Corona-Krise: Warum sich vor allem Frauen und Jüngere einsam fühlen

Berlin - Die Corona-Krise hat laut einer Studie zu mehr Vereinsamung in Deutschland geführt, vor allem bei Frauen und jüngeren Menschen. Die Lebenszufriedenheit und das Wohlbefinden der Menschen in Deutschland änderten sich laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung allerdings kaum. Die Bevölkerung habe eine beachtliche psychische Widerstandskraft.

Allein sitzt eine junge Frau mit Pferdeschwanz auf ihrem Sofa und hängt ihren Gedanken nach (Symbolbild).
Allein sitzt eine junge Frau mit Pferdeschwanz auf ihrem Sofa und hängt ihren Gedanken nach (Symbolbild).  © 123rf.com/Aleksandr Davydov

Außerdem sei die Lebenszufriedenheit bei Menschen mit niedrigem Einkommen gestiegen, während bei Personen aus Haushalten mit hohem Einkommen die Lebenszufriedenheit leicht gesunken sei.

"In den vergangenen Jahren wiesen Personen mit einem niedrigen Einkommen regelmäßig eine niedrigere Lebenszufriedenheit auf und Menschen mit hohem Einkommen eine höhere. 

Im April 2020 gleichen sich diese Unterschiede an", schreiben die Autoren. 

Über alle Einkommensgruppen hinweg sei im April 2020 eine ähnliche Lebenszufriedenheit zu beobachten.

"Ob dies auch bei langanhaltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Freiheitsrechte weiter so sein wird, kann aktuell noch nicht abgesehen werden", schreiben die Autoren Theresa Entringer und Hannes Kröger. 

Daten von 3600 Befragten für die Studie ausgewertet

Für die Studie wurden die Daten von rund 3600 Befragten ausgewertet.

Frauen und junge Menschen seien zwar nicht in Bezug auf die Krankheit Covid-19, sehr wohl aber in Bezug auf die sozialen Folgen der Pandemie eine Risikogruppe, die man weiter beobachten müsse.

Als überraschend werten die Autoren, dass sich die Menschen während des Lockdowns seltener große Sorgen um ihre Gesundheit machten und insgesamt zufriedener mit ihrer Gesundheit seien als in den Jahren zuvor. 

Der Anteil der Befragten, der angibt, sich große Sorgen um seine Gesundheit zu machen, sei von 19 Prozent im Jahr 2019 auf zehn Prozent im April 2020 gesunken.

Titelfoto: 123rf.com/Aleksandr Davydov

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