Sofortige Rückkehr zu Corona-Maßnahmen gefordert: Britische Mediziner schlagen Alarm!

London - Vertreter des britischen Gesundheitsdienstes haben nach einem starken Anstieg der Corona-Zahlen eine sofortige Einführung von Gegenmaßnahmen gefordert.

Im Sommer hob man die Corona-Maßnahmen auf der Insel auf. Kommt nun die Rolle rückwärts?
Im Sommer hob man die Corona-Maßnahmen auf der Insel auf. Kommt nun die Rolle rückwärts?  © Yui Mok/PA Wire/dpa

"Die Regierung sollte nicht nur ankündigen, dass wir auf Plan B setzen, sondern es sollte Plan B Plus sein", sagte Matthew Taylor, der Chef des Mitgliederverbands National Health Service Confederation, dem "Guardian" zufolge.

Der von der Regierung vor einigen Wochen vorgestellte Plan B sieht eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in Innenräumen sowie den Ratschlag, von zu Hause aus zu arbeiten, vor.

Außerdem könnten Impfnachweise bei größeren Veranstaltungen eingeführt werden.

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Der bislang verfolgte Plan A sieht vor, sich lediglich auf die Wirkung der Impfungen zu verlassen. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig immunisiert.

"Wir stehen auf Messers Schneide - und es ist Mitte Oktober. Wir bräuchten riesiges Glück, um uns in den nächsten drei Monaten nicht in einer ernsthaften Krise wiederzufinden", sagte Taylor.

Regierung sieht nicht "die Zeit für Plan B"

Muss die britische Regierung um Premier Boris Johnson (57) zu bereits beendeten Corona-Maßnahmen zurückkehren?
Muss die britische Regierung um Premier Boris Johnson (57) zu bereits beendeten Corona-Maßnahmen zurückkehren?  © Jonathan Brady/PA Wire/dpa

Die Bürgerinnen und Bürger sollten über die Plan-B-Maßnahmen hinaus aufgerufen werden, riskantes Verhalten im Blick auf Corona möglichst zu vermeiden.

Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng schloss am Mittwochmorgen bei Sky News einen weiteren Corona-Lockdown aus.

Die Regierung sei bislang nicht der Meinung, dass es "Zeit für Plan B" sei, fügte er in einem BBC-Interview hinzu.

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Die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle stieg in Großbritannien mit 223 Fällen am Dienstag auf den höchsten Stand seit März an. Anfang der Woche wurden knapp 50.000 neue Corona-Fälle im Land gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 435.

In England sind eine Maskenpflicht in Innenräumen oder Nachweisregeln über Impfungen oder Tests seit dem "Freedom Day" im Juli eher die Ausnahme.

Titelfoto: Yui Mok/PA Wire/dpa, Jonathan Brady/PA Wire/dpa

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