Corona-Leugner überredet schwerkranken Mann, Krankenhaus zu verlassen

Donegal (Irland) - Schockierende Bilder aus einem irischen Krankenhaus: Ein offensichtlich schwerkranker Patient wird von einem Corona-Leugner dazu überredet, das Hospital zu verlassen.

Patient Joe wurde eine Woche vorher wegen seiner Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert. (Symbolbild)
Patient Joe wurde eine Woche vorher wegen seiner Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Ein inzwischen viral gegangenes Video zeigt den älteren Mann namens Joe, der sichtlich um Luft ringt.

Ein Bildschirm im Hintergrund verrät, dass sein Blutdruck mit 142/81 deutlich zu hoch ist.

Währenddessen redet ein Mann auf ihn ein und versucht, ihn davon zu überzeugen, dass das Krankenhauspersonal ihn töten werde.

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"Ziehen Sie Ihre Hose an. Wir gehen nach Hause", sagt der Aktivist zu Joe, während er die Interaktion selbst filmt. "Sie sind in Sicherheit. Holen Sie Ihre Sachen. Niemand wird Sie anfassen."

Auf dem Gang treffen sie auf den behandelnden Arzt. Der verweist darauf, dass es letztlich die Entscheidung des Patienten sei, versucht ihn aber dennoch zu warnen, dass er dringend medizinische Behandlung brauche und sich so in große Gefahr begebe.

"Was er tut, ist falsch. Er bringt damit Ihr Leben in Gefahr", sagt der Mediziner zu Joe. "Sie haben das Recht zu entscheiden... aber ich glaube nicht, dass das, was er sagt, richtig ist. Sie können kaum noch atmen... wir möchten, dass Sie bleiben, um Ihnen zu helfen."

Sein vermeintlicher "Retter" mischt sich ein: "Wenn du hier bleibst, werden sie dich verdammt noch mal umbringen, Joe. Diese Leute werden dir nicht helfen."

Im Krankenhaus sollen sich bereits ähnliche Vorfälle ereignet haben

Währenddessen sitzt Joe in einem Rollstuhl zwischen den beiden, keucht schwer und ist sichtlich verwirrt.

"Ich will Sie nicht anlügen - Sie könnten sterben. Die besten Überlebenschancen haben Sie im Krankenhaus, wo Sie den Sauerstoff und die Unterstützung bekommen, die wir Ihnen geben."

"Denken Sie an seine Frau", bittet der Arzt ihn ein letztes Mal.

Doch der Pandemieskeptiker lässt nicht locker: "Es ist besser, er stirbt in seinem Haus, als hier zu sterben." Daraufhin habe er zusammen mit dem Patienten das Gebäude verlassen.

Wie die Irish Times berichtet, soll sich der Vorfall im Letterkenny General Hospital in Donegal ereignet haben.

In einem zweiten Video, das offenbar nach dem Vorfall aufgenommen wurde, soll Joe erzählen, dass er eine Woche zuvor mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurde und ihm sei gesagt worden, dass er an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden müsse, was er jedoch ablehnte.

Eine Sprecherin der Saolta Healthcare Group, die das Krankenhaus betreibt, erklärt gegenüber der Times, dass ihr ähnliche Vorfälle bekannt seien, und fügte hinzu, dass sie "große Bedenken über die Auswirkungen dieser Art von Aktivitäten auf Patienten und Personal" habe.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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