Lehrergewerkschaft GEW gegen schriftliche Haupt- und Realschulprüfungen in Hessen

Wiesbaden - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich trotz der stufenweise wieder beginnenden Öffnung der Schulen dafür ausgesprochen, in diesem Jahr keine schriftlichen Haupt- und Realschulprüfungen in Hessen durchzuführen.

Die GEW befürchtet, dass viele Schüler nicht in der Lage sind, sich auf die Prüfungen vorzubereiten (Symbolbild).
Die GEW befürchtet, dass viele Schüler nicht in der Lage sind, sich auf die Prüfungen vorzubereiten (Symbolbild).  © 123RF/archnoi1

Die sollen regulär vom 11. bis 15. Mai stattfinden. Die Abschlüsse könnten vielmehr auf Grundlage der Zeugnisnoten und der bereits geleisteten Präsentationsprüfungen erteilt werden, sagte die hessische Landesvorsitzende Birgit Koch.

Die Schülerinnen und Schüler hätten in den vergangenen Wochen aufgrund der Schulschließungen infolge der Corona-Krise schlechte Bedingungen gehabt, um sich auf die Prüfungen in Deutsch, Mathematik und Englisch vorzubereiten.

"Außerdem gibt es viele Schülerinnen und Schüler, die aufgrund der verschiedensten Umstände nicht in der Lage gewesen sind, erfolgreich zu Hause zu lernen", so Koch.

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Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte am Mittwochabend angekündigt, der Unterricht an Hessens Schulen solle schrittweise wieder beginnen. Ein Konzept dafür solle noch erarbeitet werden, sagte Bouffier.

Für Schüler in Abschlussklassen sei aber ein Unterrichtsbeginn Ende April denkbar. Grundschulen seien am Ende dieser Kette.

Die GEW begrüßte die vorgesehene Vorlaufzeit vor der Öffnung der Schulen. Diese Zeit müsse intensiv für Hygienemaßnahmen an den Schulen genutzt werden. "Wir brauchen dringend Hygienepläne für alle Schulen", hieß es in der GEW-Stellungnahme.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vertritt die Interessen von Angehörigen pädagogischer, sozialpädagogischer und wissenschaftlicher Berufe. Umgangssprachlich wird sie mitunter auch als "Lehrer-Gewerkschaft" bezeichnet.

Titelfoto: 123RF/archnoi1

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