Corona-Patient nach Monaten aus Klinik entlassen: Nun führt er ein Leben ohne Finger!

Los Angeles - Gregg Garfield ist der sogenannte "Patient Zero", der Patient Null. Er war der erste Corona-Fall im Cedars Sinai Medical Center im kalifornischen Los Angeles und einer der ersten registrierten Covid-19-Erkrankten in den USA überhaupt. Nachdem er nach Monaten aus der Klinik entlassen wurde, muss er nun erneut stark sein. 

Gregg Garfield im Skiurlaub im Februar in Norditalien.
Gregg Garfield im Skiurlaub im Februar in Norditalien.  © Screenshot/GoFundMe

Im Februar diesen Jahres steckte sich der 54-Jährige im Skiurlaub in Norditalien mit dem Virus an. Was folgte war eine monatelange Tortur.

Lange 31 Tage war er an einem Beatmungsgerät angeschlossen, seine Organe spielten verrückt und die behandelten Ärzte mussten mehrfach improvisieren, weil keiner so recht wusste, wie man bei dem zu dem Zeitpunkt kaum erforschten Virus richtig verfährt. Seine Überlebenschance lag zwischenzeitlich sogar nur bei ungefähr ein Prozent.

Doch Gregg Garfield hat es geschafft - ein Wunder. Nach Monaten verließ er das Krankenhaus, nachdem er dort den Kampf um sein Leben gewann. Was er jedoch verloren hat, ist ein Großteil seiner Finger. Und dennoch sagt er: "Ich habe das überlebt. Mir geht es fantastisch."

Der Familienvater hatte unheimlich großes Glück, auch wenn man das, in Hinblick auf seine lange Leidenszeit die hinter, vor allem aber die, die noch vor ihm liegt, beachtet.

"Meine Hände werden nie wieder die gleichen sein. Ich habe keine Finger mehr. Und das kann jedem anderen auch passieren", zitiert ihn die "Sun".

Finger starben wegen Durchblutungsstörungen ab

Der Körper des 54-Jährigen reagierte massiv auf das Virus. Seine Nieren und Lungen versagten zum Teil mehrfach, sein Blutdruck spielte verrückt, er fieberte stark - und er entwickelte Sekundärinfektionen.

Schließlich war eine Konsequenz der Höllen-Tortur, dass seine Gliedmaßen aufgrund von Durchblutungsstörungen teilweise abstarben.

Aus diesem Grund mussten die Ärzte ihm alle Finger der rechten und einen Großteil der Finger an der linken Hand abnehmen.

Gregg Garfield: "Medizinisch gesehen sollte ich nicht hier sein"

"Seine Überlebenschance lag bei etwa einem Prozent", schrieb seine Schwester auf einer GoFundMe-Seite, die Spenden sammeln sollte, damit die vielen Operationen Greggs finanziert werden können.

Inzwischen weiß man mehr über das Virus, setzt beispielsweise blutverdünnende Medikamente ein, wodurch die Schlaganfall-Zahlen bei Covid-19-Patienten signifikant gefallen sind.

Womöglich wäre der Krankheitsverlauf bei Gregg ebenfalls ein anderer gewesen, wäre die Medizin schon bei ihm auf dem jetzigen Stand gewesen. Nun muss sich Gregg wegen seiner Fingerprothesen erneut einer Operationen unterziehen.

Doch für ihn zählt nur eines: Dass er noch am Leben ist. Denn er weiß: "Medizinisch gesehen sollte ich nicht hier sein."

Titelfoto: Screenshot/Twitter Daniel Dale

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