber verschoben.

Menschen, die zum Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus Mundschutze tragen, sitzen im "Domino Park" am Fluss "East River".
Menschen, die zum Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus Mundschutze tragen, sitzen im "Domino Park" am Fluss "East River".  © Wang Ying/XinHua/dpa

Update, 21. Juli, 20.50 Uhr: Waldbühne öffnet wieder - mit Roland Kaiser und Sido

Die Berliner Waldbühne öffnet nach monatelanger Zwangspause wegen der Corona-Pandemie im September wieder für Konzerte. 

Zum Auftakt am 4. September kommt Schlagerstar Roland Kaiser in die Freilichtarena, einen Tag später folgt Rapper Sido. Für die Auftritte sei entsprechend den Hygiene-Regelungen nur eine begrenzte Publikumskapazität zulässig, teilte der Veranstalter Semmel Concerts mit. Nur 5000 der rund 22.000 Plätze dürften besetzt werden - mit gebührendem Abstand untereinander.

Im Gespräch sei eine Konzertreihe mit insgesamt acht bis zehn Shows, es liefen dazu die Gespräche mit den Künstlern. In Zusammenarbeit von Betreiber, Veranstalter und Sicherheitsdienst werde nun ein auf die Waldbühne zugeschnittenes Hygienekonzept erarbeitet.

Wirtschaftlich seien die Konzerte ein Kraftakt und "natürlich kein Zukunftsmodell", erklärte Semmel-Chef Dieter Semmelmann. Man wolle aber damit ein Zeichen für den Neustart von Großveranstaltungen setzen.

Die Berliner Waldbühne öffnet nach monatelanger Zwangspause wegen der Corona-Pandemie im September wieder für Konzerte.
Die Berliner Waldbühne öffnet nach monatelanger Zwangspause wegen der Corona-Pandemie im September wieder für Konzerte.  © Christoph Soeder/dpa

Update, 21. Juli, 20.33 Uhr: Sprecherin: Trump hat drei bis vier Millionen Menschenleben gerettet

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, hat das Krisenmanagement der Regierung von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Pandemie gegen Kritik verteidigt. "Der Präsident hat drei bis vier Millionen Menschenleben gerettet", sagte McEnany am Dienstag bei einer Pressekonferenz. 

Das Weiße Haus habe stets deutlich gemacht, dass die Wiedereröffnung des Landes lokale Ausbrüche nach sich ziehen werde, "dass wir Glutherde und manchmal Feuer sehen werden", sagte McEnany. Es werde viel zu wenig darüber gesprochen, welche negativen Auswirkungen die Eindämmungsmaßnahmen nach sich gezogen hätten.

McEnany nannte keine Grundlage für die von ihr genannte Zahl der angeblich geretteten Leben. Trump sagt immer wieder, seine Regierung habe in der Corona-Pandemie Millionen Leben gerettet. Wenn er konkreter wurde, bezog er sich in der Vergangenheit auf eine Studie des Imperial College in London, die 2,2 Millionen Tote prognostiziert hatte für den Fall, dass in den USA überhaupt keine Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen worden wären.

Seit Beginn der Pandemie starben in den USA der Johns-Hopkins-Universität zufolge bereits mehr als 141.000 Menschen infolge einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2. Mehr als 3,85 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen.

Tatsächlich dürften sich deutlich mehr Menschen mit dem Virus infiziert haben, worauf auch neue Erhebungen der Gesundheitsbehörde CDC hinweisen. Dafür waren in verschiedenen Regionen des Landes Blutproben auf Antikörper untersucht worden.

Die CDC schätzt zum Beispiel für den Bundesstaat Missouri, dass die Zahl der Infektionen dort tatsächlich mindestens 13 Mal höher ist als die gemeldete.

Donald Trump, Präsident der USA, trägt einen Stoff-Mundschutz.
Donald Trump, Präsident der USA, trägt einen Stoff-Mundschutz.  © Patrick Semansky/AP/dpa

Update, 21. Juli, 20 Uhr: Organisatoren: US Open sollen stattfinden

Die US Open sollen ungeachtet der Absage des geplanten ATP-Turniers in Washington stattfinden. Das teilten die Organisatoren am Dienstag mit. "Diese Entscheidung hat keinerlei Auswirkungen auf die US Open", hieß es in einer Mitteilung in Bezug auf die ATP-Veranstaltung. 

Bei den US Open ab 31. August würden die Organisatoren "eine sichere und kontrollierte Umgebung für Spieler und alle anderen an beiden Turnieren Beteiligten schaffen", hieß es. Vor den US Open soll an gleicher Stelle das aus Cincinnati verlegte Masters-Tennisturnier stattfinden.

Zuvor hatte die ATP mitgeteilt, dass das Männer-Turnier vom 14. bis 21. August abgesagt wird. Zuvor hatte die "New York Times" darüber berichtet. Die Veranstaltung sollte eigentlich die erste für die Tennis-Herren nach einer fünfmonatigen Zwangspause aufgrund der Coronavirus-Krise sein.

Laura Siegemund bei den US Open 2019.
Laura Siegemund bei den US Open 2019.  © Sarah Stier/AP/dpa

Update, 21. Juli, 18.54 Uhr : Brasilianischer Indigenen-Anführer an Covid-19 gestorben

Der Anführer eines indigenen Volkes in Brasilien ist an Covid-19 gestorben. Domingos Venite sei der Lungenkrankheit am Dienstag erlegen, teilte die Stadtverwaltung von Angra dos Reis im Bundesstaat Rio de Janeiro mit. 

Der 68-Jährige sei nach einer Infektion mit dem Coronavirus seit fast einem Monat in einer Klinik behandelt worden. Die Stadt ordnete eine dreitägige Trauerzeit an.

Venite war der Anführer des Volkes Sapukai, der größten indigenen Gemeinschaft im Bundesstaat Rio de Janeiro. Medienberichten zufolge wies die örtliche Gesundheitsbehörde die Ureinwohner an, auf ihr traditionelles Totenritual zu verzichten, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Derzeit sind in der Ortschaft 88 Indigene mit dem Coronavirus infiziert.

Mit über zwei Millionen Infizierten und mehr als 80.000 Toten ist Brasilien nach den USA das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Zuletzt steckten sich auch immer mehr Ureinwohner in dem südamerikanischen Land mit dem Virus an.

Update, 21. Juli, 18.22 Uhr: Swarovski entlässt 1200 Angestellte per E-Mail

Der Kristallglashersteller Swarovski entließ am gestrigen Montag 200 Angestellte per E-Mail. 1000 weitere Stellen sollen schon bald folgen.

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Swarovski hat 1200 Angestellte entlassen.
Swarovski hat 1200 Angestellte entlassen.  © dpa/epa/Thomas Böhm

Update, 21. Juli, 18.09 Uhr: EU-Parlament plant Sondersitzung zu Corona-Hilfen am Donnerstag

Das Europaparlament unterbricht seine Sommerpause an diesem Donnerstag für eine Sondersitzung zur Begutachtung des milliardenschweren Corona-Hilfspakets. 

Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten hatten sich nach viertägigen Verhandlungen in der Nacht zu Dienstag auf ein 1,8 Billionen Euro schweres Paket geeinigt. Es soll helfen, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise aufzufangen und den EU-Binnenmarkt zusammenzuhalten.

In dem Paket sind 1074 Milliarden Euro für den siebenjährigen Haushaltsrahmen bis 2027 vorgesehen und 750 Milliarden Euro als Konjunktur- und Investitionsprogramm. Die Abstimmung des Parlaments über den mehrjährigen Finanzrahmen soll voraussichtlich bei der nächsten regulären Plenarsitzung im September stattfinden.

Das EU-Parlament will ich sich am Donnerstag zu einer Sondersitzung treffen.
Das EU-Parlament will ich sich am Donnerstag zu einer Sondersitzung treffen.  © Olivier Matthys/AP/dpa

Update, 21. Juli, 17.58 Uhr: Hohe Ablehnungsquote bei Nothilfe-Anträgen für Studenten

Viele Studenten, die Corona-Nothilfen beantragt haben, bekommen die finanzielle Unterstützung nicht. Das geht aus einer Antwort des Bundesbildungsministeriums auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Jens Brandenburg hervor. 

Demnach wurden im Juni insgesamt rund 82.000 Anträge auf sogenannte Überbrückungshilfe gestellt. Davon seien Stand 15. Juli knapp 65.000 von den Studentenwerken bearbeitet worden, mit rund 32.500 Zusagen und 26.000 abgelehnten Anträgen. Die Zahlen seien eine Momentaufnahme, da die Bearbeitung der Anträge für Juni noch nicht abgeschlossen sei, hieß es weiter.

Studenten in Not können seit Juni über eine zentrale Webseite einen Antrag auf Finanzhilfen stellen. Je nach Kontostand des Betroffenen kann es 100 bis 500 Euro pro Monat geben. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Nachgewiesen werden muss, dass bestimmte Einkünfte - zum Beispiel durch einen Job im Restaurant - seit dem Frühjahr auf dem Konto nicht mehr eingegangen sind. Gezahlt wird der Zuschuss für maximal drei Monate (Juni, Juli, August). Der Antrag muss jeden Monat neu gestellt werden.

"Die hohe Ablehnungsquote zeigt, wie intransparent die Förderansprüche offensichtlich sind", sagte Brandenburg. Die Bundesregierung müsse jetzt sicherstellen, dass wirklich alle Studierenden in Not auf ihre Hilfe zugreifen könnten. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) erklärte in Berlin, man sei dabei, mit den zuständigen Studentenwerken zu klären, woran es liege.

Neben der Nothilfe gibt es für Betroffene auch Studienkredite bei der staatlichen Förderbank KfW, die vorübergehend zinsfrei gestellt werden.

Studenten können in der Corona-Krise Hilfen beantragen.
Studenten können in der Corona-Krise Hilfen beantragen.  © picture alliance / Silas Stein/dpa

Update, 21. Juli, 17.16 Uhr: Südafrika - Zwei Minister wegen Coronavirus im Krankenhaus

In Südafrika haben sich zwei Minister der Regierung von Präsident Cyril Ramaphosa mit dem Coronavirus infiziert und werden deshalb im Krankenhaus behandelt. 

Es handele sich um Arbeitsminister Thulas Nxesi (61) und seinen für Rohstoffe zuständigen Kollegen Gwede Mantashe (65), gab die Regierung am Dienstag bekannt. Sie waren bereits vor einer Woche positiv getestet worden und hatten sich in eine freiwillige Quarantäne begeben.

Südafrika hat mit knapp 373.000 Covid-19-Fällen und über 5100 Todesfällen die höchsten Infektionszahlen des Kontinents. Angesichts der steigenden Zahlen hatte Präsident Ramaphosa vor einer Woche eine erneute Verschärfung der Corona-Restriktionen verfügt, die neben einer nächtlichen Ausgangssperre die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit sowie die erneute Einführung eines Alkoholverbots vorsieht. 

Er hatte Ende März erstmals eine landesweite Ausgangssperre verhängt, sie war aber ab Mai vorsichtig gelockert worden. 

In Südafrika haben sich zwei Minister der Regierung von Präsident Cyril Ramaphosa mit dem Coronavirus infiziert.
In Südafrika haben sich zwei Minister der Regierung von Präsident Cyril Ramaphosa mit dem Coronavirus infiziert.  © South Africa Presidency/XinHua/dpa

Update, 21. Juli, 16.50 Uhr: Österreich weitet Maskenpflicht wieder aus

Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In Supermärkten, Bank- und Postfilialen müsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien.

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Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).  © Helmut Fohringer/APA/dpa

Update, 21. Juli, 15.57 Uhr: Corona-Angst wegen Partys auf Capri - Maskenpflicht fürs Wochenende

Party-Alarm in Süditalien: Nach ausgelassenen Feiern von zumeist jungen Leuten auf der italienischen Urlaubsinsel Capri hat der Bürgermeister am Dienstag eine Maskenpflicht für Wochenenden erlassen. Damit will Marino Lembo auf seiner Insel im Golf von Neapel mögliche Corona-Risiken abwenden. 

Freitags, samstags und sonntags gilt nun ab 18 Uhr bis um 4 Uhr am nächsten Morgen die Vorschrift, auch im Freien einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen - und zwar gerade auf den mehr als 20 bei Party-Fans sehr beliebten Straßen und Plätzen.

Capri hatte bisher kaum Corona-Fälle zu vermelden. Mit dem Beginn der Urlaubssaison möchte Lembo, wie er in Medieninterviews sagte, dass die Lage so ruhig bleibt. Nach Bildern von ausgelassenen Menschen, die ohne Corona-Schutz und ohne Abstände im Freien stehen und trinken, war er alarmiert. Der Erlass gilt, als Warnung, zunächst bis Ende Juli - Verlängerung möglich.

Auch in mehreren Großstädten Italiens hatten Menschen an den vergangenen Wochenenden auf Plätzen mit Wein und Bier in der Hand ausgelassen zusammengestanden. In Rom ließen die Behörden solche Hotspots räumen. Die Region Latium, in der Rom liegt, prüfte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa ebenfalls, ob die Maskenpflicht ausgeweitet werden sollte. Allgemein muss man in dem Land in Geschäften, Bussen, Bahnen, Museen und Theatern einen Atemschutz tragen. Verstöße können mit Geldbußen geahndet werden.

Insel Capri in Italien.
Insel Capri in Italien.  © Andreas Heimann/dpa-tmn/dpa

Update, 21. Juli, 15.21 Uhr: UEFA-Präsident: "Bis auf weiteres keine Zuschauer zugelassen"

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin dämpft die Hoffnungen auf eine Rückkehr der Fans in die Fußballstadien. "Bis auf weiteres werden keine Zuschauer zugelassen. Wir werden keine Risiken eingehen", sagte Čeferin am Dienstag im Gespräch mit Uefa Direct.

Die verbleibenden Spiele in der Champions League und der Europa League werden im August ausgetragen. Bei vier von acht Champions-League- und allen acht Europa-League-Paarungen müssen die Achtelfinal-Duelle abgeschlossen werden, die im März wegen der Corona-Pandemie unterbrochen wurden.

Ab dem Viertelfinale werden Champions und Europa League in dieser Corona-Saison in Turnierform zu Ende gespielt. Die Champions League wird in Lissabon ausgetragen, die Europa League an den vier westdeutschen Standorten Köln, Duisburg, Düsseldorf und Gelsenkirchen. Gespielt wird in K.o.-Form und nur noch mit einer Partie - also ohne Hin- und Rückspiel.

Die UEFA habe einen Teil ihrer Saison geopfert, damit die nationalen Meisterschaften bis Ende Juli fertig gespielt und die UEFA-Clubwettbewerbe dann im August beendet werden könnten, sagte Čeferin. 

Die Ligen hätten sich damit einverstanden erklärt - "und in der Länderspielperiode im September wird seitens der Vereine dieselbe Solidarität gefragt sein", sagte Čeferin.

Aleksander Ceferin, Präsident der UEFA, spricht bei der Pressekonferenz.
Aleksander Ceferin, Präsident der UEFA, spricht bei der Pressekonferenz.  © Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa

Update, 21. Juli, 14.27 Uhr: Corona-Krise verhagelt Coca-Cola das zweite Quartal

Der US-Getränkehersteller Coca-Cola hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie im zweiten Quartal deutlich zu spüren bekommen. In den drei Monaten bis Ende Juni brach der Nettogewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel auf 1,8 Milliarden Dollar (1,6 Mrd Euro) ein, wie der Pepsi-Erzrivale am Dienstag in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia mitteilte. Der Umsatz ging um 28 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar zurück.

Besonders bei gewerblichen Kunden wie Restaurantketten, die pandemiebedingt Filialen schließen mussten, ließ die Nachfrage stark nach. Vorstandschef James Quincey geht indes trotz der erneuten Corona-Eskalation in den USA davon aus, dass das Unternehmen das Schlimmste hinter sich hat. "Wir glauben, das zweite Quartal wird sich als das herausforderndste in diesem Jahr erweisen."

Update, 21. Juli, 14 Uhr: Abstandsregeln für Gaststätten in Berlin werden gelockert

In Berlin werden die bisher wegen der Corona-Pandemie geltenden Abstandsregeln in Gaststätten gelockert. Darauf hat sich der Senat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei seiner Sitzung am Dienstag verständigt. So dürften künftig etwa im Restaurant bis zu sechs Gäste an einem Tisch sitzen, auch wenn 1,50 Meter Abstand nicht eingehalten werden können. Dafür soll die Infektionsschutzverordnung entsprechend geändert werden.

Lockerungen sind auch im Sportbereich vorgesehen. Im Amateurfußball ist der Trainingsbetrieb in Berlin bereits wieder erlaubt - das soll nun auch für andere Kontaktsportarten möglich sein.

Abstandsregeln für Gaststätten in Berlin werden gelockert. (Symbolbild)
Abstandsregeln für Gaststätten in Berlin werden gelockert. (Symbolbild)  © dpa/Jörg Carstensen

Update, 21. Juli, 13.30 Uhr: Pariser Picasso-Museum öffnet wieder: Der Maler und der Comic

Pablo Picasso las für sein Leben gern Comics, und das Genre hat auch sein Werk beeinflusst. Mit der Ausstellung "Picasso et la bande dessinée" (Picasso und der Comic) hat das Pariser Picasso-Museum am Dienstag nach mehr als viermonatiger Corona-Zwangspause wieder seine Türen geöffnet. I

llustriert wird, wie sich in der Kunst des Spaniers Comic-typische Merkmale wie aufeinanderfolgende Einzelbilder und Textsegmente niedergeschlagen haben. Man habe eine unbekannte Seite des Malers (1881-1973) zeigen wollen, sagte Direktor Laurent Le Bon.

Update, 21. Juli 13.20 Uhr: Afghanistan hat ein Wassermelonen-Problem

Wohin mit all den Melonen? Lange Zeit waren Afghanistans Grenzen wegen der Corona-Pandemie geschlossen - zum Ärger vieler Bauern. Diese bleiben in diesen Sommer wegen fehlender Exportmöglichkeiten wohl auf Tausenden Tonnen Melonen sitzen. "Leider ist der Preis für Wassermelonen sehr niedrig", berichtet Mohammad Daud, ein 36-jähriger Bauer aus der westlichen Provinz Farah. "Ich konnte noch nicht einmal die Hälfte von dem verdienen, was ich ausgegeben habe."

Da Afghanistan keinen Zugang zum Meer hat, ist das Land beim Handel auf Nachbarländer oder den Luftweg angewiesen. Besonders abhängig ist Afghanistan von Exporten ins Nachbarland Pakistan, doch bis vor kurzem waren die Grenzen geschlossen. Daher landete ein Großteil der Ernte zunächst auf Märkten in Kabul. Aber auch hier gibt es ein Überangebot. 

Das Problem ist inzwischen so akut, dass eine nationale Behörde Wassermelonen auf die Speisekarte der Sicherheitskräfte gesetzt hat. Bauer Mohammad Daud: "Wir haben genug Wassermelonen, dass nur ich allein alle Truppen mit Melonen versorgen kann."

Update, 21. Juli, 13 Uhr: Iran meldet neue Rekordzahl an Corona-Toten an einem Tag

Der Iran meldete am Dienstag eine neue Rekordzahl an Corona-Toten. In den letzten 24 Stunden starben 229 Patienten an dem Virus, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 14-634. Im gleichen Zeitraum wurden über 2600 Neuinfektionen erfasst und somit stieg die Zahl der bisher nachgewiesenen Infektionen auf 278.827, wie die Sprecherin Sima Lari sagte.

Der Anstieg sei nach Einschätzung von Experten auf die Lockerungen in den letzten Wochen zurückzuführen. Die wurden nun seit Anfang der Woche wieder größtenteils aufgehoben. Die hatte besonders dazu geführt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr ernstgenommen habe.

Iran meldet neue Rekordzahl an Corona-Toten an einem Tag. (Symbolbild)
Iran meldet neue Rekordzahl an Corona-Toten an einem Tag. (Symbolbild)  © dpa/XinHua/Ahmad Halabisaz

Update, 21. Juli, 12.40 Uhr: Corona-Ausschuss hebt Schließungen von Restaurants in Israel auf

Nach heftigen Protesten dürfen Restaurants in Israel weiter Gäste bewirten. Der Coronavirus-Ausschuss des israelischen Parlaments hat einen Schließungsbeschluss der Regierung aufgehoben. Die Mitglieder des Gremiums stimmten am Dienstag mehrheitlich dafür, den Lokalen ihren Betrieb unter Wahrung der Corona-Vorschriften wieder zu ermöglichen.

Die Schließungen waren erst am frühen Morgen in Kraft getreten, die Regierung hatte sie Ende vergangener Woche beschlossen. Restaurants hätten nur noch Essen zum Mitnehmen oder zur Lieferung nach Hause anbieten dürfen. Gastronomen hatten erklärt, sich nicht an die Maßgaben der Regierung zu halten.

Die israelische Regierung kann derzeit Notmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus ohne vorherige Genehmigung des Parlaments umsetzen. Sie werden jedoch wieder aufgehoben, wenn das Parlament - die Knesset - sie nicht nachträglich binnen einer Woche billigt. Diese umstrittene Regelung hat sowohl bei Bürgern als auch bei Geschäftsleuten für Verwirrung gesorgt.

Update, 21. Juli, 12.30 Uhr: Kramp-Karrenbauer besucht Corona-Projekt mit Hunden der Bundeswehr

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (57, CDU) will sich ein Bild von Tests darüber machen, ob Hunde der Bundeswehr eine Coronavirus-Infektion riechen können. An diesem Freitag (24. Juli) besucht die CDU-Chefin die einzige Diensthundeschule der Bundeswehr bei Ulmen in der Vulkaneifel, wie das Kommando Streitkräftebasis am Dienstag mitteilte. 

Vorführungen mit Diensthundeführern und ihren Tieren sollen Kramp-Karrenbauer einen vielfältigen Einblick in die besondere Dienststelle geben.

Auch in Großbritannien, Finnland und Frankreich befassen sich Experten mit diesem Thema. TiHo-Doktorandin Paula Jendrny erläutert: "Im Gegensatz zu den europäischen Kollegen nutzen wir den Speichel von infizierten Personen, in dem zunächst die Viren chemisch inaktiviert, also unschädlich gemacht werden." Speichelproben hätten "den Vorteil der schnellen und ortsunabhängigen Verfügbarkeit, wenn viele Menschen getestet werden sollen".

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (57, CDU). (Archivbild)
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (57, CDU). (Archivbild)  © dpa/Michael Kappeler

Update, 21. Juli, 12.20 Uhr: 350 Ärzte werfen Serbiens Regierung Versagen in Corona-Pandemie vor

350 serbische Ärzte haben der Regierung des Landes ein völliges Versagen beim Umgang mit der Corona-Pandemie vorgeworfen. "Wir wenden uns an die Öffentlichkeit, weil wir keinen anderen Ausweg aus der Gesundheitskatastrophe sehen, in der sich unser Land befindet", schrieben die Mediziner in einem offenen Brief, den serbische Medien am Dienstag veröffentlichten.

In den letzten Wochen war die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus dramatisch gestiegen. Allein von Sonntag auf Montag registrierten die Behörden in dem Sieben-Millionen-Einwohner-Land 359 neue Fälle. 190 Covid-19-Patienten müssen nach offiziellen Angaben derzeit künstlich beatmet werden. 

In ihrem offenen Brief warfen die Ärzte der Regierung von Präsident Aleksandar Vucic (50) vor, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu abrupt und vorschnell gelockert zu haben. Im Ausnahmezustand, den Vucic Mitte März verhängt hatte, hatten strikte Ausgangssperren gegolten. 

Mit dessen Aufhebung Anfang Mai war jedoch plötzlich alles wieder erlaubt, bis zu Fußballspielen vor 18.000 Zuschauern und Parties in Nachtclubs. Am 21. Juni fanden außerdem Parlamentswahlen statt, die die SNS-Partei von Vucic haushoch gewann und denen Wahlkampfveranstaltungen vorausgegangen waren.

Dies, schrieben die Ärzte, habe zu einem "Kontrollverlust über die epidemologische Situation" geführt, wovor Experten beständig gewarnt hätten. Zudem sollen die Behörden die wahren Daten verschleiert haben. Kritiker aus den Reihen der Ärzteschaft seien eingeschüchtert und bedroht worden. "All dies hat das Gesundheitssystem in seinen Grundfesten erschüttert und das Vertrauen der Bürger in das Gesundheitspersonal untergraben."

Präsident Aleksandar Vucic (50). (Archivbild)
Präsident Aleksandar Vucic (50). (Archivbild)  © dpa/Sven Hoppe

Update, 21. Juli, 12.20 hr: Altmaier: Beschlüsse des EU-Gipfels stärken Binnenmarkt enorm

Die Beschlüsse des EU-Gipfels werden aus Sicht von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62) den europäischen Binnenmarkt enorm stärken. Der Aufschwung nach der Corona-Krise nicht nur in Deutschland könne nun schneller stattfinden, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. Er erwarte, dass in Deutschland ab Oktober ein vorsichtiger Aufschwung einsetze. 

Die EU habe sich in der Krise bewährt und übe Solidarität. Die EU-Länder seien die wichtigsten Handelspartner Deutschlands, eine Stärkung des Binnenmarkts kräftige auch die deutsche Volkswirtschaft.

Altmaier drängte auf eine schnelle Umsetzung der Programme. Es sei wichtig, dass die Gelder schnell fließen könnten - für Investitionen etwa in Klimaschutz und Digitalisierung. Er gebe sich nicht damit zufrieden, dass die Gelder erst im nächsten Jahr fließen sollten, sagte der CDU-Politiker. Europa dürfe sich bei Zukunftstechnologien nicht abhängen lassen von Ländern auf anderen Kontinenten. Die Ergebnisse des Gipfels "beflügelten" auch die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, meinte der Minister.

Update, 21. Juli, 12.14 Uhr: Curevac sammelt insgesamt 560 Millionen Euro von Investoren ein

Das Tübinger Biotechnologie-Unternehmen Curevac hat umgerechnet weitere 110 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Neben dem Staatsfonds von Katar habe sich eine Gruppe weiterer schon bestehender und neuer Geldgeber an der nun abgeschlossenen Finanzierungsrunde beteiligt, teilte Curevac am Dienstag mit. 

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Curevac mit Sitz in Tübingen forscht an einem Corona-Impfstoff. (Symbolbild)
Curevac mit Sitz in Tübingen forscht an einem Corona-Impfstoff. (Symbolbild)  © DPA/Christoph Schmidt

Update, 21. Juli 12 Uhr: Studie: Jeder fünfte Verbraucher gibt wegen Corona weniger Geld aus

Die Corona-Krise bremst weiterhin die Kauflust der Verbraucher in Deutschland. Jeder fünfte Bundesbürger gebe beim Shoppen aktuell bewusst weniger Geld aus als normalerweise, berichtete das Marktforschungsunternehmen Nordlight Research in seinem am Dienstag veröffentlichten "Trendmonitor Deutschland" gestützt auf eine Umfrage unter 1067 Verbrauchern. Vor allem größere Anschaffungen würden zurückgestellt.

Die gesunkene Kauflust hat der Umfrage zufolge mindestens zwei Ursachen. Einerseits hat ein Drittel der Haushalte nach eigener Aussage weniger Einkommen zur Verfügung als vor dem Ausbruch der Krise. Andererseits geben zwei Drittel der Befragten an, dass ihnen das Shoppen im stationären Einzelhandel aktuell weniger Spaß macht als vor Corona.

Update, 21. Juli, 11.42 Uhr: Absatz von Fernsehern in der Corona-Krise gestiegen

In der Corona-Krise sind in Deutschland in den vergangenen Monaten deutlich mehr Fernseher gekauft worden. Im ersten Halbjahr stieg der Absatz im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 3,2 Millionen TV-Geräte, wie die Branchenvereinigung gfu am Dienstag mitteilte. 

Entscheidend dafür sei der Abverkauf nach dem Ende des Lockdowns im Frühjahr gewesen, sagte gfu-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Kamp. So sei der Absatz im Mai um 37 Prozent hochgesprungen und im Juni um 21 Prozent.

Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres waren dagegen 1,5 Prozent weniger Fernsehgeräte verkauft worden.

Einen deutlichen Zuwachs gab es angesichts der verstärkten Heimarbeit in Corona-Zeiten auch bei privat genutzter IT wie Notebooks, Monitoren und Druckern. Hier rechnet die gfu jetzt für dieses Jahr mit einem Umsatzplus von zehn Prozent - ursprünglich war lediglich ein Prozent mehr erwartet worden. Das Geschäft mit Foto-Technik und Hifi-Geräten ging dagegen in der Corona-Krise zurück.

Update, 21. Juli, 11.30 Uhr: So hat Corona uns verändert

Vor sechs Monaten wurde zum ersten Mal eine Coronavirus-Infektion in Deutschland bestätigt. Seitdem hat das Virus für jeden Menschen im Land das Leben verändert. Das fängt im ganz Kleinen an, beim Lächeln hinter der Maske - und endet bei den großen Fragen nach der Zukunft.

In einem Film wäre es einfacher. Da würde man einfach einen Zeitsprung machen. Erste Szene: 27. Januar 2020, Blick auf ein positives Testergebnis.

Das Coronavirus ist in Deutschland angekommen. Beruhigende Worte des Gesundheitsministers sind zu hören, man sei gut vorbereitet. Schnitt.

Nächste Szene, vielleicht ein Jahr später: Deutschland ist noch Deutschland, aber auf links gedreht. Das Land hat sich perfekt an die Pandemie angepasst. Masken werden so selbstverständlich getragen wie Socken, wer krank ist, drückt auf sein Smartphone und wird im Homeoffice per Drohne mit Einkäufen beliefert. Willkommen in der neuen Corona-Welt!

Nun, es hat Gründe, warum Blockbuster anders funktionieren als die Realität. Sie brauchen klare Verhältnisse - und in denen leben wir nicht.

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Das Leben in Deutschland hat sich auch für die Kinder teilweise verändert. (Symbolbild)
Das Leben in Deutschland hat sich auch für die Kinder teilweise verändert. (Symbolbild)  © 123RF/prostooleh

Update, 21. Juli, 11.17 Uhr: Flughafen-Abfertigungsfirmen wollen länger auf Kurzarbeit setzen

Wegen der anhaltenden Flaute der Luftfahrtbranche fordern die Abfertigungsfirmen an Flughäfen eine Verlängerung der Kurzarbeit. "Die Luftfahrt befindet sich weiterhin in der schwersten Krise seit Ende des Zweiten Weltkrieges, eine kurzfristige Erholung ist nicht absehbar", sagte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL), Thomas Richter, am Dienstag laut Mitteilung.

Der Verband fordert daher, das Instrument der Kurzarbeit müsse auf eine mögliche Dauer von 24 Monaten verlängert werden. Coronabedingt ist in einigen Fällen derzeit bereits eine Ausweitung der Maßnahme von zwölf auf 21 Monate möglich.

Nur so könnten ausreichend Mitarbeiter in den Unternehmen gehalten werden, um den Betrieb bei steigender Nachfrage auch wieder hochfahren zu können. Trotz Urlaubszeit kommt der Luftverkehr dem Verband zufolge derzeit lediglich auf 20 Prozent des Vorjahresniveaus. In dem Verband haben sich Dienstleister wie Acciona, Aviapartner oder Wisag zusammengeschlossen, die an Flughäfen die Dienstleistungen am Boden abwickeln.

Update, 21, Juli, 11.15 Uhr: Kanu-Verband trägt deutsche Einer-Meisterschaften in Duisburg aus

Nach der Absage der deutschen Meisterschaften im Kanu-Rennsport in Köln aufgrund der Corona-Pandemie darf der Deutsche Kanu-Verband nun doch Titelkämpfe in den Einer-Booten nach einem strengen Hygiene-Konzept veranstalten. Sie sollen vom 7. bis 9. August auf der traditionellen Regattastrecke auf der Wedau in Duisburg ausgetragen werden. Das bestätigte DKV-Sportdirektor Jens Kahl am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

"Natürlich werden diese Rennen ohne Zuschauer stattfinden, wir müssen auf Abstand achten und auch andere Hygieneregeln beherzigen", sagte Kahl. Laut Ausschreibung muss von jeder Person, die das Regatta-Gelände betritt, ein Sars-CoV-2-Fragebogen unter anderem zu eventuellen Vorerkrankungen ausgefüllt werden.

Update, 21, Juli, 11.10 Uhr: Habeck: EU-Wiederaufbaupaket bleibt hinter dem Notwendigen zurück

Grünen-Chef Robert Habeck (50) sieht im Kompromiss der EU-Staaten Verbesserungsbedarf. Es sei gut, dass sich die Staats- und Regierungschefs der EU auf eine Verhandlungsposition zum Corona-Wiederaufbaupaket und dem EU-Haushalt geeinigt hätten, sagte Habeck am Dienstag in Köln der Deutschen Presse-Agentur. 

"Es stand nichts weniger auf dem Spiel als die Zukunft der Europäischen Union." Bei der Zukunftsorientierung und der Rechtsstaatlichkeit müsse nun das Europäische Parlament für Europa kämpfen.

Der Wiederaufbaufonds mit 390 Milliarden Euro an Zuschüssen und 360 Milliarden Euro an Krediten bleibe "doch weit hinter dem zurück, was nötig wäre für die krisengeschüttelten Staaten und damit die gesamte wirtschaftliche Stabilität der Eurozone", sagte Habeck. Auch in den Bereichen Gesundheit, Klima und Forschung dürfe noch nicht das letzte Wort gesprochen worden sein. Europa brauche einen schlagkräftigen Haushalt, um in die Zukunft zu investieren.

Als "schlechtes Signal" bewertete Habeck, dass die EU-Gelder nicht an einen starken Rechtsstaatsmechanismus geknüpft worden seien. "Hier hätte ein klares Zeichen an alle Regierungen gesendet werden müssen, dass die EU einen Abbau von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht einfach so hinnimmt." Dieser Gipfel habe gezeigt, dass der Europäische Rat mit dem Prinzip der Einstimmigkeit an seine Grenzen komme. "Wenn die Idee Europa überleben soll, dann muss Kanzlerin Merkel die deutsche Ratspräsidentschaft auch dazu nutzen, grundlegende Reformen der EU anzugehen", forderte der Grünen-Chef.

Die europapolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Franziska Brantner (40), sprach von einem "unwürdigen Geschachere". Die Ratseinigung spiegele alte nationale Denkmuster. "Statt gemeinsamer Solidarität in der Krise haben wir viele nationale Egoismen gesehen." Es werde bei Forschung, Klima und Gesundheit gekürzt. "Das ist nicht sparsam, das ist dumm", sagte sie. Den als "sparsam" bezeichneten Ländern Österreich, Niederlande, Dänemark, Schweden und Finnland sei es nicht um die Sache gegangen, sondern darum, ihren Beitrag zu senken.

Grünen-Chef Robert Habeck (50). (Archivbild)
Grünen-Chef Robert Habeck (50). (Archivbild)  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 21. Juli, 11.05 Uhr: Baltenstaaten würdigen Einigung beim EU-Gipfel

Die Baltenstaaten haben die Einigung beim EU-Gipfel auf ein Haushalts- und Finanzpaket gewürdigt. "Wir haben erneut bewiesen, dass die Stärke Europas darin besteht, einen Kompromiss zu finden, der uns alle stärker macht", twitterte Lettlands Regierungschef Krisjanis Karins (55) am Dienstagmorgen. Sein estnischer Amtskollege Jüri Ratas (42) schrieb auf dem Kurznachrichtendienst: "Unsere beste Stunde". Litauens Präsident Gitanas Nauseda (56) erklärte: "Europa liefert an seine Bürger".

Niemand habe erwartet, dass der Gipfel "eine Blitzpartie" werde, schrieb der Litauer Nauseda in einem Tweet zu einem Bild, das ihn beim Schachspielen zeigt. "Wir haben erfolgreich einen Patzer vermieden."

Update, 21. Juli, 10.55 Uhr: Spaniens Regierungschef Sánchez erfreut über Gipfel-Einigung

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez (48), dessen Land besonders von den vereinbarten EU-Hilfen profitieren wird, hat sich erfreut über die Einigung des EU-Sondergipfels gezeigt. Er sei "zu 95 Prozent zufrieden" mit dem Ergebnis, sagte Sánchez am Dienstag vor Journalisten in Brüssel.

Von den beschlossenen 750 Milliarden Euro zur Abfederung der Corona-Krise stehen nach seinen Worten "in etwa" 140 Milliarden für sein besonders schwer von der Pandemie betroffenes Land zur Verfügung. Davon seien 72,7 Milliarden nicht rückzahlbare Subventionen, der Rest Kredite.

Sánchez sprach von einem "wahrhaften Marshallplan". Es sei "historisch", dass sich die EU-Kommission erstmals in ihrer Geschichte verschulde, um nationale Programme zu finanzieren. Dies zeige, dass Europa eine "gemeinsame Antwort auf eine Krise gefunden hat, die alle mehr oder weniger trifft", berichtete das spanische Fernsehen.

Die Finanzierung von Reformen und Investitionen in seinem Land sei damit gesichert. Es gehe darum, "eine robuste, wettbewerbsfähige, digitale und grüne Wirtschaft" zu ermöglichen sowie eine "schnelle, starke und nachhaltige" Erholung der Wirtschaft sicherzustellen, betonte Sánchez.

"Es war sehr anstrengend, aber das Ergebnis ist ein Erfolg, der die Mühe wert ist", sagte der Regierungschef am Ende des viertägigen Ringens um eine Einigung. "Europa hat einen Riesenschritt getan."

