Corona in Bayern: Keine Fixierung mehr nur auf Inzidenz?

München - Das Coronavirus hat Deutschland und die Welt weiterhin fest im Griff. Im TAG24-Liveticker erhaltet Ihr alle aktuellen Informationen rund um die Lage im Freistaat Bayern.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
Im Freistaat wurden bereits 437.593* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 1. März, 0 Uhr). Davon gelten 406.270 als genesen, 12.385 Menschen sind bereits gestorben.

In München wurden 46 neue Fälle gemeldet (Stand: 28. Februar, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt auf 54.038* an. Enthalten in dieser Zahl sind 51.865 Personen, die inzwischen als wieder genesen gelten, sowie 1084 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz** für die Landeshauptstadt beträgt derzeit 39,8 (RKI, Stand: 1. März).

Münchner können sich nach vorheriger >>> Online-Terminvereinbarung Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 8 bis 17 Uhr auf das Virus testen lassen. Wer sich impfen lassen möchte, kann sich >>> hier beim Bayerischen Impfzentrum registrieren.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

* Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 2. März, 6.20 Uhr: Freie Wähler wollen keine "ideologische" Fixierung nur auf Inzidenz mehr

Ein Schild weist in einem Blumenladen auf die Abstands und Hygieneregeln hin.
Ein Schild weist in einem Blumenladen auf die Abstands und Hygieneregeln hin.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB

Der weitere Kampf gegen das Coronavirus sollte nach Ansicht der Freien Wähler in Bayern ab sofort nicht mehr nur an den Sieben-Tage-Inzidenzwerten ausgerichtet werden.

"Um einen nachhaltigen Weg verantwortungsbewusster Öffnungen beschreiten zu können, muss die geradezu ideologische Engführung auf die Kennzahl des Inzidenzwertes aufgegeben werden", heißt es in einem neuen Positionspapier der Regierungsfraktion.

Stattdessen müssten sich die nächsten Lockerungsschritte an drei Kriterien orientieren: der Wirkung der jeweiligen Schutzmaßnahmen, der tatsächlichen Infektionswahrscheinlichkeit an einem bestimmten Ort und der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der Institutionen und Branchen.

Die Aussagekraft der Inzidenzzahl nehme mit zunehmender Durchimpfung ab, ihre Volatilität bei geringeren Infektionszahlen zu, und zudem weise die Kennziffer keinen Bezug zur Situation in den Krankenhäusern auf, erklärte der parlamentarische Geschäftsführer Fabian Mehring, unter dessen Federführung das Positionspapier der Fraktion entstand.

Update 1. März, 19.18 Uhr: Gesundheitsminister: Besuchseinschränkungen in Altenheimen lockern

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) ist für mehr Freiheiten Geimpfter. (Archiv)
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) ist für mehr Freiheiten Geimpfter. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Die Gesundheitsminster der Länder wollen die Besuchseinschränkungen in Senioren- und Pflegeheimen lockern.

Den Menschen dort sollten nach Corona-Impfungen wieder mehr Freiheiten eingeräumt werden, teilte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) am Montag nach Beratung mit seinen Amtskollegen mit.

Der Vorschlag geht nun an die Ministerpräsidentenkonferenz, die an diesem Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die weiteren Schritte in der Corona-Krise beraten will.

Derzeit gelten in Alten- und Pflegeheimen bundesweit Einschränkungen mit regionalen Unterschieden. In Bayern etwa darf jeder Bewohner pro Tag nur einen Besucher empfangen.

Nun wollen die Gesundheitsminister die Besuchsmöglichkeiten zwei Wochen nach Zweitimpfung und bei einer hohen Durchimpfungsrate der Bewohnerinnen und Bewohner erweitern.

Sobald Corona-Infektionen gemeldet werden, soll es jedoch wie bisher bei Besuchsverboten bleiben. "Wichtig ist dabei, dass kein konkretes Ausbruchsgeschehen vorliegt und weiterhin Hygiene- und Testkonzepte konsequent umgesetzt werden", sagte Holetschek.

"Die Menschen in den Pflegeheimen mussten in den vergangenen Monaten viel zurückstecken. Mir ist es wichtig, dass niemand in den Einrichtungen vereinsamt."

Update 1. März, 18.01 Uhr: Corona-Fälle bei Jahn Regensburg: Pokalspiel gegen Bremen abgesagt

Nach weiteren Corona-Fällen beim SSV Jahn Regensburg wird das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen nicht wie geplant am Dienstagabend stattfinden.

