Corona-Krise beflügelt Amazon! Quartalsgewinn verdoppelt

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen weiter entspannt. Grund zur Entwarnung gibt es laut Bundesregierung und RKI jedoch nicht.

Brasilien, Sao Paulo: Eine Freiwillige lässt sich im Institut für Infektiologie Emilio Ribas mit einem Corona-Impfstoff des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac impfen.
Brasilien, Sao Paulo: Eine Freiwillige lässt sich im Institut für Infektiologie Emilio Ribas mit einem Corona-Impfstoff des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac impfen.  © Andre Lucas/dpa

Viele Politiker sprechen sich weiterhin für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus. 

Auch Abstandhalten ist nach wie vor eine wichtige und effektive Maßnahme, um eine Infektion mit dem neuartigen Virus zu vermeiden.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 30. Juli, 23.43 Uhr: Corona-Einschränkungen im Norden Englands wieder verschärft

Wegen einer verstärkten Ausbreitung des Coronavirus im Norden Englands führt die britische Regierung in einigen Regionen wieder strengere Kontaktbeschränkungen ein. Betroffen seien der Großraum Manchester sowie Teile von West Yorkshire und East Lancashire, schrieb Gesundheitsminister Matt Hancock am späten Donnerstagabend auf Twitter. 

Ab Mitternacht dürfen sich dort Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen treffen, wie der Minister ankündigte. Ein «"ofortiges Handeln" sei für die Sicherheit der Menschen notwendig.

Hancock führte die verstärkte Ausbreitung des Virus auf Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Abstandsregeln zurück. Die Regierung handle "schweren Herzens", schrieb der Minister weiter. "Aber wir können einen Anstieg von Covid-Fällen in ganz Europe sehen und sind entschlossen, alles Nötige zu tun, um die Menschen zu schützen."

Mit über 300.000 registrierten Infektionsfällen ist Großbritannien zahlenmäßig das am stärksten von der Pandemie betroffene Land Europas. Mehr als 46.000 Menschen sind offiziellen Angaben zufolge dort nachweislich infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Update, 30. Juli, 23.22 Uhr: Apple schüttelt Corona-Krise mit Rekord-Quartal ab

Das Geschäft von Apple zeigt sich immun gegen die Corona-Krise. Der Umsatz des iPhone-Konzerns stieg im vergangenen Vierteljahr um elf Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar - es war ein Bestwert für das Juni-Quartal. Alle Produktbereiche legten zu. Der Gewinn stieg um zwölf Prozent auf 11,25 Milliarden Dollar.

Die Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel am Donnerstag um rund fünf Prozent zu und notierte zum ersten Mal über der Marke von 400 Dollar. Apple kündigte zugleich einen Aktiensplit im Verhältnis 4 zu 1 an, um das Papier erschwinglicher zu machen. Das bedeutet: Apple erhöht die Zahl der Aktien - ein Anteilseigner, der bisher eine Aktie besitzt, hätte dann künftig vier Aktien.

Unter anderem das iPhone-Geschäft lief deutlich besser als von vielen Marktbeobachtern erwartet. Apple steigerte den Umsatz mit seinem wichtigsten Produkt um fast 1,7 Prozent auf 26,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten zum Teil mit einem iPhone-Umsatz bei nur 21 Milliarden Dollar gerechnet. Bei den Mac-Computern sprang der Umsatz um rund 22 Prozent auf den Bestwert von gut sieben Milliarden Dollar hoch.

Update, 30. Juli, 22.40 Uhr: Corona-Krise beflügelt Amazon - Quartalsgewinn verdoppelt

Amazon hat inmitten der Corona-Pandemie weiter stark vom Shopping-Boom im Internet profitiert. Im zweiten Quartal schoss der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 40 Prozent auf 88,9 Milliarden Dollar (75,1 Mrd Euro) in die Höhe, wie der weltgrößte Onlinehändler am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Seattle mitteilte. Der Gewinn betrug 5,2 Milliarden Dollar, was im Jahresvergleich in etwa einer Verdopplung entspricht.

Die Ergebnisse lagen erheblich über den Prognosen der Analysten, die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit kräftigen Kursaufschlägen. Dass Amazon mit seinen Lieferdiensten zu den großen Gewinnern der Corona-Krise zählt, hatte sich bereits im Vorquartal gezeigt. Zudem floriert das Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Netz weiter, auch wenn Amazons Flaggschiff AWS die hohen Wachstumserwartungen zuletzt nicht ganz erfüllen konnte.

Ein LKW steht auf dem Gelände vom Amazon-Sortierzentrum in Garbsen.
Ein LKW steht auf dem Gelände vom Amazon-Sortierzentrum in Garbsen.  © dpa/Peter Steffen

Update, 30. Juli, 21.26 Uhr: Formel-1-Fahrer Perez positiv auf Coronavirus getestet

Der mexikanische Formel-1-Fahrer Sergio Perez (30) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Nach dem ersten Fall in der Königsklasse der Motorsports darf der 30-Jährige vom Team Racing Point am Sonntag nicht am Großen Preis von Großbritannien teilnehmen, wie die Formel am Donnerstagabend mitteilte. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Sergio Perez (30) aus Mexiko vom Team Racing Point wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Sergio Perez (30) aus Mexiko vom Team Racing Point wurde positiv auf das Coronavirus getestet.  © Uncredited/POOL FIA/AP/dpa

Update, 30. Juli, 20.49 Uhr: Simbabwes Präsident: Landwirtschaftsminister an Covid-19 gestorben

In Simbabwe ist Landwirtschaftsminister Perrance Shiri infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das teilte der Präsident des Staates im südlichen Afrika, Emmerson Mnangagwa, am Donnerstag mit. 

Der ehemalige General Shiri war am Putsch beteiligt gewesen, der Langzeitpräsident Robert Mugabe im November 2017 stürzte. Shiris Beerdigung am Freitag werde den Corona-Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgen, sagte Mnangagwa. 

In Simbabwe wurden bislang mindestens 2879 Corona-Fälle gemeldet, mindestens 41 Menschen sind gestorben. Das Land steckt in einer schweren Wirtschaftskrise und hatte bereits vor der Pandemie ein sehr schwaches Gesundheitssystem.

Update, 30. Juli, 20.36 Uhr: Air France-KLM mit tiefrotem Quartal - Kaum Besserung in Sicht

Die Corona-Krise drückt die angeschlagene Fluggesellschaft Air France-KLM immer tiefer in die roten Zahlen. Im zweiten Quartal sei unter anderem wegen einer Abschreibung auf ausgemusterte Flugzeuge ein Verlust von 2,6 Milliarden Euro angefallen. Damit stieg das Minus in diesem Jahr bereits auf 4,4 Milliarden Euro an.

Die Fluglinie hatte bereits vor Corona Probleme und schrieb auch in der ersten Jahreshälfte 2019 rote Zahlen, allerdings deutlich weniger. Der Umsatz brach in den ersten sechs Monaten um mehr als die Hälfte auf 6,2 Milliarden Euro ein, wie der Lufthansa-Konkurrent am Donnerstag nach Börsenschluss in Paris mitteilte.

Auch wenn die ganz strengen Corona-Auflagen inzwischen gefallen sind, sieht Konzernchef Ben Smith weiter viele Gefahren wie die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen. Die Unsicherheit sei nach wie vor enorm hoch. Zudem sei mittelfristig auch mit einem komplett anderen Verhalten der Kunden zu rechnen.

 So geht die Fluglinie, die wie die Lufthansa bereits staatliche Hilfen in Anspruch nehmen musste, auch im zweiten Halbjahr von einem deutlichen operativen Verlust aus. In den ersten sechs Monaten musste Air France im operativen Geschäft 2,4 Milliarden Euro draufzahlen. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen operativen Gewinn erzielt.

Die Coronakrise drückt Air France-KLM weiter in die roten Zahlen.
Die Coronakrise drückt Air France-KLM weiter in die roten Zahlen.  © Christoph Soeder/dpa

Update, 30. Juli, 20.03 Uhr: Brasiliens Präsidentengattin Michelle Bolsonaro mit Corona infiziert

Kurz nachdem der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro seine Infektion mit dem Coronavirus eigenen Angaben zufolge überwunden hat, ist ein Corona-Test seiner Ehefrau positiv ausgefallen. 

"Die First Lady Michelle Bolsonaro wurde an diesem Donnerstag positiv auf Covid-19 getestet", bestätigte das Kommunikationsministerium in der Hauptstadt Brasília der Deutschen Presse-Agentur. Sie sei bei guter Gesundheit und folge den Vorgaben zum Umgang mit einer Corona-Infektion.

Jair Bolsonaro hatte am Samstag auf Twitter geschrieben, ein neuer Corona-Test bei ihm sei negativ ausgefallen. Bolsonaro hatte zwei Wochen zuvor bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne im Palácio da Alvorada in Brasília, mehrere Tests fielen positiv aus. First Lady Michelle wohnt mit Jair Bolsonaro und den beiden Töchtern in der Präsidentenresidenz.

Am Mittwoch hatte sie zusammen mit dem Staatschef an einer Veranstaltung in Brasília teilgenommen, bei der beide eine Schutzmaske trugen. Am Donnerstag löste der Präsident bei einem Besuch im Bundesstaat Piauí jedoch wieder eine Menschenansammlung aus, als er auf einem Pferd ritt, und zog sich die Maske herunter, bevor er weiter zu einer Zeremonie nach Bahia reiste.

Auf diesem vom brasilianischen Präsidentenamt zur Verfügung gestellten Bild kommen Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, und seine Frau Michelle mit Mundschutz zu einer Veranstaltung im Regierungspalast.
Auf diesem vom brasilianischen Präsidentenamt zur Verfügung gestellten Bild kommen Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, und seine Frau Michelle mit Mundschutz zu einer Veranstaltung im Regierungspalast.  © Alan Santos/Palacio Planalto/dpa, Eraldo Peres/AP/dpa

Update, 30. Juli, 19.22 Uhr: Vorschlag des Weltverbandes: Crosslauf bei Olympia 2024 in Paris

Der Leichtathletik-Weltverband strebt die Rückkehr des Crosslaufs bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris an. 

"Wir möchten einen Mixed-Staffel-Wettbewerb im Crosslauf vorschlagen", sagte World-Athletics-Präsident Sebastian Coe am Donnerstag in einer Videokonferenz. Crosslauf war von 2012 bis 2024 Teil des olympischen Programms.

Update, 30. Juli, 19.13 Uhr: WHO: Haben Stärke mancher Gesundheitssysteme überschätzt

Die Gesundheitssysteme bestimmter Länder haben in der Corona-Krise aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlechter funktioniert als erwartet. "Vielleicht haben wir manche Annahmen über die Leistung in manchen Ländern gemacht, die sich nicht als zutreffend herausgestellt haben", sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan (55) am Donnerstag in Genf. Konkrete Staaten nannte er nicht.

Die Organisation hatte die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor sechs Monaten, am 30. Januar, zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Unter den 20 Staaten mit den weltweit höchsten Infektionszahlen sind neben dem Spitzenreiter USA auch Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland.

Die WHO habe sich zu Beginn der Pandemie auf Hilfestellung für Länder konzentriert, von denen sie Hilfsbedarf erwartet habe, sagte Ryan. Das seien klassischerweise Staaten niedrigen und mittleren Einkommens, die Schwachpunkte in ihren Systemen haben. "Wenn ich rückwirkend etwas ändern könnte, denke ich, es hätte mehr gebracht, die Hilfestellung Ländern anzubieten, von denen wir bestimmte Annahmen über Kapazitäten hatten", so der Krisenkoordinator.

Michael Ryan (55), Exekutivdirektor des WHO-Programms für gesundheitliche Notfälle.
Michael Ryan (55), Exekutivdirektor des WHO-Programms für gesundheitliche Notfälle.  © Fabrice Coffrini/KEYSTONE/dpa

Update, 30. Juli, 18.56 Uhr: Verband fordert Klarheit über Polizei-Zugriff auf Gästelisten

Der Gaststättenverband Dehoga fordert eine Klarstellung der 16 Landesregierungen, ob und wie die Polizei die bei Restaurantbesuchen notwendigen Corona-Gästelisten auswertet. Die Gaststätten sind verpflichtet, persönliche Daten ihrer Gäste zu sammeln, damit die Gesundheitsämter mit deren Hilfe im Falle einer Covid-19-Erkrankung weitere potenziell infizierte Personen identifizieren können.

Nach Vorfällen in Hamburg und München, bei denen die Polizei die Gästedaten auch zur Strafverfolgung nutzte, verlangt der Verband eine eindeutige Regelung in den Corona-Verordnungen der Länder. 

Eine Sprecherin des Bundesjustizministerium erklärte indes gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe: Die Strafverfolgungsbehörden dürften nach der Strafprozessordnung auf die Kontaktdaten der Gäste zugreifen, "wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen". Und weiter: "Eine solche Maßnahme muss dabei stets in einem angemessenen Verhältnis zur Schwere der jeweiligen Tat stehen."

Update, 30. Juli, 18.41 Uhr: Höchste Zahl seit Wochen: Über 900 registrierte Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 902 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das ist die höchste Zahl seit Mai abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies im Juni. 

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit laut RKI mindestens 207.828 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Die Zahl registrierter Neuinfektionen von 902 bedeutet für Juli einen Höchstwert. Bereits zuvor hatte das RKI aufgrund der gestiegenen Zahlen eine Trendumkehr in Deutschland befürchtet. Als Ursache für den Anstieg nannte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. 

Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen. Bis vor einiger Zeit habe man es geschafft, die Fallzahlen stabil bei täglich neu gemeldeten 300 bis 500 Fällen zu halten.

Ein Rettungsassistent der Berufsfeuerwehr Halle wartet in einer Corona-Teststation für Urlaubsrückkehrer am Flughafen Leipzig/Halle. Die Station wurde zuvor im Ankunftsbereich des Flughafens eröffnet. Allerdings können sich hier ausschließlich Bewohner der Stadt Halle auf das Coronavirus testen lassen.
Ein Rettungsassistent der Berufsfeuerwehr Halle wartet in einer Corona-Teststation für Urlaubsrückkehrer am Flughafen Leipzig/Halle. Die Station wurde zuvor im Ankunftsbereich des Flughafens eröffnet. Allerdings können sich hier ausschließlich Bewohner der Stadt Halle auf das Coronavirus testen lassen.  © Jan Woitas/dpa

Update, 30. Juli, 18.33 Uhr: Lufthansa reaktiviert geparkte Flugzeuge fortlaufend

Die Lufthansa reaktiviert ihre in der Coronakrise kurzfristig geparkten Flugzeuge in regelmäßigen Wellen. Da nach Herstellervorgaben die Flugzeuge mindestens alle 30 Tage fliegen müssen, werden die Jets dann wieder in den Linienbetrieb genommen, schilderte das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt. 

Sonst stünden nur so genannte Werkstattflüge ohne Passagiere zur Wahl. "Flüge rund um den Henninger Turm machen wir nicht", erklärte aber der Chef der Langstreckenwartung Frankfurt, Dirk Ranft.

Ein größerer Teil der Flotte wird allerdings auch für längere Standfristen aus dem Verkehr gezogen, so unter anderem die gesamte Flotte des Groß-Airbus A380. Während geparkte Jets innerhalb eines Arbeitstages wieder flott gemacht werden können, dauert die Wiederbelebung eines Flugzeugs aus dem Tiefschlaf bis zu vier Wochen mit einem erheblich erhöhten Kostenaufwand. Geparkt wird unter anderem in Frankfurt, München und Berlin

Auf dem Höhepunkt des Corona-Lockdowns standen rund 700 der 763 Konzernjets am Boden, im Herbst soll mit 380 Fliegern rund die Hälfte der Flotte wieder in der Luft sein. 

Eine Passagiermaschine der Lufthansa wird zum Technik-Hangar der Airline auf dem Flughafen Frankfurt geschleppt. Dabei sind die Fenster und Triebwerke der Maschine nach monatelangem, corona-bedingtem Stillstand zum Schutz vor Umwelteinflüssen abgeklebt.
Eine Passagiermaschine der Lufthansa wird zum Technik-Hangar der Airline auf dem Flughafen Frankfurt geschleppt. Dabei sind die Fenster und Triebwerke der Maschine nach monatelangem, corona-bedingtem Stillstand zum Schutz vor Umwelteinflüssen abgeklebt.  © Boris Roessler/dpa

Update, 30. Juli, 17.57 Uhr: Maskenpflicht in Amsterdam und Rotterdam

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen führen Amsterdam und Rotterdam als erste niederländische Städte eine Maskenpflicht ein. Diese gelte für besonders belebte Plätze, Straßen und Geschäfte, teilten die Großstädte am Donnerstag mit. Die Maskenpflicht soll ab 5. August für alle Personen über 13 Jahren gelten.

In Amsterdam etwa dürfen dann das Rotlichtviertel, die Haupteinkaufsstraße Kalverstraat und populäre Märkte nicht mehr ohne Maske besucht werden. Die Pflicht ersetze aber nicht die Regel, einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten, betonten die Behörden. 

Amsterdam hatte bereits für das Rotlichtviertel und den Innenstadtbereich strenge Maßnahmen ergriffen. So wurden Touristen aufgerufen, die Stadt nicht an den Wochenenden zu besuchen. Vor allem durch den Zustrom von Touristen kann der Sicherheitsabstand oft nicht eingehalten werden.

Die niederländische Regierung lehnt zwar eine allgemeine Masken-Pflicht bisher ab, gestattet aber regionale Gebote. Bisher muss in den Niederlanden nur in öffentlichen Verkehrsmitteln (auch Fähren) eine Gesichtsmaske getragen werden.

Stoff-Masken sind auf Modellköpfe in einem Schaufenster in Amsterdam dekoriert.
Stoff-Masken sind auf Modellköpfe in einem Schaufenster in Amsterdam dekoriert.  © "koen Van Weel"/ANP/dpa

Update, 30. Juli, 17.52 Uhr: Landgericht München verhandelt Corona-Klagen gegen Versicherungen

Das Münchner Landgericht verhandelt am Freitag zum ersten Mal coronabedingte Klagen gegen Versicherungen, die ihren Kunden die Kosten pandemiebedingter Betriebsschließungen nicht ersetzen. Angesetzt sind insgesamt vier mündliche Verhandlungen, Kläger sind drei Gastronomen und eine Kinderkrippe. Weitere Prozesse werden nach den sommerlichen Gerichtsferien folgen.

Seit Beginn der Corona-Krise gibt es vor allem von Wirten und Hoteliers zahlreiche Beschwerden gegen ihre jeweiligen Versicherer. Viele Betriebe sind zwar gegen Betriebsschließung versichert, doch sind Pandemien in Standardpolicen nicht ausdrücklich gedeckt. 

In anderen Fällen sind zwar Schließungen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes versichert, doch sind dann oft bestimmte Krankheiten genannt - Covid-19 als neue Diagnose gehört nicht dazu. Bundesweit gibt es Dutzende ähnlicher Klagen.

Ganz grundsätzlich haben mehrere Versicherungen in den vergangenen Wochen betont, dass sie für nicht gedeckte Schäden auch nicht zahlen wollen.

Update, 30. Juli, 17.41 Uhr: Startenor Klaus Florian Vogt kritisiert Veranstalter in Corona-Krise

Startenor Klaus Florian Vogt (50) hat die Haltung vieler Veranstalter gegenüber Künstlern in der Corona-Krise kritisiert. "Es ist frustrierend zu erleben, dass man einerseits - im Normalfall - als Lohengrin, Stolzing oder Tannhäuser eine Opernaufführung trägt. In der Krise hingegen muss man erfahren, dass man als Künstler gar nicht richtig dazu gehört", sagte der freischaffende Sänger dem "Nordbayerischen Kurier".

"Das geht so weit, dass versucht wird, für kommende, bereits feststehende Engagements Gagen zu drücken oder Verträge zu ändern", sagte Vogt der Zeitung. "Diese Erfahrung enttäuscht und erschreckt mich sehr, Wertschätzung sieht anders aus."

Der 50-Jährige zählt zu den weltweit renommiertesten Sängern seines Fachs und hat sich unter anderem bei den Bayreuther Festspielen mit der Interpretation von Wagner-Partien einen Namen gemacht.

Startenor Klaus Florian Vogt (50).
Startenor Klaus Florian Vogt (50).  © Daniel Bockwoldt/dpa

Update, 30. Juli, 17.16 Uhr: Drastisch weniger gelbe Taxis in New York wegen Corona-Pandemie

Die Markenzeichen des Big Apple leiden unter Corona: Neu veröffentlichten Zahlen zufolge ist die Zahl der Taxifahrer in New York deutlich zurückgegangen. Nach Angaben der zuständigen Taxi- und Limousinen-Kommission der Metropole im Juni sank die Anzahl der Fahrer im Vergleich zum Vorjahr von mehr als 120.000 auf 30.675 - das entspricht einem Einbruch von 75 Prozent.

Auch die Zahl der Fahrten der berühmten gelben Autos konnte sich seit dem Höhepunkt des Ausbruchs in der Millionenstadt im April nur minimal erholen, obwohl viele New Yorker die U-Bahn meiden. Davon profitieren scheinbar eher Fahrdienst-Anbieter wie Uber oder Lyft, denn die Zahl für Wagen auf Abruf stieg deutlicher.

In einer Zeit, in der viele New Yorker zu Hause arbeiten, die berühmten Manhattaner Business-Lunchs in den teuren Restaurants ausfallen und es kaum Touristen in der Stadt gibt, ist die Nachfrage nach Taxis stark gesunken - die gelben Wagen stehen oft unbenutzt auf großen Parkplätzen. Die Situation kann für die Fahrer, die oftmals bereits hohe Schulden für ihre Zulassung aufgenommen haben, existenzgefährdend sein.

New York City Taxis fahren durch den New Yorker Times Square. (Archiv)
New York City Taxis fahren durch den New Yorker Times Square. (Archiv)  © Richard Drew/AP/dpa

Update, 30. Juli, 17.10 Uhr: Formel-1-Fahrer Perez nach nicht eindeutigem Corona-Test isoliert

Der Formel 1 droht der erste Coronavirus-Fall. Am Donnerstag wurde der mexikanische Fahrer Sergio Perez wegen eines nicht eindeutigen Test-Ergebnisses vor dem Großen Preis von Großbritannien vorsorglich isoliert. 

Der 30-Jährige vom Team Racing Point musste zunächst auf das Ergebnis eines weiteren Tests warten, bevor er das Gelände der Rennstrecke in Silverstone betreten durfte. Perez verpasste kurzfristig die obligatorische Pressekonferenz vor dem Grand Prix am Sonntag und fehlte auf dem Podium neben Teamkollege Lance Stroll. Perez hielt sich fernab der Strecke auf, wie sein Rennstall bei Twitter mitteilte.

Erst bei einem negativen Ergebnis dürfte Perez ab Freitag wieder in sein Auto steigen und an Training, Qualifying und dem vierten WM-Lauf der Saison teilnehmen. Ein positives Ergebnis würde das verhindern. Die Austragung des Rennens soll aber deswegen nicht gefährdet sein. Racing Point müsste dann aber auf einen Ersatzfahrer zurückgreifen. Dabei würde es sich um den Belgier Stoffel Vandoorne oder Esteban Gutierrez aus Mexiko handeln. Beide verfügen über Formel-1-Erfahrung.

Update, 30. Juli, 17.01 Uhr: Italiener verweigert Maske - 500 Euro Geldstrafe in den Niederlanden

In den Niederlanden ist erstmals ein Mann zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er sich geweigert hatte, im Flugzeug eine Maske zu tragen. Ein 30 Jahre alter Italiener müsse 500 Euro Buße bezahlen, urteilte das Gericht am Amsterdamer Flughafen Schiphol am Donnerstag. In Flugzeugen gilt nach niederländischem Recht eine Maskenpflicht.

Der Mann war vor etwa einem Monat mit der Fluggesellschaft Transavia von Las Palmas (Gran Canaria) nach Schiphol geflogen. Er hatte sich nach Angaben des Gerichts während des Fluges mehrfach geweigert, die Anweisungen des Kabinenpersonals zu befolgen und einen Mundschutz aufzusetzen. Damit habe er bewusst auch die Gesundheit von anderen Passagieren gefährdet, urteilte das Gericht. «Das sind für jeden unsichere Zeiten, und die Gesundheit ist ein großes Gut.»

200 Euro der Geldstrafe wurden zur Bewährung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Buße von 300 Euro gefordert.

Der Flughafen Schiphol.
Der Flughafen Schiphol.  © robin Van Lonkhuijsen/ANP/dpa

Update, 30. Juli, 16.58 Uhr: Dänemark hebt Reisebeschränkungen für ganz Schweden auf

Dänemark öffnet seine Grenzen für den Reiseverkehr aus und nach ganz Schweden. Wie am Donnerstag aus Daten des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervorging, erfüllt Schweden dank fallender Corona-Zahlen nun auf nationaler Ebene das Kriterium von weniger als 20 wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Bislang galt dies nun für vereinzelte schwedische Regionen. 

Die jetzige Lockerung bedeutet, dass den Dänen von keinen Reisen in ihr Nachbarland mehr abgeraten wird und die Schweden zugleich nach Dänemark einreisen dürfen. Voraussetzung in Dänemark ist jedoch, dass man mindestens sechs Übernachtungen im Land gebucht hat.

Damit sind die dänischen Grenzen für fast die gesamte EU offen. Auch für Portugal öffnete sich Dänemark nun, während den Dänen von Reisen nach Rumänien, Bulgarien und Luxemburg sowie Irland abgeraten wird, wie das Außenministerium mitteilte. Deutsche können bereits seit Mitte Juni wieder in ihr nördlichstes Nachbarland einreisen.

Norwegen änderte derweil am Donnerstag den Status Belgiens von "grün" auf "rot". Das bedeutet, dass alle Reisende aus Belgien nach der Ankunft in dem skandinavischen Land für zehn Tage in Quarantäne müssen.

Autos fahren über die Öresundbrücke, die die dänische Hauptstadt Kopenhagen und die schwedische Stadt Malmö verbindet.
Autos fahren über die Öresundbrücke, die die dänische Hauptstadt Kopenhagen und die schwedische Stadt Malmö verbindet.  © picture alliance / dpa

Update, 30. Juli, 16.51 Uhr: 40 Corona-Fälle in christlicher Gemeinde in Baden-Württemberg

40 Mitglieder einer christlichen Gemeinde in Sinsheim in Baden-Württemberg haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Andreas Welker, am Donnerstag in Heidelberg mit. Bisher seien 105 Gemeindemitglieder untersucht worden. Nun sollen auch noch die restlichen 77 Mitglieder der Gemeinde getestet werden.

Grund für die Flächentestung war der Kontakt eines positiv Getesteten zu der rumänisch-christlichen Gemeinde in Sinsheim sowie weitere Infektionen in einer anderen Gemeinde in Baden-Württemberg. Da dort keine Gottesdienste mehr durchgeführt werden konnten, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass Gemeindemitglieder Gottesdienste in Kommunen in der Umgebung besucht haben.

Update, 30. Juli, 16.21 Uhr: Angst vor zweiter Corona-Welle: England verlängert Selbstisolation

Mit Blick auf eine zweite drohende Coronavirus-Welle hat England eine Pandemie-Maßnahme verschärft. Wer positiv auf den Erreger getestet wurde oder typische Symptome wie hohes Fieber oder Riech- und Geschmacksverlust hat, muss künftig mindestens zehn Tage in Selbstisolation. Bisher waren mindestens sieben Tage vorgesehen. 

Es sei nicht auszuschließen, dass Infizierte auch noch nach einer Woche den Erreger verbreiten könnten, begründete der britische Gesundheitsminister Matt Hancock den Schritt am Donnerstag in London.

Der Sender BBC kritisierte die Maßnahme als überfällig: Zahlreiche Staaten hätten schon längst die zehntägige Quarantäne angewiesen. "Die Entscheidung hätte in Wahrheit schon vor Wochen, wenn nicht gar Monaten getroffen werden können", hieß es in einem Kommentar.

Premierminister Boris Johnson und Hancock hatten bereits in Interviews ihre Sorge wegen der potenziellen zweiten Infektionswelle geäußert. Sie sei "eindeutig in Europa am Entstehen" und dürfe nicht Großbritannien erreichen, sagte der Gesundheitsminister. 

Urlauber, die jetzt aus Spanien nach Großbritannien zurückkehren, müssen 14 Tage in häusliche Quarantäne.
Urlauber, die jetzt aus Spanien nach Großbritannien zurückkehren, müssen 14 Tage in häusliche Quarantäne.  © Jacob King/PA Wire/dpa

Update, 30. Juli, 16.16 Uhr: Historischer Konjunktureinbruch in den USA wegen Corona-Krise

Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im zweiten Quartal wegen der Coronavirus-Pandemie trotz gewaltiger Konjunkturpakete dramatisch eingebrochen. Von April bis einschließlich Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 32,9 Prozent ein, wie die US-Regierung am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. 

Das war der tiefste Einbruch in einem Vierteljahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Nach der in Europa gebräuchlichen Berichtsweise im Quartalsvergleich entspräche das umgerechnet etwa einem Minus von fast zehn Prozent.

Im ersten Vierteljahr war die US-Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um fünf Prozent geschrumpft. Die Zuspitzung der Corona-Pandemie ab Mitte März stürzte die USA dann aber in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Maihälfte und im Juni gab es bereits wieder Zeichen einer Erholung. 

Seit Ende Juni hat die Zahl der Neuinfektionen aber wieder dramatisch zugenommen, was zu neuerlichen Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt hat und das Wachstum erneut ausbremsen dürfte. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 11,1 Prozent. Vor der Pandemie hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen.

Update, 30. Juli, 16.07 Uhr: Rund 1,4 Millionen neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA bleibt wegen der Corona-Pandemie auf historisch hohem Niveau. In der Woche bis einschließlich 25. Juli stellten 1,434 Millionen Menschen einen Neuantrag, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. 

Das war eine leichte Zunahme um 12.000 Anträge im Vergleich zur Vorwoche. Die Neuanträge auf Arbeitslosengeld spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts wider.

Die hohen Werte zeigen, dass sich die größte Volkswirtschaft der Welt trotz Lockerungen der Corona-Auflagen immer noch in einer schweren Krise befindet. Die dramatische Zunahme der Neuinfektionen seit Ende Juni hat in vielen Bundesstaaten erneut zu Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt. Vor Beginn der Coronavirus-Pandemie war die Zahl der wöchentlichen Neuanträge selten über 100.000 gestiegen.

Die anhaltend hohe Zahl ist auch deswegen von Bedeutung, weil die zusätzliche Arbeitslosenhilfe des Bundes in Höhe von 600 Dollar pro Woche aus einem Corona-Hilfspaket vom März diese Woche ausläuft. Millionen Amerikanern steht daher ein enormer Einkommensverlust bevor. Bislang haben sich die beiden Parteien im Kongress nicht auf eine Fortsetzung im Rahmen eines neuen Hilfspakets einigen können.

Menschen stehen in einer Schlange vor einem Jobcenter in Las Vegas, um Arbeitslosenhilfe zu beantragen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA bleibt wegen der Corona-Pandemie auf historisch hohem Niveau.
Menschen stehen in einer Schlange vor einem Jobcenter in Las Vegas, um Arbeitslosenhilfe zu beantragen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA bleibt wegen der Corona-Pandemie auf historisch hohem Niveau.  © John Locher/AP/dpa

Update, 30. Juli, 16 Uhr: 300 Fans beim Gladbacher Trainingsauftakt erlaubt

Beim Trainingsauftakt von Borussia Mönchengladbach am kommenden Dienstag werden 300 Fans dabei sein dürfen. Das gab der Fußball-Bundesligist am Donnerstag bekannt. Interessierte Anhänger müssen sich dafür ab Montag auf der Homepage Freikarten ausdrucken, die unter Vorlage eines Ausweisdokuments zum Zutritt des Geländes berechtigen. Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist vorgeschrieben.

Mit Spielern, Trainern und Betreuern werden die Fans allerdings nicht kommunizieren können. Ihnen ist mit Blick auf das Hygiene- und Abstandskonzept enger Kontakt zu den Anhängern weiterhin untersagt. 

In der Vorbereitung werden die Gladbacher vier Testspiele absolvieren. Am 12. August spielt der Champions-League-Teilnehmer gegen den Drittliga-Aufsteiger SC Verl, am 15. August gegen dessen Liga-Rivalen MSV Duisburg, am 22. August gegen Bundesliga-Absteiger SC Paderborn und am 4. September beim niederländischen Erstligisten VV Venlo

Update, 30. Juli, 15.49 Uhr: Auch Berlin führt Maskenpflicht an Schulen ein

Auch Berlin will im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht an Schulen einführen. Die Regelung soll nach Ferienende in gut einer Woche für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte in Schulgebäuden gelten, wie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag mitteilte. 

Während des Unterrichts und im Hort muss indes niemand Maske tragen. Ähnliche Regelungen sind in mehreren anderen Bundesländern vorgesehen. In Berlin starten die Schulen am 10. August.

In Rheinland-Pfalz gilt die Maskenpflicht an Schulen bereits.
In Rheinland-Pfalz gilt die Maskenpflicht an Schulen bereits.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 30. Juli, 15.44 Uhr: Udo Lindenberg hofft nach Corona auf "Schluss mit dem ewigen Ego"

Der Sänger und Rock-Musiker Udo Lindenberg (74) hofft nach der Corona-Pandemie auf ein stärkeres Miteinander der Menschen. Er setze auf "mehr Solidarität und Schluss mit dem ewigen Ego und der mörderischen Konkurrenz", sagte Lindenberg der "Berliner Morgenpost". Aktuell sei "die beste Zeit für 'nen Neustart, für ganz neue Wege".

Für den Sänger könnte das so aussehen: "Weltweiter Waffenstopp, Fuck den Rüstungswahn und dann die ganze Kohle nutzen, um endlich Hunger und Elend zu stoppen." Nahrung und Ressourcen seien ja für alle genug da. "Du musst es nur fair verteilen." Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Der Musiker Udo Lindenberg (74).
Der Musiker Udo Lindenberg (74).  © Axel Heimken/dpa

Update, 30. Juli, 15.40 Uhr: Wegen Corona: Weltcup-Reitturnier in Stuttgart abgesagt

Das Weltcup-Reitturnier in Stuttgart fällt wegen der Folgen der Corona-Pandemie aus. Das gaben die Veranstalter am Donnerstag bekannt. Erstmals nach 35 Jahren gibt es damit kein internationales Turnier in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Stuttgart war für Spring- und Dressurreiter als Weltcup-Etappe eingeplant.

Das Turnier hätte vom 11. bis 15. November stattfinden sollen. Es ist nach Oslo, Helsinki und Madrid das vierte Springreit-Turnier des Weltcups in der Saison 2020/2021, das abgesagt wurde. Ob die Serie stattfindet, ist derzeit offen.

Update, 30. Juli, 15.34 Uhr: Inflationsrate negativ - Verbraucherpreise erstmals wieder gesunken

Die Inflationsrate in Deutschland ist nach der Senkung der Mehrwertsteuer erstmals seit gut vier Jahren wieder unter die Null-Linie gerutscht. Die Verbraucherpreise verringerten sich im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Zum letzten Mal war die Jahresinflation im April 2016 negativ gewesen mit ebenfalls minus 0,1 Prozent.

Um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln, hat die Bundesregierung die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise 7 auf 5 Prozent. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Beim Einkaufen fallen seit 1. Juli und noch bis Jahresende nur noch 16 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer an, der reduzierte Satz ist von sieben auf fünf Prozent gesunken. Damit will die Bundesregierung den Konsum wieder ankurbeln.
Beim Einkaufen fallen seit 1. Juli und noch bis Jahresende nur noch 16 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer an, der reduzierte Satz ist von sieben auf fünf Prozent gesunken. Damit will die Bundesregierung den Konsum wieder ankurbeln.  © Robert Michael/dpa

Update, 30. Juli, 15.11 Uhr: Corona-Pandemie: Innenminister sieht Fan-Rückkehr kritisch

Angesichts der Corona-Pandemie steht der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) einer Rückkehr von Zuschauern in die Fußballstadien kritisch gegenüber. "Eine Vollbesetzung der Stadien noch in diesem Jahr halte ich für ausgeschlossen", teilte er am Donnerstag in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur dpa auf Anfrage mit.

Sollten die Infektionszahlen im Herbst niedrig bleiben, könne er sich jedoch schrittweise größere Zuschauerzahlen vorstellen. Dabei müsse auch geklärt werden, wie sich Mindestabstände einhalten sowie über welche Verkehrsmittel und Zugänge sich Fanströme regulieren ließen. "Klar ist auch, dass ohne Schutzmaske niemanden Einlass gewährt werden darf und striktere und strengere Kontrollen notwendig sein werden."

Das DFL-Präsidium plant bis zum Jahresende ein Stehplatz- und Alkoholverbot sowie den Verzicht auf Gästefans in den Stadien. Über ein einheitliches Vorgehen wollen die Vereine am Dienstag abstimmen.

Update, 30. Juli, 14 Uhr: Corona-Teststationen an bayerischen Autobahnen gestartet

Reisende entlang der Autobahnen an der bayerischen Grenze können sich seit Donnerstag auf das Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen. 

Seit 7.00 Uhr laufe der Betrieb etwa an der Rastanlage Hochfelln-Nord an der Autobahn 8 bei Bergen, sagte Thorsten Brandstätter vom Bayerischen Roten Kreuz. In den ersten vier Stunden seien schon 48 Menschen für einen Rachenabstrich vorbeigekommen.

Die bayerische Staatsregierung hatte beschlossen, zusätzlich zu Teststationen an Flughäfen an mehreren grenznahen Autobahnen sowie den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg solche Zentren einzurichten, wo sich Menschen auf das Virus testen lassen können. 

Bislang sind diese Tests, die vor allem für heimkehrende Urlauber gedacht sind, freiwillig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, dass sie verpflichtend, aber kostenfrei werden sollen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte angekündigt, in Bayern könnten sich auch Menschen aus anderen Bundesländern testen lassen.

Mitarbeiter vom Bayerischen Roten Kreuz nehmen an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 8 (A8) an der Rastanlage Hochfelln-Nord einen Abstrich.
Mitarbeiter vom Bayerischen Roten Kreuz nehmen an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 8 (A8) an der Rastanlage Hochfelln-Nord einen Abstrich.  © Sven Hoppe/dpa

Jedem, der aus einem Risikogebiet kommt, sei ein solcher Test auf eine mögliche Corona-Infektion zu empfehlen, sagte Brandstätter. 

An den Rastanlagen kann man mit dem Auto vor einen Container fahren und muss nicht aussteigen: Helfer in Schutzanzügen kommen mit den Abstrich-Utensilien zum Fahrzeug. Wie lange die Auswertung der Tests dauert, hängt von Laborkapazitäten ab. An den Teststationen werden nur Abstriche genommen und dann ans Gesundheitsamt weitergereicht.

Update, 30. Juli, 13.45 Uhr: Familienfeier: Zwölf Infizierte und 200 Menschen in Quarantäne

Nach einer Familienfeier im Raum Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern sind mittlerweile zwölf Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Donnerstag. 

Von den zwölf Fällen entfielen elf auf den Landkreis und einer auf Schwerin. Rund 200 Kontaktpersonen seien in Quarantäne, am Donnerstag sollte es weitere Tests geben.

Nach einem Bericht der «Schweriner Volkszeitung» war wohl eine Baby-Begrüßungsparty mit mehr als 35 Personen in einem kleinen Ort nahe Hagenow der Ursprung des Infektionsgeschehens. 

Diese habe zum größten Teil im Freien stattgefunden, wegen des Wetters sei aber auch in einer Garage weitergefeiert worden. Unter den Infizierten ist demnach auch eine Mitarbeiterin des Jobcenters in Hagenow. Es wurde bis auf weiteres komplett geschlossen, wie es auf der Internetseite des Jobcenters heißt.

Update, 30. Juli, 13.20 Uhr: Regierung in Italien hat Corona-Notstand bis 15. Oktober verlängert

Italiens Regierung hat den Corona-Notstand bis zum 15. Oktober verlängert. Ein entsprechendes Dekret erließ das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte am späten Mittwochabend. 

Zuvor hatten in dieser Woche beide Parlamentskammern mit Mehrheit für die Verlängerung gestimmt. Der Notstand gilt in Italien seit knapp sechs Monaten. Ohne Verlängerung wäre er am 31. Juli, also am Freitag, ausgelaufen.

Politiker der rechten Opposition und Rechtsexperten hatten sich gegen die Maßnahme gewandt. Sie sehen Grundrechte in Gefahr und warfen der Regierung vor, dass sie mit Dekreten am Parlament vorbei regieren wolle. 

Auch in der Koalition gab es nach Medienberichten kritische Stimmen, die gegen eine noch längere Ausweitung bis Ende des Jahres waren. Vor diesem Hintergrund hatte der Premier in beiden Kammern für die Verlängerung geworben, die formal die Regierung ausspricht.

Giuseppe Conte, Premierminister von Italien.
Giuseppe Conte, Premierminister von Italien.  © Mauro Scrobogna/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Der Notstand wird in Italien eigentlich nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen. Die Maßnahme gibt der Regierung besondere Rechte. Der Staat kann Einsatzkräfte besser koordinieren und bürokratische Hürden vermeiden.

Conte hatte den Notstand am 31. Januar für ein halbes Jahr ausgerufen. Im Februar brach dann die Pandemie im Norden des Landes heftig aus. Derzeit ist die Infektionswelle mit dem Virus Sars-CoV-2 nach Experteneinschätzung aber unter Kontrolle.

Update, 30. Juli, 13 Uhr: Kontaktbeschränkungen in norddeutscher Kreisstadt Heide

Wegen stark gestiegener Corona-Neuinfektionen sollen im schleswig-holsteinischen Heide ab Samstag wieder strengere Schutzmaßnahmen gelten. 

So werde es wieder die Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum geben, dass sich maximal zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen dürfen, sagte Landrat Stefan Mohrdieck am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in der Landeshauptstadt Kiel.

In der Kreisstadt (Kreis Dithmarschen) sollen auch öffentliche Veranstaltungen ausgesetzt werden, bis die Infektionszahlen wieder sinken. Der Heider Wochenmarkt dürfe nur noch mit einem Mund-Nasen-Schutz besucht werden. Die Kundenzuläufe zu den Geschäften würden etwas abgebremst. Zudem würden die Testungen ausgeweitet.

Am Mittwoch waren dem Landrat zufolge 13 weitere Corona-Neuinfektionen in dem Kreis festgestellt worden, sechs davon in Heide. Insgesamt gab es in den vergangenen sieben Tagen im Kreis Dithmarschen 44 Neuinfektionen, die meisten davon in Heide.

Update, 30. Juli, 12.10 Uhr: Angst vor zweiter Welle: Mehr als 20.000 Corona-Tests in Hanoi

In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi sollen Zehntausende Menschen auf das Coronavirus getestet worden. 

Mehr als 20.000 Einwohner, die zuvor den Corona-Hotspot Da Nang besucht hatten, seien per Textnachricht aufgefordert worden, sich innerhalb von drei Tagen auf das Virus testen zu lassen, teilten die örtlichen Behörden mit. 

In der Küstenstadt Da Nang waren am vergangenen Wochenende erstmals wieder Infektionen verzeichnet worden, nachdem das südostasiatische Land fast 100 Tage lang keine lokale Ansteckung mit dem Coronavirus gemeldet hatte.

Die Regierung will versuchen, eine zweite Virus-Welle zu verhindern. Am Donnerstag wurden neun neue Fälle in Vietnam gemeldet, die Gesamtzahl stieg damit auf 459. Die meisten Infektionen gab es in einem Krankenhaus in Da Nang, wo bislang 28 Patienten positiv getestet wurden. 