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez (48). (Archivbild)
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez (48). (Archivbild)  © dpa/EUROPA PRESS/E. Parra. Pool/Europa Press

Update, 21. Juli, 10.50 Uhr: Tschechiens Premier Babis: Einigung wichtiges Signal für Europa

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis (65) hat sich erfreut über den im Streit um Corona-Wiederaufbauhilfen und EU-Haushalt erzielten Kompromiss gezeigt. "Das ist ein sehr wichtiges Signal für Europa, ein wichtiges Signal für die Finanzmärkte", sagte der Multimilliardär am Dienstag in Brüssel. 

Die Verhandlungen seien sehr anspruchsvoll gewesen. "Es war wirklich ein großer Marathon", sagte der Gründer der populistischen Partei ANO.

Tschechien müsse sich auf Investitionen zum Beispiel in die Digitalisierung konzentrieren, sagte Babis. Kurzfristig gehe es darum, das staatliche Kurzarbeitsprogramm "Antivirus" zu verlängern. Dazu sei die Regierung bereit. Langfristig sei es erforderlich, die tschechische Wirtschaft neu zu strukturieren. Sie ist immer noch sehr stark von der Industrie geprägt. Das Land gilt als "verlängerte Werkbank" für viele Unternehmen aus Deutschland.

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis (65).
Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis (65).  © dpa/AP Pool/Olivier Matthys

Update, 21. Juli, 10.45 Uhr: Karliczek: Europa zeigt in schweren Zeiten Willen zum Handeln

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (49) hat die Ergebnisse des EU-Gipfels von Brüssel begrüßt. Die Einigung über das größte Finanzpaket in der Geschichte der Europäischen Union zeige, dass Europa in der Lage sei, auch in schwierigen Zeiten sehr schwierige Fragen zu beantworten, sagte die CDU-Politikerin in Berlin vor einer Videokonferenz mit ihren EU-Amtskollegen.

"Europa gibt aus meiner Sicht in der Pandemie die richtigen Antworten für die Zukunft", sagte Karliczek. Das werde auch die Beratungen der Forschungsminister an diesem Dienstag beflügeln. Bei dem Gespräch geht es unter anderem um klimafreundliche Technologien wie den sogenannten Grünen Wasserstoff. "Auch in schweren Zeiten zeigt Europa den Willen zu gemeinsamem Handeln", sagte Karliczek.

Update, 21. Juli, 10.40 Uhr: Finnland betrachtet Einigung als Beweis für Stärke der EU

Finnland hält die Einigung des EU-Sondergipfels für einen Beweis der Stärke der Europäischen Union. Trotz aller Schwierigkeiten habe die EU gezeigt, dass sie in einer schwierigen Lage handeln könne, sagte Ministerpräsidentin Sanna Marin (34) am Dienstagmorgen nach Angaben des finnischen Rundfunksenders Yle auf einer Pressekonferenz in Brüssel. Sowohl aus finnischer als auch aus europäischer Sicht sei das Ergebnis zufriedenstellend.

Finnland hatte bei der Suche nach einem Kompromiss zwar nicht zu den als "Sparsame Vier" bezeichneten Ländern gezählt, Marin hatte sich in Brüssel aber verstärkt hinter die Positionen dieses Quartetts - Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande - gestellt. 

Bereits vor dem Gipfel hatte das nördliche EU-Land Nachbesserungen an den Vorschlägen von EU-Ratschef Charles Michel (44) gefordert, darunter ein aus finnischer Sicht besseres Gleichgewicht zwischen Zuschüssen und Krediten.

Ministerpräsidentin Sanna Marin (34).
Ministerpräsidentin Sanna Marin (34).  © dpa/Reuters Pool via AP/Johanna Geron

Update, 21. Juli, 10.30 Uhr: Dänische Regierungschefin: Solidarische Einigung mit besserer Balance

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (42) hält die Einigung des EU-Sondergipfels sowohl für Europa als auch für ihr Land für äußerst zufriedenstellend. Das Wichtigste sei natürlich, dass man sich nun daran machen könne, die europäische Wirtschaft nach der Corona-Krise wiederherzustellen, sagte sie am Dienstagmorgen Reportern in Brüssel. 

Es handele sich um eine solidarische Abmachung mit einem weiterhin großen Volumen, das jedoch nun eine bessere Balance habe.

Aus dänischer Sicht sei wichtig, einen großen Rabatt erhalten zu haben. "Das lässt erkennen, dass man gleichzeitig für dänische und für europäische Interessen kämpfen kann", sagte Frederiksen. Insgesamt handele es sich um eine sehr gute Einigung für Europa und eine sehr gute Einigung für Dänemark.

Update, 21. Juli, 10.20 Uhr: Österreichs Kanzler zufrieden mit Ergebnis des EU-Gipfels

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (33) hat nach der Einigung des EU-Sondergipfels von einem "guten Resultat für die EU und Österreich" gesprochen. Der konservative Politiker lobte namentlich das Bündnis, dass Österreich mit Schweden, Dänemark und den Niederlanden eingegangen war. "

"Vielen Dank an alle Kollegen, besonders an die 'Sparsamen'", twitterte er am Dienstagmorgen. Zusätzlich dazu verbreitete Kurz über den Kurznachrichtendienst ein Foto von sich und den Staats- und Regierungschefs der drei Länder.

Update, 21. Juli, 10.15 Uhr: Das 1,8 Billionen Euro Paket steht

Fast 100 Stunden stritten die 27 EU-Staaten ums Geld. Mehrfach stand der Sondergipfel vor dem Scheitern. Jetzt ist doch noch der Kompromiss gelungen. Aber auch der hat ein Preisschild.

Im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise haben sich die EU-Staaten auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt: Es hat einen Umfang von 1,8 Billionen Euro.

Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Dienstagmorgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen.

Eine Zusammenfassung zu dem Sondergipfel findet Ihr >>> hier

Update, 21. Juli, 10 Uhr: Seehofer glaubt an Stadion-Fans im Herbst: Auf DFL und DFB "Verlass"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (71) macht Fußball-Fans Hoffnung auf eine Rückkehr in die Stadien zur neuen Saison. "Ich bin schon länger der Meinung, dass man in die Stadien wieder Zuschauer lassen kann – wenn es ein starkes Hygienekonzept gibt", sagte der in der Regierung für den Sport zuständige CSU-Politiker dem "Münchner Merkur". 

Die Bundesligisten, die die abgelaufene Saison wegen den Folgen der Corona-Pandemie noch in leeren Stadien beenden mussten, arbeiten aktuell an Plänen, um zur neuen Spielzeit zumindest wieder einen Teil ihrer Arenen mit Zuschauern füllen zu können.

Seehofer vertraut dabei auf die Liga und den Verband. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auf die DFL und den DFB Verlass ist", sagte er. "Im Herbst könnte das wieder anlaufen. Natürlich nicht mit einer ausverkauften Arena, aber man kann sich Schritt für Schritt steigern. Das Virus schlägt dort zu, wo die Regeln nicht eingehalten werden."

Bundesinnenminister Horst Seehofer (71). (Archivbild)
Bundesinnenminister Horst Seehofer (71). (Archivbild)  © dpa/dpa-Zentralbild/Martin Schutt

Update, 21, Juli, 9.35 Uhr: Söder lobt Ergebnis des EU-Krisengipfels

CSU-Chef Markus Söder (53) hat das von einem EU-Sondergipfel beschlossene milliardenschwere Corona-Finanzpaket gelobt. "Zum Glück konnte sich Europa einigen. Das neue Finanzpaket ist die entschlossene Antwort auf Corona", schrieb der bayerische Ministerpräsident am Dienstag bei Twitter.

Söder gestand zu, dass es bei solchen Summen verständlich sei, ausführlich zu diskutieren. "Am Ende zählt aber das Ergebnis." Er betonte: "Das ist ein starkes Signal: Europa bleibt auch in der Krise zusammen." Ausdrücklich dankte Söder Kanzlerin Angela Merkel (64, CDU) für deren "großen Einsatz und Geduld".

Update, 21. Juli, 9.20 Uhr:Istaf lebt: Grünes Licht für Leichtathletik-Meeting mit 3500 Fans

Grünes Licht für das Istaf und eine tolle Nachricht für Leichtathletik-Fans: Als eine der ersten Großveranstaltungen im Sport kann das Berliner Traditionsmeeting am 13. September definitiv mit Fans über die Bühne gehen. 

Die Organisatoren um Meeting-Direktor Martin Seeber planen nach dpa-Informationen angesichts der Corona-Beschränkungen mit rund 3500 Zuschauern im Olympiastadion. E-Mails an Kartenkäufer wurden bereits verschickt; Bestellungen sind nur im Online-Ticketshop (tickets.istaf.de) und ausschließlich personalisiert möglich.

"3500 statt 45.000 Zuschauer – das Istaf wird sicherlich diesmal anders. Aber es ist vielleicht ein erster kleiner Schritt zurück zur Normalität", sagte Seeber. "Wir wollen mit dem Istaf auch ein Zeichen für den Sport setzen und ein Leuchtturm für die Leichtathletik sein." Zudem wolle man gemeinsam mit den Partnern signalisieren, "dass wir auch in schwierigen Zeiten für die Fans und die Athleten da sind".

In Berlin sind laut aktueller Verordnung bis zum 24. Oktober Veranstaltungen im Freien mit mehr als 5000 Menschen verboten. Zudem müssen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Neben den 3500 Zuschauern dürfen sich also weitere 1500 Personen im Stadion aufhalten: Helfer, Mediziner, Athleten, Trainer, Kampfrichter, Sicherheitsdienst, Techniker und Medienvertreter. "Grundlage unserer Planungen ist die Sicherheit und Gesundheit aller", versicherte Meeting-Chef Seeber.

Martin Seeber, Meeting-Direktor des ISTAF und die deutsche Leichtathletin und Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo. (Archivbild)
Martin Seeber, Meeting-Direktor des ISTAF und die deutsche Leichtathletin und Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo. (Archivbild)  © dpa/dpa-Zentralbild/Soeren Stache

Update, 21. Juli, 9.15 Uhr: Orban nach EU-Gipfel: Wir haben unseren nationalen Stolz verteidigt

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban (57) hat die Vereinbarungen des EU-Gipfels als Sieg für die Regierungen in Budapest und Warschau dargestellt. "Ungarn und Polen ist es nicht nur gelungen, sich ernsthafte Geldsummen zu sichern, sondern auch ihren nationalen Stolz zu verteidigen", sagte der rechtsnationale Politiker am Dienstagmorgen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem polnischen Amtskollegen Mateusz Morawiecki in Brüssel.

Die Frage der Koppelung von EU-Zahlungen an die Rechtsstaatlichkeit konnte auf dem Gipfel letztlich mit einer Kompromissformel gelöst werden. 

Orban feierte den Kompromiss als großen Erfolg. "Jeder Versuch, der darauf abzielte, zwei wichtige Fragen - die der EU-Gelder und die der Rechtsstaatlichkeit - miteinander zu verbinden, wurde erfolgreich zurückgewiesen", meinte er auf der Pressekonferenz. Es sei "inakzeptabel", dass diejenigen, denen die Rechtsstaatlichkeit gewissermaßen in den Schoß gefallen sei, jene "freiheitskämpferischen Völker belehren und kritisieren", die gegen die kommunistischen Regime gekämpft hätten, fügte er hinzu.

Ministerpräsident Viktor Orban (57).
Ministerpräsident Viktor Orban (57).  © dpa/AP/EPA Pool/Stephanie Lecocq

Update, 21. Juli, 9.10 Uhr: Schwedischer Regierungschef lobt EU-Einigung

Die zu den "Sparsamen Vieren" zählenden Schweden sind zufrieden mit der späten Einigung beim EU-Sondergipfel in Brüssel. "Europa steht vor vielen Herausforderungen, die wir gemeinsam angehen müssen, und es ist wichtig, dass der Haushalt steht", erklärte Regierungschef Stefan Löfven (63) am Dienstagmorgen in einem schriftlichen Kommentar, aus dem mehrere schwedische Medien übereinstimmend zitierten. "Mit dem Wiederaufbaupaket sind wir auch besser gerüstet, um die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen zu bewältigen."

Es seien harte Verhandlungen gewesen, erklärte Löfven. Doch trotz der schweren Ausgangslage hätten die schwedischen Interessen großen Einfluss gehabt. Schwedens Abgaben seien unten gehalten worden, die Rabatte seien so hoch wie niemals zuvor, und zum ersten Mal überhaupt gebe es ein EU-Regelwerk, das rechtsstaatliche Prinzipien mit der Auszahlung gemeinsamer Mittel verknüpfe. "Das ist eine große Veränderung", wurde Löfven zitiert.

Regierungschef Stefan Löfven (63).
Regierungschef Stefan Löfven (63).  © dpa/Reuters Pool via AP/Johanna Geron

Update, 21. Juli, 8.55 Uhr: Niederländischer Premier Rutte zufrieden: Gutes Paket

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (53) hat sich zufrieden über das Ergebnis des EU-Sondergipfels zum Corona-Hilfspaket geäußert. Rutte sprach am Dienstagmorgen in Brüssel von einem "umfangreichen und guten Paket, durch das die niederländischen Interessen gewahrt bleiben." 

Nach Ruttes Worten ist wichtig, dass Länder "auf Reformen festgenagelt werden können". "Das sorgt für starke Mitgliedsstaaten und einen starken internen Markt."

Update, 21. Juli, 8.40 Uhr: Macron sieht in EU unterschiedliche Auffassungen von Europa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) hat eingeräumt, dass sich beim EU-Gipfel in Brüssel eine gewisse Spaltung der EU gezeigt hat. "Diese lange Verhandlung war geprägt von Schwierigkeiten, manchmal von Gegensätzen, von unterschiedlichen Auffassungen von Europa", sagte Macron am Dienstagmorgen in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (64). 

Er sei aber erfreut darüber, dass er mit Merkel stets auf der "Seite der Ambition und Kooperation" gestanden habe.

Macron spielte mit seinen Äußerungen offensichtlich auf den erbitterten Widerstand an, den Politiker wie Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (33) und der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (53) gegen die Pläne für das riesiges Corona-Hilfspaket geleistet hatten. Ihnen war es dabei vor allem darum gegangen, so wenig wie möglich Zuschüsse zu vergeben. Die Summe dafür wurde letztlich von 500 auf 390 Milliarden Euro reduziert.

Macron zeigte sich dennoch zufrieden über das mit Krediten 750 Milliarden Euro schwere Paket. "Der Aufbauplan (...) ist eine historische Veränderung für unser Europa und unsere Eurozone", sagte der Franzose. Er hob hervor, dass sich die EU zum ersten Mal in ihrer Geschichte im großen Umfang gemeinsam verschulden will. Die gemeinsame Verschuldung sei für ihn der geschichtsträchtigste Teil der Einigung.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (64).
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (64).  © dpa/AFP Pool via AP/John Thys

Update, 21. Juli, 8.20 Uhr: Autobauer Volvo Cars mit Verlust, Optimismus für zweite Jahreshälfte

Der schwedische Autobauer Volvo Cars blickt nach einem Verlust in den ersten sechs Monaten mit mehr Optimismus auf das restliche Jahr. In den Monaten Januar bis Juni sackte der Umsatz im Jahresvergleich um 14,1 Prozent auf 111,8 Milliarden schwedische Kronen (10,8 Mrd Euro) ab, wie das Unternehmen am Dienstag in Göteborg mitteilte. 

Unter dem Strich stand ein Verlust von fast 1,2 Milliarden Kronen, nachdem Volvo Cars ein Jahr zuvor noch einen Gewinn von 3,4 Milliarden Kronen eingefahren hatte.

"Wir sind gut aufgestellt für eine starke Erholung", schrieb jedoch Vorstandschef Hakan Samuelsson. Er rechnet damit, dass sich die Verkäufe wieder auf ein vergleichbares Niveau zum zweiten Halbjahr 2019 steigern lassen.

Update, 21. Juli, 8.17 Uhr: "Das ist unser Freund Kevin" - Jennifer Aniston warnt mit Klinik-Foto

Schauspiel-Star Jennifer Aniston (51) warnt mit dem Krankenhaus-Foto eines Freundes vor Corona. Bei Instagram teilte sie ein Bild, auf dem ein Mann zu sehen ist, der - an ein Beatmungsgerät angeschlossen - in einem Krankenhausbett liegt. 

"Das ist unser Freund Kevin. Völlig gesund, kein einziges grundlegendes Gesundheitsproblem. Das ist Covid. Das ist echt", schrieb sie dazu.

Die ganze Meldung findet Ihr >>> hier.

Update 21. Juli, 8.15 Uhr: Corona-Krise belastet Pharmakonzern Novartis im zweiten Quartal

Trotz guter Geschäfte mit einigen seiner Kassenschlager hat der Schweizer Pharmakonzern Novartis im zweiten Quartal die Corona-Pandemie negativ zu spüren bekommen. Vorratskäufe durch Kunden wie noch im ersten Jahresviertel habe es im zweiten Quartal nicht mehr in dem Ausmaß gegeben, wie das Unternehmen am Dienstag in Basel mitteilte. 

Die Pandemie beeinträchtigte zudem etwa die Nachfrage nach Mitteln gegen Hautkrankheiten sowie gegen Augenleiden.

Update, 21. Juli, 8.10 Uhr: Merkel reagiert ausweichend auf Frage nach Rechtsstaatlichkeit

Bundeskanzlerin Angela Merkel (64) hat ausweichend auf die Frage reagiert, ob künftig EU-Mittel gekürzt werden können, wenn EU-Staaten gegen Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit verstoßen. "Sie wissen ja, dass ein Rechtsakt beraten wird, den die Kommission vorgeschlagen hat im Rat", sagte Merkel am Dienstagmorgen nach Ende de EU-Gipfels in Brüssel. "An diesem Rechtsakt muss jetzt weitergearbeitet werden."

Eventuell werde man sich mit Fragen zum Thema auch noch einmal bei einem EU-Gipfel beschäftigen, sagte die CDU-Politikerin. Für die Verabschiedung des Rechtsaktes im Ministerrat werde eine qualifizierte Mehrheit benötigt.

Im neuen Text heißt es, der Europäische Rat unterstreiche die Bedeutung des Schutzes der finanziellen Interessen der EU und des Respekts der Rechtsstaatlichkeit. Vor diesem Hintergrund werde nun ein System der Konditionalität zum Schutz des Budgets und des Corona-Plans eingeführt - an die Vergabe von Geld sollen also Bedingungen geknüpft werden können. In diesem Kontext soll die Kommission dann bei Verstößen Maßnahmen vorschlagen können, die dann vom Ministerrat mit qualifizierter Mehrheit angenommen werden.

Die polnische Nachrichtenagentur PAP zitierte polnische Regierungsquellen mit der Einschätzung, die Koppelung der Auszahlung von EU-Geldern an Rechtsstaatlichkeit sei gestrichen worden. Ungarische Medien feierten die Einigung als Sieg für Ministerpräsident Viktor Orban.

Update, 21. Juli, 8.05 Uhr: EZB-Präsidentin Lagarde lobt Ergebnis des EU-Krisengipfels

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde (64), hat die Resultate des Brüsseler Sondergipfels für ein Corona-Finanzpaket gelobt. Die Vereinbarung zeige, dass die EU dann, wenn es am nötigsten sei, Verantwortung übernehme und den Menschen in Europa gemeinsam helfe, erklärte sie am Dienstagmorgen auf Twitter.

Offenbar an die Gipfelteilnehmer gewandt erklärte Lagarde: "Danke für Ihre Ausdauer und Ihr entschlossenes Handeln in den vergangenen Tagen. Wir können die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 nur durch Zusammenarbeit bekämpfen."

Update, 21. Juli, 8 Uhr: Maas zu EU-Gipfel: Weiter gesprungen, als viele uns zugetraut haben

Außenminister Heiko Maas (53) hat die Einigung der EU-Staaten auf das Milliardenpaket gegen die Corona-Krise begrüßt. "Auch wenn der Anlauf lang war: Am Ende sind wir weiter gesprungen, als uns viele zugetraut haben", erklärte der SPD-Politiker am Dienstagmorgen vor einer Reise nach Griechenland.

"Die Europäische Union zeigt, dass sie auch in der schwersten Wirtschaftskrise ihrer Geschichte in der Lage ist, entschlossen und solidarisch zu handeln", sagte Maas einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes zufolge. Das sei "ein starkes Fundament, um alle Bürgerinnen und Bürger in Europa gut durch diese Krise zu bringen".

Update, 21. Juli, 7.40 Uhr: Studie zu Corona-Masken: Einschränkungen müssten berücksichtigt werden

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vermindert massiv die körperliche Belastbarkeit von gesunden Menschen. Das haben Mediziner des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) in einer deutschlandweit einzigartigen Studie nachgewiesen.

Die Ergebnisse zur Studie findet Ihr >>> hier.

Studienleiter Dr. Sven Fikenzer mit jeweils einer der Masken, die bei der Untersuchung von den Teilnehmern getragen wurde, rechts die chirurgische Maske und links die FFP2-Maske.
Studienleiter Dr. Sven Fikenzer mit jeweils einer der Masken, die bei der Untersuchung von den Teilnehmern getragen wurde, rechts die chirurgische Maske und links die FFP2-Maske.  © Montage: Hagen Deichsel / UKL

Update, 21. Juli, 7.23 Uhr: Italiens Premier Conte zu EU-Einigung: "Wir sind zufrieden"

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte (55) hat die Einigung beim EU-Gipfel in Brüssel und den beschlossenen Wiederaufbauplan nach der Corona-Krise als ehrgeizig und "sehr konsistent" gelobt. "Wir sind zufrieden", sagte er bei einer Videokonferenz am Dienstagmorgen. 

Der Wiederaufbauplan entspreche den enormen Herausforderungen der Krise. "Es ist ein historischer Moment für Europa, es ist ein historischer Moment für Italien", sagte er in Brüssel. Der Kompromiss war nach mehr als viertägigen Verhandlungen von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen worden.

Conte sagte, ein "guter Teil" der Hilfen werde nach Italien fließen, er nannte die Zahl von 28 Prozent. "209 Milliarden (Euro) sind für Italien vorgesehen", sagte der parteilose Jurist. "Wir müssen uns jetzt beeilen, wir müssen das Geld für Investitionen und Strukturreformen ausgeben", kündigte Conte an. Italien habe seine Würde und seine Autonomie bewahrt.

Update, 21. Juli, 6.30 Uhr: "Niemand kommt" - Nicht-Festival sammelt Geld für Kulturszene

Für diese Tickets gibt es erstmal nichts. Das Berliner Festival "Niemand kommt, alle sind dabei" wird nicht stattfinden, auch nicht für Besitzer von Eintrittskarten. Weder an diesem Samstag, noch am 31. Juli, auf den die Veranstalter das Nicht-Festival nun wegen "riesiger Nachfrage" geschoben haben.

"Niemand kommt, alle sind dabei" ist eine große Solidaritätsaktion für die in der Corona-Krise leidende Kulturszene. Menschen, die sonst in diesen Monaten in Theater, zum Konzert oder auf ein Festival gehen würden, sollen nach dem Willen der Veranstalter ein Ticket für nichts kaufen, damit das Geld an freie Künstler fließen kann. Bei einer ähnlichen Aktion in Hamburg waren im Mai mehr als 400.000 Euro zusammen gekommen.

Freiberufliche Kulturschaffende seien in der Corona-Pandemie im Stich gelassen worden, begründen die Veranstalter in Berlin ihre Aktion. Soforthilfen hätten nicht gegriffen oder seien nach wenigen Tagen ausgeschöpft gewesen. Da soll die Hilfsaktion ansetzen. "Für sie, die durch alle Raster gefallen sind, ist dieses Solidaritätsfestival – aus der Szene für die Szene", heißt es.

Bisher haben die Veranstalter nach eigenen Angaben etwa 800 Tickets verkauft. Der Preis für die Nicht-Teilnahme liegt zunächst bei 22 Euro. Es gibt aber auch ermäßigte Tickets für 11 sowie Solidaritätspreise von 44 und 95 Euro.

Passend zum Nicht-Festival präsentieren die Veranstalter in ihrer Ankündigung auch "Highlights im Line-up" mit Beiträgen wie "ohne titel" oder "Queens and Kings unvisibel". Für die Homepage haben tatsächlich einige Künstler Videobeiträge zur Verfügung gestellt.

Vom Erlös der Aktion sollen finanzielle Hilfspakete geschnürt werden, die 1000 Euro umfassen sollen. Bis Ende August soll das Geld an Kulturschaffende in Existenznot ausgezahlt werden.

Update, 21. Juli, 6.15 Uhr: Merkel zum EU-Gipfel: Haben uns am Schluss zusammengerauft

Bundeskanzlerin Angela Merkel (64) hat sich erleichtert über die Einigung beim Corona-Krisengipfel der EU gezeigt. Es sei darum gegangen, Entschlossenheit zu zeigen. "Das war nicht einfach", sagte die CDU-Politikerin am Dienstagmorgen zum Abschluss des am Freitag begonnenen Gipfels in Brüssel. Für sie zähle aber, "dass wir uns am Schluss zusammengerauft haben".

Kurz zuvor hatten sich die EU-Staaten auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Dienstagmorgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen. Zusammen umfasst das Paket 1,8 Billionen Euro - davon 1074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro für ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemiekrise.

Neue Verhältnisse erforderten auch außergewöhnliche neue Methoden, sagte Merkel. Damit habe der Gipfel auch außergewöhnlich lange gedauert. "Der Haushalt ist ausgerichtet auf die Zukunft Europas", sagte die Kanzlerin. Es gehe aber auch darum, dass der Binnenmarkt in einer der schwersten Krisen der Gemeinschaft weiter funktionieren könne. Sie sagte "sehr schwierige Diskussionen" mit dem Europaparlament voraus.

Update, 21. Juli, 6.02 Uhr: EU-Gipfel: Einigung auf historisches Corona-Paket steht

Die EU-Staaten haben sich im Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise auf das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Dienstagmorgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen, wie es aus Verhandlungskreisen hieß.

Belgien, Brüssel: Kyriakos Mitsotakis (l), Ministerpräsident von Griechenland, Pedro Sanchez, Ministerpräsident von Spanien, und Bundeskanzlerin Angela Merkel während eines Gesprächs im Rahmen des EU-Gipfels.
Belgien, Brüssel: Kyriakos Mitsotakis (l), Ministerpräsident von Griechenland, Pedro Sanchez, Ministerpräsident von Spanien, und Bundeskanzlerin Angela Merkel während eines Gesprächs im Rahmen des EU-Gipfels.  © dpa/AP/AFP Pool/John Thys

Update, 21. Juli, 5.50 Uhr: Macron: "Historischer Tag für Europa"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) hat die Einigung beim EU-Gipfel auf das Haushalts- und Finanzpaket als große Leistung gewürdigt. Macron schrieb am frühen Dienstagmorgen auf Twitter: "Historischer Tag für Europa!2 

Der Franzose hatte sich gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (64) für das milliardenschwere Programm gegen die Corona-Krise eingesetzt. Im Laufe der über vier Tage des EU-Gipfels hatte es heftige Auseinandersetzungen mit den sogenannten sparsamen Staaten gegeben, die gegen Zuschüsse für bedürftige EU-Länder waren. Am Ende hatte es einen Kompromiss gegeben.

Update, 21. Juli, 5.02 Uhr: 522 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 522 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202.345 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 21. Juli, 0 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9090 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Bis Dienstagmorgen hatten 188.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 20. Juli, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,15 (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 20. Juli, 0 Uhr, bei 1,13 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 21. Juli, 4.57 Uhr: EU-Gipfelteilnehmer kommen um 5.15 Uhr wieder alle zusammen

Die europäischen Staats- und Regierungschefs kommen bei ihrem Sondergipfel in Brüssel um 5.15 Uhr erneut in großer Runde zusammen. Das teilte der Sprecher von EU-Ratspräsident Charles Michel (44) am Dienstag auf Twitter mit.

Der am Freitag gestartete Gipfel ging am Dienstag in seinen fünften Tag. 

Update, 21 Juli, 4.45 Uhr: Studie: Antikörper gegen Coronaviren sorgen vermutlich für Immunität

Corona-Patienten haben einer Studie zufolge in vielen Fällen dauerhaft so viele Antikörper, dass eine erneute Infektion mit dem Virus vermutlich abgewehrt werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie an 327 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan, die zu den weltweit ersten infizierten Erkrankten gehören. 

Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, die fähig seien, das Virus unschädlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

An der Studie des deutsch-chinesischen Gemeinschaftslabors in Wuhan waren neben chinesischen Experten auch drei Virologen aus Essen, darunter Mirko Trilling, beteiligt. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den nächsten Tagen einem Fachmagazin zur Begutachtung vorgelegt werden.

Wuhan: Medizinisches Personal in Schutzanzügen schieben einen Covid-19-Patienten in einem Bett über eine Straße. (Archivbild)
Wuhan: Medizinisches Personal in Schutzanzügen schieben einen Covid-19-Patienten in einem Bett über eine Straße. (Archivbild)  © dpa/Xinhua/Shen Bohan

Update, 21. Juli, 4.20 Uhr: NFL und Spieler nähern sich in Verhandlungen über Corona-Umgang an

In die Verhandlungen der NFL mit den Spielern über den Umgang mit der Corona-Pandemie kommt Bewegung. Wie mehrere US-Medien am Montag (Ortszeit) übereinstimmend berichteten, ist die Liga bereit, auf Testspiele vor der Saison zu verzichten und die Profis mindestens für die ersten 14 Tage im Training täglich auf das Virus zu testen. 

Beide Punkte hatten in den vergangenen Tagen zu Spannungen zwischen der Spielergewerkschaft NFLPA und der NFL geführt und für teilweise enttäuschte Kommentare von Profis in den sozialen Netzwerken gesorgt.

Die NFL will ihre Spielzeit am 10. September mit dem Spiel des Titelverteidigers Kansas City Chiefs gegen die Houston Texans eröffnen. Wie die beiden in New Jersey beheimateten Teams der New York Giants und der New York Jets am Montag (Ortszeit) mitteilten, wird es bei deren Heimspielen bis auf weiteres keine Zuschauer geben.

Update, 21. Juli, 4.14 Uhr: New Yorker Frick Collection will erst Anfang 2021 wieder öffnen

Die New Yorker Frick Collection, die Werke von der Renaissance bis zum 19. Jahrhundert zeigt, will in der Coronavirus-Pandemie erst Anfang 2021 wieder öffnen - und dann gleich vorübergehend in einem neuen Gebäude. Teile der Sammlung sollen dann wie geplant im "Frick Madison" gezeigt werden, teilte das Museum in der Nacht zum Dienstag mit.

Die Frick Collection hatte aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus Mitte März geschlossen und ist - wie so gut wie alle anderen Museen der Stadt auch - immer noch zu. Einige Museen haben provisorische Öffnungsdaten für die kommenden Wochen angekündigt, einige haben noch keine Details mitgeteilt. Andere Kultureinrichtungen wie beispielsweise die Metropolitan Oper oder die Theater des Broadway haben bereits alle Veranstaltungen bis Ende des Jahres abgesagt.

Update, 21. Juli, 4.08 Uhr: WHO begrüßt britischen Corona-Impfstoff: "Aber noch ein langer Weg"

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Studienergebnisse zu einem britischen Impfstoff gegen das Coronavirus als "gute Nachricht" begrüßt. Bei einem Medienbriefing in Genf am Montag gratulierte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan den Forschern in Oxford und den Kollegen des Pharmaunternehmens AstraZeneca, die die Ergebnisse geliefert hatten. 

Die Tatsache, dass das Vakzin erfolgreich getestet worden sei und keine ernsthaften Nebenwirkungen in den Probanden hervorgerufen habe, sei "ein positives Ergebnis". "Dennoch ist es noch ein langer Weg", sagte Ryan weiter. Nun müssten weitere Studien in größerem Umfang folgen.

Ebenfalls am Montag präsentierten chinesische Forscher in "The Lancet" Erfolge eines Impfstoffs in einem Phase-2-Versuch mit über 500 Menschen. Auch dieser sei sicher und habe eine Reaktion des Immunsystem hervorgerufen wie Antikörper oder entsprechende Abwehrzellen (T-Zellen) im Blut, schreibt das Team um Feng-Cai Zhu vom Jiangsu Provincial Center for Disease Control and Prevention in Wuhan.

International gibt es ein Rennen von Wissenschaftlern und Pharmaunternehmen um einen Corona-Impfstoff. Das Mittel aus Oxford zählt zu den aussichtsreichen Kandidaten. Derzeit werden laut WHO mehr als 20 Vakzine in klinischen Studien an Menschen getestet.

Britische Vakzin wurde erfolgreich getestet. (Symbolbild)
Britische Vakzin wurde erfolgreich getestet. (Symbolbild)  © dpa/ap/Alastair Grant

Update, 12. Juli, 3.48 Uhr: Erster Wurf: MLB-Titelverteidiger ehrt Corona-Experten Fauci

MLB-Titelverteidiger Washington Nationals überlasst den symbolischen ersten Wurf der neuen Saison dem führenden Corona-Experten der USA, Anthony Fauci (79). "Dr. Fauci war ein echter Champion für unser Land während der Covid-19-Pandemie und seiner ganzen ausgezeichneten Karriere, also passt es gut, wenn wir ihn ehren, während wir in die Saison 2020 starten, um unseren Titel in der World Series zu verteidigen", teilte das Baseball-Team aus der US-Hauptstadt am Montag (Ortszeit) auf Twitter mit.

Die Nationals posteten zudem Fotos von Spielern, die auf dem Platz einen Mundschutz trugen und schrieben dazu: "Champions gehen mit gutem Beispiel voran."

Update, 21. Juli 2.46 Uhr: Mehr als 80.000 Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien sind bereits mehr als 80.000 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Montagabend (Ortszeit) hervor. Demnach stieg die Zahl der Corona-Toten auf 80.120. 

Zuletzt waren täglich rund 1000 Todesfälle gemeldet worden, vergangene Woche durchbrach Brasilien die Marke von zwei Millionen bestätigten Infizierten. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Todesfälle in der Corona-Pandemie verzeichnet.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften aber noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bisher bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland.

Update, 21. Juli, 2.19 Uhr: Merkel handelt für Ostdeutschland bei EU-Gipfel Sonderzahlung heraus

Bundeskanzlerin Angela Merkel (64) hat beim EU-Gipfel in Brüssel eine Sonderzahlung in Höhe von 500 Millionen Euro für Regionen in Ostdeutschland herausgehandelt. Das geht aus dem Kompromisspapier für eine Einigung über den EU-Finanzrahmen für die Jahre von 2021 bis Ende 2027 hervor.

Die Mittel sollen demnach aus dem EU-Strukturfonds für sogenannte Übergangsregionen kommen und sind dafür gedacht, Unterschiede in der Entwicklung zwischen Regionen zu verringern. Es gehe darum "Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung zu fördern", heißt es zu den Sonderzahlungen. Sie sollen in unterschiedlicher Höhe auch an einige andere Länder wie Belgien und Tschechien gehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (64). (Archivbild)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (64). (Archivbild)  © dpa/AP/AFP Pool/ John Thys

Update, 21. Juli, 2 Uhr: Bislang 396 Bundeswehr-Soldaten mit Corona infiziert, sieben aktiv

Knapp 400 Bundeswehr-Soldaten haben sich laut einem Medienbericht bislang mit dem Coronavirus infiziert. Derzeit gebe es jedoch nur noch sieben aktive Fälle, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums. Insgesamt haben sich demnach 396 infiziert, 389 seien wieder gesund.

In vielen Einheiten hätten bis zu 80 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice gearbeitet. Die zum 1. April eingestellten Rekruten seien erst zum Sommer eingestiegen. Internationale Übungen seien vielfach abgesagt und strenge Quarantänemaßnahmen für die Soldaten eingeführt worden, die in Auslandseinsätze entsandt wurden.

Bislang habe die Bundeswehr in der Corona-Pandemie in 440 Fällen Amtshilfe geleistet, aktuell gebe es rund 100 Aufträge.

Update, 21. Juli, 1.01 Uhr: Rhein-Neckar Löwen-Trainer Schwalb stellt Handball-WM infrage

Trainer Martin Schwalb (57) vom Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen zweifelt am Sinn der Handball-WM im Januar. "Wir stehen vor einer riesengroßen Herausforderung", sagte Schwalb im Interview dem "Mannheimer Morgen". Er fürchtet, dass die Belastungen in der bevorstehenden Saison zu einem Problem werden könnten.

Der 57-Jährige rät daher, die Austragung der WM im Januar in Ägypten zu überdenken. "Grundsätzlich sollten alle darüber nachdenken, was momentan das Beste für den Handball ist. Deshalb muss man auch über die Austragung der WM
zumindest diskutieren."

Seine Bedenken gelten allerdings weniger dem straffen Programm, das die Spieler in der Bundesliga oder im Europapokal absolvieren müssen. "Drei englische Wochen in Folge, das bekommt jeder hin. Was mir vielmehr Sorge bereitet, ist das, was oben drauf kommt: die Länderspiele, die WM im Januar, die Olympischen Spiele im Sommer. Diese Dauerbelastung könnte zum Problem werden."

Trainer Martin Schwalb (57). (Archivbild)
Trainer Martin Schwalb (57). (Archivbild)  © dpa/Axel Heimken

Update, 21. Juli, 0.10 Uhr: Kein NBA-Profi in der vergangenen Woche positiv auf Corona getestet

In der vergangenen Woche ist kein Spieler in der NBA-Blase positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die nordamerikanische Basketball-Liga am Montag (Ortszeit) mit. 

Die NBA will in der kommenden Woche ihre Saison fortsetzen und hat dazu alle Mannschaften in eine Blase auf das Gelände von Disney World in Orlando geholt. Die ersten Mannschaften sind inzwischen gut eine Woche vor Ort.

Update, 21. Juli, 0.06 Uhr: EU-Gipfel einigt sich auf Rechtsstaatsformel im Haushalt

Die EU-Staaten haben sich auf eine Formel geeinigt, wie die Auszahlung von EU-Geldern künftig an die Einhaltung von Rechtsstaatlichkeit gekoppelt werden soll. 

