Bürgermeister empfiehlt: Männer sollen während der Krise einkaufen, weil Frauen zu langsam sind

Osaka - Diese Äußerung hätte er wohl lieber unterlassen: Der Bürgermeister der westjapanischen Stadt Osaka - Ichiro Matsui - sieht sich mit Sexismus-Vorwürfen konfrontiert. Seine Aussage: Während der Corona-Krise sollten überwiegend Männer die Einkäufe erledigen, weil sich Frauen dafür zu viel Zeit ließen.

Sind Frauen die langsameren Shopper? Ein Bürgermeister aus Japan beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja.
Sind Frauen die langsameren Shopper? Ein Bürgermeister aus Japan beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja.  © primagefactory/123RF

Vom derzeitigen Shitstorm in den sozialen Medien dürfte Ichiro Matsui sicher nicht begeistert sein. Er wollte den Einwohnern seiner Stadt doch nur einen guten Rat geben...

Seine Äußerungen zu geschlechtsspezifischem Einkaufsverhalten kamen bei der Bevölkerung jedoch gar nicht gut an.

Gegenüber einer Gruppe männlicher Reporter sagte er: "Wenn eine Frau einkaufen geht, wird es einige Zeit dauern." 

Denn die Damen würden sich mit zu vielen Nebensächlichkeiten aufhalten und sich im Supermarkt allgemein zu viel Zeit lassen.

"Männer gehen direkt in den Laden - sie vermeiden Kontakte und wissen, was sie wollen - und gehen wieder nach Hause." Damit würden sie das Risiko von Infektionen mit dem Coronavirus deutlich senken. Verheiratete Paare sollten außerdem nicht zusammen einkaufen gehen, so Matsui.

Die negativen Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. So schrieb ein Nutzer auf Twitter: "Japan ist ein Land, in dem diese Worte ganz ruhig aus dem Mund eines Bürgermeisters kommen. Bedauerlich."

Ein anderer User attestierte dem Bürgermeister die Verdrehung von Tatsachen und meinte: "Frauen entscheiden schneller beim Einkaufen. Ich bin ein Mann und brauche viel länger, um die richtigen Gänge mit den richtigen Artikeln zu finden."

Sowohl männliche als auch weibliche Nutzer warfen dem Bürgermeister von Osaka Sexismus vor. Shoko Egawa, ein beliebter japanischer Journalist, twitterte: "Menschen, die nichts über das alltägliche Leben wissen, sollten dieses auch nicht kommentieren."

Japanischer Journalist Shoko Egawa brachte den Shitstorm auf Twitter ins Rollen

In Osaka gilt seit dem 7. April der Ausnahmezustand. Mit fast 1500 Coronavirus-Fällen ist die Präfektur Kinki, zu der Osaka gehört, am zweithäufigsten innerhalb Japans betroffen.

Das asiatische Land hat in der Viruskrise vor allem mit geringen Test-Kapazitäten zu kämpfen. Bei einer Bevölkerung von 127 Millionen wurden bisher lediglich 90.000 Menschen auf Covid-19 getestet.

Titelfoto: primagefactory/123RF, Twitter Screenshot @theasianfmnst

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