Bundesweite und aussagekräftige "Krankenhaus-Ampel"! Söder mit klarer Forderung

Berlin/München - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (55, CSU) fordert von der Bundesregierung neue und verlässliche Maßstäbe zur Bewertung der Corona-Lage.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (55, CSU) hat hinsichtlich der aktuellen Entwicklung die Bundesregierung in die Pflicht genommen.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (55, CSU) hat hinsichtlich der aktuellen Entwicklung die Bundesregierung in die Pflicht genommen.  © Sven Hoppe/dpa

Da die bisher im Fokus stehende Sieben-Tage-Inzidenz in der laufenden Omikron-Welle auch aufgrund mangelnder Testmöglichkeiten ihre vorwarnende Wirkung verliere, "brauchen wir ein neues Bewertungssystem, das sich an der Belegung der Krankenhausbetten orientieren sollte", sagte der CSU-Chef im Gespräch der Welt am Sonntag. "Nur so erfahren wir, ob das Gesundheitssystem stabil bleibt - oder ob eine Überlastung droht."

Der CSU-Politiker fügte an: "Der Bund ist gefordert, eine funktionierende und aussagekräftige Krankenhaus-Ampel auf den Weg zu bringen."

Söder sagte, diese Ampel müsse den Corona-Anteil an der Belegung der Krankenhäuser und eine mögliche Überlastung des Pflegepersonals unbedingt berücksichtigen. Wichtig sei demnach dabei: "Wir müssen wissen, wie viele Personen ausschließlich wegen Corona ins Krankenhaus kommen - und wie viele lediglich mit Corona."

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Zuvor hatte am Freitag auch der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler (60), erläutert, dass in dieser Pandemiephase die reine Fallzahl nicht mehr entscheidend sei. "Wir müssen jetzt in erster Linie auf die Krankheitslast und die Krankheitsschwere schauen", sagte er.

Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey betont Bedeutung der allgemeinen Daseinsvorsorge

Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey (43, SPD) betonte unter anderem den Schutz der kritischen Infrastruktur in Deutschland als wichtigen Faktor.
Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey (43, SPD) betonte unter anderem den Schutz der kritischen Infrastruktur in Deutschland als wichtigen Faktor.  © Wolfgang Kumm/dpa

Konkret weist das RKI seit kurzem Schätzungen zu Infizierten mit Covid-19-Symptomen verschiedener Schwere aus. So liegen Schätzwerte zu Fällen auch unter der Schwelle von Krankenhausaufnahmen vor, etwa die Häufigkeit von Arztbesuchen.

Gegen das von Söder geforderte bundesweit anwendbare Warnsystem sprach sich Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (56) aus.

Der SPD-Politiker sagte, die Hansestadt habe ihre Entscheidungen "immer an der konkreten regionalen Pandemielage ausgerichtet, die sich als Gesamtbild aus zahlreichen unterschiedlichen Faktoren ergibt". Das Zusammenspiel der Faktoren sei äußerst komplex, so dass sich Entscheidungen nicht einfach schematisch aus bundesweit einheitlichen Schwellenwerten ableiten ließen.

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Auch Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (63, SPD) widersprach. "Die Corona-Politik sollte sich um Verlässlichkeit bemühen und nicht die Bürger durch wechselnde Maßstäbe verunsichern."

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (43, SPD) nannte es derzeit am wichtigsten, die allgemeine Daseinsvorsorge zu sichern. Dazu gehöre der Schutz der kritischen Infrastruktur.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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