Der Kompromiss sei am Montagabend in der Runde der 27 Staats- und Regierungschefs angenommen worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus EU-Kreisen.

Update, 20. Juli, 23.08 Uhr: Bericht: Löfven bekommt Mandat für schwedisches Ja bei EU-Gipfel

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven (63) hat einem Medienbericht zufolge grünes Licht aus Stockholm für eine Zustimmung zum aktuellen Kompromissvorschlag beim EU-Sondergipfel erhalten. 

Nach Kontakten zwischen der Regierung und dem EU-Ausschuss des schwedischen Parlaments habe Löfven das Mandat dafür bekommen, zu dem jetzt auf dem Tisch liegenden Angebot Ja zu sagen, berichtete die schwedische Nachrichtenagentur TT am späten Montagabend unter Verweis auf Angaben der Ausschussvorsitzenden Åsa Westlund.

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven (63).
Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven (63).  © dpa/Bildbyran via ZUMA Press/Maxim Thore

Update, 20. Juli, 22.40 Uhr: Weber droht mit Veto: Rechtsstaatlichkeit "zentraler Prüfstein"

Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament, Manfred Weber (48), beharrt darauf, dass die Corona-Hilfen aus Brüssel an die Einhaltung rechtsstaatlicher Standards geknüpft werden. Der CSU-Politiker drohte am Montagabend im ZDF-"heute-journal" indirekt mit einem Veto des EU-Parlaments, sollten die 27 Staats- und Regierungschefs sich bei ihrem Gipfel nicht darauf einigen können. 

"Das wird für uns im Parlament der zentrale Prüfstein werden", sagte Weber. "Wir können nicht in die Welt hinausgehen und unsere Werte einfordern, wenn wir sie im Inneren nicht praktizieren." Länder wie Ungarn und Polen hatten mehrfach klargemacht, eine solche Verbindung nicht akzeptieren zu wollen.

Manfred Weber (48), Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament.
Manfred Weber (48), Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament.  © dpa/Philipp von Ditfurth

Update, 20. Juli, 22.31 Uhr: IBM kommt dank Cloud-Boom besser als erwartet durch Corona-Krise

Der IT-Dino IBM muss in der Corona-Krise zwar deutliche Abstriche machen, schlägt sich aber dank eines florierenden Cloud-Geschäfts bislang deutlich besser als erwartet. Im zweiten Quartal ging der Umsatz im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar zurück, wie der Konzern am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. 

Der Nettogewinn brach um 46 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar ein. Trotz der kräftigen Einbußen übertraf das Computer-Urgestein die Prognose der Wall-Street-Analysten aber klar.

Das lag vor allem an starken Zuwächsen in der lukrativen Cloud-Sparte mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet. Hier legten die Erlöse um fast 30 Prozent zu. 

Update, 20. Juli, 22.30 Uhr: Trump bringt Tragen von Maske mit «Patriotismus» in Zusammenhang

US-Präsident Donald Trump (74) hat in der Corona-Pandemie für das Tragen von Masken in bestimmten Situationen geworben. "Wir sind vereint in unseren Bemühungen, das unsichtbare China-Virus zu besiegen", schrieb Trump am Montag auf Twitter. "Und viele Menschen sagen, dass es patriotisch ist, eine Gesichtsmaske zu tragen, wenn man keine soziale Distanz wahren kann. Niemand ist patriotischer als ich, Euer Lieblings-Präsident!" 

Dazu twitterte Trump ein Foto, wie er eine Maske mit dem Präsidenten-Siegel trägt.

In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der «Washington Post» und des Senders ABC gaben 79 Prozent an, sie würden in Gegenwart anderer Menschen außerhalb ihres Zuhauses immer oder meistens eine Schutzmaske tragen. 15 Prozent sagten, sie würden nie oder selten eine Maske anziehen. 

Der Umfrage zufolge hat auch die Kritik an Trumps Krisenmanagement zugenommen. 60 Prozent bewerteten Trumps Vorgehen in der Pandemie als negativ, nur noch 38 Prozent befürworteten es. Im März hatte eine knappe Mehrheit (51 Prozent) Trumps Vorgehen noch gutgeheißen, 45 Prozent hatten es abgelehnt.

Update, 20. Juli, 21.42 Uhr: Zweitligaspiel in Spanien wegen Coronainfektionen abgesetzt

Das Zweitligaspiel in Spanien zwischen Deportivo La Coruña und CF Fuenlabrada ist am Montag abgesetzt worden, nachdem einige Fuenlabrada-Spieler positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden waren. 

Die spanische Liga teilte allerdings nicht mit, wie viele Fuenlabrada-Spieler positiv getestet wurden. Die anderen Spiele des 42. Spieltages sollen aber wie geplant ausgetragen werden.

Neuling Fuenlabrada, einer Stadt südlich von Madrid, hat noch die Chance, die Aufstiegs-Playoffs zu erreichen, während Deportivo in akuter Abstiegsgefahr schwebt. Tabellenführer FC Cádiz und SD Huesca stehen als direkte Aufsteiger in die Primera Division bereits fest.

Update, 20. Juli, 21.34 Uhr: Continental mit schweren Einbußen in der Corona-Krise

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat in der Corona-Krise schwere Einbußen hinnehmen müssen und einen deutlichen Verlust eingefahren. 

Der Umsatz fiel im zweiten Quartal auf 6,62 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Montagabend nach Börsenschluss auf Basis vorläufiger Zahlen in Hannover mitteilte. Bereinigt um Zu- wie Verkäufe war das ein Minus von 39,8 Prozent. Vor Sondereffekten lag die Marge des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern bei minus 9,6 Prozent, was rechnerisch einen operativen Verlust von rund 636 Millionen Euro bedeutet. Ein Jahr zuvor hatte Conti hier noch 868 Millionen Euro verdient.

Das Unternehmen hatte bereits rote Zahlen im zweiten Quartal in Aussicht gestellt. Autobauer hatten ihre Fabriken rund um die Welt wochenlang gestoppt, weil auch die Autohändler im Lockdown schließen mussten. Die Abrufe bei den Zulieferern wurden ebenfalls auf Eis gelegt. 

Conti hatte zuletzt keine konkrete Jahresprognose mehr ausgegeben und bleibt zunächst auch dabei.

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat in der Corona-Krise schwere Einbußen hinnehmen müssen und einen deutlichen Verlust eingefahren.
Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat in der Corona-Krise schwere Einbußen hinnehmen müssen und einen deutlichen Verlust eingefahren.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 20. Juli, 20.22 Uhr: Protest gegen Corona-Politik im Osten Tschechiens

Rund 2000 Menschen haben in der tschechischen Industriestadt Ostrava (Mährisch-Ostrau) gegen die Corona-Politik der Regierung demonstriert. Sie forderten den Rücktritt von Gesundheitsminister Adam Vojtech und warfen dem 33-Jährigen mangelnde Kommunikation vor.

Die Behörden hatten die Maskenpflicht zum 1. Juli landesweit abgeschafft, aber am vorigen Freitag in der östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien wiedereingeführt. Zudem wurden dort Veranstaltungen ab 100 Teilnehmern untersagt. Begründet wurden die Maßnahmen mit steigenden Infektionszahlen in dem Gebiet.

Damit würden die Bedingungen für Unternehmer auf unvorhersehbare Weise geändert, kritisierten die Veranstalter der Demonstration. Das Krisenmanagement der Regierung sei wirr und chaotisch. Die ohnehin strukturschwache Region fühle sich vergessen. Ostrava liegt knapp 300 Kilometer östlich von Prag. 

Landesweit gab es in Tschechien bis Montagabend 13.975 bestätigte Coronavirus-Infektionen, darunter 4803 aktive Fälle. 359 Menschen starben. 

Update, 20. Juli, 19.43 Uhr: Trump will Coronavirus-Briefings wieder aufnehmen

Nach wachsender Kritik an seinem Krisenmanagement will US-Präsident Trump seine Pressekonferenzen zur Coronavirus-Pandemie in den USA wieder aufnehmen. "Wir hatten sehr erfolgreiche Briefings", sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Rekordzahlen an Zuschauern hätten seine Auftritte im Fernsehen verfolgt.

Bei den neuen Briefings solle es um Fortschritte bei der Suche nach einem Impfstoff, um Medikamente zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen und um "das China-Virus" gehen. Außerdem sollten sich führende Vertreter der Pharma-Industrie dort äußern. Das erste Briefing werde voraussichtlich an diesem Dienstag stattfinden.

Bis Ende April war Trump über Wochen hinweg fast täglich bei den Pressekonferenzen der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses aufgetreten. Seine Auftritte dauerten teils länger als zwei Stunden. Manche Aussagen dort brachten dem Präsidenten Kritik ein - etwa eine Überlegung im April, ob es im Kampf gegen das Virus helfen könnte, Menschen Desinfektionsmittel zu spritzen. 

Später legte Trump den Fokus auf eine schnelle Wiedereröffnung der Wirtschaft und weniger darauf, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Neuinfektionen in den USA nehmen seit längerem wieder dramatisch zu.

Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage hat die Kritik an Trumps Krisenmanagement zugenommen. In der Befragung im Auftrag der "Washington Post" und des Senders ABC äußerten sich 60 Prozent negativ zu Trumps Vorgehen in der Pandemie, nur noch 38 Prozent befürworteten es. Im März hatte eine knappe Mehrheit (51 Prozent) Trumps Vorgehen noch gutgeheißen, 45 Prozent hatten es abgelehnt.

US-Präsident Trump beim Treffen im Weißen Haus.
US-Präsident Trump beim Treffen im Weißen Haus.  © Evan Vucci/AP/dpa

Update, 20. Juli, 18.20 Uhr: Erster Durchbruch bei EU-Gipfel - Einigung auf Milliardenzuschüsse

Die EU-Staaten sind sich nach Angaben von Diplomaten einig über die Höhe der Zuschüsse bei den geplanten Corona-Hilfen. 

Statt der von Deutschland und Frankreich geforderten 500 Milliarden Euro sollen nur 390 Milliarden Euro bereitgestellt werden, bestätigten EU-Vertreter am Montag beim EU-Gipfel in Brüssel. Damit liegt ein wichtiger Baustein für die Lösung des Finanzstreits vor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron in Brüssel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron in Brüssel.  © Francois Lenoir/Reuters Pool/AP/dpa

Update, 20. Juli, 17.51 Uhr: Turn-Weltcup in Cottbus fällt 2020 aus - Bewerbung für Frühjahr 2021

Die Turn-Weltcup beim "Turnier der Meister" in Cottbus kann in diesem Jahr nicht stattfinden. Wie der Deutsche Turner-Bund (DTB) am Montag mitteilte, fällt die für November geplante 45. Auflage der traditionsreichen Veranstaltung wegen der weltweiten Corona-Pandemie aus. 

Die Entscheidung sei das Ergebnis einer sorgfältiger Prüfung aller Optionen. Die Organisatoren wollen das Turnier nun im kommenden Frühjahr 2021 in der Lausitz erneut als Weltcup austragen.

Der DTB bewirbt sich beim Weltverband (FIG) gemeinsam mit dem Cottbuser Organisationskomitee und dem Märkischen Turnerbund erneut um das Prädikat eines Weltcup-Status für die neue Serie 2021 bis 2024. Der Weltverband FIG hat derzeit noch nicht darüber entschieden, welche Turniere künftig zur Veranstaltungsserie der Gerätespezialisten gehören.

Über die Weltcup-Wertungen werden auch Tickets für Olympia-Qualifikation für die Sommerspiele 2024 in Paris vergeben. Für einen Weltcup kommen weltweit nur vier Veranstalter in Frage. Für das Turnier der Meister sei bereits ein Termin Ende Februar 2021 angeboten worden, hieß es.

Man sehe sich aber nicht in der Lage, das "Turnier der Meister" in diesem Jahr "im gewohnten Rahmen" durchzuführen. Dies sei laut Turnierdirektor Mirko Wohlfahrt "weder infrastrukturell, logistisch noch wirtschaftlich" darstellbar. 

Auch Terminkollisionen im dicht gedrängten Herbst-Terminkalender mit der deutschen Meisterschaft und der Bundesliga spielten sicher eine Rolle bei der Absage. Nun konzentriere man sich auf die "Bewerbung für das Frühjahr 2021", kündigte Wohlfahrt an.

Das "Turnier der Meister" in Cottbus muss dieses Jahr leider ausfallen.
Das "Turnier der Meister" in Cottbus muss dieses Jahr leider ausfallen.  © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. Juli, 17.15 Uhr: "Es ist dumm!" - New Yorks Gouverneur droht wegen illegaler Partys

Angesichts der Nachlässigkeit einiger New Yorker in der Corona-Krise und illegaler Parties hat der Gouverneur des Bundesstaates mit harschen Konsequenzen gedroht. Falls diese Tendenzen anhielten, "dann müssen wir unseren Öffnungsplan rückgängig machen und die Bars und Restaurants schließen", sagte Andrew Cuomo am Montag. 

Überall in der Millionenmetropole würden Menschen gegen die Abstandsmaßnahmen und das Maskengebot verstoßen, teilweise würden Hunderte an einem Ort feiern.

"Es ist dumm, was ihr tut!", sagte Cuomo weiter. Er forderte die Polizei und lokalen Behörden auf, die Gesetze durchzusetzen. Am Wochenenden hatten Videos von größeren Menschenmengen die Runde gemacht. Dort hatten Personen zum Beispiel im Stadtteil Queens dicht gedrängt zusammen auf der Straße gefeiert. "Diese Mengen müssen auseinandergetrieben werden", verlangte Cuomo von den Einsatzkräften.

New York, noch im April ein weltweites Epizentrum der Pandemie, hat die Zahl der Corona-Fälle drastisch gesenkt und gilt in den USA als beispielhaft im Kampf gegen Covid-19. Da aber 40 der insgesamt 50 Bundesstaaten einen teilweise starken Anstieg der Infektionszahlen sehen, fürchtet die Ostküsten-Großstadt eine zweite Welle. 

Deshalb hat der Bundesstaat bereits eine Quarantäne für Einreisende aus einer Reihe von anderen Regionen angeordnet. Auch die Öffnung von Museen und den Schankräumen von Restaurants und Bars wurde vorsichtshalber verschoben.

Cuomo kritisierte die Trump-Regierung für die desaströse Entwicklung der Pandemie in den USA: "Dieses Land ist noch immer komplett unvorbereitet, um sich darum zu kümmern". Nichts sei in den vergangenen fünf Monaten passiert, die Bundesregierung wolle die Gefahr noch immer nicht wahrhaben. "Es ist so, als wären wir an Tag eins".

Andrew Cuomo, Gouverneur von New York.
Andrew Cuomo, Gouverneur von New York.  © Mark Lennihan/AP/dpa

Update, 20. Juli, 17.07 Uhr: Britischer Corona-Impfstoff könnte laut Studie zweifach wirken

Ein britischer Impfstoff gegen das Coronavirus scheint einer Studie zufolge sicher zu sein und das Immunsystem anzuregen. Das Mittel der Universität Oxford und des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca löst gleich zwei Antworten des Immunsystems aus: Es fördere sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen - beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Über die Ergebnisse berichtete am Montag die britische Medizin-Zeitschrift "The Lancet". Erste Ergebnisse waren schon in der vergangenen Woche bekannt geworden. Großbritannien hat bereits 100 Millionen Impfstoffdosen geordert. Die ersten Versuche mit 1077 gesunden Personen wurden als vielversprechend eingestuft. Allerdings sei noch unklar, ob der Impfstoff ausreichend Schutz biete, berichteten Experten. Um diese Frage zu klären, haben bereits in Brasilien weitere Tests mit mehreren Tausend Freiwilligen begonnen.

Der Impfstoff löste den Wissenschaftlern zufolge Nebenwirkungen wie Erschöpfung und Kopfschmerzen aus, aber nichts Ernstes.

International gibt es ein Rennen von Wissenschaftlern und Pharmaunternehmen um einen Corona-Impfstoff. Das Mittel aus Oxford zählt zu den aussichtsreichen Kandidaten. Derzeit werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 20 Vakzine in klinischen Studien an Menschen getestet.

Update, 20. Juli, 16.25 Uhr: Corona kostet Munich Re 700 Millionen Euro

Die weltweite Corona-Pandemie hat dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re im zweiten Quartal Schäden von 700 Millionen Euro eingebracht. Der Großteil entfiel auf Großereignisse, wie das Unternehmen am Montag in einer ad-hoc-Meldung in München mitteilte. 

Der Quartalsgewinn fiel mit 600 Millionen Euro aber dennoch erheblich höher aus als von Analysten erwartet. Das lag laut Unternehmen daran, dass abgesehen von Corona weitere Großschäden weitgehend ausblieben und die zum Konzern gehörende Düsseldorfer Ergo-Versicherung gute Gewinne machte.

Der Großteil der Corona-Schäden entfiel demnach auf die Versicherung von Großereignissen. Der Hintergrund: Für große Veranstaltungen haben die Organisatoren in der Regel Ausfallversicherungen abgeschlossen.

Die Unsicherheiten rund um die finanziellen Folgen der Coronavirus-Pandemie dürften bis Anfang 2021 nicht sinken, stellte das Management um Vorstandschef Joachim Wenning klar. Um die Unternehmenskasse zu schonen, ist das im Februar angekündigte Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Euro nun endgültig auf Eis gelegt. 

Über ein mögliches neues Aktienrückkaufprogramm soll Anfang 2021 entschieden werden.

Die weltweite Corona-Pandemie hat dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re im zweiten Quartal Schäden von 700 Millionen Euro eingebracht.
Die weltweite Corona-Pandemie hat dem weltgrößten Rückversicherer Munich Re im zweiten Quartal Schäden von 700 Millionen Euro eingebracht.  © Lino Mirgeler/dpa

Update, 20. Juli, 16.09 Uhr: Sportministerin Eisenmann - Länderspiel mit Fans im September zu früh

Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann sieht den Plan des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), mithilfe von massenhaften Präventivtests schon beim Länderspiel gegen Spanien Anfang September wieder Zuschauer in Stuttgart zuzulassen, skeptisch.

"Bei aller Liebe zum Fußball: Während einer Pandemie gibt es wesentlich Wichtigeres als ein volles Stadion", sagte Eisenmann (CDU) der Deutschen Presse-Agentur am Montag. "In Baden-Württemberg haben wir Veranstaltungen, bei denen größere Menschenmassen zu erwarten sind, bis Ende Oktober bewusst untersagt. Natürlich beobachten wir die Entwicklung des Infektionsgeschehens weiterhin genau und überprüfen unsere Entscheidungen kontinuierlich. Weitere Lockerungen für Stadionbesuche mit möglichst vielen Zuschauern kommen für mich Anfang September allerdings eindeutig zu früh", erklärte sie.

DFB-Präsident Fritz Keller hatte der "Badischen Zeitung" zuvor gesagt, dass der Verband mit Experten und Wissenschaftlern aus vielen Bereichen an einem System arbeite, das Stadionbesuche wieder ermöglichen soll. Mit der Infrastruktur seiner 25.000 Vereine könne der DFB der Gesellschaft helfen. "Die Präventivtests kommen nicht dem Fußball zugute, sondern allen", so der 63-Jährige.

Sportministerin Eisenmann ist "der Meinung, dass wir die vorhandenen Testkapazitäten dazu nutzen sollten, um in Corona-Verdachtsfällen schnelle Ergebnisse zu erhalten und dem Personal aus medizinischen Berufen, Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erzieher - die ohne Abstand arbeiten müssen - freiwillige Testmöglichkeiten anzubieten."

Susanne Eisenmann (CDU), Kultusministerin in Baden-Württemberg.
Susanne Eisenmann (CDU), Kultusministerin in Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa

Update, 20. Juli, 15.50 Uhr: Entscheidender Test von chinesischem Corona-Impfstoff in Brasilien

Mit einem Flug aus Frankfurt ist ein wichtiger Corona-Testimpfstoff im brasilianischen São Paulo angekommen: Der chinesische Pharmakonzern Sinovac möchte in Brasilien damit die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs starten. 

Die Ankunft bestätigte das brasilianische Fernsehen am frühen Montagmorgen (Ortszeit). Demnach sollte der Impfstoff weiter zum federführenden Forschungszentrum Instituto Butantan in der brasilianischen Metropole gebracht werden.

Fast 9000 Angestellte aus dem Gesundheitssektor sollen den Impfstoff erhalten. Nach einem Bericht der Zeitung "O Globo" hatten sich für den Test zuletzt in fünf Tagen eine Million Freiwillige gemeldet. In der dritten Testphase (Phase III) wird die Wirksamkeit eines Stoffes an einer größeren Gruppe von Menschen ermittelt.

Der Test von Sinovac ist einer der ersten weltweit und bereits die zweite Phase III-Studie in Brasilien. Ein Corona-Impfstoff des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca, der von Forschern der Universität Oxford entwickelt wurde, wird in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas schon getestet.

"Wenn alles gutgeht, werden wir die Impfung in Brasilien vielleicht im ersten Quartal 2021 haben", sagte Ricardo Palacios, Direktor für medizinische Studien des Instituto Butantan, kürzlich in einem Interview.

Der chinesische Pharmakonzern Sinovac möchte in Brasilien damit die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs starten.
Der chinesische Pharmakonzern Sinovac möchte in Brasilien damit die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs starten.  © Ted S. Warren/AP/dpa

Update, 20. Juli, 15.25 Uhr: FC Bayern startet mit Corona-Test in Vorbereitung

Der FC Bayern München hat nach einem kurzen Urlaub die Vorbereitung auf den noch ausstehenden Wettbewerb in der Champions League aufgenommen. Der Meister und Pokalsieger absolvierte am Montag nach 13 Tagen Pause einen ersten Corona-Test. 

Für die Stars um Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer und Torjäger Robert Lewandowski steht dann am Dienstag das erste Cyber-Training an. Ab Donnerstag sind Einheiten in Kleingruppen angesetzt, am Sonntag soll das erste Mannschaftstraining absolviert werden. Ziel des Doublesiegers von Trainer Hansi Flick ist es, in der Königsklasse bis ins Finale am 23. August in Lissabon zu kommen.

Trainer Hansi Flick (l-r), Robert Lewandowski, Kingsley Coman und Corentin Tolisso vom FC Bayern München gehen auf dem Trainingsgelände des FC Bayern an der Säbener Straße zu einem verdeckten Trainingsplatz.
Trainer Hansi Flick (l-r), Robert Lewandowski, Kingsley Coman und Corentin Tolisso vom FC Bayern München gehen auf dem Trainingsgelände des FC Bayern an der Säbener Straße zu einem verdeckten Trainingsplatz.  © Matthias Balk/dpa

Update, 20. Juli, 15.16 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Japan steigt auf über 1000

In Japan ist die Zahl der am Coronavirus Gestorbenen über die Marke von 1000 gestiegen. Wie der staatliche Fernsehsender NHK am Montag berichtete, wurden an dem Tag innerhalb von 24 Stunden 385 Neuinfektionen bestätigt. Mit 168 entfielen mit Abstand die meisten davon erneut auf Tokio. 

Die Hauptstadt hatte kürzlich wegen eines deutlichen Anstiegs der Infektionszahlen die höchste Alarmstufe ausgerufen. Ausgangssperren sind in Japan jedoch rechtlich nicht möglich, die Menschen sind nur aufgerufen, neben dem Tragen von Masken ausreichend Abstand zu halten und Menschenmengen zu vermeiden.

Japan zähle inzwischen 26.522 Infektionsfälle und 1001 Tote, so NHK. Darunter sind auch 712 Infektionsfälle sowie 13 Todesfälle unter Menschen, die sich an Bord eines zeitweise unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. 

Damit steht die Nummer Drei der Weltwirtschaft international gesehen zwar noch relativ gut da. Doch bereiten die Neuinfektionen vor allem in Tokio Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Als eine Problemzone wurde Tokios Amüsierviertel Kabukicho mit vielen kleinen Nachtclubs ausgemacht.

Passanten mit Mundschutzen gehen auf einer stark frequentierten Straße vor dem Bahnhof JR im Stadtteil Shibuya.
Passanten mit Mundschutzen gehen auf einer stark frequentierten Straße vor dem Bahnhof JR im Stadtteil Shibuya.  © kyodo/dpa

Update, 20. Juli, 14.36 Uhr: Wegen Corona-Krise: Kein Goldener Ball für weltbesten Fußballer

Erstmals in der Geschichte des Goldenen Balles wird in diesem Jahr wegen der Corona-Krise kein Fußballer als bester Spieler der Welt ausgezeichnet gekürt. 

Weil unter anderem zahlreiche Ligen nicht zu Ende gespielt werden konnten und die EM und die Copa America verschoben werden mussten, sei diese Entscheidung getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung. Die Gewinner des seit 1956 vergebenen Ballon d'Or werden von internationalen Fachjournalisten gewählt.

"Wir können dies nicht als ein typisches Jahr betrachten. Außergewöhnliche Umstände führten zu einer außergewöhnlichen Entscheidung", sagte Pascal Ferré, Herausgeber von "France Football", am Montag auf der Homepage der französischen Fachzeitschrift. 

Die Entscheidung sei schwer gefallen, aber unter diesen Umständen wäre die Wahl nicht fair gewesen. Im kommenden Jahr soll es die Auszeichnung dann wieder geben.

Zwischen 2010 und 2015 fand die Wahl unter dem Dach des Weltverbandes FIFA statt, als Ersatz für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres. Seit 2016 vergibt "France Football" den Goldenen Ball wieder selbst. Rekordsieger ist Lionel Messi vom FC Barcelona, der sechsmal gewann.

Der "Ballon d'Or" (Goldene Ball), die Auszeichnung für den Weltfußballer des Jahres.
Der "Ballon d'Or" (Goldene Ball), die Auszeichnung für den Weltfußballer des Jahres.  © Chistophe Ena/AP/dpa

Update, 20. Juli, 14.10 Uhr: Zuschauerfrage beim Fußball wichtiges Signal für Großveranstaltungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40) erhofft sich von dem Konzept für zukünftige Fußballspiele in der Bundesliga mit Zuschauern eine Signalwirkung für andere Bereiche. "Die Frage, wie Fußballspiele stattfinden mit Zuschauern, ist ein wichtiges Signal auch für alle anderen Großveranstaltungen. Da müssen die Regeln passen", sagte der 40 Jahre alte CDU-Politiker am Montag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Köln. Das Konzept der Deutschen Fußball Liga sei für sich genommen überzeugend, befand der Bundesgesundheitsminister.

"Aber entscheidend ist nicht auf dem Papier, entscheidend ist auf dem Platz, oder in diesem Falle im Stadion. Deswegen ist es wichtig, dass die jeweiligen Vereine mit ihren Gesundheitsämtern vor Ort die Konzepte so anpassen, dass das auch umgesetzt wird, und mir ist wichtig, dass das auch genau eingehalten wird", sagte Spahn. 

Dabei gehe es auch um die Nachvollziehbarkeit, wer hat wo gesessen. "Wobei ich sehr dafür werbe, den Mindestabstand von 1,50 Metern im Stadion auch einzuhalten", betonte der Minister.

Update, 20. Juli, 14.05 Uhr: Macron bei Sondergipfel: Es ist noch nichts in trockenen Tüchern

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) hat kurz vor der Fortsetzung der Verhandlungen über die europäischen Corona-Hilfen und den künftigen EU-Haushalt vor allzu großem Optimismus gewarnt. "Es ist noch nichts in trockenen Tüchern. Ich bleibe deswegen extrem vorsichtig", sagte Macron an Tag vier der Gespräche in Brüssel. Man müsse nun in die Details gehen und es werde ohne Frage weiter "schwierige Momente" geben.

Er sehe aber Kompromissbereitschaft, sagte Macron weiter. Bei der umstrittenen Frage der Höhe der Corona-Hilfen und dem Verhältnis von Zuschüssen und Krediten habe es im Laufe der vergangenen Nacht "Elemente von Fortschritten" gegeben. Als ein noch offenes Thema nannte Macron die Frage, wie beziehungsweise ob die Vergabe von EU-Mitteln vom Engagement beim Klimaschutz und von der Einhaltung rechtsstaatlicher EU-Standards abhängig gemacht werden kann.

"Ich gehe diesen Tag mit großer Entschlossenheit an", sagte der Franzose zur Fortsetzung der Gespräche am Montagmittag. Wer heute keine Kompromissbereitschaft und keinen Ehrgeiz zeige, der riskiere, dass es noch viel härtere Momente gebe, dass es am Ende noch viel teurer werde.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42).
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42).  © dpa/AP Pool/Olivier Matthys

Update, 20. Juli, 13.48 Uhr: Festspielfrühling auf Rügen: Hoffen auf Klassik ohne Corona-Auflagen

Der Festspielfrühling im März 2021 auf Rügen soll die Insel wieder zum Klingen bringen und für die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern die Rückkehr zu normalen Konzerterlebnissen markieren. Nach der coronabedingten Absage des diesjährigen Festspielfrühlings stehe die kommende Konzertserie im Zeichen des Armida Streichquartetts, sagte der scheidende Intendant Markus Fein bei der Programmvorstellung am Montag in Schwerin.

Die jungen Künstler seien seit dem Gewinn des Ensemble-Preises beim Nachwuchswettbewerb Junge Elite regelmäßig bei den Festspielen MV zu Gast. Für den Festspielfrühling hätten sie ein breitgefächertes Musikprogramm zusammengestellt, das sie mit weiteren renommierten Künstlerfreunden auf die Bühne bringen.

Vom 19. bis zum 28. März 2021 stehen mehr als 20 Veranstaltungen auf dem Programm. Laut Fein sind die Organisatoren zwar darauf eingestellt, dass es auch im März noch Beschränkungen geben könnte, doch sei die Hoffnung groß, Konzerterlebnisse wieder in größerem Rahmen gewähren zu können. "Wir sind Ermöglicher und wollen daher nicht schon vorher auf die Bremse treten", sagte Fein.

Update, 20. Juli, 13.40 Uhr: Von der Leyen erwartet Durchbruch beim EU-Gipfel

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (61) erwartet beim Brüsseler Sondergipfel einen Durchbruch für das geplante milliardenschwere Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise. "Ich bin für heute positiv gestimmt", sagte von der Leyen am Montag, dem vierten Verhandlungstag der 27 Staats- und Regierungschefs. "Wir haben es noch nicht geschafft, aber die Dinge gehen in die richtige Richtung."

Nach drei Tagen und drei Nächten der Verhandlungen beginne nun die wirklich entscheidende Phase, sagte von der Leyen. Sie erkenne bei den Teilnehmern den klaren Willen zur Einigung. "Wir brauchen eine Lösung, die Bürger brauchen eine Lösung, die Europäische Union braucht eine Einigung, um diese Krise zu überwinden und Europa für die Zukunft vorzubereiten", fügte sie hinzu.

Nach drei teils sehr schwierigen Verhandlungstagen waren den Gipfelteilnehmern am frühen Montagmorgen entscheidende Fortschritte gelungen. Daraufhin kündigte EU-Ratschef Charles Michel (44) für Montagnachmittag (16.00 Uhr) einen neuen Verhandlungsvorschlag an, mit dem der Durchbruch endlich gelingen soll. Demnach könnte der Anteil der Zuschüsse im geplanten Corona-Rettungsprogramm von ursprünglich 500 Milliarden Euro auf 390 Milliarden gesenkt werden - einer der zentralen Streitpunkte wäre damit gelöst.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (61).
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (61).  © dpa/XinHua/European Union/ -

Update, 20. Juli, 13.34 Uhr: Hongkong verschärft Maßnahmen nach neuem Corona-Ausbruch

Infolge eines neuen Coronavirus-Ausbruchs in Hongkong hat die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungsregion die Schutzmaßnahmen erneut verschärft. Nachdem bereits die Schulen eine Woche vor dem eigentlichen Beginn der Sommerferien geschlossen wurden, müssen seit Montag auch alle Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zu Hause arbeiten.

Außerdem trat erstmals in der Metropole mit ihren mehr als sieben Millionen Einwohnern eine generelle Maskenpflicht in Kraft. Die Regel gilt sowohl im Nahverkehr als auch in öffentlichen Gebäuden. Auf Empfehlung der Behörden hatten zuvor allerdings ohnehin schon fast alle Hongkonger freiwillig in der Öffentlichkeiten einen Mund-Nasen-Schutz getragen.

Wie die Behörden mitteilten, stieg die Zahl der Infizierten am Montag erneut um 73 Fälle, was für Hongkonger Verhältnisse ein sehr hoher Wert ist. Am Sonntag waren 108 Infektionen gemeldet worden - so viele wie noch nie an einem Tag.

Bislang sind zwölf Menschen in Hongkong an den Folgen des Virus gestorben.

Update, 20. Juli, 13.10 Uhr: Merkel: Es gibt Rahmen für mögliche Einigung bei Sondergipfel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) hat sich optimistisch gezeigt, dass es beim EU-Sondergipfel zu den geplanten Corona-Hilfen doch noch zu einer Einigung kommt. "Wir haben gestern Nacht nach langer Verhandlung einen Rahmen für eine mögliche Einigung erarbeitet. Das ist ein Fortschritt", sagte Merkel in Brüssel. 

Es gebe Hoffnung, dass es an Tag vier des Gipfels vielleicht zu einer Einigung komme oder jedenfalls, dass eine Einigung möglich sei.

 Insgesamt geht es um rund 1,8 Billionen Euro. Eigentlich sollte der Gipfel nur zwei Tage dauern.

Merkel sagte: "Es war klar, dass es unglaublich harte Verhandlungen gibt. Die werden sich auch heute noch fortsetzen. Aber außergewöhnliche Situationen erfordern eben auch außergewöhnliche Anstrengungen." Sie hoffe, "dass die verbleibende Wegstrecke, die nicht einfach werden wird, auch noch von uns zurückgelegt werden kann".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66).  © dpa/EU/XinHua/-

Update, 20. Juli, 13 Uhr: Präsident des bolivianischen Fußball-Verbandes an Covid-19 gestorben

Der Präsident des bolivianischen Fußball-Verbandes, César Salinas, ist an den Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das teilte der Verband am Sonntag (Ortszeit) mit. Salinas wurde 58 Jahre alt. 

Der frühere Vorsitzende des bolivianischen Clubs The Strongest wurde 2018 Präsident des nationalen Fußballverbandes. Dadurch hatte Salinas auch einen Sitz im Exekutivkomitee der südamerikanischen Fußball-Konföderation Conmebol inne.

Update, 20. Juli, 12.50 Uhr: Was wurde aus den Hilfsaktionen der Fußball-Stars?

Die Hilfsbereitschaft war groß zu Beginn der Corona-Krise. Auch die oft als abgehoben gescholtenen Fußball-Profis taten sich hervor und gründeten Initiativen. Doch was haben die Spendenaktionen bislang gebracht?

>>> Hier erfahrt Ihr, was aus "We kick Corona", "Spende deine Trikotnummer" und "Help your hometown" wurde.

Mit seiner Frau Scarlett rief Marco Reus Ende März die Initiative "Help your hometown" ins Leben. (Archivbild)
Mit seiner Frau Scarlett rief Marco Reus Ende März die Initiative "Help your hometown" ins Leben. (Archivbild)  © dpa/Marius Becker

Update, 20. Juli, 12.35 Uhr: Astrid-Lindgren-Welt legt Berufung gegen Corona-Regelauslegung ein

Der schwedische Freizeitpark zu Ehren der Geschichten von Kinderbuchautorin Astrid Lindgren geht gegen Corona-Bestimmungen der Polizei vor. Die Astrid-Lindgren-Welt moniert, dass ein im Zuge der Corona-Pandemie gefasster polizeilicher Beschluss dazu geführt habe, dass der Park in diesem Sommer nach nur knapp einer Woche wieder habe schließen müssen. 

Deshalb gehe man gegen die Entscheidung der Polizei und die Auslegung der schwedischen Corona-Regeln in Berufung, erklärte der Park am Montag.

Im Zentrum des Streits steht eine von den schwedischen Behörden ergriffene Maßnahme gegen die Coronavirus-Ausbreitung, wonach sich nicht mehr als 50 Menschen am selben Ort versammeln dürfen. Die Polizei hatte nach Angaben des Parks kurz vor Saisonstart mitgeteilt, dass alle gleichzeitig stattfindenden Theatervorstellungen als eine einzige öffentliche Versammlung betrachtet werden und die Maximalzahl an Zuschauer der Vorführungen deshalb bei insgesamt 50 liegen müsse.

Der Park sei der Ansicht, dass dies eine "seltsame Deutung" des Versammlungsverbotes darstelle, erklärte Parkleiter Joacim Johansson. "Kein Zuschauer kann ja an zwei Plätzen gleichzeitig sein. Es ist merkwürdig, dass die Polizeibehörde Leute zusammenzählt, die sich mehrere hundert Meter voneinander entfernt befinden." 

Trotz entschiedener Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos habe der Entschluss die Astrid-Lindgren-Welt letztlich dazu gezwungen, zu schließen. Besonders bitter ist das für den Park, weil in diesem Jahr anlässlich des 75. Jubiläums der Erstveröffentlichung eines Pippi-Langstrumpf-Werks viele Aktionen geplant waren.

Update, 20. Juli, 12.25 Uhr: Absatz bei Renault bricht wegen Corona-Krise ein

Wegen der Corona-Krise ist der Absatz des französischen Autokonzerns Renault im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34,9 Prozent eingebrochen. Von Januar bis Ende Juni wurden rund 1,26 Millionen Fahrzeuge verkauft, teilte der Hersteller am Montag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit.

In Europa fiel der Rückgang um 41,8 Prozent auf rund 624.000 Fahrzeuge überdurchschnittlich aus. Im Juni zogen die Verkäufe wieder an. Die wichtigsten Märkte weltweit sind für Renault und seine Tochtergesellschaften Frankreich, Russland und Deutschland.