In der Sekundarschule Dinh Cong kehrt der Unterrichtsalltag zurück, nachdem die Schule während der Pandemie für drei Monate geschlossen war. In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi sollen Zehntausende Menschen auf das Coronavirus getestet worden.
In der Sekundarschule Dinh Cong kehrt der Unterrichtsalltag zurück, nachdem die Schule während der Pandemie für drei Monate geschlossen war. In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi sollen Zehntausende Menschen auf das Coronavirus getestet worden.  © Hau Dinh/AP/dpa

Die Stadt wurde weitgehend abgeriegelt. In Hanoi mit etwa acht Millionen Einwohnern wurden zwei neue Fälle bestätigt. In der Stadt wurden alle Cafés und Bars geschlossen, größere Menschenansammlungen wurden wieder verboten.

Vietnam war wegen strenger Maßnahmen bisher sehr erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie. Bislang gab es keinen einzigen Todesfall in Zusammenhang mit Covid-19.

Update, 30. Juli, 11.40 Uhr: Deutsche Bahn erwartet Rekordverlust

Die Deutsche Bahn rechnet 2020 im laufenden Geschäft mit einem Rekordverlust. Zum Jahresende erwarte man ein Minus von bis zu 3,5 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit), kündigte das Bundesunternehmen am Donnerstag an. 

Der Umsatz könne auf bis zu 38,5 Milliarden Euro absacken. 2019 hatte er noch 44,4 Milliarden Euro betragen. Die Prognose sei aber mit hoher Unsicherheit behaftet, hieß es.

"Das Virus hat unseren erfolgreichen Wachstumskurs jäh ausgebremst und die DB in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt", sagte der Vorstandsvorsitzende Richard Lutz.

Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um knapp zwölf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Der operative Verlust (Ebit) betrug 1,8 Milliarden Euro. Der Konzern führte das vor allem auf die Folgen der Corona-Pandemie zurück.

Die Deutsche Bahn rechnet 2020 im laufenden Geschäft mit einem Rekordverlust. Zum Jahresende erwarte man ein Minus von bis zu 3,5 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit), kündigte das Bundesunternehmen am Donnerstag an.
Die Deutsche Bahn rechnet 2020 im laufenden Geschäft mit einem Rekordverlust. Zum Jahresende erwarte man ein Minus von bis zu 3,5 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit), kündigte das Bundesunternehmen am Donnerstag an.  © Fabian Sommer/dpa

Hinzu kommt eine Sonderabschreibung auf die Auslandstochter Arriva in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Sie beruht neben den Folgen der Pandemie etwa in Spanien und Italien auch auf dem EU-Austritt Großbritanniens und Problemen auf dem britischen Markt. 

Unterm Strich führte das im ersten Halbjahr zu einem Verlust von 3,7 Milliarden Euro, wie schon am Dienstag bekannt geworden war.

Update, 30. Juli, 10.30 Uhr: Leichte Entspannung in Spaniens Corona-Hotspots - Maßnahmen gelockert

In Spanien gibt es nach Angaben der Behörden Anzeichen für einen Rückgang der täglich registrierten Corona-Infektionen in den besonders betroffenen Regionen Barcelona und Lleida. 

Die erneute Ausbreitung des Virus vor allem in diesen beiden Regionen hat den für das Land wichtigen Tourismussektor schwer geschädigt, weil europäische Länder wie etwa Deutschland wieder von Urlaubsreisen in bestimmte Gebiete abraten und Großbritannien sogar eine Zwangsquarantäne für alle Rückkehrer aus Spanien anordnete. 

In der im Landesinneren gelegenen Stadt Lleida und umliegenden Gemeinden in der Region Segià liege der R-Wert seit vergangenem Samstag unter 1, was nach Angaben der Polytechnischen Universität Kataloniens (UPC) zeige, dass das Virus hier auf dem Rückzug sei. 

Die Behörden hoben inzwischen einen Teil der strikten Ausgangsbeschränkungen für die dort etwa 70 000 betroffenen Menschen auf und beendeten auch die Abriegelung der Region.

Auch in der Touristenmetropole Barcelona und dem südlichen Vorort L'Hospitalet de Llobregat, wo der R-Wert zeitweise bei 3 gelegen hatte, sinke die Ansteckungsrate, liege aber immer noch leicht über 1, schrieb die Zeitung weiter.

In Spanien gibt es nach Angaben der Behörden Anzeichen für einen Rückgang der täglich registrierten Corona-Infektionen in den besonders betroffenen Regionen Barcelona und Lleida.
In Spanien gibt es nach Angaben der Behörden Anzeichen für einen Rückgang der täglich registrierten Corona-Infektionen in den besonders betroffenen Regionen Barcelona und Lleida.  © David Zorrakino/Europa Press/dpa

Update, 30. Juli, 10.15 Uhr: Österreichs Wirtschaft ebenfalls in argen Turbulenzen

Österreichs Wirtschaft ist durch den Lockdown in der Corona-Krise nach Berechnung von Ökonomen um 12,8 Prozent geschrumpft. 

Die Rezession im zweiten Quartal habe ein historisches Ausmaß gehabt, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Donnerstag in Wien mit. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zogen laut Wifo einen massiven Ausfall der Konsumnachfrage mit sich. 

Das spiegele sich in Wertschöpfungseinbußen in Tourismus, Verkehr, Handel, persönliche Dienstleistungen sowie Kunst, Unterhaltung und Erholung wider. Im Gleichklang mit dem internationalen Umfeld sei auch die heimische Industrie sowie die Exportnachfrage eingebrochen.

Update, 30. Juli, 10.10 Uhr: Auch Wirtschaft bricht dramatisch ein

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im zweiten Quartal in Folge der Corona-Krise erheblich eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte.

Update, 30. Juli, 10.05 Uhr: 6,7 Millionen Menschen im Mai in Kurzarbeit

Im Mai waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6,7 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Im April hatte die Zahl noch bei 6,1 Millionen gelegen.

Damit war im Mai nach Hochrechnungen die höchste jemals ermittelte Zahl von Kurzarbeitern in der Bundesrepublik erreicht, wie die Behörde am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Indes ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Juli gestiegen. 

Es waren 2,91 Millionen Menschen ohne Job, 57 000 mehr als im Juni und 635 000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit.

Im Mai waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6,7 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Im April hatte die Zahl noch bei 6,1 Millionen gelegen.
Im Mai waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6,7 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Im April hatte die Zahl noch bei 6,1 Millionen gelegen.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 30. Juli, 9.10 Uhr: Total macht Milliardenverlust wegen Ölpreis-Verfall

Hohe Abschreibungen infolge der Corona-Krise haben dem französischen Ölkonzern Total im zweiten Quartal einen Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Verlust von 8,4 Milliarden US-Dollar (7,1 Mrd Euro) nach einem Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Donnerstag in Paris mitteilte. 

Als Grund für die Abschreibungen nannte Total-Chef Patrick Pouyanné den Einbruch der Nachfrage nach Öl und Gas infolge der Coronavirus-Pandemie und den damit verbundenen Preisverfall.

Im zweiten Quartal sei der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent auf im Schnitt 30 Dollar je Fass abgesackt, sagte Pouyanné. Der Gaspreis habe einen historischen Tiefstand erreicht, und die Margen im Raffinerie-Geschäft seien zusammengebrochen.

Hohe Abschreibungen infolge der Corona-Krise haben dem französischen Ölkonzern Total im zweiten Quartal einen Milliardenverlust eingebrockt.
Hohe Abschreibungen infolge der Corona-Krise haben dem französischen Ölkonzern Total im zweiten Quartal einen Milliardenverlust eingebrockt.  © Rackam

Total hatte die Abschreibungen bereits am Vorabend angekündigt. Analysten hatten zuvor lediglich mit einem Quartalsverlust von rund 650 Millionen Dollar gerechnet. Vor Total hatten BP und Royal Dutch Shell herbe Abschreibungen angekündigt. 

Der französische Konzern hatte bereits im ersten Quartal einen Gewinneinbruch erlitten und daraufhin seine Investitionen zusammengestrichen.

Update, 30. Juli, 9 Uhr: Kretschmann: Urlaub im Ausland nicht angemessen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rät wegen der Corona-Pandemie vom Urlaub im Ausland ab. 

"Ich mache es einfach nicht, weil es zu kompliziert und auch nicht angemessen ist", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Zwar verbiete es sich nicht, aber: "In solchen Zeiten kann man einfach im Land bleiben und muss nicht in der Welt herumreisen." 

Er selbst wolle in diesem Sommer in den Bayerischen Wald fahren, sagte Kretschmann. Dort werde er wandern, aber auch Zeit mit seinen beiden Enkeln verbringen - etwa auf Spielplätzen oder im Zoo.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rät wegen der Corona-Pandemie vom Urlaub im Ausland ab.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rät wegen der Corona-Pandemie vom Urlaub im Ausland ab.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 30. Juli, 8.20 Uhr: Australien: Bundesstaat Victoria meldet Corona-Rekord - neue Regeln

In Australien hat der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria am Donnerstag die bisher höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Krise verzeichnet. 

Innerhalb von 24 Stunden seien 723 Fälle hinzugekommen, 13 Menschen seien in Zusammenhang mit Covid-9 gestorben, teilte der Premierminister von Victoria, Daniel Andrews, mit. Am Vortag waren noch weniger als 300 Neuinfektionen gemeldet worden. 

Nun sollen die Corona-Regeln weiter verschärft werden.

Nach dem bereits seit mehr als drei Wochen geltenden Lockdown in der Metropole Melbourne kündigte Andrews jetzt auch eine allgemeine Maskenpflicht für die gesamte Region im Südosten des Landes an. 

Zudem dürfen in weiten Teilen von Victoria die Menschen keine Besucher mehr in ihren Häusern empfangen. Allerdings werde das Virus besonders häufig am Arbeitsplatz übertragen, sagte Andrews. "Zu viele Menschen gehen weiter zur Arbeit, manche sogar mit einem positiven Testergebnis."

Daniel Andrews, Premierminister von Victoria, spricht während einer Pressekonferenz zu den Medienvertretern. In Australien hat der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria am Donnerstag die bisher höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Krise verzeichnet.
Daniel Andrews, Premierminister von Victoria, spricht während einer Pressekonferenz zu den Medienvertretern. In Australien hat der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria am Donnerstag die bisher höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Krise verzeichnet.  © Erik Anderson/AAP/dpa

Der strikte Lockdown in Melbourne soll zunächst noch bis zum 19. August dauern. Ob er noch einmal verlängert wird, ist noch nicht entschieden. 

Am Mittwoch wurde auch die Millionenmetropole Sydney zu einem Corona-Hotspot erklärt. Der nördliche Nachbar-Bundesstaat Queensland führte Beschränkungen für Besucher ein: Bürger aus Sydney dürfen die Grenze nach Queensland nicht mehr überqueren. Heimkehrer müssen 14 Tage in Quarantäne.

Update, 30. Juli, 8.10 Uhr: Volkswagen-Konzern mit Milliardenverlust - Dividende gekürzt

Der Volkswagen-Konzern hat die Corona-Krise bei Umsatz und Ergebnis voll zu spüren bekommen und ist wie erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Vor Steuern stand im ersten Halbjahr ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. 

Vor einem Jahr hatte VW hier noch 9,6 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Weil die Bänder vor allem im März und April lange stillstanden und in Europa sowie Nordamerika kaum Autos abgesetzt werden konnten, sackte der Umsatz um 23 Prozent auf 96 Milliarden Euro ab.

Wegen der nach wie vor nicht verlässlich einschätzbaren weiteren Entwicklung will das Management den Dividendenvorschlag für das vergangene Jahr um 1,70 Euro auf 4,86 Euro je Vorzugsaktie kürzen, um die Kasse zu schonen. Stammaktionäre bekommen jeweils 6 Cent weniger.

Beim operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen lag Volkswagen mit einem Minus von 0,8 Milliarden Euro leicht besser als von Analysten geschätzt. Vor einem Jahr hatte VW hier aber auch noch 10 Milliarden Euro verdient. Die Geschäftsaussichten 2020 behält der Konzern bei, das operative Ergebnis soll zwar gravierend unter dem Vorjahreswert bleiben, aber noch positiv ausfallen.

DaS VW-Logo auf dem Dach des Markenhochhauses im Volkswagen Werk.
DaS VW-Logo auf dem Dach des Markenhochhauses im Volkswagen Werk.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 30. Juli, 7.25 Uhr: Corona-Krise brockt Airbus Milliardenverlust ein

Die Corona-Krise hat den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. 

Weil die Zahl der Flugzeugauslieferungen einbrach, stand unter dem Strich ein Verlust von mehr als 1,4 Milliarden Euro, wie der Konkurrent des US-Konzerns Boeing am Donnerstag in Toulouse mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Euro gestanden.

Jetzt will der Konzern die Produktion seines jüngsten Langstreckenjets A350 noch stärker zurückfahren als geplant. Statt sechs sollen nur noch fünf Maschinen des Typs pro Monat die Werkshallen verlassen. Das entspricht rund der Hälfte des Vorkrisenniveaus.

In der schwierigen Lage will Airbus-Chef Guillaume Faury vor allem den Geldabfluss im Konzern stoppen. Übernahmen und Finanzierungen für Kunden herausgerechnet, solle im zweiten Halbjahr unter dem Strich kein Geld mehr aus dem Konzern abfließen, kündigte der Manager an. Eine neue Prognose für Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr wagte er weiterhin nicht.

Die Corona-Krise hat den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen.
Die Corona-Krise hat den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen.  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Update, 30. Juli, 7 Uhr: Polizei-Gwerkschaft: Könnten Corona-Tests auch mit Zwang durchsetzen

Die Polizei könnte verpflichtende Corona-Tests für Reiserückkehrer als letztes Mittel auch mit Gewalt durchsetzen. So lautet zumindest eine Einschätzung der Polizeigewerkschaft GdP.

"Wir müssen letztlich Recht durchsetzen und am Ende auch mit Zwang", sagte der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). 

Mehr Infos >>> hier.

"Wenn die Verwaltungsanordnung zur Corona-Testpflicht durch Zwang durchgesetzt werden soll, ist das Aufgabe der Polizei."
"Wenn die Verwaltungsanordnung zur Corona-Testpflicht durch Zwang durchgesetzt werden soll, ist das Aufgabe der Polizei."  © David Inderlied/dpa

Update, 30. Juli, 6.40 Uhr: US-Repräsentantenhaus führt Maskenpflicht für Abgeordnete ein

Nachdem ein Abgeordneter positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, hat das US-Repräsentantenhaus eine Maskenpflicht eingeführt. 

Abgeordnete und Mitarbeiter müssten "im Saal des Repräsentantenhauses jederzeit Masken tragen", kündigte dessen Vorsitzende, die Demokratin Nancy Pelosi, am Mittwoch (Ortszeit) an. 

Ohne eine entsprechende Mund-Nasen-Bedeckung sei der Zutritt zu Gebäuden des Unterhauses nicht mehr gestattet. Zuvor war das Tragen einer Maske bereits in Ausschüssen vorgeschrieben, außerhalb jedoch lediglich empfohlen. Medienberichten zufolge soll die neue Regelung ab Donnerstagmorgen gelten.

Zuvor hatte der republikanische Abgeordnete Louie Gohmert bestätigt, zweimal positiv auf das Coronavirus getestet worden zu sein. Er zeige keine Symptome, sagte Gohmert in einer am Mittwoch auf Twitter veröffentlichten Videobotschaft. 

Der Texaner hatte trotz bestehender Empfehlung wiederholt keine Maske im Kapitol getragen. Zuletzt nahm er auch am Dienstag an einer Anhörung mit Justizminister William Barr teil. US-Medien berichteten übereinstimmend unter Berufung auf das Justizministerium, dass Barr negativ auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden sei.

Nancy Pelosi (vorne,M), Sprecherin des US-Repräsentantenhauses.
Nancy Pelosi (vorne,M), Sprecherin des US-Repräsentantenhauses.  © Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Update, 30. Juli, 6 Uhr: Aidshilfe fordert: Prostitution trotz Corona wieder zulassen

Trotz der weiter schwelenden Coronavirus-Pandemie sollte Prostitution aus Sicht der Deutschen Aidshilfe zügig wieder erlaubt werden - in Bordellen, mobil und auf der Straße. 

Entsprechende Hygienekonzepte lägen vor, erklärte der Verband in Berlin. Nachbarländer wie Belgien, die Niederlande, Österreich, die Schweiz und Tschechien hätten den Schritt bereits vollzogen, hieß es. Hierzulande werde Prostitution dagegen zurzeit ins Verborgene verdrängt und finde somit unter gefährlichen Bedingungen statt.

Ulf Kristal vom Vorstand der Aidshilfe sagte, Sexarbeit dürfe nicht anders behandelt werden als andere Tätigkeiten mit engem Körperkontakt. "Niemand hat darüber zu urteilen, ob für jemand anderen ein Friseurbesuch oder ein sexuelles Erlebnis wichtiger ist." 

Er wies darauf hin, dass das Tätigkeitsverbot viele Sexarbeiterinnen in Notlagen bringe. "Viele sind ohne Einkommen, nicht wenige auch ohne Wohnraum oder Krankenversicherung. Prekäre Lebenssituationen und Abhängigkeitsverhältnisse werden verschärft." 

Sexarbeiterinnen demonstrieren auf dem Hamburger Kiez gegen ein Arbeitsverbot im Rotlichtsektor, welches wegen des Coronavirus verhängt wurde.
Sexarbeiterinnen demonstrieren auf dem Hamburger Kiez gegen ein Arbeitsverbot im Rotlichtsektor, welches wegen des Coronavirus verhängt wurde.  © Daniel Reinhardt/dpa

Kristal sagte, die derzeitige Verdrängung in die Illegalität habe fatale Folgen. Menschen in der Sexarbeit brauchten ein sicheres Arbeitsumfeld mit fairen Regeln und rechtlicher Absicherung. 

"Sicherheit lässt sich nur unter legalen Bedingungen herstellen. Dort lässt sich auch Infektionsschutz am besten umsetzen. Gerade jetzt, wo Infektionszahlen wieder steigen, sind klare Spielregeln wichtig."

Entsprechende Hygienekonzepte sähen vor: Mund-Nasen-Schutz plus eine Unterarmlänge Abstand zwischen Gesichtern plus Safer Sex. Hundertprozentige Sicherheit werde auch in anderen Branchen nicht gefordert und wäre ohnehin illusorisch.

Update, 30. Juli, 5.40 Uhr: Brasilien lockert Einreise-Sperre für Ausländer per Flugzeug

Mitten in der grassierenden Corona-Pandemie hat Brasilien für zunächst 30 Tage zahlreiche Flughäfen wieder für Ausländer geöffnet. 

Eine entsprechende Regelung wurde am Mittwochabend (Ortszeit) im Amtsblatt "Diário Oficial" veröffentlicht. Demnach müssen Touristen etwa vor einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen eine Krankenversicherung nachweisen, die in Brasilien gültig ist und den Zeitraum der Reise abdeckt.

Weiter verboten bleibt die Einreise aus der Luft ohne Angaben von Gründen über die Bundesstaaten Mato Grosso do Sul, Paraíba, Rondônia, Rio Grande do Sul und Tocantins sowie auf dem Land- oder Seeweg.

Im März hatte die brasilianische Regierung wegen der Covid-19-Pandemie seine Landgrenzen geschlossen und den internationalen Flugverkehr eingeschränkt. 

Inzwischen haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 2,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 

Mitglieder der Armee in Schutzanzügen führen einen Desinfektionseinsatz am internationalen Flughafen von Sao Paulo durch.
Mitglieder der Armee in Schutzanzügen führen einen Desinfektionseinsatz am internationalen Flughafen von Sao Paulo durch.  © Fepesil/TheNEWS2 via ZUMA Wire/dpa

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen erreichte am Mittwoch mit 69 074 einen neuen Höchststand. Einen neuen Rekord bildeten auch die neu gemeldeten 1595 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden.

Allerdings hatte der Bundesstaat São Paulo zuvor - nach einem Bericht der Zeitung "Folha de Sao Paulo" aus technischen Gründen - seine Daten vom Dienstag zurückgehalten, was die tägliche Zählung etwas verzerrt.

Brasilien durchbrach die Marke von insgesamt 90 000 Toten im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19.

Update, 30. Juli, 5.20 Uhr: US-Wirtschaft wegen Corona-Krise vor Einbruch im zweiten Quartal

Die US-Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal wegen der Corona-Krise dramatisch eingebrochen sein: Die US-Notenbank warnt vor einem historischen Negativrekord. 

Das genaue Ausmaß wird am Donnerstag (14.30 Uhr MESZ) klar werden, wenn die Regierung die erste Schätzung zum Wachstum im zweiten Vierteljahr bekanntgeben wird. 

In den ersten drei Monaten des Jahres - also im Wesentlichen vor der Zuspitzung der Pandemie in den USA Ende März - war die Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um 5 Prozent geschrumpft.

Für das zweite Quartal rechnen Analysten trotz gewaltiger Konjunkturpakete auf das Jahr hochgerechnet mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung von etwa 30 bis 40 Prozent. Nach der in Europa gebräuchlichen Berichtsweise im Quartalsvergleich entspräche das umgerechnet etwa einem Minus zwischen 9 und 12 Prozent.

Das dürfte US-Präsident Donald Trump nicht gefallen: Die US-Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal wegen der Corona-Krise dramatisch eingebrochen sein: Die US-Notenbank warnt vor einem historischen Negativrekord.
Das dürfte US-Präsident Donald Trump nicht gefallen: Die US-Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal wegen der Corona-Krise dramatisch eingebrochen sein: Die US-Notenbank warnt vor einem historischen Negativrekord.  © Evan Vucci/AP/dpa

Update, 30. Juli, 4.20 Uhr: Olympia-Geschäftsführer Muto: Spiele in Tokio "können Vorbild werden"

Der Chef des japanischen Organisationskomitees hofft im Falle einer Ausrichtung der Olympischen Spiele 2021 auf eine Symbolwirkung. 

"Covid-19 ist keine Bedrohung, die schnell ausgelöscht werden kann oder vorbeigeht", sagte Toshiro Muto der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag). 

"Falls die Spiele in Tokio unter diesen Bedingungen im kommenden Jahr realisiert werden können, dann können sie Vorbild für andere globale Ereignisse und Sportereignisse werden. Das wäre wirklich ein Vermächtnis von Tokio 2020."

Wegen der Coronavirus-Pandemie hatten das Internationale Olympische Komitee und Gastgeber Japan Ende März nach langem Zögern die Spiele verschoben. Sie sollen nun vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden. Die Kosten für die erneute Nutzung der Austragungsstätten sind nach Angaben des Geschäftsführers offen.

"Wir verhandeln noch über die genauen Termine, an denen wir die Sportstätten brauchen", sagte Muto. "Die Kosten sind Teil dieser Verhandlungen." 

Bereits zuvor hatte er darauf hingewiesen, dass das Wettkampfprogramm grundsätzlich so bleiben werde wie geplant. 339 Wettbewerbe in 33 Sportarten sollten ursprünglich ausgetragen werden.

Der Chef des japanischen Organisationskomitees hofft im Falle einer Ausrichtung der Olympischen Spiele 2021 auf eine Symbolwirkung.
Der Chef des japanischen Organisationskomitees hofft im Falle einer Ausrichtung der Olympischen Spiele 2021 auf eine Symbolwirkung.  © Jae C. Hong/AP/dpa

Update, 30. Juli, 4.10 Uhr: Gewerkschaft: Bahn braucht Plan für zweite Corona-Welle

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert von der Deutschen Bahn, sich besser auf eine mögliche zweite Corona-Infektionswelle vorzubereiten. 

"Die ist dort noch nicht eingepreist", sagte der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende, Klaus-Dieter Hommel, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er verlangte einen Plan dafür, wie der bundeseigene Konzern in einem solchen Fall reagieren wolle.

Das Robert-Koch-Institut hatte am Dienstag angesichts wieder steigender Zahlen bei den Neuinfektionen vor einer Trendumkehr in Deutschland gewarnt. Die neueste Entwicklung bereite "große Sorgen".

Die Bahn hatte während der Corona-Krise einen Großteil der Züge weiter fahren lassen, obwohl die Fahrgastzahlen drastisch eingebrochen waren. 

Hommel betonte, dass die Aufrechterhaltung großer Teile des Betriebs nicht der Grund für die hohen Verluste seien, die die Bahn im ersten Halbjahr eingefahren habe. Im Fernverkehr gebe es hohe Fixkosten, die unabhängig davon anfielen, ob ein Zug fahre oder nicht.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert von der Deutschen Bahn, sich besser auf eine mögliche zweite Corona-Infektionswelle vorzubereiten.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert von der Deutschen Bahn, sich besser auf eine mögliche zweite Corona-Infektionswelle vorzubereiten.  © Sebastian Gollnow/dpa

An diesem Donnerstag will der bundeseigene Konzern die vollständige Halbjahresbilanz vorlegen. Auch aufgrund der Krise hat die Bahn in den ersten sechs Monaten einen Verlust von 3,7 Milliarden Euro eingefahren.

Die Gewerkschaft forderte das Unternehmen dazu auf, "Geschäftsmodelle zu entwickeln, die auch unter dauerhaft veränderten Bedingungen Mobilität auf der Schiene und im Bus gewährleisten".

Update, 30. Juli, 2 Uhr: Uschi Glas sieht Corona als Lehre für junge Generation

Uschi Glas (76) sieht die Corona-Pandemie auch als Zeit des Lernens vor allem für Jüngere. 

"Ich würde nicht sagen, dass es jungen Leuten schlecht gehen muss, damit etwas Gescheites aus ihnen wird", sagte die Schauspielerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag). 

"Wobei wir jetzt ja eine Situation haben, wo sich alle Kinder und Jugendlichen, die noch nie eine Not erlebt haben, einschränken müssen - und das auch lernen müssen. Das war wie ein Donnerschlag, aber immerhin ist es kein Krieg."

Uschi Glas (76) sieht die Corona-Pandemie auch als Zeit des Lernens vor allem für Jüngere.
Uschi Glas (76) sieht die Corona-Pandemie auch als Zeit des Lernens vor allem für Jüngere.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 30. Juli, 1.30 Uhr: Verband fordert Klarheit über Polizei-Zugriff auf Gästelisten

Der Gaststättenverband Dehoga fordert eine Klarstellung der 16 Landesregierungen, ob und wie die Polizei die bei Restaurantbesuchen notwendigen Corona-Gästelisten auswertet. 

"Das ist hochgradig sensibel", sagte die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstag).

Die Gaststätten sind verpflichtet, persönliche Daten ihrer Gäste zu sammeln, damit die Gesundheitsämter mit deren Hilfe im Falle einer Covid-19-Erkrankung weitere potenziell infizierte Personen identifizieren können.

Nach Vorfällen in Hamburg und München, bei denen die Polizei die Gästedaten auch zur Strafverfolgung nutzte, verlangt der Verband eine eindeutige Regelung in den Corona-Verordnungen der Länder. "Da muss dringend für Klarheit gesorgt werden", sagte Hartges.

Zuvor hatte schon die FDP verlangt, hohe Hürden für den Zugriff von Ermittlern einzuziehen. Ähnlich äußerte sich kürzlich der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann. Bundesweit häufen sich nach seinen Worten Berichte, wonach Polizisten auf die Corona-Gästelisten zugreifen.

Update, 29. Juli, 22.24 Uhr: Schon über 150.000 Corona-Tote in den USA

In den USA sind inzwischen mehr als 150.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Mittwoch aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Bislang gab es in den USA demnach rund 4,4 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die Opferzahl in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. An zweiter Stelle steht derzeit Brasilien mit fast 90.000 Toten. 

Die Corona-Pandemie hat sich in den USA seit Mitte Juni wieder deutlich zugespitzt. Zuletzt wurden täglich rund 60.000 bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Besonders betroffen sind momentan unter anderem die Bundesstaaten Florida, Texas, Arizona und Kalifornien.

Trotz verheerender Corona-Zahlen: Unzählige Menschen entspannen sich Ende Juli bei sommerlichen Temperaturen am Strand von Boston.
Trotz verheerender Corona-Zahlen: Unzählige Menschen entspannen sich Ende Juli bei sommerlichen Temperaturen am Strand von Boston.  © Michael Dwyer/AP/dpa

Update, 29. Juli, 21.12 Uhr: US-Notenbank Fed warnt: Das Virus bestimmt über die Wirtschaft

Die Notprogramme der US-Notenbank sollen die amerikanische Wirtschaft stabilisieren, aber entscheidend wird letztlich die Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sein. Das war am Mittwoch die klare Warnung der Notenbank Federal Reserve (Fed) mit Blick auf den weiteren Ausblick für die größte Volkswirtschaft der Welt. 

Die Fed sei weiter entschlossen, ihre "volle Bandbreite an Werkzeugen" einzusetzen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern, teilte die Zentralbank mit.

Wachstum und Beschäftigung hätten seit dem Höhepunkt der Pandemie in den USA wieder etwas zugelegt, seien aber immer noch deutlich unter dem Niveau vom Jahresbeginn, betonte die Fed. "Der Verlauf der Wirtschaft wird in sehr großem Ausmaß vom Verlauf des Virus abhängen", sagte Notenbankchef Jerome Powell. 

Die Pandemie werde weiterhin "schwer auf der Wirtschaft lasten", warnte die Zentralbank. Der Leitzins verbleibe wegen der Krise bis auf Weiteres in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent, hieß es.

Powell warnte, ohne eine Eindämmung des Virus sei eine vollständige wirtschaftliche Erholung "unwahrscheinlich". Die gegenwärtige Wirtschaftskrise sei die schwerste seit Jahrzehnten, sagte er. Die Fed werde ihre Notprogramme daher für die Dauer der Krise weiterführen, um sicherzustellen, dass sich die Wirtschaft "so bald wie möglich" erholen werde, sagte Powell. 

Update, 29. Juli, 20.15 Uhr: Deutsche Börse profitiert weiter von Corona-Unsicherheit

Die Deutsche Börse hat weiter vom regen Handel an den Finanzmärkten und der gestiegenen Unsicherheit infolge der Corona-Pandemie profitiert. Nettoerlöse und operativer Gewinn legten im zweiten Quartal erneut zu - allerdings konnte das hohe Wachstumstempo vom Jahresbeginn nicht gehalten werden.

In den drei Monaten bis Ende Juni stiegen die Nettoerlöse um sieben Prozent auf 777,5 Millionen Euro, wie der im Dax notierte Konzern am Mittwochabend mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um vier Prozent auf 483 Millionen Euro. Damit schnitt der Konzern etwas besser ab, als Experten erwartet hatten. 

Unter dem Strich ging der Gewinn konzernweit um vier Prozent auf 257 Millionen Euro zurück. Die etwas gestiegenen Wertminderungen gingen vor allem auf das Segment Qontigo, der Indexsparte des Konzerns, zurück.

Aktienhändler arbeiten im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse vor der Anzeigetafel mit der Dax-Kurve.
Aktienhändler arbeiten im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse vor der Anzeigetafel mit der Dax-Kurve.  © Arne Dedert/dpa

Update, 29. Juli, 18.48 Uhr: Ärzte angehustet und angefasst: Mann in Bahrain verurteilt

In Bahrain ist ein mit dem Coronavirus infizierter Mann zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er versucht haben soll, Ärzte absichtlich mit dem Virus anzustecken. 

Während eines Coronatests habe der Mann seine Maske entfernt und die Ärzte angehustet, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Er habe sich außerdem in die Hand gehustet und die Ärzte anschließend berührt. Der Mann war zuvor bei einem ersten Test bereits positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Update, 29. Juli, 18.38 Uhr: UN-Nothilfekoordinator: Coronavirus breitet sich in Syrien aus

Das Coronavirus breitet sich den Vereinten Nationen zufolge immer weiter im Bürgerkriegsland Syrien aus. "Fälle wurden jetzt in allen bis auf eine der syrischen Provinzen bestätigt. UN-Mitarbeiter, die in Syrien arbeiten, sind ebenfalls von der Krankheit betroffen", sagte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock am Mittwoch im UN-Sicherheitsrat in New York laut Redemanuskript. 

Die Anzahl bestätigter Infektionen sei mit einigen Hundert zwar relativ gering, doch die Vereinten Nationen rechneten mit einer hohen Dunkelziffer.

Syrien befindet sich wegen des Krieges und harter Wirtschaftssanktionen westlicher Länder in einer schweren Wirtschaftskrise. Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Nach zähen Verhandlungen hatte sich das mächtigste UN-Gremium Mitte Juli auf Druck Russlands darauf geeinigt, die grenzübergreifenden Hilfslieferungen der Vereinten Nationen in die nicht von der Regierung kontrollierten Gebiete nur noch eingeschränkt über einen Grenzübergang fortzusetzen. «Wir arbeiten an den operativen Herausforderungen, die sich aus ihrer Entscheidung ergeben», sagte Lowcock.

Update, 29. Juli, 18.22 Uhr: Corona-Technik: Beatmungsgeräte und -masken im 3D-Druck

Beatmungsgeräte und Atemmasken aus dem 3D-Drucker sollen bei künftigen Corona-Notlagen Leben retten. Die Fraunhofer-Gesellschaft und der Rückversicherer Munich Re zeichneten am Mittwoch in München die Gewinner eines ungewöhnlichen Wettbewerbs aus: Entwickelt werden sollten Beatmungsgeräte und -masken, die im Falle von Corona-Notlagen schnell und kostengünstig vor Ort hergestellt werden können, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. 

Die Forschungsgesellschaft und das Unternehmen stellten für den "Give a Breath"-Wettbewerb insgesamt eine Million Euro Budget und Preisgeld zur Verfügung. Gesucht waren einfache, "nicht invasive" Beatmungsgeräte - das bedeutet ohne Vorrichtung für die Intubierung der Patienten, wie sie nur bei besonders schweren Lungenerkrankungen nötig ist. 

Dabei gab es zwei Gewinner, wie die Munich Re mitteilte: Ein speziell auf die Bedürfnisse von Corona-Patienten angepasstes "SmartCPAP"-Gerät, das von mehreren Fraunhofer-Instituten gemeinsam entwickelt wurde. Es kann laut Jury mit Sauerstoff aus verschiedenen Quellen gespeist werden und arbeitet mit Überdruck. 

Zweiter Gewinner war das "Vivid Breath"-Team aus München, das in einer bayerisch-indischen Kooperation ein Beatmungsgerät mit nur 35 Bauteilen entwickelt hat, die im 3D-Druck hergestellt werden können.

Mundschutz könnte schon bald aus dem 3D-Drucker kommen.
Mundschutz könnte schon bald aus dem 3D-Drucker kommen.  © Hendrik Schmidt/dpa

Update, 29. Juli, 18.03 Uhr: Konjunkturabsturz in Corona-Krise

Die Folgen der Corona-Pandemie haben die deutsche Wirtschaft in eine schwere Krise gestürzt. Volkswirte erwarten im Durchschnitt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Zeitraum April bis Juni gegenüber dem Vorquartal um etwa neun Prozent geschrumpft ist. 

Erste vorläufige Daten gibt das Statistische Bundesamt am Donnerstag bekannt. Bereits im ersten Vierteljahr war die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent gesunken. Es war der bislang stärkste Rückgang im Quartalsvergleich seit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2009.

Volkswirte gehen aber davon aus, dass die Konjunktur im zweiten Halbjahr wieder anzieht, vorausgesetzt die Infektionszahlen steigen nicht deutlich an. 

Update, 29. Juli, 18.01 Uhr: Bayerisches Innenministerium erlaubt Fußball-Testspiele

Die bayerischen Amateur-Fußballvereine dürfen nun doch Freundschafts- und Testspiele austragen. Das entschied das für den Sport zuständige Innenministerium am Mittwoch in München, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. 

Zuerst hatte die "Passauer Neue Presse" darüber berichtet, dass Amateurclubs im Rahmen der Lockerungen in der Corona-Krise ab sofort wieder gegeneinander antreten dürfen.

"Sofern solche Trainingsspiele vereinsübergreifend angesetzt werden, begrenzen wir aufgrund der aktuellen pandemischen Lage dies auf Spiele zwischen Vereinen aus Bayern", sagte Ministeriumssprecher Martin Scholtysik der Zeitung. Das bedeutet, dass nur Teams aus dem Freistaat gegeneinander spielen dürfen. Darüber hinaus seien die in der Corona-Zeit zuletzt üblichen Vorsichtsmaßnahmen weiter einzuhalten - Zuschauer etwa sind bei den Partien nicht erlaubt.

Update, 29. Juli, 17.34 Uhr: Corona-Notstand in Italien wird bis 15. Oktober verlängert

Italiens Regierung will den coronabedingten Notstand bis zum 15. Oktober verlängern - und weiß dabei die Volksvertretungen hinter sich. Nach dem Senat stimmte am Mittwoch auch das Abgeordnetenhaus der Verlängerung zu. Es gab in der Kammer 286 Ja-Stimmen bei 221 Gegenstimmen und fünf Enthaltungen. 

Der Notstand gilt in Italien seit knapp sechs Monaten. Ohne Verlängerung würde er per Ende Juli, also am Freitag, auslaufen.

Ministerpräsident Giuseppe Conte betonte am Mittwoch im Abgeordnetenhaus, man wolle angesichts der Pandemie ein "umsichtiges Niveau der Wachsamkeit" beibehalten. Zugleich wies er Vorwürfe zurück, dass die Maßnahmen "freiheitszerstörend" seien. 

Politiker der rechten Opposition und einige Rechtsexperten waren zuletzt gegen eine Verlängerung. Sie sehen Grundrechte in Gefahr und werfen der Regierung vor, dass sie mit Dekreten am Parlament vorbei regieren wolle.

Update, 29. Juli, 17.27 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in St. Wolfgang klettert um sechs auf 68

Im Touristenort St. Wolfgang in Oberösterreich ist die Zahl der Corona-Infektionen um sechs Fälle auf 68 gestiegen. Das teilte das österreichische Bundesland am Mittwoch mit. 

Die Behörden hätten die Infizierten durch das Aufspüren von Kontaktpersonen gefunden. Als Ausgangspunkt der zahlreichen Infektionen gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter. Die Zahl der betroffenen Betriebe stieg von 17 auf 18. 

Einige Schutzmaßnahmen wurden um eine Woche bis zum 9. August verlängert. So müssen abreisende Gäste ihre Kontaktdaten im Beherbergungsbetrieb hinterlassen. Auch die Vorverlegung der Sperrstunde von ein Uhr nachts auf 23 Uhr bleibt den Angaben zufolge zunächst bestehen. Zwei Lokale hatten freiwillig geschlossen.

Das Ortsschild von St. Wolfgang. Mit Hunderten von Tests haben Behörden auf einen Corona-Ausbruch im beliebten oberösterreichischen Touristenort St. Wolfgang reagiert.
Das Ortsschild von St. Wolfgang. Mit Hunderten von Tests haben Behörden auf einen Corona-Ausbruch im beliebten oberösterreichischen Touristenort St. Wolfgang reagiert.  © Fotokerschi.At / Kerschbaummayr/APA/dpa

Update, 29. Juli, 17.21 Uhr: Deutschland unterstützt Afrika mit 1,4 Millionen Corona-Tests

Die Bundesregierung stellt der Afrikanischen Union (AU) zur Bekämpfung des Coronavirus in Afrika 1,4 Millionen Tests zur Verfügung. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte am Mittwoch in Berlin, die Pandemie könne nur weltweit besiegt werden oder gar nicht. 

In Afrika werden aktuell pro Tag etwa 20.000 Neuinfektionen gemeldet - doppelt so viel wie vor einem Monat. Am meisten betroffen ist Südafrika. Es liegt weltweit auf Platz fünf der Länder mit den meisten Fällen.

Viele Länder testen noch nicht genug, was auch an einem Mangel an Tests liegt. Zum Vergleich: In Deutschland werden aktuell nach Daten der Universität Oxford 88,55 Corona-Tests pro 1000 Einwohner gemacht. In Südafrika sind es dagegen 46,04, in Kenia 4,85 und in Nigeria nur 1,27. Zudem haben viele afrikanische Staaten unterentwickelte Gesundheitssysteme.

Bislang wurden auf dem Kontinent nach Angaben der Gesundheitsorganisation Africa CDC mehr als 871.000 Fälle registriert. Mindestens 18.475 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.

Ein Patient, der sich mit dem Virus Covid-19 infiziert hat, wird im Tshwane District Hospital in Pretoria mit Sauerstoff behandelt.
Ein Patient, der sich mit dem Virus Covid-19 infiziert hat, wird im Tshwane District Hospital in Pretoria mit Sauerstoff behandelt.  © Jerome Delay/AP/dpa

Update, 29. Juli, 16.33 Uhr: Regierung offen für Zulassung von Zuschauern in Stadien mit Auflagen

Die Bundesregierung ist grundsätzlich offen für eine begrenzte Zulassung von Zuschauern bei Fußball-Bundesligaspielen mit Corona-Schutzauflagen. Wenn entsprechende Konzepte tragfähig seien, sei kein generelles Hemmnis dafür vorhanden, sagte ein Sprecher des für Sport zuständigen Innenministeriums am Mittwoch in Berlin. 

Soweit sicherzustellen sei, dass bei Stadionbesuchen keine Infektionsketten ausgelöst würden, gebe es gute Chancen, dass Fußball mit Zuschauern möglich sei. Die Vereinbarkeit von Lebensfreude und Gesundheitsschutz sei auch an anderen Stellen unter Beweis gestellt worden.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat ein Konzept für die Teilzulassung von Zuschauern zur neuen Saison in der 1. und 2. Liga vorgelegt. Es sieht unter anderem keine Gästefans bis zum Jahresende und ein Stehplatz- und Alkoholverbot in Stadien mindestens bis 31. Oktober vor. Über die entsprechenden Anträge des DFL-Präsidiums sollen die 36 Proficlubs am kommenden Dienstag bei der virtuellen außerordentlichen Mitgliederversammlung entscheiden.

Update, 29. Juli, 16.31 Uhr: GlaxoSmithKline bekommt Corona-Krise zu spüren

Beim britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) hat im zweiten Quartal die Corona-Krise Spuren hinterlassen. "Wie erwartet wurde unsere Geschäftsentwicklung in diesem Quartal durch Covid-19 gestört", sagte Unternehmenschefin Emma Walmsley laut Mitteilung am Mittwoch in London. 

Dabei habe die Pandemie vor allem das Impfstoffgeschäft belastet, da Besuche etwa in Arztpraxen aufgrund der Sperrmaßnahmen nur begrenzt möglich waren. Den Gewinn-Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen.

Der Umsatz ging im zweiten Quartal auf Pro-Forma-Basis - also unter bilanzieller Berücksichtigung der Beteiligungsverhältnisse vom neuen Joint Venture mit Pfizer auch im Vorjahr - währungsbereinigt um 10 Prozent auf 7,6 Milliarden Pfund (rund 8,4 Mrd Euro) zurück. GSK hat sein Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten in ein Bündnis mit dem US-Pharmakonzern eingebracht. Nachdem der Deal im Sommer 2019 abgeschlossen war, fließt dieses Geschäft nun voll in das zweite Quartal mit ein.

Update, 29. Juli, 16.15 Uhr: Nachhilfe-Bundesverband befürchtet große Defizite nach Ferien

Der Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) befürchtet große Lerndefizite bei vielen Schülern nach den Sommerferien. 

"Der VNN erwartet angesichts der Schwierigkeiten des Homeschoolings und der misslungenen Sommerschulen, dass sich das ganze Ausmaß der Lernlücken im kommenden Schuljahr nach den ersten Klassenarbeiten zeigt", sagte die Sprecherin des Bundesverbandes, Marion Steinbach, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Art und Weise, wie die so genannten Sommerschulen in einigen Bundesländern organisiert sind, sei ein "Skandal", kritisierte Steinbach. "Das ist besonders vor dem Hintergrund ärgerlich, weil wir den Kultusministern bereits zu Beginn der Pandemie und erneut anlässlich der geplanten Sommerschulen unsere Unterstützung angeboten haben."