Beim Fußball-Zweitligisten aus der Oberpfalz seien über Cheftrainer Mersad Selimbegovic hinaus weitere Infektionen aufgetreten, berichtete Jahn-Geschäftsführer Christian Keller bei der Pressekonferenz am Montag.

Dies hätten Tests am Sonntag ergeben. Um wie viele Personen und wen genau es sich handelt, äußerte er sich nicht. Das gesamte SSV-Betreuerteam und die Mannschaft müssten nun voraussichtlich in Quarantäne.

Die Regensburger rechnen auch damit, dass die nächsten beiden Ligapartien beim VfL Osnabrück am 7. März und zuhause gegen die SpVgg Greuther Fürth am 13. März nicht wie ursprünglich terminiert stattfinden können.

Update 1. März, 15.11 Uhr: Aktuelle Zahlen für Bayern und München

In Bayern sind mittlerweile 437.593 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 8 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 12.385 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Als genesen gelten 406.270 Personen.

Update 1. März, 15.11 Uhr: Umfrage: Corona-Verstöße von Politikern schaden Bürgerdisziplin

Verstöße von Politikern gegen Corona-Regeln schaden offenbar der Bereitschaft vieler Bürger, sich selbst an die Vorschriften zu halten.

In einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey sagte immerhin ein knappes Drittel der Befragten, dass ihre Motivation zu regelkonformem Verhalten "auf jeden Fall" leide, wenn Politiker öffentlich gegen die Corona-Regeln verstoßen.

Knapp 34 Prozent der Befragten erklärten, dass Politiker in Sachen Corona-Vorschriften gar keinen Einfluss auf ihr eigenes Verhalten hätten. Die "Augsburger Allgemeine" veröffentlichte die Umfrage am Montag.

Die Analyse nach Parteipräferenzen zeigte, dass AfD- und FDP-Anhänger in dieser Hinsicht durch Politikerverstöße offenbar besonders schnell zu demotivieren sind - bei den Rechtspopulisten waren es drei Viertel, bei den Liberalen zwei Drittel der Befragten, die mit "in jedem Fall" oder "Eher ja" antworteten.

Politiker, die sich tatsächlich oder vermeintlich nicht an Corona-Regeln halten, machen immer wieder Schlagzeilen. Dazu zählten unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit einer Spendengala im vergangenen Herbst und kürzlich der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) bei einer Geburtstagsfeier.

Update 1. März, 15.11 Uhr: Kontrolle mit Meterstab - Wenn die Polizei das Augenmaß korrigiert

Wie lang sind 1,50 Meter? Mit Augenmaß lässt sich der in den Corona-Regeln festgelegte Abstand zwischen zwei Menschen offenbar nicht so ohne weiteres einschätzen.

Einige Polizisten in München haben auf Streife deshalb jetzt öfter mal Zollstöcke dabei. "Die Kollegen sind es leid, immer erklären zu müssen, was 1,50 Meter sind", erläuterte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Montag die private Initiative einiger Beamten.

Zuvor hatte die "Bild" ein Foto getwittert. Es zeigt eine Polizistin und einen Kollegen bei einer Kontrolle im Englischen Garten, die einen zusammengeklappten Meterstab in der Hand hält.

"Uns geht es nicht darum, dass wir möglichst viele Leute anzeigen, sondern dass die Leute verstehen, dass man nicht so nah beieinander ist", erklärte der Polizeisprecher. Es gebe Menschen, die lägen 50 Zentimeter auseinander und seien fest überzeugt, dass das anderthalb Meter seien.

In solchen Fällen sei der Meterstab eine gute Diskussionshilfe: "Schauen Sie mal her, das sind 1,50 Meter - das führt in Einzelfällen zu großem Erstaunen."

1. März, 13.56 Uhr: Verein: Astrazeneca-Impfung auch für Senioren

Die Landesseniorenvertretung Bayern (LSVB) fordert die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca für Ältere.

Angesichts der bevorstehenden dritten Welle in der Pandemie müsse die Politik sofort handeln, betonte der Vereinsvorsitzende Franz Wölfl am Montag in München. Die Politik dürfe sich nicht länger hinter einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) verstecken.

Die Stiko empfiehlt den Astrazeneca-Impfstoff nur für Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor, so die Begründung. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte sich für die europaweite Zulassung des Impfstoffs ausgesprochen - für Erwachsene ab 18 Jahren ohne eine Altersbegrenzung.