Renault geriet in den vergangenen Monaten in finanzielle Schwierigkeiten. Der Konzern kann inzwischen einen staatlich garantierten Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro in Anspruch nehmen. Der aus Italien stammende Automanager Luca de Meo amtiert seit Monatsbeginn als neuer Generaldirektor. Von dem früheren Seat-Chef wird in Frankreich ein Strategieplan erwartet. Das Unternehmen hatte bereits den sozialverträglichen Abbau von weltweit rund 15.000 Stellen angekündigt, um wieder aus der Krise zu kommen.

Update, 20. Juli, 12.20 Uhr: Keine Ermittlungen mehr zu Corona-Toten in Würzburger Pflegeheimen

Die Serie von Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in zwei Würzburger Seniorenheimen ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht auf Personalfehler zurückzuführen. "Konkrete Vorwürfe können weder einzelnen Personen noch der Heimleitung gemacht werden", teilte Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach am Montag mit.

"Teilweise traten durch die Vielzahl der Fälle und einen Mangel an Pflegepersonal Engpässe auf, die jedoch niemandem konkret angelastet werden können." Es gebe keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten. "Erhebliche Hygienemängel, die den Ausbruch der Erkrankungen begünstigten, wurden nicht festgestellt." Daher seien über die Vorermittlungen hinaus keine weiteren Ermittlungen nötig.

Als möglicher Anfangsverdacht war fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung in Betracht gekommen. In der Senioreneinrichtung in Trägerschaft der Bürgerspitalstiftung waren bislang 26 mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Bewohner gestorben. In einem anderen Heim in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) starben 19 Bewohner nach einer Infektion mit dem Virus, wie eine Sprecherin des Landratsamtes sagte.

Würzburg: An einer Zugangstür zu einem Seniorenheim ist ein Schild angebracht, das von Besuchen dieser Einrichtung abrät. (Archivbild)
Würzburg: An einer Zugangstür zu einem Seniorenheim ist ein Schild angebracht, das von Besuchen dieser Einrichtung abrät. (Archivbild)  © dpa/Nicolas Armer

Update, 20. Juli, 12.17 Uhr: DEL will in dieser Woche über genauen Saisonstart entscheiden

Die Deutsche Eishockey Liga will in dieser Woche den genauen Termin für den verschobenen Saisonstart festlegen. Die Entscheidung soll nach Absprache mit dem Deutschen Eishockey-Bund fallen, bestätigte ein Sprecher am Montag. Nach Angaben der DEL ist eine Entscheidung darüber, ob der Termin auf Mitte November gelegt werden soll, noch nicht gefallen.

Beschlossen ist bereits, dass der ursprünglich für den 18. September geplante Auftakt mindestens auf Anfang November nach hinten verlegt wird. Weil vom 5. bis 8. November der Deutschland Cup - das traditionelle Nationen-Turnier - in Krefeld geplant ist, ist eine weitere Verschiebung denkbar.

In der vergangenen Woche hatte der DEB mit einem Hygienekonzept den Rahmen für die neue Spielzeit mit Zuschauern vorgegeben. Ob dies auch in der DEL gelingt, ist noch unklar. Auf Grundlage des von DEB und DEL erarbeiteten Plans sollen die Proficlubs nun jeweils ein eigenes Konzept erstellen, über das letztendlich die regionalen Gesundheitsämter entscheiden.

Update, 20. Juli, 11.58 Uhr: Nach Hamstern und Absatzflaute: Deutsche kaufen wieder mehr WC-Papier

Erst Hamsterkäufe, dann Umsatzeinbruch: Nach dem Auf und Ab der ersten Monate der Corona-Krise normalisiert sich die Nachfrage nach Toilettenpapier langsam wieder. Das geht aus Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen hervor. 

Zwar lag die Nachfrage nach Toilettenpapier Ende Juni noch rund 20 Prozent unter dem Niveau des gleichen Zeitraums 2019. Der Trend geht aber in Richtung des Vorjahresniveaus. Das könnte darauf hindeuten, dass die Vorräte bald aufgebraucht sind.

Laut "FAS" rechnet die Branche damit, dass sich die Nachfrage nun normalisiert.

Update, 20. Juli, 11.14 Uhr: Forschungsministerium stockt Gelder für Corona-Forschung auf

Das Bundesforschungsministerium hat die Fördergelder zur Erforschung des Coronavirus erhöht. Die ursprünglich vorgesehenen Mittel von 15 Millionen Euro seien verdreifacht worden, teilte Ministerin Anja Karliczek (49, CDU) am Montag in Berlin mit. 

Mit nun 45 Millionen Euro sollen knapp 90 "herausragende Projekte" gefördert werden. Genannt wurden Untersuchungen zur Wirksamkeit der Behandlung von Covid-19-Patienten mit Blutplasma von Menschen, die eine Infektion bereits überstanden haben, die Erforschung des Einflusses genetischer Faktoren wie der Blutgruppe auf den Schweregrad der Erkrankung sowie Studien zu ethischen, rechtlichen und sozialen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Pandemie.

"Die Biologie des Virus und seine Verbreitungswege noch besser zu verstehen, ist der Schlüssel für wirksame Therapien und weitere mögliche Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Gleichzeitig wollen wir untersuchen, wie sich die politischen Entscheidungen und sozialen Empfehlungen im Zusammenhang mit der Pandemie auf jeden einzelnen und unsere Gesellschaft als Ganzes auswirken", sagte Karliczek. 

Mit der Förderung werde die Unterstützung des Ministeriums zur Impfstoffentwicklung und zur Stärkung der Universitätsmedizin ergänzt.

Ministerin Anja Karliczek (49, CDU). (Archivbild)
Ministerin Anja Karliczek (49, CDU). (Archivbild)  © dpa/Pool/dpa/Christian Charisius

Update, 20. Juli, 11 Uhr: Pkw-Produktion in Tschechien bricht um ein Drittel ein

Die Corona-Krise hat die Autoindustrie im Industrieland Tschechien spürbar getroffen. Im ersten Halbjahr 2020 ging die Pkw-Produktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32,6 Prozent zurück. Das teilte der Branchenverband AutoSAP am Montag mit. 

Insgesamt liefen mehr als 503.000 Autos von den Bändern. Am stärksten fiel der Rückgang bei dem Kleinwagenhersteller TPCA in Kolin, einem Gemeinschaftsunternehmen von Toyota und der französischen PSA-Gruppe, am geringsten bei der VW-Tochter Skoda aus. Seit Juni ist nach Einschätzung des Branchenverbands eine "leichte Belebung" zu spüren.

In diesen Tagen entscheide sich die weitere Entwicklung, betonte Verbandspräsident Bohdan Wojnar. Er appellierte an die Regierung in Prag, die Autoindustrie als einen wichtigen Pfeiler der tschechischen Wirtschaft zu unterstützen. Dies könne mithilfe einer Verlängerung des Kurzarbeitsprogramms "Antivirus" oder über eine schnellere Abschreibung von Investitionen geschehen, ergänzte Wojnar. 

Update, 20. Juli, 10.50 Uhr: Elektroexporte schrumpfen weiter

Die Corona-Krise hat die Ausfuhren der deutschen Elektroindustrie auch im Mai um etwa ein Fünftel schrumpfen lassen. Die Exporte sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21,2 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro.

"Der Rückgang fiel damit mehr oder weniger gleich hoch aus wie im April", erläuterte der Chefvolkswirt des Branchenverbandes ZVEI, Andreas Gontermann, am Montag. Zusammengerechnet verringerten sich die Ausführen seit Jahresanfang um 9,2 Prozent auf 80,9 Milliarden Euro.

Update, 20. Juli, 10.40 Uhr: Corona-Krise setzt Stahlindustrie weiter zu

Die Corona-Krise macht der deutschen Stahlindustrie weiterhin schwer zu schaffen. Auch im Juni lag die Rohstahlerzeugung mit 2,6 Millionen Tonnen um 27 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Montag mitteilte. 

Damit setzte sich die schlechte Entwicklung in den Monaten April und Mai unverändert fort. Insgesamt blieb die Stahlproduktion im zweiten Quartal um 26 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Im ersten Halbjahr lag die Stahlerzeugung alles in allem um rund 16 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Update, 20. Juli, 10.39 Uhr: Pharmariese GlaxoSmithKline steigt beim Impfstoffforscher CureVac ein

Der deutsche Biotech-Anbieter CureVac erhält im Zuge einer strategischen Kooperation vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline eine Millionensumme. Gemeinsam soll an mRNA-Technologie und Antikörpern gegen Infektionskrankheiten geforscht werden, wie die beiden Unternehmen am Montag in London und Tübingen mitteilten. 

CureVacs bestehende klinische Entwicklungsprogramme zu mRNA-Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus sowie gegen Tollwut seien aber nicht Teil der Kooperation.

Die ganze Meldung findet und weitere Details findet Ihr >>> hier

Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens CureVac eine blaue Flüssigkeit. (Archivbild)
Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens CureVac eine blaue Flüssigkeit. (Archivbild)  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 20. Juli, 10.20 Uhr: London sichert sich 90 Millionen Impfstoffdosen

Die britische Regierung hat sich Zugang zu 90 Millionen potenziellen Impfstoffdosen im Kampf gegen das Coronavirus gesichert. So schlossen das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem in der Entwicklung befindlichen Vakzin. 

Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen - voraussichtlich noch 2020 und 2021 - 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten "BNT 162" geliefert werden, wie die Unternehmen am Montag berichteten.

Weitere 60 Millionen Dosen habe sich Großbritannien von dem Unternehmen Valneva gesichert, teilte der britische Wirtschaftsminister Alok Sharma (52) am Montag in London mit. 

Das Unternehmen mit Sitz in Frankreich hat auch eine Produktionsstätte in Schottland. Es arbeitet an einem Vakzin mit inaktiven Coronaviren. Bereits zuvor hatte sich Großbritannien 100 Millionen Dosen eines Impfstoffes gesichert, an dem Forscher im britischen Oxford arbeiten.

Die britische Regierungsberaterin Kate Bingham warnte davor, "zu optimistisch zu sein". "Es bleibt die Tatsache, dass wir möglicherweise nie einen Impfstoff bekommen", sagte sie. "Und wenn wir einen bekommen, müssen wir darauf vorbereitet sein, dass es sich möglicherweise nicht um einen Impfstoff handelt, der vor einer Ansteckung schützt, sondern um einen, der die Symptome lindert."

Update, 20. Juli, 10 Uhr: Verschärfte Maskenpflicht in Frankreich tritt in Kraft

In Frankreich gilt im Kampf gegen das Coronavirus seit Montag eine verschärfte Maskenpflicht. In öffentlichen geschlossenen Räumen muss dort nun verbindlich eine Schutzmaske getragen werden. Die neuen Regeln gelten unter anderem für Geschäfte, Banken, Markthallen, aber auch in Kinos, Museen und Sehenswürdigkeiten, wie Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran (40) im Nachrichtensender Franceinfo erklärte. 

Auch in Fitnessstudios und Orten der Religionsausübung muss eine Maske getragen werden. Damit solle der Schutz der Menschen vor dem Coronavirus gestärkt werden, erklärte Véran.

Bei der Nichteinhaltung der Maskenpflicht droht nun ein Bußgeld von 135 Euro. 

In Frankreich wird - wie auch in anderen Ländern - eine zweite Welle der Covid-19-Pandemie befürchtet. Behörden warnten bereits vor einem Anstieg der Corona-Fälle - wenn auch auf niedrigem Niveau. 

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran (40). (Archivbild)
Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran (40). (Archivbild)  © dpa/AFP/Francois Guillot

Update, 20. Juli, 9.55 Uhr: Moderate Verluste, Zäher EU-Gipfel um Corona-Hilfen

Am deutschen Aktienmarkt ist es am Montag nach einer starken Vorwoche moderat abwärts gegangen. Der Leitindex Dax verlor kurz nach dem Börsenauftakt 0,51 Prozent auf 12.853,33 Punkte, hatte allerdings auch die vergangenen drei Wochen in Summe deutlich zugelegt und sich der Marke von 13.000 Punkten genähert.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax sank am Morgen ebenfalls um 0,51 Prozent und damit auf 26.800,90 Zähler. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,64 Prozent auf 3343,96 Punkte.

Im Blick der Anleger steht gegenwärtig das geplante EU-Hilfspaket. Hier erwies sich der EU-Gipfel am Wochenende wie erwartet als zähes Ringen. Die Börsianer rechnen dennoch laut Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners nach wie vor mit einer Einigung, was sich an den kaum vorhandenen Reaktionen der Aktienmärkte ablesen lasse.

Update, 20. Juli, 9.35 Uhr: Corona und Spätfröste: Spargel- und Erdbeerernte fällt geringer aus

Weniger Spargel und weniger Erdbeeren: Die Ernte in Deutschland fällt einer Schätzung zufolge in diesem Jahr deutlich geringer aus als 2019. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes sank die Erntemenge von Spargel um 19 Prozent auf rund 106.400 Tonnen. 

Der Rückgang sei wahrscheinlich auch auf den Mangel an ausländischen Erntehelfern infolge der Corona-Pandemie zurückzuführen, teilte die Wiesbadener Behörde am Montag mit. Die Menge des geernteten Edelgemüses lag demnach 14 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre von 123.700 Tonnen.

Die Erdbeerernte im Freiland wird mit 99.000 Tonnen den Angaben zufolge voraussichtlich um 13 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr. Gründe dafür sind unter anderem regionale Spätfröste und Trockenheit im Frühjahr, die die Blüten schädigten. Zudem sank die ertragsfähige Anbaufläche um 7 Prozent auf bundesweit 10.800 Hektar. Es war der geringste Wert seit 2003.

Die Ernte in Deutschland fällt einer Schätzung zufolge in diesem Jahr deutlich geringer aus als 2019. (Archivbild)
Die Ernte in Deutschland fällt einer Schätzung zufolge in diesem Jahr deutlich geringer aus als 2019. (Archivbild)  © dpa/Sina Schuldt

Update, 20. Juli, 9.30 Uhr: Pakistan impft erstmals seit Coronakrise wieder gegen Polio

Nach Monaten der Unterbrechung durch die Corona-Pandemie hat in Pakistan erstmals wieder eine Impfkampagne gegen Kinderlähmung begonnen. Innerhalb von drei Tagen sollen rund 800.000 Kinder unter fünf Jahren in Teilen Pakistans gegen Polio geimpft werden, wie ein Vertreter der Initiative am Montag mitteilte. Etwa 32.000 Mitarbeiter impfen dafür in fünf ausgewählten Bezirken.

Impfkampagnen gegen Polio wurden in dem südasiatischen Land im April wegen der Pandemie ausgesetzt. Schätzungen zufolge fehlte rund 40 Millionen Kindern somit die wichtige Schutzimpfung gegen die Erkrankung, die das zentrale Nervensystem befallen und in Einzelfällen zu dauerhaften Lähmungen führen kann. In diesem Jahr wurden in Pakistan bisher 59 Fälle mit Polio bestätigt.

Pakistan startete 1994 ein Programm zur Bekämpfung der Kinderlähmung. Die Krankheit ist in den allermeisten Ländern der Welt ausgerottet. Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan weltweit das einzige Land, in dem es im vergangenem und in diesem Jahr Erkrankungen mit dem Wildtyp des Poliovirus gegeben hat. Immer wieder werden Impfkampagnen in Pakistan von gewaltsamen Zwischenfällen überschattet.

Update, 20. Juli, 9.25 Uhr: Israels Krankenschwestern und -pfleger treten in den Streik

Mitten in der Corona-Krise sind die Krankenschwestern und -pfleger in Israel am Montag in den Streik getreten. Sie wollen damit gegen den Pflegenotstand protestieren, der durch die Pandemie noch verschärft wurde. Ein nächtlicher Verhandlungsmarathon mit dem Finanzministerium über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen war zuvor gescheitert. 

Die "Times of Israel" schrieb, die Notfallversorgung sowie die Versorgung von Corona-Patienten sollten trotz des Streiks gewährleistet bleiben.

In israelischen Krankenhäusern herrscht nach Medienberichten ein starker Personalmangel. Außerdem seien gegenwärtig rund Tausend Krankenschwestern und -pfleger in Corona-Quarantäne, berichtete das israelische Fernsehen am Montag. Tage in Quarantäne würden als Krankentage angerechnet. Auch dagegen protestierte das Pflegepersonal. 

Eine Atemschutzmaske liegt im Sand. (Archivbild)
Eine Atemschutzmaske liegt im Sand. (Archivbild)  © dpa/AP/Oded Balilty

Update, 20. Juli, 9.20 Uhr: Hannover Rück für staatlich-private Pandemie-Versicherung

Hannover-Rück-Chef Jean-Jacques Henchoz drängt Regierungen und Versicherer zu raschen Verhandlungen über eine gemeinsame Absicherung von Pandemie-Risiken. "Notwendig sind Partnerschaften zwischen Staat und Privatwirtschaft", sagte der Chef des weltweit drittgrößten Rückversicherers der "Neuen Zürcher Zeitung". 

Es gebe bereits "ermutigende Debatten" zwischen Regierungen und Vertretern der Versicherungsbranche. Das Risikobewusstsein sei derzeit "enorm hoch", weshalb man die Diskussion "rasch und gezielt" führen solle. Der politische Prozess dürfte seiner Ansicht nach allerdings einige Jahre dauern.

Die Versicherungsbranche allein könne ein Risiko wie die derzeitige Coronavirus-Pandemie unmöglich allein schultern, erklärte Henchoz. Auch Kapitalmarkt-Lösungen wie die Pandemie-Anleihe der Weltbank reichten als alleinige Antwort nicht aus. "Derzeit könnte der Kapitalmarkt vielleicht Risiken im Umfang von zwei Milliarden Dollar in Form von Pandemie-Bonds finanzieren.

Update, 20. Juli, 9.10 Uhr: Löwen-Trainer Schwalb: "Über Austragung der WM diskutieren"

Trainer Martin Schwalb (57) vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen sieht die zu erwartenden Strapazen in der kommenden Handball-Saison mit Sorge. 

"Wir stehen vor einer riesengroßen Herausforderung", sagte Schwalb dem "Mannheimer Morgen": "Meine Bedenken gelten allerdings weniger dem Programm, das die Spieler in der Bundesliga oder im Europapokal absolvieren müssen. Drei englische Wochen in Folge, das bekommt jeder hin. Was mir vielmehr Sorge bereitet, ist das, was oben drauf kommt: die Länderspiele, die WM im Januar, die Olympischen Spiele im Sommer. Diese Dauerbelastung könnte zum Problem werden."

Deshalb rät der 57-Jährige dazu, die Austragung der WM im Januar in Ägypten zu überdenken. "Meine Meinung ist zweigeteilt. Grundsätzlich sollten alle darüber nachdenken, was momentan das Beste für den Handball ist. Deshalb muss man auch über die Austragung der WM zumindest diskutieren", sagte er: "Andererseits - und das wissen wir hier insbesondere in Deutschland: Eine WM oder EM tragen einen großen Teil dazu bei, dass der Handball diesen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat. Es sitzen viele Millionen Menschen bei einem Turnier vor dem Fernseher. Die Nationalmannschaft ist ein Zugpferd."

Der Start der neuen Bundesliga-Saison ist für den 1. Oktober vorgesehen, der Anwurf zur WM für den 14. Januar. Die Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli 2021 beginnen.

Update, 20. Juli, 9 Uhr: Maas begrüßt Verlängerung des EU-Gipfels, Röttgen warnt vor Egoismus

Bundesaußenminister Heiko Maas (53) hat die erneute Verlängerung des EU-Gipfels in Brüssel begrüßt und Einigungsbereitschaft auf allen Seiten angemahnt. "Dass in Brüssel heute weiterverhandelt wird, ist wichtig. Es zeigt, dass alle eine Lösung wollen, statt das Problem auf die lange Bank zu schieben", sagte der SPD-Politiker vor seiner Abreise nach Estland, wo er die Außenminister der drei baltischen Staaten treffen will.

Die erneute Verlängerung der Verhandlungen über das milliardenschwere Paket zur Bewältigung der Corona-Krise zeige aber auch, dass eine gewaltige Kraftanstrengungen nötig sei, um Europa gemeinsam wieder stark zu machen. "Die Corona-Pandemie hat uns alle erschüttert. Umso wichtiger ist jetzt eine Antwort, die schnell wirkt und niemanden in der Europäischen Union zurücklässt. Die Solidarität aller Staaten untereinander wird sich für alle auszahlen", betonte Maas. Europas Wort habe weltweit am meisten Gewicht, wenn alle geeint aufträten.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert Röttgen (55), äußerte scharfe Kritik an der Haltung mancher EU-Staaten. Das "Ausmaß von einzelnen Egoismen einzelner Teilnehmer" sei absolut erschreckend und werde "der historischen Aufgabe, vor der wir alle stehen, auch die Einheit Europas zu bewahren, nicht gerecht", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". "Hier steht viel auf dem Spiel - nicht nur Euro, nicht nur Geldbeträge, sondern der Überlebens- und Selbstbehauptungswille der EU. Darum geht es, und das muss klar werden. Und deswegen müssen die Egoismen überwunden werden."

Bundesaußenminister Heiko Maas (53). (Archivbild)
Bundesaußenminister Heiko Maas (53). (Archivbild)  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 20. Juli, 8.49 Uhr: Asselborn: EU-Gipfeldebatte von "Kleinkrämergeist" bestimmt

Die Debatte über das milliardenschwere Corona-Hilfsprogramm beim EU-Sondergipfel in Brüssel wird nach Ansicht des luxemburgischen Außenministers Jean Asselborn (71) von "Kleinkrämergeist" bestimmt. 

Wenn diese Haltung 1989 dominiert hätte, wäre die deutsche Wiedervereinigung nicht möglich gewesen, sagte Asselborn am Montag im Deutschlandfunk. Empört äußerte sich der luxemburgische Außenminister über die "Frugalisten", wie Asselborn die Länder Österreich, Niederlande, Dänemark, Schweden und Finnland nannte, die die Zuschüsse im Paket möglichst gering halten wollen. Diese seien überhaupt nicht sparsam, wenn es um eigene Belange gehe.

EU-Ratspräsident Charles Michel (44) kündigte nach Angaben von Diplomaten am Montagmorgen einen neuen Verhandlungsvorschlag an. Demnach könnte der Anteil der Zuschüsse im Corona-Rettungsprogramm, die von den Empfängerstaaten nicht zurückgezahlt werden müssen, von ursprünglich 500 Milliarden Euro auf 390 Milliarden gesenkt werden. Der Kompromiss sei aber noch nicht völlig unter Dach und Fach, hieß es. Die Gespräche wurden gegen 6 Uhr unterbrochen und sollten am Nachmittag gegen 16 Uhr wieder aufgenommen werden.

Den Streit über einen geplanten Rechtsstaatsmechanismus innerhalb der Europäischen Union bezeichnete Asselborn als unsäglich. Dabei kritisierte er vor allem den ungarischen Regierungschef Viktor Orban (57). Die EU müsse aufpassen, dass Orban die Standards der Gemeinschaft auf dem Gebiet der Rechtsstaatlichkeit nicht weiter nach unten ziehe. Dies sei eine gefährliche Entwicklung.

Der luxemburgische Außenministers Jean Asselborn (71). (Archivbild)
Der luxemburgische Außenministers Jean Asselborn (71). (Archivbild)  © dpa/AP Pool/Virginia Mayo

Update, 20. Juli, 8.40 Uhr: Umsatz im Gastgewerbe im Mai gegenüber Vormonat gestiegen

Die Lockerung der Corona-Maßnahmen hat die Geschäfte von Hoteliers und Gastwirten im Mai etwas belebt. Gegenüber dem Vormonat stieg der Umsatz bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 44,9 Prozent und nominal um 45,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. 

Gegenüber Mai 2019 verzeichnete die Branche allerdings erneut einen dramatischen Umsatzeinbruch. Die Erlöse sanken real um 64,0 Prozent und nominal um 63,4 Prozent.

Den drastischsten Umsatzeinbruch innerhalb eines Jahres verzeichneten im Mai 2020 Hotels, Pensionen und sonstige Beherbergungsunternehmen (real minus 80,0 Prozent). In der Gastronomie gab es einen Rückgang um 54,6 Prozent.

Update, 20. Juli, 8.35 Uhr: Arbeitgeber erwarten Konjunkturerholung bis 2022

Der Verband der Arbeitgeber rechnet für die deutsche Wirtschaft im übernächsten Jahr mit einer Rückkehr zu alter Stärke. "Ich glaube, dass wir 2022 wieder das Leistungsniveau der Zeit vor Corona, also wie wir es noch im Februar erlebt haben, verzeichnen", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer (67) der "Augsburger Allgemeinen". 

"Es ist nämlich nicht der Bedarf nach unseren Waren und Dienstleistungen zusammengebrochen", erläuterte er. "Dieser Bedarf wird, wenn die Corona-Krise überwunden ist, auch hierzulande die Produktion erneut ankurbeln", meinte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Kramer forderte die Unternehmen auf, in der Krise nicht die Ausbildung zu vernachlässigen. Nach der Corona-Krise werde der Mangel an Facharbeitern wieder das Hauptwachstumshindernis der deutschen Volkswirtschaft sein. Die Gesellschaft werde nach wie vor älter. "Wir müssen unsere Betriebe verjüngen, sonst bleiben wir irgendwann stehen", sagte der Verbandschef.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer (67). (Archivbild)
Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer (67). (Archivbild)  © dpa/Arne Immanuel Bänsch

Update, 20. Juli, 8.25 Uhr: Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise sind mit leichten Abschlägen in die neue Handelswoche gestartet. Starke Impulse gab es zunächst nicht. Am Montagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 42,88 US-Dollar. Das waren 26 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 23 Cent auf 40,52 Dollar.

Nach wie vor steht der Ölmarkt im Bann gegenläufiger Kräfte. Auf der einen Seite sorgen sich die Anleger über die Entwicklung der Corona-Pandemie in großen Volkswirtschaften wie den USA. Dort ist die Lage in einigen Bundesstaaten nach wie vor sehr angespannt. Zuletzt hatte sich die Situation auch in einigen europäischen Ländern wieder etwas verschlechtert.

Auf der anderen Seite stehen das Ölkartell Opec und verbündete Staaten wie Russland. Sie deckeln nach wie vor ihre Förderung, wenngleich die Produktion ab August etwas steigen soll. Bisher hat der Ölmarkt diese Anhebung jedoch gut weggesteckt. Einige Fachleute geben dennoch zu bedenken, dass der Schritt angesichts der krisenbedingt schwachen Nachfrage zu früh kommen könnte.

Die Ölpreise sind mit leichten Abschlägen in die neue Handelswoche gestartet. (Symbolbild)
Die Ölpreise sind mit leichten Abschlägen in die neue Handelswoche gestartet. (Symbolbild)  © dpa/Felix König

Update, 20. Juli, 8.10 Uhr: Philips übertrifft im zweiten Quartal Erwartungen

Den niederländischen Medizintechnikkonzern Philips hat die Coronavirus-Pandemie im zweiten Quartal nicht so hart getroffen wie befürchtet. Umsatz und operatives Ergebnis gingen zwar deutlich zurück, aber nicht so stark wie von den meisten Experten erwartet. 

Der Umsatz sei um sechs Prozent auf 4,4 Milliarden Euro gefallen, teilte der Konkurrent von Siemens Healthineers am Montag in Amsterdam mit.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (Ebita) brach um fast ein Viertel auf 418 Millionen Euro ein. Wie schon im ersten Quartal zog zudem der Auftragseingang deutlich an. Der Konzern bestätigte außerdem die Prognose für 2020. Demnach soll der Umsatz im laufenden Jahr auf vergleichbarer Basis leicht zulegen und die bereinigte Ebita-Marge steigen.

Die Zahlen und bestätigte Prognose könnten die Aktie weiter beflügeln. Das im EuroStoxx 50 notierte Papier konnte sich zuletzt deutlich von den ersten Verlusten nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie erholen und lag zuletzt wieder auf dem Niveau von Mitte Februar.

Update, 20. Juli, 7.42 Uhr: Eurokurs leicht gestiegen: EU-Gipfel im Blick

Der Euro hat am Montag leicht zugelegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1440 US-Dollar und damit etwas mehr als in der Nacht. Der Euro liegt weiter in der Nähe seines höchsten Stands seit März. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1428 Dollar festgesetzt.

Analysten und Anleger blicken gespannt auf das Gipfeltreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs. Die am Freitag gestartete Zusammenkunft, bei dem es vor allem um den geplanten Corona-Wiederaufbaufonds geht, hat noch kein Ergebnis gebracht. Streit gibt es vor allem über die Höhe der nicht zurückzahlbaren Zuschüsse. Zuletzt schien sich jedoch eine Annäherung anzubahnen. Der Gipfel soll am Montagnachmittag fortgesetzt werden.

An Konjunkturdaten stehen zum Wochenstart eher Zahlen aus der zweiten Reihe mit geringerer Marktrelevanz auf dem Programm. Es äußern sich jedoch einige hochrangige Notenbanker, darunter EZB-Vizepräsident Luis de Guindos.

Update, 20. Juli, 7.30 Uhr: Corona-Impfstoff: Biontech schließt erste Liefervereinbarung

Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem möglichen, gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff geschlossen. 

Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten "BNT 162" geliefert werden, voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Finanzielle Details wurden nicht bekannt. 

"Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit verschiednen anderen Regierungen und hoffen, bald weitere Liefervereinbarungen bekanntgeben zu können", sagte Biontech-Mitgründer und -chef Ugur Sahin (54) nach der Mitteilung.

Erste Ergebnisse der bisherigen Studien in den USA haben Biontech und Pfizer schon offengelegt und nannten sie "ermutigend", auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden - insgesamt waren es 45 gesunde Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren - hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen.

Nun teilten die Unternehmen mit, noch diesen Monat könnte es mit den weiteren Studien der Phasen IIb und III mit einem Hauptkandidaten für den Impfstoff losgehen. Wenn auch dies erfolgreich laufe, könne im Oktober das Zulassungsverfahren beantragt werden. Zu den Tests in Deutschland stehen erste Ergebnisse noch aus, sie werden noch im Juli erwartet.

Sean Marett (l), Finanzvorstand von Biontech, und Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender von Biontech, stehen nebeneinander. (Archivbild)
Sean Marett (l), Finanzvorstand von Biontech, und Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender von Biontech, stehen nebeneinander. (Archivbild)  © dpa/Andreas Arnold

Update, 20. Juli, 7.10 Uhr: WHO-Chefforscherin hält breite Corona-Impfung Mitte 2021 für möglich

Eine breit angelegte Corona-Impfung könnte nach Meinung der Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation WHO Mitte 2021 erfolgen. "Im Moment sind mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien", sagte Soumya Swaminathan (61) in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. 

"Deshalb sind wir zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden." Anfang 2021 könnten erste Ergebnisse vorliegen. Nach der Massenproduktion der Impfstoffe könnte es daraufhin Mitte 2021 einen Impfstoff geben, der auf breiter Basis eingesetzt wird.

"Natürlich lässt sich das nicht vorhersagen", betonte Swaminathan. Sie hat jedoch große Hoffnungen: "Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance für jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, erfolgreich zu sein, bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten - vielleicht sogar mehr."

Es sei nicht entmutigend, dass neutralisierende Antikörper in einigen Corona-Infizierten nach einer Zeit verschwinden. Diese bedeute nicht, dass die Immunität weg sei, denn es gebe bekanntlich verschiedene Arten der Körperabwehr wie etwas Gedächtniszellen.

WHO-Chefforscherin hält breite Corona-Impfung Mitte 2021 für möglich. (Symbolbild)
WHO-Chefforscherin hält breite Corona-Impfung Mitte 2021 für möglich. (Symbolbild)  © dpa/AP/Ted S. Warren

Update, 20. Juli, 6.30 Uhr: Erstattung von Lufthansa-Tickets dauert an

Nach Angaben der Lufthansa wird es "noch vier bis sechs Wochen" dauern, um die coronabedingte Erstattung von Tickets für Flüge bis Ende Juni abzuarbeiten.

"Bis heute haben wir bereits etwa 1,4 Milliarden Euro ausgezahlt", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Man wolle die Ticketerstattung für ausgefallene Flüge aber beschleunigen. "Innerhalb der nächsten 10 bis 14 Tage wollen wir die automatisierten Prozesse wieder einschalten. Dann werden große dreistellige Millionenbeträge im Monat ausgezahlt", kündigte Hohmeister an.

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Update, 20. Juli, 6 Uhr: EU-Sondergipfel wird erneut verlängert

Der EU-Sondergipfel zum Corona-Hilfspaket geht abermals in die Verlängerung. Die Gespräche wurden am frühen Montagmorgen unterbrochen und sollen am Nachmittag um 14 Uhr aufgenommen werden. 

Dies teilte der Sprecher von EU-Ratspräsident Charles Michel (44) auf Twitter mit. Damit läuft das Treffen der 27 Staats- und Regierungschefs bereits zwei Tage länger als geplant.

EU-Ratspräsident Charles Michel (44).
EU-Ratspräsident Charles Michel (44).  © dpa/EU/XinHua/--

Update, 20. Juli, 5.48 Uhr: EU-Gipfel geht nach stundenlanger Pause wieder in großer Runde weiter

Nach rund sechsstündiger Unterbrechung für Gespräche in kleiner Runde sind die 27 EU-Staaten beim Sondergipfel um das Coronahilfspaket wieder in großer Runde zusammengekommen. Das Plenum mit den Staats- und Regierungschefs habe wieder begonnen, teilte der Sprecher von EU-Ratschef Charles Michel (44) am Montagmorgen auf Twitter mit.

Michel hatte die verhakten Verhandlungen um kurz vor Mitternacht ursprünglich nur für eine 45-minütige Pause unterbrochen. In den folgenden Stunden berieten Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) und die anderen Staats- und Regierungschefs in kleineren Gruppen weiter. Hauptstreitpunkt war dabei immer noch die Frage, wie viele Zuschüsse aus dem geplanten Corona-Krisenplan an EU-Staaten vergeben werden könnten.

Update, 20. Juli, 5.39 Uhr: Nicaragua: Ortega beim Jahrestag der Revolution mit Corona-Maske

Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega (74) hat sich zum Jahrestag der Revolution von 1979 in Nicaragua wie erwartet erstmals seit mehreren Wochen wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. 

Ortega wurde bei einem feierlichen Akt auf dem sogenannten Platz der Revolution in der Hauptstadt Managua ebenso wie Präsidentengattin und Vizepräsidentin Rosario Murillo (69) erstmals mit Schutzmaske gegen das Coronavirus gesehen, wie die regierungskritische Zeitung "La Prensa" am Sonntagabend (Ortszeit) berichtete.

Es war auch das erste Mal in mehr als 40 Jahren, dass der Jahrestag der Sandinistischen Revolution nicht mit einer Massenveranstaltung begangen wurde. Murillo hatte dem Bericht zufolge wegen der Corona-Pandemie zu virtuellen Feierlichkeiten aufgerufen, auch wenn der von den linken Sandinisten autoritär regierte Staat kaum Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus ergriffen hatte. Die Regierung organisierte inmitten der Pandemie sogar eine Reihe von Veranstaltungen wie Musikfestivals und warb für Tourismus.

Nur mehrere Tausend Menschen haben sich nach offiziellen Angaben in Nicaragua mit dem Coronavirus infiziert, rund 100 Patienten sind bislang gestorben. Ortega verharmloste das Virus in seiner Rede auch erneut. Er sagte, die schlimmste Pandemie seien der Hunger und der wilde Kapitalismus. I

Ein Mann mit Mundschutz verkauft T-Shirts mit Abbildungen des nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega oder des Revolutionsführers Che Guevara.
Ein Mann mit Mundschutz verkauft T-Shirts mit Abbildungen des nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega oder des Revolutionsführers Che Guevara.  © dpa/AP/Alfredo Zuniga

Update, 20. Juli, 5.27 Uhr: 249 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 249 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.823 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 20. Juli, 0 Uhr).

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 19. Juli, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,42). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 19. Juli, 0 Uhr, bei 1,22 (Vortag: 1,34). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 20. Juli, 5.10 Uhr: NFL-Profis kritisieren Liga für Umgang mit Coronavirus-Empfehlungen

Zahlreiche NFL-Profis fürchten einen falschen Umgang mit dem Coronavirus und haben die Liga unmittelbar vor dem geplanten Start der Trainingslager kritisiert. "Wir brauchen Football! Wir brauchen Sport! Wir brauchen Hoffnung! Der Unwille der NFL, den Empfehlungen ihrer eigenen medizinischen Experten zu folgen, wird das verhindern. Wenn die NFL nicht dazu beiträgt, uns Spieler gesund zu halten, gibt es 2020 keinen Football. So einfach ist das", schrieb New-Orleans-Saints-Quarterback Drew Brees (41) am Sonntag. 

Auch Patrick Mahomes (24) von den Kansas City Chiefs, Russell Wilson (31) von den Seattle Seahawks und weitere Topstars äußerten sich besorgt.

Hintergrund des Streits ist, dass einige Profis der Chiefs und der Houston Texans bereits am Montag bei ihren Mannschaften antreten müssen, es aber noch keine Einigung darüber gibt, wie und wie oft auf das Coronavirus getestet wird und welche Konsequenzen ein positives Ergebnis hat. Im Laufe der Woche ist bei allen Mannschaften der Trainingsstart geplant.

Die Spielergewerkschaft NFLPA wehrt sich aus Sorge um die Gesundheit der Spieler und das erhöhte Übertragungsrisiko zudem gegen die von der NFL gewünschten Testspiele in der Saisonvorbereitung. Nach Angaben der Spielergewerkschaft vom Freitag haben sich in den vergangenen Wochen 65 NFL-Profis mit dem Virus infiziert.