Die Sommerschulen werden in einigen Bundesländern angeboten, um coronabedingte Lerndefizite bei Schülern auszugleichen. Steinbach bemängelte, dabei würden Schüler nicht immer ausreichend individuell gefördert.

Die Verbands-Vorsitzende Cornelia Sussieck forderte, dass der Staat Nachhilfe-Kosten für förderbedürftige Schüler aus einkommensschwachen Familien übernehmen solle. Ähnlich sei es bereits bei Kindern, deren Familien Arbeitslosengeld beziehen, sagte sie den "Stuttgarter Nachrichten". 

Bei vielen Schulkindern werden Lerndefizite im kommenden Schuljahr befürchtet.
Bei vielen Schulkindern werden Lerndefizite im kommenden Schuljahr befürchtet.  © Patrick Pleul/dpa

Update, 29. Juli, 16.12 Uhr: Schweden rät nicht mehr von Reisen nach Dänemark und Schweiz ab

Schweden rät seinen Bürgern nicht länger von Reisen in die Schweiz sowie in seine skandinavischen Nachbarländer Dänemark und Norwegen ab. Gleiches gelte auch für Tschechien, teilte das schwedische Außenministerium am Mittwoch mit.

Für Deutschland und eine Reihe anderer Länder in Europa wie Frankreich und Spanien war die Maßnahme bereits Mitte Juli aufgehoben worden. Am gleichen Tag war auch die deutsche Reisewarnung für Schweden gestrichen worden, nachdem die dortigen Corona-Infektionszahlen konstant gesunken waren. Schweden war der letzte EU-Staat, für den noch eine deutsche Warnung gegolten hatte.

Von nicht dringend notwendigen Reisen nach Großbritannien sowie in etwa die Hälfte der EU-Länder, darunter Österreich, Finnland und die Niederlande, wird den Schweden von Regierungsseite dagegen weiter abgeraten. Die Maßnahme gilt nun vorläufig bis zum 12. August.

Update, 29. Juli, 16.07 Uhr: Grüne: Parlament darf Regeln für Fleischbranche nicht aufweichen

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat die geplanten schärferen Regeln für die Fleischindustrie begrüßt. "Bisher war es immer so, dass dann viele Lobbyisten unterwegs waren und dafür gesorgt haben, dass es im Parlament abgemildert worden ist", sagte Göring-Eckardt sie am Mittwoch in Eberswalde. "Das darf jetzt nicht passieren." 

Sie halte nichts davon, dass den Plänen zufolge Arbeitsschutzbedingungen erst zum Jahr 2026 verschärft würden. "Das kann man schneller machen", sagte sie.

Der Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht vor, dass in größeren Betrieben der Branche vom 1. Januar 2021 an im Kerngeschäft Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine Werkvertragsarbeiter und vom 1. April 2021 an auch keine Leiharbeiter mehr beschäftigt werden dürfen. Bei Verstößen drohen Bußgelder. 

Außerdem soll eine Pflicht zur elektronischen Arbeitszeiterfassung kommen sowie Mindestanforderungen für Gemeinschaftsunterkünfte und eine Mindestquote für Arbeitsschutzkontrollen. Von 2026 an sollen jährlich mindestens fünf Prozent der Betriebe kontrolliert werden. Hintergrund sind Corona-Fälle in Schlachtbetrieben.

Katrin Göring-Eckardt (54), Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
Katrin Göring-Eckardt (54), Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 29. Juli, 15.43 Uhr: Bahn: Fernzüge halb so voll wie vor der Krise

In ICE und Intercity steigen etwa halb so viele Fahrgäste wie vor Ausbruch der Corona-Seuche. "Derzeit haben unsere Züge eine durchschnittliche Auslastung von rund 30 Prozent", sagte der Fernverkehrschef der Deutschen Bahn, Michael Peterson, der Wochenzeitung "Die Zeit". Das sei etwa die Hälfte des Vorjahreswertes.

An diesem Donnerstag will die Bahn ihre Bilanz für das erste Halbjahr vorstellen. Unter anderem wegen der Folgen der Pandemie fuhr der Staatskonzern einen Verlust von 3,7 Milliarden Euro ein, wie vorab bekannt wurde. Obwohl die Fahrgastzahl im März eingebrochen war, ließ die Bahn einen Großteil der Züge weiterfahren.

"Menschen gerade in systemrelevanten Berufen in der Krise zu befördern, da haben wir uns als Bahn ganz klar in der Pflicht gesehen", erklärte Peterson. Die FDP im Bundestag warnte, die Bahn werde zum Fass ohne Boden für die Steuerzahler. Der Bund dürfe die Finanzlöcher nicht mit immer mehr Geld stopfen, sondern er müsse die Bahn grundlegend umbauen.

Das Logo der Deutschen Bahn ist auf einem ICE im Hauptbahnhof zu sehen. Mit einer bundesweiten Werbekampagne will die Bahnbranche zusammen mit dem Bund Kunden zurückgewinnen.
Das Logo der Deutschen Bahn ist auf einem ICE im Hauptbahnhof zu sehen. Mit einer bundesweiten Werbekampagne will die Bahnbranche zusammen mit dem Bund Kunden zurückgewinnen.  © Silas Stein/dpa

Update, 29. Juli, 15.42 Uhr: EU-Luftbrücke bringt während der Pandemie 1100 Tonnen Hilfsgüter

Über eine Anfang Mai gestartete Luftbrücke der Europäischen Union sind inzwischen rund 1100 Tonnen medizinischer Hilfsgüter in Krisenregionen in aller Welt geflogen worden. Diese Zahl nannte die EU-Kommission am Mittwoch. Auch 1475 Helfer wurden transportiert. Insgesamt gab es 45 Flüge.

Die Luftbrücke wurde am 8. Mai eingerichtet, weil Hilfsorganisationen während der Corona-Pandemie Schwierigkeiten hatten, Hilfsgüter in Krisenregionen zu bringen. Die EU-Kommission koordiniert und finanziert die Flüge und bietet die Kapazität den EU-Staaten an. 

Zu den unterstützten Ländern zählen Afghanistan, Burkina Faso, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, der Iran, der Sudan, der Südsudan, Haiti, Somalia, Guinea-Bissau, der Irak und der Jemen.

Update, 29. Juli, 15.33 Uhr: 33 Corona-Fälle in schleswig-holsteinischem Kreis in einer Woche

Der Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein könnte bei weiter deutlich steigenden Corona-Zahlen zum Risikogebiet werden. Ein Kreissprecher sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur, innerhalb der vergangenen sieben Tage seien Stand Mittwochfrüh 33 Neuinfektionen festgestellt worden. 

Am späten Nachmittag sollten die Labor-Ergebnisse von weiteren 45 getesteten Personen vorliegen. "Einige dieser Personen zeigen Corona-typische Symptome, so dass wir mit weiteren positiven Tests rechnen."

Bei den 33 Corona-Infizierten handelt es sich nach Angaben des Sprechers vor allem um Reiserückkehrer vom West-Balkan und aus Skandinavien, aber auch im Kontext dieser Rückkehrer erfolgte Ansteckungen im familiären Bereich. Der überwiegende Teil der Neuinfektionen sei auf mehrere in Dithmarschen lebende Familien entfallen, die einen engen Verbund miteinander pflegten. Bei den 45 Personen, deren Testergebnisse noch ausstehen, handle es sich um Kontaktpersonen.

Im Kreis Dithmarschen leben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 133.210 Menschen. Über die Einstufung von Risikogebieten in Schleswig-Holstein entscheidet das Gesundheitsministerium in Kiel. Es gebe keinen Automatismus, erläuterte ein Sprecher auf Anfrage. Grundlage sei die Quarantäne-Verordnung des Landes.

Ein Imbiss, in dem normalerweise Fischbrötchen verkauft werden, war im Mai im Ostsee-Ferienort Laboe bei Kiel wegen der Corona-Pandemie geschlossen.
Ein Imbiss, in dem normalerweise Fischbrötchen verkauft werden, war im Mai im Ostsee-Ferienort Laboe bei Kiel wegen der Corona-Pandemie geschlossen.  © Frank Molter/dpa

Update, 29. Juli, 15.30 Uhr: Mittlerweile 16 Corona-Fälle bei Fleischverarbeiter Danish Crown

Der dänische Fleischverarbeiter Danish Crown muss in einem Schlachthof mit wachsenden Corona-Zahlen umgehen. Nach den ersten drei bestätigten Infektionsfällen der vergangenen Tage sei die Zahl der bestätigten infizierten Mitarbeiter im dänischen Ringsted mittlerweile auf 16 gestiegen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Nach Rücksprache mit den Behörden werde nun ein mobiles Testzentrum vor Ort errichtet, um die Mitarbeiter bestmöglich zu schützen.

Danish Crown war am Sonntag von einem ersten Corona-Fall unter den Mitarbeitern informiert worden und hatte daraufhin die Kontakte der betroffenen Person nachzuverfolgen versucht. In dem Schlachtbetrieb in Ringsted mit seinen rund 900 Mitarbeitern werden wöchentlich rund 35.000 Schweine geschlachtet.

Update, 29. Juli, 15.26 Uhr: Rekord an Corona-Neuinfektionen in Israel

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen. Das Gesundheitsministerium des Landes teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 2093 Fälle gemeldet worden - so viele wie nie zuvor an einem Tag. Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag galt zuletzt als Marke für schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai in die Höhe. 

Insgesamt wurden in Israel bislang 66.805 Infizierte registriert. Aktive Fälle gab es zuletzt fast 33.400, davon sind 315 schwer erkrankt. 490 Menschen starben bislang nach einer Corona-Infektion.

Wurde Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu Beginn der Pandemie für sein Krisenmanagement gelobt, sehen sich er und seine Regierung mittlerweile Protesten gegenüber. Die Krise belastet die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 20 Prozent. Seit Wochen gehen Netanjahu-Gegner auf die Straßen. Israels neuer Corona-Beauftragter Ronni Gamzu will die Armee nun stärker in den Kampf gegen das Virus einbinden.

Update, 29. Juli, 15.07 Uhr: Deutlicher Anstieg der Corona-Infektionen in der Schweiz

Auch in der Schweiz zieht die Zahl der neu gemeldeten Corona-Infektionen deutlich an. Bis Mittwochmorgen wurden innerhalb von 24 Stunden 192 Neuansteckungen gemeldet, teilte das Bundesamt für Gesundheit mit. 

Das sind Zahlen, wie sie zuletzt Ende April verzeichnet wurden. Seit Ende Juni steigen die gemeldeten Corona-Neuinfektionen. Seit Beginn der Epidemie waren es insgesamt 34.000. 1703 Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind gestorben.

Seit einigen Wochen verschärfen die Kantone ihre Corona-Auflagen wieder. So wurde vielerorts in Clubs und Bars die Höchstzahl der Gäste beschränkt. Schweizweit gilt seit Anfang Juli in öffentlichen Verkehrsmitteln Maskenpflicht. Genf und andere Kantone haben auch bereits eine Maskenpflicht in Geschäften eingeführt.

Das Passagierschiff "Vevey" der Compagnie generale de navigation sur le Lac Leman (CGN) fährt auf dem Genfersee an der "Fourchette de l'Alimentarium" und einer Statue von Charlie Chaplin vorüber.
Das Passagierschiff "Vevey" der Compagnie generale de navigation sur le Lac Leman (CGN) fährt auf dem Genfersee an der "Fourchette de l'Alimentarium" und einer Statue von Charlie Chaplin vorüber.  © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Update, 29. Juli, 14.43 Uhr: FIFA bewilligt weitere Corona-Hilfen für Fußball-Verbände

Der Fußball-Weltverband FIFA stellt den nationalen Verbänden zur Bewältigung der Folgen der Coronavirus-Pandemie insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar (1,28 Milliarden Euro) an Zahlungen und Darlehen zur Verfügung. Der Ratsausschuss des Weltverbands bewilligte einen entsprechenden Hilfsplan, wie die FIFA am Mittwoch mitteilte. Die Gelder sollen auf drei Säulen beruhen und bis Januar 2021 an die 211 Mitgliedsverbände fließen.

"Dieser Hilfsplan ist ein herausragendes Beispiel für die Solidarität und das Engagement im Fußball in dieser außergewöhnlichen Zeit", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Es wurden bereits 152 Millionen Dollar an Betriebskostenbeiträgen aus dem Forward-Entwicklungsprojekt für die Jahre 2019 und 2020 freigegeben. Zudem können 465 Millionen Dollar, die an Forwardprojekte zugeteilt worden waren, für Corona-Hilfefonds genutzt werden.

Darüber hinaus erhält jeder der 211 Verbände 1,5 Millionen Dollar an Unterstützung, davon 500.000 Dollar für den Frauenfußball. Zudem können maximal fünf Millionen Dollar pro Verband an zinsfreien Darlehen abgerufen werden. 

Gianni Infantino (50), Präsident der FIFA.
Gianni Infantino (50), Präsident der FIFA.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 29. Juli, 14.30 Uhr: Corona-Krise brockt Boeing Milliardenverlust ein

Die Corona-Krise hat dem US-Flugzeugbauer Boeing im abgelaufenen Quartal einen höheren Verlust eingebrockt als befürchtet. Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von rund 2,4 Milliarden US-Dollar (gut 2 Mrd Euro), nachdem das Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max ein Jahr zuvor bereits ein Minus von 2,9 Milliarden Dollar verursacht hatte. Damit fiel der neuerliche Verlust in etwa doppelt so hoch aus wie von Analysten im Schnitt erwartet.

Jetzt will der Konzern die Produktion seiner Langstreckenjets noch weiter zurückfahren, wie er am Mittwoch in Chicago mitteilte. Immerhin: Mit 5,3 Milliarden Dollar verbrannte der Konzern im abgelaufenen Quartal im Tagesgeschäft weniger Geld als befürchtet.

So sollen im kommenden Jahr monatlich nur noch sechs Exemplare des Langstreckenjets 787 "Dreamliner" fertig werden. Die Produktion der noch größeren Boeing 777 und ihrer Neuauflage 777X soll auf zwei Maschinen pro Monat sinken. Die Auslieferung der ersten 777X erwartet Boeing erst im Jahr 2022. Die Produktion der 737 Max, deren Wiederzulassung das Management bald erwartet, fährt derzeit erst langsam wieder hoch.

Update, 29. Juli, 14.27 Uhr: Umgebauter Truck - Schwedische Band hält Abstand auf Deutschland-Tour

Weil Wacken und andere Festivals wegen der Corona-Pandemie ausfallen, hat sich die schwedische Heavy-Metal-Band Thundermother etwas einfallen lassen, um trotzdem Konzerte geben zu können. Die vier Frauen spielen ihre kommenden Deutschland-Auftritte auf dem Dach eines umgebauten Feuerwehrtrucks. Mit der mobilen Bühne können sie nach Angaben ihres Managements die Corona-Auflagen einhalten.

Das Feuerwehrauto soll demnach auch als Symbol dafür stehen, dass es für Musiker, Künstler und die Veranstaltungsbranche brennt. Arbeitsplätze und Existenzen seien nach Monaten des coronabedingten Stillstandes bedroht. "Wenn wir jetzt nicht vollen Einsatz geben, verlieren wir alles, wofür wir leben und jemals gearbeitet haben", sagte Sängerin Guernica Mancini demzufolge. "Mit dieser Tour wollen wir allen Menschen, unseren Fans und auch uns selbst Mut machen, niemals aufzugeben und für seine Träume zu kämpfen."

Update, 29. Juli, 14.25 Uhr: Absatzeinbruch: US-Autoriese General Motors mit hohem Verlust

Heftige Absatzeinbußen und Produktionsausfälle wegen der Corona-Pandemie haben den größten US-Autobauer General Motors (GM) tief in die roten Zahlen gebracht. Im zweiten Quartal fiel unterm Strich ein Verlust von 806 Millionen Dollar (687 Mio Euro) an, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte GM noch 2,4 Milliarden Dollar verdient. Die Erlöse gingen um 53 Prozent auf 16,8 Milliarden Dollar zurück.

Das Unternehmen betonte, ausreichende Kapitalpolster zu haben, um sicher durch die Krise zu kommen. Zum Quartalsende hätten die Liquiditätsreserven im Automobilgeschäft bei 30,6 Milliarden Dollar gelegen. GM habe sich aber einem strikten Sparkurs verschrieben und wolle seine Mittel weiter zusammenhalten. Trotz des starken Rückgangs fiel das Nettoergebnis besser aus als von Analysten erwartet. Die Aktie reagierte vorbörslich zunächst mit Kursgewinnen.

Update, 29. Juli, 14.20 Uhr: Bund übernimmt Kosten von Corona-Tests für Reiserückkehrer

Die geplanten zusätzlichen Testmöglichkeiten auf das Coronavirus für Reiserückkehrer nach Deutschland will der Bund finanzieren. Die Kosten würden durch einen erhöhten Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. 

Die entsprechende Verordnung soll in dieser Woche in Kraft treten. Die Ressortchefs von Bund und Ländern hatten freiwillige Tests für alle Rückkehrer aus dem Ausland beschlossen, die für die Reisenden kostenfrei sein sollen.

Darüber hinaus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Fallzahlen eine Testpflicht anordnen. Sie soll in der kommenden Woche in Kraft treten, einen genauen Tag nannte das Ministerium noch nicht. Sie solle so schnell wie möglich kommen, damit sich alle darauf einstellen könnten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU). (Archivbild)
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU). (Archivbild)  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 29. Juli, 14.15 Uhr: Audi beendet im September Kurzarbeit

Audi beendet die Kurzarbeit in seinen deutschen Werken. Zwar werde sie mit dem August noch um einen Monat verlängert, doch für September werde das Unternehmen keine Kurzarbeit mehr für Ingolstadt und Neckarsulm anmelden, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter. Begonnen hatte die Kurzarbeit bei Audi am 23. März.

"Im September läuft der Standort nahezu wieder auf Normalniveau", sagte Andreas Zelzer, Personalleiter Ingolstadt dem Schreiben zufolge. "Für den September planen wir daher keine Kurzarbeit." Bereits in den vergangenen Wochen kehrten laut Audi sukzessive immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz zurück.

Diese positive Entwicklung setze sich fort, sagte Stefanie Ulrich, Personalleiterin Neckarsulm. Allerdings warnte sie: "Es ist schwer abzuschätzen, ob es – auch in Folge einer möglichen zweiten Corona-Welle – wieder zu Rückgängen in der Nachfrage kommen wird. Wir beobachten die Lage an beiden Standorten weiterhin sehr genau und arbeiten dabei eng mit dem Betriebsrat zusammen."

Update, 29. Juli, 14.10 Uhr: "Niemand mag mich": Trump lamentiert über Corona-Umfragewerte

US-Präsident Donald Trump (74) hat sich über seine Beliebtheitswerte in Umfragen beklagt. "Ein Mann arbeitet für uns - mit uns, sehr eng, Dr. (Anthony) Fauci, und Dr. (Deborah) Birx, die auch sehr geschätzt wird. Sie werden sehr geschätzt, aber niemand mag mich", sagte Trump in einer Pressekonferenz am Dienstag (Ortszeit) mit Verweis auf die beiden Mitglieder der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. 

"Es kann nur an meiner Persönlichkeit liegen", fügte er hinzu. Trump betonte, er verstehe sich mit dem renommierten Immunologen Fauci sehr gut. "Und er hat diese hohen Zustimmungswerte. Warum also habe ich - und auch die Regierung - keine hohen Zustimmungswerte in Bezug auf das Virus? Sie sollten sehr hoch sein."

In einer Mitte des Monats veröffentlichten Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC kritisierten 60 Prozent der Befragten Trumps Krisenmanagement, im März hatte es eine knappe Mehrheit noch gutgeheißen.

US-Präsident Donald Trump (74). (Archivbild)
US-Präsident Donald Trump (74). (Archivbild)  © dpa/AP/Evan Vucci

Update, 29. Juli, 14.05 Uhr: Spotify mit hohem Verlust durch schwedische Steuern

Der Musikstreaming-Marktführer Spotify kommt mit solidem Wachstum durch die Corona-Krise - doch höhere Steuerzahlungen in Schweden sorgten im vergangenen Quartal für einen Verlust von 356 Millionen Euro. Die Abgaben wurden fällig, weil die Anteile der Mitarbeiter nach dem jüngsten Kursanstieg deutlich an Wert gewonnen haben. 

Die Belastung dadurch fiel 126 Millionen Euro höher als erwartet aus, wie Spotify am Mittwoch mitteilte. 

Update, 29. Juli, 14 Uhr: Virologe lobt DFL-Maßnahmen, Skepsis gegenüber Fan-Rückkehr

Der Dresdner Virologe Alexander Dalpke sieht die meisten geplanten Maßnahmen der Deutschen Fußball Liga positiv, steht einer Rückkehr von Zuschauern in die Stadien aber weiter skeptisch gegenüber. "Es wird auch in Stadien Übertragungen geben, das wird nicht zu verhindern sein. Um Infektionen komplett auszuschließen, müsste man Spiele mit Zuschauern weiter verbieten", sagte Dalpke am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf eine Rückkehr der Fans in der Fußball-Bundesliga während der Corona-Pandemie.

Er sehe das Risiko dahingehend, dass "Sportereignisse emotionale Veranstaltungen sind. Die Leute werden nicht ruhig auf ihren Plätzen sitzen bleiben und schweigen. In dem Moment, wo geschrien wird, werden Tröpfchen und Aerosole produziert und freigesetzt".

Der Leiter des Instituts für Virologie, medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Technischen Universität (TU) Dresden sieht eine schwierige Entscheidung: "Letztendlich ist es eine Risikoabwägung, die eher politisch als virologisch begründet sein kann. Rechtsgüter wie der Infektionsschutz des Einzelnen müssen gegen andere wichtigen Dinge des gesellschaftlichen Zusammenlebens abgewogen werden. Sportgroßveranstaltungen spielen eine wichtige soziale Rolle."

Alexander Dalpke, Leiter am TU-Institut für Medizinische Mikrobiologie, Hygiene und Virologie im Uniklinikum Dresden. (Archivbild)
Alexander Dalpke, Leiter am TU-Institut für Medizinische Mikrobiologie, Hygiene und Virologie im Uniklinikum Dresden. (Archivbild)  © dpa/dpa-Zentralbild/Robert Michael

Update, 29. Juli, 13.58 Uhr: Irans Ärztekammer warnt vor Mangel an Pflegepersonal

Die iranische Ärztekammer hat vor einem Mangel an Ärzten und Pflegern in der neuen Phase der Corona-Krise im Land gewarnt. "Bis jetzt sind 140 Ärzte und Pfleger an dem Corona-Virus gestorben und mehr als 6000 haben sich mit dem Virus infiziert", sagte Ärztekammer-Sprecher Ali Fattahi am Mittwoch. 

Alle Bürger sollten sich, besonders nach dem dramatischen Anstieg der Fallzahlen, an die Hygienevorschriften halten, um einen Personalmangel in den Krankenhäusern zu verhindern. "Die Vorschriften nicht ernstzunehmen, könnte zu einer Katastrophe führen", sagte der Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna.

Die medizinische Versorgung der Corona-Patienten funktioniert nach Angaben des Gesundheitsministerium zwar noch, aber ein weiterer Anstieg der Fallzahlen könnte landesweit zu einem Engpass führen. 

Update, 29. Juli, 13.55 Uhr: Studie: Mehr als die Hälfte der Slum-Bewohner in Mumbai hatte Corona

57 Prozent der Bewohner von drei Slums in der indischen Millionenmetropole Mumbai haben laut einer neuen Studie Antikörper gegen die Lungenerkrankung Covid-19 im Blut. In Gebieten außerhalb der dicht besiedelten Slums hatten demnach lediglich 16 Prozent entsprechende Antikörper. 

Bei dem Corona-Antikörper-Test im Juli seien knapp 7000 Proben ausgewertet worden, teilten die Behörden in Mumbai mit, die am Test beteiligt worden waren. Die Werte sind entsprechend hochgerechnet worden.

Diese Zahlen sind deutlich höher als die offiziellen Corona-Zahlen, viele Infizierte sind demnach also nie erfasst worden. Dies deute aber auch darauf hin, dass viele davon asymptomatisch waren, hieß es in der Mitteilung. Offiziell gab es bislang im Mumbai mehr als 110.000 Fälle.

Kürzlich erst ergab auch ein Corona-Antikörper-Test in der Hauptstadt Neu Delhi, dass dort hochgerechnet knapp jeder vierte Mensch Antikörper im Blut hat, wie Indiens Gesundheitsministerium in einer Mitteilung schrieb.

Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens misst die Körpertemperatur von Bewohnern eines Slums.
Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens misst die Körpertemperatur von Bewohnern eines Slums.  © dpa/AP/Rafiq Maqbool

Update, 29. Juli, 13.50 Uhr: Corona-Angst bei Burgos-Rundfahrt: Drei Kolumbianer steigen aus

Gleich in den ersten kleineren Rennen nach dem Wiederbeginn rollt im Radsport die Angst vor dem Coronavirus mit. Am Mittwoch gingen Sebastian Molano, Cristian Munoz und Camilo Ardila aus dem UAE-Team nicht mehr an den Start zur zweiten Etappe der Burgos-Rundfahrt, nachdem die drei Kolumbianer zuletzt Kontakt zu einer inzwischen positiv auf Covid-19 getesteten Person hatten.

Entsprechend den Regularien des Weltverbandes UCI wurden die drei Fahrer am Mittwoch erneut getestet, isoliert und nach Hause geschickt. Die obligatorischen zwei Tests im Vorfeld der Rundfahrt waren bei den Fahrern jeweils negativ.

Update, 29. Juli, 13.40 Uhr: Basketball-Profi Theis über NBA-Fortsetzung: "Vertrauen sehr groß"

Basketball-Nationalspieler Daniel Theis hat die Wiederaufnahme der NBA-Saison ab Donnerstag (Ortszeit) in Orlando trotz weiter hoher Coronavirus-Neuinfektionen verteidigt. Im US-Bundesstaat Florida steige die Zahl der Infektionen fast täglich im fünfstelligen Bereich an, dennoch sei das Vertrauen "doch sehr groß. Es sind sehr viele Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, es wird täglich getestet", sagte der Profi der Boston Celtics im Interview dem "Münchner Merkur" und der "tz".

Bislang habe es "nur wenige positive Tests" innerhalb der NBA gegeben, merkte der 28-Jährige an. Dazu hätten "ein, zwei Spieler die Campus-Linie übertreten". "Dafür dass Florida solche Probleme hatte, funktioniert das System der NBA wirklich sehr, sehr gut", lobte Theis das Konzept der nordamerikanischen Profiliga.

Update, 29. Juli, 13.30 Uhr: Österreich verlängert Kurzarbeitsmodell in Coronakrise bis März 2021

Österreich verlängert sein Corona-Kurzarbeitsmodell in etwas veränderter Form um weitere sechs Monate bis Ende März 2021. Das kündigte Kanzler Sebastian Kurz (33, ÖVP) am Mittwoch in Wien an. Das Modell sei überarbeitet worden, "um es treffsicherer zu machen und Missbrauch zu verhindern", sagte Kurz nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB) Wolfgang Katzian, und dem Chef der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Harald Mahrer.

Laut Katzian werden die Kriterien für den Bezug der Kurzarbeit präziser gefasst. Außerdem muss im Regelfall der Beschäftigte zumindest 30 Prozent - bisher waren es im Regelfall zehn Prozent - der Arbeitszeit vor der Kurzarbeit tätig sein. Abhängig von der Höhe des Einkommens können Betroffene weiterhin mit 80 bis 90 Prozent des letzten Gehalts rechnen.

In Spitzenzeiten waren in Österreich 1,3 Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Zuletzt betrug ihre Zahl 447.000. Wegen des äußerst schwierigen Exportgeschäfts drohe in der Industrie, die aktuell noch alte Aufträge abarbeite, im Herbst und Winter eine besonders schwierige Lage, warnte Mahrer.

Wolfgang Katzian (l-r), Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, Werner Kogler (Grüne), Vizekanzler von Österreich, Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, und Harald Mahrer, Vorsitzender der Wirtschaftskammern in Österreich, nehmen im Bundeskanzleramt an einer Pressekonferenz teil.
Wolfgang Katzian (l-r), Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, Werner Kogler (Grüne), Vizekanzler von Österreich, Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, und Harald Mahrer, Vorsitzender der Wirtschaftskammern in Österreich, nehmen im Bundeskanzleramt an einer Pressekonferenz teil.  © dpa/APA/Georg Hochmuth

Update, 29. Juli, 13.20 Uhr: Gericht: Versicherung muss nicht für Schließung wegen Corona zahlen

Bei einer Versicherung gegen eine Betriebsschließung besteht kein Deckungsschutz gegen Krankheiten oder Erreger wie Covid-19 oder Corona, wenn diese nicht ausdrücklich vertraglich benannt sind. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in einem Eilverfahren entschieden und am Mittwoch mitgeteilt. 

Die Klägerin, Inhaberin einer Gaststätte in Gelsenkirchen, hatte von ihrer Versicherung fast 27.000 Euro eingefordert. Bereits das Landgericht Essen hatte den Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgewiesen. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte diese Sicht jetzt in einem nicht anfechtbaren Beschluss vom 15. Juli (Az.: 20 W 21/20).

Die Aufzählung der versicherten Krankheiten und Krankheitserreger in den vereinbarten Versicherungsbedingungen sei abschließend, teilte das OLG zur Begründung mit. Der Wortlaut "nur die im Folgenden aufgeführten" und die anschließende ausführliche Auflistung einer Vielzahl von Krankheiten und Erregern mache dem – für die Auslegung maßgeblichen – durchschnittlichen Versicherungsnehmer deutlich, dass der Versicherer nur für die benannten, vom Versicherer einschätzbaren Risiken einstehen wolle, heißt es in der Begründung des OLG in Hamm.

Update, 29. Juli, 13 Uhr: Weiteres Corona-Testzentrum am Frankfurter Flughafen geplant

Am Frankfurter Flughafen soll in Kürze ein weiteres Corona-Testzentrum für Reisende entstehen. Im Unterschied zu der bereits bestehenden Einrichtung sollen die Tests dort für die Reisenden aus Risikogebieten kostenlos angeboten werden. E

ine entsprechende Anordnung ist beim Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) in Vorbereitung. An diesem Mittwoch wollen sich die Landesminister Tarek Al-Wazir (49, Wirtschaft und Verkehr) und Kai Klose (46, Soziales und Integration) über den Stand der Planungen informieren, wie ihre Ministerien mitteilten.

Nach dpa-Informationen soll das neue Zentrum vom Deutschen Roten Kreuz betrieben werden. Als Standort ist eine öffentlich zugängliche Fläche in dem Übergangsbauwerk zwischen ICE-Bahnhof und Terminal 1 vorgesehen. Bei Vollbetrieb hat hier die Lufthansa sonst ihre Express Rail-Schalter für Umsteiger von der Bahn.

Schräg gegenüber betreibt seit einem Monat das Unternehmen Centogene ein kommerzielles Testzentrum in Kooperation mit Lufthansa und dem Flughafenbetreiber Fraport. Tests kosten dort zwischen 59 und 139 Euro. Bislang wurden bereits rund 38.000 Menschen untersucht.

Ein weiteres Corona-Testzentrum ist am Frankfurter Flughafen geplant. (Symbolbild)
Ein weiteres Corona-Testzentrum ist am Frankfurter Flughafen geplant. (Symbolbild)  © dpa/Andreas Arnold

Update, 29. Juli, 12.40 Uhr: Erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen in Japan

Japan hat erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Insgesamt 1002 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden seien bestätigt worden, wie der japanische Fernsehsender NHK am Mittwoch berichtete. Nachdem bisher vor allem die Hauptstadt Tokio einen deutlichen Anstieg der Neuinfektionen verzeichnete, erleben nun auch andere große Metropolen wie Osaka oder auch die Präfektur Aichi wieder Rekordzuwächse bei Corona-Fällen. 

So meldete Osaka 221 Neuinfektionen, nach 155 am Vortag. Aichi meldete 167 neue Fälle und damit die bisher höchste Zahl an Neuinfektionen binnen eines Tages.

Die Zahl der registrierten Neuinfizierten in Tokio war nach der Aufhebung des landesweiten Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Am Mittwoch waren es 250. Damit hat Tokio bisher 11.861 Corona-Infektionen bestätigt, rund die Hälfte davon allein diesem Monat. Die Stadtregierung gab deswegen kürzlich die höchste Warnstufe aus.

Update, 29. Juli, 12.20 Uhr: EU-Einreiseverbot wird auf Algerien ausgeweitet

Die Europäische Union hält ihre Grenzen für Reisen aus Drittstaaten in der Corona-Krise weiterhin dicht. Die zu Beginn der Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen werden wegen zu hoher Infektionszahlen auf Algerien ausgeweitet. 

Darauf einigten sich die EU-Botschafter am Mittwoch in Brüssel, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr. Neue Länder wurden demnach nicht zur Liste der Länder hinzugefügt, aus denen nicht zwingend notwendige Reisen möglich sind.

Somit schrumpft die Liste, die alle zwei Wochen überarbeitet wird, auf elf Länder. Grundsätzlich erlaubt bleibt die Einreise zunächst aus Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Mitte des Monats wurden bereits Serbien und Montenegro von der Liste gestrichen. Die Entscheidung vom Mittwoch muss noch im schriftliches Verfahren von den Hauptstädten bestätigt werden.

Update, 29. Juli, 12.15 Uhr: Studie: Einzelner Infizierter Auslöser von Corona-Ausbruch auf Schiff

Die rund 700 Corona-Ansteckungen auf dem in Japan zeitweise unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" sind vermutlich auf einen einzelnen Infizierten zurückzuführen. Das berichten japanische Forscher im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS"). 

Sie hatten bei rund 70 Infizierten das Viren-Erbgut entschlüsselt und bei allen Proben ein sehr spezifisches DNA-Merkmal gefunden. Daraus schließen die Forscher, dass diese Infektionen auf einen einzelnen Fall vor Beginn der Quarantäne zurückzuführen sind.

Einige Infektions-Cluster könnten auf Ansteckungen in großen Menschenansammlungen in den Freizeitbereichen zurückgeführt werden, hieß es in der Studie. Hinzu komme eine direkte Übertragung unter Passagieren, die sich während der Quarantäne Kabinen teilten.

Das Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" liegt im Hafen von Yokohama. (Archivbild)
Das Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" liegt im Hafen von Yokohama. (Archivbild)  © dpa/AP/Kyodo News/Sadayuki Goto

Update, 29. Juli, 12.10 Uhr: Koch kritisiert Testspielverbot für Bayerns Amateurfußballer

Die ausgebliebenen Lockerungen für den Amateurfußball im Freistaat haben beim Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), Rainer Koch (61), heftige Kritik hervorgerufen. So sind etwa Testspiele weiter untersagt. 

Die "Nichtfreigabe von Freundschaftsspielen im Amateurfußball stößt bayernweit auf großes Unverständnis, zumal sie zumindest bislang von der Staatsregierung in der Sache in keiner Weise begründet worden ist. Ehrlich gesagt auch bei mir", schrieb Koch in den sozialen Medien.

Wenn die Landesregierung mit ihren Entscheidungen bei Bayerns Vereinen und Mitgliedern auf breites Verständnis stoßen wolle, "muss sie ihre Entscheidungen so treffen und begründen, dass sie von den Menschen verstanden und akzeptiert werden", schrieb er.

Koch will sich mit dem Verband "intensiv darum bemühen, dass die Staatsregierung Freundschaftsspiele sehr zeitnah erlaubt". Er habe deshalb für diesen Donnerstag eine Sitzung des BFV-Vorstands einberufen. Dort wolle man erörtern, "warum Fußballspiele am Wochenende in Württemberg, Baden, Hessen, Thüringen, Sachsen, Tschechien und Österreich, nicht aber in Bayern erlaubt sind".

Update, 29. Juli, 12 Uhr: Sydney zu Corona-Hotspot erklärt, Queensland schottet sich ab

Nach Melbourne ist jetzt auch die australische Millionenmetropole Sydney zu einem Corona-Hotspot erklärt worden. Der nördliche Nachbar-Bundesstaat Queensland habe Beschränkungen für Besucher aus der Stadt und seinen Vororten eingeführt, sagte die Premierministerin des Bundesstaats, Annastacia Palaszczuk (51), am Mittwoch. 

Bürger aus Sydney dürfen die Grenze nach Queensland nicht mehr überqueren. Heimkehrende Bewohner aus Queensland müssen zwei Wochen in Quarantäne.

Zuvor waren in der mit mehr als 5,2 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadt Australiens im Bundesstaat New South Wales innerhalb von 24 Stunden 19 Neuinfektionen verzeichnet worden. Da sich die Ansteckungen in verschiedenen Teilen Sydneys ereignet hätten, seien Beschränkungen notwendig geworden, so Palaszczuk. "Wir müssen Queenslander beschützen. Ihre Sicherheit geht vor." 

Gladys Brejiklian (49), Premierministerin von New South Wales, betonte, sie sei im Vorfeld nicht über die Maßnahmen informiert worden.

Menschen gehen an der Promenade des Bondi Beach spazieren.
Menschen gehen an der Promenade des Bondi Beach spazieren.  © dpa/AAP/Joel Carrett

Update, 29. Juli, 11.50 Uhr: Klöckner unterstützt schärfere Regeln für große Schlachtbetriebe

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (47) hat die geplanten schärferen Regeln für die Schlachtbranche begrüßt. Damit werde der unhaltbaren Praxis des Subunternehmertums in der Fleischwirtschaft ein Riegel vorgeschoben, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch. Sie hob zugleich vorgesehene Ausnahmen für kleinere und mittlere Betriebe hervor, damit es nicht eine noch größere Zentralisierung gebe. 

"Damit stärken wir das regionale Fleischerhandwerk." Die Corona-Krise zeige, wie wichtig Regionalität und Dezentralität seien, auch durch mehr kleinere Schlachthöfe in der Fläche und somit kürzere Transportwege.

Update, 29. Juli, 11.40 Uhr: Gesundheitsämter: Kein Corona-Anstieg nach Aufstiegs-Feierlichkeiten

Die nicht immer unter den geltenden Hygiene-Bestimmungen verlaufenen Aufstiegs-Feierlichkeiten von Arminia Bielefeld und des VfB Stuttgart in die Fußball-Bundesliga sowie von Eintracht Braunschweig in die 2. Liga waren nach Aussagen der jeweiligen Gesundheitsämter keine Corona-Treiber. Ein Anstieg der Zahlen "im Zusammenhang mit Feiern sportlicher Erfolge" sei "nicht bekannt", erklärte die Behörde in Stuttgart der "Neuen Westfälischen".

Das Amt in Braunschweig erklärte: "Hinweise auf einen Zusammenhang von Neuinfektionen mit Fan-Feiern nach dem Eintracht-Aufstieg hat die Stadt nicht." In Bielefeld teilte die Behörde mit, sie habe nicht explizit nachgehalten, ob neue Fälle in Verbindung mit der Aufstiegsfeier stehen. Es habe aber nur an zwei Tagen seitdem markante Anstiege der Zahlen gegeben und diese hätten zu großen Teilen in Zusammenhang mit dem Corona-Ausbrauch im Fleischbetrieb "Tönnies" in Rheda-Wiedenbrück gestanden.

28.06.2020, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Fußball: 2. Bundesliga, Arminia Bielefeld - 1. FC Heidenheim, 34. Spieltag in der Schüco Arena. Bielefeld Fans feiern vor dem Stadion die Meisterschaft und den Aufstieg. (Archivbild)
28.06.2020, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Fußball: 2. Bundesliga, Arminia Bielefeld - 1. FC Heidenheim, 34. Spieltag in der Schüco Arena. Bielefeld Fans feiern vor dem Stadion die Meisterschaft und den Aufstieg. (Archivbild)  © dpa/Friso Gentsch

Update, 29. Juli, 11.30 Uhr: Ringen um ein weiteres billionenschweres US-Corona-Hilfspaket

Der Streit um ein neues Corona-Hilfspaket in den USA geht kurz vor dem Auslaufen einer wichtigen Frist weiter. Demokraten und Republikaner im US-Kongress ringen derzeit um ein billionenschweres Paket, eine Einigung war zunächst nicht in Sicht. Am Dienstag (Ortszeit) kritisierten Demokraten einen zuvor von den Republikanern vorgelegten Vorschlag für ein neues Hilfspaket mit einem Gesamtumfang von rund einer Billion US-Dollar (860 Milliarden Euro).

Besonders umstritten sind dabei die Hilfen für Arbeitslose, die im Frühjahr im Zuge der Corona-Krise eingeführt worden waren. Die damals vereinbarte Wochenpauschale des Bundes für Arbeitssuchende in Höhe von 600 Dollar läuft am Freitag aus.

Der Vorschlag der Republikaner sieht unter anderem eine Kürzung der wöchentlichen Arbeitslosenhilfe des Bundes und stattdessen eine Lohnersatzzahlungen in Höhe von 70 Prozent vor. Die Demokraten fordern ein Hilfspaket im Umfang von drei Billionen US-Dollar, zu der auch eine Fortsetzung der wöchentlichen Arbeitslosenhilfe gehört.

Die Anführer der Demokraten in Repräsentantenhaus und Senat, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, kritisierten den Vorschlag der Republikaner. 

"Amerikaner müssen Essen kaufen und Miete zahlen. Republikaner sollten sich nicht über 600 Dollar für Arbeitslosenhilfe streiten", schrieb Pelosi auf Twitter. Schumer nannte in einem Gespräch mit dem Sender CBS den Vorschlag der Republikaner "geizig". Er sei auf Unternehmen ausgerichtet statt sich nach den Bedürfnissen der Menschen zu richten. Weitere Streitthemen sind ein Kündigungsschutz für Mieter, zusätzliche Mittel für Bundesstaaten und Gemeinden sowie Steuererleichterungen für Unternehmen.

Update, 29. Juli, 11.20 Uhr: Nachfrage nach Arbeitskräften zieht leicht an

Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland hat im Juli wieder leicht zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist diese aber immer noch deutlich niedriger. Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit stieg im Juli im Vergleich zum Juni um einen auf 92 Punkte, liegt aber 35 Punkte unter dem Vorjahreswert.

Damit könne sich nach dem Einbruch wegen der Corona-Krise der Beginn einer Aufwärtsbewegung auf niedrigem Niveau andeuten, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mit. Allerdings waren im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat in allen Branchen weniger freie Stellen gemeldet - bis auf den öffentlichen Dienst gab es einen Rückgang im zweistelligen Prozentbereich. Besonders betroffen war das Gastgewerbe, wo 44 Prozent weniger Stellen gemeldet waren. Bei Verkehr und Logistik sanken diese um 38 Prozent.

Nachfrage nach Arbeitskräften zieht leicht an. (Symbolbild)
Nachfrage nach Arbeitskräften zieht leicht an. (Symbolbild)  © dpa/Fabian Strauch

Update, 29. Juli, 10.55 Uhr: Rekord an Corona-Neuinfektionen in Israel und Protest gegen Minister

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen. Das Gesundheitsministerium des Landes teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 2093 Fälle gemeldet worden - so viele wie nie zuvor an einem Tag. Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag galt zuletzt als Marke für schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Insgesamt wurden in Israel bislang 66.805 Infizierte registriert. Aktive Fälle gab es zuletzt fast 33.400, davon sind 315 schwer erkrankt. 490 Menschen starben bislang nach einer Corona-Infektion.

