Corona-Lebenslauf: Wie sich das Virus weltweit ausbreitete

Berlin - Mehr als 10 Millionen Menschen weltweit sind oder waren nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Alles begann Ende Dezember 2019...

Das Virus breitete sich in wenigen Wochen auf der ganzen Welt aus. (Symbolbild)
Das Virus breitete sich in wenigen Wochen auf der ganzen Welt aus. (Symbolbild)  © 123RF/Kateryna Kon

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben etwa 500.000 infizierte Patienten. 

So verbreitete sich Sars-CoV-2 auf der Welt (Stand: 29. Juni, 12 Uhr):

Dezember 2019: In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan treten Fälle einer unbekannten Lungenerkrankung auf.

31. Dezember: Die Krankheitsfälle aus China werden der WHO gemeldet.

9. Januar 2020: Experten identifizieren ein neuartiges Coronavirus hinter der Lungenkrankheit. China erfasst den ersten Todesfall.

15. Januar: In Thailand gibt es nach Angaben der WHO die erste bestätigte Infektion außerhalb Chinas.

21. Januar: Der erste Fall in den USA wird publik.

24. Januar: Mit Nachweisen in Frankreich erreicht das Virus Europa. Später werden allerdings Spuren des Erregers in norditalienischen Abwasserproben von Mitte Dezember gefunden.

27. Januar: Die erste Erkrankung in Deutschland wird aus dem bayerischen Landkreis Starnberg gemeldet.

30. Januar: Die WHO erklärt eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite".

31. Januar: Nachdem am Vortag erste Fälle bestätigt wurden, ruft Italien den Notstand aus. Das Land ist in Europa zunächst am stärksten betroffen.

Februar/März: Das Virus erhält einen Namen und breitet sich weiter aus

Krankenpfleger arbeiten auf einer Intensivstation für Covid-19-Patienten. (Archivbild)
Krankenpfleger arbeiten auf einer Intensivstation für Covid-19-Patienten. (Archivbild)  © dpa/Agencia Uno/Pablo Ovalle Isasmendi

11. Februar: Die WHO nennt die neuartige Lungenerkrankung nun Covid-19. Das Virus erhält den Namen Sars-CoV-2.

14. Februar: Mit Ägypten erreicht das Virus nachweislich das erste Land in Afrika. Auf dem Kontinent werden laut WHO bis Ende Juni rund 300.000 Fälle nachgewiesen, mehr als 5800 Infizierte sterben.

15. Februar: Frankreich meldet den ersten Todesfall in Europa.

23. Februar: Italien riegelt Städte im Norden ab.

8. März: Es wird bekannt, dass erstmals ein Deutscher am Coronavirus gestorben ist. Der Mann war eine Woche zuvor nach Ägypten gereist.

9. März: Nordrhein-Westfalen gibt die ersten beiden in Deutschland gestorbenen Corona-Patienten bekannt.

10. März: Mit Sachsen-Anhalt sind jetzt alle Bundesländer betroffen. Italien weitet seine Sperrzone vom Norden auf das ganze Land aus.

11. März: Die WHO spricht von einer Pandemie.

17. März: Die für den Sommer geplante Fußball-EM wird um ein Jahr verschoben, später auch die Olympischen Spiele in Tokio. Der Sport kommt weltweit in den kommenden Monaten zum Erliegen.

18. März: Erste Fernsehansprache der Kanzlerin abgesehen von den Neujahrsansprachen: Angela Merkel (65) mahnt zu Solidarität und Disziplin.

19. März: Mit mehr als 3400 Toten löst Italien China als das Land mit den meisten gemeldeten Todesfällen ab. In den folgenden drei Monaten steigt die Zahl im Land auf mehr als 34.000.

22. März: Zur Eindämmung der Infektionsgefahr werden in Deutschland zwischenzeitlich etwa Ansammlungen von mehr als zwei Personen aus verschiedenen Haushalten verboten. Tags darauf zieht die britische Regierung mit ähnlich weitreichenden Beschränkungen nach.

25. März: Als zweites Land in Europa meldet Spanien mit mehr als 3400 Fällen mehr Tote als China. Der US-Senat beschließt ein Konjunkturpaket in Billionenhöhe.

27. März: Die USA haben nach Angaben der Johns Hopkins Universität mit mehr als 100.000 Fällen weltweit die meisten bekannten Corona-Infektionen. Besonders betroffen: der Bundesstaat New York.

April: USA stoppen Beitragszahlungen an die WHO, EU schnürt ein Corona-Rettungspaket

Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz betrachtet auf einem Wochenmarkt handgefertigte Schutzmasken, die zum Kauf angeboten werden. (Archivbild)
Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz betrachtet auf einem Wochenmarkt handgefertigte Schutzmasken, die zum Kauf angeboten werden. (Archivbild)  © dpa/Wolfgang Kumm

6. April: Der britische Premierminister Boris Johnson (56) muss wegen einer Covid-19-Erkrankung für drei Tage auf die Intensivstation.

7. April: China meldet erstmals seit Ausbruch der Pandemie keine neuen Corona-Toten. In Deutschland sind mehr als 100.000 Infektionen nachgewiesen.

