Corona in Bayern: Keine Hilfe für Gnadenhöfe, Mehrheit für Schließung von Skigebieten,

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und weltweit. Hier im TAG24-Liveticker erhaltet Ihr alle aktuellen Informationen speziell für den Freistaat Bayern.

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
Im Freistaat wurden mittlerweile 202.370* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 28. November, 8 Uhr). Davon gelten 141.000 als genesen, 3.764 Menschen sind an dem Virus gestorben.

In München wurden 346 neue Fälle gemeldet (Stand: 28. November, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt somit auf 28.974* an. In dieser Zahl enthalten sind 22.882 Personen, die als genesen gelten, sowie 334 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz** für die bayerische Landeshauptstadt beträgt 172,6 (RKI, Stand: 28. November).

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

* Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 28. November, 16.28 Uhr: Aktuelle Zahlen für Bayern und München

In Bayern sind mittlerweile 202.370 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 8 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 3.764 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten.

Als genesen galten 141.000 Menschen.

Update 28. November, 10.01 Uhr: Tiefkühlschränke und Nadeln: Freistaat bereitet Corona-Impfungen vor

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betont, dass Risikogruppen zu Beginn Vorrang haben werden. (Archiv)
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betont, dass Risikogruppen zu Beginn Vorrang haben werden. (Archiv)  © Jörg Carstensen/dpa

Mit Rechenmodellen und viel Logistikarbeit bereitet sich der Freistaat auf die große Impfaktion gegen das Coronavirus vor.

"Sobald ein Impfstoff zugelassen ist, wollen wir so schnell wie möglich mit dem Impfen beginnen", betonte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Wie lange es allerdings dauern werde, alle Impfwilligen zu impfen, sei derzeit nicht seriös abschätzbar.

Inzwischen haben sich rund 2500 Vertragsärztinnen und -ärzte bereit erklärt, sich an den Impfungen zu beteiligen. Weitere werden gesucht - doch die Tendenz ist steigend.

Der Impfstoff wird "in der Anfangsphase nicht für eine flächendeckende Impfung der gesamten Bevölkerung ausreichen", betonte Huml. Daher würden zuerst Risikogruppen geimpft.

Einen vollständigen Bericht findest du >>> hier.

Update 28. November, 8.56 Uhr: Strenge Ausgangsbeschränkungen in Passau haben begonnen

Arbeit, Arzt oder Einkaufen - in Passau darf man nur noch mit triftigem Grund vor die Tür. (Symbolbild)
Arbeit, Arzt oder Einkaufen - in Passau darf man nur noch mit triftigem Grund vor die Tür. (Symbolbild)  © Martin Gerten/dpa

Angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen gelten in Passau seit Samstag strenge Ausgangsbeschränkungen.

Die Maßnahmen sollen zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag ankündigte.

Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.

Die Stadt verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen und damit nachweisen, dass er nicht infiziert ist.

Passau hatte am Freitag einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Frühestens bei dem Rückgang der Infektionszahlen auf eine Inzidenz von 300 könnten die Beschränkungen wieder gelockert werden, sagte Dupper am Freitag.

Update 28. November, 8.42 Uhr: Hofer Filmtage unterstützen Filmbranche in der Corona-Krise

Mit wöchentlich wechselnden Filmen und Gesprächsrunden im Internet wollen die Hofer Filmtage die Filmbranche unterstützen.

"Wir wollen Filmemachern auf diese Weise eine Plattform geben und auf die Kinobranche in der Corona-Krise aufmerksam machen", sagte eine Sprecherin des Festivals, das sonst jedes Jahr im Oktober zahlreiche Regisseure, Schauspieler und Filmliebhaber nach Hof lockt.

Am Samstag startet das Projekt "HoF Filmtage Rendezvous" mit der Übertragung von "Haldern Pop - Dorf mit Festival". Monika Pirch spürt in dem Dokumentarfilm der Frage nach, wie ein international gefeiertes Musikfestival einem Dorf Impulse gibt. Statt wie sonst ein Ticket zu kaufen, können Zuschauer online spenden und über einen Chat mit den Filmschaffenden ins Gespräch kommen.

Alle zwei Wochen soll künftig das 45-minütige Talkformat "HoF Talk Rendezvous" stattfinden. Der künstlerische Leiter der Filmtage, Thorsten Schaumann, kommt dabei mit Gästen rund um das Festival ins Gespräch und greift Fragen des Online-Publikums auf.

"Beide Formate sollen immer samstags im Wechsel stattfinden", erklärte die Sprecherin der Filmtage. "Auf jeden Fall so lange, bis die Kinos endlich wieder öffnen dürfen."

Update 28. November, 8.42 Uhr: Katastrophe nicht in Sicht - Regionalbanken widerstehen Corona

Ungeachtet düsterer Warnungen vor einer bevorstehenden Pleitewelle gibt es in der Corona-Krise einen Lichtblick: Die deutschen Regionalbanken zeigen sich widerstandsfähig.