Wurde Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (70) zu Beginn der Pandemie für sein Krisenmanagement gelobt, sehen sich er und seine Regierung mittlerweile Protesten gegenüber. Die Krise belastet die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 20 Prozent. Seit Wochen gehen Netanjahu-Gegner auf die Straßen. Israels neuer Corona-Beauftragter Ronni Gamzu will die Armee nun stärker in den Kampf gegen das Virus einbinden.

In die Kritik geraten ist auch Polizeiminister Amir Ochana, dem Gegner vorwerfen, die Proteste gegen Netanjahu unterdrücken zu wollen. Nach einer Demonstration vor Ochanas Wohnhaus in Tel Aviv kam es am Dienstagabend zu Gewalt. Mutmaßliche Mitglieder einer rechten Hooligangruppe sollen sich Berichten zufolge unter die Demonstranten gemischt und sie attackiert haben. Der Polizei zufolge wurden vier Menschen festgenommen. Sie seien an Störungen der öffentlichen Ordnung und Straßenblockaden beteiligt gewesen.

Update, 29. Juli, 10.50 Uhr: Deutsche Studie zu Corona: Ein Fünftel der Klinikpatienten gestorben

Gut ein Fünftel der Corona-Patienten, die im Frühjahr in deutschen Kliniken aufgenommen wurden, hat laut einer Studie nicht überlebt. Besonders hoch war die Sterblichkeit mit 53 Prozent bei Patienten, die beatmet wurden, wie aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und der Technischen Universität Berlin hervorgeht. 

Insgesamt lagen der Untersuchung Daten von rund 10.000 Patienten zugrunde, von denen etwa 1700 beatmet wurden. Von den Krankenhauspatienten, die nicht beamtet wurden, starben 16 Prozent.

"Die hohen Sterblichkeitsraten machen deutlich, dass in den Kliniken relativ viele Patienten mit einem sehr schweren Krankheitsverlauf behandelt wurden. Diese schweren Verläufe betreffen eher ältere und gesundheitlich bereits beeinträchtigte Menschen, kommen aber auch bei jüngeren Patienten vor", so Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber.

Derzeit sind laut dem Divi-Intensiv-Register noch 258 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, davon wird knapp die Hälfte beatmet (Stand 28. Juli). Insgesamt sind in dem Register mehr als 15.000 abgeschlossene Covid-19-Behandlungen erfasst, ein Viertel dieser Patienten starb.

Zwei positiv getestete Corona-Patienten liegen in einem isoliertem Intensivbett-Zimmer in der Asklepios Klinik. (Archivbild)
Zwei positiv getestete Corona-Patienten liegen in einem isoliertem Intensivbett-Zimmer in der Asklepios Klinik. (Archivbild)  © dpa/Peter Kneffel

Update, 29. Juli, 10. 45 Uhr: DIW: Deutsche Wirtschaft wird sich deutlich erholen

Nach dem beispiellosen Einbruch im Frühjahr für die Wirtschaft in Deutschland sieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Hinweise auf eine Besserung. "Die Zeichen stehen eindeutig auf Erholung", teilte das DIW am Mittwoch in Berlin mit. 

Im Zeitraum von Juli bis September werde das Bruttoinlandsprodukt um drei Prozent wachsen - verglichen mit dem Vorquartal. Von April bis Juni dürfte die Wirtschaftsleistung wegen der Corona-Pandemie zweistellig eingebrochen sein, wie das Institut erwartet. Die konkrete Zahl will das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag veröffentlichen.

"Trotz nun wieder kräftiger Zuwächse wird es wohl zwei Jahre dauern, bis der historische Einbruch vom Frühjahr wettgemacht ist", erklärte der Konjunkturforscher Claus Michelsen. Wenn es keine zweite Infektionswelle gibt, ist aus seiner Sicht ein kräftiges Aufholwachstum zu erwarten. Dabei dürften demnach aber die Exporte unter dem Wirtschaftseinbruch in vielen Ländern leiden.

Konjunkturforscher Claus Michelsen. (Archivbild)
Konjunkturforscher Claus Michelsen. (Archivbild)  © dpa/Christoph Soeder

Update, 29. Juli, 10.43 Uhr: Kabinett beschließt schärfere Regeln für Fleischbranche

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die geplanten schärferen Regeln für die Fleischindustrie auf den Weg gebracht. Der Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (47, SPD) sieht vor, dass in größeren Betrieben der Branche ab dem 1. Januar 2021 im Kerngeschäft Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine Werkvertrags- oder Leiharbeiter mehr beschäftigt werden dürfen. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Ausgenommen sind Fleischerhandwerksbetriebe mit maximal 49 Mitarbeitern.

Eingeführt werden sollen außerdem eine Pflicht zur elektronischen Arbeitszeiterfassung, Mindestanforderungen für Gemeinschaftsunterkünfte und eine Mindestquote für Arbeitsschutzkontrollen. Ab 2026 sollen jährlich mindestens fünf Prozent der Betriebe kontrolliert werden.

Nach dem Kabinettsbeschluss muss das Gesetz noch durch Bundestag und Bundesrat.

Update, 29. Juli, 10.40 Uhr: BER-Chef: Werden Krise ohne Unterstützung nicht überstehen

Drei Monate vor der Eröffnung pocht der Berliner Flughafen BER auf finanzielle Hilfe. "Uns geht es jetzt wie allen großen Unternehmen, (...) dass wir die Krise ohne Unterstützung nicht überstehen werden", sagte der Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup, am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". 

An dem Konzept, den BER im Jahr 2023/2024 in die schwarzen Zahlen zu führen, könne nicht festgehalten werden. Nach dem beispiellosen Einbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise hatte die Flughafengesellschaft vergangene Woche bereits angekündigt, 400 Stellen zu streichen.

Am immer wieder verschobenen Eröffnungstermin 31. Oktober 2020 soll sich jedoch nichts ändern. "Wir sind sehr gut vorbereitet", sagte Daldrup. Mit den Ergebnissen des derzeit laufenden Probebetriebs mit 9000 Freiwilligen sei er "sehr zufrieden".

Update, 29. Juli, 10.35 Uhr: Roche meldet Rückschlag bei Medikament für Corona-Patienten

Ein eigentlich gegen Arthritis gerichtetes Medikament des Schweizer Pharmakonzerns Roche verfehlt bei Corona-Patienten die gewünschte Wirkung. Das hätten sogenannte klinische Phase III-Studien gezeigt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Basel mit.

Der Wirkstoff Tocilizumab wurde bei Patienten eingesetzt, die mit dem Coronavirus infiziert waren und eine schwere Lungenentzündung hatten. Es habe sich aber weder der Zustand der Patienten verbessert, noch sei die Sterblichkeit gesunken, hieß es. Roche werde weiterforschen, ob dieser Wirkstoff in Kombination mit einem antiviralen Medikament bessere Ergebnisse bringe, so das Unternehmen.

Roche meldet Rückschlag bei Medikament für Corona-Patienten. (Archivbild)
Roche meldet Rückschlag bei Medikament für Corona-Patienten. (Archivbild)  © dpa/KEYSTONE/Georgios Kefalas

Update, 29. Juli, 10.30 Uhr: Corona-Krise drückt Aston Martin noch tiefer ins Minus

Der kriselnde britische Luxusautobauer Aston Martin ist im ersten Halbjahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich fuhr das Unternehmen einen Verlust von knapp 200 Millionen britischen Pfund (220 Mio Euro) ein, wie Aston Martin am Mittwoch in Gaydon mitteilte. 

Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen ein Minus von knapp 63 Millionen Pfund eingefahren. Der Umsatz sackte in der Corona-Krise um 64 Prozent auf 146 Millionen Pfund ab. Aston Martin schwächelt schon länger bei den Auslieferungen, im ersten Halbjahr waren es mit 1770 Autos rund 63 Prozent weniger.

Aston Martin setzt große Hoffnungen in seinen ersten SUV, genannt DBX. Er soll die Wende bringen, im Juli wurden die ersten Exemplare ausgeliefert. 

Update, 29. Juli, 10.05 Uhr: Indonesien: Komodo-Nationalpark lässt im August wieder Ausländer rein

Der für seine mächtigen Warane berühmte Komodo-Nationalpark in Indonesien öffnet Mitte August wieder für ausländische Gäste - jedoch nur unter strikten Auflagen. Nach fünfmonatiger Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen seit dem 6. Juli bereits wieder lokale Besucher auf die östlich von Bali gelegene Insel. Ab dem 15. August werden auch Ausländer zugelassen, die sich seit dem Beginn der Viruskrise in Indonesien aufgehalten haben.

Alle Besucher müssten einen Mund-Nasen-Schutz tragen und strikte Abstandsregeln einhalten, sagte der Leiter des Parks, Lukita Awang Nistyantara, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir warten noch auf eine Entscheidung der Zentralregierung, wann wir wieder vollständig für ausländische Touristen öffnen können."

Touristen betrachten aus gebührender Entfernung einen Komodowaran.
Touristen betrachten aus gebührender Entfernung einen Komodowaran.  © DPA/christoph sator

Update, 29. Juli, 9.55 Uhr: Deutsche Firmen in China: Rückkehr zur Normalität erst nächstes Jahr

Die Auswirkungen der Corona-Krise ziehen sich für deutsche Unternehmen in China länger hin als erwartet. "Die Rückkehr des Geschäfts auf Vor-Krisen-Niveau wird sich voraussichtlich auf nächstes Jahr verschieben", sagte Ulf Reinhardt von der deutschen Handelskammer in China am Mittwoch bei der Vorlage der jüngsten Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen in Peking. 

Während fast drei Viertel eine Erholung der Produktionsfähigkeiten sehen, ist die Unsicherheit weiter groß, vor allem was Nachfrage und Absatz angeht.

"Jedes zweite befragte deutsche Unternehmen in China erwartet 2020 einen zweistelligen Rückgang im Absatz", sagte Reinhardt. "Eine beunruhigende Zahl." 

China, Shanghai: Fahrzeugbauer arbeiten in einer Werkshalle in einer Produktionslinie von SAIC Volkswagen. Die Auswirkungen der Corona-Krise ziehen sich für deutsche Unternehmen in China länger hin als erwartet.
China, Shanghai: Fahrzeugbauer arbeiten in einer Werkshalle in einer Produktionslinie von SAIC Volkswagen. Die Auswirkungen der Corona-Krise ziehen sich für deutsche Unternehmen in China länger hin als erwartet.  © dpa/XinHua/Ding Ting

Update, 29. Juli, 9.50 Uhr: BASF rechnet mit schwierigem dritten Quartal

Die Corona-Krise und eine schwache Nachfrage der Autoindustrie belasten weiterhin die Geschäfte des Chemiekonzerns BASF. "Nach wie vor ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung für uns alle", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal am Mittwoch in Ludwigshafen. 

Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung gibt BASF weiterhin keine Ziele für das Gesamtjahr 2020 aus.

Das Unternehmen rechnet im laufenden dritten Quartal mit keiner wesentlichen Verbesserung beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen gegenüber dem zweiten Jahresviertel. BASF begründete dies mit einer im August generell niedrigeren Nachfrage und der Saisonalität des Agrargeschäfts. Der Dax-Konzern hatte bereits Eckdaten zum zweiten Quartal vorgelegt.

Update, 29. Juli, 9.45 Uhr: Was Reiselustige in Europa beachten müssen

Am Montag beginnen die Sommerferien in Bayern, am Donnerstag in Baden-Württemberg – für ein paar Tage haben dann Schülerinnen und Schüler in allen 16 Bundesländern gleichzeitig frei.

Beste Urlaubszeit also – wäre da nicht die Corona-Pandemie. Viele außereuropäische Reiseziele fallen wegen Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen weg.

Urlaub in europäischen Ländern ist aber möglich. Bis Ende August hatte das Auswärtige Amt (AA) seine weltweite Reisewarnung verlängert, für den Großteil der europäischen Länder gilt das nicht mehr.

Nur vor Reisen nach Luxemburg warnt das AA derzeit noch wegen hohen Zahlen von Neuinfektionen. Doch jedes Reiseland hat seine eigenen Besonderheiten. 

Ein Überblick über die Regeln für die verschiedenen Länder bekommt Ihr >>> hier

Belgien, Brüssel: Ein Kellner bringt Gästen im Restaurant Chez Léon ihr Essen an den Tisch.
Belgien, Brüssel: Ein Kellner bringt Gästen im Restaurant Chez Léon ihr Essen an den Tisch.  © Thierry Roge/BELGA/dpa

Update, 29. Juli, 9.40 Uhr: Infektiologe: Menschen nehmen Corona nicht mehr ernst genug

Angesichts etwas gestiegener Corona-Fallzahlen sieht der Infektiologe Gerd Fätkenheuer ein nachlassendes Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung. "Was sich derzeit in den Köpfen abspielt" stelle ein großes Risiko dar, sagte der Forscher der Uniklinik Köln dem "Kölner Stadt-Anzeiger". 

Die Menschen fühlten sich heute viel sicherer als noch vor einem Vierteljahr. "Mit dem starken Rückgang der Zahlen werden die Gefahren, die nach wie vor von dem Virus ausgehen, nicht mehr in gebührendem Maße wahrgenommen." Bei konsequenter Beachtung aller Schutzvorkehrungen sei es nach wie vor möglich, das Infektionsgeschehen im Griff zu behalten.

Kunden desinfizieren ihre Hände am Eingang eines Textilgeschäfts. (Archivbild)
Kunden desinfizieren ihre Hände am Eingang eines Textilgeschäfts. (Archivbild)  © DPA/Arne Dedert

Update, 29. Juli, 8.55 Uhr: Puma rutscht wegen der Corona-Pandemie ins Minus

Der Sportartikelhersteller Puma ist im zweiten Quartal wegen der Auswirkungen durch die Corona-Pandemie in die Verlustzone gerutscht. Dabei fiel die Entwicklung jedoch nicht ganz so schlecht aus, wie vom Management erwartet. So brach der Umsatz um knapp ein Drittel auf 831 Millionen Euro ein, wie Puma am Mittwoch in Herzogenaurach mitteilte.

 Währungsbereinigt lag das Minus bei knapp 31 Prozent. Dabei verbesserte sich die Entwicklung den Angaben zufolge im Juni im Vergleich zu den Monaten April und Mai deutlich, nachdem die zuvor geschlossenen Geschäfte ab Mai wieder nach und nach öffnen konnten.

Das Management gehe davon aus, dass sich die Märkte bis Ende des Jahres erholen dürften und 2021 wieder ein Jahr des Wachstums sein werde, hieß es. Das laufende Jahr bleibe jedoch schwierig. Einen Ausblick gab Puma wegen der unsicheren Lage nicht.

Ein Schuh des Sportartikelherstellers Puma. (Archivbild)
Ein Schuh des Sportartikelherstellers Puma. (Archivbild)  © dpa/Daniel Karmann

Update, 29. Juli, 8.50 Uhr: Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer mit Auftragseinbruch

Der bereits vor der Corona-Krise mit Problemen kämpfende Druckmaschinen-Hersteller Koenig & Bauer hat im zweiten Quartal einen Einbruch bei den Bestellungen verbucht. Der Auftragseingang fiel gegenüber dem Vorjahresquartal um knapp 30 Prozent auf 208,7 Millionen Euro, wie der im SDax notierte Rivale von Heidelberger Druck am Mittwoch in Würzburg mitteilte. 

Das war ein stärkerer Dämpfer als von Experten erwartet. Der Umsatz schmolz um knapp 16 Prozent auf 232,1 Millionen Euro. Die Auslieferung von Maschinen sowie Einsätze von Monteuren und Servicetechnikern seien durch den Lockdown in der Pandemie beeinträchtigt gewesen, hieß es.

Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten einen Verlust von 44,2 Millionen Euro nach minus 2,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres. Koenig & Bauer traut sich unter den unsicheren Rahmenbedingungen nach wie vor keine Prognose für das Gesamtjahr zu.

Update, 29. Juli, 8.40 Uhr: Corona-Krise brockt Santander zweistelligen Milliardenverlust ein

Die spanische Großbank Santander ist wegen der Corona-Pandemie tief in die roten Zahlen gerutscht. Wegen milliardenschwerer Abschreibungen auf die Geschäfte in Großbritannien, Polen und den Vereinigten Staaten lag der Verlust in den ersten sechs Monaten bei fast elf Milliarden Euro, wie die im EuroStoxx 50 notierte Bank am Mittwoch in Santander mitteilte. In den ersten sechs Monaten 2019 hatte die Bank noch etwas mehr als drei Milliarden Euro verdient.

Grund für die Abschreibungen sind vor allem niedrigere Erwartungen an die künftigen Erträge infolge der Corona-Krise in den genannten Märkten. Aber auch bereinigt um die Sondereffekte hinterließ das Corona-Virus tiefe Spuren in der Bilanz. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn sank um mehr als die Hälfte auf 1,9 Milliarden Euro. Dies geht vor allem auf eine um 63 Prozent auf sieben Milliarden Euro erhöhte Risikovorsorge zurück.

Update, 29. Juli, 8.30 Uhr: AMS geht mit Rekordumsatz und Gewinn durch die Krise

Der Osram-Mehrheitseigner AMS hat trotz der Coronakrise das umsatzstärkste zweite Quartal seiner Geschichte verbucht und sich in der Gewinnzone gehalten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Erträge um 13 Prozent auf 418 Millionen Euro, wie der österreichische Sensorspezialist am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn sackte allerdings um rund drei Viertel auf 5,4 Millionen Euro ab. Im ersten Quartal hatte AMS allerdings noch rote Zahlen geschrieben.

Gut lief es für AMS vor allem im Consumer-Geschäft, in dem die Österreicher vor allem Teile für Smartphones herstellen. In den Bereichen Automotive und Industrie belastete Corona die Geschäfte dagegen. Für die Zukunft ist AMS optimistisch: Das Unternehmen erwartet ein "sehr gutes 3. Quartal".

Eine Platine mit Sensortechnik von AMS ist während einer Pressekonferenz zu sehen. (Archivbild)
Eine Platine mit Sensortechnik von AMS ist während einer Pressekonferenz zu sehen. (Archivbild)  © dpa/Sven Hoppe

Update, 29. Juli, 8.19 Uhr: Philippinen trotz steigender Zahlen mit neuen Corona-Lockerungen

Die Philippinen haben trotz steigender Corona-Infektionszahlen und eines überforderten Gesundheitssystems weitere Lockerungen angekündigt. Ab dem 1. August dürften unter anderem Fitnesscenter und andere Sporteinrichtungen, Internetcafés, Kosmetikstudios und Autokinos mit bis zu 30 Prozent der Kapazität wieder öffnen, teilte die Regierung am Mittwoch mit.

Gleichzeitig warnte Gesundheitsministerin Maria Rosario Vergeire, dass das Gesundheitssystem des südostasiatschen Archipels mit seinen 106 Millionen Einwohnern überfordert sei. Sie forderte die Bürger auf, dringend die Mindestgesundheitsstandards einzuhalten und, soweit wie möglich, weiter zu Hause zu bleiben.

Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Fälle auf den Philippinen liegt mittlerweile bei etwa 84.000, mehr als 1900 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Die Regierung des umstrittenen Präsidenten Rodrigo Duterte (75) hatten im März zunächst einen totalen Lockdown verhängt. Unter anderem herrschte eine strikte Ausgangssperre: Wer das Haus verlassen wollte, brauchte einen sogenannten Quarantänepass. Die Maßnahme endete erst Anfang Juni: Seither dürfen Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel wieder in reduziertem Umfang arbeiten.

Rodrigo Duterte (75), Präsident der Philippinen. (Archivbild)
Rodrigo Duterte (75), Präsident der Philippinen. (Archivbild)  © dpa/AP/Malacanang Presidential Photographers Division/Robinson Ninal Jr

Update, 29. Juli, 7.26 Uhr: Deutsche Bank bleibt trotz Corona-Krise in der Gewinnzone

Die Deutsche Bank hat sich im zweiten Quartal dank höherer Einnahmen und gesenkter Kosten in der Corona-Krise vor Steuern in der Gewinnzone gehalten. Trotz hoher Belastungen durch drohende Kreditausfälle in der Corona-Krise stand vor Steuern ein Gewinn von 158 Millionen Euro, nachdem der teure Radikalumbau dem Institut ein Jahr zuvor einen Verlust von mehr als 946 Millionen Euro eingebrockt hatte. 

Unter dem Strich blieb für die Aktionäre dennoch ein Verlust von 77 Millionen Euro nach einem Minus von 3,3 Milliarden ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Dabei übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten.

"Wir haben in einem schwierigen Umfeld unsere Erträge gesteigert und unsere Kosten weiter gesenkt und sind auf einem guten Weg, alle unsere Ziele zu erreichen", sagte Vorstandschef Christian Sewing. Für drohende Kreditausfälle musste das Institut im zweiten Quartal allerdings 761 Millionen Euro zurücklegen, fast fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor.

Update, 29. Juli, 7.22 Uhr: Osram leidet unter Corona-Krise und schreibt tiefrote Zahlen

Der angeschlagene Lichtkonzern Osram hat die anhaltende Schwäche der Automärkte und die Folgen der Coronavirus-Pandemie im dritten Geschäftsquartal wie erwartet deutlich zu spüren bekommen. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 140 Millionen Euro, wie der Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Auch im Vorjahreszeitraum hatte der Leuchtenhersteller bereits einen Verlust von 35 Millionen eingefahren.

Der Konzern hatte kürzlich schon vor einem Umsatzeinbruch im dritten Jahresviertel gewarnt. Die Erlöse knickten nach den aktuellen Zahlen auf vergleichbarer Basis um knapp 29 Prozent auf 606 Millionen Euro ein, während das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei minus 27 Millionen Euro lag. Ein Jahr zuvor hatten die Münchener noch ein operatives Plus von 58 Millionen Euro eingefahren.

Im laufenden Schlussquartal rechnet Osram weiterhin mit konjunkturellen Auswirkungen durch die Corona-Krise. Der Vorstand sieht sich ungeachtet dessen aber auf einem guten Weg, die im Juni angepasste Jahresprognose zu erfüllen. 

Update, 29. Juli, 7 Uhr: Nachhilfe-Bundesverband befürchtet große Defizite nach Ferien

Der Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) befürchtet große Lerndefizite bei vielen Schülern nach den Sommerferien. "Der VNN erwartet angesichts der Schwierigkeiten des Homeschoolings und der misslungenen Sommerschulen, dass sich das ganze Ausmaß der Lernlücken im kommenden Schuljahr nach den ersten Klassenarbeiten zeigt", sagte die Sprecherin des Bundesverbandes, Marion Steinbach, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Art und Weise, wie die sogenannten Sommerschulen in einigen Bundesländern organisiert sind, sei ein "Skandal", kritisierte Steinbach. "Das ist besonders vor dem Hintergrund ärgerlich, weil wir den Kultusministern bereits zu Beginn der Pandemie und erneut anlässlich der geplanten Sommerschulen unsere Unterstützung angeboten haben." 

Die Sommerschulen werden in einigen Bundesländern angeboten, um coronabedingte Lerndefizite bei Schülern auszugleichen. Steinbach bemängelte, dabei würden Schüler nicht immer ausreichend individuell gefördert.

Schüler einer neunten Klasse sitzen während einer Unterrichtsstunde in einem Klassenzimmer. (Archivbild)
Schüler einer neunten Klasse sitzen während einer Unterrichtsstunde in einem Klassenzimmer. (Archivbild)  © dpa/Uwe Anspach

Update, 29. Juli, 5.43 Uhr: Trotz Vorsichtsmaßnahmen: Corona-Fälle in China steigen wieder

Trotz strenger Vorsichtsmaßnahmen erlebt China die höchste Zahl neuer täglicher Infektionen seit drei Monaten. Obwohl die Volksrepublik das Virus weitestgehend im Griff hat, meldete die Gesundheitskommission am Mittwoch in Peking rund 100 neue Fälle. 

Größere Ausbrüche gibt es in Ürümqi in der Nordwestregion Xinjiang und in Dalian. Von der nordostchinesischen Hafenstadt haben sich die Infektionen durch Reisende in neun andere Städte ausgebreitet - auch nach Peking, das den ersten Fall seit drei Wochen verzeichnete.

Da China praktisch eine "Null-Fälle-Politik" verfolgt, reagieren die Behörden mit strengen Maßnahmen. In Dalian, wo der Ursprung des Ausbruchs in einer Fischfabrik vermutet wird, wurde schon die Hälfte der sechs Millionen Einwohner getestet. In Ürümqi stehen die Tests der 3,5 Millionen Einwohner vor dem Abschluss. Die Hauptstadt von Xinjiang berichtete am Montag 89 neue Infektionen.

Im Vergleich zu der dramatischen Entwicklung in anderen Ländern sind die Zahlen in China mit rund 500 offiziell berichteten aktuellen Erkrankungen eher gering. Trotzdem wurden Hunderte Flüge und Züge gestrichen. Der öffentliche Nahverkehr in Dalian wurde eingestellt. Reisende aus Risikobezirken der Hafenmetropole müssen in der umliegenden Provinz Liaoning 14 Tage in Quarantäne.

China, Peking: Pendler tragen Gesichtsmasken zum Schutz vor der Coronavirus-Pandemie während sie mit einem U-Bahn-Zug fahren.
China, Peking: Pendler tragen Gesichtsmasken zum Schutz vor der Coronavirus-Pandemie während sie mit einem U-Bahn-Zug fahren.  © dpa/AP/Andy Wong

Update, 29. Juli, 5.18 Uhr: Verzögerungen bei Vergaben öffentlicher Aufträge wegen Corona-Krise

In der Corona-Krise haben sich Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge des Bundes in Milliardenhöhe verzögert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Gerald Ullrich (57) hervor. "Öffentliche Aufträge werden weiterhin ausgeschrieben und vergeben", erklärt das Bundeswirtschaftsministerium darin. "In einigen besonders gelagerten Fällen haben sich durch pandemiebedingte Ursachen die seit Beginn der Corona-Pandemie durchgeführten Vergabeverfahren verzögert." Nach einer Abfrage bei den Bundesressorts sei ein geschätztes Auftragsvolumen von insgesamt rund acht Milliarden Euro betroffen.

Wie lange sich die jeweiligen Auftragsvergaben verzögerten, ging aus der Antwort nicht hervor. Lediglich in Einzelfällen seien Vergabeverfahren zurückgezogen oder aufgehoben worden, hieß es weiter. Der FDP-Politiker Ullrich sprach gegenüber der "Welt" von einem "Investitionsstau" und kritisierte, dieser hätte verhindert werden können, "wenn der Digitalisierungsgrad in der Verwaltung fortgeschrittener wäre". "Die Bundesregierung muss daher, wie auch große Teile der Wirtschaft, einen Digitalisierungsschub durchlaufen."

Update, 29. Juli, 5.15 Uhr: Kabinett beschließt Heils "Aufräumen"-Gesetz für Fleischbranche

Die Häufung von Corona-Fällen in Schlachtbetrieben hatte zu viel Kritik an den Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche geführt. Im Bundeskabinett sollen an diesem Mittwoch nun die geplanten schärferen Regeln für die Fleischwirtschaft, die Arbeitsminister Hubertus Heil (47, SPD) angekündigt hatte, beschlossen werden. Die Branche warnt vor höheren Kosten, von Gewerkschaftsseite kommt dagegen den Wunsch nach noch schärferen Regeln.

Dem Gesetzentwurf zufolge sollen Fleischbetriebe - ausgenommen sind kleine Handwerksbetriebe - ab dem 1. Januar 2021 in ihrem Kerngeschäft Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine Werksvertrags- oder Leiharbeiter mehr beschäftigen dürfen. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Es wird außerdem eine Pflicht zur elektronischen Arbeitszeiterfassung eingeführt, die Höchstbußgelder bei Arbeitszeitverstößen sollen von 15.000 auf 30.000 Euro verdoppelt werden.

Die Behörden sollen zudem künftig öfter Arbeitsschutzkontrollen in Betrieben durchführen, und es werden Mindestanforderungen für Gemeinschaftsunterkünfte festgelegt. Die letzten beiden Maßnahmen beträfen nicht nur die Fleischbranche, hatte Heil gesagt.

Nach dem Kabinettsbeschluss muss das Gesetz noch durch Bundestag und Bundesrat.

Arbeitsminister Hubertus Heil (47, SPD). (Archivbild)
Arbeitsminister Hubertus Heil (47, SPD). (Archivbild)  © dpa/Michael Kappeler

Update, 29. Juli, 5.05 Uhr: Luftfahrt-Präsident: Corona-Tests Basis für Erholung des Flugverkehrs

Der neue Luftfahrt-Präsident Peter Gerber (56) sieht die Testpflicht für Reisende aus Corona-Risikogebieten als erste Grundlage zur Wiederbelebung des weltweiten Flugverkehrs. «"Wir müssen das Reisen wieder stärker ermöglichen, mit einem Instrumentarium, das es uns erlaubt, verantwortlich und flexibel auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens zu reagieren", sagte Gerber den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX.

"Selbst wenn sich die Lage in einem Reiseland plötzlich von 'sicher' zu 'unsicher' ändert, kann man mit einem Test bei der Rückkehr sicherstellen, dass die Menschen ihr Leben ganz normal weiterleben können und nicht in Quarantäne müssen", sagte der Manager, der im Hauptberuf Chef der Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo ist.

Gerber plädiert für Regeln und Instrumentarien wie die neuen Corona-Tests an Flughäfen, um die Einreise in Zeiten der Pandemie für die Kunden sicher und verlässlich zu machen. "Es ist gut, dass diese Testkapazitäten aufgebaut werden, damit bei Negativ-Tests Quarantäne vermieden wird. Und je besser diese Tests werden und je besser die Ergebnisse, desto einfacher wird es für alle Beteiligten."

Wünschenswert wäre aus Sicht Gerbers, wenn die Politik auf diesem Weg einen Schritt weiter ginge. "Im Luftverkehr mit Risikoländern gibt es ja Personenkreise, für die es heute komplette Einreiseverbote gibt. Dabei handelt sich vor allem um Privatreisende, die Freunde und Verwandte in den betroffenen Ländern besuchen wollen. Hier wären Tests ein geeigneter Weg, um auch für diese Personen das Einreiseverbot aufzuheben." Klare weltweite Regeln seien auch wichtig für die Zukunft - "für den Fall, dass es noch einmal so ein Ereignis wie die Pandemie gibt".

Reiserückkehrer gehen zum Corona-Testzentrum im Flughafen Düsseldorf. (Archivbild)
Reiserückkehrer gehen zum Corona-Testzentrum im Flughafen Düsseldorf. (Archivbild)  © dpa/Henning Kaiser

Update, 29. Juli, 5 Uhr: US-Notenbank Fed legt weiteren Kurs in der Corona-Krise fest

Die US-Notenbank Federal Reserve wird am Mittwoch ihren weiteren Kurs im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise vorstellen. Analysten rechneten dabei nicht mit größeren Entscheidungen, erwarteten aber mit Spannung Zentralbankchef Jerome Powells Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. 

Powell dürfte sich bei seiner Pressekonferenz (ab 20.30 Uhr MESZ) auch zur anhaltend hohen Arbeitslosigkeit in den USA und den Bemühungen im Kongress zum Abschluss eines weiteren Konjunkturpakets äußern.

Der Geldmarktausschuss der Notenbank dürfte den Leitzins am Ende seiner zweitägigen Beratungen unverändert bei fast Null belassen. Die Fed hatte zudem bereits am Dienstag angekündigt, dass die Ende September auslaufenden Krisenprogramme zum massiven Ankauf von Anleihen bis Jahresende verlängert würden.

Wegen der Pandemie hat die Fed seit Februar bereits ihren Leitzins gesenkt, Anleihenkäufe vervielfacht und weitreichende Kreditprogramme aufgelegt, um die Finanzmärkte und die Realwirtschaft zu stabilisieren. Experten zufolge sind die Krisenmaßnahmen der Fed bereits umfassender als jene nach der globalen Finanzkrise 2008/2009.

Powell hatte Ende Juni im Kongress betont, dass eine komplette wirtschaftliche Erholung trotz der anhaltenden Pandemie unwahrscheinlich sei. "Der Weg nach vorne ist außergewöhnlich unsicher und wird zu einem großen Teil von unserem Erfolg bei der Eindämmung des Virus abhängen", sagte Powell

Update, 29. Juli, 4.58 Uhr: Boeing-Bilanz: Wie stark belasten Corona-Krise und 737-Max-Debakel?

Der Airbus-Erzrivale Boeing will am Mittwoch (13.30 Uhr MESZ) seinen Geschäftsbericht für das zweite Quartal vorlegen - es drohen rote Zahlen. Die Corona-Pandemie und das Debakel um den nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max dürften dem US-Luftfahrtriesen die Bilanz gründlich verhageln.

Die meisten Analysten rechnen für die drei Monate bis Ende Juni mit einem Umsatzeinbruch und Verlust. Allerdings dürfte das Minus geringer ausfallen als vor einem Jahr, damals hatten enorme Sonderkosten wegen des Problemfliegers 737 Max für das schlechteste Ergebnis in Boeings über hundertjähriger Konzerngeschichte gesorgt.

Während beim Unglücksflieger 737 Max zuletzt immerhin die Hoffnung auf eine baldige Wiederzulassung stieg, dürfte die Covid-Krise den Luftverkehr und damit auch Boeing noch länger stark belasten. Im ersten Halbjahr stornierten Airlines bereits zahlreiche Aufträge. Angesichts der erneuten Corona-Eskalation in einigen US-Bundesstaaten und anderen Teilen der Welt ist keine rasche Erholung in Sicht.

Zusätzlich zur allgemeinen pandemiebedingten Luftfahrtkrise leidet Boeing darunter, dass für das wichtigste Modell 737 Max wegen zweier Abstürze mit insgesamt 346 Toten seit über einem Jahr Startverbote gelten. Dadurch kann die Baureihe - Boeings bestverkauftes Modell, für das es trotz der jüngsten Stornowelle sehr viele Vorbestellungen gibt - nicht ausgeliefert werden, was zu Umsatzeinbußen führt.

Update, 29. Juli, 4.50 Uhr: DFB-Vize Koch: "Vielleicht bringt Corona uns wieder zur Vernunft"

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erhofft sich angesichts der finanziellen Folgen der Corona-Krise einen Sinneswandel im Amateurbereich. "Vereine, die signifikante Spieler- und Trainergehälter zahlen, haben jetzt auch entsprechend größere Nöte", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch (61) der Deutschen Presse-Agentur. 

"Profifußballer in der Oberliga sind keine gute Idee. Der Amateurfußball ist in den letzten Jahren viel zu teuer und in einigen Fällen fast nicht mehr finanzierbar geworden. Vielleicht bringt das Corona-Virus uns alle wieder zur Vernunft. Hoffentlich ohne Insolvenzen. Zu wünschen wäre es."

Nach und nach fährt der Amateurbereich den Betrieb derzeit in vielen Bundesländern wieder hoch. "Der Amateurfußball hat in dieser Krise seine Kraft entfaltet, das stimmt mich zuversichtlich", sagte Koch: "Aber wir alle müssen auch etwas dafür tun, dass er so stark bleibt und diese Krise, die sich keiner ausgesucht hat, durchsteht."

DFB-Vizepräsident Rainer Koch (61). (Archivbild)
DFB-Vizepräsident Rainer Koch (61). (Archivbild)  © dpa/Andreas Gora

Update, 29. Juli, 4.45 Uhr: Arbeitsagentur wegen Corona in Geldnöten

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet nach dem für 2020 prognostizierten Defizit von rund 30 Milliarden Euro auch im nächsten Jahr mit keinem ausgeglichenen Haushalt. "Die Beitragseinnahmen werden bei dem Beitragssatz, den wir jetzt haben, bei der erwarteten Arbeitslosenzahl und bei den hohen Ausgaben beim Kurzarbeitergeld nicht reichen, um den Haushalt zur Deckung zu bringen", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Die derzeit noch vorhandene Rücklage von fast 26 Milliarden Euro wird bereits zur teilweisen Deckung des Haushalts 2020 benötigt. "Dann wird man für die Lücke einen Bundeszuschuss oder ein Darlehen brauchen", sagte Scheele. "Wir wünschen uns einen Zuschuss." Das Defizit sei auch durch politische Entscheidungen, etwa die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes oder die Übernahme von Sozialversicherungsbeiträgen größer geworden. "Da kann man legitimerweise sagen: Das muss durch Steuergeld ausgeglichen werden."

Update, 29. Juli, 4.44 Uhr: 684 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 684 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 206.926 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 29. Juli, 0 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9128 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen somit sechs neue Todesfälle hinzu. Bis Mittwochmorgen hatten 191.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 28. Juli, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,28). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 28. Juli, 0 Uhr, bei 1,12 (Vortag: 1,10). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Bundeswehr-Soldaten in Schutzanzügen und mit Mund-Nasenschutzmasken begeben sich zu den Wohnhäusern, um weitere Personen auf das Coronavirus zu testen. (Archivbild)
Bundeswehr-Soldaten in Schutzanzügen und mit Mund-Nasenschutzmasken begeben sich zu den Wohnhäusern, um weitere Personen auf das Coronavirus zu testen. (Archivbild)  © dpa/David Inderlied

Update, 29. Juli, 4.30 Uhr: Studie: Fast jeder Zweite bestellt seit Corona häufiger online

In der Corona-Krise setzen immer mehr Konsumenten in Deutschland nach einer Umfrage auf Online-Shopping. Fast jeder zweite Verbraucher (48 Prozent) gab an, häufiger online zu bestellen als zuvor, wie aus einer Befragung des Marktforschungsinstituts "Heute und Morgen" im Auftrag des Paket-Dienstleisters Hermes hervorgeht. 

Jeder Zehnte hat der Auswertung zufolge Online-Shopping während dieser Zeit zum ersten Mal genutzt. 39 Prozent der Befragten gaben zudem an, insgesamt seit Beginn der Pandemie häufiger Pakete zu empfangen.

Update, 29. Juli, 4 Uhr: Altmaier: Anstieg der Corona-Neuinfektionen Warnzeichen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62) hat den Anstieg der Corona-Neuinfektionen als ein "wichtiges Warnzeichen" bezeichnet. Dies gefährde die wirtschaftliche Erholung, machte der CDU-Politiker deutlich. 

Altmaier sagte in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur: "Wir waren wirtschaftlich in den letzten Wochen besser als viele erwartet haben. Der Aufschwung deutet sich bereits an und wird in der zweiten Jahreshälfte an Tempo gewinnen. Aber alles steht unter dem Vorbehalt der Gesundheit der Menschen. Und deshalb müssen uns die Fallzahlen beunruhigen."

Der Minister sagte weiter: "Ich bin fest davon überzeugt, dass es möglich ist, durch ein entschlossenes Vorgehen der Bundesländer, der Gesundheitsbehörden, der Ärzte, der Krankenhäuser dafür zu sorgen, dass wir diesen Anstieg eindämmen können, ohne dass es zu einem erneuten flächendeckenden Shutdown kommen muss. Das ist unsere Verantwortung für Arbeitsplätze und für Wirtschaft und für Gesundheit, die wir zusammenbringen müssen. Und das bedeutet, dass wir auch in der Sommerpause jetzt gemeinsam dafür arbeiten müssen, dass aus der beunruhigenden Entwicklung einzelner Fallzahlen kein besorgniserregender Trend wird."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62).
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62).  © dpa/Michael Kappeler

Update, 29. Juli, 3.45 Uhr: Tourismusbeauftragter: Reisen darf nicht zur Gefahr werden

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (45), hat an Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten appelliert, sich auch wirklich auf das Coronavirus testen zu lassen. Der Wirtschaftsstaatssekretär sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Dies dient dem eigenen Schutz, aber auch der allgemeinen Sicherheit. Auch Reisende aus Risikogebieten mit Bahn und Pkw sollten sich testen lassen. Reisen darf nicht zur Gefahr werden." Jeder Einzelne trage eine besondere Verantwortung für seine Mitmenschen.

"Zukünftig wird sicheres und gesundes Reisen einen ganz neuen Stellenwert haben", sagte Bareiß. "Ein obligatorischer Schnelltest zum Beispiel am Flughafen kann dazu schon viel beitragen."

Flughäfen und Gesundheitsbehörden rüsten sich für zusätzliche Corona-Tests für heimkehrende Urlauber. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hatte angekündigt, eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anzuordnen, die voraussichtlich in der kommenden Woche in Kraft treten soll - über zuvor beschlossene freiwillige Testmöglichkeiten hinaus.

Update, 29. Juli, 3.37 Uhr: Demo für Wiederzulassung der Prostitution auf St. Pauli

Unter dem Motto "Herr Tschentscher, wir müssen reden" haben Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber am Dienstagabend auf St. Pauli erneut für eine Wiederzulassung der Prostitution demonstriert. "Lieber legal und kontrolliert - als illegal und unkontrolliert", forderten sie und appellierten an Bürgermeister Peter Tschentscher (54, SPD), das Prostitutionsgewerbe "im Sinne der Pandemie-Bekämpfung" wie bereits andere körpernahe Dienstleistungen aus dem Corona-Lockdown zu entlassen.

Zu der Kundgebung hatte die Gruppe "Sexy Aufstand Reeperbahn" aufgerufen. Rund 80 Prostituierte zogen mit Plakaten von der Herbertstraße bis vor die Davidwache. Nebelmaschinen und Scheinwerfer setzten die Prozession effektvoll in Szene. Nach Polizeiangaben säumten etwa 300 Schaulustige und Unterstützer den kurzen Demonstrationsweg.

Sexarbeiterinnen demonstrieren in der Herbertstraße auf dem Hamburger Kiez gegen ein Arbeitsverbot im Rotlichtsektor, welches wegen des Coronavirus verhängt wurde.
Sexarbeiterinnen demonstrieren in der Herbertstraße auf dem Hamburger Kiez gegen ein Arbeitsverbot im Rotlichtsektor, welches wegen des Coronavirus verhängt wurde.  © dpa/Daniel Reinhardt

Update, 29. Juli, 2.53 Uhr: Menge an Corona-Tests stellt USA auf die Probe

Hunderttausende Corona-Tests pro Tag stellen die Vereinigten Staaten auf die Probe - längere Wartezeiten könnten das Aufspüren von Erkrankten in der Bevölkerung dabei erschweren. Zuletzt hatten sich die Berichte und Beschwerden in Sozialen Netzwerken gehäuft, dass Testergebnisse in einigen Teilen des Landes teilweise erst nach einer Woche oder später zu Verfügung stünden.

Je länger ein potenziell Erkrankter aber warten muss, desto schwerer sind möglicherweise ebenfalls infizierte Kontaktpersonen aufzuspüren. Auch ein negatives Ergebnis hat nach einer Zeit nur noch begrenzte Aussagekraft, denn die betreffende Person könnte sich auch in der Zwischenzeit angesteckt haben.

"Die anhaltend hohe Nachfrage hat unsere Testkapazität belastet und die Verzögerungen bei den Ergebnissen verursacht", teilte eines der führenden Unternehmen für Tests, Quest Diagnostics, mit. Dabei seien die Möglichkeiten, die Kapazitäten weiter zu steigern, vor allem wegen mangelnden Nachschubs unter anderem an notwendigen Chemikalien begrenzt: "Wir schätzen die Bemühungen unserer Lieferanten, die daran arbeiten, diese Waren so schnell wie möglich an uns und andere Laboranbieter zu liefern, während die weltweite Nachfrage steigt."

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore haben die Vereinigten Staaten ihre Anzahl an durchgeführten Test stetig erhöht und liegt momentan bei mehr als 800.000 pro Tag. Eine möglichst hohe Zahl an Tests wird bei schnellen Umschlagzeiten als Voraussetzung dafür gesehen, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu halten. Das von Experten für die USA ausgegebene Ziel liegt bei mehreren Millionen durchgeführten Tests pro Tag. Im Süden und Westen des Landes mit etwa 330 Millionen Einwohnern gibt es momentan besonders viele Corona-Fälle.

Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle. (Archivbild)
Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle. (Archivbild)  © dpa/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Update, 29. Juli, 1.06 Uhr: FDP fordert hohe Hürden für Polizei-Zugriff auf Corona-Gästelisten

Der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle (31) hat hohe Hürden für den Zugriff von Ermittlern auf die von Restaurants wegen der Corona-Pandemie angelegten Gästelisten gefordert. "Die Nutzung von Corona-Gästelisten durch die Polizei hat das Potenzial, das Vertrauen der Bevölkerung in die Corona-Maßnahmen zu erschüttern", sagte Kuhle den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

"Wer seine Daten in dem Glauben preisgibt, dies sei zur Offenlegung von Infektionsketten gedacht, darf sich nicht plötzlich in einer polizeilichen Ermittlung wiederfinden."

Die Hürden zur Verwendung entsprechender Daten sollten daher hoch sein, Missbrauch ausschließen und das Vertrauen der Menschen in den Schutz ihrer persönlichen Daten sicherstellen, forderte Kuhle.

Der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle (31).
Der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle (31).  © dpa/Fabian Sommer

Update, 29. Juli, 1 Uhr: Studie: Jugendliche nutzen während Lockdown länger digitale Spiele

Kinder und Jugendliche haben während des Corona-Lockdowns einer Studie zufolge 75 Prozent mehr Zeit mit digitalen Spielen verbracht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung zur Mediennutzung der Krankenkasse DAK-Gesundheit zusammen mit Forschern des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die an diesem Mittwoch in Berlin vorgestellt werden soll.

Demnach stieg bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren, die mindestens einmal pro Woche spielen, die Nutzungsdauer von digitalen Spielen auf Tablets, Smartphones, Spielkonsolen oder am PC deutlich an: Während im September vergangenen Jahres die durchschnittliche Spieldauer werktags noch bei 79 Minuten lag, kletterte sie im April - also rund vier Wochen nach Beginn des Corona-Lockdowns - auf 139 Minuten.

"Unsere Studie zeigt, dass wir dringend ein verlässliches und umfassendes Frühwarnsystem gegen Mediensucht brauchen", sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm der Deutschen Presse-Agentur. Es dürfe nicht länger Zufall sein, Betroffene zu erkennen und ihnen Hilfsangebote zu machen. Neben Kindern wurden in der repräsentativen Untersuchung auch Erziehungsberechtigte in den rund 1200 Familien befragt.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (45, CSU), sprach angesichts der Zahlen von einem "heftigen Anstieg", der so nicht weitergehen dürfe. "Was wir brauchen, ist eine bessere Medienkompetenz, gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen überall in Deutschland. Sie müssen wissen, wie viel noch 'OK' ist und ab wann es #zu viel' wird", sagte Ludwig den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Update, 29. Juli, 0.01 Uhr: "Bild": Grütters will Kinos mit neuen Abstandsregeln retten

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (58, CDU) spricht sich einem "Bild"-Bericht zufolge dafür aus, die Corona-Beschränkungen für Kinos zu lockern, um eine Pleitewelle in der Branche zu verhindern. "Die Corona-Abstandsregel von 1,50 Meter ist ein Problem, weil die Säle zu großen Teilen leer bleiben müssen", zitierte "Bild" die CDU-Politikerin.

Grütters empfiehlt demnach andere Abstandsregeln für Kinos. "So könnte - wie das bereits andernorts praktiziert wird - zum Beispiel jede Reihe versetzt gefüllt werden. Andernfalls sind nur ein Drittel oder sogar nur ein Viertel der sonst üblichen Zuschauerzahlen möglich." Man müsse die Entwicklung beobachten, mit der Wissenschaft im Kontakt bleiben und immer wieder nachfragen, ob es zu einer Anpassung kommen könne.

Obwohl die Kinos nach monatelangen Schließungen bundesweit wieder geöffnet haben, ist die Krise für sie längst nicht vorbei. "Wenn unsere Auslastungsmöglichkeiten durch die Abstandsregelungen auf dem Niveau bleiben und die publikumsstarken Filme dadurch weiter fehlen, werden wir einen erheblichen Anteil der Kinos verlieren", hatte Berg gesagt.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (58, CDU). (Archivbild)
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (58, CDU). (Archivbild)  © dpa/Jörg Carstensen

Update, 29. Juli, 0 Uhr: Von der Leyen: Europa lernt aus Fehlern der Vergangenheit

Nach Ansicht von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (61) zeigt die jüngste Einigung des EU-Gipfels auf ein gemeinsames Haushalts- und Finanzpaket, dass Europa aus den Fehlern der Vergangenheit lernt. "Früher kamen nur die Stärkeren gut durch Krisen, während schwächere Länder meist einen hohen Preis zahlen mussten", schreibt die CDU-Politikerin in einem Gastbeitrag im "Handelsblatt". 

Heute wüsste man hingegen, "dass wir alle nur dann wieder auf die Beine kommen, wenn wir uns gegenseitig aufhelfen. Deshalb fließen die Mittel hauptsächlich als Zuschüsse an die Mitgliedstaaten."

Von der Leyen schreibt nun: "Einige werden fragen, warum ausgerechnet Deutschland zusammen mit anderen, teilweise Hunderte Kilometer entfernten Ländern, Geld aufnehmen und zurückzahlen sollte." Die Antwort sei jedoch einfach. "Europas Wohlstand basiert auf seiner Einheit und Gemeinschaft und vor allem einem florierenden Binnenmarkt." Jeder Euro, der in einem Land investiert werde, werde in das Gemeinwohl investiert.

Sie empfinde es nicht als Schwäche, dass der EU-Gipfel mehr als vier Tage gedauert habe. "Ich sehe das Ergebnis als kraftvolles Signal für die einzigartige Stärke Europas", schreibt von der Leyen. "Nirgendwo sonst auf der Welt würden 27 Länder auch nur darüber reden, mitten in einer Krise gemeinsam in Aufbau und Zukunft zu investieren."

Ursula von der Leyen (61) und Charles Michel (44), Präsident des Europäischen Rates, stoßen sich an den Ellbogen, nachdem sie zum Abschluss des EU-Gipfels jeweils eine Rede gehalten haben. (Archivbild)
Ursula von der Leyen (61) und Charles Michel (44), Präsident des Europäischen Rates, stoßen sich an den Ellbogen, nachdem sie zum Abschluss des EU-Gipfels jeweils eine Rede gehalten haben. (Archivbild)  © dpa/AP/EPA Pool/Stephanie Lecocq

Update, 28. Juli, 23.06 Uhr: Visa erleidet Gewinneinbruch in Corona-Krise

Der Kreditkarten-Gigant Visa hat im jüngsten Geschäftsquartal deutliche Abstriche aufgrund der Corona-Pandemie machen müssen. Der Nettogewinn brach in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro) ein, wie Visa am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz ging um 17 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar zurück.

Bei Anlegern kamen die Quartalszahlen nicht gut an, die Aktie verbuchte nachbörslich zunächst Kursverluste. Der Gewinn übertraf zwar die Markterwartungen, aber beim Umsatz lag Visa etwas drunter.

Update, 28. Juli, 23.05 Uhr: Corona-Krise brockt Starbucks hohen Quartalsverlust ein

Die weltgrößte Café-Kette Starbucks ist wegen hoher Belastungen durch die Corona-Pandemie in die roten Zahlen geraten. In den drei Monaten bis Ende Juni sorgten Filialschließungen und Verkaufseinbußen für einen Nettoverlust von 678 Millionen Dollar (578 Mio Euro), wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse sanken um 38 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar, der flächenbereinigte Umsatz ging weltweit um 40 Prozent zurück.

Trotz der starken Abstriche schlug sich Starbucks noch erheblich besser als von Analysten erwartet. Zudem betonte Vorstandschef Kevin Johnson, dass sich das Geschäft kontinuierlich erhole und die meisten Filialen rund um den Globus inzwischen wieder geöffnet seien. 

Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit deutlichen Kursgewinnen. Das Unternehmen hatte Investoren bereits im Juni vor milliardenschweren Sonderbelastungen in der Corona-Krise gewarnt.

Die Stühle in einer Filiale von Starbucks sind gestapelt, lediglich der Straßenverkauf geht weiter. Die weltgrößte Café-Kette Starbucks ist wegen hoher Belastungen durch die Corona-Pandemie in die roten Zahlen geraten.
Die Stühle in einer Filiale von Starbucks sind gestapelt, lediglich der Straßenverkauf geht weiter. Die weltgrößte Café-Kette Starbucks ist wegen hoher Belastungen durch die Corona-Pandemie in die roten Zahlen geraten.  © dpa/dpa-pool/Michael Kappeler

Update, 28. Juli, 22.56 Uhr: Online-Shopping-Boom beschert Ebay starke Zuwächse in Corona-Krise

Bei der Online-Handelsplattform Ebay brummt während der Corona-Pandemie das Geschäft. Im zweiten Quartal legte der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 18 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar (2,5 Mrd Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen der Plattform kletterte um 26 Prozent auf 27,1 Milliarden Dollar.

Acht Millionen neue Kunden seien in den drei Monaten bis Ende Juni hinzugekommen, verkündete Ebay-Chef Jamie Iannone. Unterm Strich verdiente das Unternehmen 740 Millionen Dollar (632 Mio Euro), das waren 85 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit Kursgewinnen, drehte dann jedoch ins Minus, obwohl die Zahlen deutlich über den Prognosen lagen.

Update, 28. Juli, 22.07 Uhr: 65 Bootsmigranten in Malta positiv auf Coronavirus getestet

65 aus Seenot gerettete Migranten sind in Malta positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab das Gesundheitsministerium des Landes am Dienstag bekannt. Die Menschen gehören zu einer größeren Gruppe, die am Montag im Mittelmeer aufgenommen und nach Malta gebracht worden war.

Insgesamt waren 94 Bootsflüchtlinge von den maltesischen Militärs an Land gebracht worden, nachdem ihr Boot leck geschlagen war. Der kleinere Teil der Gruppe habe negative Testergebnisse gehabt, einige Auswertungen standen am Dienstag noch aus.

Alle Bootsmigranten in dem kleinen EU-Land werden automatisch unter Quarantäne gestellt und auf das Coronavirus getestet. Die positiven Fälle wurden in der Aufnahmeeinrichtung isoliert. Sie würden beobachtet, hieß es aus dem Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Valletta. Die Migrantengruppe wies eine ungewöhnlich hohe Zahl von positiven Tests auf. 

In dem kleinen Mittelmeerland mit rund 500.000 Einwohnern verzeichneten die Behörden zuvor nur sehr wenige Fälle. Auch in Italien waren zuletzt Migranten aus Nordafrika angekommen, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

Migranten kommen an Bord von zwei Militärschiffen an.
Migranten kommen an Bord von zwei Militärschiffen an.  © Fabio Peonia/LaPresse/ AP/dpa

Update, 28. Juli, 21.49 Uhr: Britischer Minister: Fußball teilweise mit Zuschauern ab 1. Oktober

Die britische Regierung arbeitet an einem Rückkehrprogramm von eingeschränkten Zuschauerzahlen bei Sportveranstaltungen und damit auch in die Fußball-Stadien vom 1. Oktober an. 

Das erklärte der für den Sport zuständige Minister Nigel Huddleston dem Sender Sky Sports am Dienstag. Dazu sind verschiedene Pilotprojekte vorgesehen und in Planung, um später auch die Umsetzung gewährleisten zu können. Es gehe darum, "Babyschritte" zu machen. Aber er sei zuversichtlich, sagte Huddleston.

Die Planungen zum 1. Oktober hin bedeuten allerdings auch, dass die Premier League mit Titelverteidiger FC Liverpool von Trainer Jürgen Klopp zunächst ohne Zuschauer starten wird. Der Auftakt in der Meisterschaft ist für den 12. September geplant.

Die britische Regierung arbeitet an einem Rückkehrprogramm von eingeschränkten Zuschauerzahlen bei Sportveranstaltungen und damit auch in die Fußball-Stadien vom 1. Oktober an.
Die britische Regierung arbeitet an einem Rückkehrprogramm von eingeschränkten Zuschauerzahlen bei Sportveranstaltungen und damit auch in die Fußball-Stadien vom 1. Oktober an.  © Screenshot/Twitter/Nigel Huddleston MP

Update, 28. Juli, 21.33 Uhr: Laut AP: Weitere vier Spieler der Marlins positiv auf Corona getestet

Bei den Miami Marlins aus der Major League Baseball sind vier weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur AP am Dienstag. 

Damit sind bereits 15 Spieler mit dem Virus infiziert. Eine offizielle Bestätigung des Clubs steht noch aus. Am Dienstag hatte es allerdings eine weitere Testreihe im Team gegeben.

Die Spiele der Marlins gegen die Baltimore Orioles am Montag und Dienstag waren bereits abgesagt worden, genauso wie die beiden Partien der Philadelphia Phillies und den New York Yankees. Die ersten vier Fälle im Team von Miami sollen bereits am Samstag bekannt gewesen sein. Dennoch waren die Marlins bei den Philadelphia Phillies noch, sie gewannen das Spiel mit 11:6.

Der Coronavirus-Ausbruch könne laut US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci die Saison "in Gefahr bringen". Es sei sehr bedauerlich, was mit dem Team passiert sei, sagte Fauci in der Sendung "Good Morning America" beim TV-Sender ABC. "Ich glaube nicht, dass sie aufhören müssen zu spielen, aber wir müssen schauen, was von Tag zu Tag mit anderen Teams passiert", ergänzte Fauci, der der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses angehört.

Update, 28. Juli, 21.17 Uhr: Corona-Tests bei Bürgern im niederbayerischen Mamming bislang negativ

Nach der Corona-Masseninfektion von 176 Erntehelfern auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming haben am Dienstag von 308 getesteten Bürgern der Gemeinde negative Ergebnisse vorgelegen. Das teilte das Landratsamt Dingolfing-Landau am Abend mit. 

318 Bürger der betroffenen Gemeinde hatten sich am Montag freiwillig auf eine Infektion testen lassen. Zehn Ergebnisse stünden noch aus, sagte ein Sprecherin. In dem 3300-Einwohner-Ort war am Montag für die Bürger eine Teststation errichtet worden. Der Gemüsehof steht unter Quarantäne und ist abgeriegelt.

Am Dienstag hätten sich weitere 543 Mamminger freiwillig testen lassen, sagte die Sprecherin. Zu einer zweiten, in Dingolfing errichteten Teststation für sämtliche Landkreis-Bürger kamen den Angaben nach bislang 227 Menschen. Eine dritte Teststation soll in Landau eröffnet werden. Mindestens bis Freitag soll es die Möglichkeit geben, sich testen zu lassen. Voraussichtlich werde das über das Wochenende verlängert.

"Zwei positive Testergebnisse, die dem Mamminger Betrieb zuzuordnen sind, wurden zwischenzeitlich nachgemeldet", teilte das Landratsamt am Dienstagabend mit. Infolge des Ausbruchs verlangen mehrere Bundesländer nun einen negativen Corona-Test von anreisenden Urlaubern aus dem Landkreis Dingolfing-Landau.

Gesundheitspersonal sammelt Proben in einer behelfsmäßigen COVID-19-Teststation.
Gesundheitspersonal sammelt Proben in einer behelfsmäßigen COVID-19-Teststation.  © Matthias Schrader/AP/dpa

Update, 28. Juli, 20.11 Uhr: Israels Corona-Beauftrager: Armee mehr in Anti-Virus-Kampf einbinden

Israels neuer Corona-Beauftragter Ronni Gamzu will die Armee deutlich stärker in den Kampf gegen das Virus einbinden. "Die Armee hat die Technologie, sie hat die Fähigkeiten", sagte Gamzu am Dienstag bei der Vorstellung eines Aktionsplans vor Journalisten. 

Das Ziel sei es, die Ansteckungsrate unter den kritischen Wert von eins zu senken. Deshalb müssten noch mehr Corona-Tests gemacht und die Zeit vom Test über die epidemiologische Untersuchung bis zur Quarantäne deutlich verkürzt werden.

Gamzu sprach von einem "neuen Vertrag" mit den Bürgern Israels. Er werde alles tun, um überflüssige Corona-Einschränkungen zu vermeiden, betonte er. Im Gegenzug verlange er von den Bürgern, im Kampf gegen das Coronavirus mehr mitzuhelfen. Das Motto laute: "Minimum Einschränkungen, Maximum Diszpilin." Die Menschen müssten mehr Masken tragen, die Hygieneregeln einhalten und Abstand halten, mahnte Gamzu.

"Wir müssen verstehen, dass in den Krankenhäusern Not herrscht, die Krankheit breitet sich weiter aus", sagte Gamzu. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind bereits vier große Krankenhäuser in Israel zu mehr als 100 Prozent belegt. Eine Überlastung der Kliniken sei eine "rote Linie", sagte Gamzu.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel schnellt seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Die Wirtschaft des Landes leidet erheblich unter den Folgen der Krise. «Sehr viele Bürger sind in Not, haben ihre Arbeit verloren, Unternehmen gehen Bankrott», sagte Gamzu. "Aber wir können die Krankheit besiegen, mit einer gemeinsamen Anstrengung."

Ronni Gamzu, Leiter des Tel Aviver Ichilov-Krankenhauses, wird Corona-Beauftragte in Israel.
Ronni Gamzu, Leiter des Tel Aviver Ichilov-Krankenhauses, wird Corona-Beauftragte in Israel.  © Miri Gatenio/Ichilov-Krankenhaus/Ichilov-Krankenhaus/dpa

Update, 28. Juli, 19.30 Uhr: Quarantäne für Landesaufnahmeeinrichtung in Magdeburg - 257 Menschen betroffen

Nach einer festgestellten Corona-Infektion gilt für eine Landesaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Magdeburg seit Dienstag eine zweiwöchige Quarantäne. Betroffen seien 257 Bewohnerinnen und Bewohner, wie das Landesverwaltungsamt in Halle mitteilte.

Bei dem Mann eines neu angekommenen Ehepaares sei das Virus festgestellt worden. Beide seien gemäß der Vorsorgeregelungen bei ihrer Ankunft in Magdeburg getestet und separat untergebracht worden. Als das Testergebnis vorgelegen habe, sei der Asylsuchende mit seiner Ehefrau nach Quedlinburg gebracht worden.

Beide seien dort in der für Quarantänefälle vorgesehenen Außenstelle der Zentralen Aufnahmestelle untergebracht, für die ebenfalls eine Quarantäneanordnung gelte.

Update, 28. Juli, 19.19 Uhr: Luxemburg und Saarland wollen wegen Corona enger kooperieren

Bei einem Gespräch über die aktuelle Corona-Lage haben sich die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) und ihre luxemburgische Amtskollegin Paulette Lenert über eine engere Zusammenarbeit in der Grenzregion verständigt. Die Bestrebungen gingen in Richtung gemeinsamer Pandemiepläne sowie des Austauschs von Personal oder Ausrüstung, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung am Dienstag. Weitere Gespräche seien über den Sommer geplant, erste Ergebnisse sollen Ende des Jahres vorgestellt werden.

Das Saarland lebe von der geografischen Lage als Grenzregion, sagte Bachmann: "Die saarländische Landesregierung setzt sich gerade jetzt nochmal besonders für die deutsch-luxemburgische wie auch die deutsch-französische Freundschaft ein." Gesundheitsministerin Paulette Lenert erklärte, dass Luxemburg seine Covid-Tests systematisch auf die über 200.000 Grenzgänger ausdehne, die täglich aus den benachbarten Regionen einreisten.

Vor zwei Wochen war Luxemburg vom Robert Koch-Institut zum Corona-Risikogebiet erklärt worden, nachdem es die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Das Saarland hatte jüngst seine Quarantäneregelungen für Luxemburg-Reisende angepasst. Demnach wird unter anderem von nicht notwendigen Reisen ins Großherzogtum abgeraten. Berufspendler sind laut Saar-Verordnung von der zweiwöchigen Quarantänepflicht ausgenommen.

Luxemburg, Bascharage: Medizinische Mitarbeiter kümmern sich um Personen, die mit dem Fahrzeug zu einer der Stationen gekommen sind, um sich auf den Coronavirus testen zu lassen. (Archivbild)
Luxemburg, Bascharage: Medizinische Mitarbeiter kümmern sich um Personen, die mit dem Fahrzeug zu einer der Stationen gekommen sind, um sich auf den Coronavirus testen zu lassen. (Archivbild)  © Harald Tittel/dpa

Update, 28. Juli, 19.13 Uhr: 633 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 633 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Datenstand 28.7., 0.00 Uhr).

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 28.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,28). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 28.7., 0.00 Uhr, bei 1,12 (Vortag: 1,10). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 28. Juli, 18.51 Uhr: Technik-Messe CES findet 2021 doch nur online statt

Die Technik-Messe CES in Las Vegas wird im kommenden Jahr entgegen einer ersten Ankündigung der Veranstalter doch nur als Online-Event stattfinden. Angesichts der Corona-Gefahr sei es schlicht unmöglich, zehntausende Menschen sicher an einem Ort zu versammeln, betonte der Chef des US-Branchenverbandes CTA, Gary Shapiro, am Dienstag.

Noch Anfang Juni hatte die CTA erklärt, die Messe solle wie geplant an dem Veranstaltungstermin vor Ort vom 6. bis 9. Januar 2021 in Las Vegas abgehalten werden.

Zu der Fachveranstaltung kamen zuletzt jeweils mehr als 170.000 Teilnehmer aus aller Welt. Eine Messe in der üblichen Dimension war mit den Coronavirus-Vorsichtsmaßnahmen kaum vorstellbar. Im Juni hatten die Veranstalter noch angekündigt, die Teilnehmer sollen Masken tragen und die Durchgänge zwischen Ständen in den Messehallen sollen breiter als sonst sein. In diesem Jahr fand die CES wenige Wochen vor Ausbruch der Corona-Krise statt.

Las Vegas: Messe-Besucher betrachten das Display eines 145 Zoll großen UHD Monitors von LG bei der CES 2020. Die Technik-Messe CES in Las Vegas wird im kommenden Jahr entgegen einer ersten Ankündigung der Veranstalter doch nur als Online-Event stattfinden
Las Vegas: Messe-Besucher betrachten das Display eines 145 Zoll großen UHD Monitors von LG bei der CES 2020. Die Technik-Messe CES in Las Vegas wird im kommenden Jahr entgegen einer ersten Ankündigung der Veranstalter doch nur als Online-Event stattfinden  © John Locher/AP/dpa

Update, 28. Juli, 18.29 Uhr: Italien will Notstand bis Oktober ausweiten

Italiens Regierung will den coronabedingten Notstand bis Oktober verlängern. Er gilt in dem Mittelmeerland seit rund sechs Monaten, das aktuell gültige Dekret läuft Ende Juli aus. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Dienstag im Senat, der kleineren von zwei Parlamentskammern, dass eine Verlängerung "unvermeidlich" sei.

Politiker der rechten Opposition und einige Rechtsexperten sind gegen eine solche Verlängerung. Sie sehen Grundrechte in Gefahr und werfen der Regierung vor, dass sie mit Dekreten am Parlament vorbei regieren wolle. Aufgrund der Kritik wollte Conte in beiden Kammern für die Maßnahme werben. Bis wann im Oktober der Notstand gelten könnte, war zunächst nicht sicher.

Der Notstand wird in Italien eigentlich nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen. Die Maßnahme gibt der Regierung besondere Rechte. Der Staat kann so Einsatzkräfte besser koordinieren und bürokratische Hürden vermeiden.

Conte hatte den Notstand am 31. Januar für ein halbes Jahr ausgerufen, nachdem bei einem chinesischen Paar in Rom das Coronavirus nachgewiesen worden war. Im Februar brach dann die Pandemie im Norden des Landes heftig aus. Mittlerweile registrierte Italien mehr als 35.000 Tote mit und durch Corona. Derzeit ist die Infektionswelle mit dem Virus Sars-CoV-2 nach Experteneinschätzung aber unter Kontrolle.

Rom: Einzelne Touristen stehen am Brunnen "Fontana della Barcaccia" vor der Spanischen Treppe, einem der Touristen-Hotspots. Die Zahl der ausländischen Touristen in Italiens Hauptstadt ist wegen der Corona-Pandemie extrem niedrig.
Rom: Einzelne Touristen stehen am Brunnen "Fontana della Barcaccia" vor der Spanischen Treppe, einem der Touristen-Hotspots. Die Zahl der ausländischen Touristen in Italiens Hauptstadt ist wegen der Corona-Pandemie extrem niedrig.  © Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa

Update, 28. Juli, 18.22 Uhr: Gericht stoppt bayerisches Beherbergungsverbot für Urlauber

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das bayerische Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten in anderen Bundesländern vorläufig außer Vollzug gesetzt. Es sei nicht verhältnismäßig, dass mehr als 50 neue Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner eines Landkreises innerhalb von sieben Tagen automatisch zu einem Beherbergungsverbot führten, entschied das Gericht am Dienstag in München.

Außerdem reiche in der Verordnung der Verweis auf Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts nicht - für die Wirte sei nicht erkennbar, wo sie die aktuellen Zahlen fänden. Geklagt hatte ein Hotelier aus der Oberpfalz.

Bayern hatte die Regel im Juni nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischunternehmen Tönnies in Nordrhein-Westfalen beschlossen. Ende Juni hatten sich dann Bund und Länder grundsätzlich auf Einschränkungen für Reisende aus deutschen Corona-Risikogebieten verständigt. Die konkreten Regelungen sind allerdings Ländersache.

Passau: Touristen stehen bei sommerlichen Temperaturen vor dem Dom St. Stephan (Archivbild). Bayern hatte ein strikte Regelung, was Tourismus im Bundesland betrifft.
Passau: Touristen stehen bei sommerlichen Temperaturen vor dem Dom St. Stephan (Archivbild). Bayern hatte ein strikte Regelung, was Tourismus im Bundesland betrifft.  © Armin Weigel/dpa

Update, 28. Juli, 17.43 Uhr: Athen erweitert Maskenpflicht

Griechenland geht weiter sehr aufmerksam mit der Corona-Epidemie um: Nachdem die neuen Corona-Infektionen im Juli etwa 25 pro Tag erreichten, erweitert die Regierung in Athen die Maskenpflicht für Banken, Ministerien, Bäckereien und Fleischmärkte sowie den Einzelhandel und Friseursalons.

"Wir haben es bislang gut geschafft. Wir müssen so weitermachen", sagte der für den Zivilschutz zuständige Vizeminister Nikos Chardalias im Staatsfernsehen. Bislang herrschte Maskenpflicht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln und Krankenhäusern.

In den vergangenen Wochen sei in Griechenland in der Bevölkerung wegen der im Vergleich zu anderen Staaten Europa geringen Infektionszahlen eine Nachlässigkeit bemerkt worden, sagte der Vizeminister weiter. Die erweiterte Maskenpflicht werde ab Mittwoch gelten, hieß es. Wer das nicht einhält, muss mit einer Geldstrafe von 150 Euro rechnen. Griechenland beklagt bislang 203 Coronavirus-Opfer. Gemessen an der Bevölkerung von gut 10,5 Millionen ist das eine der geringsten Opferzahlen in Europa. 

Update, 28. Juli, 17.21 Uhr: Wieder Präsenzmesse in zweitgrößtem katholischen Gotteshaus der Welt

Inmitten der grassierenden Corona-Pandemie hat in dem brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida im Bundesstaat São Paulo erstmals seit vier Monaten wieder ein Gottesdienst in der Anwesenheit von Gläubigen stattgefunden. Etwa 100 Gläubige mit Schutzmaske und Sicherheitsabstand nahmen an der Messe in dem zweitgrößten katholischen Gotteshaus der Welt am Morgen teil, wie brasilianische Medien am Dienstag berichteten.

Bis zu 45.000 Gläubige und Pilger haben in der Kathedrale "Nossa Senhora da Conceição Aparecida" Platz, nur der Petersdom im Vatikan ist größer. Zwölf Millionen Pilger suchen sie jährlich auf. Die Stadtverwaltung von Aparecida hatte die Wiederaufnahme der Präsenz-Gottesdienste mit einem Dekret erlaubt, in dem sie auch die Regeln für den Besuch in den Zeiten des Coronavirus aufstellte.

São Paulo, der mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Bundesstaat Brasiliens mit der gleichnamigen Millionen-Metropole, ist auch der Bundesstaat mit den meisten Corona-Infizierten und Todesfällen des Landes: Fast eine halbe Million Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, mehr als 21.500 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bislang gestorben. Nach den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Pandemie.

Brasilien, Manaus: Ein Mann in Schutzanzug ist während seiner Arbeit auf dem Friedhof Nossa Senhora Aparecida erschöpft. Nach Asien, Europa und den USA hat die Corona-Pandemie Lateinamerika mit voller Kraft erwischt. (Archivbild)
Brasilien, Manaus: Ein Mann in Schutzanzug ist während seiner Arbeit auf dem Friedhof Nossa Senhora Aparecida erschöpft. Nach Asien, Europa und den USA hat die Corona-Pandemie Lateinamerika mit voller Kraft erwischt. (Archivbild)  © Lucas Silva/dpa

Update, 28. Juli, 17.14 Uhr: EU-Coronahilfe für Kenia, Bangladesch, Ecuador und El Salvador

Die Europäische Union hilft Kenia in der Corona-Krise mit 20.000 Schutzmasken, 50.000 Testkits, Desinfektionsmitteln und Laborbedarf. Nach der Lieferung werde die slowakische Maschine EU-Bürger mitnehmen, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie in dem ostafrikanischen Land gestrandet seien, sagte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic, am Dienstag in Brüssel.

Die Hilfe läuft über den EU-Katastrophenschutzmechanismus. Afrikanische Länder betonen immer wieder die Notwendigkeit einer gerechten Verteilung von Versorgungsgütern im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

"Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, müssen wir gemeinsam handeln, weltweit", sagte Lenarcic. Über den Katastrophenmechanismus verschicke auch Frankreich diese Woche medizinische Hilfsgüter und Ausrüstung nach Bangladesch, Ecuador und El Salvador.

Während der andauernden Pandemie wurden über den EU-Katastrophenschutzmechanismus Hilfslieferungen in 24 Länder gesteuert, darunter auch in EU-Mitgliedstaaten wie Italien. Das ist vor allem ein Verteilmechanismus. Bedarfe und Hilfsgüter werden aus Brüssel heraus verwaltet und Sendungen koordiniert. Die EU-Kommission will in Zukunft auch eigene Reserven anlegen.

Kenia, Nairobi: Ein Frau geht an einem Wandgemälde vorbei, das über die Gefahren des Coronavirus informiert.
Kenia, Nairobi: Ein Frau geht an einem Wandgemälde vorbei, das über die Gefahren des Coronavirus informiert.  © Brian Inganga/AP/dpa

Update, 28. Juli, 16.46 Uhr: Seehofer gegen neue Corona-Grenzkontrollen

Bundesinnenminister Horst Seehofer ist gegen erneute Grenzkontrollen zu deutschen Nachbarländern zur Durchführung von Coronavirus-Tests. Er könne sich das für die deutschen Grenzen nicht vorstellen, sagte der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin. "Ich werde das auch sehr nachdrücklich vertreten", sagte er.

Seehofer verwies auf die Erfahrungen mit vorübergehenden Kontrollen zu Frankreich, der Schweiz, Österreich und Dänemark. "Wir hatten weniger Probleme in der technischen Umsetzung dieser Grenzkontrollen, aber wir hatten riesige Probleme politisch." Befürworter solcher Kontrollen hätten diese nur Tage später dann heftig kritisiert, zudem sei es zu Wartezeiten für Pendler in Grenzregionen gekommen.

Verstärkte Tests auf das Coronavirus seien hingegen zu begrüßen, so Seehofer. Wenn dies rechtlich möglich sei, seien auch die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigten Pflichttests für Rückkehrer aus Risikogebieten eine Option. Das werde derzeit noch juristisch geprüft, sein Haus sei dazu in Gesprächen mit dem Gesundheitsministerium und dem Kanzleramt.

Berlin: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) spricht auf einer Pressekonferenz mit der Schweizer Justizministerin K. Keller-Sutter im Innenministerium.
Berlin: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) spricht auf einer Pressekonferenz mit der Schweizer Justizministerin K. Keller-Sutter im Innenministerium.  © Markus Schreiber/AP/POOL/dpa

Update, 28. Juli, 16.38 Uhr: Weiterhin nicht mehr als 5000 Fans in Frankreichs Fußballstadien - Ausnahmen ab Mitte August möglich

In Frankreich dürfen vorerst weiterhin nicht mehr als 5000 Fans bei Fußballspielen ins Stadion. Die Regelung soll bis zum 31. August beibehalten werden, wie das Sportministerium am Dienstag mitteilte. 

Allerdings können die örtlichen Behörden Ausnahmen genehmigen und so ab dem 15. August mehr Menschen ins Stadion lassen. Diese Ausnahmegenehmigungen sollen etwa von der Größe des Stadions und der örtlichen Gesundheitssituation abhängig sein.

In allen Fällen würden Sicherheitsregelungen wie Corona-Schutzmasken und die Einhaltung von Mindestabständen gelten, machte das Ministerium weiter deutlich. Sportministerin Roxana Maracineanu hatte zuletzt in Aussicht gestellt, dass sich an der Obergrenze für Stadionbesucher etwas ändern könnte - auch die Clubs hatten darauf gehofft. Frankreich ist mit mehr als 30.000 Toten schwer von der Corona-Pandemie betroffen.

Update, 28. Juli, 16.32 Uhr: Nun auch generelle Maskenpflicht in Madrid

Als letzte Region auf dem spanischen Festland hat nun auch die Hauptstadt Madrid eine umfassende Maskenpflicht zur Verhinderung von Corona-Infektionen angekündigt. Ein Mund-Nasenschutz müsse künftig nicht nur wie bisher in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien getragen werde, und zwar auch wenn der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern zu nicht im eigenen Haushalt lebenden Personen gewahrt werden kann, sagte die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso am Dienstag.

Nur beim Sport und aus medizinischen Gründen gibt es Ausnahmen. Schon bisher haben die meisten Bürger der Stadt freiwillig auch im Freien Masken getragen. Nur auf den Kanaren darf man noch ohne Maske Spazieren gehen.

Zudem seien bei öffentlichen Versammlungen maximal zehn Teilnehmer erlaubt und es werde geraten, diese Obergrenze auch bei privaten Feiern und Treffen zu Hause einzuhalten. Alle Lokale müssen täglich spätestens um 01.30 Uhr schließen.

Wie in anderen Landesteilen sind die Infektionszahlen seit dem Ende des Corona-Notstandes vor gut einem Monat auch in der autonomen Region Madrid mit gut 6,6 Millionen Einwohnern wieder gestiegen, jedoch nicht so stark wie etwa in Katalonien, Aragón oder Navarra. In der spanischen Hauptstadt gibt es mehr als zehn lokale Ausbrüche. In den vergangenen sieben Tagen wurden nach offiziellen Angaben mehr als 1200 neue Infektionen registriert. Die Neuansteckungsrate liegt demnach bei 19 pro 100.000 Einwohner.

Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. 30 Prozent aller Todesfälle wurden in Madrid registriert.

Madrid: Ein DJ legt am frühen Samstag in einer Diskothek Musik auf. (Archivbild)
Madrid: Ein DJ legt am frühen Samstag in einer Diskothek Musik auf. (Archivbild)  © Manu Fernandez/AP/dpa

Update, 28. Juli, 15.33 Uhr: Corona-Tests an Berliner Flughäfen sollen am Mittwoch starten

An den Berliner Flughäfen sollen sich Reiserückkehrer aus sogenannten Risikogebieten ab Mittwoch auf das Coronavirus testen lassen können. Dafür laufen alle Vorbereitungen, sagte ein Sprecher der Senatskanzlei am Dienstag.

Die Tests in den Terminalgebäuden der Flughäfen Tegel und Schönefeld sollen für die Reisenden kostenlos sein. Derzeit sind sie noch freiwillig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, dass sie verpflichtend werden sollen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten am vergangenen Donnerstag für diese Woche in Aussicht gestellt. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Charité. Die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern hatte sich am Mittwoch darauf verständigt, dass Reisende aus solchen Gebieten im Ausland künftig unmittelbar nach Rückkehr auf das Coronavirus getestet werden sollen. Dazu sollen bundesweit an Flughäfen Teststellen entstehen.

Update, 28. Juli, 15.08 Uhr: Quarterback Brees mit Millionen-Spende für Gesundheitszentren

Drew Brees, Quarterback der New Orleans Saints, und seine Frau Brittany spenden fünf Millionen Dollar für den Bau von kommunalen Gesundheitszentren in ganz Louisiana.

"Covid-19 hat fast alles verändert. ... Wir werden weiterhin versuchen, die Kluft zu überbrücken, um Gesundheitsfürsorge, Bildung und wirtschaftliche Gerechtigkeit für alle in unserer Gemeinschaft zu schaffen", sagte Brees in einem Instagram-Video. Im März spendete Brees laut Medienberichten bereits fünf Millionen Dollar für die Coronavirus-Hilfe in dem südöstlichen Bundesstaat am Golf von Mexiko.

Brees sagte, dass man einen besonderen Schwerpunkt auf unterversorgte Gemeinden legen werde. Das erste der Gesundheitszentren soll noch in diesem Jahr im Osten von New Orleans gebaut werden. Die Zentren werden primäre und spezialisierte Pflegedienste umfassen, sagte er.

Drew Brees, NFL-Quarterback der New Orleans Saints, wirft einen Pass. (Archivbild)
Drew Brees, NFL-Quarterback der New Orleans Saints, wirft einen Pass. (Archivbild)  © Brett Duke/AP/dpa

Update, 28. Juli, 15.05 Uhr: Bahn fährt Milliardenverlust ein

Die Deutsche Bahn ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Von Januar bis Juni fuhr der Staatskonzern ein Minus von 3,7 Milliarden Euro ein, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Aufsichtsratskreisen erfuhr.

Nach Rekordzahlen im Januar und Februar war in der Corona-Krise im März die Fahrgastzahl eingebrochen und hat sich bis heute nicht erholt. Die Bahn hielt dennoch einen Großteil ihres Angebots aufrecht.

Der Umsatz erreichte von Januar bis Juni den Kreisen zufolge nur noch 19,4 Milliarden Euro. Das waren 2,5 Milliarden Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Im laufenden Geschäft habe es einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 1,8 Milliarden Euro gegeben. Außerdem seien 1,4 Milliarden Euro auf den Firmenwert der Auslandstochter Arriva abgeschrieben worden. Der Konzern präsentiert seine Halbjahresbilanz an diesem Donnerstag.

Das Logo der Deutschen Bahn ist auf einem ICE im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main zu sehen. (Archivbild)
Das Logo der Deutschen Bahn ist auf einem ICE im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main zu sehen. (Archivbild)  © Silas Stein/dpa

Update, 27. Juli, 14.10 Uhr: US-Motorrad-Ikone Harley-Davidson fährt in die roten Zahlen

Der traditionsreiche US-Motorradbauer Harley-Davidson gerät in der Corona-Krise weiter unter Druck. Im zweiten Quartal fiel ein Verlust von 92 Millionen US-Dollar (79 Mio Euro) an, wie das Unternehmen am Dienstag in Milwaukee mitteilte. 

Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Gewinn von 196 Millionen Dollar gegeben. Die Erlöse fielen um 47 Prozent auf 865 Millionen Dollar. Die Ergebnisse reflektierten die Belastungen durch die Covid-Pandemie und Kosten für den Konzernumbau, so Harley-Davidson.

Das 117 Jahre alte Unternehmen hatte wegen hoher Einfuhrzölle aufgrund des von Präsident Donald Trump angezettelten Streits zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern schon vor der Virus-Krise Probleme. Zudem kämpft Harley-Davidson mit einem angestaubten Image und tut sich schwer, jüngere Käufer anzusprechen. 

Die Quartalszahlen enttäuschten Markterwartungen auf ganzer Linie. Die Aktie geriet vorbörslich zunächst deutlich ins Minus. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um mehr als 21 Prozent gesunken.

Ein Schild ist am Eingang zu einem Harley Davidson-Händler in der Stadt Ashland im US-Bundesstaat Oregon. (Archivbild)
Ein Schild ist am Eingang zu einem Harley Davidson-Händler in der Stadt Ashland im US-Bundesstaat Oregon. (Archivbild)  © Steve Helber/AP/dpa

Update, 27. Juli, 13.50 Uhr: Corona-Krise verhagelt McDonald's weiter die Geschäfte

Die Corona-Pandemie setzt dem weltgrößten Fast-Food-Konzern McDonald's weiter stark zu. Im zweiten Quartal brach der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um 68 Prozent auf 484 Millionen US-Dollar (412 Mio Euro) ein, wie der Burger-King-Rivale am Dienstag in Chicago mitteilte. Die Erlöse fielen um gut 30 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar, der flächenbereinigte Umsatz in Filialen weltweit um 24 Prozent.

Damit gingen die Verkäufe und das Nettoergebnis stärker zurück als von Analysten erwartet. Konzernchef Chris Kempczinski betonte jedoch, dass sich die Lage mit der Lockerung der coronabedingten Lockdown-Maßnahmen rund um den Globus im Verlaufe des Quartals kontinuierlich verbessert habe. McDonald's sei gut aufgestellt, um erfolgreich und letztendlich gestärkt durch die Krise zu kommen.

Ende Juni seien fast alle der rund 39.000 McDonald's-Filialen weltweit wieder geöffnet gewesen, allerdings bleibt der Geschäftsbetrieb in vielen der Schnellrestaurants begrenzt und dreht sich weiterhin vor allem um Drive-thru, Take-away und Essenslieferungen. Bei Anlegern kamen die Zahlen nicht gut an, die Aktie reagierte vorbörslich zunächst mit deutlichen Kursverlusten.

Ein Hund schaut aus dem Fenster eines Autos im Drive-Thru eines irischen McDonald's-Restaurants. (Archivbild)
Ein Hund schaut aus dem Fenster eines Autos im Drive-Thru eines irischen McDonald's-Restaurants. (Archivbild)  © Brian Lawless/PA Wire/dpa

Update, 27. Juli, 12.54 Uhr: Griechenland öffnet sechs Häfen für Kreuzfahrten

Kreuzfahrtschiffe dürfen vom 1. August an erstmals nach Ausbruch der Corona-Pandemie in sechs wichtigen griechischen Häfen anlegen. Die Häfen seien Piräus, Rhodos, Heraklion, Volos (Mittelgriechenland), Korfu und Katakolon (Olympia), teilte der griechische Tourismusminister Haris Theocharis am Montag mit. "Alle Kreuzfahrtschiffe sind willkommen in Griechenland", betonte Theocharis.

Zudem rief der Minister alle Unternehmen auf, ihre Fahrten bis Ende des Jahres und noch länger auszudehnen, damit so viele Menschen wie möglich sie genießen könnten. In Griechenland endet in der Regel die Saison für Kreuzfahrten Anfang November. Das Land hat verglichen mit seiner Bevölkerung eine der niedrigsten Corona-Infektionsraten in Europa.

Update, 27. Juli, 12.27 Uhr: Keine Gäste-Fans bis zum Jahresende: DFL ruft Versammlung ein

Die Deutsche Fußball Liga will in den Bundesliga-Stadien bis zum 31. Oktober ein Stehplatz- und Alkoholverbot durchsetzen. Zudem sollen die Vereine bis zum Jahresende bei den Spielen der 1. und 2. Bundesliga auf Gäste-Fans verzichten, um das Infektionsrisiko zu verringern. Dies geht aus den Anträgen des DFL-Präsidiums hervor, die bei der virtuellen Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs am kommenden Dienstag zur Abstimmung stehen.

