Corona-Fake-News via WhatsApp: Diese Nachrichten machen alles nur schlimmer

Wien (Österreich) - Rund um das Coronavirus gibt es immer wieder Fake News. Aktuelles Beispiel ist nun eine Sprachnachricht, die momentan über WhatsApp und andere soziale Medien verbreitet wird. 

Das Coronavirus hält die Welt in Atem - Falschmeldungen machen alles nur noch schlimmer. 
Das Coronavirus hält die Welt in Atem - Falschmeldungen machen alles nur noch schlimmer.   © ---/NIAID-RML/AP/dpa

Demnach sollen Menschen, die bereits erkrankt sind, in Gefahr sein, falls sie das Schmerzmittel Ibuprofen zu sich nehmen. Denn dieses solle laut der Fake-Nachricht die Symptome der Krankheit verstärken.

Laut der Sprachnachricht habe die "Medizinische Universität Wien" das herausgefunden. Doch vor Ort wusste man von nichts. Am Samstagmittag sah sich die Uni deshalb dazu genötigt eine Stellungnahme auf Facebook zu veröffentlichen. Die Verantwortlichen distanzierten sich ganz klar und schrieben:

"Achtung - Fake News... Derzeit werden WhatsApp-Text- und Sprachnachrichten in unterschiedlichen Social Media-Netzwerken verbreitet, die von angeblichen Forschungsergebnissen der 'Wiener Uniklinik' rund um die Einnahme von Ibuprofen und einer angeblich damit zusammenhängenden Verstärkung von Covid19-Symptomen berichten. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hierbei um Fake News handelt, die in keinerlei Zusammenhang mit der MedUni Wien stehen!"

Ibuprofen trotzdem gefährlich?

 Olivier Véran (39) hat Bedenken. 
 Olivier Véran (39) hat Bedenken.   © Bertrand Guay/POOL AFP/AP/dpa

Aber: Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran (39) schrieb am Samstagmittag per Kurznachrichtendienst Twitter, Entzündungshemmer wie etwa Ibuprofen könnten eine Infektion mit dem Coronavirus verschlimmern. Im Falle von Fieber solle man Paracetamol nehmen, riet Véran. 

Der nationale Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon (50) äußerte sich ähnlich und riet von der Einnahme sogenannter nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) ab. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen neben Ibuprofen auch Acetylsalicylsäure (ASS; Aspirin) und Diclofenac.

Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) kann sich durchaus vorstellen, dass insbesondere ASS, aber auch Ibuprofen, bei der Lungenerkrankung Covid-19 nicht hilfreich sein könnten. "Ibuprofen hemmt die Blutgerinnung, das wäre ein möglicher Hinweis", erläutert der Virologe. Damit steige das Risiko für innere Blutungen. "Bei Paracetamol ist das nicht der Fall."

Nordkorea schiebt Ausbruch der Corona-Pandemie auf irre Verschwörung
Coronavirus Nordkorea schiebt Ausbruch der Corona-Pandemie auf irre Verschwörung

Dennoch sei ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von NSAR und schweren Verläufen bei Covid-19 nach seinem Wissen bislang nicht gesichert, betont Schmidt-Chanasit. 

"Wir wissen wenig über die Pathogenese des Virus Sars-CoV-2. Es gibt dazu bisher keine klinischen Daten." In Frankreich ist Ibuprofen seit Jahresbeginn nicht mehr frei in Apotheken verkäuflich.

Panik wegen angeblicher Schließung von Aldi

Eine weitere Fake News, die via WhatsApp verbreitet wird, behauptet, dass ab Montag alle Aldi-Märkte in Deutschland schließen. Eine Aldi-Sprecherin sagte daraufhin gegenüber "BILD": "Das, was da gesagt wird, stimmt nicht, wir dementieren das. Unsere Märkte öffnen ganz normal. Wir wollen für unsere Kunden da sein und unseren Versorgungsauftrag wahrnehmen."

Fake News werden ein immer größeres Problem während der Corona-Krise. Daher gilt: Nicht gleich alles sofort glauben und Ruhe bewahren.

Stellungnahme der Medizinischen Universität Wien

Alle Infos im Corona-Liveticker >> hier.

Mehr zum Thema Coronavirus: