Corona-Krise in Hessen: Geht Polizei bald gegen Hamsterkäufe vor?

Hanau - In Hessen herrscht Uneinigkeit zum Umgang mit Hamsterkäufen infolge der Coronavirus-Epidemie. 

Werden Hamsterkäufe künftig in ganz Hessen von der Polizei unterbunden?
Werden Hamsterkäufe künftig in ganz Hessen von der Polizei unterbunden?  © Montage: Helmut Fohringer/APA/dpa, dpa/Boris Roessler

Der Hessische Städte- und Gemeindebund befürwortet das vehemente Vorgehen erster Kommunen gegen massenhafte Vorratskäufe.

"Ich kann mir gut vorstellen, dass dies Vorbild-Charakter hat und weitere Kommunen nachziehen. Wir würden das durchaus begrüßen", sagte der Geschäftsführende Direktor, Karl-Christian Schelzke, am Montag auf Anfrage.

Wie viele Kommunen bereits Hamsterkäufen den Kampf angesagt haben, konnte der Verband nicht einschätzen. Der Handelsverband Hessen ist dagegen skeptisch: Großeinkäufe könnten auch daran liegen, dass ein Kunde für andere mit einkauft.

Die Stadt Hanau und der Landkreis Marburg-Biedenkopf hatten angekündigt, Hamsterkäufen den Riegel vorzuschieben. Verbraucher dürften sich nicht mehr mit Bergen an Vorräten eindecken, sondern nur noch haushaltsübliche Mengen erwerben.

Beide Kommunen hatten dazu Allgemeinverfügungen erlassen.

In einigen Lebensmittelgeschäften in Hessen klaffen immer wieder Lücken in den Regalen, etwa bei Hygieneprodukten, Mehl und lang haltbaren Lebensmitteln. Wer Hamsterkäufe tätige, lege ein "höchst unsolidarisches Verhalten" an den Tag. Das müsse unterbunden werden, befand Schelzke.

Vorbild für ganz Hessen? Polizei in Hanau geht gegen Hamsterkäufe vor

In Hanau hatte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) angekündigt, die neuen Spielregeln beim Shoppen notfalls mit der Stadtpolizei überwachsen lassen zu wollen. Ein Stadtsprecherin sagte am Montag, dass die Kontrollen angelaufen seien: "Die Stadtpolizei ist im Einsatz und hat ein Auge darauf."

Die Sprecherin berichtete zudem, dass es am Vorgehen der Stadt gegen Hamsterkäufe viel Interesse von anderen Kommunen gebe. "Es gab deswegen schon diverse Anfragen bei uns", sagte sie.

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Titelfoto: Montage: Helmut Fohringer/APA/dpa, dpa/Boris Roessler

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