Brasiliens Präsident Bolsonaro: Erneut positiv auf Coronavirus getestet

Brasília - Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist nach eigener Angabe erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Brasilien ist derzeit einer der Brennpunkte der Pandemie.
Brasilien ist derzeit einer der Brennpunkte der Pandemie.  © Andre Penner/AP/dpa

"Gestern Morgen habe ich den Test gemacht, gestern Abend kam das Ergebnis, dass ich noch immer positiv bin", sagte Bolsonaro in einem Video auf Twitter am Mittwochabend (Ortszeit). 

Am Dienstag vergangener Woche hatte der Staatschef bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. 

Seitdem führt er seine Amtsgeschäfte aus der Präsidentenresidenz in Brasília. Neben den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. 

Bislang haben sich in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas fast zwei Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 75 000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 

Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird. 

Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland.

Bolsonaro zeigte sich immer wieder öffentlich ohne Mundschutz

Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, trägt beim Verlassen seines Amtssitzes, dem Alvorada-Palast, einen Mundschutz.
Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, trägt beim Verlassen seines Amtssitzes, dem Alvorada-Palast, einen Mundschutz.  © Eraldo Peres/AP/dpa

Die Regierung hat die Pandemie von Anfang an verharmlost. 

Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus als "leichte Grippe" und lehnte Einschränkungen und Schutzmaßnahmen ab. 

Der rechte Staatschef fürchtete die wirtschaftlichen Schäden eines Lockdowns. 

Immer wieder zeigte er sich ohne Mundschutz in der Öffentlichkeit, löste Massenaufläufe aus und machte Selfies mit Anhängern. 

Zudem setzte er sich in der Covid-19-Behandlung für den Einsatz des umstrittenen Malariamittels Hydroxychloroquin ein, dessen Wirksamkeit in seinem Fall er in dem Video beteuerte.

Titelfoto: Eraldo Peres/AP/dpa

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