Update, 20. Juli, 5 Uhr: DIHK-Präsident: Stimmung in Deutschland besser als die Lage

Die deutsche Wirtschaft ist aus Sicht von DIHK-Präsident Eric Schweitzer trotz der Lockerungen in der Corona-Krise noch lange nicht über den Berg. Schweitzer sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Als es Deutschland gut ging, hatte man immer das Gefühl, die Stimmung ist schlechter als die Lage. Derzeit hat man das Gefühl, die Stimmung ist besser als die Lage. Der Einbruch ist tief, der Weg heraus führt nicht so steil wieder nach oben wie viele im Frühjahr gehofft haben." 

Schweitzer sprach sich für zusätzliche milliardenschwere staatliche Hilfen aus.

Die alles entscheidende Frage sei, wann es wieder aufwärts gehe, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). "Das zweite Quartal war schlicht eine Katastrophe. Laut unseren Umfragen glaubt die Hälfte der Betriebe, dass sich ihre Geschäftslage erst 2021 oder sogar noch später wieder spürbar bessert." Deswegen sei der DIHK mit einer Prognose von minus zehn Prozent beim Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr pessimistischer als die Bundesregierung.

Update, 20. Juli, 4.55 Uhr: Experte: Promi-Aktionen gegen Corona haben gute und schlechte Seiten

Die Corona-Spendenaktionen von Prominenten wie den Fußball-Nationalspielern Leon Goretzka (25), Joshua Kimmich (25) oder Marco Reus (31) haben nach Ansicht von Experten Licht- und Schattenseiten. 

"Wir freuen uns immer über Leute, die sich engagieren, insbesondere, wenn es Sportler sind, die über eine große Reichweite verfügen und viel zu geben haben", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats, Max Mälzer, der Deutschen Presse-Agentur.

Das Problem sei jedoch häufig die konkrete Umsetzung, nachdem das Geld gesammelt worden sei. Unter Umständen könne es länger dauern, bis das Geld ankomme. Etablierte Organisationen haben Mälzer zufolge damit mehr Erfahrung. Idealerweise vernetzten sich die Sportler, die die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit herstellen können, mit den gemeinnützigen Organisationen.

Die Bayern-Profis Leon Goretzka und Joshua Kimmich hatten Ende März die Spendenaktion "We kick Corona" ins Leben gerufen und damit mehrere Millionen Euro gesammelt. Kapitän Marco Reus von Borussia Dortmund initiierte "Help your Hometown".

Joshua Kimmich (l) und Leon Goretzka. (Archivbild)
Joshua Kimmich (l) und Leon Goretzka. (Archivbild)  © dpa/Marius Becker

Update, 20. Juli, 4.41 Uhr: Japan mit größtem Exporteinbruch seit zehn Jahren

Japans Exporte sind in der ersten Jahreshälfte wegen der Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie so stark eingebrochen wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. 

Wie die Regierung am Montag bekanntgab, verringerten sich die Ausfuhren der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zwischen Januar und Juni im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 15,4 Prozent auf rund 32,4 Billionen Yen (261 Mrd Euro). 

Das ist der schwerste Einbruch auf Halbjahresbasis seit einem Exportrückgang von 22,8 Prozent in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 im Zuge der globalen Finanzkrise. Hintergrund ist die stark gesunkene Nachfrage in Übersee nach japanischen Autos und anderen Industriegütern wegen der Pandemie.

Allein Japans wichtiger Autoexport brach im Berichtszeitraum um 30,9 Prozent ein, wie aus den vorläufigen Daten der Regierung hervorgeht. 

Update, 20. Juli, 4.11 Uhr: Neue Entscheidung über US Open der Tennisprofis rückt näher

Die Tennisprofis erwarten offenbar bald eine erneute Entscheidung darüber, ob die US Open wie geplant ab dem 31. August stattfinden werden. Der Weltranglisten-Dritte Dominic Thiem (26), der nach seinen beiden Siegen bei den Berliner Einladungsturnieren in dieser Woche in einen kurzen Urlaub geht, sagte am Sonntagabend: "Ich hoffe, in der freien Zeit zu erfahren, wie es weitergeht."

Der Österreicher wünscht sich zwar, dass in New York gespielt werden kann. Sollte das Grand-Slam-Turnier angesichts der gestiegenen Zahl an Corona-Infektionen in den USA doch abgesagt werden müssen, würde der 26-Jährige auf Sand in Europa antreten.

Sein Finalgegner vom Sonntag, der Südtiroler Jannik Sinner, wünscht sich baldige Gewissheit über die US Open, die unter strengen Hygienemaßnahmen ausgetragen werden würden. "Diese Woche müsste man eh alles entscheiden", sagte der aufstrebende 18-Jährige. 

Die ATP-Tour der Herren soll nach der Corona-Pause eigentlich am 14. August in Washington wieder beginnen. Die Damen sollen bereits am 3. August in Palermo starten, vom 10. August an sind WTA-Turniere in Prag sowie in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky geplant.

Update, 20. Juli, 3.38 Uhr: Planungen für weitere Tennis-Einladungsturniere laufen

Nach den insgesamt geglückten Veranstaltungen in Berlin könnte es weitere Tennis-Einladungsturniere in Deutschland geben. Die Veranstalter bestätigten entsprechende Überlegungen am letzten Turniertag in der Hauptstadt. Dort fanden zwei jeweils dreitägige Turniere mit sechs Damen und sechs Herren im Steffi-Graf-Stadion und auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof statt. Bei den Veranstaltungen waren mehrere hundert Zuschauer erlaubt.

"Wir werden jetzt nicht eine andere Stadt oder Location präsentieren, aber die Planungen gibt es", sagte Veranstalter Edwin Weindorfer. Entscheidend wird dabei sein, wie es der mit weltweiten Tennis-Tour weitergeht, die am 3. August in Palermo bei den Damen und am 14. August in Washington für die Herren wieder starten soll.

Falls der Turnier-Betrieb trotz der Corona-Pandemie normal fortgesetzt werden kann, müsste ein weiteres Einladungsturnier nach der Saison im November oder Dezember stattfinden. Ob mit einem größeren Teilnehmerfeld oder mehr Zuschauern, muss sich noch zeigen.

In Berlin soll auf jeden Fall im kommenden Juni die Premiere des in diesem Jahr abgesagten WTA-Rasen-Turniers der Damen stattfinden. Das betonten die Veranstalter zum Abschluss der Einladungsturniere erneut.

Hangar 6 des einstigen Flughafens Tempelhof. (Archivbild)
Hangar 6 des einstigen Flughafens Tempelhof. (Archivbild)  © dpa/bett1ACES/-

Update, 20. Juli, 3.10 Uhr: DFB-Chef Keller: Stadionbesuche mit Massentests ermöglichen

Der Deutsche Fußball-Bund will mithilfe von massenhaften Präventivtests schon beim Länderspiel gegen Spanien Anfang September wieder Zuschauer in Stuttgart zulassen. "Es muss einen Weg geben, über Tests wieder eine gewisse Normalität zu erlangen", sagte DFB-Präsident Fritz Keller (63) der "Badischen Zeitung". 

Der Verband arbeite mit Experten und Wissenschaftlern aus vielen Bereichen an einem System, das Stadionbesuche wieder ermöglichen soll. Mögliche Kritik an einer Sonderrolle des Fußballs wies Keller zurück. "Die Präventivtests kommen nicht dem Fußball zugute, sondern allen", sagte der DFB-Chef.

Mit der Infrastruktur seiner 25 000 Vereine könne der DFB der Gesellschaft helfen. "Wenn von 7,1 Millionen Mitgliedern im Idealfall jedes fünf bis zehn Menschen aus seinem Verein zum Testen bewegt, kann man sich ausrechnen, wie viel wir erreichen könnten", sagte Keller. In jedem Vereine gebe es jemanden mit medizinischer Erfahrung, der die Selbsttests anleiten könne. Schon am Morgen nach dem Test könne man das Ergebnis auf dem Handy haben.

Bei einem negativen Testresultat sei Keller zufolge ein Stadionbesuch unbedenklich. "Da Wissenschaftler davon ausgehen, dass man bis zu 48 Stunden nach einem Test mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit niemand anderen anstecken kann, ist es möglich, innerhalb dieses Zeitraums ein Höchstmaß an Sicherheit für andere zu gewährleisten", erklärte der 63-Jährige.

Update, 20. Juli, 1.40 Uhr: Amigos fühlen sich in Jubiläumsjahr wie ausgebremste Rennpferde

Die Corona-Pandemie bremst das Schlager-Duo Amigos ausgerechnet im Jahr seines 50-jährigen Bühnenjubiläums aus. "Da fühlt man sich wie ein Rennpferd, das nicht rennen darf", sagte Bernd Ulrich (69), der zusammen mit seinem Bruder Karl-Heinz (71) das Duo bildet, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Musiker aus dem mittelhessischen Hungen haben am 10. Juli ihr neues Album "Tausend Träume" veröffentlicht, mit dem sie zum zwölften Mal die deutschen Albumcharts erobert haben. Damit übertreffen die beiden sogar die Beatles und die Toten Hosen (jeweils 11 Nummer-eins-Alben), wie GfK Entertainment am Freitag mitgeteilt hatte.

Doch gewohnte Auftritte vor großem Publikum sind für die Amigos derzeit wegen der Pandemie nicht möglich. "Das ist schmerzhaft. Wir hätten gern mit unseren Fans das Jubiläum gefeiert. 50 Jahre - das ist ja mal eine stolze Zahl. Innerlich haben wir die Hoffnung schon aufgegeben, in diesem Jahr noch mal groß auf die Bühne zu kommen."

Andere Konzerte zu geben, kam für die Amigos nicht in Frage. "Wohnzimmer-Konzerte, im Internet übertragen oder im Autokino - das ist für uns kein Ersatz. Wir wollen ja schließlich richtig in Kontakt kommen mit unseren Fans." In der Zwischenzeit haben sich die Amigos an neue Texte und Lieder gesetzt. Und: "Mein Garten war noch nie so aufgeräumt wie jetzt. Was soll man auch machen, wenn Corona ist", sagte Bernd Ulrich.

Gedanken an ein Karriere-Ende verschwenden die Amigos nach eigener Darstellung nicht. "Wäre doch Schwachsinn, jetzt aufzuhören. Wir planen bereits fürs Album im nächsten Jahr. So lange wir gesund sind, machen wir weiter. Denn das Feuer in uns brennt noch immer."

Die Brüder Bernd (69, r) und Karl-Heinz Ulrich (71). (Archivbild)
Die Brüder Bernd (69, r) und Karl-Heinz Ulrich (71). (Archivbild)  © DPA/Arne Dedert

Update, 19. Juli, 22.48 Uhr: Golf-Legende Nicklaus war mit Coronavirus infiziert

US-Golf-Legende Jack Nicklaus (80) war schon früh mit dem Coronavirus infiziert. "Mitte März haben Barbara und ich beide das Virus gehabt. Barbara war ohne Symptome, ich hatte Halsschmerzen und Husten. Nicht lange, da waren wir beide sehr glücklich", berichtete der 80-Jährige am Sonntag am Rande seines Memorial Tournaments in Dublin/Ohio von sich und seiner Ehefrau. 

Sie seien beide etwa einen Monat zu Hause geblieben. Nicklaus ist mit 18 Major-Siegen der bis dato erfolgreichste Golfer der Geschichte.

US-Golf-Legende Jack Nicklaus (80). (Archivbild)
US-Golf-Legende Jack Nicklaus (80). (Archivbild)  © dpa/AP/Matt Slocum

Update, 19. Juli, Letzter Appell? Ratspräsident versucht Gipfel-Debakel zu verhindern

EU Ratspräsident Charles Michel (44) hat mit einem verzweifelt wirkenden Appell versucht, den Brüsseler Sondergipfel zu den geplanten Corona-Hilfen vor einem Scheitern zu bewahren. 

In einer Ansprache bei dem Abendessen der Staats- und Regierungschef am Sonntag verwies der Belgier auf die zahlreichen Kompromissangebote und Zugeständnisse, die er sei dem Beginn des Treffens am Freitag gemacht hatte. Zudem betonte er mehrfach, dass er allen Gipfelteilnehmern immer mit größtem Respekt zugehört habe.

Als Grund für eine notwendige Einigung nannte er laut Redemanuskript die beispiellose Krise, mit der die EU wegen der Corona-Pandemie konfrontiert sei, aber auch das zu erwartende negative Medien-Echo im Fall eines Scheiterns des Gipfels. Zum Schluss seines Beitrags sagte Michel laut Redetext: "Mein Wunsch ist es, dass wir eine Einigung erzielen, und dass die FT ("Financial Times") und andere Zeitungen morgen titeln, dass die EU erfolgreich eine "Mission Impossible" gemeistert hat."

Update, 19. Juli, 22.07 Uhr: Lufthansa: Abarbeiten von Erstattungen dauert vier bis sechs Wochen

Nach Angaben der Lufthansa wird es "noch vier bis sechs Wochen" dauern, um die coronabedingte Erstattung von Tickets für Flüge bis Ende Juni abzuarbeiten. 

"Bis heute haben wir bereits etwa 1,4 Milliarden Euro ausgezahlt", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Man wolle die Ticketerstattung für ausgefallene Flüge aber beschleunigen.

 "Innerhalb der nächsten 10 bis 14 Tage wollen wir die automatisierten Prozesse wieder einschalten. Dann werden große dreistellige Millionenbeträge im Monat ausgezahlt", kündigte Hohmeister an.

Insgesamt seien bei dem Konzern mehr als zwei Millionen Erstattungsanfragen eingegangen, so der Lufthansa-Vorstand. Die Zahl sei durch die Einführung eines neuen Flugplans zum 29. Juni noch einmal gestiegen.

Schönefeld: Flugzeuge der Fluggesellschaft Lufthansa stehen am Rand des Rollfeldes nebeneinander.
Schönefeld: Flugzeuge der Fluggesellschaft Lufthansa stehen am Rand des Rollfeldes nebeneinander.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 19. Juli, 22 Uhr: EU-Ratschef Michel blitzt bei den "Sparsamen" mit Vorschlag ab

EU-Ratspräsident Charles Michel (44) hat nach Angaben von Diplomaten am Sonntag einen weiteren Kompromissvorschlag ausgelotet, ist aber auf Widerstand der sogenannten sparsamen EU-Staaten gestoßen. 

Demnach sollte die Summe der Zuschüsse aus dem Corona-Krisenprogramm von ursprünglich 500 Milliarden auf 400 Milliarden Euro reduziert werden, wie es am Sonntagabend hieß. Die Ländergruppe Österreich, Schweden, Dänemark, die Niederlande und Finnland hätten den Vorschlag jedoch abgelehnt.

Sie wollen nach Angaben von Diplomaten nicht mehr als 350 Milliarden Euro an Zuschüssen und bezeichnen dies als letztes Angebot. Darüber hinaus verlangten sie Rabatte auf ihre Beitragszahlungen an den EU-Haushalt, wie es weiter hieß. 

Michels Vorschlag umfasste den Angaben zufolge auch Lösungsansätze zum Streit über die Kontrolle der Auszahlung von Geldern, ein Angebot für Rabatte und Kompensation für Bauern in Österreich, einen Schlüssel für die Verteilung der Krisenhilfen und für die Koppelung von EU-Geldern an die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit.

Wie ein Ausweg aus der Sackgasse aussehen könnte, blieb zunächst offen. Die Staats- und Regierungschefs berieten am Sonntagabend in großer Runde beim Abendessen darüber.

EU-Ratspräsident Charles Michel (44).
EU-Ratspräsident Charles Michel (44).  © -/European Union/XinHua/dpa

Update, 19. Juli, 19.30 Uhr: Kompromissvorschlag der "Sparsamen Vier" beim EU-Gipfel

Beim festgefahrenen EU-Gipfel um ein Corona-Paket haben die "Sparsamen Vier" Diplomaten zufolge ein Kompromissangebot vorgelegt, das den Umfang des Plans und die Summe der Zuschüsse reduziert. Das Gesamtvolumen soll demnach um 50 Milliarden auf 700 Milliarden Euro gekürzt werden. 

Die Hälfte davon - also 350 Milliarden Euro - soll als Zuschüsse vergeben werden, wie mehrere EU-Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Dies werde als das "letzte Angebot" der sogenannten "sparsamen" Staaten Niederlande, Schweden, Dänemark und Österreich bezeichnet, sagte ein Diplomat.

Ursprünglich war vorgesehen, 500 Milliarden Euro als Zuschüsse zu vergeben. Dagegen wehren sich die vier Staaten jedoch heftig. Fraglich ist, ob den südlichen Ländern Spanien, Italien und Portugal sowie einigen östlichen EU-Staaten 350 Milliarden Euro Zuschüsse ausreichen werden.

Mark Rutte (l-r), Ministerpräsident der Niederlande, Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin von Dänemark, Stefan Löfven, Ministerpräsident von Schweden, und Sanna Marin, Ministerpräsidentin von Finnland, nehmen an einer Konferenz im Rahmen des EU-Sondergipfels am Hauptsitz der Europäischen Union teil.
Mark Rutte (l-r), Ministerpräsident der Niederlande, Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin von Dänemark, Stefan Löfven, Ministerpräsident von Schweden, und Sanna Marin, Ministerpräsidentin von Finnland, nehmen an einer Konferenz im Rahmen des EU-Sondergipfels am Hauptsitz der Europäischen Union teil.  © -/European Union/XinHua/dpa

Update, 19. Juli, 18.20 Uhr: Johnson schließt zweiten Lockdown so gut wie aus

Der britische Premierminister Boris Johnson (56) hat einen zweiten landesweiten Lockdown in Großbritannien so gut wie ausgeschlossen. Es handle sich dabei um ein Mittel wie die atomare Abschreckung. 

"Ich will sicherlich nicht davon Gebrauch machen", sagte der konservative Regierungschef dem "Sunday Telegraph" (Sonntag). Er glaube auch nicht, dass Großbritannien wieder darauf angewiesen sein werde, so Johnson.

Mit mehr als 45.000 Toten gilt das Vereinigte Königreich als das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Wissenschaftler hatten kürzlich gewarnt, eine zweite Infektionswelle im Winter könne sogar bis zu 120.000 Menschenleben fordern.

Erst am Freitag hatte Johnson weitere Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie angekündigt und den Menschen in seinem Land eine weitgehende Normalisierung des Lebens bis Weihnachten in Aussicht gestellt. 

Sein wissenschaftlicher Chefberater Patrick Vallance hatte wenige Stunden zuvor bei der Befragung durch einen parlamentarischen Ausschuss die Notwendigkeit von landesweiten Maßnahmen ausdrücklich nicht ausschließen wollen.

Der britische Premierminister Boris Johnson (56).
Der britische Premierminister Boris Johnson (56).  © Pa Video/PA Wire/dpa

Update, 19. Juli, 18 Uhr: Söder zweifelt regulären Schulbetrieb nach den Ferien an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) hat angesichts der Corona-Situation in Teilen Europas Zweifel angemeldet, ob die Schule in Bayern nach den Sommerferien tatsächlich wieder regulär starten kann. 

"Ich sag' Ihnen ganz offen, ich bin noch nicht so überzeugt, dass es einen ganz normalen Regelunterricht geben wird", sagte Söder am Sonntag im ZDF-Sommerinterview. Er betonte: "Wir müssen uns auch Alternativkonzepte überlegen, ein abgestuftes System, für den Fall, dass es wieder schlimmer wird."

Ziel der Staatsregierung ist es eigentlich, nach den Sommerferien wieder zum täglichen Präsenzunterricht für alle Schüler zurückzukehren - nach langem Corona-Ausnahmezustand. Zunächst waren die Schulen wochenlang komplett geschlossen. 

Und bis zu den Ferien findet der Unterricht für die allermeisten Schüler in Bayern nun lediglich im Wechsel in kleineren Gruppen statt. Die Staatsregierung hatte zuletzt bereits angekündigt, sich für den Herbst mit mehreren Alternativkonzepten für unterschiedliche Corona-Lagen zu wappnen.

Söder geht zu der Aufzeichnung der Sendung "ZDF-Sommerinterview mit CSU-Vorsitzenden Markus Söder".
Söder geht zu der Aufzeichnung der Sendung "ZDF-Sommerinterview mit CSU-Vorsitzenden Markus Söder".  © Daniel Karmann/ZDF/dpa

Söder will Corona-Testzentren an bayerischen Flughäfen

Deutsche Urlaubsrückkehrer sollen sich in Kürze direkt an den bayerischen Flughäfen kostenlos und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können. 

"Wir jedenfalls überlegen uns jetzt und werden es auch machen, dass wir an unseren Flughäfen Testzentren einrichten, dass man, wenn man aus dem Urlaub zurückkommt, sich auch dort jederzeit testen lassen kann", sagte er.

Wann genau die Testzentren ihren Betrieb aufnehmen sollen, ließ Söder offen. Er deutete als sinnvolles Ziel aber den Beginn der bayerischen Sommerferien am kommenden Wochenende an. Grundsätzlich plädierte der CSU-Politiker für mehr Tests nach den Ferien. "Wir müssen uns sehr auf die Urlaubsrückkehrer einstellen, das gilt auch für den Schulbeginn."

ZDF-Moderator Theo Koll (r) und Markus Söder unterhalten sich während der Aufzeichnung der Sendung.
ZDF-Moderator Theo Koll (r) und Markus Söder unterhalten sich während der Aufzeichnung der Sendung.  © Daniel Karmann/ZDF/dpa

Söder erhält seit Beginn der Corona-Krise mehr Bedrohungen als früher

CSU-Chef Markus Söder wird immer häufiger bedroht. "Ich bekomme selbst auch Drohungen, seit der Coronakrise mehr denn je".

Mit Blick auf die jüngst bekannt gewordenen Morddrohungen, für die Daten von Polizeicomputern in Hessen abgerufen worden sein sollen, gab sich Söder zurückhaltend und warnte vor einem Generalvorwurf gegen die Polizei. "Die Polizei sorgt dafür, dass wir beschützt werden", sagte er. Daher werde sie zu Recht nicht nur mit Geld sondern auch mit Vertrauen ausgestattet.

Gleichwohl betonte Söder, dass die Unklarheiten bei der hessischen Polizei aufgeklärt werden müssten. Wer bedroht werde, habe die absolute Rückendeckung des Staates verdient. Der Staat dürfe solche Vorfälle auf keinen Fall zulassen.

Markus Söder (53, CSU) im Gespräch.
Markus Söder (53, CSU) im Gespräch.  © Daniel Karmann/ZDF/dpa

Update, 19. Juli, 17.47 Uhr: Große Bedenken: Viele Athleten halten Olympia-Absage für möglich

Die Skepsis der deutschen Topathleten im Hinblick auf die Austragung der verlegten Olympischen Spiele in Tokio ist groß. Dies zeigt eine nicht repräsentative Umfrage, die am Sonntag in der ZDF-"Sportreportage" gezeigten Dokumentation "Spiele in Pandemie-Zeiten - das andere Olympia?" vorgestellt wurde. 

Demnach schätzt jeder zweite von 180 befragten möglichen Olympia-Startern das Risiko einer Absage der Tokio-Spiele als hoch oder sehr hoch ein.

Die Virologin Ulrike Protzer hält die Tokio-Spiele im Sommer 2021 trotz der anhaltenden Coronavirus-Pandemie für möglich, "aber nicht so, wie wir sie normalerweise kennen", sagte die Wissenschaftlerin der TU München dem ZDF. 

"Also nicht mit Massen von Menschen, nicht als eine große Showveranstaltung begleitet von kommerziellen Interessen. Aber sie sind möglich als Sportveranstaltung."

Dazu müsste man die Athleten zwei Wochen vor Eröffnung in Quarantäne nehmen und sie kontrollieren. Dann hätte man "ein minimalstes Risiko", dass das Virus übertragen werde. 

Schwieriger sei der Punkt Zuschauer. 56 Prozent der vom ZDF befragten Sportler halten die Gefahr, dass durch die Spiele eine zweite Infektionswelle ausgelöst werden könnte, für groß oder sehr groß.

Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees.
Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees.  © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Update, 19. Juli, 16.49 Uhr: 13 neue Fälle im Landkreis Uelzen

Im Landkreis Uelzen ist es zu einem Corona-Ausbruch mit 13 Fällen in mehreren Familien gekommen. Die Familien lebten "in enger räumlicher Nähe zueinander" in Uelzen, teilte der niedersächsische Landkreis am Sonntag mit. Betroffen seien auch schulpflichtige Kinder. 

Alle Infizierten seien in häuslicher Quarantäne. "Wir hoffen, dass das Infektionsgeschehen auf die betroffenen Familien eingegrenzt werden kann", sagte Landrat Heiko Blume. Derzeit liefen die Untersuchungen zu möglichen Kontaktpersonen. Am Freitag war im Landkreis ein erster neuer bestätigter Corona-Fall aufgetreten.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen und weitere Infektionen ausschließen zu können, sollten am Montag in zwei Schulen Mitschüler sowie weitere mögliche Kontaktpersonen auf das Virus getestet werden, kündigte der Landkreis an.

Update, 19. Juli, 16.19 Uhr: Bettel pocht bei EU-Gipfel auf Rechtsstaatlichkeit

In den zähen Verhandlungen auf dem EU-Sondergipfel hat Luxemburgs Ministerpräsident Xavier Bettel (47) auf die Einführung eines Rechtsstaatsmechanismus gepocht. "Man kann nicht akzeptieren, dass das Rückgrat der Union, ihre Werte, von manchen zur Disposition gestellt wird", sagte Bettel am Sonntag in Brüssel. 

"Europa ist kein Gemüseladen, in dem man sich alles aussuchen kann, Europa dreht sich um Werte, die wir verteidigen." Es müsse geprüft werden, ob es juristisch möglich sei, EU-Geldzuweisungen an Mitgliedstaaten mit der Einhaltung von Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit zu verbinden, wie dies auf dem Gipfel angestrebt wird. Ansonsten müsse über die Rechtsstaatlichkeit separat beraten werden.

Angesichts der schwierigen Beratungen auf dem Gipfel zu dem Milliardenhilfspaket der EU in der Corona-Krise sagte Bettel, er habe in den sieben Jahren seiner Amtszeit selten Positionen gesehen, die sich so diametral gegenüberstanden, und das in verschiedenen Punkten.

Brüssel: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (l-r), der französische Staatspräsident Emmanuel Macron, Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel und der Präsident des Europäischen Rates Charles Michel sprechen am Samstag miteinander.
Brüssel: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (l-r), der französische Staatspräsident Emmanuel Macron, Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel und der Präsident des Europäischen Rates Charles Michel sprechen am Samstag miteinander.  © Francois Lenoir/Reuters Pool/AP/dpa

Beim Streit um die Höhe der Corona-Zuschüsse für besonders betroffene Länder appellierte Bettel an die Solidarität und den Zusammenhalt. Die Höhe der Zuschüsse müsse den Bedürfnissen entsprechen. Wenn Länder angesichts der Krise zusammenbrächen, habe dies auch Auswirkungen für die übrigen Länder.

Zwar hätten die Nettozahler keine Lust, Blankoschecks für hilfsbedürftige Länder auszustellen und verlangten ein Kontrollrecht. "Es kann natürlich nicht ein Land sein, das alle Zusagen blockiert, sondern das ist eine Entscheidung, die man gemeinsam trifft", meinte Bettel.

Bei dem bereits bis Sonntag verlängerten Sondergipfel hatte die eigentlich für 12 Uhr angesetzte Sitzung aller 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Nachmittag immer noch nicht begonnen. Die Vorgespräche dauerten an.

Update, 19. Juli, 16 Uhr: 202 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 202 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.574 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 19.7., 0.00 Uhr). An Sonntagen ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen aus Übermittlungsgründen häufig relativ gering.

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9084 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten 187.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Lothar Wieler (59), Präsident des Robert Koch-Instituts.
Lothar Wieler (59), Präsident des Robert Koch-Instituts.  © Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa

Update, 19. Juli, 15.30 Uhr: Hochsaison an der Ostseeküste

Mit dem Ferienbeginn in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen ist am Wochenende die nächste große Reisewelle an die Ostsee gerollt. Die drei Ost-Bundesländer zählen traditionell zu den wichtigsten Herkunftsgebieten für die Urlaubsregionen in Mecklenburg-Vorpommern. 

Tausende tummelten sich bei sonnigem Wetter an der Ostsee und an den Seen. Auch an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste war viel los: "Wir sind gut besucht, aber weit entfernt von einem Massenansturm. An unseren Stränden ist noch Platz", sagte Bettina Schäfer, Bürgermeisterin von Scharbeutz. Urlauber, Einheimische und Tagesgäste hätten sich sehr gut an den Stränden der Region verteilt. Grund dafür sei auch das neu eingeführte Leitsystem über die Internetseite www.strandticker.de gewesen

Überfüllt seien die Strände nicht, meinte auch der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes von Mecklenburg-Vorpommern, Tobias Woitendorf. "Wir haben viele, lange und breite Strände." Außerdem seien immer noch weniger Touristen im Land als in den Vorjahren, da zum Beispiel Tagestouristen aus Berlin oder Hamburg aufgrund der geltenden Corona-Beschränkungen noch nicht nach MV kommen könnten.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat die Besetzung der Wachtürme nunmehr auf die maximal zulässige Stärke hochgefahren.

Schleswig-Holstein, Timmendorfer Strand: Badegäste geniessen bei schwülen 26 Grad Lufttemperatur und diesigem Himmel den Nachmittag am Ostseestrand.
Schleswig-Holstein, Timmendorfer Strand: Badegäste geniessen bei schwülen 26 Grad Lufttemperatur und diesigem Himmel den Nachmittag am Ostseestrand.  © dpa/Markus Scholz

Update, 19. Juli, 15.08 Uhr: Landkreis will nach Corona-Ausbruch Schlachthof nicht schließen

Nach einem größeren Corona-Ausbruch von Mitarbeitern einer Hähnchenschlachterei im niedersächsischen Lohne sieht der Landkreis keine Veranlassung für eine Schließung des Betriebs. Es handele sich um eine Ermessensfrage, sagte der Landrat des Landkreises Vechta, Herbert Winkel (CDU), am Sonntag. 

"Wir konnten keinen bestimmten Infektionsherd feststellen", sagte Winkel. Es gebe zwar ein größeres Ausbruchsgeschehen, das sich auf ein Kartonage-Lager zurückführen lasse, wo sich einige Mitarbeiter in den Pausen getroffen hatten. Das Hygienekonzept des Betriebs sei aber gut. Die Mehrheit der Betroffenen habe sich wohl in der Freizeit infiziert.

Bei einem Reihentest unter Mitarbeitern der Hähnchen-Schlachterei der Wiesenhof-Gruppe wurden von 1046 Mitarbeitern 66 positiv auf Covid-19 getestet. Alle Infizierten wurden unter Quarantäne gestellt. Auch 70 direkte Angehörige seien bereits unter Quarantäne, sagte Winkel. Weitere Kontaktpersonen sollen ab Montag ermittelt werden.

Die Luftaufnahme zeigt den Wiesenhof-Hähnchenschlachthof im niedersächsischen Lohne, in dem 66 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. (Archivbild)
Die Luftaufnahme zeigt den Wiesenhof-Hähnchenschlachthof im niedersächsischen Lohne, in dem 66 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. (Archivbild)  © dpa/Mohssen Assanimoghaddam

Update, 19. Juli, 15 Uhr: Hoeneß zur Fan-Debatte: Fußball auch ohne Ultras möglich

In der Debatte um Fan-Mitsprache im deutschen Fußball wünscht sich Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß von den Ultras mehr Mäßigung.

"Der Fußball gehört allen und es ist sehr wichtig, dass die Ultras begreifen, dass sie auch ein wichtiges Element sind, aber nicht alles alleine bestimmen dürfen", sagte Hoeneß (68) in "Der Sonntags-Stammtisch" im BR Fernsehen.

"Ich bin immer für Kooperation, aber auch die Ultras müssen wissen, dass der Fußball auch ohne Ultras möglich ist."

Die ganze Meldung könnt Ihr >>> hier nachlesen. 

Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß (68). (Archivbild)
Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß (68). (Archivbild)  © dpa/ Sven Hoppe

Update, 19. Juli, 14.25 Uhr: Peking senkt Corona-Alarm : neue Fälle in Xinjiang

Der Corona-Alarm in der chinesischen Hauptstadt wird herabgestuft. Vorangegangen seien 14 Tage ohne Neuansteckungen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Behörden hätten verkündet, dass der neue Ausbruch in Peking von Mitte Juni erfolgreich eingedämmt worden sei. Die Änderung der Warnstufe sollte am Montag in Kraft treten.

Dagegen erklärten die Behörden in der fernwestlichen Region Xinjiang eine "Kriegslage", um einen dortigen Corona-Ausbruch einzudämmen. Es habe dort 17 bestätigte Fälle gegeben, 23 Infektionen ohne Symptome, und 269 Menschen hätten am Sonntagmorgen noch unter Beobachtung gestanden. In Xinjiangs Hauptstadt Urumtschi wurde am Donnerstag ein Lockdown verhängt. Flüge, U-Bahn- und Eisenbahnverkehr wurden eingestellt.

Update, 19. Juli, 14.20 Uhr: Netanjahu in Corona-Krise unter Druck: Attacke gegen Amtsvorgänger

Der wegen seiner Corona-Politik in die Kritik geratene israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (70) hat seinen Amtsvorgänger Ehud Barak (78) bei Twitter scharf attackiert. 

Netanjahu machte Barak für eine Demonstration verantwortlich, auf der eine Palästinenserflagge zu sehen gewesen sei. "Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Eine Flagge der Palästinenserbehörde auf einer Demonstration der Linken, die Ehud Barak organisiert, der Partner des verurteilten Pädophilen Jeffrey Epstein, gestern vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten in Jerusalem. Scham und Schande", schrieb Netanjahu am Sonntag zu einem Foto von den Protesten.

Der 70-Jährige steht derzeit wegen seinem Corona-Krisenmanagement massiv in der Kritik. Vor allem die wirtschaftlichen Auswirkungen befeuern derzeit Proteste gegen seine Politik, die vor allem von der Bewegung "Schwarze Flaggen" organisiert werden.

Barak reagierte bei Twitter auf die Attacke des Regierungschefs: "Netanjahu hat Halluzinationen. Er ist panisch und verwirrt, setzt auf Hetze und Fake News." Zu den Protesten schrieb er: "Das sind nicht die Palästinenser. Das ist das israelische Volk, das auf die Straße geht. Weil es kein Brot, kein Geld, keine Demokratie gibt." Er forderte Netanjahu dazu auf, zurückzutreten und sich auf drei wöchentliche Verhandlungen in seinem Korruptionsprozess vorzubereiten.

Update, 19. Juli, 14 Uhr: Ex-Bundesligaspieler Renato Sanches mit Corona infiziert

Ex-Bayern-Star Renato Sanches (22) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Sanches befinde sich in seiner Heimat Portugal und müsse erst zweimal negativ auf das Virus getestet werden, bevor er wieder reisen dürfe, sagte der Trainer des französischen Fußball-Erstligisten OSC Lille, Christophe Galtier, am Samstag der Sportzeitung "L'Équipe".

Neben Sanches seien auch Jonathan Bamba (24) und Jonathan Ikoné (22) positiv getestet worden. Beide befinden sich laut Galtier aber in Frankreich und können voraussichtlich früher wieder trainieren. 

Galtier erinnerte demnach an die Wichtigkeit der Einhaltung der Abstandsregeln. Er beobachte genau, wie sich die Lage in seinem Heimatland entwickle, sagte der Franzose. Frankreich war mit mehr als 30.000 Todesfällen von der Coronavirus-Pandemie hart getroffen worden.

Ex-Bayern-Star Renato Sanches (22). (Archivbild)
Ex-Bayern-Star Renato Sanches (22). (Archivbild)  © dpa/Matthias Balk

Update, 19. Juli, 13.50 Uhr: Kurz warnt vor "faulem" Gipfelkompromiss beim Rechtsstaatsmechanismus

Im Milliarden-Streit beim verlängerten EU-Gipfel hat Österreichs Kanzler Sebastian Kurz vor (33) einem "faulen Kompromiss" beim geplanten Rechtsstaatsmechanismus gewarnt. "Ich erlebe da bei vielen eine gewissen Beweglichkeit", sagte der konservative Politiker am Sonntag in Brüssel. 

Die sogenannten sparsamen Länder hätten sich darauf verständigt, "dass wir hier an einer sehr klaren Position festhalten werden und eine gewisse Grenze auch nicht bereit sind zu unterschreiten".

Vor allem Länder wie Ungarn und Polen lehnen es jedoch ab, die Auszahlung von EU-Geld künftig an die Einhaltung rechtsstaatlicher Standards zu koppeln. "Das wird sicherlich noch gewisse Debatten und Diskussionen notwendig machen", sagte Kurz. 

Welche Grenzen es in dieser Debatte für die "sparsamen" Länder - Österreich, Dänemark, Schweden und die Niederlande - gibt, sagte Kurz nicht. Finnland hatte sich dem Vierer-Club am Samstag angeschlossen.

Update, 19. Juli, 13.39 Uhr: Moto2-Pilot Marcel Schrötter stürzt beim Hitzerennen in Spanien

Motorradpilot Marcel Schrötter (27) ist im ersten Moto2-Rennen nach der Corona-Zwangspause gestürzt. Der 27 Jahre alte Bayer schied am Sonntag beim Grand Prix von Spanien in Jerez noch im ersten Drittel des WM-Laufs aus, nachdem er gut vom Start weggekommen war.

Die extreme Hitze in Südspanien erschwerte den Fahrern die Arbeit enorm. Bei über 50 Grad Celcius Asphalttemperatur stießen die Reifen an ihre Grenzen. Schrötter verlor in einer der schnellsten Kurven der Strecke die Kontrolle über seine Kalex-Maschine, konnte die Unfallstelle aber aus eigener Kraft verlassen.

