Corona-Situation in Baden-Württemberg bleibt angespannt

Stuttgart - Die Pandemielage in Baden-Württemberg bleibt weiter angespannt.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (59) kritisierte das Vorgehen der Landesregierung als "Alarmismus".
FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (59) kritisierte das Vorgehen der Landesregierung als "Alarmismus".  © Marijan Murat/dpa

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen stieg am Donnerstag im Vergleich zum Vortag um 584, wie die Gesundheitsbehörden am Abend mitteilten. 

Insgesamt haben sich nun 52.806 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb konstant bei 1898.

Die größten Sorgen bereit den Behörden derzeit der Corona-Hotspot Kreis Esslingen. Dort stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag erneut - auf nun 54,6. 

Das heißt: So viele Menschen haben sich auf 100.000 Einwohner an den vergangenen sieben Tagen nachweislich infiziert.

Ab Freitag müssen dort auf öffentlichen Plätzen wie in der Fußgängerzone oder auf Wochenmärkten Masken getragen werden, wenn kein ausreichender Abstand eingehalten werden kann. Das hatte Landrat Heinz Eininger am Donnerstag mitgeteilt.

Private Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen sind nur noch erlaubt, wenn höchstens 25 Menschen teilnehmen. In privaten Räumen dürfen nicht mehr als zehn Menschen zusammenkommen.

FDP kritisiert Vorgehen der Landesregierung als "Alarmismus"

Ein Schild weist auf einem Markt im Esslinger Stadtteil Oberesslingen auf die Verwendung eines Mundschutzes hin. Der Landkreis Esslingen hat als erste Region in Baden-Württemberg die kritische 50er-Corona-Marke überschritten.
Ein Schild weist auf einem Markt im Esslinger Stadtteil Oberesslingen auf die Verwendung eines Mundschutzes hin. Der Landkreis Esslingen hat als erste Region in Baden-Württemberg die kritische 50er-Corona-Marke überschritten.  © Sebastian Gollnow/dpa

Mit der Landeshauptstadt Stuttgart bewegt sich zudem eine weitere Region auf die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen zu. Dort lag der Wert am Donnerstag bereits bei 43,7. 

Mehrere Stadt- und Landkreise liegen inzwischen nur noch knapp unter dem Warnwert von 35 für die Sieben-Tage-Inzidenz. So etwa der Kreis Göppingen mit 34,9.

Trotz der ansteigenden Infektionszahlen klagte die FDP-Fraktion über "Alarmismus" und kritisierte erneut das Vorgehen der Landesregierung. 

"Wir fordern die Landesregierung auf, von ihrer Zahlenfixierung der positiven Laborergebnisse bei Covid-19 weg zu kommen", teilten der Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke (59) und der gesundheitspolitische Sprecher, Jochen Haußmann (54), mit.

So müssten etwa schwere Krankheitsverläufe berücksichtigt werden. "Ein Alarmismus anhand von unreflektierten Zahlen trägt jedoch nur zur Verunsicherung bei."

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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