Bundesweit Maskenpflicht ab nächster Woche: Hier können Verstöße bis zu 5000 Euro kosten

Deutschland - Die Kontrolle der Maskenpflicht im Nahverkehr und Geschäften sowie das Sanktionieren von Verstößen wird von der kommenden Woche an in den Ländern ganz unterschiedlich gehandhabt. Das Land Bayern will nach einem überarbeiteten Bußgeldkatalog Verstöße mit bis zu 5000 Euro ahnden. Dagegen hatte das Land Berlin vor wenigen Tagen erklärt, es werde das Einhalten der Pflicht zunächst nicht kontrollieren und sehe vorerst auch keine Strafen bei Verstößen vor.

VERSTOß GEGEN MUNDSCHUTZPFLICHT WIRD IN BAYERN TEUER

Verstöße gegen die Mundschutzpflicht zum Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus können in Bayern bis zu 5000 Euro kosten. Das geht aus dem aktualisierten Bußgeldkatalog hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt. Demnach werden bei fehlendem Mund-Nase-Schutz in Bussen, Bahnen und Geschäften 150 Euro fällig. 

Besonders teuer wird es für Ladenbesitzer, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt: Hierfür sieht der Bußgeldkatalog eine Zahlung von 5000 Euro vor. Im Kampf gegen das Coronavirus wollen mittlerweile alle Bundesländer auf eine Maskenpflicht in Teilen des öffentlichen Lebens setzen. Im Gegensatz zu Bayern verzichtet beispielsweise Berlin auf jegliche Kontrollen und Strafen.

Mutter und Tochter (fast) im Partnerlook und beide mit selbst genähten Mundschutz-Masken beim Einkaufen unterwegs.
Mutter und Tochter (fast) im Partnerlook und beide mit selbst genähten Mundschutz-Masken beim Einkaufen unterwegs.  © Christian Charisius/dpa

KRITIK AM FAHRPLAN FÜR WEITERE LOCKERUNGSBESCHLÜSSE

FDP-Chef Christian Lindner (41) hat scharf kritisiert, dass Bund und Länder erst am 6. Mai über neue Lockerungen der Corona-Beschränkungen entscheiden wollen. Bislang hatten sie dies schon für den 30. April in Aussicht gestellt. 

Wer wie die Bundeskanzlerin einzelnen Bundesländern forsche Lockerungen vorwerfe, sollte sich mit den Ländern enger und nicht seltener abstimmen, sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich mahnte der FDP-Politiker mehr Verlässlichkeit an: "Wenn Ankündigungen immer wieder kassiert werden, erschwert das die Vorbereitungen in Betrieben und geht zu Lasten des Vertrauens."

FDP-Chef Christian Lindner (41) im Bundestag.
FDP-Chef Christian Lindner (41) im Bundestag.  © Michael Kappeler/dpa

ROBERT KOCH-INSTITUT WARNT VOR WEITEREN LOCKERUNGEN

Nach ersten Lockerungen in der Coronavirus-Pandemie hat das Robert Koch-Institut (RKI) vor Nachlässigkeit gewarnt. Dass Deutschland bisher relativ gut durch die Epidemie gekommen sei, sei den frühzeitig getroffenen Eindämmungsmaßnahmen zu verdanken. 

"Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden", sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Freitag in Berlin. Die Lockerungen dürften nun nicht zu einem "Erdrutsch" an weiteren Lockerungen führen. Die Reproduktionszahl wird laut Schaade weiter auf 0,9 geschätzt. Im Mittel stecke fast jeder Infizierte einen anderen Menschen an. Die Herausforderung sei, diesen Wert weiter unter 1 zu halten. Je weiter der Wert sinke, desto besser.

Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Insituts.
Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Insituts.  © Bernd von Jutrczenka/dpa Pool/dpa

BUNDESBILDUNGSMINISTERIN FÜR MASKENPFLICHT IM SCHULBEREICH

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) befürwortet in der Corona-Krise eine Maskenpflicht für Schüler. "Aus meiner Sicht spricht viel dafür, dass überall dort, wo Schülerinnen und Schüler den Abstand nicht einhalten können, Masken getragen werden müssen", sagte Karliczek dem "Spiegel". Im Schulbus oder auf den Fluren wäre das ihrer Ansicht nach gegeben. In den Klassenzimmern könnten die Masken vielleicht auch einmal abgelegt werden, wenn die Lehrer ihre Schüler weit genug auseinander setzten. 

Anja Karliczek (48, CDU). Bundesministerin für Bildung und Forschung.
Anja Karliczek (48, CDU). Bundesministerin für Bildung und Forschung.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Frage der Maskenpflicht müsse auch in dem Hygienekonzept beantwortet werden, das die Kultusministerkonferenz Ende des Monats vorlegen wolle.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

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