In der kommenden Woche findet das nächste WM-Rennen auf derselben Strecke statt. Dann als Großer Preis von Andalusien.

Motorradpilot Marcel Schrötter (27). (Archivbild)
Motorradpilot Marcel Schrötter (27). (Archivbild)  © dpa/ZUMA Wire/Theo Karanikos

Update, 19. Juli, 13.27 Uhr: Mehrere Personen in Balearen-Hotel positiv getestet

Auf der Nachbarinsel von Mallorca gab es in einem Hotel einen Corona-Ausbruch. Fünf Menschen wurden demnach positiv auf Covid-19 getestet - die Zahl der Erkrankten könnte allerdings noch steigen.

Wie unter anderem die "Mallorca Zeitung" berichtet, habe das örtliche Gesundheitsamt die Fälle bereits bestätigt.

So sollen am frühen Samstagabend insgesamt fünf Personen positiv auf das Virus getestet worden sein.

Auch wenn die Zahl zunächst recht niedrig scheint, so ist es jedoch durchaus möglich, dass die Behörden diese noch einmal nach oben korrigieren müssen.

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Update, 19. Juli, 13.11 Uhr: Organisatoren der Tennis-Einladungsturniere äußern sich zufrieden

Die Veranstalter der beiden Tennis-Einladungsturniere in Berlin haben die Teilnehmer für ihren verantwortungsvollen Umgang mit dem Hygienekonzept gelobt. Das 59-seitige Konzept habe perfekt umgesetzt werden können, sagte Turnierdirektorin Barbara Rittner (47) am Sonntag auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Dort fand nach der Rasen-Veranstaltung im Steffi-Graf-Stadion in einem einstigen Hangar das zweite Turnier mit jeweils sechs Damen und sechs Herren statt.

"Die Spieler haben die Verantwortung mitgetragen. Wir haben gezeigt, dass wir so ein Event verantwortungsvoll machen können", sagte der österreichische Veranstalter Edwin Weindorfer.

In der kommenden Woche werde es dazu Telefonschalten mit den Profi-Organisationen ATP und WTA geben. Die weltweite Tennis-Tour von Herren und Damen soll im August nach monatelanger Pause wegen der Coronavirus-Pandemie wieder aufgenommen werden.

Turnierdirektorin Barbara Rittner (47). (Archivbild)
Turnierdirektorin Barbara Rittner (47). (Archivbild)  © dpa/Daniel Karmann/picture alliance

Update, 19. Juli, 13.07 Uhr: 3. Liga im Handball startet im Oktober

Die Drittligasaison der Handball-Männer soll am 3./4. Oktober beginnen, zwei Wochen später ist der Saisonstart bei den Frauen vorgesehen. Dies hat die Spielkommission bei ihrer Sitzung am Samstag in Dortmund festgelegt. Ziel seien Spiele mit Zuschauern, teilte der Deutsche Handballbund am Sonntag mit.

Die 72 Männer-Mannschaften gehen mit vier Staffeln in die neue Spielzeit. Die beiden Aufsteiger in die 2. Bundesliga werden in Relegationsspielen der vier Staffelsieger ermittelt. Die jeweils letzten vier Mannschaften aus jeder Staffel steigen ab. Die 60 Frauen-Teams sollen in fünf statt bisher vier Staffeln aufgeteilt werden. Der DHB-Bundesrat muss die geplante Änderung noch bestätigen. Neben drei Aufsteigern soll es 16 Absteiger geben.

"Dass wir Startdatum, Staffeleinteilung und Modus haben, hilft allen Beteiligten. Wir und damit auch die Vereine können nun etwas konkreter planen", sagte Horst Keppler, Vorsitzender der Spielkommission, in einer Verbandsmitteilung.

Update, 19. Juli, 13.05 Uhr: Massenproteste im Fernen Osten Russlands reißen nicht ab

Die Massenproteste im Fernen Osten Russlands gegen die Festnahme des Gouverneurs Sergej Furgal (50) reißen trotz Warnungen der Behörden nicht ab. Auch am Sonntag gingen wieder zahlreiche Menschen in der Großstadt Chabarowsk auf die Straßen, um gegen das Vorgehen Moskaus in dem Fall zu demonstrieren, wie russische Agenturen meldeten. 

Furgal wurde vor zwei Wochen festgenommen. Die Ermittler werfen dem Politiker der nationalistischen Partei LDPR vor, an einem Mord vor rund 15 Jahren beteiligt gewesen zu sein. Der Gouverneur der Region sitzt seitdem in Untersuchungshaft in Moskau und bestreitet die Vorwürfe.

Das Gesundheitsamt rief die Menschen auf, wegen der Corona-Pandemie zuhause zu bleiben und andere Bewohner nicht zu gefährden. In den nächsten Tagen sind wieder Protestaktionen geplant.

Sergej Furgal (50), Gouverneur von Chabarowsk, steht im Gerichtssaal. (Archivbild)
Sergej Furgal (50), Gouverneur von Chabarowsk, steht im Gerichtssaal. (Archivbild)  © dpa/AP/Alexander Zemlianichenko

Update, 19. Juli, 12.50 Uhr: Weitere Verzögerungen bei EU-Sondergipfel in Brüssel

Die Verhandlungen über das EU-Konjunkturprogramm zur Bewältigung der Corona-Krise gestalten sich weiter schwierig. Beim EU-Sondergipfel im Brüssel wurde am Sonntag eine eigentlich für 12 Uhr angesetzte Sitzung aller 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf unbestimmte Zeit verschoben. 

Die Vorgespräche dauerten an, hieß es von Diplomaten. Es würden zunächst in kleiner Runde mögliche Kompromisslinien getestet.

Streitpunkt bei dem Gipfel ist unter anderem die Höhe der nicht zurückzahlbaren Zuschüsse. Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) wollen nach Angaben von Diplomaten nicht akzeptieren, dass die Summe der dafür zur Verfügung stehenden Mittel bei unter 400 Milliarden Euro liegt.

Gegen diese Höhe gibt es allerdings Widerstand von Österreich, Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Finnland. Sie würden am liebsten nur Kredite und keine Zuschüsse vergeben, um Länder wie Italien und Spanien zu schnelleren Reformen zu bewegen.

Die EU-Staaten verhandeln seit Freitagvormittag in Brüssel über ein milliardenschweres Konjunkturprogramm, das die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abfedern soll. Zudem muss eine Einigung über den langfristigen EU-Haushalt erzielt werden. Insgesamt geht es um rund 1,8 Billionen Euro. Eigentlich sollte der Gipfel nur zwei Tage dauern.

Belgien, Brüssel: Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) spricht mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (42). (Archivbild)
Belgien, Brüssel: Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) spricht mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (42). (Archivbild)  © DPA/AP Pool/Francisco Seco

Update, 19. Juli, 12.20 Uhr: Umfrage: 70 Prozent der Japaner gegen Olympische Spiele 2021

Eine große Mehrheit der Japaner findet einer Umfrage zufolge, dass die wegen der Corona-Pandemie auf Sommer nächsten Jahres verlegten Olympischen Spiele entweder nochmal verschoben oder ganz abgesagt werden sollten. 

Lediglich 23,9 Prozent sagten, dass die Sommerspiele in Tokio wie geplant im kommenden Jahr stattfinden sollten, wie aus einer am Sonntag veröffentlichten landesweiten Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo hervorgeht. Demnach gaben 36,4 Prozent an, dass die Spiele in Tokio nochmals verschoben werden sollten, 33,7 Prozent sprachen sich für eine Absage aus.

Japans Olympia-Organisatoren halten an der Planung für 2021 fest, wollen die Sommerspiele aber simpler veranstalten als ursprünglich für diesen Sommer geplant. Priorität habe die Gesundheit und Sicherheit der Athleten, Zuschauer und aller Beteiligten, hieß es. Zugleich wolle man die Kosten für die Spiele deutlich reduzieren.

Update, 19. Juli, 11.05 Uhr: Zahl der Insolvenzen in Israel steigt in Corona-Krise massiv an

Die Corona-Krise trifft die Unternehmen in Israel hart. Wie das Justizministerium des Landes am Sonntag mitteilte, meldeten allein im Juni 2038 Firmen Insolvenz an. Das ist ein Anstieg von 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. 

Damals hatten nur 1165 Firmen Insolvenz angemeldet. Medienberichten zufolge setzt die Krise in Israel vor allem der Gastronomie, dem Tourismussektor und der Veranstaltungsbranche schwer zu.

Die Arbeitslosenquote liegt bei 21 Prozent. Die Regierung hat ein Hilfspaket für die heimische Wirtschaft, Einmalzahlungen für die Bürger und neue Restriktionen auf den Weg gebracht. Tausende hatten am Samstagabend in Tel Aviv und Jerusalem gegen der Kurs der Regierung demonstriert und den Rücktritt Netanjahus gefordert.

Israel, Tel Aviv: Israelische Demonstranten halten Schilder während einer Demonstration. Die Demonstranten in Tel Aviv warfen der politischen Führung vor, sie sei korrupt und habe sich vom Volk entfernt.
Israel, Tel Aviv: Israelische Demonstranten halten Schilder während einer Demonstration. Die Demonstranten in Tel Aviv warfen der politischen Führung vor, sie sei korrupt und habe sich vom Volk entfernt.  © dpa/AP/Sebastian Scheiner

Update, 19. Juli, 11 Uhr: Macron hält Lösung bei Streit um Corona-Hilfspaket für möglich

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) glaubt an eine Lösung im Streit um das milliardenschwere Corona-Hilfspaket auf dem EU-Sondergipfel. In den kommenden Stunden müssten bei Streitthemen wie Rechtsstaatlichkeit die richtigen Kompromisse gefunden werden, sagte Macron am Sonntagvormittag. "Ich denke, das ist noch möglich, aber es ist gefährdet" erklärte er weiter.

"Ich sage es ganz klar, das wird nicht auf Kosten der europäischen Ambition gehen", mahnte Macron vor dem dritten Verhandlungstag. An den beiden Gipfeltagen hatte Frankreich ihm zufolge Kompromissbereitschaft gezeigt und sehr eng mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66), EU-Ratspräsident Charles Michel (44) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (61) in Kontakt gestanden.

Update, 19. Juli, 10.45 Uhr: Lilienthal über südfranzösische Verhältnisse in Bayern und Berlin

Deutschland sollte nach Ansicht des scheidenden Münchner Kammerspiel-Intendanten Matthias Lilienthal (60) mit Blick auf die Corona-Pandemie deutlich mehr Theatervorstellungen ins Freie verlegen. 

"Sollte der Bund nicht eine Anschubfinanzierung vorlegen, um Open-Air-Bühnen für freie Gruppen und Stadttheater zu schaffen?", sagte der 60-Jährige der Deutschen Presse-Agentur anlässlich seines Abschieds aus München. "Open air ist etwas mehr möglich, als in geschlossenen Räumen, das muss zum Bestandteil des Denkens werden." Er ist überzeugt, dass das Virus noch länger Thema sein wird. "Ich glaube nicht an ein Wundermittel am 1. Januar 2021."

Vorbild könnte Südfrankreich sein: "Ich wäre für ein großes Theaterfestival in Deutschland à la Avignon, wo 80 Prozent der Aufführungen Open Air stattfinden." Und er schlägt schon gleich einen Ort vor, ein berühmtes Kloster im Süden Münchens: "Andechs würde sich dafür ideal eignen." Schließlich habe München mittlerweile so ein Wetter wie Avignon.

Münchner Kammerspiel-Intendanten Matthias Lilienthal (60). (Archivbild)
Münchner Kammerspiel-Intendanten Matthias Lilienthal (60). (Archivbild)  © dpa/Peter Kneffel

Update, 19. Juli, 10.25 Uhr: Rutte hält Einigung auf Sondergipfel weiter für möglich

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (53) hält einen Durchbruch auf dem EU-Sondergipfel trotz des zähen Ringens um das milliardenschwere Corona-Hilfspaket weiter für möglich. Der Umstand, dass der Gipfel in die Verlängerung gehe, zeige, dass alle optimistisch seien, sagte Rutte in der Nacht zum Sonntag in Brüssel nach der Unterbrechung der Beratungen. 

"Ich denke, dass es möglich ist, aber es gibt noch große Fragen bei der Rechtsstaatlichkeit, dem Verhältnis von Zuschüssen und Krediten sowie der Höhe der Rabatte." Viele Dinge müssten noch geregelt werden, noch seien die unterschiedlichen Positionen nicht überwunden.

Fortschritte habe es bei der Frage von Reformen in hilfsbedürftigen Ländern und deren Überprüfung gegeben, die Unterstützung für die niederländischen Vorstellungen sei gewachsen, sagte Rutte. Er stehe - anders als in den Medien dargestellt - nicht allein den übrigen 26 Mitgliedstaaten gegenüber. 

EU-Ratspräsident Charles Michel (44) habe einen vernünftigen Vorschlag zur Umsetzung der niederländischen Wünsche nach Überprüfbarkeit von Reformen gemacht, dieser sei damit aber noch nicht von allen akzeptiert.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (53). (Archivbild)
Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (53). (Archivbild)  © dpa/dpa Pool/Bernd von Jutrczenka

Update, 19. Juli, 9.55 Uhr: Johns Hopkins: Mehr als 600.000 Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als 600.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Sonntag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Inzwischen gibt es demnach bereits mehr als 14,2 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Erst vor drei Wochen war die Schwelle von einer halben Million Toten und 10 Millionen bestätigten Infektionen überschritten worden. Seither hat sich die Pandemie unter anderem in den USA, Brasilien, Peru, Mexiko, Indien und Südafrika weiter rasch ausgebreitet.

Etwa ein Viertel der weltweit bestätigten Infektionen und Todesfälle entfallen Johns Hopkins zufolge auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. An zweiter Stelle steht Brasilien mit gut 2 Millionen bekannten Infektionen und rund 79.000 Todesfällen.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA etwa starben Johns Hopkins zufolge gut 42 Menschen pro 100.000 Einwohner, in Brasilien 37. In Großbritannien liegt dieser Wert jedoch bei 68, in Italien bei 58 und in Schweden bei 55 - in Deutschland bei 11.

Update, 19. Juli, 9.45 Uhr: Merkel hält Scheitern des EU-Sondergipfels für möglich

Kanzlerin Angela Merkel (66) hält ein Scheitern des EU-Sondergipfels für das geplante milliardenschwere Wiederaufbaupaket in der Corona-Krise für möglich. 

"Ob es zu einer Lösung kommt, kann ich nach wie vor nicht sagen", sagte Merkel am Sonntagvormittag in Brüssel beim Eintreffen zum dritten Tag der Gipfelberatungen. Sie fügte hinzu: "Es gibt viel guten Willen. Aber es gibt auch viele Positionen. Und so werde ich mich mit dafür einsetzen. Aber es kann auch sein, dass es heute zu keinem Ergebnis kommt."

Der dritte Gipfeltag sei sicherlich der entscheidende Verhandlungstag, hob Merkel hervor. Sie ergänzte: "Die verschiedenen Themen - die Größe des Fonds, die Art der Steuerung und auch die Fragen der Rechtsstaatlichkeit sind jetzt gut aufgearbeitet." EU-Ratschef Charles Michel (44) hatte den Sondergipfel um einen Tag verlängert, um über Nacht einen neuen Kompromissvorschlag auszuarbeiten.

Kanzlerin Angela Merkel (66). (Archivbild)
Kanzlerin Angela Merkel (66). (Archivbild)  © dpa/AP/Reuters Pool/Francois Lenoir

Update, 19. Juli, 9 Uhr: Unmögliche Touristen im Nationalpark Bayerischer Wald

Die Corona-Krise beschert dem Nationalpark Bayerischer Wald einen enormen Andrang an Besuchern. Darunter seien viele, die sonst ihren Urlaub wohl eher anderswo verbracht hätten, sagte Direktor Franz Leibl.

"Da sind Leute da, die verwechseln uns mit einem Freizeitpark, die wollen etwas erleben."

Aber genau das sei der Nationalpark nicht. Zurzeit kämen Fragen wie "Wo sind die Fahrgeschäfte?", erzählte auch Rangerin Christine Schopf.

Leibl zufolge haben in Umfragen die Besucher bislang zu 95 Prozent geschrieben, sie kämen, um Ruhe und Erholung zu finden und die Natur zu erfahren. "In normalen Jahren wissen die meisten Leute schon, warum sie hier sind. Im Moment ist das Klientel ein bisschen anders."

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Die Corona-Krise beschert dem Nationalpark Bayerischer Wald einen enormen Andrang an Besuchern. (Symbolbild)
Die Corona-Krise beschert dem Nationalpark Bayerischer Wald einen enormen Andrang an Besuchern. (Symbolbild)  © Armin Weigel/dpa

Update, 19. Juli, 8.30 Uhr: Kanzleramtschef Braun: Teil-Zulassung der Fans in Sicht

Auch Kanzleramtschef Helge Braun (47, CDU) hält die baldige Rückkehr der Fans in die Fußball-Stadien für möglich. "Mit Abstand und Hygienekonzept können Sportveranstaltungen mit Zuschauern durchgeführt werden", sagte der 47-Jährige der "Bild am Sonntag". 

Zu großes Gedränge müsse "aber noch vermieden werden. Die Stadien werden also nicht ausverkauft sein können und das muss gut organisiert und kontrolliert werden. Dann müssen sie aber nicht mehr leer sein, finde ich."

Die Deutsche Fußball Liga hatte am Mittwoch einen Leitfaden an ihre 36 Vereine geschickt. Dieses soll die Clubs bei der Erarbeitung standort-individueller Konzepte unterstützen. Unter anderem geht es dabei um die Bestimmung der "realisierbaren Gesamtkapazität", Regelungen für die An- und Abreise und auch die "Einbeziehung von Fan-Interessen". Das Bundesgesundheitsministerium urteilte, der Leitfaden berücksichtige "wesentliche Aspekte des Infektionsschutzes".

Eine auch nur teilweise Zulassung von Zuschauern soll laut DFL immer abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen sein. Außerdem seien die lokalen Konzepte der Clubs entscheidend, welche von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort freigegeben werden müssten. Ziel der Clubs bleibt die Zulassung einiger Zuschauer möglichst zum oder bald nach dem Liga-Start. Die Bundesliga und 2. Liga beginnen am 18. September. Am Wochenende zuvor wird im DFB-Pokal gespielt.

Fußballfans auf dem Weg in die Commerzbank Arena. (Archivbild)
Fußballfans auf dem Weg in die Commerzbank Arena. (Archivbild)  © DPA/Arne Dedert

Update, 19. Juli, 7.53 Uhr: Sicherheitsdienste sorgen für Corona-Ordnung an Nordsee-Stränden

Im Corona-Sommer sorgen an einigen Nordsee-Stränden private Sicherheitsdienste für die Einhaltung der Abstandsregeln. In der ostfriesischen Stadt Norden sind seit April tagsüber meist zwei Wachleute unterwegs, wie der Geschäftsführer des Tourismusbetriebs der Stadt, Armin Korok, erzählt. "Bei Bedarf fahren wir gegebenenfalls hoch."

Auch andernorts in Niedersachsen wie in Cuxhaven und Butjadingen behalten Wachleute die Gäste im Blick. Sie sind nicht nur für die Einhaltung der Mindestabstände zuständig, sie kümmern sich auch um allgemeine Regeln wie zum Beispiel das Anleinen von Hunden.

Georg Ulrichs, Sicherheitskraft der WSB-Sicherheitsdienst GmbH, steht während seines Kontrollrundgangs am Badestrand von Norddeich und spricht über ein Funkgerät mit einem Kollegen.
Georg Ulrichs, Sicherheitskraft der WSB-Sicherheitsdienst GmbH, steht während seines Kontrollrundgangs am Badestrand von Norddeich und spricht über ein Funkgerät mit einem Kollegen.  © dpa/Mohssen Assanimoghaddam

Update, 19. Juli, 7.24 Uhr: Australische Stadt Melbourne führt Maskenpflicht ein

Australiens zweitgrößte Stadt Melbourne führt wegen steigender Corona-Zahlen eine Maskenpflicht ein. Das gab Daniel Andrews (48), Regierungschef des Bundesstaates Victoria, am Sonntag bekannt. Zuletzt habe es in Victoria, dessen Hauptstadt Melbourne ist, 363 Neuinfektionen und drei weitere Todesfälle in Folge des Coronavirus gegeben. 

Ab Mittwoch Mitternacht (Ortszeit) muss jeder der rund fünf Millionen Bewohner von Melbourne und dem benachbarten Mitchell Shire beim Verlassen des Hauses eine Maske oder einen Gesichtsschutz aufsetzen.

Wer ohne erwischt wird, dem droht ein Bußgeld von 200 Australischen Dollar (122 Euro). Die Bürger dürfen unter dem kürzlich erneut verhängten Lockdown bis mindestens 19. August nicht das Haus verlassen, außer zum Einkaufen von Lebensmitteln, zu Arzt- und Pflegebesuchen, zur Ausübung körperlicher Fitness oder um zu arbeiten. Das Tragen sei "absolut" notwendig, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, sagte Regierungschef Andrews.

Wer jedoch aus medizinischen Gründen keine Maske tragen kann, braucht dies nicht zu tun. Das gleiche gilt beim Unterrichten oder beim Joggen. Auch Kinder unter 12 sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Während andere Regionen in Australien ihre Corona-Beschränkungen lockern, bleiben Victorias Grenzen zu anderen Bundesstaaten dicht.

Daniel Andrews (48), der Regierungschef des Bundesstaates Victoria. (Archivbild)
Daniel Andrews (48), der Regierungschef des Bundesstaates Victoria. (Archivbild)  © dpa/AAP/Daniel Pockett

Update, 19. Juli, 7 Uhr: Meyer Werft schließt sechs Wochen lang den Betrieb

Als Reaktion auf die coronabedingte Auftragsflaute schließt die für ihre Kreuzfahrtschiffe bekannte Meyer Werft von diesem Montag an für sechs Wochen ihre Tore. Das Unternehmen gehe bis zum 30. August in eine Art verlängerte Betriebsferien, sagte ein Unternehmenssprecher. Auch auf ihr Urlaubsgeld müssen die mehr als 3000 Beschäftigten noch warten - für die Werft ist das ein Batzen von 14 Millionen Euro, der erst später ausgezahlt werden soll.

Die Corona-Pandemie mit ihren weltweiten Folgen für die Wirtschaft hat auch die Kreuzfahrtschiff-Branche hart getroffen. Der Tourismus steht weitgehend still, und neue Schiffe benötigt die Branche derzeit nicht - die Meyer Werft muss in ihrem 225. Jubiläumsjahr kämpfen. Senior-Unternehmenschef Bernard Meyer bezeichnete die Lage kürzlich als "prekär".

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Niedersachsen, Papenburg: Blick auf die Produktionsstätte der Meyer-Werft. (Archivbild)
Niedersachsen, Papenburg: Blick auf die Produktionsstätte der Meyer-Werft. (Archivbild)  © dpa/Tobias Bruns

Update, 19. Juli, 6.45 Uhr: Homeoffice statt Büro - IW-Forscher: Corona-Krise fördert Wandel

Die Corona-Krise könnte nach Einschätzung von Ökonomen Katalysator für mobiles Arbeiten werden. "Arbeitnehmer wie Arbeitgeber haben in der Lockdown-Phase gemerkt, dass es relativ gut funktioniert im Homeoffice", sagte IW-Forscher Michael Voigtländer der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "Viele Firmen werden sich auch überlegen, wie sie angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage Flächen sparen und damit Kosten reduzieren können."

In einer aktuellen Analyse von Voigtländer und Arbeitsexpertin Andrea Hammermann schreiben die IW-Forscher, Unternehmen dürften "verstärkt überlegen, ob sie Bürobeschäftigung dorthin verlagern, wo sie günstiger ausgeführt werden kann". Als Grundlage für weitere Berechnungen haben die Autoren des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln) in ihrer Studie Zahlen zur Bürobeschäftigung in Deutschland zusammengetragen.

"Ich glaube nicht, dass sich Arbeit komplett nach Hause verlagern wird", sagte Voigtländer. "Aber wir werden eine neue Balance sehen zwischen Arbeit im Büro und Arbeit im Homeoffice."

Perspektivisch halten die IW-Forscher es für wahrscheinlich, dass weniger Büroflächen nachgefragt werden. "Ich erwarte schon, dass es einen Rückgang der Nachfrage nach Büroflächen geben wird", sagte Voigtländer. "Der Leerstand in großen Städten dürfte tendenziell wieder zunehmen. Deshalb ist es wichtig, dass jetzt nicht übermäßig neue Büros gebaut werden." Schätzungen gehen davon aus, dass die Anzahl derjenigen, die im Büro anwesend sind, um 15 Prozent sinken und die Nutzung von Büroflächen dann um 10 Prozent zurückgehen wird.

Update, 19. Juli, 6.30 Uhr: Verbände: Corona-Hilfen für Selbstständige nur bedingt hilfreich

Die Überbrückungshilfen des Bundes für Selbstständige in der Corona-Krise sind Verbänden zufolge nur bedingt hilfreich. Sie seien "extrem bürokratisch" und durch die Nicht-Anerkennung von Lebenshaltungskosten realitätsfern, kritisierte Andreas Lutz, Sprecher des Verbands der Gründer und Selbstständigen. 

Schon die Soforthilfe des Bundes habe vielen Soloselbstständigen nicht ausreichend geholfen, weil nur bestimmte Kosten bezuschusst wurden - wie etwa die Büromiete, sagte Lutz. Die meisten Selbstständigen arbeiteten aber zu Hause oder beim Arbeitgeber. "Die Überbrückungshilfe jetzt ist noch weniger hilfreich", sagte Lutz.

Unter anderem, weil sie nur von Steuerberatern beantragt werden kann, bringe die Überbrückungshilfe oft wenig: "Viele kleine Selbstständige machen ihre Steuer selbst." Hinzu komme, dass Steuerberater die Anträge oft nur für bereits bestehende Kunden stellten. Wenn man in der Kürze der Zeit - Anträge sind bis zum 31. August möglich - doch jemanden finde, seien die Antragskosten für die Überbrückungshilfen häufig höher als die Hilfen selbst, sagte Lutz.

Auch der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) sieht die Überbrückungshilfen kritisch. Zwar lieferten sie wichtige Impulse, wie schon bei der Soforthilfe gebe es aber zwei "gravierende Webfehler", sagte Präsident Wolfgang Ewer. So müssten dringend auch Verluste berücksichtigt werden, die erst später einsetzen, denn gerade bei den Freien Berufen seien viele erst zeitversetzt durch eine nachlaufende Rechnungslegung von der Krise betroffen. "Hier muss das Zeitfenster dringend erweitert werden", betonte Ewer.

Update, 19. Juli, 6 Uhr: Euler Hermes erwartet Pleitewelle - "Stunde der Wahrheit im Herbst"

Der Kreditversicherer Euler Hermes rechnet infolge der Corona-Krise spätestens vom Herbst an mit einer Welle von Firmenpleiten rund um den Globus. Für Deutschland sagen die Experten einen Anstieg der Insolvenzen in den Jahren 2020 und 2021 um insgesamt 12 Prozent im Vergleich zu 2019 voraus - auf dann etwa 21.000 Fälle, wie aus Daten von Euler Hermes hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. 

Der Löwenanteil dürfte mit 8 Prozent auf 2021 entfallen. Für dieses Jahr wird ein Zuwachs um 4 Prozent erwartet.

"Unternehmen in Schieflage müssen dies aktuell erst im Herbst bei einem Insolvenzgericht anzeigen", erläuterte Ron van het Hof, Chef von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Deshalb gebe es aktuell noch relativ wenige Fälle in Deutschland. "Aber der Schein trügt, und im Herbst schlägt für viele die Stunde der Wahrheit."

Einen dramatischen Anstieg der Unternehmenspleiten erwartet der Kreditversicherer in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr unter den größeren Ländern vor allem in den USA (plus 47 Prozent). Daneben wird mit einer Insolvenzwelle in Brasilien (plus 32 Prozent) und China (plus 21 Prozent) gerechnet. Massiv betroffen seien auch viele europäische Staaten wie beispielsweise Portugal (plus 30 Prozent), die Niederlande (plus 29 Prozent), Spanien (plus 20 Prozent) oder Italien (plus 18 Prozent).

Euler Hermes erwartet Pleitewelle. (Symbolbild)
Euler Hermes erwartet Pleitewelle. (Symbolbild)  © dpa/Martin Gerten

Update, 19. Juli, 5.52 Uhr: Weil Schulgruppen fehlen: Jugendherbergen in Existenznöten

Wegen ausbleibender Klassenreisen bangen in der Corona-Krise viele Jugendherbergen um ihre Existenz. "Es geht um nicht weniger als die Zukunft der deutschen Jugendherbergen. Es stehen Standorte vor dem Aus, wenn das so weitergeht", sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH), Julian Schmitz, der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar seien viele Jugendherbergen seit ihrer Wiedereröffnung in touristischen Regionen etwa an der See, in Bergen oder Großstädten durchaus von Familien stark nachgefragt. Doch das weitgehende Wegbrechen des Kernsegmentes Klassenfahrten bereite größte Sorgen. Normalerweise machen Schülergruppen 40 Prozent des Gesamtumsatzes der Herbergen aus. 

Weil nicht alle Standorte unter Corona-Auflagen annähernd wirtschaftlich betrieben werden oder aufgrund räumlicher Begebenheiten den Infektionsschutz nicht gewährleisten können, sind nach der wochenlangen Zwangspause zunächst nur 288 der rund 450 Jugendherbergen des DJH wieder geöffnet.

Weil Lehrer und Eltern möglicherweise verunsichert seien, blieben auch andernorts die Reservierungen für Schülerreisen und andere Gruppen aus. Zwar sei man dankbar für die bereits gewährte finanzielle Unterstützung, etwa im Rahmen des jüngsten Hilfspakets des Bundes für Unternehmen oder teilweise auch aus Landestöpfen. "Das hilft aber definitiv nicht auf Dauer. Da müsste mehr kommen", sagte Schmitz.

Update, 19. Juli, 5.22 Uhr: 202 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 202 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.574 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 19. Juli, 0 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9084 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten 187.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 18. Juli, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,42 (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 18. Juli, 0 Uhr, bei 1,34 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Selbstgenähte Masken als Mund- und Nasneschutz hängen in großer Auswahl und verschiedenen Mustern vor einer Änderungsschneiderei. (Archivbild)
Selbstgenähte Masken als Mund- und Nasneschutz hängen in großer Auswahl und verschiedenen Mustern vor einer Änderungsschneiderei. (Archivbild)  © dpa/dpa-Zentralbild/Jens Kalaene

Update, 19. Juli, 5.14 Uhr: Sommerhitze und Corona: Japaner fliegen auf Sonnenschirme für Kinder

Für Kinder in Japan ist die brutale Sommerhitze in diesem Jahr besonders anstrengend: Denn wegen der Corona-Pandemie müssen sie auf dem Schulweg Masken tragen, was die schwüle Hitze noch schwerer zu ertragen macht. 

Um ihre Kinder auf dem Schulweg davor zu schützen, reißen sich viele Japaner jetzt um kleine, bunte Sonnenschirme speziell für Kindergebrauch, wie die japanische Tageszeitung "Mainichi Shimbun" am Sonntag berichtete. Der Absatz solcher Kinderschirme sei im Vergleich zum Sommer vergangenen Jahres um das 20-Fache gestiegen, wurde ein in Nagoya ansässiger Hersteller zitiert. 

Die Schirme sorgten in diesem Jahr nicht nur für Schutz vor den Sonnenstrahlen, sondern sicherten beim Aufspannen auch den in Corona-Zeiten notwendigen Abstand zu den Mitmenschen, hieß es weiter.

Update, 19. Juli, 5 Uhr: Liqui-Moly-Chef arbeitet im "Schloss-Office"

Liqui-Moly-Chef Ernst Prost (63) hat in der Corona-Krise einen außergewöhnlichen Arbeitsplatz: Statt aus dem Büro arbeitet der Geschäftsführer des Ulmer Schmierstoff-Unternehmens seit Monaten aus einem Schloss im bayerischen Leipheim. 

"Ich mache Schloss-Office", sagte der Unternehmer, der auch in dem Gebäude wohnt, der Deutschen Presse-Agentur. Das 1559 vollendete Schloss Leipheim habe er vor einigen Jahren ersteigert und aufwendig renovieren lassen. Im sogenannten Roten Saal hat es sich der Geschäftsmann an einer Tafel bequem gemacht - mit zwei Handys statt einem Computer. "Mehr brauche ich zum Arbeiten nicht."

Prost hatte zuletzt mit seiner Unternehmensstrategie für Liqui Moly während Corona Schlagzeilen gemacht, nämlich mit Millioneninvestitionen in Werbung und persönlichem Gehaltsverzicht. Statt Stellen abzubauen, will der Unternehmer Angestellte und Leiharbeiter halten. "Die einen machen Defensive, wir machen Offensive", sagte er.

Liqui-Moly-Chef Ernst Prost (63). (Archivbild)
Liqui-Moly-Chef Ernst Prost (63). (Archivbild)  © dpa/Felix Kästle

Update, 19. Juli, 3.30 Uhr: Rund 110.000 Besucher sahen große Monet-Schau in Potsdam

Rund 110.000 Besucher hat die Potsdamer Ausstellung mit Werken von Claude Monet ins Museum Barberini gelockt. Diese Zahl schätzte das Museum vor dem letzten Tag der Schau am Sonntag. Die Ausstellung "Monet. Orte" öffnete am 22. Februar und sollte ursprünglich bis zum 1. Juni zu sehen sein - wegen der Corona-Pandemie änderte sich dies.

Das Museum Barberini schloss am 12. März und machte am 6. Mai unter Hygiene- und Schutzauflagen sowie einem gesteuerten Zugang mit Online-Tickets wieder auf. Der Besuch - mit Maske - wurde auf zwei Stunden begrenzt. So konnten weniger Gäste kommen, als wenn es die Pandemie nicht gegeben hätte.

Mit der Ausstellung geht das Museum Orten nach, die den französischen Maler Monet (1840-1926) inspirierten. 110 Werke des Impressionisten sind auf drei Etagen zu sehen. Die Schau wurde in Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum organisiert.

Update, 19. Juli, 3.07 Uhr: Rio verlegt Patienten aus provisorischer Coron-Klinik im Maracanã

Trotz einer Gerichtsentscheidung, die den Verbleib der Patienten angeordnet hatte, hat das Gesundheitssekretariat von Rio de Janeiro alle Patienten aus dem provisorischen Krankenhaus für Corona-Patienten im legendären Maracanã-Stadion verlegt. Dies berichteten brasilianische Medien am Samstag (Ortszeit). Der Vertrag endete an diesem Tag.

Die Justiz hatte sowohl die Schließung der Krankenhäuser im Maracanã-Stadion und in São Gonçalo als auch die Verlegung der Patienten verboten. Die Gesundheitsbehörde bestritt, dass es mit der Verlegung der Patienten aus dem Krankenhaus im Maracanã dieses auch schließt. Das Portal "G1" zitierte jedoch Mitarbeiter, die berichteten, dass die Geräte entfernt worden seien und sie zur Schicht am Samstagmorgen keine Arbeitsbedingungen vorgefunden hätten.

Die provisorische Klinik im Maracanã war im Mai inmitten der Corona-Pandemie eröffnet worden. Die Betten und medizinischen Geräte standen nicht auf dem Spielfeld, sondern im Leichtathletik-Stadion nebenan. Die Clubs Flamengo und Fluminense, die das Stadion derzeit verwalten, hatten ihre Zustimmung zur Nutzung gegeben. Der Rasen sollte für den Fußball geschont werden, der mit der Regionalmeisterschaft im Juni zurückkehrte.

Rio De Janeiro: Ein Mann läuft an einem Schriftzug vorbei "Hospital de Campanha Complexo Do Maracana", vor dem Maracanã-Stadion, in dessen Anbau sich das Feldlazarett zur Behandlung von COVID19-Patienten befindet.
Rio De Janeiro: Ein Mann läuft an einem Schriftzug vorbei "Hospital de Campanha Complexo Do Maracana", vor dem Maracanã-Stadion, in dessen Anbau sich das Feldlazarett zur Behandlung von COVID19-Patienten befindet.  © dpa/Fernando Souza

Update, 19. Juli, 1.34 Uhr: Merkel und Macron bei Gipfel zu weiteren Zugeständnissen bereit

Das EU-Konjunkturprogramm zur Bewältigung der Corona-Krise dürfte deutlich kleiner werden als ursprünglich vorgeschlagen. Nach Angaben von französischen Diplomaten sind Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) bereit, statt der geplanten 500 Milliarden Euro nur 400 Milliarden Euro für nicht zurückzahlbare Zuschüsse einzuplanen. Einen noch niedrigeren Betrag werde man allerdings nicht akzeptieren, hieß es in der Nacht zum Sonntag beim EU-Sondergipfel in Brüssel.

Zunächst sah es jedoch nicht so aus, als könnte die mögliche Kürzung der Zuschüsse den Widerstand von Österreich, Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Finnland gegen das Konjunkturprogramm brechen. Sie wollen am liebsten nur Kredite und keine Zuschüsse vergeben, um Länder wie Italien und Spanien zu schnelleren Reformen zu bewegen.

Ein Treffen von Merkel und Macron mit den Staats- und Regierungschefs der fünf Länder habe keine greifbaren Ergebnisse gebracht, hieß es in der Nacht zum Sonntag. Nach mehreren Bemühungen, einen Kompromiss zu erzielen, hätten es Merkel und Macron gemeinsam verlassen. Offiziell wird der Sondergipfel am Sonntagmittag in eine weitere Runde gehen. Ob es eine Einigung gibt, ist allerdings fraglich.

