Corona-Krise: In diesem Land boomt der Verkauf von Alkohol und Mitteln gegen Kater

Moskau - Seit Beginn der Corona-Krise in Russland, hat dort in den Apotheken der Verkauf von Medikamenten gegen den Kater deutlich zugenommen.

Zu tief ins Glas geschaut: In Russland werden zur Zeit viele Anti-Kater-Mittel gekauft.
Zu tief ins Glas geschaut: In Russland werden zur Zeit viele Anti-Kater-Mittel gekauft.  © 123rf.com/Sergii Batechenkov

Das berichtet die russische Tageszeitung "Iswestija". Zurückzuführen sei das auch auf einen erhöhten Alkoholkonsum während der Corona-Quarantäne.

"Iswestija" wertete Apotheken-Daten für den Zeitraum vom 9. März bis 12. April aus. Demnach kauften die Russen fast 791.000 Packungen von Arzneimitteln, die die Auswirkungen eines Katers bekämpfen sollen. Das entspricht einem Plus von 83 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. 

Allerdings tauchte in den Daten auch der Verkauf von Aspirin auf. Das Mittel wird unter anderem bei Kopfschmerzen eingenommen, die keine Auswirkungen von zu viel Alkohol sein müssen.

Der sprunghafte Anstieg beim Verkauf dieser Mittel werde seit Anfang März registriert - also ab dem Zeitpunkt, als sich viele Russen aufgrund des Coronavirus' freiwillig in Selbstisolation begeben haben.

Mehr Wodka- und Whisky-Verkauf

Alkohol steht einer Datenanalyse zufolge derzeit ganz oben auf der Einkaufsliste vieler Russen.
Alkohol steht einer Datenanalyse zufolge derzeit ganz oben auf der Einkaufsliste vieler Russen.  © 123rf.com/Dima Sobko

Die Auswertung zeige laut "Iswestija" indirekt aber auch, dass viele Russen derzeit "eher tief ins Glas schauen". Viele Menschen haben ihre Jobs in der COVID-19-Pandemie verloren oder arbeiten zur Zeit nicht. Das verstärke zeitweise den Konsum.

Dass mehr Kater-Mittel verkauft werden, stehe darüber hinaus im Einklang mit dem steigenden Verkauf von Alkohol: Seit 23. März wurden demzufolge 31 Prozent mehr Wodka verkauft und 47 Prozent mehr Whisky.

Einige Regionen in Russland hätten damit begonnen, den Handel mit Alkohol einzuschränken. Das russische Ministerium für Industrie und Handel empfahl jedoch am 3. April, die Beschränkungen nicht weiter auszudehnen, weil sonst die illegale Schnapsproduktion zunehmen und es zu ernsthaften sozialen Spannungen kommen könnte.

Der plötzliche Anstieg der Alkoholverkäufe kann aber noch andere Ursachen haben: Zum einen befürchteten viele Menschen Preiserhöhungen. Also hamsterten sie fleißig Hochprozentiges. Zum anderen sind Restaurants und Bars geschlossen, da "gönnen" sich viele Leute zu Hause auch mal etwas Stärkeres.

Mehr Russen sollen jetzt dennoch nicht mit dem Trinken angefangen haben. Die Krankenhäuser würden auch keine häufigeren Notfälle im Zusammenhang mit Alkohol verzeichnen. Darüberhinaus werden viele Medikamente, die als Katermittel gelten, zur Behandlung von Influenza und bei Infektionen eingesetzt. 

"Unsere Leute haben in Notsituationen immer Wodka, Buchweizen und Salz gekauft. Steigende Umsätze bedeuten jedoch nicht, dass sie alle trinken und mehr essen", sagte ein Arzt.

Titelfoto: 123rf.com/Dima Sobko/Sergii Batechenkov

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