Ausdrücklich weist die Dachorganisation in ihrer Mitteilung vom Dienstag darauf hin, dass die Maßnahmen eine vorübergehende Anpassung seien, "um angesichts der andauernden pandemischen Lage die Einhaltung und die Kontrolle der Einhaltung von Abstands- und Hygienemaßnahmen in den Stadien zu erleichtern".

Beim Ticketverkauf sollen die Vereine dafür sorgen, dass Infektionsketten gegebenenfalls nachverfolgt werden können. Damit wolle man die Gesundheitsbehörden unterstützen. Die DFL hatte einen Leitfaden für die Rückkehr der Fans in die Stadien erstellt und die Clubs aufgefordert, lokale Konzepte zu erarbeiten. Sie sieht jedoch Abstimmungsbedarf, "ob es mit Blick auf bestimmte Aspekte ein einheitliches Vorgehen aller Clubs geben sollte".

In den Bundesliga-Stadien, wie hier in der Münchner Allianz Arena, sollen bis Jahresende keine Gästefans mehr zuschauen - zumindest wenn es nach der DFL geht. (Archivfoto)
In den Bundesliga-Stadien, wie hier in der Münchner Allianz Arena, sollen bis Jahresende keine Gästefans mehr zuschauen - zumindest wenn es nach der DFL geht. (Archivfoto)  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Update, 27. Juli, 12.25 Uhr: Steinmeier und Mattarella für mehr kommunale Kooperation ihrer Länder

Die Präsidenten Deutschlands und Italiens rufen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zu stärkerer Zusammenarbeit ihrer Länder auf kommunaler Ebene auf. In einem gemeinsamen Brief an mehr als 800 Bürgermeister beider Staaten würdigten Frank-Walter Steinmeier und Sergio Mattarella "die seit Jahrzehnten geleistete Verständigungs- und Begegnungsarbeit für die Menschen in Italien und Deutschland" durch kommunale Partnerschaften. 

"Die dadurch entstandenen vielfältigen Verbindungen und Freundschaften sind ein unschätzbares Gut, das Europa gerade in diesen äußerst schwierigen Zeiten stark macht."

Gerade jetzt komme es mehr denn je auf diesen Zusammenhalt an, schrieben Steinmeier und Mattarella weiter. "Ihre Städte und Gemeinden sind massiv von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise betroffen und werden es noch für längere Zeit bleiben. Die Pandemie zeigt, dass wir auf diese dramatischen Auswirkungen nur gemeinsam überzeugende Antworten finden können."

Steinmeier und Mattarella ermutigten die angeschriebenen Bürgermeister, auf den Erfahrungen aus der Covid-Pandemie aufzubauen und den Austausch im Netzwerk der deutsch-italienischen Städtepartnerschaften weiter zu verstärken, etwa durch regelmäßige digitale Konferenzen. "Vielleicht können Sie auch benachbarte Gemeinden oder solche, mit denen Sie einen intensiveren Austausch pflegen, ermutigen, neue kommunale Partnerschaften aufzubauen."

Beide Staatsoberhäupter sagten zu, auf ihre Regierungen mit der Bitte zuzugehen, eine mögliche Förderung dieser kommunalen Zusammenarbeit zu prüfen. "Die deutsch-italienische Zusammenarbeit ist zentral für ein starkes, solidarisches, zukunftsorientiertes Europa", betonten Steinmeier und Mattarella. "Die grenzüberschreitende kommunale Arbeit leistet dafür einen wesentlichen Beitrag."

Sergio Mattarella (l), Präsident der Republik Italien, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) geben sich vor dem Schloss Bellevue die Hand. (Archivbild)
Sergio Mattarella (l), Präsident der Republik Italien, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) geben sich vor dem Schloss Bellevue die Hand. (Archivbild)  © Gregor Fischer/dpa

Update, 27. Juli, 12.24 Uhr: Iran: Rekord an Corona-Toten an einem Tag

Der Iran meldet erneut einen Rekord bei den Corona-Toten. Innnerhalb von 24 Stunden seien 235 Patienten an dem Virus gestorben, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 16.147, so Sprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Im gleichen Zeitraum wurden laut Lari über 2600 Neuinfektionen erfasst, somit stieg die Zahl der bisher nachgewiesenen Infektionen auf fast 300.000.

Der Anstieg sei nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums auf die von Präsident Hassan Ruhani angeordneten Lockerungen zurückzuführen. Die hatten dazu geführt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr ernstnahm. Der erneute Anstieg der Fallzahlen bestätige die Bedenken und Sorgen des Ministeriums.

Meinungsverschiedenheiten innerhalb der iranischen Regierung gibt es auch im Zusammenhang mit den jährlichen Aschura-Trauerfeiern. Nachdem Ruhani angekündigt hatte, dass die Trauerfeiern veranstaltet werden sollen, behauptet das Gesundheitsministerium, dass diesbezüglich das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. 

"Die Gesundheit der Menschen sollte genauso respektiert werden wie religiöse Traditionen", sagte Vizegesundheitsminister Ali-Resa Raeissi am Dienstag laut Nachrichtenagentur Isna.

Die Aschura-Feiern anlässlich der Ermordung des dritten schiitischen Imams Hussein im Jahr 680 haben in den letzten Tagen für hitzige Diskussionen im Land gesorgt. Der Klerus und auch Präsident Ruhani bestehen darauf, dass trotz der Corona-Krise die Aschura-Zeremonien Ende August veranstaltet werden sollen. Das Gesundheitsministerium ist dagegen, weil es bei Aschura zu großen Menschenversammlungen kommt und dementsprechend auch zu neuen Infektionen. 

Eine Kabinettssitzung in der iranischen Hauptstadt Teheran. In der Regierung gibt es noch Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Umgangs mit Corona. (Archivbild)
Eine Kabinettssitzung in der iranischen Hauptstadt Teheran. In der Regierung gibt es noch Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Umgangs mit Corona. (Archivbild)  © -/Iranian Presidency/dpa

Update, 27. Juli, 12.18 Uhr: IG Metall fürchtet Corona-Nachteile für Junge

Die IG Metall hat vor einer beruflichen Benachteiligung junger Menschen in der Corona-Krise gewarnt. "Es darf keine 'Generation Corona' unter den Auszubildenden und dual Studierenden geben", erklärte die Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Christiane Benner, am Dienstag in Frankfurt. 

Für die berufliche Zukunft junger Menschen müsse mehr getan werden, um dramatische Langzeitfolgen wie eine hohe Jugendarbeitslosigkeit oder eine verstärkte soziale Ungleichheit zu vermeiden.

Die IG Metall verweist auf eine eigene Umfrage in fast 500 Betrieben. Danach wolle mehr als jeder zehnte Betrieb (11 Prozent) weniger ausbilden. Diese Quote sei seit Mai deutlich gestiegen. Auch dual Studierende, Berufsanfänger, Werkstudenten und akademische Praktikanten fänden wegen der Pandemie schwerer Stellen.

Benner verlangte größere Anstrengungen der Arbeitgeber und der Politik. Das Ende Juni beschlossene Bundesprogramm «Ausbildungsplätze fördern» dürfe nicht auf kleine und mittlere Betriebe beschränkt bleiben.

Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall. (Archivbild)
Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall. (Archivbild)  © Daniel Karmann/dpa

Update, 27. Juli, 12.08 Uhr: Corona-Hotspot Antwerpen führt nächtliche Ausgangssperre ein

Wegen stark steigender Coronavirus-Fallzahlen führt die belgische Provinz Antwerpen eine nächtliche Ausgangssperre ein. Ab Mittwoch müssen die Bewohner der gesamten Region an der Grenze zu den Niederlanden zwischen 23.00 und 6.00 Uhr zu Hause bleiben, wie der Krisenstab entschied. 

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist an allen öffentlichen Plätzen sowie dort, wo der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann, Pflicht, wie die Nachrichtenagentur Belga am späten Montagabend berichtete.

Restaurants und Kneipen müssen demnach um 23.00 Uhr schließen. Individuelle Kontakt- und Teamsportarten werden für Menschen ab 18 Jahren verboten. Das Arbeiten von zu Hause ist - falls möglich - Pflicht. In einigen Städten der Region gelten noch strengere Regeln.

Die Provinz Antwerpen war zuletzt zum Corona-Hotspot Belgiens geworden. Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever sprach mit Blick auf die neuen Maßnahmen nach Angaben des flämischen Senders VRT von einem "Lockdown light". Dem Sender RTBF zufolge führt er die steigenden Zahlen auf Hochzeiten, Shisha-Bars und Fitnessstudios zurück.

Allerdings steigen die Zahlen im gesamten Land. Deshalb hatte der Nationale Sicherheitsrat am Montag bereits unter anderem entschieden, dass Belgierinnen und Belgier in den kommenden vier Wochen nur noch mit fünf Personen - abgesehen vom eigenen Haushalt - engeren Kontakt haben dürfen. Zuvor lag die Zahl bei 15 Personen pro Woche. Zwischen dem 18. und dem 24. Juli gab es in Belgien täglich durchschnittlich 311 Coronavirus-Infektionen. Dies ist ein Anstieg um 69 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Für die Stadt Antwerpen liegt der Wert sogar bei 711 Fällen.

Ein Mann fährt auf dem Fahrrad über den "Grote Markt" der belgischen Stadt Antwerpen.
Ein Mann fährt auf dem Fahrrad über den "Grote Markt" der belgischen Stadt Antwerpen.  © Dirk Waem/BELGA/dpa

Update, 27. Juli, 12.05 Uhr: Trump retweetet erneut Lob für Malaria-Mittel als Corona-Behandlung

US-Präsident Donald Trump hat erneut Behauptungen über die Wirksamkeit des Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin als Mittel gegen Covid-19 weiterverbreitet - die später von Facebook und Twitter entfernt wurden. 

Unter anderem retweetete Trump am Montag ein Video, in dem eine Dr. Stella Immanuel erklärte, erfolgreich 350 Corona-Patienten unter anderem mit Hydroxychloroquin behandelt zu haben. Am Dienstag blieb davon der Hinweis von Twitter übrig, dass der Tweet entfernt wurde.

Trump hatte bereits in den vergangenen Monaten die Malaria-Arznei wiederholt als Mittel zur Behandlung von Covid-19-Kranken angepriesen. Im Juni stoppten Forscher eine internationale Studie zu dem Medikament unter Leitung der Weltgesundheitsorganisation WHO, weil das Mittel die Sterblichkeit von schwer erkrankten Patienten nicht reduziert habe.

US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)
US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)  © Evan Vucci/AP/dpa

Update, 27. Juli, 11.47 Uhr: Experten: Arbeitsmarkt erholt sich von der Krise

Der Arbeitsmarkt kommt nach Ansicht von Experten aus der Krisenstimmung. Das Arbeitsmarktbarometer habe sich im Juli im Vergleich zum Juni um 3,1 auf 97,8 Punkte verbessert, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mit. 

"Der Negativtrend am Arbeitsmarkt scheint weitgehend gestoppt zu sein. Die Arbeitsagenturen erwarten, dass das Gröbste vorerst geschafft ist", sagte IAB-Experte Enzo Weber. Das Arbeitsmarktbarometer gilt als Frühindikator für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Der Arbeitsmarkt habe die Auswirkungen der Corona-Pandemie vergleichsweise gut verkraftet, sagte Weber. "Um die Kriseneffekte am Arbeitsmarkt wieder wettzumachen, bräuchte man aber eine stärkere Einstellungsdynamik." Wirtschaftliche Risiken bestünden auch, falls die Zahl der Corona-Infizierten im Laufe des Jahres wieder steigen sollte. Unabhängig davon drohe eine Zunahme der Insolvenzen, wenn die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht am 30. September ende.

Das IAB erstellt das Barometer auf Basis einer monatlichen Umfrage unter allen lokalen Arbeitsagenturen, bei der die Aussichten für die nächsten drei Monate abgefragt werden. Die Skala reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung). Die Bundesagentur für Arbeit wird an diesem Donnerstag die Zahlen für Juli bekanntgeben.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt soll in der Corona-Krise "das Gröbste überstanden" haben. (Archivbild)
Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt soll in der Corona-Krise "das Gröbste überstanden" haben. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. Juli, 11.32 Uhr: Lange Sätze und Wortungetüme - schlechte Noten für Politik-Infos

Mit langen Sätzen, Wortungetümen und Fachbegriffen erschweren Politiker nach einer Studie der Stuttgarter Universität Hohenheim das Verständnis von Informationen rund um die Corona-Pandemie.

Details zum Coronavirus und zu den Auflagen sollten besonders verständlich sein, sagte der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität in Stuttgart am Dienstag. "Sie sind es aber nicht." Dabei suchten Menschen in Krisenzeiten Informationen und Orientierung. "Regierungen sollten beides liefern. Und zwar in einer auch für Laien verständlichen Form", sagte der Fachmann.

Gemeinsam mit österreichischen Beratern hatten Experten aus Hohenheim mehr als 500 Pressemitteilungen und mehr als 3500 Antworten der Bundes- und Landesregierungen aus den Monaten März und April analysiert. Sie wurden dabei unterstützt von einem Computer-Programm, mit dem sie unter anderem nach überlangen Sätzen, Fachbegriffen und zusammengesetzten Wörtern suchten.

"Die Pressemitteilungen der deutschen Bundesministerien sind im Schnitt relativ unverständlich", heißt es in der Auswertung unter anderem. Es werde den Lesern schwer gemacht, die Informationen aufzunehmen. "Schachtelsätze mit 40 bis 50 Wörtern sind keine Seltenheit", sagte Kerstin Keller von der Universität Hohenheim. 

"Dabei gilt: ein Gedanke, ein Satz". Oft fänden sich aber vier oder fünf Gedanken in einem Satz. Störend seien auch Fremd- und Fachwörter wie "Corona Matching Fazilität" sowie Wortzusammensetzungen wie "Allgemeinverbindlicherklärungen" und "Betriebstättenbegründungsfristen".

Update, 27. Juli, 11.14 Uhr: RKI: Sind nachlässig geworden - Sorge über Fallzahlenanstieg

Abstand, Händehygiene, Alltagsmaske: Nach einem Wiederanstieg der Corona-Infektionszahlen bundesweit hat das Robert Koch-Institut (RKI) zum Einhalten der Verhaltensregeln appelliert. Die Entwicklung sei sehr beunruhigend, bekräftigte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. 

Es gelte nun zu verhindern, dass sich das Virus wieder rasant und unkontrolliert ausbreitet. "Das schaffen wir nur gemeinsam", sagte Wieler. Menschen seien nachlässig geworden. Zu Tausenden wilde Partys zu feiern, sei "rücksichtlos" und auch "fahrlässig", sagte er. Und auch im Urlaub sei vernünftiges Verhalten gefragt.

Im Unterschied zur letzten Zeit mit einzelnen großen Ausbrüchen sei die Lage derzeit diffus, schilderte RKI-Expertin Ute Rexroth. Beobachtet würden Fallzahlenanstiege in unterschiedlichen Kommunen und Gemeinden - deutschlandweit steckten sich wieder mehr Menschen an. 

Es bestehe die Sorge, dass sich eine Trendumkehr andeuten könne. Wieler betonte: Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen - aber es könne sein.

Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, spricht auf einer Pressekonfernz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland.
Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, spricht auf einer Pressekonfernz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland.  © Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa

Update, 27. Juli, 11 Uhr: Damen-Tennisturnier in Tokio wegen Corona-Pandemie abgesagt

Das traditionelle Damen-Tennisturnier in Tokio fällt wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr erstmals aus. Die Organisatoren teilten am Dienstag Medienberichten zufolge mit, die Absage sei im Interesse der öffentlichen Gesundheit die beste Entscheidung, insbesondere mit Blick auf die leichte zweite Infektionswelle in Japan. Das 1984 erstmals ausgetragene Turnier sollte eigentlich im September stattfinden und war wegen der Pandemie auf Anfang November verschoben worden.

In der vergangenen Woche waren bereits die Turniere für Damen und Herren im Herbst in China für dieses Jahr gestrichen worden. Die WTA-Tour will am kommenden Montag mit dem Damen-Turnier in Palermo wieder ihren Betrieb aufnehmen. Der Herren-Neustart in Washington ab dem 14. August wurde dagegen abgesagt. Zudem strich die Herren-Organisation ATP nun zwei unterklassige Challenger-Turniere in Orlando, die ab dem 24. und 31. August in Florida geplant waren.

Weiterhin stattfinden sollen trotz der hohen Corona-Infektionszahlen in den USA die US Open ab dem 31. August in New York. Vor dem Grand-Slam-Turnier soll an gleicher Stelle das aus Cincinnati verlegte Masters-Turnier stattfinden.

Update, 27. Juli, 10.52 Uhr: Viele Kurzarbeits-Anmeldungen von Kliniken und Ärzten in Corona-Krise

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie haben Kliniken und Ärzte in Deutschland für mehr als 400.000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, über die das "Handelsblatt" am Dienstag berichtete und die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

In den Monaten März bis Mai hätten demnach bundesweit gut 1200 Krankenhäuser und knapp 48.300 Arzt- oder Zahnarztpraxen Kurzarbeit für insgesamt rund 410.000 Beschäftigte angemeldet. Unklar ist jedoch, wie viele dieser Menschen tatsächlich in Kurzarbeit gegangen sind. Erfahrungsgemäß falle diese Zahl niedriger aus, heißt es in dem Schreiben, genaue Angaben erwarte die Bundesregierung aber erst in einigen Monaten.

Bund und Länder hatten die Krankenhäuser Mitte März aufgefordert, alle planbaren OPs und Aufnahmen auszusetzen. Dies sollte vor allem in Intensivstationen vorsorglich freie Betten für Corona-Patienten schaffen. Angesichts der langsameren Virus-Ausbreitung rief die Politik im April dann dazu auf, schrittweise wieder mehr OPs und andere wichtige Behandlungen aufzunehmen. Hintergrund waren auch Sorgen, dass Patienten sonstige Behandlungen aufschieben.

In der bisherigen Hochphase der Corona-Pandemie gingen auch deutlich weniger Patienten in Arztpraxen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom Montag lag die Zahl der Fälle mit persönlichem Kontakt zwischen Arzt und Patient in der letzten Märzwoche je nach Fachrichtung um 37 bis 64 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Das in der Corona-Krise verabschiedete Krankenhausentlastungsgesetz sieht Zahlungen für frei gehaltene Betten und zusätzlich geschaffene Intensivbetten vor. Niedergelassene Ärzte können Ausgleichszahlungen bei großen Umsatzeinbrüchen erhalten.

Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kirsten Kappert-Gonther sagte dem «Handelsblatt», angesichts der versprochenen Ausgleichszahlungen sei es überraschend, dass doch für so viele Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen Kurzarbeit angemeldet worden sei. "Es war richtig, sehr schnell einen Schutzschirm für Krankenhäuser und ärztliche Praxen aufzuspannen." Nun müsse dieser Schutzschirm aber gründlich evaluiert werden, forderte sie.

Krankenschwestern betreuen in einem Krankenhaus einen Patienten auf einer Intensivstation. (Archivbild)
Krankenschwestern betreuen in einem Krankenhaus einen Patienten auf einer Intensivstation. (Archivbild)  © Patrick Seeger/dpa

Update, 27. Juli, 10.35 Uhr: Wegen Corona droht zusätzlich fast 180 000 Kindern der Hungertod

Durch die verheerenden Folgen der Coronavirus-Pandemie drohen in diesem Jahr nach einer Studie fast 180.000 Kinder unter fünf Jahren zusätzlich zu verhungern. Das berichten Derek Headey vom US-Entwicklungspolitik-Institut IFPRI und Kollegen am Dienstag in der Fachzeitschrift "The Lancet". 

Die Wissenschaftler haben verschiedene Szenarien analysiert und gehen im günstigsten Fall von 111.000 zusätzlichen Todesfällen bei Kindern unter fünf Jahren aus, im schlimmsten Fall von 178.000.

Mehr dazu findet ihr >>>hier.

Im Gesundheitszentrum in Gao (Mali) wird der Armumfang eines 16 Monate alten und schwer unterernährten Jungen vermessen. (Archivbild)
Im Gesundheitszentrum in Gao (Mali) wird der Armumfang eines 16 Monate alten und schwer unterernährten Jungen vermessen. (Archivbild)  © Dicko/Unicef/dpa

Update, 27. Juli, 10.07 Uhr: Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Barcelona ab

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen in Spanien rät das Auswärtige Amt nun von touristischen Reisen in mehrere Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen ab. Betroffen sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra. 

Die Balearen mit der beliebten Ferieninsel Mallorca oder die Kanaren bleiben verschont. Das Auswärtige Amt begründete den Schritt am Dienstag in seinen Reisehinweisen für Spanien mit den "hohen Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen".

Auf eine Reaktivierung der formellen Reisewarnung für die stark betroffenen Regionen verzichtete das Ministerium zunächst. Ein solcher Schritt hätte Urlaubern die kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht. Das Abraten von Reisen ist quasi eine Alarmstufe darunter.

Das Auswärtige Amt hatte die Reisewarnung für das besonders stark von der Corona-Pandemie getroffene Spanien erst am 21. Juni aufgehoben, nachdem die Regierung einen 14-wöchigen Notstand beendet hatte. Die Infektionszahlen waren in den vergangenen Tagen in einigen Gebieten wieder dramatisch gestiegen.

Die drei am stärksten betroffenen Regionen werden von der Bundesregierung aber trotzdem zunächst nicht zu den Risikogebieten gezählt. Rückkehrer aus diesen Gebieten müssen künftig in Deutschland einen Corona-Test machen.

Touristen schlendern über die Straßen von Barcelona in der spanischen Region Katalonien. Deutsche sollten aktuell vorerst nicht in die Stadt reisen, zumindest rät das Auswertige Amt davon ab. (Archivbild)
Touristen schlendern über die Straßen von Barcelona in der spanischen Region Katalonien. Deutsche sollten aktuell vorerst nicht in die Stadt reisen, zumindest rät das Auswertige Amt davon ab. (Archivbild)  © Felipe Dana/AP/dpa

Update, 27. Juli, 9.35 Uhr: Kurz sieht sich bei EU-Finanzen als Sachverwalter deutscher Interessen

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sieht sich in seinem Ringen um einen möglichst sparsamen Umgang mit europäischem Steuergeld als Sachverwalter der Interessen deutscher Bürger. 

"Es ist sicherlich nicht negativ für den deutschen Steuerzahler, wenn die Budgets, die in Richtung Süden Europas fließen, nicht ins Unendliche wachsen", sagte er am Dienstag im "Morning Briefing" des Journalisten Gabor Steingart. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sei er bei den Verhandlungen nicht immer auf einer Linie gewesen. Er glaube aber, dass sein Kurs bisher in ähnlicher Art und Weise auch von der deutschen Politik vertreten worden sei.

Den Konflikt mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der bei den Beratungen für höhere - nicht zurückzahlbare - Zuschüsse statt Krediten eingetreten war, kommentierte der 33-Jährige selbstbewusst. "Dass man das als lästig empfindet, dass noch andere Staaten mitreden wollen, kann ich emotional nachvollziehen."

Die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer hatten sich vor einer Woche auf ein Corona-Krisenprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro und einen siebenjährigen EU-Haushalt von 1074 Milliarden Euro geeinigt. 

Dabei hatten die sogenannten Sparsamen Vier (Österreich, Niederlande, Dänemark und Schweden) wesentlichen Anteil an der Ausgestaltung. Der Haushalt braucht die Billigung des EU-Parlaments, das in einem Vermittlungsverfahren Änderungen durchsetzen will.

Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich. (Archivbild)
Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich. (Archivbild)  © Johanna Geron/Reuters Pool/AP/dpa

Update, 27. Juli, 9.20 Uhr: Biontech und Pfizer nehmen mit Corona-Impfstoffkandidat weitere Hürde

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein Partner Pfizer haben die Erlaubnis der US-Behörden zum Start der Phase-2/3-Studie ihres Corona-Impfstoffkandidaten erhalten. Die Tests an bis zu 30.000 Probanden im Alter zwischen 18 und 85 Jahren werden demnach in 120 Studienzentren weltweit durchgeführt, unter anderem in Deutschland, wie Biontech am Dienstag in Mainz mitteilte.

Das bereits Mitte Juli bekannt gegebene Ziel, das Zulassungsverfahren im Oktober dieses Jahres einzuleiten, wurde zudem bekräftigt. Zugleich hat sich Biontech mit einer Kapitalerhöhung gut eine halbe Milliarde US-Dollar an der Börse verschafft.

Nach den Plänen von Biontech sollen im Erfolgsfall bis Ende des Jahres zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen weltweit geliefert werden. Bis Ende 2021 streben Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer an, mehr als 1,3 Milliarden weitere Dosen bereitzustellen. 

Die beiden Forschungspartner hatten den USA kürzlich in einem ersten Schritt bei Vorliegen einer entsprechenden Notfallgenehmigung zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen und weitere bis zu 500 Millionen Dosen als optionale Nachorderung zugesagt. Auch mit Großbritannien gibt es eine erste Liefervereinbarung.

Eine Mitarbeiterin von Biontech steht im Labor des Unternehmens. (Archivbild)
Eine Mitarbeiterin von Biontech steht im Labor des Unternehmens. (Archivbild)  © Stefan Albrecht/Biontech/dpa

Update, 27. Juli, 9.08 Uhr: "Wacken" Heavy-Metal-Festival startet als Livestream

Livestream statt Festival mit 75.000 Besuchern auf Wackens Wiesen: Am Mittwoch startet ein Online-Event als Ersatz für das wegen der Corona-Pandemie abgesagte Heavy-Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Wacken. Das Digitalfestival läuft bis Samstag.

Am Mittwoch sind unter anderem Auftritte von Body Count mit Ice-T, Anthrax, Motor Sister und von Metalqueen Doro geplant. An den vier Tagen stehen bei "Wacken World Wide" auch Konzerte von Blind Guardian, Heaven Shall Burn, In Extremo, Kreator und Beyond The Black und Sabaton auf dem Programm. Wacken-Gigs vergangener Jahre von Iron Maiden, In Flames und Arch Enemy ergänzen es.

Nach Veranstalterangaben werden die Musiker bei dem Festival live spielen. Sie sollen damit in Echtzeit mit präzisem Kamera-Tracking abgefilmt und direkt in ein virtuelles Set integriert werden. Die Fans sollen dabei nicht nur Zuschauer sein, sondern durch Mitmachprogramme und Interaktionen eingebunden werden.

Die Veranstalter hatten das weltbekannte Heavy-Metal-Festival mit Besuchern aus mehr als 80 Nationen wegen der Corona-Krise Mitte April abgesagt. Wacken-Mitbegründer Thomas Jensen nannte das Streaming-Festival "keine Kopie vom Richtigen". Er hofft, dass Metalfans zu Hause vor dem Stream feiern.

Das weltberühmte Wacken-Festival findet dieses Jahr wegen Corona nur digital statt. (Archivbild)
Das weltberühmte Wacken-Festival findet dieses Jahr wegen Corona nur digital statt. (Archivbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Update, 27. Juli, 9.01 Uhr: Aufseher: Europas Bankensektor kann Folgen der Corona-Krise abfedern

Europas Banken sind nach Einschätzung der EZB-Aufseher ausreichend gegen Rückschläge in der Corona-Krise gerüstet. Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld noch deutlich verschlechtern, würden die Kapitalpuffer der Institute allerdings "erheblich" zusammenschmelzen, warnte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag in Frankfurt. 

In einem solchen Fall müssten die Behörden bereit sein, weitere Maßnahmen zu ergreifen, "um einen gleichzeitigen Schuldenabbau durch Banken zu verhindern, der die Rezession vertiefen könnte", erklärte der Chef der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB), Andrea Enria.

Die Aufseher analysierten anhand von zwei Szenarien, wie die Kapitalpuffer von 86 Instituten im Euroraum reagieren würden, die direkt von der EZB beaufsichtigt werden. 

In der ersten Berechnung, die die EZB für wahrscheinlicher hält, geht die Notenbank von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Währungsraum um 8,7 Prozent im laufenden Jahr aus. Im zweiten Fall wird ein tieferer Absturz um 12,6 Prozent unterstellt. In beiden Szenarien erwartet die EZB, dass die Wirtschaft 2021 wieder auf Wachstumskurs gehen wird - wenn auch unterschiedlich schnell.

Je nach Schwere der konjunkturellen Krise würde die Kernkapitalquote (CET1) der Banken von einem Ausgangswert von 14,5 Prozent um 1,9 beziehungsweise 5,7 Prozentpunkte absinken. Im letzteren Fall müssten mehrere Institute Maßnahmen ergreifen, um die Mindestkapitalanforderungen der Aufseher zu erfüllen.

Update, 27. Juli, 8.47 Uhr: Opel-Chef: Haben Corona-Krise noch nicht überwunden

Opel-Chef Michael Lohscheller sieht die Corona-Krise für die Autobranche und sein Unternehmen noch nicht überwunden. Eine nachhaltige Erholung der zwischenzeitlich eingebrochenen Märkte sei unsicher, erklärte der Manager am Dienstag anlässlich der Vorstellung der Halbjahreszahlen des Mutterkonzerns PSA. Ein zweiter möglicher Lockdown könnte den nächsten empfindlichen Nachfrageeinbruch bringen und zu Unterbrechungen der Lieferketten führen.

Opel hatte gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall in den ersten sechs Monaten 2020 trotz Corona gut 110 Millionen Euro operativen Gewinn beigetragen. Allerdings wurden in dem Halbjahr nur noch gut 266.000 Autos der beiden Marken verkauft, der Absatzrückgang von 53,1 Prozent fiel deutlich stärker aus als bei den anderen Konzernmarken.

Lohscheller kündigte an, den Umbau des einst von General Motors übernommenen Autobauers zu beschleunigen. Man werde auch schwierige Themen anpacken, wozu auch die mit den Arbeitnehmervertretern stark umstrittene Neuregelung der Opel-Betriebsrenten gehöre. Zudem werde man die strikten CO2-Vorgaben der Europäischen Union erreichen und die Politik nicht um eine Aufweichung der Klimaziele bitten.

Michael Lohscheller, Geschäftsführer der Opel Automobile GmbH. (Archivbild)
Michael Lohscheller, Geschäftsführer der Opel Automobile GmbH. (Archivbild)  © Arne Dedert/dpa

Update, 27. Juli, 8.45 Uhr: Brinkhaus: Besser mehr Tests als neuer Lockdown

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat die geplanten Corona-Pflichttests für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten verteidigt. Angesichts hoher internationaler Fallzahlen sei "jetzt wieder Vorsicht angesagt", sagte der CDU-Politiker am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

"Und besser solche Test als wieder in einen generellen Lockdown hineinzugehen", betonte Brinkhaus. "Wir wollen keine zweite Welle haben in Deutschland. Das ist ganz wichtig. Wir wollen keinen Lockdown haben", sagte der CDU-Politiker.

Testkapazitäten dürften kein Problem sein, sagte Brinkhaus weiter. Wenn notwendig müsse nachgerüstet werden. Der Fraktionsvorsitzende sieht aber auch die Urlaubsrückkehrer selbst in der Verantwortung, sich testen zu lassen, um Mitbürger nicht zu gefährden.

Auf die Frage, ob es im Herbst erneut Beschränkungen des Alltags geben könnte wie im März, sagte Brinkhaus, man habe jetzt eine "andere Philosophie". Bei lokalen Corona-Ausbrüchen müsse "richtig feste reingegangen" und viel getan werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Das habe in vergangenen Monaten geklappt und sollte auch im Herbst tragen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Montag eine Testpflicht für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten angekündigt. Sie soll voraussichtlich kommende Woche in Kraft treten. Die Tests sollen für die Rückkehrer kostenfrei sein. Eine Ausweitung der Testpflicht auf Nicht-Risikoländer schloss Spahn aus. Laut Einstufung des Robert-Koch-Instituts zählen Länder wie Afghanistan, Ägypten, die USA und die Zentralafrikanische Republik aktuell zu den Risikogebieten. Auch das EU-Land Luxemburg steht drauf. Beliebte Urlaubsländer wie Spanien und Italien sind nicht der Liste.

Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. (Archivbild)
Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. (Archivbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 27. Juli, 7.50 Uhr: Brasilien sagt Oktoberfest in Blumenau wegen Corona ab

Nach dem Karneval in São Paulo und der Silvesterparty in Rio de Janeiro ist wegen der Corona-Pandemie auch das Oktoberfest im brasilianischen Blumenau abgesagt worden. Es sei das erste Jahr seit 1984 ohne "das größte deutsche Fest" des amerikanischen Doppelkontinents, hieß es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung von Blumenau.

Mehrere Hunderttausend Menschen fanden sich in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig auf dem Gelände des Parque Vila Germânica zu deutscher Volksmusik, zünftigem Essen und viel Bier ein. Der 1850 vom deutschen Einwanderer Hermann Otto Blumenau gegründete Ort im südlichen Bundesstaat Santa Catarina hat heute rund 350.000 Einwohner und gilt als eine der "deutschesten Städte" Brasiliens.

Nach jüngsten Daten der Regierung von Santa Catarina haben sich in Blumenau fast 4400 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 40 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bislang gestorben. Santa Catarina ist einer der brasilianischen Bundesstaaten mit dem höchsten Anstieg der Covid-19-Todesfälle. Nach den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Pandemie.

Brasilien ist mit 2,4 Millionen Corona-Infizierten das am zweitschlimmsten betroffene Land der Welt. (Archivbild)
Brasilien ist mit 2,4 Millionen Corona-Infizierten das am zweitschlimmsten betroffene Land der Welt. (Archivbild)  © Fernando Souza/dpa

Update, 27. Juli, 7.13 Uhr: Australian Open der Golfer wegen Corona-Pandemie auf 2021 verschoben

Die Australian Open der Golfer sind wegen der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Wenn überhaupt, soll frühestens Anfang 2021 im Kingston Heath Golf Club in Melbourne gespielt werden, wie die Organisatoren am Dienstag mitteilten. Grund sind die wieder stark gestiegenen Infektionen und Todesfälle an Covid-19 in den vergangenen beiden Monaten.

Die 105. Auflage des PGA-Turniers sollte eigentlich im November ausgetragen werden. Es ist das erste Mal seit 1945, dass der Wettkampf um den Stonehaven Cup ausfällt. Die Organisatoren hoffen, dass das Event zwischen Januar und März 2021 stattfinden kann.

Update, 27. Juli, 6.01 Uhr: UN-Chef sieht Pandemie als Chance für Umgestaltung der Städte

UN-Generalsekretär António Guterres sieht in der Coronavirus-Pandemie eine Chance für eine Neuerfindung der weltweiten Ballungsräume. "Die Zeit ist gekommen, die städtische Welt zu überdenken und umzugestalten", sagte der Chef der Vereinten Nationen am Dienstag in einer Videobotschaft.

Die Pandemie habe vielerorts für die Schaffung neuer Radwege und Fußgängerzonen gesorgt, mit der die Mobilität und die Luftqualität verbessert worden seien. Eine ökologische Transformation der Metropolen könne klimafreundliches Wachstum und neue Arbeitsplätze bringen. 

So könne nicht nur dem Coronavirus begegnet werden, sondern auch der Klimakrise und der Verschmutzung von Städten.

Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. (Archivbild)
Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. (Archivbild)  © Cyril Zingaro/KEYSTONE/dpa

Update, 27. Juli, 5.28 Uhr: Ärztekammerpräsident für Schulregelbetrieb «im Sinne der Kinder»

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält eine Rückkehr der Schulen zum normalen Betrieb im neuen Schuljahr für sinnvoll. "Der Anspruch muss sein, einen weitestgehenden Regelbetrieb an den Schulen zu sichern - im Sinne der Kinder", sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur.

Das entspricht auch der Auffassung der Bundesländer. Die hatten noch vor dem Sommer beschlossen, im neuen Schuljahr wieder in den Regelbetrieb zu wechseln - ohne Abstandsgebot, allerdings auch versehen mit der Einschränkung: "soweit es das Infektionsgeschehen zulässt".

Bei niedrigen Infektionszahlen hielte er es für verantwortungslos, Schulen geschlossen zu halten, sagte Reinhardt. "Bevor wir etwa große Sportveranstaltungen wieder zulassen, müssen wir es den Kindern ermöglichen, wieder ganz normal zur Schule zu gehen." Ohne ausreichend Unterricht über einen längeren Zeitraum drohten "enorme Folgeprobleme, etwa in Bezug auf die körperliche und psychische Entwicklung".

Reinhardt sprach sich für pragmatische Lösungen aus, um das Infektionsrisiko zu vermindern, wie eine Bestuhlung mit möglichst großem Abstand, regelmäßiges ausreichendes Lüften oder die Trennung großer Klassen und geteilten Unterricht am Vormittag und Nachmittag, selbst wenn das Mehrarbeit für die Lehrer bedeute.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. (Archivbild)
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. (Archivbild)  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 27. Juli, 5.10 Uhr: Corona-Krise trifft selbstständige Frauen hart - Grüne: Gegensteuern

Bei den Folgen der Corona-Krise für Selbstständige sehen die Grünen Frauen im Nachteil und fordern die Bundesregierung zum Gegensteuern auf. 

Wie das Arbeitsministerium auf Anfrage von Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt antwortete, waren einer ersten Schätzung zufolge in den Monaten April, Mai und Juni 2020 infolge der Corona-Pandemie mutmaßlich bis zu 64.300 Selbstständige zusätzlich auf ergänzende Leistungen aus der Grundsicherung angewiesen, darunter rund 28.400 Frauen. Damit läge der Frauenanteil bei gut 44 Prozent, laut Mikrozensus 2017 machten sie aber nur 34 Prozent der Selbstständigen aus.

"Diese ersten Schätzungen zeichnen ein düsteres Bild", sagte Göring-Eckardt der Deutschen Presse-Agentur. Schon vor der Krise hätten selbstständig arbeitende Frauen mit erheblich weniger Geld auskommen müssen als Männer. "Dass Frauen nun auch noch überproportional stark aus der selbstständigen Tätigkeit in den Hartz-IV Bezug fallen, ist ein weiteres Alarmsignal." 

Die Bundesregierung müsse die geschlechterspezifischen Auswirkungen der Corona-Krise in den Blick nehmen. Dafür fordern die Grünen einen "Geschlechtergerechtigkeits-Check" für alle Krisenmaßnahmen und Gesetzesvorschläge.

Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. (Archivbild)
Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. (Archivbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 27. Juli, 4.54 Uhr: 633 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 633 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 206.242 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 28.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9122 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen somit vier neue Todesfälle hinzu. Bis Dienstagmorgen hatten 190 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Laut den Statistiken der Johns Hopkins Universität in Baltimore fallen die Zahlen sogar noch etwas höher aus. Demnach gab es in Deutschland bereits 207.112 Infizierte und 9125 gemeldete Covid-19-Tote.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 27.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,28 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 27.7., 0.00 Uhr, bei 1,10 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 27. Juli, 4.47 Uhr: Bundeselternrat rechnet auch im neuen Schuljahr mit Schließungen

Der Bundeselternrat blickt mit Skepsis auf die von den Bundesländern geplante Wiederaufnahme des Regelbetriebs an den Schulen im neuen Schuljahr. Zwar wünschten sich Eltern sicheren und flächendeckenden Präsenzunterricht, sagte der Vorsitzende Stephan Wassmuth der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund der Pandemie gehe man aber davon aus, dass es aller Voraussicht nach regionalbedingt vielleicht sogar wieder flächendeckende Schulschließungen geben werde.

Die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland fordert deshalb von den Ländern auch konkrete Planungen für ein Szenario B mit einer Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht. 

"Wer das nicht vorbereitet hat, handelt höchst fahrlässig und gegen die Schülerinnen und Schüler." Die dem Verband bekannten Planungen seien nicht abschließend zu Ende gedacht. "Oftmals hat man das Gefühl, man agiert nach dem Prinzip Hoffnung (es wird schon klappen und wir werden nicht vom Virus ereilt)", sagte Wassmuth.

Er geht nach eigener Aussage davon aus, dass das kommende Schuljahr "keineswegs planmäßig verläuft". Allen sei klar, dass der aktuelle Lehrplan nicht zu schaffen sei. Dennoch habe sich offenbar keiner mehr mit einer "Entrümpelung der Lehrpläne" beschäftigt.

Schulkinder sitzen in einem Klassenraum einer Grundschule in Brandenburg. Der Bundeselternrat fordert ein "Szenario B", falls der Regelbetrieb, der ab kommenden Schuljahr wieder aufgenommen werden soll, nicht funktioniert. (Archivbild)
Schulkinder sitzen in einem Klassenraum einer Grundschule in Brandenburg. Der Bundeselternrat fordert ein "Szenario B", falls der Regelbetrieb, der ab kommenden Schuljahr wieder aufgenommen werden soll, nicht funktioniert. (Archivbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. Juli, 4.15 Uhr: Corona-Abstrich selbst nehmen? - Charité arbeitet an Kits für Zuhause

Husten und die Nase läuft - ist es womöglich Corona? Experten der Charité wollen einen Abstrich zum Selbermachen anbieten. "Wir arbeiten an der Überprüfung eines Zungen-Wangen-Nasenvorhof-Abstrichs, den Erwachsene bei sich selbst anwenden können oder Eltern bei ihren Kindern", sagte der Kommissarische Direktor des Charité-Instituts für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit, Frank Mockenhaupt.

Dafür müsse man mit dem Tupfer nicht so tief in die Nase gehen wie beim bisher gängigen Abstrich. Das Material könne zum Beispiel an Testwillige verschickt werden. "Es muss sich aber erst noch zeigen, ob damit zuverlässige Ergebnisse erreicht werden", sagte Mockenhaupt. Die Probe müsste zur Auswertung ins Labor geschickt werden, das Ergebnis könnte online oder per Telefon abgefragt werden. "Das Ganze dauert 2-3 Tage, wenn alles gut läuft", so Mockenhaupt.

Für den Herbst sei zu erwarten, dass vor allem jüngere Kinder häufig schnieften und Husten hätten, so Mockenhaupt. "Das wird in den allermeisten Fällen nicht Corona sein, aber vor allem die Eltern nervös machen." In solchen Fällen im Graubereich sei schnelle Gewissheit gefragt - und das Testkit vielleicht eine Option. "Wir brauchen ein simples, niedrigschwelliges Testangebot."

Gerade bei Kindern gelte der sogenannte tiefe Nasen-Rachen-Abstrich als ein zentrales Problem, schilderte der Leiter der Berliner Corona-Schulstudie. "Diese Art von Abstrich ist der Goldstandard, aber er ist auch ziemlich personal- und ressourcenintensiv." Für Tests bei Schulkindern vor den Sommerferien seien extra dünne und flexible Tupfer benutzt und auch von den Kindern toleriert worden.

Mediziner in Schutzkleidung, mit Mundschutz und Schutzschild vor den Gesichtern entnehmen zwei Personen Proben, um sie auf das Coronavirus zu testen. Möglicherweise können wir das bald zu Hause selbst machen. (Archivbild)
Mediziner in Schutzkleidung, mit Mundschutz und Schutzschild vor den Gesichtern entnehmen zwei Personen Proben, um sie auf das Coronavirus zu testen. Möglicherweise können wir das bald zu Hause selbst machen. (Archivbild)  © Gideon Markowicz/JINI/ XinHua/dpa

Update, 27. Juli, 4.03 Uhr: Lehrerverband befürchtet «Durcheinander» im neuen Schuljahr

An den Schulen droht nach den Sommerferien nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes ein "großes Durcheinander". Das sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur.

Er befürchte zudem "eine weitere Phase von Unsicherheit und Reibungsverlusten im Schulbetrieb". Die Politik dränge auf den Vollbetrieb der Schulen, ohne darauf oder auch auf eine etwaige Fortführung des Distanzunterrichts ausreichend vorbereitet zu sein. "Es wird zwar von den Landesregierungen beteuert, dass sie auf alle möglichen Szenarien vorbereitet sind, aber das stimmt nicht", sagte der Verbandspräsident.