Charles Michel (44, l), Präsident des Europäischen Rates, spricht mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU, 3.v.r) und Emmanuel Macron (42, 2.v.r), Präsident von Frankreich, auf einer Terrasse des Gebäudes des Europäischen Rats am Rande des zweiten Tags des EU-Sondergipfels.
Charles Michel (44, l), Präsident des Europäischen Rates, spricht mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU, 3.v.r) und Emmanuel Macron (42, 2.v.r), Präsident von Frankreich, auf einer Terrasse des Gebäudes des Europäischen Rats am Rande des zweiten Tags des EU-Sondergipfels.  © DPA/AP Pool/Francisco Seco

Update, 19. Juli, 1.02 Uhr: Italiens Premier für raschen Abschluss des EU-Finanzpakets

Nach der Verlängerung des EU-Sondergipfels zum Corona-Konjunkturpaket dringt Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (55) auf einen Abschluss der Verhandlungen. "Wir müssen morgen weitermachen und alles tun, um das im Interesse aller zu Ende zu bringen", sagte Conte in der Nacht zum Sonntag in Brüssel. Eine Vertagung des Gipfels würde niemandem helfen.

Italien will schnelle Finanzhilfen, da es, wie etwa Spanien auch, schwer von der Corona-Pandemie getroffen wurde. Direkt am ersten Gipfeltag hatten sich die Verhandlungen der 27 Staaten jedoch völlig verhakt. Mit einem neuen Kompromissvorschlag hatte Michel am Samstag dann Bewegung in die Beratungen gebracht. Zu einer Einigung kam es jedoch nicht. Offenbar lagen die Positionen noch zu weit auseinander.

Update, 19. Juli, 0.27 Uhr: Deutsche Delegation: Gipfel-Einigung trotz Verlängerung nicht sicher

Die deutsche Delegation hat die Erwartungen an eine Einigung auf das geplante EU-Wiederaufbaupaket in der Corona-Krise trotz der Verlängerung des Sondergipfels auf Sonntag gedämpft. "Die Beratungen sind in einer wichtigen Phase. Es kann noch nicht gesagt werden, ob es morgen eine Lösung gibt", hieß es am späten Samstagabend aus der deutschen Delegation in Brüssel. Zugleich wurde betont: "Aber die weitere Arbeit lohnt sich, weil es eine breite Bereitschaft unter den Mitgliedsstaaten gibt, eine Lösung zu finden."

Kurz zuvor hatte EU-Ratschef Charles Michel (44) die Verhandlungen um das geplante Milliardenprogramm gegen die Corona-Krise unterbrochen. Am Sonntag um 12 Uhr sollte es weiter gehen.

Update, 19. Juli, 0.02 Uhr: Kanzleramtschef kann sich Staatsakt für Corona-Opfer vorstellen

Kanzleramtsminister Helge Braun (47) kann sich auch in Deutschland einen Staatsakt für die Todesopfer der Corona-Pandemie vorstellen. Auf eine entsprechende Frage sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag": "Ja. Bei all der Freude über niedrige Infektionszahlen sollten wir ein Zeichen setzen, dass die Gestorbenen nicht vergessen sind." 

Er finde das sehr wichtig. "Nach meinem Gefühl könnte es ein gutes Zeichen für einen Schlusspunkt der Pandemie sein, dieses Andenken würdigend in den Mittelpunkt zu stellen."

Braun zog eine positive Zwischenbilanz der derzeitigen Corona-Lage in Deutschland. "Derzeit kann man sagen: Wir haben Corona in Deutschland im Griff", sagte er der "Bild am Sonntag". "Aber das ist eine Momentaufnahme – das Virus ist nach wie vor im Land, es kann immer wieder zu Ausbrüchen kommen." 

Kanzleramtsminister Helge Braun (47). (Archivbild)
Kanzleramtsminister Helge Braun (47). (Archivbild)  © dpa/Kay Nietfeld/

Update, 18. Juli, 23.43 Uhr: Schwergewichtler Kabayel feiert erfolgreiches Corona-Comeback

Ex-Europameister Agit Kabayel (27) hat sich nach der Corona-Zwangspause mit einem klaren Sieg im Boxring zurückgemeldet. Der derzeit beste deutsche Schwergewichtler gewann am Samstag das Open-Air-Duell auf der Magdeburger Seebühne gegen den Griechen Evgenios Lazaridis einstimmig nach Punkten. Mit seinem 20. Sieg im 20. Kampf sicherte sich der 27-Jährige den eher unbedeutenden Continental-Titel des Verbandes WBA.

Junioren-Weltmeister Peter Kadiru (23) profitierte von einer Schulterverletzung seines Ersatzgegners Eugen Buchmüller und siegte durch technischen K.o. in der vierten Runde. Europameisterin Nina Meinke feierte 462 Tage nach ihrem letzten Kampf ein erfolgreiches Comeback. Die Federgewichtlerin besiegte die Ungarin Edina Kiss klar nach Punkten.

Der Kampfabend lief unter strengen hygienischen Auflagen. Lediglich 550 Zuschauer durften für die ausverkaufte Veranstaltung Tickets erwerben.

Agit Kabayel feiert seinen Sieg gegen den Griechen Lazaridis.
Agit Kabayel feiert seinen Sieg gegen den Griechen Lazaridis.  © dpa/dpa-Zentralbild/Peter Gercke

Update, 18. Juli, 23.16 Uhr: Verlängerung beim EU-Gipfel: Sonntag geht es weiter

 Der EU-Sondergipfel zum Milliardenplan gegen die Corona-Krise geht in die Verlängerung. Das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) und den anderen Staats- und Regierungschefs in Brüssel wurde am späten Samstagabend zunächst unterbrochen und soll am Sonntagmittag fortgesetzt werden, wie ein Sprecher von EU-Ratspräsident Charles Michel (44) auf Twitter mitteilte.

Update, 18. Juli, 22.47 Uhr: Zahl der Corona-Infizierten in Tschechien und Slowakei steigt wieder

In Tschechien ist die Zahl der nachweislich Corona-Infizierten auf den höchsten Wert seit April angestiegen. Wie die Nachrichtenagentur CTK am Samstag berichtete, galten mit 4705 bereits fast gleich viele Personen als aktuell erkrankt wie zum bisherigen Höchststand von 4737 am 11. April. 

Zuletzt waren vier Tage hintereinander jeweils mehr als hundert Neuinfektionen dazugekommen, am Samstag nur 53 Fälle.

Mit weniger als 14.000 Erkrankungsfällen und 358 Corona-Toten seit März gehört das mehr als zehn Millionen Einwohner zählende Land aber dennoch zu den weniger stark betroffenen Staaten Europas. Deshalb stieß eine am Freitag kurzfristig verfügte Verschärfung der Schutzmaßnahmen in der besonders stark betroffenen Industrie- und Bergbauregion Mährisch-Schlesien auf Kritik.

Oppositionspolitiker forderten Gesundheitsminister Adam Vojtech (33) zum Rücktritt auf, den dieser jedoch ablehnte: "Dass aufgrund der Entscheidung regionaler Gesundheitsbehörden sehr plötzliche Maßnahmen verfügt wurden, tut mir sehr leid", zitierte CTK den Minister. 

Auch das Nachbarland Slowakei meldete in den vergangenen Tagen einen Anstieg, nachdem es wochenlang fast gar keine Neuinfektionen gegeben hatte. Mit elf bestätigten Fällen am Samstag und jeweils nur wenig über zehn an den Tagen davor waren die slowakischen Zahlen aber noch weit niedriger als in Tschechien. 

Die Slowakei gehört mit insgesamt 1976 bestätigten Infektionsfällen und 28 Corona-Toten seit März zu den am wenigsten betroffenen Ländern Europas. Dennoch verschärfte die Regierung in Bratislava diese Woche die Quarantäne-Vorschriften für Reisende aus Risikoländern.

Gesundheitsminister Adam Vojtech (33). (Archivbild)
Gesundheitsminister Adam Vojtech (33). (Archivbild)  © dpa/CTK/Kateøina Šulová

Update, 18. Juli, 22.41 Uhr: Macron lässt Flugzeug für mögliche Abreise von Gipfel vorbereiten

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (42) hat sein Flugzeug für eine schnelle Abreise vom EU-Sondergipfel in Brüssel vorbereiten lassen. Die Maschine stehe für den Fall der Fälle auf dem Rollfeld bereit, hieß es am Samstagabend um kurz nach 22 Uhr von Diplomaten. 

Gerüchte, dass Macron anderen Gipfelteilnehmern wegen mangelnder Kompromissbereitschaft sogar mit seiner Abreise gedroht habe, wurden allerdings nicht bestätigt.

Die EU-Staaten verhandeln seit Freitagvormittag in Brüssel über ein milliardenschweres Konjunkturprogramm, das die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abfedern soll. Zudem muss eine Einigung über den langfristigen EU-Haushalt erzielt werden. Insgesamt geht es um rund 1,8 Billionen Euro.

Präsident Emmanuel Macron (42). (Archivbild)
Präsident Emmanuel Macron (42). (Archivbild)  © dpa/AP/Reuters Pool/Francois Lenoir

Update, 18. Juli, 22.32 Uhr: NFL-Saisonvorbereitung soll in der kommenden Woche beginnen

Trotz der noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen über Gesundheits- und Hygieneregeln in der Corona-Krise plant die NFL in der kommenden Woche mit dem Start in die Saisonvorbereitung. Nach Angaben von US-Medien verschickte die National Football League am Samstag ein Memo an die Mannschaften mit den Terminen, zu denen die Profis bei ihren Clubs antreten müssen. 

In den meisten Teams geht es für die ersten Spieler am kommenden Dienstag los. Bereits am Montag erwarten die Kansas City Chiefs und die Houston Texans die ersten Profis zum Training. Diese beiden Mannschaften eröffnen laut Spielplan am 10. September die neue Saison.

Update, 18. Juli, 22.25 Uhr: Kanada verweigert Ausnahmegenehmigung für MLB-Teams in Corona-Krise

Kanadas Regierung hat die Pläne der Major League Baseball durchkreuzt und den Toronto Blue Jays in der Corona-Krise eine Ausnahmegenehmigung für Heimspiele verweigert. "Im Gegensatz zur Saisonvorbereitung würden Hauptrundenspiele von Spielern und Betreuern der Blue Jays wiederholte Reisen über die Grenze erfordern, ebenso von gegnerischen Teams nach Kanada und zurück. Von besonderer Bedeutung: Die Toronto Blue Jays müssten in Gegenden spielen, wo das Übertragungsrisiko des Virus weiter hoch ist", sagte Kanadas Immigrationsminister Marco Mendicino laut US-Nachrichtenagentur AP am Samstag. 

Man sei zu dem Schluss gekommen, dass diese Reisen die Gesundheit und Sicherheit von Kanadiern nicht ausreichend schützten. Die Blue Jays reagierten in einer Stellungnahme mit Verständnis. Man werde zwar nicht zu Hause spielen können, aber mit dem gleichen Stolz eine ganze Nation repräsentieren. Man sei dabei, die beste Heimspielstätte für die Saison 2020 festzulegen.

Mit monatelanger Verzögerung will die beste Baseball-Liga der Welt am 23. Juli in die Saison starten. In der MLB konnten sich Teambesitzer, Liga und Spieler nicht auf eine Lösung einigen wie im Basketball oder Eishockey und Fußball, wo die Partien an einem oder zwei Orten in einer Anti-Corona-Blase gespielt werden und die Mannschaften von der Außenwelt weitestgehend abgeschottet werden. Stattdessen tragen die MLB-Teams ähnlich wie in der Fußball-Bundesliga ihre Heimspiele in leeren Stadien aus.

Die Ausnahmegenehmigung der kanadischen Regierung wäre notwendig, weil die Grenze zwischen den USA und Kanada noch bis mindestens 21. August für nicht zwingend notwendige Reisen geschlossen ist. Wer dennoch nach Kanada einreist, muss 14 Tage in Quarantäne. Welche Folgen das Veto für die MLB-Saison hat, war zunächst unklar.

Viele Baseballstadien, wie hier das Baseballstadion Oriole Park bei Camden Yards in Baltimore, in den USA und Kanada werden dieses Jahr leer bleiben.
Viele Baseballstadien, wie hier das Baseballstadion Oriole Park bei Camden Yards in Baltimore, in den USA und Kanada werden dieses Jahr leer bleiben.  © dpa/AP/Steve Helber

Update, 18. Juli, 22.15 Uhr: 66 Corona-Infektionen bei Schlachthof in Lohne

Corona-Ausbruch in einem Schlachthof: 66 Menschen sind in einem Wiesenhof-Hähnchenschlachthof im niedersächsischen Lohne positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Landkreis Vechta am Samstagabend mit. 

Insgesamt wurden 1046 Abstriche genommen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit bei 41,13 pro 100.000 Einwohner. Als Grenzwert für Einschränkungen des öffentlichen Lebens gilt der Wert 50. Von den neuinfizierten Personen wohnen 35 im Landkreis Vechta, 27 im Landkreis Diepholz, zwei im Landkreis Osnabrück und jeweils eine im Landkreis Cloppenburg und in der Stadt Delmenhorst. 

Geflügelfleisch wird in den Produktionshallen des Geflügelproduzenten Wiesenhof in Lohne (Niedersachsen) verarbeitet. (Archivbild)
Geflügelfleisch wird in den Produktionshallen des Geflügelproduzenten Wiesenhof in Lohne (Niedersachsen) verarbeitet. (Archivbild)  © dpa/Friso Gentsch

Update, 18. Juli, 21.05 Uhr: Venezuela erhält über 15 Tonnen Hilfsgüter aus der Türkei

In der sich verschärfenden Corona-Pandemie ist ein Flugzeug mit mindestens 15 Tonnen Hilfsgütern aus der Türkei in Venezuela eingetroffen. Die Maschine kam auf dem Hauptstadtflughafen Maiquetía an, wie die Zeitung "El Nacional" am Samstag berichtete. Die Lieferung enthielt demnach unter anderem 25 Atemgeräte, 40.000 Corona-Testkits, 10.000 Schutzmasken und 35.000 Schutzanzüge. 

"Damit hat Venezuela bislang insgesamt 1000 Tonnen humanitäre Hilfe im Zusammenhang mit der Pandemie erhalten - von der Türkei, China, Russland und internationalen Organisationen wie der Uno und dem Roten Kreuz", wird Gesundheitsminister Carlos Alvarado zitiert.

Die Zahl der registrierten Corona-Fälle in dem südamerikanischen Krisenstaat war zuletzt sprunghaft auf mehr als 10.000 angestiegen, auch wenn die tatsächlichen Zahlen wegen fehlender Tests und mangelnder Information weit höher liegen dürften. 

Auch mehrere führende Politiker, unter ihnen der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, und Ölminister Tareck El Aissami, haben sich mit dem Virus infiziert.

Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise, die zuletzt durch die Corona-Pandemie noch einmal verstärkt wurde. In dem einst reichen Land fehlt es an Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff. Millionen Venezolaner haben ihre Heimat verlassen.

Kinder aus dem Stadtviertel Petare erhalten ein Lunchpaket aus einer Suppenküche.
Kinder aus dem Stadtviertel Petare erhalten ein Lunchpaket aus einer Suppenküche.  © dpa/AP/Ariana Cubillos

Update, 18. Juli, 21 Uhr: Tausende Israelis demonstrieren gegen Regierungspolitik

Tausende Israelis haben am heutigen Samstag gegen den Kurs der Regierung von Benjamin Netanjahu in der Corona-Krise demonstriert. Zahlreiche Menschen versammelten sich am Abend in einem Tel Aviver Park am Mittelmeerstrand. 

Außerdem demonstrierten in Jerusalem sowie an vielen Kreuzungen und auf Brücken landesweit Mitglieder der Bewegung "Schwarze Flaggen" gegen den Ministerpräsidenten, der wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht steht. Am Sonntag ist eine weitere Sitzung im Prozess gegen Netanjahu angesetzt.

Die Demonstranten in Tel Aviv warfen der politischen Führung vor, sie sei korrupt und habe sich vom Volk entfernt. Sie hielten Plakate in die Höhe, auf denen Slogans wie "Corona-Diktatur" und "Wirtschaftliche Sicherheit für uns alle!" standen.

Netanjahu hatte zwar ein milliardenschweres Hilfspaket zur Linderung des finanziellen Drucks während der Corona-Krise vorgestellt sowie Einmalzahlungen für alle Bürger angekündigt. Die Maßnahmen wurden jedoch von vielen als ungenügend und fehlgeleitet kritisiert.

Die Folgen der Corona-Einschränkungen haben der Wirtschaft des Landes schwer zugesetzt. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei mehr als 20 Prozent.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel stieg zuletzt auf immer neue Rekordwerte. In der Nacht zum Freitag beschloss die Regierung, an Wochenenden müsse ein Corona-Lockdown gelten. Es wurden erneut Einschränkungen für Versammlungen und Restaurants verhängt. Viele Restaurantbesitzer wollen jedoch gegen die Vorschriften rebellieren.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 49.204 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 400 Infizierte sind gestorben. Im besetzten Westjordanland wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bisher 8.132 Menschen infiziert, 58 starben.

Demonstranten halten Plakate und Fahnen bei einem Protest gegen den israelischen Premierminister Netanjahu in der Nähe seiner Residenz in die Höhe.
Demonstranten halten Plakate und Fahnen bei einem Protest gegen den israelischen Premierminister Netanjahu in der Nähe seiner Residenz in die Höhe.  © dpa/Ilia Yefimovich

Update, 18. Juli, 20 Uhr: Italiens Premier Conte: Verhandlungen um Hilfspaket unerwartet hart

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat die Verhandlungen über ein Milliardenpaket zur Bewältigung der Corona-Krise beim EU-Sondergipfel als unerwartet schwierig bezeichnet. Es gebe noch viele ungelöste Probleme, sagte Conte in einer Videobotschaft aus Brüssel am Samstagnachmittag. Er forderte alle Beteiligten auf, sich aufeinander zuzubewegen.

Besonders die sogenannten Sparsamen Vier - Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande - sähen nicht unbedingt die Notwendigkeit, eine schnelle und gemeinsame Lösung zu finden, erklärte er. Umstritten sei weiter das Verhältnis von Zuschüssen und Krediten bei den Corona-Hilfszahlungen, sagte Conte.

Seit Freitag verhandeln die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder ein milliardenschweres Hilfspaket gegen die Corona-Krise. Italien und Spanien sind von der Pandemie besonders hart getroffen und verlangen schnelle europäische Hilfen. Die Sparsamen Vier stellen dafür indes Bedingungen und haben weiter Bedenken gegen das Prinzip der Zuschüsse an Krisenstaaten.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (l) trifft am zweiten Tag des EU-Gipfels im Gebäude des Europäischen Rates ein.
Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (l) trifft am zweiten Tag des EU-Gipfels im Gebäude des Europäischen Rates ein.  © dpa/AP Pool/Olivier Matthys

Update, 18. Juli, 19.20 Uhr: In Frankreich gilt ab Montag Maskenpflicht im Handel

In Frankreich gilt im Kampf gegen das Coronavirus ab diesem Montag eine Maskenpflicht in öffentlichen geschlossenen Räumen. Das Tragen einer Schutzmaske etwa in Geschäften, Banken oder auch Markthallen sei dann verpflichtend, teilte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran am Samstag auf Twitter mit. 

Verhaltensregeln wie das Abstandhalten und auch Tests blieben trotzdem weiterhin unerlässlich, schrieb Véran weiter. Staatspräsident Emmanuel Macron hatte persönlich in einem TV-Interview am vergangenen Dienstag in Aussicht gestellt, dass die Maskenpflicht vom 1. August an gelten könnte. Premierminister Jean Castex kündigte wenig später an, dass diese bereits früher in Kraft treten soll. In Frankreich wird - wie auch in anderen Ländern - eine zweite Welle der Covid-19-Pandemie befürchtet.

In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt bereits eine Maskenpflicht. Läden oder andere Einrichtungen konnten bisher selbst entscheiden, ob die Menschen eine Maske tragen müssen. In zahlreichen Sehenswürdigkeiten ist dies aber vorgeschrieben. 

Behörden in Frankreich warnten bereits vor einem Anstieg der Corona-Fälle - wenn auch auf niedrigem Niveau. Frankreich ist von der Corona-Krise mit rund 30.000 Toten hart getroffen geworden. 

Menschen gehen durch eine Straße der Stadt. Der französische Premierminister Castex hat eine Maskenpflicht ab nächster Woche in geschlossenen öffentlichen Räumen angekündigt.
Menschen gehen durch eine Straße der Stadt. Der französische Premierminister Castex hat eine Maskenpflicht ab nächster Woche in geschlossenen öffentlichen Räumen angekündigt.  © dpa/AP/Bob Edme

Update, 18. Juli, 19.15 Uhr: Hitzewelle treibt Menschenmassen an Strände

Die britischen Strände sind zum Bersten voll. Der Corona-Ausbruch scheint längst vergessen, ebenso wie die nach wie vor geltenden Abstandsregeln.

Über das Vereinigte Königreich fegt an diesem Wochenende eine Hitzewelle hinweg, vielerorts ist es sogar heißer als derzeit in Mexiko. Dass man sich bei diesem Wetter eine Abkühlung gönnen will, ist verständlich. Doch Großbritannien ist nach wie vor das von der Corona-Pandemie am schlimmsten betroffene Land in ganz Europa.

Wie es momentan dort aussieht und wie es dazu kommen konnte, erfahrt Ihr >>> hier.
Die Menschen genießen das Wetter am Strand am Brighton Palace Pier.
Die Menschen genießen das Wetter am Strand am Brighton Palace Pier.  © dpa/Gareth Fuller/PA Wire

Update, 18. Juli, 18.30 Uhr: Corona-Massentest in Stuttgart - Abstriche bei 400 Nachbarn

Nachdem in einem Stuttgarter Hochhauskomplex sechs Menschen an Corona erkrankt sind, hat die Stadt rund 400 Nachbarn vorsorglich testen lassen. Sie seien "vorab schriftlich über dieses freiwillige und kostenlose Angebot informiert worden", teilte die Stadt am Samstag mit. 

Die Getesteten wohnen demnach alle in einem Gebäudekomplex im Stadtteil Freiberg. Dort im Wohnumfeld sei bei sechs Personen die Coronavirus-Erkrankung festgestellt worden. "Das städtische Gesundheitsamt führt in solchen Fällen regelmäßig vorbeugende Testungen durch", hieß es in der Mitteilung. "Dies ist Teil der neuen Strategie, schnell großflächig mögliche Kontaktpersonen zu testen, um die Verbreitung des Virus zu verhindern beziehungsweise Infektionsketten rechtzeitig zu unterbrechen."

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Prof. Stefan Ehehalt, sagte: "Die Bewohner haben das Angebot ganz überwiegend gut angenommen, viele haben sich bedankt." Nur ganz wenige hätten den Test abgelehnt.

Mediziner waren am Samstag begleitet von Personal des Deutschen Roten Kreuzes von Wohnung zu Wohnung gegangen und hatten den Abstrich angeboten. Die Ergebnisse werden bis Mitte nächster Woche erwartet.

Im Labor werden zum Nachweis einer Infektion Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum auf das Sars-CoV-2-Virus getestet.
Im Labor werden zum Nachweis einer Infektion Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum auf das Sars-CoV-2-Virus getestet.  © dpa/Oliver Berg

Update, 18. Juli, 18.20 Uhr: Nur eine weitere Neuinfektion im Häuserkomplex in Verden

Nach der Verhängung einer Quarantäne für rund 100 Bewohner eines Häuserkomplexes in Verden hat das Landratsamt am Samstag weitgehende Entwarnung gegeben. Nur bei einer weiteren Person im Gebäudekomplex sei eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt worden, teilte die Pressestelle mit. 

Alle negativ getesteten Familien konnten noch am späten Nachmittag aus der temporären Quarantäne entlassen werden. Für einzelne Familien aus dem Häuserblock, die zum Zeitpunkt der Abstriche nicht vor Ort waren, stünden aber noch Nachuntersuchungen in der kommenden Woche aus.

Nach acht Corona-Infektionen in dem aus drei Häusern bestehenden Gebäudekomplex wurden am Freitag rund 100 weitere Menschen auf das Virus getestet. Sie mussten zunächst bis zur Vorlage des Testergebnisses in Quarantäne. Einer der acht Infizierten musste im Krankenhaus behandelt werden.

Auch zwei weitere Personen aus der Verwandtschaft des Erstinfizierten, die in der Gemeinde Dörverden leben, wurden demnach positiv getestet. Das Gesundheitsamt des Landkreises Verden sei nun mit der weiteren Rückverfolgung der Infektionsketten befasst.

Polizeifahrzeuge stehen vor einem Häuserkomplex und kontrollierten die Ausgangssperre.
Polizeifahrzeuge stehen vor einem Häuserkomplex und kontrollierten die Ausgangssperre.  © dpa/TNN/-

Update, 18. Juli, 18.10 Uhr: Karliczek: Studienangebot trotz Corona stabil

Vertreter von Politik und Wirtschaft haben Schulabgängern trotz der schwierigen Corona-Situation Mut zugesprochen. "Die Universitäten und Hochschulen haben ihr Studienangebot stabil gehalten. Auch wenn sie ansonsten auf digitale Lehre umgestellt haben, wurden bereits vielfach für die Erstsemester Präsenzveranstaltungen eingerichtet, um ihnen den Einstieg zu erleichtern", sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS").

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, ergänzte im Gespräch mit der Zeitung: "Die Chancen, zum Wintersemester einen Studienplatz zu erhalten, sind derzeit übrigens sehr gut." So ist die Quote der zulassungsfreien Studiengänge erneut leicht gestiegen, zudem "dürften sich wegen Corona aktuell weniger Studieninteressierte aus dem Ausland melden".

Junge Menschen an der Schwelle zum Berufsleben erlebten besonders schwierige Monate, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, der "FAS". Dennoch bleibe die Nachwuchssicherung für die meisten Unternehmen ein zentrales Thema. 

"Die Übernahmequoten nach der Ausbildung sind denn auch fast so hoch wie vor Corona. Bei den Lehrstellen sehen wir zwar in einzelnen Branchen einen starken Rückgang, im Schnitt fällt das Minus aber mit rund sieben Prozent geringer aus als noch im Frühjahr erwartet. Wir rechnen damit, dass sich hier mit zwei bis drei Monaten Verschiebung noch einiges tut", sagte Wansleben.

Anja Karliczek (CDU, r), Bundesministerin für Bildung, freut sich über das wachsende Studienangebot.
Anja Karliczek (CDU, r), Bundesministerin für Bildung, freut sich über das wachsende Studienangebot.  © dpa/Pool/dpa/Christian Charisius

Update, 18. Juli, 17.30 Uhr: Spezielle Gesichtsmaske kann das Coronavirus von alleine entfernen

Ein kanadisches Medizintechnik-Unternehmen will eine wahrhaft nützliche Gesichtsmaske entwickelt haben.

Wie das Unternehmen "I3 BioMedical" mitteilte, soll die neueste Erfindung, eine gelbe Gesichtsmaske, Viren selbstständig von der Oberfläche absondern. Sie wurde mit einem speziellen antimikrobiellen Schutzfilm hergestellt, der auf der äußersten Schicht angebracht wurde, erklärte das kanadische Unternehmen.

Wie das genau funktioniert und was Forscher herausfanden, lest Ihr >>> hier.
Diese Maske desinfiziert sich selbst.
Diese Maske desinfiziert sich selbst.  © Centers for Disease Control and Prevention (CDC)/National Institute of Allergy and Infectious Diseases, PR/I3 BioMedical

Update, 18. Juli, 17.10 Uhr: Scholz stockt Kredite für arme Länder in Corona-Krise auf

Im Kampf gegen die Corona-Krise und ihre Folgen sollen die ärmsten Länder weitere vergünstigte Kredite bekommen, um Engpässe bei der Zahlungsfähigkeit zu überbrücken. Bei einer Videokonferenz der Finanzminister der G20-Staaten sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Samstag zusätzlich drei Milliarden Euro in Form eines langfristigen Darlehens für das Hilfsprogramm "Poverty Reduction Growth Trust" des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu, wie sein Ministerium mitteilte. 

2020 und 2021 stelle Deutschland insgesamt 8,7 Milliarden Euro für internationale Hilfsmaßnahmen bereit. "Das Coronavirus stellt uns alle vor große Herausforderungen, in Deutschland, in Europa und auch weltweit", sagte Scholz. "Deutschland übernimmt Verantwortung in der internationalen Gemeinschaft." 

Mit den zusätzlichen Mitteln setze man ein "starkes Signal der Solidarität" und stehe denen bei, die besonders unter den Folgen der Pandemie litten. Weitere Themen des Treffens waren die Lage der Weltwirtschaft und die Besteuerung der Digital-Wirtschaft.

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen.
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen.  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 18. Juli, 17.05 Uhr: Kurz zum EU-Finanzstreit: "Die Dinge laufen in die richtige Richtung"

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz sieht deutliche Fortschritte auf dem Weg zu einem Corona-Finanzpaket beim EU-Gipfel in Brüssel. "Zusammengefasst kann man sagen, es läuft ganz gut, die Dinge laufen in die richtige Richtung", sagte Kurz am Samstagnachmittag. "Es ist, wie zu erwarten, ein zähes Ringen, ein angestrengtes Verhandeln, aber mit der Bewegung in die richtige Richtung, und das ist ja das Wichtigste."

Ob bei dem nur bis zum heutigen Samstag angesetzten Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs schon eine Einigung gelingt, wollte Kurz aber nicht voraussagen. Er nannte mehrere Punkte, die noch nicht geklärt seien, darunter die Frage des österreichischen Rabatts bei Beiträgen zum EU-Budget. 

"Das reicht uns noch nicht ganz, wir wollen noch etwas mehr, aber die Richtung ist eine gute", sagte Kurz. Auch bei der Frage, wie die Freigabe der geplanten Hilfsgelder kontrolliert wird, gebe es noch keinen Durchbruch. In der Summe liege "noch einiges an Verhandlungsaufwand vor uns".

Zuvor hatte EU-Ratspräsident Charles Michel einen neuen Verhandlungsvorschlag gemacht und damit Bewegung in den Streit gebracht. Es geht um ein Finanz- und Krisenpaket von gut 1,8 Billionen Euro: ein schuldenfinanziertes Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Corona-Krise im Umfang von 750 Milliarden Euro und den neuen siebenjährigen EU-Haushaltsrahmen im Umfang von mehr als 1000 Milliarden Euro. Am ersten Gipfeltag am Freitag hatten sich die Verhandlungen der 27 Staaten völlig verhakt. 

Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich.
Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich.  © dpa/APA/Hans Punz

Update, 18. Juli, 16.55 Uhr: Britische Regierung pausiert tägliche Updates von Corona-Todesfällen

Die britische Regierung hat die tägliche Aktualisierung der Todesfallzahlen durch die Coronavirus-Pandemie vorübergehend gestoppt. Das teilte das Gesundheitsministerium in London am Freitagabend mit. Grund sei, dass die Statistik für England nicht berücksichtigt, ob Infizierte tatsächlich an der Lungenkrankheit Covid-19 oder an einer anderen Ursache gestorben sind. 

Bis diese Ungenauigkeit behoben sei, werde die Zahl der täglichen Todesfälle nicht mehr veröffentlicht, hieß es auf der Webseite des Ministeriums.

Bislang wurden in Großbritannien mehr als 45.000 Todesfälle bei nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten gezählt. Das Vereinigte Königreich gilt damit als das von der Pandemie am schwersten betroffene Land Europas. Ob die nun in der Zählweise erkannte Schwäche diese Zahl erheblich reduziert, gilt aber als zweifelhaft.

Es gibt Grund zur Annahme, dass der Pandemie in Großbritannien viele Menschen zum Opfer gefallen sind, die nie auf das Coronavirus getestet wurden. Zahlen der Statistikbehörden zufolge wurden inzwischen beinahe 55.000 Todesfälle erfasst, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 im Totenschein erwähnt wurde. 

Die sogenannte Übersterblichkeit für die Zeit der Pandemie liegt Berechnungen der "Financial Times" zufolge bei 65.700. Mit Übersterblichkeit ist die Differenz zwischen der Zahl der Todesfälle in diesem Jahr und dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gemeint.

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien.
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien.  © dpa/Pa Video/PA Wire

Update, 18. Juli, 16.10 Uhr: Nach Corona-Pause: Aida Cruises bereitet Kreuzfahrten vor

Nach der coronabedingten Zwangspause für Kreuzfahrtschiffe bereitet sich die Branche allmählich wieder auf Passagierfahrten vor. Am Samstag sind zwei Kreuzfahrtschiffe der Reederei Aida Cruises im Überseehafen in Rostock-Warnemünde eingelaufen - allerdings noch ohne Passagiere. "Es ist alles planmäßig gelaufen", sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur. 

Am Pier hätten sowohl viele Fans und Touristen als auch zahlreiche Mitarbeiter die beiden Schiffe begrüßt. Die beiden Kreuzfahrtschiffe sowie die Crew werden nun auf die ersten Abfahrten seit Beginn der Corona-Krise vorbereitet. Mit Passagieren an Bord sollen die Schiffe der Reederei im August zu Kurz-Kreuzfahrten ohne Landgang starten.

Auf den beiden Aida-Schiffen werden dem Sprecher zufolge zwischen 500 und 800 Menschen arbeiten und die ersten Touren werden mit einer Auslastung von etwa 50 Prozent der Kapazitäten angeboten. Bis Ende August seien mehrere drei- bis viertägige Kurzreisen geplant.

Die Pandemie hatte der weltweit boomenden Kreuzschifffahrt im Frühjahr ein Stoppzeichen gesetzt. Nachdem auch auf Schiffen Infektionen aufgetreten waren, sperrten einige Länder ihre Häfen. Wenig später wurden die Reisen gänzlich eingestellt. Die Zahl deutscher Kreuzfahrtpassagiere war nach Branchenangaben im vergangenen Jahr erstmals auf über drei Millionen gestiegen. Für das laufende Jahr rechnen die Veranstalter mit einem massiven Einbruch der Gästezahlen und Umsätze.

Als erstes von zwei Kreuzfahrtschiffen von Aida Cruises läuft die AIDAmar von der Ostsee kommend ohne Passagiere in den Seekanal von Warnemünde ein, um im Seehafen festzumachen. Dort werden die beiden Luxusliner für die Wiederaufnahme der Kreuzschifffahrt im August vorbereitet und nehmen dazu auch wieder die Besatzungen an Bord.
Als erstes von zwei Kreuzfahrtschiffen von Aida Cruises läuft die AIDAmar von der Ostsee kommend ohne Passagiere in den Seekanal von Warnemünde ein, um im Seehafen festzumachen. Dort werden die beiden Luxusliner für die Wiederaufnahme der Kreuzschifffahrt im August vorbereitet und nehmen dazu auch wieder die Besatzungen an Bord.  © dpa/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild

Update, 18. Juli, 15.45 Uhr: Im Corona-Hotspot Sonneberg seit zehn Tagen keine Neuinfektionen mehr

Im Landkreis Sonneberg - in der Corona-Pandemie wochenlang einer der Schwerpunkte in Thüringen - hat es seit mehr als einer Woche keine einzige Neuinfektion gegeben. Wie das Landratsamt am Samstag mitteilte, liegt auch die auf sieben Tage und 100.000 Einwohner bezogene Neuinfektionsrate inzwischen bei Null. 

Im einstigen Corona-Krisenherd an der Landesgrenze zu Bayern wurden laut Landratamt die letzten Neuinfektionen am 8. Juli gemeldet, derzeit sind noch vier Menschen infiziert. Der Landkreis verzeichnet in der Pandemie bislang insgesamt 307 Corona-Fälle, wobei 23 Menschen im Zusammenhang mit der Infektion gestorben sind.

Landesweit kamen seit Freitag nach Zahlen der Thüringer Staatskanzlei zwei Neuinfektionen hinzu, so dass deren Gesamtzahl auf 3320 stieg. 182 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus wurden seit Beginn der Pandemie gemeldet. Bislang nicht in dieser Zahl erfasst ist ein am Donnerstag gemeldeter weiterer Todesfall aus dem Kreis Schmalkalden-Meiningen. 

Bei der Übermittlung der Zahlen durch die Gesundheitsämter an das Landesamt für Verbraucherschutz und von dort an das Berliner Robert Koch-Institut kann es zu Verzögerungen kommen.

Der Platz am Neuen Rathaus am Bahnhofsplatz, Sitz der Stadtverwaltung, war während der Corona-Krise fast menschenleer.
Der Platz am Neuen Rathaus am Bahnhofsplatz, Sitz der Stadtverwaltung, war während der Corona-Krise fast menschenleer.  © dpa/Martin Schutt/dpa-Zentralbild

Update, 18. Juli, 15.30 Uhr: Demonstranten fordern soziale Gerechtigkeit in Corona-Krise

Vertreter der Gewerkschaft Verdi haben gemeinsam mit Klimaschutz-, Sozial- und Kunstinitiativen in der Stuttgarter Innenstadt für soziale Gerechtigkeit in der Corona-Krise demonstriert. Der Aufruf zu Protesten gegen die Corona-Politik der Bundesregierung stieß auf gute Resonanz, sagte eine Sprecherin des Stuttgarter Krisenbündnisses, das zu der Aktion am Samstag aufgerufen hatte. 

Teilnehmer forderten die solidarische Bewältigung der Kosten, die durch die Krise entstehen. Die Antworten der Regierung auf die Corona-Pandemie und die damit verbundene Wirtschaftskrise reichen nicht aus, sagte die Sprecherin. 

Es drohten Entlassungen, Lohnkürzungen und Sozialabbau. Nötig sei ein sozial- und klimagerechter Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft, um eine Verschärfung sozialer Ungleichheit zu verhindern.