8. April: Nach mehr als zweieinhalb Monaten wird ab Mitternacht (Ortszeit) die Abriegelung Wuhans komplett aufgehoben.

9. April: Die EU schnürt ein Corona-Rettungspaket mit Kredithilfen von etwa einer halben Billion Euro für Kurzarbeiter, Unternehmen und verschuldete Staaten. Ein EU-Gipfel billigt das erste Hilfspaket am 23. April.

10. April: Papst Franziskus (83) begeht Karfreitag und die folgenden Osterfeierlichkeiten weitgehend allein im Vatikan.

11. April: Mit mehr als 20.000 Corona-Toten lösen die USA nach Johns-Hopkins-Angaben Italien an erster Stelle ab.

14. April: Die USA stoppen ihre Beitragszahlungen an die WHO, weil sie nach Ansicht von Präsident Donald Trump (74) unter anderem den Corona-Ausbruch vertuscht haben soll. Ende Mai beendet er die Zusammenarbeit.

20. April: Sachsen ist das erste Bundesland, in dem eine Maskenpflicht für den Nahverkehr und den Einzelhandel gilt. Nach und nach folgen alle Länder. Zugleich dürfen nach einem Monat Zwangspause Geschäfte unter einer Fläche von 800 Quadratmetern wieder öffnen.

24. April: Nach gut fünf Wochen endet die Rückholaktion für die im Ausland gestrandeten Deutschen. Die Bundesregierung holte über die "Corona-Luftbrücke" 240.000 Reisende nach Hause.

Mai: Erste Lockerrungen aber auch traurige Rekorde

Eine Frau lässt sich mit Mundschutz bei einem Friseur die Haare färben. (Archivbild)
Eine Frau lässt sich mit Mundschutz bei einem Friseur die Haare färben. (Archivbild)  © dpa/PA Wire/Niall Carson

2. Mai: In Spanien dürfen die Menschen erstmals nach sieben Wochen wieder spazieren gehen und im Freien Sport machen.

4. Mai: Italien lockert seine strengen Ausgangssperren nach acht Wochen. Die Menschen dürfen wieder zu Spaziergang oder Sport raus, die meisten Geschäfte bleiben zunächst zu. Eine globale Allianz startet ihren Spendenmarathon für die Suche nach einem Impfstoff oder ein Medikament.

5. Mai: Großbritannien verzeichnet mit gut 30.000 Corona-Toten mehr als Italien und damit die meisten in Europa.

16. Mai: Sachsen-Anhalt registriert als erstes Bundesland seit Ausbruch der Pandemie keine Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag.

22. Mai: Brasilien löst mit mehr als 330.000 Infizierten Russland auf Platz zwei ab. Mit rund 42.000 Toten am 13. Juni steht das Land seither auch bei den Totenzahlen hinter den USA auf Platz zwei.

27. Mai: Die EU-Kommission schlägt ein 750 Milliarden Euro schweres Programm zur wirtschaftlichen Erholung Europas vor. Doch unter den 27 EU-Staaten gibt es Streit - etwa über das Volumen, das Verhältnis zwischen Zuschüssen und Krediten oder die Verteilung des Geldes.

28. Mai: In den USA wird die Marke von 100.000 infizierten Toten nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität überschritten. Einen Monat später sind es mehr als 125.000.

Juni: Aufschwung? Konjunkturpaket von 130 Milliarden Euro beschlossen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (62, SPD) sitzen bei einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (62, SPD) sitzen bei einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt.  © dpa/POOL/AFP/John Macdougall

3. Juni: Die Koalitionsspitzen beschließen zur Ankurbelung der Wirtschaft ein Konjunkturpaket von 130 Milliarden Euro für die Jahre 2020 und 2021.

13. Juni: Thüringen ist das erste Bundesland wieder ohne Kontaktbegrenzung: Die Menschen dürfen sich uneingeschränkt treffen.

16. Juni: Chinas Hauptstadt Peking kontrolliert nach einem erneuten Corona-Ausbruch auf einem Großmarkt wieder die Ein- und Ausreisen. In Deutschland ist die neue Corona-Warn-App verfügbar.

21. Juni: In Spanien endet nach 14 Wochen der Notstand. Mit bis Ende Juni mehr als 28.000 Corona-Toten ist Spanien eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

24. Juni: Der Internationale Währungsfonds (IWF) berechnet, wegen Corona werde die globale Wirtschaftsleistung 2020 und 2021 insgesamt um 12,5 Billionen Dollar (11 Billionen Euro) geringer ausfallen.

25. Juni: Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA gibt grünes Licht für den Wirkstoff Remdesivir zur Covid-19--Therapie in der EU. Die EU-Kommission muss noch zustimmen, was aber als Formsache gilt.

27. Juni: Bei einer Geberkonferenz für Corona-Impfstoffe gibt es Zusagen für weitere gut 6 Milliarden Euro. In dem seit 4. Mai laufenden Spendenmarathon kommen rund 16 Milliarden Euro zusammen.

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Titelfoto: 123RF/Kateryna Kon

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