Wieso soziale Netzwerke den Impferfolg bedrohen können

Bonn - Der Philosoph Markus Gabriel (40) sieht in sozialen Netzwerken eine Gefahr für den Erfolg der Corona-Impfungen.

Der Philosoph Markus Gabriel (40) sieht soziale Netzwerke derzeit sehr kritisch. Er fürchtet, dass die Menschen dort falsche Gerüchte über den Impfstoff verbreiten. (Archivbild)
Der Philosoph Markus Gabriel (40) sieht soziale Netzwerke derzeit sehr kritisch. Er fürchtet, dass die Menschen dort falsche Gerüchte über den Impfstoff verbreiten. (Archivbild)  © Christoph Hardt/Geisler-Fotopress/dpa

"Die sozialen Netzwerke können den Impfstoff diskreditieren", sagte der Bonner Professor und Autor des Bestsellers "Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten" der Deutschen Presse-Agentur.

"Die sozialen Netzwerke halte ich neben der Pandemie für das Hauptproblem unserer Tage. Denn die nächste Wolke, die von dort kommt, ist die Impfskepsis."

In den sozialen Netzwerken werde das Gerücht verbreitet, dass der Impfstoff gesundheitliche Risiken berge.

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"Das heißt, die sozialen Netzwerke gefährden nicht nur die Demokratie, indem sie zu Aufständen motivieren wie Querdenker-Demonstrationen oder der Stürmung des Kapitols, sondern auch, indem sie Zweifel am Impfstoff verbreiten. Das ist wahnsinnig gefährlich im Moment."

Gabriel wünscht sich deshalb eine noch bessere Kommunikation der Politik und der Wissenschaft, namentlich des Robert Koch-Instituts, sowie eine "Informationsoffensive der seriösen Qualitätsmedien".

Seine Empfehlung: "Man sollte Tag ein, Tag aus kommunizieren, dass wir jetzt mit dem Impfstoff eine Wunderwaffe in der Hand haben. Denn es ist ja geradezu ein Wunder, eine Menschheitsleistung, so schnell ein so gutes Mittel zu entwickeln. Das hier ist vielleicht der beste und sicherste Impfstoff, den es jemals gegeben hat und auf jeden Fall der beste Ausweg aus unserer derzeitigen Misere."

Titelfoto: Christoph Hardt/Geisler-Fotopress/dpa

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