Ein Demonstrant hält ein Plakat mit der Aufschrift „Die Krise nutzen um uns ErzieherInnen eins auszuwischen? Liebe Arbeitgeber: Wir sind Streikbereit“ während der Kundgebung auf dem Stuttgarter Marienplatz.
Ein Demonstrant hält ein Plakat mit der Aufschrift „Die Krise nutzen um uns ErzieherInnen eins auszuwischen? Liebe Arbeitgeber: Wir sind Streikbereit“ während der Kundgebung auf dem Stuttgarter Marienplatz.  © DPA/Tom Weller

Update, 18. Juli, 14.50 Uhr: Einzelne Abschnitte in Lübecker Bucht gesperrt

Bei bestem Sommerwetter hat es am Samstag wieder zahlreiche Menschen an die Ostseestrände in Schleswig-Holstein gezogen. Das hatte vor allem in den beliebtesten Orten, Scharbeutz und Haffkrug in der Lübecker Bucht, erneut Auswirkungen. Dort sind gegen Mittag die ersten Parkplätze und Strandabschnitte vorübergehend gesperrt worden, weil es nicht mehr genügend freie Plätze für die Gäste gab. 

Das ging aus den aktuellsten Informationen der Internetseite www.strandticker.de hervor.

Dort ist Anfang Juli eine sogenannte virtuelle Ampel gegen überfüllte Strände in Betrieb genommen worden. So können sich Tagesgäste rechtzeitig über den Andrang an den Ostsee-Stränden zwischen Scharbeutz und Rettin informieren. Die Strandampel gibt Informationen über acht verschiedene Strände. Für drei von ihnen stand die Ampel am Samstag auf gelb. Das heißt, es wird langsam eng. Die Infos kommen zunächst von Strandkorbvermietern und den Angestellten, die die Kurtaxe kassieren. Mit der Strandampel sollen die Gäste an weniger ausgelastete Strandabschnitte geleitet werden.

Die Ostseebäder Scharbeutz, Haffkrug, Sierksdorf, Neustadt, Pelzerhaken und Rettin haben das Lenkungssystem entwickelt, damit die coronabedingten Abstandsregeln an den Stränden eingehalten werden können. Wegen des Ansturms von Tagestouristen hatte die Bürgermeisterin von Scharbeutz an zwei zurückliegenden Wochenenden den Zugang zum Ort sperren lassen.

Update, 18. Juli, 14.30 Uhr: Lauterbach: Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer notwendig

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57) hat sich für kostenlose Corona-Tests bei Urlaubsrückkehrern ausgesprochen. "Optimal wäre es, jeden zu testen", sagte Lauterbach dem Tagesspiegel mit Blick auf Reiserückkehrer an Flughäfen. 

Notwendig sei angesichts der Unvernunft einiger Urlauber und der generell höheren Kontaktdichte im Urlaub und an Flughäfen, dass es eine Aufforderung an alle Rückkehrer gebe, sich nach dem Urlaub kostenlos auf das Virus testen zu lassen. Eine Testpflicht hält der Bundestagsabgeordnete juristisch für nicht durchsetzbar.

Da Tests bei gerade erst Infizierten zunächst auch negativ ausfallen können, ist der SPD-Politiker für Testungen an Flughäfen und zudem einige Tage später bei Hausärzten oder Gesundheitsämtern. Lauterbach schätzt, dass 40 Millionen Euro ausreichen könnten, um die Maßnahme zu finanzieren. "Das Geld ist da", argumentierte er.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57). (Archivbild)
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57). (Archivbild)  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 18. Juli, 14.05 Uhr: Appell an Seehofer: Grenzen trotz Corona für Lebenspartner öffnen

Abgeordnete von Linken, FDP und Grünen rufen gemeinsam Innenminister Horst Seehofer (71) dazu auf, die Grenze für Lebenspartner aus Nicht-EU-Staaten zu öffnen, die einen negativen Corona-Test haben. 

Bisher gebe es Ausnahmen von den Einreise-Beschränkungen in der Corona-Krise nur für Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, heißt es in einem Online-Appell von Bundestags- und EU-Abgeordneten, den der Linke-Politiker Stefan Liebich (47) gestartet hat. Menschen, die ohne Trauschein in Beziehungen mit einem Partner aus sogenannten Drittstaaten lebten, berichteten "von großen Problemen für ihre Partnerschaft aufgrund der andauernden erzwungenen Trennung".

Die 61 Erstunterzeichner fordern den CSU-Politiker Seehofer auf: "Erlauben Sie die Einreise von Partnerinnen und Partnern von deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern in die Bundesrepublik Deutschland sofort, sofern ein negativer Test, der nicht älter als 72 Stunden ist, vorgelegt werden kann, und sich die Einreisenden gemäß der jeweils geltenden Regelungen unverzüglich in Quarantäne begeben." 

Zudem solle die Bundesregierung sich im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für eine europaweite Lösung einsetzen.

Unter anderem Dänemark, Österreich, Norwegen und die Niederlande haben demnach die Grenze für Paare bereits geöffnet. Liebich hatte eine schriftliche Antwort des Bundesinnenministeriums vom 14. Juli veröffentlicht, in der es heißt, es sei "objektiv nicht feststellbar", ob im Fall von nichtehelichen und nichverpartnerten Lebensgefährten eine Beziehung bestehe.

"Viele Menschen, deren Partner außerhalb der EU leben, sind es leid, von Innenminister Horst Seehofer hingehalten zu werden", sagte Liebich der Deutschen Presse-Agentur. "Sie wollen auch ohne Trauschein ihre Lieben wieder in die Arme schließen dürfen."

Update, 18. Juli, 14 Uhr: Tagesgäste bleiben bis August in Mecklenburg-Vorpommern verboten

Ein Ausflug von Hamburg, Kiel oder Berlin an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns bleibt - zumindest mit dem eigenen Auto oder dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr - weiterhin verboten. Für Tagesgäste aus anderen Bundesländern bestehe diese Corona-Regelung noch bis mindestens Anfang August, sagte ein Regierungssprecher am Samstag in Schwerin der Deutschen Presse-Agentur. 

"Am 4. August wird entschieden, wie es mit dem Tagestourismus weiter geht." Dann werde es das nächste Treffen der Landesregierung unter anderem mit Kommunen, Gesundheitsexperten und Vertretern der Wirtschaft, von Gewerkschaften und Sozialverbänden geben.

Bis dahin soll eine Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeiten, mit denen der Tagestourismus möglichst sicher weiter geöffnet werden kann. "Und dann entscheiden wir anhand der Corona-Zahlen und der bis dahin vorliegenden Vorschläge." Gerade mit Blick auf den Tagestourismus sei das durchaus eine Herausforderung, weil sich bei Tagesausflügen Infektionsketten schwerer nachvollziehen ließen.

Mecklenburg-Vorpommern, Kühlungsborn: Gut gefüllt ist der Ostseestrand vor dem Yachthafen. (Archivbild)
Mecklenburg-Vorpommern, Kühlungsborn: Gut gefüllt ist der Ostseestrand vor dem Yachthafen. (Archivbild)  © dpa/dpa-Zentralbild/Bernd Wüstneck

Update, 18. Juli, 13.50 Uhr: EU-Gipfel hat Beratungen in großer Runde unterbrochen

Auf dem EU-Sondergipfel zum Aufbauprogramm nach der Corona-Krise in Brüssel sind die Beratungen in großer Runde am Samstagmittag unterbrochen worden. Zuvor hatte es eine erste Erörterung eines neuen Verhandlungsvorschlags von EU-Ratschef Charles Michel zu den milliardenschweren Corona-Hilfen in der großen Runde der 27 Länder gegeben. 

Mit dem Vorschlag sollte Bewegung in die Verhandlungen kommen, die nach dem ersten Tag des Sondergipfels der EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag völlig festgefahren waren.

Update, 18. Juli, 13.08 Uhr: Niederlande reagieren positiv auf neuen Vorschlag beim EU-Gipfel

Die Niederlande haben positiv auf den neuen Verhandlungsvorschlag von EU-Ratschef Charles Michel (44) zum milliardenschweren Corona-Aufbauplan reagiert. Dieser sei ein ernsthafter Schritt in die richtige Richtung, erklärte ein niederländischer Diplomat am Samstag. Allerdings handele es sich um ein Paket, und darin seien noch viele Fragen zu klären.

Michel war auf die Niederlande zugegangen in der Frage, wie die Vergabe der geplanten Corona-Aufbauhilfen kontrolliert werden soll. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (53) hatte ursprünglich ein Vetorecht gegen die Auszahlung gefordert, für den Fall, dass zugesagte Reformen der Empfänger nicht umgesetzt wurden. 

Der Ratschef will nun jedem Land das Recht zugestehen, bei Bedenken den Europäischen Rat oder den Rat der Wirtschafts- und Finanzminister einzuschalten und die Auszahlung zeitweise aufzuhalten.

Ein niederländischer Diplomat sagte, man prüfe das neue Paket noch, aber es sei zumindest eine Grundlage für Verhandlungen. Noch sei unklar, ob der neue Vorschlag wirklich das geforderte volle Vetorecht bedeute.

EU-Ratschef Charles Michel (44).
EU-Ratschef Charles Michel (44).  © dpa/AP/Reuters Pool/Francois Lenoir

Update, 18. Juli, 12.57 Uhr: Umfrage: Kunden gehen in Corona-Krise seltener zur Bankfiliale

In der Corona-Krise suchen viele Bankkunden seltener Filialen auf als zuvor. Jeweils knapp ein Drittel der Senioren und der Erwerbsfähigen im Alter von 18 bis 59 Jahren geht seit der Pandemie seltener zur Bank, wie eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken ergab. 

Mehr als die Hälfte derjenigen Erwerbsfähigen, die seltener zur Bankfiliale gehen, begründete dies mit einer nun häufigeren Nutzung des Online-Bankings. Bei den Senioren lag dieser Anteil bei nur gut einem Drittel.

Update, 18. Juli, 12.33 Uhr: Tausende bei Massenprotesten im Fernen Osten Russlands

Tausende Menschen haben im Fernen Osten Russlands abermals gegen die Festnahme des Gouverneurs Sergej Furgal demonstriert. Zwischen 15.000 und 50.000 Menschen sollen sich im Zentrum der Großstadt Chabarowsk versammelt haben und bis zum Rathaus marschiert sein, berichteten lokale Medien am Samstag. 

Offizielle Zahlen sind nicht bekannt. Es habe jedoch keine Festnahmen in der Stadt mit rund 600.000 Einwohnern gegeben, hieß es. Auch in anderen Städten der Region an der chinesischen Grenze seien Hunderte Menschen auf die Straße gegangen.

Die anhaltenden Proteste machen vor allem die Behörden nervös. Der Bürgermeister mahnte die Bewohner vor dem Protest, wegen der hohen Ansteckungsgefahr durch die Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben. 

Zudem warnte der Inlandsgeheimdienst FSB vor angeblicher Terrorgefahr. Er habe bereits einen Anschlag vereitelt. Ein Mann habe demnach geplant, Sprengsätze an vielbesuchten Orten in Chabarowsk zu zünden.

Update, 18. Juli, 12 Uhr: Tönnies will Lohnkostenerstattung notfalls gerichtlich durchsetzen

Der Fleischproduzent Clemens Tönnies (64) will trotz heftiger Kritik nicht darauf verzichten, Lohnkostenerstattung wegen der behördlichen Schließung seines Hauptwerks geltend zu machen. Notfalls wolle er das auch gerichtlich durchfechten. "Darüber wird im Zweifelsfall auch Recht gesprochen werden", sagte er dem "Westfalen-Blatt".

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (63, CDU) geht hingegen davon aus, dass Tönnies keinen Regress für die vierwöchige Zwangspause nach massenhaften Corona-Infektionen in seinem Stammwerk im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh geltend machen kann. Tönnies hielt dagegen, er wolle verhindern, dass seine Mitarbeiter und Dienstleister bei der Verteilung von Quarantänehilfen "stigmatisiert" würden.

Bei Tönnies hatten sich nachweislich rund 1400 Arbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Vorübergehend waren deshalb, neben der inzwischen aufgehobenen Betriebsschließung in Rheda-Wiedenbrück, weitgehende Corona-Einschränkungen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verhängt worden. 

Tönnies sieht allerdings keine schuldhaften Versäumnisse. Der massenhafte Corona-Ausbruch in seinem Werk habe "nichts mit Werkvertragsarbeit oder den Wohnverhältnissen zu tun", sondern vor allem mit der "Umluftkühlung, die eigentlich jeder Betrieb hat".

Fleischproduzent Clemens Tönnies (64). (Archivbild)
Fleischproduzent Clemens Tönnies (64). (Archivbild)  © dpa/Ina Fassbender

Update, 18. Juli, 11.50 Uhr: NBA: Verbliebene Spiele zählen nicht mehr für MVP-Auszeichnung

Im Kampf um den Titel des wertvollsten Spielers in der amerikanischen Basketball-Profiliga können die NBA-Profis nach dem Corona-Neustart keine Punkte mehr sammeln. Die verbliebenen Spiele der Saison, die nach der coronabedingten Zwangspause ab dem 30. Juli weitergehen soll, fließen nicht mehr in die Wertung ein. 

Das teilte die NBA am Freitag in einem Memo an die Teams mit, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Die Wahl soll demnach bis zum Neustart der Saison am 30. Juli beendet sein. Das gilt auch für die anderen Auszeichnungen, wie etwa "Rookie of the year" und "Abwehrspieler des Jahres".

Diese Entscheidung gewährleiste einen fairen Prozess, "bei dem Spieler und Trainer aller 30 Teams die gleiche Chance haben, als Leistungsträger für die reguläre Saison geehrt zu werden", hieß es in dem Schreiben. Von den 30 NBA-Teams nehmen nur 22 an der Wiederaufnahme der Saison teil.

Update, 18. Juli, 11.40 Uhr: Schauspieler Möhring: Corona-Krise lässt sich nur weltweit lösen

Der Schauspieler Wotan Wilke Möhring (53) hält nichts von Abschottung und Ausgrenzung in der Corona-Krise. "Eine Pandemie lässt sich nur weltweit lösen. Viren halten sich nicht an Grenzen", sagte der 53-Jährige den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wir hätten jetzt gemerkt, wie anfällig wir seien und wie zerbrechlich alles sei. Die Frage sei, ob wir die richtigen Schlüsse zögen. "Da kann man jetzt entweder alles falsch oder alles richtig machen. Ich bin sehr gespannt. Die Dummheit des Menschen ist leider unendlich." Er selbst sei während der Krise privilegiert gewesen, "mit viel Zeit und viel Platz für meine drei Kinder»"

Wotan Wilke Möhring (53). (Archivbild)
Wotan Wilke Möhring (53). (Archivbild)  © dpa/Christian Charisius

Update, 18. Juli, 11.22 Uhr: Neuer Verhandlungsvorschlag beim EU-Gipfel

Im EU-Streit um das Aufbauprogramm nach der Corona-Krise hat Ratschef Charles Michel nach Angaben von Diplomaten eine Kürzung der Zuschüsse um 50 Milliarden Euro vorgeschlagen. Demnach sollen von den insgesamt 750 Milliarden Euro jetzt 450 Milliarden Euro als Zuschüsse und 300 Milliarden Euro als Kredite vergeben werden.

Update, 18. Juli, 10.15 Uhr: Vor Neustart der NBA-Saison: Eric Bledsoe positiv auf Corona getestet

Der Basketballspieler Eric Bledsoe (30) von den Milwaukee Bucks ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Trainer der NBA-Mannschaft Mike Budenholzer (50) mit. 

Zuvor hatten bereits mehrere Medien darüber berichtet, dass Bledsoe zwar positiv getestet worden sei, aber derzeit keine Symptome aufweise. Budenholzer zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass der 30-jährige Bledsoe zum nächsten Spiel wieder fit sein wird.

Die Bucks spielen am 31. Juli gegen die Boston Celtics. Es ist das erste Spiel des Teams seit der coronabedingten Zwangspause Mitte März. Spätestens am 12. Oktober soll der Meister in der Liga feststehen.

Boston: Basketball: NBA, Boston Celtics - Milwaukee Bucks. Terry Rozier (l) von den Boston Celtics gegen Eric Bledsoe von den Milwaukee Bucks. (Archivbild)
Boston: Basketball: NBA, Boston Celtics - Milwaukee Bucks. Terry Rozier (l) von den Boston Celtics gegen Eric Bledsoe von den Milwaukee Bucks. (Archivbild)  © dpa/AP/Michael Dwyer

Update, 18. Juli, 10.10 Uhr: Auswertung von Coronatests in Verden läuft

Nach der Verhängung einer Quarantäne für rund 100 Bewohner eines Häuserkomplexes im niedersächsischen Verden läuft die Auswertung der Coronavirus-Tests im Labor. "Wir rechnen am Wochenende mit Ergebnissen", sagte ein Landkreissprecher am Samstag. 

Möglicherweise liege das Ergebnis schon am Samstagabend vor, vielleicht aber auch erst am Sonntag. "Wir müssen schauen, ob das Virus weiter gestreut hat und dann gegebenenfalls weitere Menschen unter Quarantäne stellen."

Die Menschen in dem Häuserkomplex mit rund 300 Bewohnern seien kooperativ. "Die Lage ist ruhig", sagte der Sprecher. Die Polizei helfe mit, die Hauseingänge zu beobachten.

Update, 18. Juli, 10.05 Uhr: Merkel, Rutte und von der Leyen setzen Hilfsfonds-Beratungen fort

Kanzlerin Angela Merkel (66) hat am Samstagvormittag in Brüssel nach einer Nacht ohne greifbare Ergebnisse die Beratungen über das EU-Wiederaufbaupaket in der Coronakrise fortgesetzt. 

Eineinhalb Stunden vor der geplanten Wiederaufnahme der Gespräche in der Runde der 27 Staats- und Regierungschefs traf sie um kurz vor 9.30 Uhr im Gipfelgebäude ein. Kurz nach ihr fuhren zunächst EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (61) und anschließend der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (53) vor. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron (42) traf ein.

Der Kanzlerin kommt in den Verhandlungen eine Vermittlerrolle zu, Deutschland führt seit dem 1. Juli den Vorsitz der 27 EU-Länder. Rutte hatte am Vortag hohe Hürden für eine rasche Einigung aufgebaut. Er verlangte, dass Empfänger Reformen vor der Auszahlung der EU-Hilfen nicht nur zusagen, sondern bereits umgesetzt haben. Dafür müsse es eine "absolute Garantie" geben. 

Dabei will Rutte jedem Land ein Vetorecht geben. Mit dieser Position sei Rutte beim Gipfel aber ziemlich alleine gewesen, hieß es aus verschiedenen Quellen.

Belgien, Brüssel: Charles Michel (M), Jeppe Tranholm-Mikkelsen (3.v.r), Generalsekretär des Rates der Europäischen Union, Angela Merkel (4.v.r), Emmanuel Macron (3.v.l), Präsident von Frankreich, und Ursula von der Leyen (l), Präsidentin der Europäischen Kommission, sprechen im Rahmen eines Treffen am Rande des Sondergipfels des Europäischen Rates.
Belgien, Brüssel: Charles Michel (M), Jeppe Tranholm-Mikkelsen (3.v.r), Generalsekretär des Rates der Europäischen Union, Angela Merkel (4.v.r), Emmanuel Macron (3.v.l), Präsident von Frankreich, und Ursula von der Leyen (l), Präsidentin der Europäischen Kommission, sprechen im Rahmen eines Treffen am Rande des Sondergipfels des Europäischen Rates.  © dpa/European Council/Etienne Ansotte

Update, 18. Juli, 10 Uhr: Rutte pocht bei EU-Gipfel weiter auf Reformen

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (53) hat vor der Fortsetzung des EU-Gipfels zu den Corona-Milliardenhilfen auf die Notwendigkeit von Reformen in den bedürftigen Ländern gepocht. 

"In einem Krisenmoment muss man solidarisch sein mit Ländern, die es noch schwerer haben als wir", betonte Rutte am frühen Samstagmorgen nach der ergebnislosen ersten Runde der Beratungen in Brüssel. "Gleichzeitig sage ich dann, was unternehmen wir, damit diese Länder notwendige Reformen durchführen und wie können wir das festnageln, dass die auch stattfinden." 

Mit dem Ruf nach Reformen ständen die Niederlande nicht alleine da, bei der Frage der Überprüfbarkeit von Reformen gebe es nur eine kleine Gruppe von Unterstützern.

"Das wird wirklich noch einen Moment dauern", sagte Rutte zum Fortgang der Verhandlungen am Samstag. "Die Rabatte, die Reformen, das ist alles noch in der Diskussion", meinte er. "Ich hoffe, dass es für eine Reihe der schwierigen Punkte Vorschläge gibt." 

Im Ringen um den milliardenschweren Corona-Aufbauplan nehmen Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) und die anderen EU-Staats- und Regierungschefs am Samstag einen neuen Anlauf. Denn am ersten Tag des Brüsseler EU-Sondergipfels hatten sich die Verhandlungen völlig verhakt. 

EU-Ratschef Charles Michel (44) unterbrach die Gespräche kurz vor Mitternacht ohne Ergebnis. Die Beratungen sollen um 11 Uhr weitergehen.

Update, 18. Juli, 8.20 Uhr: 529 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 529 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.372 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 18. Juli, 0 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9083 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Samstagmorgen hatten 187.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 17. Juli, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 17. Juli, 0 Uhr, bei 1,20 (Vortag: 1,07). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Ein Mann trägt beim Einkauf eine Schutzmaske. (Archivbild)
Ein Mann trägt beim Einkauf eine Schutzmaske. (Archivbild)  © dpa/Christoph Soeder

Update, 18. Juli, 6.11 Uhr: Corona-Krise: Kürzere Sommerferien an Japans Schulen geplant

Weil Japans Schulen wegen der Corona-Krise vorübergehend geschlossen hatten, sollen viele Schüler jetzt auf einen Teil ihrer Sommerferien verzichten. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" am Samstag unter Berufung auf eine Umfrage unter den lokalen Schulbehörden im Land berichtete, planen 95 Prozent eine Verkürzung der Sommerferien an öffentlichen Schulen, um den während des Notstands entgangenen Lehrstoff aufzuholen. 

Da die Schüler während der heißesten Zeit des Jahres, in der in Städten wie Tokio eine extreme schwüle Hitze herrscht, nur begrenzt frei hätten, müsse auf ihre körperliche wie psychische Gesundheit jetzt besondere Rücksicht genommen werden, hieß es weiter.

Update, 18. Juli, 6.05 Uhr: Simulator statt Nürburgring: Truck-Grand-Prix wechselt ins Internet

Der Nürburgring würde in diesen Tagen eigentlich den Renntrucks gehören: Hochgezüchtete Lastwagen rasen dann mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde über den Asphalt. Doch Corona zwingt diese Europameisterschaft mit PS-Monstern zur Flucht ins Internet.

Georg Fuchs, Chef der zuständigen ETRA Promotion GmbH in Koblenz, sagt: "Wir haben uns daher entschlossen, die Rennserie virtuell aufzusetzen." Danach sollen von Ende August an, so hofft er, noch sechs reale Truck-Rennen folgen, womöglich als Geisterrennen wie derzeit bei der Formel 1.

Mit der Digitalisierung "haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht", sagt Fuchs. Das erste virtuelle Truck-Rennen ist Ende Mai gestartet, das letzte Mitte August geplant. Viele Fans ziehen mit: "Bisher hatten wir im Durchschnitt 129.000 Zuschauer", berichtet der Promoter. Damit bleibe der Truck-Grand-Prix auch im Netz unter den Top drei der zuschauerstärksten Motorsport-Events in Deutschland.

13 Renn-Truck-Fahrer seien mit Simulatoren mit Steuerrädern, Schalthebeln und mehreren großen Bildschirmen vorne und an den Seiten mit von der Partie. Der Verein Virtual Racing habe bei der Entwicklung der digitalen Rennserie geholfen. Alles sei eng an die realen Events angelehnt. "Wir haben zum Beispiel ein digitales Studio mit einem Livestream in fünf Sprachen", sagt Fuchs. Bei Regelverstößen drohten Fahrern auch am Simulator Strafen.

Truckrennfahrer Sascha Lenz trainiert am Simulator. (Archivbild)
Truckrennfahrer Sascha Lenz trainiert am Simulator. (Archivbild)  © dpa/Thomas Frey

Update, 18. Juli, 6 Uhr: Scheele: "Würgejahr" auf dem Ausbildungsmarkt

Die Arbeitsagenturen haben alle Hände voll zu tun, um dem Ausbildungsjahrgang 2020 über den Berg zu verhelfen. "Das Ausbildungsjahr 2020 wird in gewisser Weise ein Würgejahr", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele (63), der Deutschen Presse-Agentur.

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Deutschland sei nicht dramatisch, sagte Scheele. Es bedürfe aber erhöhter und vieler Anstrengungen, um die Bewerber zu den Stellen zu bringen.

Scheele sieht den umstrittenen Ausbildungszuschuss, der als Hilfe für Ausbildungsbetriebe eingeführt werden soll, prinzipiell als sinnvoll an. "Wenn er dazu hilft, das Ausbildungsjahr am Ende, wenn wir in die Nachvermittlung im Herbst kommen, über die Hürde zu bringen, dann ist die Prämie gut", sagte er.

Kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe sollen dem Plan der Bundesregierung zufolge 2000 Euro für jeden abgeschlossenen Lehrvertrag erhalten, wenn sie ihre Zahl an Azubis stabil halten. Für jeden Ausbildungsplatz, den sie über Vorjahresniveau schaffen, sollen sie sogar 3000 Euro bekommen, genauso wie für jeden Auszubildenden, den sie von einem wegen der Corona-Krise insolvent gewordenen Unternehmen übernehmen.

"Das Problem ist, dass wir in den letzten Monaten mit unseren Berufsberatern nicht in die Schulen konnten", beschrieb Scheele die aktuelle Vermittlungssituation. "Es ist rechnerisch für jeden Jugendlichen ein Ausbildungsplatz da", betonte er.

Update, 18. Juli, 5.50 Uhr: Australien sagt Parlamentssitzung wegen Corona ab

Australiens Regierungschef Scott Morrison (52) hat wegen wieder steigender Corona-Fälle eine geplante Parlamentssitzung abgesagt. Er folge dem Rat von Experten, die vor einem "signifikanten Risiko" gewarnt hätten, Politiker in die Hauptstadt Canberra zu lassen, begründete der Premierminister am Samstag die ungewöhnliche Maßnahme. 

Hintergrund ist ein erneuter Anstieg der Corona- Infektionen, insbesondere in den beiden größten Städten des Kontinents, Melbourne und Sydney.

"Die Regierung kann das Risiko für Parlamentarier, ihre Mitarbeiter, Mitarbeiter im Parlament und die breitere Gemeinschaft nicht ignorieren", erklärte Morrison in einer Mitteilung. Canberra hatte wochenlang keine Corona-Fälle mehr gehabt, bis aus Melbourne kürzlich neue Infektionsfälle in die Hauptstadt gelangten. 

Das Parlament will statt am 4. August nun am 24. August zusammenkommen.

Australiens Regierungschef Scott Morrison (52). (Archivbild)
Australiens Regierungschef Scott Morrison (52). (Archivbild)  © dpa/AAP/Albert Perez

Update, 18. Juli, 5.45 Uhr: IOC-Präsident Bach: Kurzer Abstand zu Tokio-Spielen hilft Peking

IOC-Präsident Thomas Bach (66) hält den kurzen zeitlichen Abstand zwischen den auf 2021 verlegten Sommerspielen in Tokio und den Winterspielen in Peking 2022 für keinen Nachteil. "Diese geringe Zeitspanne wird Peking sehr helfen", sagte der 66-Jährige nach der Generalversammlung des Internationalen Olympischen Komitees. 

Die große Aufmerksamkeit für die Spiele in Tokio, die nach der Verschiebung wegen der Coronavirus-Pandemie nun vom 23. Juli bis 8. August 2021 geplant sind, würde "zumindest teilweise" auf Peking übertragen werden. "Peking kann profitieren", meinte Bach.

Update, 18. Juli, 5.40 Uhr: Ärztepräsident für fallbezogene Isolierung gegen Corona

Zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland fordert Ärztepräsident Klaus Reinhardt (60) die Einführung einer schnellen, fallbezogenen Isolierung. "Cluster-Isolierung ist meines Erachtens die pragmatischste Art, mit der Pandemie umzugehen", sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. 

Dabei werden beim Auftreten von Infektionen an einem Ort schnell alle Kontaktpersonen in Quarantäne untergebracht. Urlauber mahnte Reinhardt zur Einhaltung der derzeit überall üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus auch auf ihren Reisen.

"Nicht ratsam sind derzeit Reisen zu Urlaubsorten, an denen die Infektionsraten aktuell hoch sind, den Südstaaten der Vereinigten Staaten etwa oder Brasilien - vor allen Dingen, wenn man zu den Risikogruppen zählt", sagte Reinhardt. "Und es gelten auch im Urlaub die Abstands- und Hygieneregeln", sagte der Präsident der Bundesärztekammer. "Das ist wichtig, sehr wichtig."

Ärztepräsident Klaus Reinhardt (60). (Archivbild)
Ärztepräsident Klaus Reinhardt (60). (Archivbild)  © dpa/Gregor Fischer

Update, 18. Juli, 5.30 Uhr: Corona-Krise führt zu weniger Einnahmen bei der Lkw-Maut

Die Corona-Krise führt zu weniger Einnahmen für den Staat bei der Lkw-Maut. Wie das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, sank im ersten Halbjahr der Mautumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 148 Millionen Euro auf rund 3,59 Milliarden Euro. 

Hintergrund ist ein Rückgang der Lkw-Fahrleistung angesichts der Corona-Beschränkungen.

Update, 18. Juli, 5.17 Uhr: Nico Santos über Mallorca-Touristen: Sollten sich an Regeln halten

Der auf Mallorca aufgewachsene Popsänger Nico Santos (27) hofft auf die Disziplin der deutschen Urlauber auf der spanischen Insel. "Meine Eltern haben im Lockdown echt gelitten. Die Regeln waren so streng wie fast nirgendwo sonst. Und dann wäre es echt schön, wenn die Leute sich an die Regeln halten würden", sagte Santos der Deutschen Presse-Agentur.

Die Partybilder an der Playa de Palma vom vergangenen Wochenende hätten ihn auch beschäftigt. "Natürlich ist es cool, diese Feierkultur beizubehalten. Der Ballermann sollte auch nicht für immer verschwinden. Aber in dieser Zeit ist es halt in der üblichen Form nicht möglich."

Popsänger Nico Santos (27). (Archivbild)
Popsänger Nico Santos (27). (Archivbild)  © dpa/dpa-zentralbild/Britta Pedersen

Update, 18. Juli, 5.05 Uhr: Rund 1000 Corona-Infizierte in Gefängnis in Texas

Die in den USA grassierende Corona-Pandemie hat ein Bundesgefängnis in Texas schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach einem Bericht des Senders NBC vom Freitagabend (Ortszeit) infizierten sich 1072 von insgesamt 1798 Insassen der Strafanstalt in Seagoville im Norden des Bundesstaats. 

Auch zehn Angehörige des Wachpersonals seien positiv getestet worden. Ein 65-jähriger Gefangener, der eine 14-jährige Haftstrafe wegen Geldwäsche und Drogenvergehen erhalten hatte, sei in dieser Woche an Covid-19 gestorben.

Die Justizvollzugsanstalt in Seagoville ist nach Medienberichten das am schlimmsten vom Coronavirus betroffene Bundesgefängnis in den USA.

Update, 18. Juli, 4.36 Uhr: Karaoke klar und kräftig: Japaner singen auch mit Maske glasklar

Gute Nachricht für Karaoke-Fans in Corona-Zeiten: In Japan können sie nun auch mit Corona-Maske vor dem Mund glasklar vernehmbar singen, so als hätte man keine Maske auf. Möglich macht das ein "masuku efekkuto" (Maskeneffekt) genanntes neues Feature, das in Karaoke-Maschinen im ganzen Land installiert wurde, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag berichtete. 

Seit Aufhebung des Corona-Notstands erfreuen sich japanische Karaoke-Einrichtungen wieder steigender Besucherzahlen, wobei die Fans den neuen Zeiten angepasst jetzt mit Gesichts-Schutzmasken zum Instrumental-Playback bekannter Musikstücke live ins Mikrofon singen. 

Die Masken können die eigene Stimme jedoch dämpfen. Um das jetzt zu korrigieren, verstärkt das neue feature auf "Joysound"-Maschinen beim Einschalten automatisch die Tonhöhen im mittleren und hohen Bereich.

Japan, Tokio: Eine Passantin mit Mundschutz geht an einer wiedereröffneten Karaoke-Lounge vorbei.
Japan, Tokio: Eine Passantin mit Mundschutz geht an einer wiedereröffneten Karaoke-Lounge vorbei.  © dpa/Kyodo/---

Update, 18. Juli, 4.05 Uhr: Kohlschreiber: Zeit für Tennis in USA wohl noch nicht reif

Tennis-Routinier Philipp Kohlschreiber (36) sieht eine Austragung der US Open ab dem 31. August in New York kritisch. Der 36 Jahre alte Weltranglisten-74. verwies in der "Augsburger Allgemeinen" unter anderem auf die hohe Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA. 

"Viele Spieler blicken mit Bauchschmerzen in die nahe Zukunft", sagte Kohlschreiber. "Ein bisschen mehr als 50 Prozent in mir sagen, dass es zumindest in Amerika noch nicht der richtige Zeitpunkt ist, wieder anzufangen."

Der einstmals beste deutsche Profi fragte, "wie viele positiv Getestete es geben darf, damit das Grand-Slam-Turnier nicht abgesagt wird. Sind es fünf oder zehn?" 

Alle Spieler und Betreuer müssten mitmachen und sich perfekt an die Regeln halten. "Wenn jemand raus geht und sich was einfängt, kann sich das wie ein Lauffeuer ausbreiten", erklärte der Augsburger, der einräumte: "Natürlich wollen wir alle wieder spielen. Aber momentan stellt sich schon die Frage, ob es in dem Rahmen sinnvoll ist."

Philipp Kohlschreiber (36) in Aktion. (Archivbild)
Philipp Kohlschreiber (36) in Aktion. (Archivbild)  © dpa/Federico Gambarini

Update, 18. Juli, 4 Uhr: Reisen während Corona: Virus durchkreuzt Pläne vieler armer Menschen

Wegen der Corona-Krise können sich 2020 nach Einschätzung des Armutsforschers Christoph Butterwegge weniger Menschen einen Urlaub leisten als in den vergangenen Jahren. Ärmere Bürger würden wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit verzichten, sagte Butterwegge der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Fernreise ist für viele dieses Jahr keine Option. Das könnte Butterwegge zufolge dazu führen, dass mehr Menschen Urlaub in Deutschland machen und deshalb die Preise dort steigen. Menschen mit einem geringen Einkommen könnten sich eine einwöchige Reise dann nicht mehr leisten.

Wie Butterwegge erwartet auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, dass die Pandemie finanzielle Spielräume einschränkt. "Die Corona-Pandemie wird Ungleichheit und Armut in Deutschland weiter verschärfen", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der dpa. Ersparnisse würden aufgebraucht, da viele Menschen etwa durch Arbeitslosigkeit weniger Geld hätten.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher. (Archivbild)
DIW-Präsident Marcel Fratzscher. (Archivbild)  © dpa/Daniel Naupold

Update, 18. Juli, 1.05 Uhr: Göring-Eckardt fordert Programm zur Rettung der Innenstädte

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert ein Programm im Umfang von einer Milliarde Euro zur "Rettung der Innenstädte" in der Corona-Krise. Landesweit drohe "eine Verödung von Innenstädten und Dorfkernen", zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe aus einem Positionspapier Göring-Eckardts. 

Der Bund solle "zusätzliche Direktmittel in Höhe von rund einer Milliarde Euro" bereitstellen, meint die Oppositionspolitikerin.

Ein großer Teil der Fördermittel - 500 Millionen Euro - sollten in einen Notfallfonds zur Städtebauförderung fließen. Kommunen müssten eine Starthilfe bekommen, um ihre Zentren attraktiver zu gestalten, argumentiert Göring-Eckardt. 

Akuter Handlungsbedarf bestehe, um langjährigem Leerstand großer Ladenflächen vorzubeugen - etwa nach der Schließung von Filialen des angeschlagenen Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof.

In der Krise müssten vor allem alteingesessene Händler, Traditionsbetriebe und das lokale Handwerk aufgeben, konstatiert Göring-Eckardt. Die Existenz von Läden, Cafés und Restaurants hänge an einem seidenen Faden.

Update, 18. Juli, 1 Uhr: CDU-Generalsekretär: Jetzt nicht die Zeit für Personaldebatten

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (34) hat die Union aufgerufen, jetzt noch nicht über den nächsten Kanzlerkandidaten zu diskutieren. "Markus Söder ist ein sehr guter Ministerpräsident und führungsstarker CSU-Vorsitzender. Die Frage, wer Kanzlerkandidat wird, diskutieren wir jedoch, wenn es so weit ist, und nicht jetzt, mitten in einer so ernsten Lage für das Land", sagte Ziemiak der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Das ist auch mein Appell an die gesamte Union."

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (34). (Archivbild)
CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (34). (Archivbild)  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Mit Blick auf die Corona-Krise führte Ziemiak aus: "Für Personaldebatten ist jetzt nicht die Zeit. Erst das Land, dann die Partei. Das Virus ist da und macht auch keine Ferien." Erst nach dem CDU-Parteitag im Dezember, bei dem die Partei einen neuen Vorsitzenden wählen will, werde man "mit der CSU besprechen, wer unser gemeinsamer Kanzlerkandidat werden wird".

Titelfoto: Sakchai Lalit/AP/dpa

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