"Beim Impfen geht es um die Gesundheit der Menschen, um Leben und Tod", meinte Wölfl. "Die Entscheidung hierüber ist ausschließlich Sache der gewählten Volksvertreter, auch wenn es hierzu manchmal einer gehörigen Portion Mut bedarf."

Die Landesseniorenvertretung ist die überparteiliche Dachorganisation der kommunalen Seniorenvertretungen in Bayern.

1. März, 13.54 Uhr: Frühe Corona-Impfung - Aufsichtsbehörde entlastet Landrat

Nach der frühzeitigen Impfung von Landrat Stefan Rößle (CSU) aus dem Kreis Donau-Ries hat die Regierung von Schwaben den Kommunalpolitiker entlastet.

Es sei "kein schuldhaftes Fehlverhalte" des Landrats festzustellen, berichtete die Regierungsbehörde am Montag in Augsburg.

Rößle gehört zu den Kommunalpolitikern, die eine Corona-Impfung erhielten, obwohl sie nach der üblichen Reihenfolge noch nicht dran gewesen wären. Solche Fälle hatten bundesweit Diskussionen über Impf-Vordrängler ausgelöst.

Rößle hatte sich Anfang Januar wenige Tage nach Beginn der bundesweiten Impfkampagne eine Spritze geben lassen. Die Regierung von Schwaben betonte, dass die Kreisklinik in Donauwörth dem Landrat und seiner Stellvertreterin ein kurzfristiges Angebot zu Impfung gemacht habe, weil zwei bereits aufgezogene Spritzen übrig gebliebenen seien.

"Der Landrat und seine Stellvertreterin konnten dabei davon ausgehen, dass der Impfstoff ansonsten weggeworfen werden müsste", erklärte die Aufsichtsbehörde. Die von bayerischen Gesundheitsministerium aufgestellten Regeln würden außerdem vorgeben, dass ein Verfall von Impfdosen unbedingt zu vermeiden sei.

Rößle hatte sich für seine Impfung entschuldigt und erklärt, dass er aus heutiger Sicht nicht mehr das kurzfristige Angebot angenommen hätte. Der Landrat hatte die Regierungsbehörde selbst um eine disziplinarrechtliche Prüfung gebeten.

1. März, 12.46 Uhr: Gastgewerbe protestiert für Öffnung

Mit Aktionen an mehr als 1000 Orten haben die bayerischen Wirte und Hoteliers auf ihre "verzweifelte Lage" hingewiesen.

Dazu stellen sie am Montag gedeckte Tische oder gemachte Betten vor ihre Betriebe. Wenn Branchen wie der Einzelhandel wieder öffnen dürften, "muss es auch im Gastgewerbe wieder losgehen", sagte die Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, Angela Inselkammer. Die aktuellen Schließungen dürften so nicht weitergehen.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der Inselkammer bei der Aktion vor ihrem eigenen Betrieb in Aying traf, äußerte Verständnis.

"Je länger die Betriebe geschlossen bleiben, desto mehr gefährden wir die Zukunftsfähigkeit einer wichtigen Leitökonomie Bayerns, und die Menschen drängen sich unkontrolliert um Kioske und in Freiflächen. Es wird höchste Zeit, dass wir eine geordnete Öffnungsstrategie beginnend mit der Außengastronomie einleiten."

1. März, 11.10 Uhr: Weitere Corona-Fälle bei Jahn Regensburg: Pokalspiel droht Absage

Dem DFB-Pokal-Viertelfinalspiel zwischen dem SSV Jahn Regensburg und Werder Bremen am Dienstag (18.30 Uhr) droht die Absage.

Beim Fußball-Zweitligisten aus der Oberpfalz seien weitere Corona-Fälle aufgetreten. Dies berichtete Geschäftsführer Christian Keller bei der Pressekonferenz am Montag und sagte, dass der Verein daher mit einer Verlegung der Partie rechne. Das gesamte Betreuerteam und die Mannschaft müsse nun voraussichtlich in Quarantäne. Vom Gesundheitsamt in Regensburg und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) gab es zunächst keine offizielle Mitteilung dazu.

Bereits am Freitag war Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic positiv auf das Coronavirus getestet worden und verpasste daraufhin das Zweitligaspiel am selben Abend gegen Paderborn (1:0).

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB

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