Bislang gibt es bei Volks- und Raiffeisenbanken sowie den Sparkassen weder große Kreditausfälle noch eine dramatische Erhöhung der Risikovorsorge, wie die jeweiligen Bundesverbände berichten. "Die Regionalbanken sind letztlich ein Fels in der Brandung", sagt Heinz-Gerd Stickling, Bankenfachmann bei dem in der Finanzbranche bekannten Beratungsunternehmen zeb in Münster.

Mehrere große Banken haben in den vergangenen Monaten die Risikovorsorge für potenziell faule Kredite stark erhöht, darunter die Commerzbank und mehrere Landesbanken. Doch die Regionalbanken kommen bisher offensichtlich gut durch die Krise. "Es heißt immer, dass eine große Insolvenzwelle auf uns alle zurollen werde, und diese besonders die Kunden der Regionalbanken treffen werde", sagt Jürgen Gros, der Präsident des bayerischen Genossenschaftsverbands. "Das ist so nicht erkennbar."

Beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband heißt es: "Auch im Rahmen einer sehr konservativen Risikoeinschätzung werden die Sparkassen in 2020 auf jeden Fall einen positiven Jahresüberschuss nach Steuern erzielen", heißt es beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV).

Nach Bundesbank-Zahlen funktioniert die Kreditvergabe in Deutschland in der Corona-Krise bislang uneingeschränkt, die Kreditbestände an Nichtbanken im Inland und Euro-Ausland wuchsen von Jahresbeginn bis September um 3,3 Prozent.

Update 28. November, 8.33 Uhr: Bislang keine Corona-Soforthilfen für Gnadenhöfe in Bayern

Gnadenhöfe in Bayern haben bislang (noch?) keine Corona-Soforthilfen erhalten.
Gnadenhöfe in Bayern haben bislang (noch?) keine Corona-Soforthilfen erhalten.  © Jens Büttner/ZB/dpa

Trotz sinkender Spendeneinnahmen und Schließungen für Besucher haben Gnadenhöfe in Bayern bislang keine Corona-Soforthilfen erhalten.

Die Voraussetzungen hätten dafür bisher regelmäßig nicht vorgelegen, weil sich die Einrichtungen normalerweise nicht unternehmerisch betätigten, sagte ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums am Freitag. Ob die Einrichtungen nun von den Überbrückungshilfen des Bundes profitieren könnten, müsse im Einzelfall entschieden werden.

Hilfe in Form von Futtermittel-Zuschüssen wie in Nordrhein-Westfalen gibt es in Bayern nicht. Gnadenhöfe leisteten zwar "wertvolle, ehrenamtliche Arbeit", heißt es vonseiten des Umweltministeriums.

Sie seien aber rechtlich nicht definiert. Deshalb erhalten sie im Gegensatz zu Tierheimen vom Freistaat auch keine Fördergelder für Investitionen - obwohl sie angesichts der Aufnahme und Vermittlung von Abgabetieren oft ähnliche Arbeit leisten.

Update 28. November, 8.29 Uhr: 5000 Firmen warten auf Überbrückungshilfe: Software hakt

Rund 5000 bayerische Unternehmen warten derzeit auf die Auszahlung der versprochenen Corona-Überbrückungshilfe II. Erste Anträge seien schon im Oktober gestellt worden, aber bis Freitag seien erst 127 Auszahlungen erfolgt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Wirtschaftskreisen.

Die Bundesregierung hatte "unbürokratische und schnelle Zuschüsse" für Unternehmen zugesagt, deren Umsätze durch die Corona-Krise massiv eingebrochen waren. Die EU-Kommission hatte diese Beihilfe allerdings erst vier Wochen nach Beginn der Antragsfrist genehmigt. Und jetzt hake es bei der Bearbeitungs-Software, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Die Software habe der Bund erarbeiten lassen.

Jetzt sollen Banken helfen, die Zeit bis zur Auszahlung der staatlichen Hilfe zu überbrücken. "Das Geld für die Novemberhilfe kommt nicht vor Januar", hieß es aus Wirtschaftskreisen. Wer einen Antrag gestellt habe, könnte von seiner Hausbank einen Überbrückungskredit erhalten - so die Idee, die Bankenverbände gerade mit der IHK München und Oberbayern ausloten. Die IHK bearbeitet im Auftrag der Staatsregierung sämtliche Anträge in Bayern.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) hatte beklagt: "Viele Gastronomen, Hoteliers, Kinos und Fitnessstudios sitzen seit Wochen ohne Umsätze auf dem Trockenen."

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag mahnte, die Firmen müssten wissen, wann sie die dringend benötigten Gelder bekommen, sonst stünden viele vor dem Aus.

Update 28. November, 8.26 Uhr: Hoteliers verlangen Öffnung für Familienbesuche über Weihnachten

Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat den Freistaat aufgefordert, Hotelübernachtungen bei Familienbesuchen über Weihnachten zuzulassen - wie es auch in anderen Bundesländern geplant sei.

