Neue Corona-App: Wie sie funktioniert und was sich das Robert-Koch-Institut verspricht

Berlin - Das Robert Koch-Institut (RKI) will mit Hilfe von Fitness-Armbändern und Computeruhren neue Erkenntnisse zur Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen in Deutschland gewinnen.

Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.
Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.  © Michele Tantussi/X03942/REUTERS/dpa

Dafür veröffentlichte das RKI am Dienstag die App "Corona-Datenspende", die auf Daten aus den Geräten zugreifen kann. 

Die Nutzung der App sei freiwillig, betonte das RKI.

Das RKI will sich zunutze machen, dass Smartwatches und Fitness-Armbänder unter anderem den Ruhepuls sowie Informationen zum Schlaf und dem Aktivitätsniveau ihrer Nutzer aufzeichnen können. 

"Bei einer akuten Atemwegserkrankung ändern sich diese Vitalzeichen in den meisten Fällen deutlich. Daher können auch typische Covid-19-Symptome wie Fieber durch die App erkannt werden", erläuterte das Institut.

App dient nicht der Nachverfolgung von Kontaktpersonen

Die App diene nicht der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, betonte das RKI. Sie solle aber helfen, Infektionsschwerpunkte besser zu verstehen. Das RKI kenne zu keinem Zeitpunkt persönliche Daten wie Name oder Anschrift der App-Nutzer. 

Man müsse lediglich einmalig die Postleitzahl eingeben. Ortungs- und Standortdaten aus den Geräten würden nicht abgefragt. 

Die Teilnehmer werden auch gebeten, Geschlecht, Alter sowie grob Größe und Gewicht anzugeben.

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Wie funktioniert die App?

Die Corona-App ist nun verfügbar.
Die Corona-App ist nun verfügbar.  © Screenshot/AppStore

Die App erkennt Symptome des Coronavirus. Der Geschäftsführer des Robert Koch Instituts, Lothar Wieder betont, dass sie keinen Nachweis über eine Infektion liefert und keinen Test ersetzt. Sie gibt aber wichtige Daten wie den Puls, das Aktivitätsniveau, Schlafdaten, Temperatur weiter. 

Zudem wird die Postleitzahl übermittelt. Die Nutzer stellen ihre Postleitzahl, die Körperdaten wie Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht sowie die Daten über Aktivität, Puls, Schlaf und Temperatur zur Verfügung. 

Diese Daten werden wissenschaftlich aufbereitet und und fließen dann mit anderen Daten, die die Wissenschaftler haben, in eine interaktive Karte ein, die die regionale Verbreitung von potenziell Infizierten, heruntergebrochen auf Postleitzahlen-Gebiete, anzeigt. 

Diese Karte wird im Internet veröffentlicht. "Das gibt uns einen Einblick darin, ob die Maßnahmen greifen", so Wieler. 

"Hoffen, dass wir 10 Prozent aller Nutzer erreichen"

Laut Wieler unterliegt die App der strengen, in ganz Europa geltenden, Datenschutzgrundverordnung. Die Daten, die übermittelt werden, seien pseudonymisiert. Es werden keine Ortungs- oder Bewegungsdaten und auch keine Mobilfunkdaten weitergegeben. 

Genaue Informationen gibt es unter der Website corona-datenspende.de, die jedoch kurz nach Veröffentlichung stark überlastet war. Zudem informiert das Robert Koch Institut auf dieser Seite über die App. Prof. Brockmann vom Robert Koch Institut präzisierte: 

"Wir hoffen, dass wir 10 Prozent aller Nutzer erreichen, ein Prozent wäre auch gut. Also 100.000 oder 10.000 Menschen wären klasse", sagte er.

Titelfoto: Michele Tantussi/X03942/REUTERS/dpa

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