Chinas "Fledermaus-Frau" warnt: Corona ist nur die Spitze des Eisbergs

Wuhan (China) - Prof. Shi Zhengli wurde in ihrem Heimatland als "Fledermaus-Frau" bekannt. Die Wissenschaftlerin verfasste zahlreiche Artikel und virologische Studien und wirkte sogar an der Entdeckung von Sars 2005 mit.

Die Virologin Shi Zhengli ist quasi der Christian Drosten Chinas. Im Reich der Mitte wurde sie als "Fledermaus-Frau" berühmt.
Die Virologin Shi Zhengli ist quasi der Christian Drosten Chinas. Im Reich der Mitte wurde sie als "Fledermaus-Frau" berühmt.  © Rudmer Zwerver/123RF, Twitter Screenshot @NaukaPrzyrody

Nun machte die renommierte chinesische Professorin durch ein neues Statement auf sich aufmerksam, wie Gulf News Asia berichtet.

Und dieses hat es in sich: Denn laut Prof. Shi Zhengli ist das Ende 2019 entdeckte Coronavirus nur die Spitze des Eisbergs.

Während eines Interviews im chinesischen Staatsfernsehen forderte die Wissenschaftlerin und stellvertretende Direktorin des Wuhan-Instituts für Virologie eine stärkere internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Epidemien.

Die Erforschung von Viren müsse "transparent und kooperativ" sein und es sei "äußerst bedauerlich", dass die Wissenschaft ständig politisiert werde, sagte Shi Zhengli.

"Wenn wir verhindern wollen, dass Menschen unter dem nächsten Ausbruch von Infektionskrankheiten leiden, müssen wir im Voraus von diesen unbekannten Viren erfahren, die von Wildtieren in der Natur übertragen werden - und frühzeitig warnen", so die Virologin.

Bezüglich der weit verbreiteten Verschwörungstheorie, Corona stamme aus einem chinesischen Labor, sagte die "Fledermaus-Frau": "Die genetischen Eigenschaften der Viren, mit denen ich gearbeitet habe, stimmen nicht mit denen des Coronavirus überein. Ich würde auf mein Leben schwören, dass die Pandemie nichts mit meinem Labor zu tun hat."

Der Covid-19-Ausbruch hat weltweit mehr als 5,4 Millionen Menschen infiziert und über 345.000 Menschen getötet. "Wenn wir die Vielfalt an Viren nicht untersuchen, wird es möglicherweise einen weiteren Ausbruch geben", warnt die Wissenschaftlerin.

Titelfoto: Rudmer Zwerver/123RF, Twitter Screenshot @NaukaPrzyrody

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