Baden-Württemberg geht an diesem Donnerstag als letztes Bundesland in die Sommerferien, während in Mecklenburg-Vorpommern am nächsten Montag bereits das neue Schuljahr beginnt. Mehrere andere Bundesländer starten kurze Zeit später. Die Kultusminister der Länder hatten vor dem Sommer vereinbart, im neuen Schuljahr wieder den Regelbetrieb an den Schulen aufzunehmen und dabei auch auf die Abstandsregel zu verzichten - mit der Einschränkung: "sofern es das Infektionsgeschehen zulässt". Mitte Juli hatten sie dafür ein neues vorgelegt.

Meidinger bemängelte, für einen Vollbetrieb ohne Abstandsregeln fehlten die Lehrkräfte. Bildungsgewerkschaften schätzen, dass bis zu 20 Prozent der Lehrer zur Risikogruppe gehören und für den Präsenzunterricht ausfallen könnten. Auch die Hygieneregeln der Kultusminister der Länder für die Schulen werden als wenig praktikabel kritisiert, beispielsweise die Vorgabe, regelmäßig "intensiv" stoßzulüften.

"An vielen Schulen lassen sich die Fenster in höher gelegenen Klassenräumen aus Sicherheitsgründen nicht oder nur einen Spalt öffne"», sagte Meidinger. Zudem sei die Idee fester Lerngruppen vielleicht an Grundschulen umsetzbar, aber kaum an einer gymnasialen Oberstufe mit Kurssystem, wo die Schüler ständig mit anderen Mitschülern zusammen seien.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. (Archivbild)
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. (Archivbild)  © Armin Weigel/dpa

Update, 27. Juli, 4 Uhr: Luxemburgs Pandemie-Bekämpfer: Corona-Zahlen stabilisieren sich

In Luxemburg hat sich der Anstieg der Corona-Infektionszahlen nach Angaben des obersten Pandemie-Bekämpfers im Land verlangsamt: "Die Zahlen stabilisieren sich im Moment, wenn auch auf hohem Niveau", sagte der Direktor des Luxemburger Gesundheitsinstituts, Ulf Nehrbass, der Deutschen Presse-Agentur. 

Luxemburg sehe sich damit auf dem "richtigen Weg" und sei "sehr verhalten optimistisch", die Lage in den Griff zu bekommen. "Wir sind ganz klar in der zweiten Welle", sagte Nehrbass, der auch Sprecher der Covid-19 Task Force in Luxemburg ist.

Vor zwei Wochen war Luxemburg vom Robert Koch-Institut (RKI) zum Corona-Risikogebiet erklärt worden, nachdem es die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Die hohen Zahlen hingen auch damit zusammen, dass Luxemburg flächendeckend teste, sagte Nehrbass. Testpersonen seien auch Grenzgänger aus den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Belgien: "18 Prozent der entdeckten neuen Infektionen haben sich auf Grenzgänger erstreckt."

Am vergangenen Freitag waren noch 144 Neuinfektionen registriert worden, am Samstag waren es 83, am Sonntag dann 35. Bereits gut 400.000 Einwohner und Nicht-Ansässige sind im gut 600.000 Einwohner-Land getestet worden.

Rudi Balling, Mitglied der Taskforce "Research Luxembourg", die die luxemburgische Regierung in der Pandemie-Bekämpfung berät, hat den Anstieg der Corona-Neuinfektionen im Großherzogtum als "natürlich alarmierend" bezeichnet. "Die Frage, ob die Situation sich weiterhin verschärft, lässt sich im Moment nicht mit Sicherheit beantworten. Es kann in beide Richtungen gehen", sagte der Biomediziner. Eine akute Gefährdung der Nachbarländer nannte Balling unwahrscheinlich.

Ein Anstieg von Neuinfektionen werde im Moment in vielen Ländern beobachtet, nicht nur in Luxemburg, unterstrich Balling. "Man könnte sagen: Das Fass läuft gerade tröpfchenweise über. Es wird für alle wichtig werden, die Ursachen für den jetzt wieder zu beobachtenden Anstieg der Neuinfektionen zu identifizieren", sagte der Direktor des Forschungszentrums für System-Biomedizin der Universität Luxemburg.

Die Einstufung vom RKI als Risikogebiet mache Luxemburg zu schaffen. "Was uns trifft, ist, wie unreflektiert das geschehen ist. Ohne Nachfrage, ohne Diskussion und völlig unvermittelt", sagte Nehrbass. Bislang beläuft sich die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Personen in Luxemburg auf 6321. Darunter sind 1158 Nicht-Ansässige (Stand Montagabend). In Verbindung mit dem Virus sind 112 Menschen gestorben.

Luxemburg testet seine ganze Bevölkerung und Grenzgänger aus Deutschland, Frankreich und Belgien auf den Virus. (Archivbild)
Luxemburg testet seine ganze Bevölkerung und Grenzgänger aus Deutschland, Frankreich und Belgien auf den Virus. (Archivbild)  © Harald Tittel/dpa

Update, 27. Juli, 3.14 Uhr: EU-Haushalt: Kaum Spielraum für Zugeständnisse an das EU-Parlament

Nach der mühsamen Einigung des EU-Gipfels auf ein Haushaltspaket sieht die deutsche Ratspräsidentschaft wenig Spielraum für finanzielle Zugeständnisse an das Europaparlament. "Die Staats- und Regierungschefs haben sich letzte Woche auf die Gesamthöhe des Haushalts geeinigt", sagte ein Vertreter der Ratspräsidentschaft der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. "In diesem Rahmen müssen wir nun agieren."

Der EU-Gipfel hatte ein beispielloses Finanzpaket von 1,8 Billionen Euro geschnürt - 1074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise. Das Europaparlament stoppte das Paket aber zunächst, um mehr Geld für Forschung, Klimaschutz, Gesundheit und Studentenaustausch herauszuholen. Deutschland hat seit dem 1. Juli den Vorsitz der EU-Länder und damit eine Vermittlerrolle.

"Wir arbeiten an einer schnellen Einigung über das Paket zur Umsetzung der Beschlüsse des Europäischen Rats und setzen darauf, dass die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament bereits in der zweiten Augusthälfte starten können", sagte der Vertreter der Ratspräsidentschaft. Ein Abschluss des Haushaltspakets zum Jahresende sei machbar. "Dazu müssen wir jetzt zügig vorangehen, sowohl auf Brüsseler Ebene als auch beim Ratifizierungsprozess in den EU-Mitgliedsstaaten."

Zum ungelösten Streit mit Polen und Ungarn über die neue Rechtsstaatsklausel äußerte sich der Vertreter zurückhaltend und sagte nur: "Die Arbeit am Rechtsstaatsmechanismus wird auf der Basis des Entwurfs, der seit 2018 auf Arbeitsebene besprochen wird, fortgeführt. Er wird mit Blick auf die Ergebnisse des Europäischen Rats angepasst."

Polen und Ungarn lehnen die von der Mehrheit der EU-Staaten und vom EU-Parlament gewünschte Neuerung ab, dass Ländern bei Einschränkungen etwa von Justiz oder Medienfreiheit EU-Gelder gekürzt werden können. Wie der Konflikt gelöst werden soll, ist unklar. Die beiden Staaten könnten das Haushaltspaket blockieren, denn es muss einstimmig beschlossen werden.

Ein mögliches Zugeständnis an das Parlament deutete der Vertreter der Ratspräsidentschaft an: "Das Europaparlament fordert nachvollziehbarerweise Mitsprache beim 750-Milliarden-Paket. Hier werden wir mit dem Parlament an einer interinstitutionellen Vereinbarung arbeiten."

Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, hält eine Rede im Europäischen Parlament. (Archivbild)
Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, hält eine Rede im Europäischen Parlament. (Archivbild)  © Francois Walschaerts/AFP Pool/dpa

Update, 27. Juli, 2.41 Uhr: Kritik nach zahlreichen Corona-Fällen bei MLB-Team aus Miami

Nach dem Coronavirus-Ausbruch im MLB-Team der Miami Marlins mehrt sich unter Spielern, Managern sowie in US-Medien die Kritik an der Major League Baseball. Nach übereinstimmenden Berichten vom Montag sind zwölf Spieler und zwei Trainer des Teams aus Florida mit dem Virus infiziert. Die ersten vier Fälle sollen im Team demnach bereits am Samstag bekannt gewesen sein. 

Dennoch traten die Marlins bei den Philadelphia Pillies an und gewannen 11:6. Die für Montag geplanten Partien zwischen den Marlins und den Baltimore Orioles sowie zwischen den Philadelphia Phillies und den New York Yankees wurden dann abgesagt - die Saison soll aber weitergehen.

"Jetzt werden wir wirklich sehen, ob die MLB die Gesundheit der Spieler an erste Stelle setzt", schrieb Pitcher David Price von den Los Angeles Dodgers. Er hatte wegen der Unsicherheiten entschieden, auf die Saison zu verzichten und nicht zu spielen. "Wenn so etwas passiert, macht das jeden noch einen Tick nervöser, als man ohnehin schon ist", sagte Assistenz-Trainer Mickey Callaway von den Dodgers der "Los Angeles Times".

"Mein Besorgnislevel ist von acht auf zwölf gestiegen", meinte Manager Dave Martinez von den Washington Nationals. "Man sieht wie sich ein halbes Team infiziert und von Stadt zu Stadt reist. Ich habe Freunde in dem Miami-Team, das stinkt wirklich."

MLB-Boss Rob Manfred sagte in einem Interview des MLB Network, dass man glaube, die Gesundheit der Spieler gewährleisten zu können. Sollten die Testergebnisse der Marlins "akzeptabel" sein, solle das Team am Mittwoch gegen die Orioles spielen.

Die MLB hat erst am Freitag als erste der vier großen US-Sportligen neben Basketball (NBA), Eishockey (NHL) und Football (NFL) trotz der in den USA weiter rasant steigenden Infektionszahlen den Spielbetrieb wieder aufgenommen. Die 60 Spiele je Mannschaft finden ähnlich wie in der Bundesliga in Stadien ohne Zuschauer statt.

Bei den Miami Dolphins (in den weißen Trikots) gibt es aktuell zwölf bestätigte Corona-Infektionen. (Archivbild)
Bei den Miami Dolphins (in den weißen Trikots) gibt es aktuell zwölf bestätigte Corona-Infektionen. (Archivbild)  © Lynne Sladky/AP/dpa

Update, 27. Juli, 1.43 Uhr: Republikaner stellen eine Billion schweres Corona-Hilfspaket vor

Die US-Republikaner haben ihren Vorschlag für ein weiteres Corona-Hilfspaket im Umfang von rund einer Billion US-Dollar (860 Milliarden Euro) vorgestellt. "Das amerikanische Volk braucht mehr Hilfe", sagte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, am Montag (Ortszeit). 

Die Unterstützung müsse aber "sorgfältig zugeschnitten" sein, während das Land mit einem Fuß in der Pandemie und mit dem anderen Fuß in der Erholung der Wirtschaft stecke.

Der Plan sehe eine weitere Runde an Einmalzahlungen in Höhe von 1200 US-Dollar für "die meisten" amerikanischen Erwachsenen vor, sagte Senator Chuck Grassley. Er verteidigte die Absicht, die wöchentliche Arbeitslosenhilfe des Bundes zu kürzen. 

Die zum Monatsende auslaufende Unterstützung in Höhe von 600 US-Dollar, die Arbeitssuchende zusätzlich zu der von den Bundesstaaten ausgezahlter Hilfe bekommen, führe dazu, dass die Menschen sich darauf ausruhten, machte Grassley deutlich: "Die Leute werden nicht arbeiten. Und was dieses Land braucht, sind mehr Arbeiter." Es solle nun keine Wochenpauschale in Höhe von 600 Dollar mehr geben, sondern Lohnersatzzahlungen in Höhe von 70 Prozent.

Über das neue Hilfspaket gibt es Streit zwischen den Republikanern und Demokraten im US-Kongress. Die Demokraten werfen den Republikanern vor, ein neues Paket verzögert zu haben. Sie plädieren für ein Hilfspaket im Umfang von drei Billionen US-Dollar, das unter anderem eine Fortsetzung der wöchentlichen Arbeitslosenhilfe des Bundes in Höhe von 600 Dollar beinhaltet.

Die Corona-Pandemie hat die US-Wirtschaft empfindlich getroffen. Millionen Menschen sind innerhalb kürzester Zeit arbeitslos geworden. Seit mehr als drei Monaten war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zuletzt wieder gestiegen. Mit bereits beschlossenen Konjunkturprogrammen sollten fast drei Billionen Dollar in die US-Wirtschaft gepumpt werden, was mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht.

Der republikanischer Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, während einer Pressekonferenz.
Der republikanischer Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, während einer Pressekonferenz.  © Susan Walsh/AP/dpa

Update, 27. Juli, 1.25 Uhr: Steuerberater fordern Aufschub für Steuererklärungen

Die Vertretung der Steuerberater fordert wegen der Corona-Krise, die Frist zur Einreichung von Steuererklärungen zu verlängern. 

Mit Überbrückungshilfen und der Mehrwertsteuersenkung hätten die Steuerberater-Büros so viel zu tun, dass sie bei den normalen Steuererklärungen für 2019 erheblich im Rückstand seien, sagt der Präsident der Bundessteuerberaterkammer, Hartmut Schwab, dem "Handelsblatt" (Dienstag). "Wir brauchen jetzt eine Verlängerung für alle Steuererklärungen aus dem Jahr 2019", forderte er.

Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums verwies laut "Handelsblatt" darauf, dass sowohl Steuerpflichtige als auch Steuerberater im Einzelfall eine Fristverlängerung beantragen könnten. "Mit diesen Anträgen wird die Finanzverwaltung großzügig umgehen", zitierte die Zeitung die Sprecherin.

Steuerpflichtige, die sich nicht etwa von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein beraten lassen, müssen ihre Steuererklärung für 2019 bis zum 31. Juli abgeben. Wer sich beraten lässt, hat bis Ende Februar 2021 Zeit.

Update, 27. Juli, 22.11 Uhr: Corona-Krise - IWF unterstützt Südafrika mit 4,3 Milliarden Dollar

Im Kampf gegen die Corona-Krise unterstützt der Internationale Währungsfonds (IWF) Südafrika mit einem Hilfspaket in Höhe von rund 4,3 Milliarden US-Dollar (3,8 Milliarden Euro). Die Finanzierung werde Südafrika bei der Überwindung der Krise helfen, erklärte der Fonds am Montag. 

Die Ausbreitung des Virus und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hätten Südafrika in eine "schwere wirtschaftliche Rezession" gestürzt, hieß es weiter.

Der IWF hatte im Juni prognostiziert, dass die Wirtschaft des G-20-Mitglieds Südafrika in diesem Jahr wegen der Pandemie um 8 Prozent einbrechen werde. Seither hat die Zahl der Neuinfektionen in Südafrika aber nochmals deutlich zugenommen. Daten der Universität Johns Hopkins zufolge gibt es dort inzwischen knapp 450.000 bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - mehr als in jedem anderen Land Afrikas.

Der in Washington ansässige IWF unterstützt wegen der Pandemie zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer, oft mit einer Mischung aus Nothilfen und Krediten. Rund 100 Länder haben sich beim IWF nach Unterstützung erkundigt, Dutzende haben bereits Mittel beantragt.

Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde prüfen eine Liste mit Personen, die sowohl auf Covid-19, als auch auf HIV und Tuberkulose getestet werden sollen.
Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde prüfen eine Liste mit Personen, die sowohl auf Covid-19, als auch auf HIV und Tuberkulose getestet werden sollen.  © Jerome Delay/AP/dpa

Update, 27. Juli, 21.56 Uhr: Musiker protestieren in Prag gegen Corona-Einschränkungen

Mehr als tausend Musiker und Kreative haben in Prag an einer Kundgebung unter dem Motto "Für Live-Musik" teilgenommen. 

Mit der Aktion auf dem Altstädter Ring am Montagabend wollten sie nach Angaben der Veranstalter auf ihre existenziellen Probleme wegen der Corona-Krise hinweisen. Man sehe kein Licht am Ende des Tunnels, hieß es in einem offenen Brief an Ministerpräsident Andrej Babis. Fast alle Festivals, Konzerte und anderen Auftrittsmöglichkeiten würden abgesagt. Die Musiker forderten eine schnelle Lockerung der Corona-Einschränkungen und finanzielle Unterstützung.

Tschechiens Kulturminister Lubomir Zaoralek setzt nach eigenen Worten auf einen Dialog mit den Demonstranten. Man müsse sich indes darauf einstellen, dass gewisse Einschränkungen bis zum Jahresende andauern werden, sagte der Sozialdemokrat nach Angaben der Agentur CTK nach der Kabinettssitzung. Derzeit dürfen bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen maximal 500 Personen zusammenkommen. Bei mehr als 100 Teilnehmern besteht eine Mundschutzpflicht. 

In Tschechien hat es bisher 373 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben.

Beschäftigte aus der Musikindustrie haben sich zu einer Demonstration in der Altstadt versammelt.
Beschäftigte aus der Musikindustrie haben sich zu einer Demonstration in der Altstadt versammelt.  © Petr David Josek/AP/dpa

Update, 27. Juli, 21.16 Uhr: Britisches Ministerium warnt auch vor Reisen auf spanische Inseln

Das britische Außenministerium hat eine Reisewarnung auch für die Balearen und Kanaren ausgesprochen. Zunächst galt die Warnung, alle nicht absolut notwendigen Reisen wegen der Coronavirus-Pandemie zu vermeiden, nur für das spanische Festland. 

An der zweiwöchigen Quarantänepflicht für Briten, die aus Spanien kommend wieder ins Vereinigte Königreich einreisen, ändert das nichts. Sie galt schon zuvor für ganz Spanien.

Viele Spanien-Urlauber waren von der Maßnahme am Wochenende überrascht worden, darunter auch der britische Verkehrsminister Grant Shapps. Er kündigte am Montag an, seinen Urlaub dort abzubrechen. Spanien gehört zu den Ländern, in denen Briten am liebsten Ferien machen. 

In einigen Regionen dort hatten die Behörden aber wieder einen deutlichen Anstieg der Coronavirus-Infektionen registriert.

Touristen kommen auf Palma de Mallorca an.
Touristen kommen auf Palma de Mallorca an.  © Joan Mateu/AP/dpa

Update, 27. Juli, 20.31 Uhr: Fast 50 Corona-Neuinfektionen nach Trauerfeier

Nach einer Trauerfeier sind im Großraum Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg 47 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Wie eine Sprecherin des Landratsamts am Montag sagte, könnten noch mehr Menschen infiziert sein. Eine Teilnehmerliste zu der Trauerfeier vor rund zwei Wochen gebe es nicht, man gehe aber von mehr als hundert Gästen aus. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Unter den Infizierten sind nach Angaben der Sprecherin auch Kinder. Eine Kita in Schwäbisch Gmünd sei vorübergehend geschlossen worden, eine Grundschulklasse sei getestet worden - offenbar habe sich jedoch kein Mitschüler angesteckt. Bis Mittwoch seien weitere Tests in mehreren Klassen an verschiedenen Schulen geplant. Darüber hinaus wird laut der Sprecherin weiter nach den Teilnehmern der Feier gesucht.

Update, 27. Juli, 20.25 Uhr: Bulgarische Regierung beschließt neues Corona-Paket - Proteste

Bulgariens Regierung hat vor dem Hintergrund von Rücktrittsforderungen ein weiteres Corona-Hilfspaket beschlossen. Die wirtschaftlichen und sozialen Maßnahmen kosten den Staat 1,1 Milliarden Lewa (rund 590 Millionen Euro), wie die Regierung in Sofia am Montag mitteilte.

Die Proteste gegen die Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow gingen trotz des neuen Corona-Pakets den 19. Abend in Folge weiter. Die Demonstranten in dem ärmsten EU-Land stellen politische und soweit keine wirtschaftlichen Forderungen. In Sofia und anderen großen Städten verlangen sie seit fast drei Wochen Neuwahlen.

Die Demonstranten werfen der seit 2017 amtierenden bürgerlich-nationalistischen Regierung Korruption und Verbindungen zu einem Oligarchen vor. Die Regierung schließt wegen der Corona-Krise einen Rücktritt aus: "Es stehen außerordentlich schwierige Monate bevor", sagte Borissow. "Nur unsere Verantwortung hält uns an der Macht."

Die Regierung will nun Kliniken, Ärzte und Krankenschwestern gegen das Coronavirus stärker unterstützen. Es soll Zuschüsse zu den vom Staat gezahlten Renten geben. Außerdem sollen Investitionen in die Infrastruktur sowie der IT-Sektor gefördert werden.

Auch der für Bulgarien wichtige Tourismussektor, der wegen der Corona-Pandemie schwer angeschlagen ist, wird weiter unterstützt. Reiseunternehmen, die Urlauber nach Bulgarien bringen, sollen subventioniert werden. Der Mehrwertsteuersatz für Reisebüros soll von jetzt 20 auf neun Prozent herabgesetzt werden - also auf den Satz für die Gastronomie und Hotels. Für 38.000 Ärzte und Krankenschwestern, die Corona-Patienten behandeln, wird es Gutscheine für einen Teil des Urlaubs im eigenen Land geben.

Nach einem gescheiterten Misstrauensantrag gegen die Regierung hatte Borissow sein Kabinett am Freitag umgebildet. Die oppositionellen Sozialisten hatten das Misstrauensvotum im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen beantragt. Auch Staatschef Rumen Radew, der den Sozialisten nahe steht, verlangt Neuwahlen.

Bojko Borissow, Ministerpräsident von Bulgarien.
Bojko Borissow, Ministerpräsident von Bulgarien.  © Johanna Geron/Reuters Pool via AP/dpa

Update, 27. Juli, 18.55 Uhr: Keine positiven Corona-Tests in der vergangenen Woche in der NHL

Die nordamerikanische Eishockey-Profiliga NHL hat für die vergangene Woche kein positives Corona-Ergebnis gemeldet. 

Insgesamt wurden nach Angaben vom Montag im Zeitraum zwischen dem 18. und 25. Juli mehr als 800 Spieler getestet, 4256 Proben wurden genommen. Keiner der Spieler sei positiv auf Covid-19 getestet worden, hieß es in der Mitteilung. In der Woche zuvor (13. bis 17. Juli) hatte es zwei positive Tests gegeben. Namen von betroffenen Profis oder Clubs wurden nicht genannt.

Die NHL hatte ihre Hauptrunde wegen der Corona-Krise abgebrochen und will mit erweiterten Playoffs und 24 Teams weitermachen. Die Spiele starten am 1. August in den kanadischen Städten Edmonton und Toronto.

Der Deutsche Philipp Grubauer, Torwart bei Colorado Avalanche, in Aktion beim Training des Klubs.
Der Deutsche Philipp Grubauer, Torwart bei Colorado Avalanche, in Aktion beim Training des Klubs.  © David Zalubowski/AP/dpa

Update, 27. Juli, 18.40 Uhr: Luxusgüterkonzern LVMH erleidet in Corona-Krise Gewinneinbruch

Dem Luxusgüterkonzern LVMH sind im ersten Halbjahr im Zuge der Corona-Pandemie Umsatz und Ergebnis weggebrochen. 

Weil der internationale Tourismus nahezu lahmgelegt war und die Geschäfte und die Produktion weltweit nahezu komplett über mehrere Monate geschlossen waren, brach der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft im ersten Halbjahr um fast 70 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden ein. Netto verbuchte der Konzern mit 522 Millionen Euro sogar mehr als 80 Prozent weniger, wie LVMH am Montag in Paris mitteilte.

Die Umsätze sanken um mehr als ein Viertel auf 18,4 Milliarden Euro. Dabei fiel der Rückgang bereinigt um Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe im zweiten Quartal mit 38 Prozent deutlich größer aus als zum Jahresauftakt. LVMH hofft auf eine stetige Erholung der Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte. Über eine mögliche Zwischendividende für die Aktionäre will der Konzern im Oktober entscheiden.

Bernard Arnault, französischer Milliardär und Vorsitzender von LVMH, spricht bei einer Präsentation.
Bernard Arnault, französischer Milliardär und Vorsitzender von LVMH, spricht bei einer Präsentation.  © Michel Euler/AP/dpa

Update, 27. Juli, 18.30 Uhr: Google-Mitarbeiter sollen bis Juli 2021 zuhause arbeiten

Google stellt sich auf noch ein Jahr Heimarbeit in der Corona-Krise ein. Mehr zur Google-Heimarbeit erfahrt Ihr >>> hier

Google-Mitarbeiter müssen noch bis Juli 2021 arbeiten.
Google-Mitarbeiter müssen noch bis Juli 2021 arbeiten.  © Marc Müller/dpa

Update, 27. Juli, 18 Uhr: Corona-Tests bei Einreise aus Risikogebieten sollen Pflicht werden

Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen sich künftig auf das Virus testen lassen müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, er werde "eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anordnen".

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Freiwillige Corona-Tests gibt es bereits.
Freiwillige Corona-Tests gibt es bereits.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. Juli, 17.44 Uhr: Tausende Gastronomen im Kosovo protestieren gegen Corona-Sperrstunde

Mehrere Tausend Restaurant-, Café- und Bar-Betreiber haben am Montag im Zentrum der Kosovo-Hauptstadt Pristina gegen die wegen Corona erlassene Sperrstunde protestiert. 

Die Teilnehmer der Kundgebung führten Kartons in Schlüsselform mit sich und legten sie am Ende des Protestmarsches vor das Regierungsgebäude. Damit wollten sie darauf hinweisen, dass sie ihre Betriebe bald schließen müssten, wenn die Maßnahmen andauern und die Regierung ihnen nicht hilft.

Im Kosovo breitet sich das Coronavirus derzeit besonders stark aus. Binnen 24 Stunden wurden nach Medienberichten vom Montag 276 Neuansteckungen registriert. Seit Beginn der Pandemie wurde bei 7413 Menschen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 185 Patienten starben. Das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Balkanland hat 1,8 Millionen Einwohner.

Unter dem Eindruck der steigenden Infektionszahlen hatte die kosovarische Regierung die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu Monatsbeginn verschärft. Unter anderen gilt für Restaurants, Cafés Pubs und Bars eine Sperrstunde um 21.00 Uhr. Die Demonstranten forderten die Verlängerung der Sperrstunde bis Mitternacht.

Schlüsselbunde liegen bei einem Protest auf dem Boden. Mehrere Tausend Restaurant-, Café- und Bar-Betreiber haben gegen die wegen Corona erlassene Sperrstunde protestiert.
Schlüsselbunde liegen bei einem Protest auf dem Boden. Mehrere Tausend Restaurant-, Café- und Bar-Betreiber haben gegen die wegen Corona erlassene Sperrstunde protestiert.  © Stringer/dpa

Update, 27. Juli, 17.38 Uhr: Baseball: Zwölf Spieler und zwei Trainer positiv auf Corona getestet

In der Major League Baseball ist es nur drei Spiele nach dem Saisonstart zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Zwölf Spieler und zwei Trainer der Miami Marlins sollen laut Medienberichten positiv auf das Coronavirus getestet worden sein. Die für diesen Montag geplante Partie gegen die Baltimore Orioles wurde abgesagt.

Bereits am Sonntag waren vier Marlins-Spieler positiv getestet worden. Nun sei die Zahl weiter gestiegen. Laut ESPN sollen nicht alle der Betroffenen symptomfrei sein.

Die MLB hat erst am Freitag als erste der vier großen US-Sportligen neben Basketball (NBA), Eishockey (NHL) und Football (NFL) trotz der in den USA weiter rasant steigenden Infektionszahlen den Spielbetrieb wieder aufgenommen. Das ist der erste Härtetest, ehe in dieser Woche auch die NBA und NHL wieder spielen und die NFL-Teams ihre Spieler zu den Trainingscamps erwarten.

Am Sonntag hatten die Marlins trotz der vier positiven Corona-Fälle bei den Philadelphia Phillies mit 11:6 gewonnen. Die Marlins entschieden sich gegen eine Rückreise nach Miami am Sonntagabend. Die mit Covid-19 Infizierten sind in Quarantäne, darunter auch Pitcher Jose Urena.

Noch ist unklar, ob neben den Marlins auch die Phillies vorerst aus dem Spielbetrieb genommen werden. Zudem könnten die Atlanta Braves betroffen sein, gegen die Miami am vergangenen Mittwoch ein Testspiel absolvierte.

Pablo Reyes von den Pittsburgh Pirates in Aktion während eines Spiels der Pittsburgh Pirates gegen die Miami Marlins.
Pablo Reyes von den Pittsburgh Pirates in Aktion während eines Spiels der Pittsburgh Pirates gegen die Miami Marlins.  © Gene J. Puskar/AP/dpa

Update, 17.30 Uhr: Trumps Sicherheitsberater O'Brien positiv auf Corona getestet

US-Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater Robert O'Brien hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Er habe "milde Symptome", erklärte das Weiße Haus am Montag. 

O'Brien habe sich in Isolation begeben und arbeite weiter von einem "sicheren Ort" aus, erklärte die Regierung. Für Präsident Trump und seinen Vize Mike Pence bestehe daher keine Gefahr einer Infektion, hieß es weiter. Auch die Arbeit des Nationalen Sicherheitsrats finde ohne Unterbrechung normal weiter statt.

Das Büro des Nationalen Sicherheitsberaters im Weißen Haus befindet sich in der Nähe des Amtszimmers des Präsidenten. US-Medien berichteten allerdings, O'Brien habe bereits seit mehreren Tagen nicht mehr aus seinem Büro gearbeitet.

Zuvor hatte es im Weißen Haus bislang nur im Mai zwei Infektionen prominenter Mitarbeiter gegeben, die bekannt geworden waren. Dabei handelte es sich um einen Mitarbeiter Trumps und die Pressesprecherin des Vizepräsidenten, Katie Miller.

Trump selbst wird nach eigenen Angaben täglich auf das Coronavirus getestet. Mitarbeiter, Besucher und Journalisten, die in engen Kontakt zum Präsidenten kommen, werden auch getestet.

Robert C. O'Brien, Nationaler Sicherheitsberater der USA.
Robert C. O'Brien, Nationaler Sicherheitsberater der USA.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 27. Juli, 17.25 Uhr: Kreis Gütersloh sieht keine neue Corona-Welle bei Tönnies

Unter den nach Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs bei Tönnies gemeldeten 31 Corona-Fällen sind nur sechs echte Neuinfektionen. Das berichtete der Kreis Gütersloh am Montag. Der Kreis sieht keine zweite Welle bei Tönnies. 

Demnach handelt es sich bei den meisten um Altfälle, also Personen, die schon vor Wochen einen positiven Befund hatten und bei denen das Virus noch nachweisbar ist, die aber nicht mehr ansteckend sind. Der Fleischkonzern selbst spricht von 26 alten und nur fünf neuen Fällen, also einem Fall weniger als die Behörde.

Unternehmenssprecher Markus Eicher sagte, die nach seinem Kenntnisstand fünf Beschäftigten mit einem neuen Positivbefund seien einen Tag lang zur Arbeit gegangen, bevor sie ihr Ergebnis erhielten und in Quarantäne geschickt wurden. Die Behörden verfolgten deren Kontakt nach. 

Zu möglichen erneuten Ansteckungen im Werk durch die einzelnen neuen Infektionen betonte er, man sehe sich durch die verstärkten Hgyiene- und Schutzmaßnahmen gut aufgestellt. "Wir haben unsere Maßnahmen erhöht und sind sensibel und wachsam, um einen neuen Ausbruch zu vermeiden."

Nach einem Massenausbruch und vierwöchigen Zwangspause am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück war ein Anlaufen der Produktion erst vor gut einer Woche wieder erlaubt worden. Zuvor hatte es umfangreiche Prüfungen eines Hygienekonzepts und zahlreiche Schutzvorkehrungen gegeben, zu denen auch die intensive Testung gehört. 

Bei einer zweiten Untersuchung der bereits in der Produktion eingesetzten Mitarbeiter seien die 31 Positiv-Ergebnisse dann ermittelt worden.

Update, 27. Juli, 17.13 Uhr: Zahl der Corona-Fälle bei Aida-Crewmitgliedern steigt auf elf

Die Zahl der Corona-Infektionen bei den Besatzungsmitgliedern von Aida ist um einen Fall auf elf gestiegen. "Nach aktuellem Stand wurde eine weitere Infektion bei den gestrigen Tests festgestellt", sagte eine Sprecherin der Stadt Rostock der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Zuvor hatte die "Ostsee-Zeitung" darüber berichtet.

Mitte Juli waren 750 Aida-Besatzungsmitglieder aus Asien mit drei Flugzeugen auf dem Flughafen Rostock-Laage angekommen. Das Kreuzfahrt-Unternehmen hatte zuletzt trotz der infizierten Crewmitglieder an den geplanten Kurz-Kreuzfahrten festgehalten. Am 5. August soll in Hamburg die "AIDAperla" zur Kurz-Kreuzfahrt ohne Landgang ablegen, am 12. August in Rostock die "AIDAmar" und am 16. August in Kiel die "AIDAblu".

Die beiden Aida-Schiffe "Aidaaura" und "Aidacara" (r) liegen am Kreuzfahrt-Terminal Steinwerder.
Die beiden Aida-Schiffe "Aidaaura" und "Aidacara" (r) liegen am Kreuzfahrt-Terminal Steinwerder.  © Christian Charisius/dpa

Update, 27. Juli, 17 Uhr: Coronavirus: US-Impfstoffkandidat wird an 30.000 Menschen getestet

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff geht in den USA ein aussichtsreiches Mittel in die heiße Phase seiner Erprobung. Eine klinische Phase III-Studie zu einem Impfstoffkandidaten der US-Biotech-Firma Moderna habe begonnen, teilte die zuständige Gesundheitsbehörde NIH am Montag mit. 

"An der Studie, die an klinischen Forschungsstandorten in den USA durchgeführt wird, werden voraussichtlich etwa 30.000 freiwillige Erwachsene teilnehmen, die kein COVID-19 haben."

In einer Phase III-Studie wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt. In einem ähnlich fortgeschrittenem Stadium werden der WHO zufolge derzeit nur eine Handvoll weiterer Wirkstoffe erforscht.

In bislang durchgeführten Tests mit dem Moderna-Mittel hatten Probanden laut NIH Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. So waren demnach bei 45 Teilnehmern im Alter von 18 bis 55 Jahren keine ernsthaften Nebenwirkungen eingetreten. 

Die Probanden bekamen innerhalb von zwei Monaten zwei Injektionen des RNA-Impfstoffs und entwickelten mehr neutralisierende Antikörper als Personen, bei denen eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert worden war. Moderna sprach in einer Mitteilung von einer "robusten Immunreaktion".

Wann mit eindeutigen Ergebnissen zu rechnen ist, ist den US-Behörden zufolge unklar. Einige Probanden würden ihre zweite Impfdosis wohl erst Ende November erhalten. NIH-Direktor Francis Collins gab sich jedoch optimistisch, dass ein Mittel schon bald zur Verfügung steht: "Ein sicherer und wirksamer Impfstoff, der bis Ende 2020 verteilt wird, ist ein großes Ziel, aber es ist das richtige Ziel für das amerikanische Volk".

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff geht in den USA ein aussichtsreiches Mittel in die heiße Phase seiner Erprobung.
Im Rennen um einen Corona-Impfstoff geht in den USA ein aussichtsreiches Mittel in die heiße Phase seiner Erprobung.  © Ted S. Warren/AP/dpa

Update, 27. Juli, 16.36 Uhr: Jurist: Verpflichtende Corona-Tests für bestimmte Reisende legitim

Verpflichtende Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten wären nach Einschätzung des Rechtswissenschaftlers Thorsten Kingreen von der Universität Regensburg rechtmäßig. 

"Ein Test ist ein Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Montag. "Das Ziel des Infektionsschutzes ist aber legitim und der Eingriff zumutbar. Deshalb wäre ein verpflichtender Test verfassungsrechtlich zulässig." Und: "Wer in Risikogebiete reist, muss damit rechnen, dass danach ein Test auf ihn zukommen könnte." Derzeit prüft die Bundesregierung eine solche Regelung.

Auch eine Weitergabe der Kosten an Betroffene, wie sie etwa FDP-Chef Christian Lindner fordert, hält Kingreen für zulässig. "Zumindest Urlaubsreisen unternimmt man ja freiwillig, und wenn der Staat die Kosten trägt, sind am Ende alle als Steuerzahler beteiligt - auch die, die sich gerade keinen Urlaub leisten können." Bei Dienstreisen wäre hingegen der Dienstherr oder der Arbeitgeber in der Pflicht.

Eine konkrete Rechtsgrundlage für Pflichttests sei allerdings auch nötig, und diese könne der Gesetzgeber wohl indes erst nach der Sommerpause im September oder Oktober schaffen, merkte Kingreen an. "Übergangsweise könnte man sich auf Generalklauseln zur Gefahrenabwehr in den Polizei- und Ordnungsgesetzen des Bundes und der Länder berufen."

Juristisch weniger angreifbar wäre eine Verpflichtung zur Übernahme der Kosten nach Einschätzung des Juristen, wenn sie erst ab einem Stichtag in der Zukunft gelten würde. "Sonst könnten Betroffene dagegen klagen mit der Begründung, dass die Kosten beim Reiseantritt noch nicht absehbar waren."

Mit einem Corona-Test können Reiserückkehrer aus Risikogebieten unter Umständen eine Quarantäne vermeiden.
Mit einem Corona-Test können Reiserückkehrer aus Risikogebieten unter Umständen eine Quarantäne vermeiden.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Update, 27. Juli, 14.57 Uhr: Mehr als 100.000 Corona-Fälle in Indonesien

In Indonesien ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen auf mehr als 100.000 gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden seien rund 1500 neue Fälle registriert worden, die Gesamtzahl sei damit auf 100.300 gestiegen, teilten die Behörden in Jakarta am Montag mit. 

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 stieg um 57 auf mehr als 4800. Bereits Mitte Juli hatte der südostasiatische Inselstaat erstmals China bei den Infektionszahlen überholt - rund einen Monat nachdem das Land Lockerungen für die Wirtschaft und das öffentliche Leben eingeleitet hatte.

In einer Kabinettssitzung forderte Präsident Joko Widodo seine Minister auf, in der Bekämpfung der Pandemie nicht nachzulassen. Die Krise sei noch voll im Gange. "Das Ziel ist klar: Wir müssen die Todesrate so weit wie möglich reduzieren, die Genesungsrate steigern und die Zahl neuer Fälle eindämmen", betonte Widodo. 

Der Archipel mit seinen fast 270 Millionen Einwohnern ist in der Region das am heftigsten von dem Virus betroffene Land.

In Indonesien ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen auf mehr als 100.000 gestiegen.
In Indonesien ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen auf mehr als 100.000 gestiegen.  © Dita Alangkara/AP/dpa

Update, 27. Juli, 14.44 Uhr: Maskenverweigerung im Flugzeug: Frauen zahlen je 1000 Euro Bußgeld

Zwei Frauen haben sich geweigert, im Flugzeug eine Maske zu tragen - und deshalb je 1000 Euro Bußgeld gezahlt. Während des Fluges von Budapest nach München habe das Bordpersonal die 37-jährigen Zwillingsschwestern mehrmals aufgefordert, eine Mund-Nase-Bedeckung aufzusetzen, teilte die Polizei am Montag mit.

Laut Aussagen der Flugbegleiter zeigten sie stattdessen dem Kabinenchef den Mittelfinger. Nach der Landung in München am Freitag nahm die Polizei die Schwestern am Flughafen in Empfang. Nachdem die Frauen das Bußgeld bezahlt hatten, durften sie gehen. Allerdings wartet auf sie noch ein Strafverfahren wegen Beleidigung.    

Im Flugzeug herrscht Maskenpflicht.
Im Flugzeug herrscht Maskenpflicht.  © Adrian Manzol/Agencia Uno/dpa

Update, 27. Juli, 13.42 Uhr: Hongkong verschärft Corona-Auflagen - 145 Neuinfektionen an einem Tag

Angesichts der bislang schlimmsten Corona-Infektionswelle hat Hongkong die Beschränkungen weiter verschärft. Von Mittwoch an sind Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen in der chinesischen Sonderverwaltungszone verboten, wie die Stadtregierung am Montag mitteilte. Zudem darf in Restaurants nicht mehr gegessen werden. Binnen 24 Stunden gab es in der Metropole mit rund 7,4 Millionen Einwohnern 145 neue Corona-Fälle und zwei Tote.

Die neuen Maßnahmen sollen zunächst eine Woche lang gelten. Sie sehen auch das Tragen von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit - egal ob drinnen oder draußen - sowie die Schließung von Sportstätten und Schwimmbädern vor. Zuvor waren Schulen und Kindergärten eine Woche vor dem eigentlichen Beginn der Sommerferien wieder geschlossen worden.

Hongkong galt bislang als äußerst erfolgreich im Kampf gegen das Virus: Seit Januar gab es bis Anfang Juli nur etwas mehr als 1000 Infizierte. Seitdem ist die Zahl der gemeldeten Fälle jedoch rasant auf nun mehr als 2700 gestiegen. Hongkong verzeichnet seit einigen Tagen erstmals Zuwächse im dreistelligen Bereich bei den Neuinfektionen. Bislang sind 20 Infizierte gestorben.

Zahlreiche Kunden tragen in einem Supermarkt in Hongkong einen Mundschutz.
Zahlreiche Kunden tragen in einem Supermarkt in Hongkong einen Mundschutz.  © Vincent Yu/AP/dpa

Update, 27. Juli, 13.35 Uhr: Literaturfest München wegen Corona-Krise nicht wie geplant

Das Literaturfest München 2020 wird wegen der Corona-Krise nicht wie geplant stattfinden. Das Festprogramm des Literaturhauses mit dem Kuratorenprogramm müsse entfallen, die Münchner Bücherschau solle es aber geben, teilten die Stiftung Literaturhaus München, der Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und das Kulturreferat am Montag mit. Geplant war das größte Münchner Literaturfestival vom 11. bis 29. November.

Das Festprogramm des Literaturhauses und das forum:autoren mit internationalen Gästen vor großem Publikum ließen sich nur eingeschränkt oder gar nicht realisieren. Ziel der Kuratorin Nora Gomringer sei es gewesen, mit einem in die Zukunft gerichteten Dialog der Künste Literatur mit Musik, Tanz, Mode und neuen Medien zu verbinden, sagte die Geschäftsführerin des Literaturfests München, Tanja Graf. 

"Wir möchten, dass die Ideen dieser Ausnahmekünstlerin tatsächlich eine Chance zur Umsetzung bekommen." Derzeit machten die Beschränkungen durch die Hygiene-Konzepte allen Spielraum zunichte. "Wir hoffen nun und bauen darauf, dass dies im kommenden Jahr anders sein wird."

Das erste Literaturfest München gab es 2010. Seither fand es jährlich seit von Mitte November bis Anfang Dezember knapp drei Wochen lang an verschiedenen Spielorten statt.

Update, 27. Juli, 13.33 Uhr: Maskenverweigerung im Flugzeug: Frauen zahlen je 1000 Euro Bußgeld

Zwei Frauen haben sich geweigert, im Flugzeug eine Maske zu tragen - und deshalb je 1000 Euro Bußgeld gezahlt. Während des Fluges von Budapest nach München habe das Bordpersonal die 37-jährigen Zwillingsschwestern mehrfach aufgefordert, eine Mund-Nase-Bedeckung aufzusetzen, teilte die Polizei am Montag mit. 

Laut Aussagen der Flugbegleiter zeigten sie stattdessen dem Kabinenchef den Mittelfinger. Nach der Landung in München am Freitag nahm die Polizei die Schwestern am Flughafen in Empfang. Nachdem die Frauen das Bußgeld bezahlt hatten, durften sie gehen. Allerdings wartet auf sie ein Strafverfahren wegen Beleidigung.    

Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Vorfeld am Flughafen München.
Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Vorfeld am Flughafen München.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 27. Juli, 13.03 Uhr: Corona-Fälle verdoppelt: Papua-Neuguinea mit Lockdown für Hauptstadt

Nach einer Verdopplung der Corona-Fälle in Papua-Neuguinea innerhalb weniger Tage hat die Regierung des Inselstaats einen 14-tägigen Lockdown für die Hauptstadt Port Moresby verhängt. 

Die Schulen in der Metropole mit rund 360.000 Einwohnern würden geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel dürften nur noch begrenzt fahren, und Inlandsflüge würden in den kommenden zwei Wochen verboten, zitierten örtliche Medien Premierminister James Marape.

Internationale Verbindungen soll es nur noch zwischen Port Moresby und den australischen Städten Brisbane und Cairns geben. Zudem gilt ab sofort eine Ausgangssperre von 22.00 bis 5.00 Uhr sowie eine strenge Maskenpflicht.

Zuvor waren in der Region rund um die Hauptstadt innerhalb von 24 Stunden 23 neue Fälle registriert worden. Damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten auf 62, eine Zunahme von 49 Fällen in nur zehn Tagen, wie die Behörden vorrechneten. Zudem hatte Papua-Neuguinea zuletzt als erster Inselstaat in der Pazifik-Region einen Toten in Verbindung mit Covid-19 verzeichnet. Zuvor galt der Staat mit seinen rund acht Millionen Einwohnern lange als erfolgreich im Kampf gegen das Virus.

Update, 27. Juli, 12.55 Uhr: Irans Regierungssprecher nach positivem Corona-Test in Klinik

Der iranische Regierungssprecher Ali Rabiei ist nach einem positiven Corona-Test ins Krankenhaus gebracht worden. Es gehe ihm aber den Umständen entsprechend gut, berichtete die Nachrichtenagentur Ilna am Montag weiter.

Auch am Montag registrierte das Gesundheitsministerium einen Anstieg der Fallzahlen im Iran. Binnen 24 Stunden habe es 212 neue Corona-Todesfälle gegeben. Die Zahl der Toten liegt aktuell bei fast 16.000, die der bisher nachgewiesenen Infektionen bei rund 300.000, so das Gesundheitsministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna.

Update, 27. Juli, 12.33 Uhr: TV-Physiker Lesch: Corona-Krise erfordert Transaktionssteuer

Der Astrophysiker, Philosoph und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch hält in der Corona-Krise eine Finanztransaktionssteuer für unabdinglich. "Während alle Wirtschaften von massiven Einbrüchen betroffen sind, macht die Finanzwirtschaft riesige Gewinne. Das ist doch eine absurde Situation", sagte der ZDF-Moderator ("Leschs Kosmos"), der an diesem Dienstag 60 Jahre alt wird, der Deutschen Presse-Agentur. 

Der Staat müsse hier "ganz deutlich zugreifen". "Dieses Auseinanderdriften von Realwirtschaft und Finanzwirtschaft können wir uns nicht länger leisten." Zudem müssten schleunigst alle Steuerschlupflöcher gestopft werden.

Die Gesetzgeber mindestens in Europa müssten als Konsequenz aus der Krise schnellstmöglich eine Finanztransaktionssteuer auf den Weg bringen, die nicht Kleinanleger treffe, sondern die großen Anleger. Die einfachste Lösung sei, jede Aktion "ganz automatisch" mit einer gewissen Gebühr zu belegen. "Gerade weil die Länder so viele Schulden aufgenommen haben und in einer Zeit, in der die Sozialsysteme bis zum Anschlag belastet sind, kann es nicht sein, dass ein kleine Gruppe von Anlegern riesige Gewinne daraus abschöpft."

Lesch spitzte zu: "Ich bin sicher, wenn Außerirdische jetzt unseren Planeten besuchen würden - sie würden gleich wieder umdrehen und davonfliegen, weil sie denken würden: Die sind nicht ganz dicht."

Angesichts von sommerlichen Partymeilen warnte Lesch erneut vor der gesundheitlichen Gefahr - und hielt er ein Plädoyer für die Impfung. "Wenn wir uns nicht alle kollektiv auf die vernünftigste Lösung einstellen und uns impfen lassen, wird das Virus nicht verschwinden."

Astrophysiker Harald Lesch. (Archivbild)
Astrophysiker Harald Lesch. (Archivbild)  © Thomas Schulze/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. Juli, 12 Uhr: Bundesbank: Historischer Konjunktureinbruch im zweiten Quartal

Die Corona-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft tief in die Rezession gestürzt. Nach Einschätzung der Bundesbank vom Montag zeichnet sich für das zweite Quartal 2020 "der stärkste Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts seit Beginn der vom Statistischen Bundesamt für den Zeitraum ab dem Jahr 1970 veröffentlichten vierteljährlichen Zeitreihe ab".

Erste vorläufige Daten zur Wirtschaftsentwicklung im Zeitraum April bis Juni wird das Bundesamt am Donnerstag (30.7.) veröffentlichen. Volkswirte halten auch ein zweistelliges Minus für möglich.

In den ersten drei Monaten 2020 war das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde zum Vorquartal um 2,2 Prozent geschrumpft. Den bisher stärksten Rückgang zu einem Vorjahresquartal gab es mit minus 7,9 Prozent im zweiten Quartal 2009 - im Sog der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.

Die Deutsche Bundesbank macht in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht Juli zugleich Mut: "Der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Aktivität dürfte aber bereits im April erreicht worden sein." Weil die wegen des Virus verhängten Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft seit Mai zunehmend gelockert werden, nimmt die Konjunktur allmählich wieder Fahrt auf.

"Im zweiten Halbjahr dürfte sich die wirtschaftliche Erholung fortsetzen", schreiben die Ökonomen der Notenbank. "Dazu wird auch das zuletzt beschlossene Konjunkturpaket beitragen."

Die Bundesregierung hat für die Jahre 2020 und 2021 ein insgesamt 130 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket aufgelegt. Unter anderem wurde die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt: von 19 auf 16 Prozent bzw. 7 auf 5 Prozent. Das soll den Konsum als wichtige Stütze der Konjunktur ankurbeln.

In den Monaten April bis Juni 2020 könnte das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands möglicherweise um eine zweistellige Prozentzahl gesunken sein. (Archivbild)
In den Monaten April bis Juni 2020 könnte das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands möglicherweise um eine zweistellige Prozentzahl gesunken sein. (Archivbild)  © Deutsche Bundesbank/deutsche Bundesbank/dpa

Update, 27. Juli, 11.53 Uhr: Österreichs Hotels leiden im Corona-Sommer

Der Tourismus in Österreich ist nach Wiederöffnung der coronabedingt geschlossenen Hotels nur schleppend angelaufen. Die Zahl der Übernachtungen war im Juni mit 5,2 Millionen um 59 Prozent niedriger als im Juni 2019, wie das österreichische Statistikamt am Montag mitteilte. Die meisten Übernachtungen entfielen demnach auf österreichische Touristen, Urlauber aus Deutschland machten ein Drittel aus.

Besonders stark brachen die Zahlen bei Reisenden aus dem Ausland ein: Die Übernachtungen von Deutschen etwa sanken um 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, die von Schweizern um mehr als 66 Prozent. Mehr als 90 Prozent Rückgang gab es bei Reisenden aus den USA, Frankreich, Schweden und Russland. Prozentual gesehen traf der Übernachtungsrückgang Fünf- und Vier-Sterne-Hotels am härtesten und Privatquartiere am wenigsten.

Die vorübergehende Schließung der Hotels im Frühjahr wirkt sich negativ auf die Bilanz aus. Trotz der starken Wintermonate Januar und Februar gingen die Übernachtungen aufs gesamte erste Halbjahr gerechnet im Vergleich zum Vorjahr um 36,8 Prozent zurück.

Der Tourismus im Ort St. Wolfgang in Österreich leidet mit am meisten unter Corona. Dort gibt es aktuell 53 Infektionen. (Archivbild)
Der Tourismus im Ort St. Wolfgang in Österreich leidet mit am meisten unter Corona. Dort gibt es aktuell 53 Infektionen. (Archivbild)  © Barbara Gindl/APA/dpa

Update, 27. Juli, 11.49 Uhr: Hotels und Gaststätten: Deutsche entdecken ihr Heimatland

Die Corona-Krise verstärkt nach Branchenangaben den Trend zum Deutschlandtourismus. "Die Deutschen entdecken in diesem Sommer ihr Heimatland", sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands "t-online.de". 

Viele, die sonst ins Ausland gefahren wären, besuchten nun deutsche Städte und Regionen, die sie schon immer mal besuchen wollten.

Hotels und Gaststätten gehe es aber weiter sehr schlecht, sagte Hartges. "Die gesamte Branche wird im Schnitt dieses Jahr rund 30 bis 40 Prozent weniger Umsatz erwirtschaften." 70.000 Hotels und Gaststätten und damit fast jeder dritte Betrieb seien in ihrer Existenz bedroht. Grundlage der Prognose sei, dass es keine weiteren Schließungen wegen der Seuche gebe.

Die Branche spricht sich für einen gesetzlichen Anspruch ihrer Betriebe auf eine Minderung der Pachtzahlungen aus. Notwendig sei es auch, Überbrückungshilfen zu verlängern. Zudem müsse darüber geredet werden, die Pflicht zum Insolvenzantrag noch länger auszusetzen.

Hartges bestätigte, dass viele Restaurants und Hotels ihre Preise nicht gesenkt haben, obwohl die Mehrwertsteuer vorübergehend gesenkt wurde. Sie verwies auf die wochenlangen Schließungen und die geltenden Abstandsregeln. "Wir brauchen deshalb jeden Euro, den wir durch die Steuersenkung sparen können."

Ein Schild vor einem Berliner Lokal. Die Deutschen reisen während Corona eher mal in deutsche Städte. (Archivbild)
Ein Schild vor einem Berliner Lokal. Die Deutschen reisen während Corona eher mal in deutsche Städte. (Archivbild)  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 27. Juli, 11.39 Uhr: Amazon: Umsatzanteil der Händler in Corona-Krise gestiegen

Händler, die Waren über Amazon verkaufen, haben in der Corona-Krise ihren Anteil am Umsatz der Online-Plattform in Deutschland gesteigert. Auf dem bisherigen Höhepunkt der Erkrankungen in den Monaten März bis Mai entfielen auf sie nach Angaben des Konzerns vom Montag 65,1 Prozent der Erlöse bei Amazon.de - im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 61,2 Prozent gewesen.

In der Krise wurden bei Amazon selbst und bei Händlern, die auf die Logistik des Konzerns zugreifen, zeitweise Haushaltswaren, medizinische Artikel sowie Produkte mit hoher Nachfrage priorisiert. Für Einzelhändler, die ihre stationären Läden schließen mussten, wurden in dieser Zeit Online-Kanäle insgesamt wichtiger.

Das Verhältnis zwischen Amazon und den auf der Plattform des Konzerns aktiven Händlern geriet immer wieder ins Visier von Wettbewerbshütern. Seit Juli vergangenen Jahres ermittelt die EU-Kommission offiziell zu Vorwürfen, Amazon habe seinen Zugang zu Daten der Händler missbraucht, um Händler in lukrativen Geschäftsbereichen zu verdrängen.

Der Konzern verweist darauf, dass im vergangenen Jahr 15 Millionen Dollar in Infrastruktur, Personal und Dienste zur Unterstützung der Verkaufspartner investiert worden seien. In der Corona-Krise habe es für sie zusätzliche Beratung gegeben - und Kunden seien aufgerufen worden, bei kleinen und mittleren Unternehmen online einzukaufen.

Ein Lkw steht auf dem Gelände vom Amazon-Sortierzentrum in Garbsen. (Archivbild)
Ein Lkw steht auf dem Gelände vom Amazon-Sortierzentrum in Garbsen. (Archivbild)  © Peter Steffen/dpa

Update, 27. Juli, 11.16 Uhr: Drei Corona-Fälle in Da Nang: Vietnam fliegt 80.000 Urlauber aus

Nach drei neuen Corona-Infektionen in der Küstenstadt Da Nang lassen die vietnamesischen Behörden 80.000 Menschen aus der Millionenmetropole ausfliegen. Bei den meisten handele es sich um inländische Touristen, die in den nächsten Tagen mit Hunderten Flügen in elf vietnamesische Städte gebracht werden sollen, berichteten staatliche Medien am Montag. 

Auch öffentliche Veranstaltungen, Feste und religiöse Zusammenkünfte wurden in Da Nang wieder verboten. Zuvor hatte das südostasiatische Land fast 100 Tage lang keine lokale Infektion mit dem Coronavirus gemeldet.

Am Samstag war ein erster Fall bekannt geworden, mittlerweile seien zwei weitere hinzugekommen, hieß es. Nun gebe es Befürchtungen, dass die Zahl der Neuansteckungen in Da Nang in den kommenden Tagen erheblich steigen könnte. Zwei der drei Corona-Infizierten seien in kritischem Zustand, schrieben Medien unter Berufung auf die Behörden.

Der Flughafen von Da Nang ist nun zunächst für alle internationalen Verbindungen geschlossen, auch der inländische Tourismus in der beliebten Küstenstadt soll für mindestens zwei Wochen gestoppt werden. Die Metropole am Südchinesischen Meer ist vor allem für ihren langen Sandstrand bekannt, auch liegt sie nicht weit von der alten Kaiserstadt Hue.

Vietnam war wegen strenger Maßnahmen bislang sehr erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie: Bislang wurden nur 420 Corona-Fälle bestätigt und keine Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Bei einer Schülerin wird mithilfe eines Thermometers ein mögliches Fieber gemessen, bevor sie in die Dinh-Cong-Mittelschule in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi geht. (Archivbild)
Bei einer Schülerin wird mithilfe eines Thermometers ein mögliches Fieber gemessen, bevor sie in die Dinh-Cong-Mittelschule in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi geht. (Archivbild)  © Hau Dinh/AP/dpa

Update, 27. Juli, 10.47 Uhr: EZB-Direktor Panetta: Wirtschaftsdaten kein Grund für Entwarnung

Europas Währungshüter warnen trotz erster Anzeichen für eine Konjunkturerholung nach dem Corona-Crash vor zu viel Euphorie. "Es ist zu früh, um den Sieg zu erklären", sagte Fabio Panetta, Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Repubblica".

Aktuelle Daten zeigten sicherlich, dass es Fortschritte gebe, führte Panetta aus. So sei etwa die Industrieproduktion im Euroraum im Mai um 12 Prozent gewachsen und der Einzelhandelsumsatz um 18 Prozent. 

"Aber wir müssen diese Verbesserungen mit Vorsicht betrachten, denn sie sind eine Folge des Aufschwung, der nach dem vorherigen katastrophalen Rückgang der Wirtschaftstätigkeit zu erwarten war." Zudem spiegele die Erholung die gewaltigen Hilfsprogramme von Staaten und Notenbanken wider.

Die EZB hat auf die wirtschaftlichen Verwerfungen der Corona-Pandemie mit einem besonders flexiblen Kaufprogramm für Anleihen reagiert. Das Programm mit 1,35 Billionen Euro Volumen soll mindestens bis Ende Juni 2021 laufen.

"Die Wirtschaftsaktivität liegt immer noch weit unter dem Vorkrisenniveau, und auf der Grundlage unserer Prognosen werden wir vor Ende 2022 keine Rückkehr auf dieses Niveau sehen", bekräftigte Panetta. "Und vergessen wir nicht, dass wir nicht wissen, wie sich die Pandemie entwickeln wird: In einigen Ländern besteht immer noch das Risiko einer zweiten Welle."

Die Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main. (Archivbild)
Die Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main. (Archivbild)  © Boris Roessler/dpa

Update, 27. Juli, 10.13 Uhr: Bayerische Regierung erhöht Bußgeld für Betriebe bei Corona-Verstößen

Nach der Corona-Masseninfektion auf einem Gemüsehof in Niederbayern hat die bayerische Staatsregierung das Bußgeld für Betriebe verfünffacht. 

Bei Verstößen gegen Hygieneauflagen werden künftig 25 000 Euro statt bislang 5000 Euro fällig, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag ankündigte. 

Als weitere Konsequenz aus dem aktuellen Fall in Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau) sollen während der Erntezeit landwirtschaftliche Betriebe in kürzeren Intervallen als bisher geprüft, das sei Tag und Nacht unangemeldet möglich, sagte Söder. Zudem sollten alle Saisonarbeiter in Bayern auf Corona getestet werden.

Auf einem großen Gemüsebauernhof in Mamming waren mehr als 170 Erntehelfer bei einer Reihenuntersuchung positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Fast 500 Menschen stehen dort nun unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen.

Nach einer Corona-Masseninfektion auf einem Bauernhof im niederbayerischen Mamming stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne.
Nach einer Corona-Masseninfektion auf einem Bauernhof im niederbayerischen Mamming stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne.  © Armin Weigel/dpa

Update, 27. Juli, 10.13 Uhr: Söder: "Corona verzeiht keinen Leichtsinn"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nach der Corona-Masseninfektion auf einem Bauernhof in Niederbayern ein strenges Einhalten der Regeln zur Bekämpfung der Pandemie angemahnt. "Corona verzeiht keinen Leichtsinn", sagte Söder am Montag in München. 

Unvernunft, mangelnde Vorsicht und zum Teil bewusste Verstöße gegen Hygienekonzepte und Regeln seien das Problem. Daher sei das Tragen von Mund-Nase-Schutz ebenso wichtig wie ein Ausbau der Testkapazitäten und gegebenenfalls Quarantäne.

"Corona kommt schleichend zurück, leider aber mit aller Macht", sagte Söder. Daher sei es wichtig, darauf zu achten, dass aus wenigen Fällen nicht schleichend eine zweite Infektionswelle werde. "Vorsicht muss oberstes Gebot bleiben", sagte der CSU-Chef.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. (Archivbild)
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. (Archivbild)  © Peter Kneffel/dpa

Update, 27. Juli, 9.41 Uhr: Ausschuss: Kopfschütteln über «Partyexzesse» und Regel-Verstöße

Mehrere Mitglieder des Berliner Gesundheitsausschusses haben das Verhalten mancher Menschen in der Corona-Krise angeprangert. Der SPD-Politiker Thomas Isenberg etwa sagte, für "Partyexzesse" wie zuletzt in der Hasenheide habe er nur Kopfschütteln übrig. Von Erwachsenen hätte er demnach rationaleres Verhalten erwartet. Alle müssten sich einschränken. 

Weitere Ausschussmitglieder monierten außerdem, dass etwa in der Gastronomie und quer durch die Gesellschaft Corona-Regeln nicht eingehalten würden und es zu wenige Kontrollen gebe.

In dem Neuköllner Park hatten illegale Partys in der Nacht zum Sonntag zu stundenlangen Polizeieinsätzen geführt.

Update, 27. Juli, 9.41 Uhr: Kalayci verteidigt freiwillige Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer

In der Diskussion um eine mögliche Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten hat sich die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Dilek Kalayci, für weiterhin freiwillige Tests ausgesprochen. Die Reisenden seien "ja erst mal nur ein Verdachtsfall", sagte die Berliner Gesundheitssenatorin am Montag im ZDF Morgenmagazin. "Einen Test vorzunehmen ist schon ein starker Eingriff in die Intimsphäre beziehungsweise in die körperliche Unversehrtheit", sagte die SPD-Politikerin.

Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub können sich seit dem Wochenende an mehreren Flughäfen in Deutschland freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will aber prüfen lassen, ob es rechtlich möglich sei, verpflichtende Tests einzuführen.

Die Freiwilligkeit der Tests ist umstritten. So sprach sich Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im ZDF-Morgenmagazin für verpflichtende Corona-Tests nach dem Aufenthalt in einem Staat mit hohem Infektionsrisiko aus: "Ich halte eine Verpflichtung für wichtig und notwendig. Beziehungsweise wir müssen schauen, wie wir hier eine bundeseinheitliche Lösung hinbekommen."

Kritik gab es auch daran, dass die Tests kostenlos durchgeführt werden - anders als für die meisten symptomfreien Menschen, die sich ohne vorherigen Auslandsaufenthalt testen lassen wollen. Kalayci erklärte dies mit den international hohen Infektionszahlen.

Auslandsurlauber, die in häuslicher Quarantäne seien, müssten sich zudem auf stichpunktartige Kontrollen einstellen. Darauf haben sich die Gesundheitsminister der Länder geeinigt, sagte Kalayci. Dafür sollen künftig auch die Daten der Fluggäste, etwa Aussteigerkarten, an die Gesundheitsämter weitergeleitet werden.

Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung des Landes Berlin und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. (Archivbild)
Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung des Landes Berlin und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. (Archivbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. Juli, 9.25 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in österreichischem St. Wolfgang steigt weiter

Die Zahl der Corona-Infektionen in mehreren Tourismusbetrieben in St. Wolfgang in Oberösterreich ist um neun auf mindestens 53 gestiegen. Wie ein Sprecher der oberösterreichischen Landesregierung auf Twitter schrieb, seien nun alle 628 Tests vom Samstag ausgewertet. Es fehlten noch die Ergebnisse von 419 weiteren Tests.

Bei den Betroffenen handelt es sich nach Angaben der Gesundheitsministerin des Landes Oberösterreich, Christine Haberlander, um 52 Mitarbeiter und einen Gast. In den vergangenen Tagen seien bei der eigens eingerichteten Coronatest-Station im Ort 1600 Mitarbeiter und Gäste getestet worden, sagte sie im ORF-Radio am Montag.

Zwei Bars wurden bereits am Freitag geschlossen. Zudem ordneten die Behörden am Samstagabend für die örtliche Gastronomie eine Sperrstunde ab 23.00 Uhr an.

Nach den Worten des Sprechers des Tourismusbüros sind zum jetzigen Zeitpunkt weder Betriebsschließungen noch die Schließung des Ortes angedacht. Die Bekanntheit des Ortes entpuppe sich nun als Fluch, sagte die Besitzerin eines betroffenen Hotels am Montag im ORF-Radio. Wären die Fälle in einem weniger bekannten Urlaubsregion aufgetreten, hätte sich niemand dafür interessiert, meinte sie. Sie rechne nun mit vielen Stornierungen.

Einen Vergleich zur Situation im österreichischen Ischgl im März, das zeitweise als Hotspot der Verbreitung galt, wiesen die Verantwortlichen strikt zurück. Bei Bekanntwerden des ersten Falls habe man sofort mit den Tests begonnen, hieß es. "Wichtig ist, dass man einen Überblick über die Infektionsketten hat", sagte Haberlander.

Der Schiffsanlegeplatz in St. Wolfgang am Wolfgangsee.
Der Schiffsanlegeplatz in St. Wolfgang am Wolfgangsee.  © Barbara Gindl/APA/dpa

Update, 27. Juli, 9.21 Uhr: Spanien verhandelt mit London über Ausnahmen von Quarantänepflicht

Spanien verhandelt mit Großbritannien darüber, die Balearen und die Kanaren von der seit Sonntag geltenden zweiwöchigen Quarantänepflicht für aus Spanien ins Vereinigte Königreich zurückkehrende Urlauber auszunehmen. 

Corona sei auf beiden Inselgruppen "unter Kontrolle" und die Ansteckungsrate mit dem Virus liege "weit unter" der Großbritanniens, sagte Spaniens Außenministerin Arancha González Laya. 

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner während der vergangenen 14 Tage liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid für die Kanaren bei 5,8 und für die Balearen bei 8,0, während Großbritannien einen Wert von 14,7 aufweise, wie die Zeitung "El País" am Montag berichtete.

Die Regierung in London hatte die Quarantänepflicht wegen wieder steigender Corona-Zahlen in einigen Regionen Spaniens nur gut 24 Stunden vor dem Inkrafttreten angekündigt. Nach dem Ende des Corona-Notstandes in Spanien am 21. Juni legen die Infizierten-Zahlen wieder zu, vor allem in Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und auch in Aragón. 

Für ganz Spanien beträgt die Ansteckungsrate der vergangenen zwei Wochen derzeit fast 38 pro 100.000 Einwohner, in Aragón jedoch fast 238 und in Katalonien 111. Die Behörden versichern, sie hätten die landesweit etwa 280 lokalen Corona-Ausbrüche unter Kontrolle. "Spanien ist ein sicheres Land", betonte die Außenministerin.

Die spanische Tourismusindustrie aber, die bisher mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitrug und noch 2019 etwa 2,7 Millionen Beschäftigte aufwies, sprach von einer Katastrophe. Die britische Quarantänepflicht habe der spanischen Tourismusbranche "den Rest gegeben", schrieb "El País". Britische Touristen, die von der Maßnahme ihres Landes mitten im Urlaub überrascht wurden, hätten verärgert und frustriert reagiert, berichtete das spanische Fernsehen.

Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas.

Arancha Gonzalez Laya, die Außenministerin von Spanien. (Archivbild)
Arancha Gonzalez Laya, die Außenministerin von Spanien. (Archivbild)  © Eduardo Parra/Europa Press/dpa

Update, 27. Juli, 9.21 Uhr: Kanzleramtschef: Prüfung von Corona-Testpflicht sinnvoll

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) findet die Prüfung einer Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten sinnvoll. 

Er begrüße sehr, dass das Gesundheitsministerium nun prüfe, ob man Menschen zu einem Corona-Test verpflichten könne, wenn sie aus besonders stark betroffenen Ländern wie Ägypten, Marokko oder Israel nach Deutschland zurückkehren. Das sagte er am Montag dem Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB).

Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub können sich seit dem Wochenende an mehreren Flughäfen in Deutschland freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Am Samstag sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Deutschlandfunk: "Wir prüfen auch, ob es rechtlich möglich ist, das ist ja ein Eingriff in die Freiheit, jemanden zum Test zu verpflichten."

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). (Archivbild)
Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 27. Juli, 7.37 Uhr: Corona-Krise reißt Ryanair in die Verlustzone

Der Zusammenbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat Europas größten Billigflieger Ryanair im abgelaufenen Quartal nicht so tief in die roten Zahlen gerissen wie befürchtet. 

Unter dem Strich stand im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni ein Verlust von 185 Millionen Euro nach einem Gewinn von 243 Millionen ein Jahr zuvor, wie die Rivalin von Easyjet und der Lufthansa-Tochter Eurowings am Montag in Dublin mitteilte. Analysten hatten mit einem größeren Minus gerechnet.

Der Umsatz sackte im Jahresvergleich um 95 Prozent auf 125 Millionen Euro ab. Die Zahl der Fluggäste brach sogar um 99 Prozent auf eine halbe Million ein. Das Quartal sei das schwierigste in der 35-jährigen Geschichte von Ryanair gewesen, teilte das Unternehmen mit.

Eine Gewinnprognose wagte das Management um Ryanair-Chef Michael O'Leary weiterhin nicht. Die größte Gefahr sei eine mögliche zweite Welle von Infektionsfällen im späten Herbst. Ryanair rechnet im Geschäftsjahr bis Ende März 2021 jetzt mit rund 60 Millionen Fluggästen. Im zweiten Geschäftsquartal, das den Großteil der wichtigen Sommersaison umfasst, soll der Verlust aber geringer ausfallen als im abgelaufenen Jahresviertel, da der Flugverkehr seit 1. Juli wieder anzieht.

Eine Boeing 737-800 des irischen Billigfliegers Ryanair steht auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn. (Archivbild)
Eine Boeing 737-800 des irischen Billigfliegers Ryanair steht auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn. (Archivbild)  © Thomas Frey/dpa

Update, 27. Juli, 6.38 Uhr: Goldpreis steigt wegen Corona auf Rekordhoch

Gold ist wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise so teuer wie noch nie. In der Nacht zum Montag stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) bis auf 1944,71 Dollar und übertraf damit das bisherige Rekordhoch von rund 1921 Dollar vom September 2011 deutlich. Zuletzt bröckelte der Kurs etwas ab, lag aber immer noch rund eineinhalb Prozent im Plus bei 1932 Dollar.

Damit zog der Goldpreis in diesem Jahr bereits um etwas mehr als ein Viertel an, wobei er vor allem seit Mitte Juni stark zulegte. Zu Beginn des Corona-Crashs an den Finanzmärkten hatte Gold sogar an Wert verloren, obwohl das Edelmetall als Krisenwährung gilt. Mitte März kostete eine Feinunze zeitweise weniger als 1500 Dollar.

Gold ist zurzeit aufgrund mehrerer Entwicklungen unter Anlegern sehr beliebt. Ein Hauptgrund ist die Corona-Pandemie mit ihren drastischen wirtschaftlichen Folgen. Dazu gehören die hohe Unsicherheit über den Fortgang der Krise, die stark steigende Verschuldung von Staaten und Unternehmen sowie die anhaltend niedrigen Zinsen auf der Welt. Gold gilt als Krisen- und Inflationsschutz.

Gold ist aktuell so viel wert wie noch nie zuvor. Eine Feinunze kostet zurzeit 1944,71 US-Dollar. (Archivbild)
Gold ist aktuell so viel wert wie noch nie zuvor. Eine Feinunze kostet zurzeit 1944,71 US-Dollar. (Archivbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update, 27. Juli, 6.15 Uhr: Jussi Adler-Olsen rechnet mit jeder Menge Corona-Literatur

Bestseller-Autor Jussi Adler-Olsen ("Erbarmen", "Opfer 2117") rechnet wegen der Corona-Krise damit, dass sich die Literaturwelt im nächsten Jahr stark mit Themen wie Pandemien und Erkrankungen beschäftigen wird. 

"Ich glaube, dass jeder andere Autor außer mir über Corona schreiben wird", sagte der dänische Schriftsteller vor seinem 70. Geburtstag am kommenden Sonntag (2. August) der Deutschen Presse-Agentur. Auch er beschäftige sich in seinen Büchern mit aktuellen Dingen, weshalb er das Coronavirus nicht einfach ignorieren könne. "Aber es ist für mich nicht wirklich ein Thema."

Die Pandemie stelle jedoch alles in den Schatten: Als er angefangen habe, sein neuntes Buch über den Kommissar Carl Mørck zu schreiben, sei die Corona-Krise noch nicht da gewesen. Jetzt erscheine seine Geschichte verglichen mit den Entwicklungen in der Welt überaus klein. Einen Veröffentlichungstermin für den neuen Krimi von Adler-Olsen gibt es noch nicht.

Der dänische Autor Jussi Adler-Olsen bei einer Lesung in Köln im Jahr 2017. (Archivbild)
Der dänische Autor Jussi Adler-Olsen bei einer Lesung in Köln im Jahr 2017. (Archivbild)  © picture alliance / Henning Kaiser/dpa

Update, 27. Juli, 5.19 Uhr: 340 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

 Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 340 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 205.609 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 27.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9118 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen keine neuen Todesfälle hinzu. Bis Montagmorgen hatten 190.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Laut den Statistiken der Johns Hopkins Universität in Baltimore fallen die Zahlen sogar noch etwas höher aus. Demnach gab es in Deutschland bereits 206.667 Infizierte und 9124 gemeldete Covid-19-Tote.

Update, 27. Juli, 5 Uhr: Arbeitgeberpräsident: Bei Sozialausgaben gegensteuern

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat vor Belastungen von Unternehmen bei Sozialausgaben gewarnt und die Bundesregierung zum Gegensteuern aufgefordert. "Wir können den Sozialstaat nicht dauerhaft stärker ausbauen, als unsere Wirtschaft wächst", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der Deutschen Presse-Agentur. "Wir brauchen eine Debatte, mit welchen Reformen wir den Sozialstaat erhalten können. Das wird nicht ohne Kontroversen gehen."

Kramer sagte: "Die Krise zeigt einmal mehr, dass wir nachhaltig wirtschaften sollten - das muss sich auch beim Sozialstaat bemerkbar machen, nicht nur beispielsweise in einer zukunftssichernden Klimapolitik. Es ist schon eine mehr als riskante Entwicklung, wenn der Sozialstaat jetzt schon das fünfte Mal in Folge stärker gewachsen ist als unsere Wirtschaft – mit mehr als 1 Billion Euro Umfang." 

Der BDA-Präsident berief sich auf Zahlen des sogenannten "Sozialbudgets" des Arbeitsministeriums, wonach 2019 die Sozialleistungen insgesamt bei mehr als einer Billion Euro lagen.

Kramer sagte, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Krise und der bevorstehenden demografischen Veränderungen müsse bei den Sozialausgaben gegengesteuert werden. "Auch die Soziallasten müssen von zukünftigen und kleineren Generationen getragen werden können."

Für welche konkreten Reformen er sich ausspricht, ließ Kramer offen. Die Arbeitgeber hatten in der Vergangenheit etwa Kritik an der Grundrente geäußert sowie eine zeitliche Streckung anstehender Rentenerhöhungen in Gespräch gebracht, um die Folgen der Corona-Pandemie in der Zukunft abzufedern.

Wirtschaftsverbände warnen seit langem vor weiter steigenden Sozialabgaben. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte bereits vor längerer Zeit vorgeschlagen, die Sozialabgabenquote gesetzlich bei 40 Prozent zu deckeln.

Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. (Archivbild)
Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. (Archivbild)  © Gregor Fischer/dpa

Update, 27. Juli, 5 Uhr: Bahnbranche will Kunden mit Werbekampagne zurückgewinnen

Mit einer bundesweiten Werbekampagne will die Bahnbranche zusammen mit dem Bund Kunden zurückgewinnen. Unter dem Motto "BesserWeiter" soll auf Plakaten und in Broschüren zunächst den Mitarbeitern gedankt werden, die in der Krise den Verkehr trotz leerer Waggons weitgehend aufrecht erhalten haben. 

"Selbst in den Zeiten des härtesten Lockdowns haben sie jeden, der nicht im Homeoffice bleiben konnte, verlässlich zur Arbeit und wieder heimgebracht", teilte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mit.

Schließlich sollen aber auch die Fahrgäste wieder davon überzeugt werden, dass diese Art des Reisens sicher ist - und vor allem zum Tragen von Masken angehalten werden. "Unsere Kampagne zeigt das neue Selbstverständnis, mit dem wir in Corona-Zeiten Rücksicht nehmen aufeinander", heißt es in einer Präsentation des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmem (VDV). 

Mitgewirkt haben neben zahlreichen Unternehmen der Branche auch der Bund, die Verkehrsministerkonferenz, der Deutsche Städtetag sowie der Städte- und Gemeindebund.

Dem VDV zufolge sind in der Corona-Krise lediglich 10 bis 20 Prozent der sonst üblichen Fahrgäste mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. "Jetzt sind wir wieder bei 50 bis 60 Prozent", sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. Doch mit einer Erholung der Fahrgastzahlen auf das Vor-Krisen-Niveau rechnet er erst für das kommende Jahr. "Spätestens, wenn ein Impfstoff da ist, wird sich die Lage wieder normalisieren."

Zwei Züge im Münchner Hauptbahnhof. Laut VDV waren durch die Coona-Krise in den letzten Monaten teilweise nur 10 Prozent der üblichen Fahrgäste mit dem Zug unterwegs. (Archivbild)
Zwei Züge im Münchner Hauptbahnhof. Laut VDV waren durch die Coona-Krise in den letzten Monaten teilweise nur 10 Prozent der üblichen Fahrgäste mit dem Zug unterwegs. (Archivbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update, 27. Juli, 4.45 Uhr: Bundesagentur: Flüchtlinge haben erhöhtes Jobrisiko in Corona-Zeiten

Fünf Jahre nach Beginn des verstärkten Zuzugs von Flüchtlingen in Deutschland sind viele von ihnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt integriert. Allerdings: Die Corona-Pandemie hat auch viele wieder arbeitslos werden lassen. 

Die Arbeitslosigkeit liege im Juni in Deutschland insgesamt um 22 Prozent höher als im März. Bei Menschen aus Asylherkunftsländern liege sie aber um 26 Prozent höher, sagte Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, der Deutschen Presse-Agentur.

"Rund die Hälfte der Geflüchteten, die seit Beginn der Fluchtbewegungen eingereist sind, hat heute einen Job", betonte Terzenbach. Davon wiederum die Hälfte arbeite auf Fachkraftniveau. "Insbesondere gering Qualifizierte verlieren in der Krise leichter ihren Job", sagte Terzenbach. "Keine formale Qualifikation und schlechte Sprachkenntnisse - insbesondere wenn diese beiden Merkmale zusammenkommen, führt das häufiger zum Arbeitsplatzverlust", erklärte er.

Insgesamt liege Deutschland bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt besser als andere Länder. Es gebe jedoch deutliche Unterschiede. Frauen seien schwieriger zu integrieren, weil sie oft wegen traditioneller Rollenmuster für die Familienarbeit zuständig seien und deswegen noch nicht in ausreichendem Maße an Integrations- und Qualifizierungskursen teilnehmen.

Die Arbeitsverwaltung versuche mit individuellen Unterstützungsangeboten zu helfen. Dabei müssen Menschen persönlich miteinander sprechen was in der Corona-Hochphase oft schwierig war. "Gerade bei Geflüchteten ist der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch besonders wichtig", sagte Terzenbach.

Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit. (Archivbild)
Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit. (Archivbild)  © Daniel Karmann/dpa

Update, 27. Juli, 4.32 Uhr: WHO: Risiko neuer Corona-Infektionen steigt, wenn es kühler wird

Das Risiko neuer Corona-Infektionen steigt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wenn die Urlaubszeit zu Ende geht und es kühler wird. Das liege daran, dass sich dann wieder mehr Menschen in geschlossenen Räumen statt draußen aufhalten, sagte eine WHO-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Ob und wann es aber in welchen Ländern zu einem neuen Anstieg von Infektionen oder einer zweiten Welle komme, sei nicht vorherzusagen.

"Wir wissen, dass das Virus sich draußen weniger effektiv verbreitet als in geschlossenen Räumen, dass gut gelüftete Räume weniger Risiko bergen als schlecht gelüftete und dass das Abstand Halten ebenfalls eine Rolle spielt", sagte die Sprecherin. "Umweltbedingungen wie Luftfeuchtigkeit, Temperaturen und UV-Strahlung dürften auch eine begrenzte Rolle spielen."

Die tatsächlichen Übertragungsraten hingen aber vom Verhalten der Menschen und den geltenden Schutzmaßnahmen ab, um das Risiko von Covid-19 und anderen Atemwegserkrankungen, die sich in kälteren Monaten ausbreiteten, einzudämmen. Es könne nötig sein, bereits aufgehobene Maßnahmen vorübergehend erneut zu verhängen.

"Wir können keine Vorhersagen machen, wann die Pandemie weltweit oder in einem bestimmten Land ihren Höhepunkt erreicht, oder wo und wann wir mit neuen Höhepunkten oder Wellen von Fällen rechnen müssen", sagte die Sprecherin. Das Risiko eines Wiederaufflammens der Krankheit bestehe in jedem Land. "Mit der Pandemie umzugehen ist ein Marathon, kein Sprint."

Das Logo der Weltgesundheitsorganisation WHO im europäischen Hauptquartier der Vereinten Nationen in Genf. (Archivbild)
Das Logo der Weltgesundheitsorganisation WHO im europäischen Hauptquartier der Vereinten Nationen in Genf. (Archivbild)  © Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa

Update, 27. Juli, 3 Uhr: IT-Experten: Corona-Krise verändert Arbeitsalltag nicht nachhaltig

Die Corona-Krise zwingt die Menschen nach Einschätzung von IT-Experten zwar aktuell zu mehr Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag. Aber nur 17 Prozent der Befragten erwartet, dass dies auch nach dem Ende der Pandemie anhält. 

Das ist ein Ergebnis einer Befragung der Bertelsmann Stiftung aus Gütersloh in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München. Dazu wurden im April 211 Experten für Digitalisierung, Technologie und Künstliche Intelligenz aus mehreren Branchen online befragt.

Dabei sieht ein Großteil der Experten (85 Prozent) einen auch langfristen Trend zu Video-Konferenzen sowie zu Homeoffice (84). Auch werde das Bewusstsein für Infektionen und Krankheiten auch nach der Pandemie Bestand haben (70). Bei der gegenseitigen Wertschätzung und Unterstützung sowie einer Entschleunigung der Tagesroutinen sind die Befragten dagegen skeptisch. Hier sehen nur 30 beziehungsweise 22 Prozent einen längeren Trend. Nur 13 Prozent rechneten im April, als die Straßen noch deutlich leerer waren, mit einem weiter geringeren Verkehrsaufkommen.

"Es ist auffällig, dass die Befragten die Corona-bedingten Entwicklungen hin zu mehr Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag offenbar eher als ein Strohfeuer und weniger als fortbestehendes Umdenken werten", sagt Ole Wintermann, Arbeitsexperte der Bertelsmann Stiftung.

Als Krisengewinner sehen 98 Prozent der befragten Experten in der nicht repräsentativen Studie die Telekommunikations- und IT-Branche, gefolgt von der Gesundheitswesen und der Chemie- und die Pharmaindustrie. Zu den langfristigen Verlierern zählt die große Mehrheit der Befragten den Tourismus (72 Prozent), die Gastronomie (67), die Luftfahrt (86) und auch die Autoindustrie (68). Unentschieden fällt die Bewertung für Banken, Versicherungen und das Transportgewerbe aus.

Eine Frau arbeitet mit Hörschutz im Homeoffice. Laut einer aktuellen Umfrage unter IT-Experten dürfte das Arbeiten von zu Hause aus auch unabhängig von Corona als Langzeitlösung bestehen bleiben. (Archivbild)
Eine Frau arbeitet mit Hörschutz im Homeoffice. Laut einer aktuellen Umfrage unter IT-Experten dürfte das Arbeiten von zu Hause aus auch unabhängig von Corona als Langzeitlösung bestehen bleiben. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 27. Juli, 0.37 Uhr: Dobrindt für Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

In der Diskussion um Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten hat sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt für eine Testpflicht ausgesprochen. "Gerade wenn man aus Risikogebieten kommt, dann sollte es einen verpflichtenden Test geben", sagte Dobrindt (CSU) am Sonntagabend im Bild-Talk "Die richtigen Fragen". Und: "Wenn es rechtlich nicht geht, dann muss man das entsprechende Recht schaffen, dass es geht."

Er sprach sich zudem dafür aus, eine dritte Unterscheidung zu finden neben Risikogebieten und Nicht-Risikogebieten. "Es gibt auch Regionen mit regionalen Ausprägungen", sagte Dobrindt. Diese sollten als "Gefahrenregionen" definiert werden, für die ebenfalls entsprechende Maßnahmen ergriffen werden sollten.

Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub können sich seit dem Wochenende auf mehreren Flughäfen in Deutschland auf das Coronavirus testen lassen. Das hatten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und seine Kollegen aus den Bundesländern am Freitag beschlossen. 

Wer keinen negativen Befund hat, muss wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Auch Reisende aus Nicht-Risikoländern können sich freiwillig innerhalb von 72 Stunden testen lassen - dann nicht am Flughafen, sondern etwa in Arztpraxen oder Gesundheitsämtern.

FDP-Vorsitzender Christian Lindner forderte dagegen, die Kosten für die Tests sollten die Reisenden selbst tragen. "Verbindliche Tests für Menschen an Flughäfen dürfen kein Tabu sein", sagte der am Sonntag im Sommerinterview der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Und: "Wer sich in ein Risikogebiet freiwillig begibt als Tourist, der wird damit in Kauf nehmen müssen, dass er für diesen Test auch bezahlt."

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wiederum sprach sich für kostenlose Corona-Tests aus. "Aus meiner Sicht ist das eine gemeinsame Aufgabe der gesamten Gesellschaft, das sollte der Steuerzahler bezahlen, vielleicht anteilig die Krankenkassen", so Lauterbach am Sonntagabend beim Bild-Talk. "Aber ich warne hier vor einer kleinkarierten Diskussion, wer das zahlt."

Titelfoto: dpa/Peter Steffen

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