"Unsere Betriebe sind ja nicht geschlossen worden, weil der Aufenthalt bei uns gefährlich ist, sondern weil sich die Menschen möglichst wenig bewegen sollten", sagte Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer von Dehoga Bayern, dem Münchner Merkur (Samstag).

"Deshalb halten wir es für zielführend, wenn Verwandtschaftsbesuche mit Geschäftsreisen gleichgestellt werden", sagte Geppert der Zeitung. Dies gelte vor allem für Weihnachten. "Wenn die Menschen ihre Verwandten besuchen, könnten sie dann in einem Betrieb mit funktionierendem Hygienekonzept übernachten."

Eine Hoffnung für die ganze Branche sei diese Ausnahmeregelung allerdings nicht. "Kein Betrieb würde nur für drei Tage aufsperren, das wäre zu kurz gesprungen", sagte Geppert. Dafür sei der Aufwand viel zu hoch. Allerdings könnten die Hotels, die derzeit Geschäftsreisende empfangen, über Weihnachten Menschen auf Heimatbesuch begrüßen.

Die Betriebe bräuchten vor allem Planungssicherheit. "Wir gehen aber davon aus, dass man einen solchen Weg auch im Freistaat gehen kann."

Update 28. November, 8.11 Uhr: Umfrage: Mehrheit befürwortet Schließung von Skigebieten

Eine europaweite Schließung der Skigebiete würde die Mehrheit der Deutschen begrüßen. (Archiv)
Eine europaweite Schließung der Skigebiete würde die Mehrheit der Deutschen begrüßen. (Archiv)  © Bernd Thissen/dpa

Eine große Mehrheit in Deutschland würde laut einer Umfrage eine europaweite Schließung von Skigebieten befürworten.

73,8 Prozent der Befragten gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag) an, es sei "eindeutig" oder "eher richtig", zur Eindämmung der Corona-Pandemie alle europäischen Skigebiete vorerst zu schließen. 19,5 Prozent der Befragten hielten dies für "eher" oder "eindeutig falsch".

In Bayern, wo Skigebiete bis 20. Dezember nicht öffnen dürfen, sprachen sich der Umfrage zufolge rund zwei Drittel der Befragten (68,6 Prozent) "eindeutig" oder "eher" für eine europaweite Schließung aus. Etwa ein Viertel der Befragten (25,4 Prozent) hielt das für "eher" oder "eindeutig falsch".

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich für ein Verbot aus. "Ski-Regionen wollen natürlich, dass die Saison nicht ausfällt. Aber ein zweites Ischgl können wir uns in diesem Winter nicht erlauben, sonst besteht die Gefahr, dass wir europaweit in einer Lockdown-Situation landen, aus der wir nicht mehr hochkommen", sagte Hans dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag).

"Am besten wäre ein europaweites Skiverbot zumindest bis zum 10. Januar, dem Ende der Winterferien." Hans begrüßte zudem die bayerische Regelung, wonach auch Tagestouristen, die zum Skifahren nach Österreich reisen, anschließend zehn Tage in Quarantäne müssen.

Update 27. November, 19.40 Uhr: Aktuelle Zahlen für München

Update 27. November, 17.05 Uhr: Tschechische Immobilienbesitzer fordern Quarantäne-Ausnahme

Tschechische Besitzer von Immobilien in der deutschen Grenzgemeinde Bayerisch Eisenstein fordern eine Ausnahme von den Corona-Quarantäneregeln.

Mehr als 90 Menschen hätten einen offenen Brief an die Behörden beider Staaten unterzeichnet, berichtete die Nachrichtenagentur CTK am Freitag. Sie wollen demnach ihre Häuser und Wohnungen ohne Einschränkungen nutzen können. Der Luftkurort Bayerisch Eisenstein liegt unmittelbar an der Grenze zu Tschechien im Landkreis Regen.

"Das strenge Test- und Quarantäneregime sollte sich nicht auf uns beziehen", forderte der Initiator Jiri Hofreitr. Manche Hausbesitzer drohten bereits mit der Aufgabe ihrer Auslandsimmobilie. "Wenn sie weggehen, verliert die kleine Gemeinde Geld", argumentiert Hofreitr. Auch in anderen Orten wie Bodenmais, Zwiesel und Frauenau hätten viele Tschechen investiert, weil die Immobilienpreise günstiger seien als im eigenen Land.

Wer aus einem Risikogebiet wie Tschechien nach Bayern einreist, muss derzeit eine digitale Einreisemeldung ausfüllen und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Umgekehrt verlangt Tschechien von Rückkehrern aus Deutschland eine Online-Registrierung und die Vorlage eines negativen Corona-PCR-Testes.

Ausnahmeregelungen gelten unter anderem für Berufspendler, die regelmäßig die Grenze überqueren.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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