Corona-Impfstoff: Russland will Vakzin bereits in den nächsten Wochen ausliefern

Irkutsk - Nach der frühen Freigabe eines Corona-Impfstoffes in Russland sollen größere Mengen des Vakzins in den nächsten Wochen ausgeliefert werden.

Russland hat einen Corona-Impfstoff zugelassen. Die internationale Skepsis gegenüber dem Impfstoff ist groß, da die Wirkung nur für weniger als zwei Monate an Menschen untersucht wurde.
Russland hat einen Corona-Impfstoff zugelassen. Die internationale Skepsis gegenüber dem Impfstoff ist groß, da die Wirkung nur für weniger als zwei Monate an Menschen untersucht wurde.  © Alexander Zemlianichenko Jr/Russian Direct Investment Fund/AP/dpa

Die ersten größeren Lieferungen beginnen im September, wie der russische Gesundheitsminister Michail Muraschko am Montag in Irkutsk am Baikalsee der Staatsagentur Tass zufolge sagte. Im November und Dezember solle dann die maximale Menge bereitstehen. 

Nach früheren Angaben soll das Vakzin zunächst für den russischen Markt bestimmt sein.

Der russische Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" wurde vor drei Wochen für eine breite Anwendung in der Bevölkerung registriert. Diese Genehmigung erfolgte, bevor die wichtige Testphase III überhaupt begonnen hatte. 

Erst in dieser Phase wird gewöhnlich an sehr vielen Teilnehmern überprüft, ob und wie gut ein Wirkstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt und welche Nebenwirkungen auftreten. Das Vorgehen Moskaus löste international viel Kritik aus.

In Russland fast eine Million Infizierte

Dem Gesundheitsminister zufolge wurden für die dritte Testphase bereits mehr als 2500 Freiwillige gefunden. 40 000 sollen es insgesamt werden. Parallel dazu sollen bereits Lehrer und Gesundheitspersonal geimpft werden. "Dies ist absolut freiwillig", sagte Muraschko.

Kremlchef Wladimir Putin hatte erst in der vergangenen Woche die frühe Freigabe verteidigt und auf die angebliche Wirksamkeit des Impfstoffes hingewiesen. Bislang konnten internationale Wissenschaftler noch keine Daten zu dem Wirkstoff bewerten. Mehrere Länder haben dennoch Interesse an dem Mittel angemeldet. Demnach will etwa Venezuela an der dritten Testphase teilnehmen.

In Russland sind nach offiziellen Angaben bereits mehr als 995 000 Corona-Infektionen erfasst geworden. Etwa 17 100 Menschen starben mit dem Virus. Jeden Tag kommen rund 5000 neue Fälle hinzu.

Titelfoto: Alexander Zemlianichenko Jr/Russian Direct Investment Fund/AP/dpa

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