Corona stellt auch die Bundeswehr vor besondere Herausforderungen

Magdeburg - Wer in ein Impfzentrum geht, trifft in vielen Fällen auch auf helfende Soldaten. Seit zwei Jahren unterstützt die Bundeswehr den Kampf gegen die Pandemie. Das hat positive Aspekte, aber eben nicht nur.

Oberst Bernd Albers (58), Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt.
Oberst Bernd Albers (58), Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Ob beim Impfen, bei der Nachverfolgung von Infektionen oder anderen Tätigkeiten: Die Amtshilfe in der Corona-Pandemie ist für die Bundeswehr eine besondere Herausforderung, die aber auch für mehr öffentliche Wahrnehmung sorgt.

"Die Hilfseinsätze der Bundeswehr im Rahmen der Corona-Pandemie haben die Bundeswehr für den Bürger sichtbarer gemacht. Sie erleben, dass Soldaten in Flecktarn-Uniform Menschen sind, die helfen können und wollen", sagte der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Bernd Albers (58) der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg.

"Wenn sich der eine oder andere einen ersten Gedanken macht, was ist überhaupt Bundeswehr, oder was ist der Auftrag, das wäre schon ein Erfolg. Wenn dann noch die Ableitung kommt 'Das wäre auch etwas für mich', das wäre noch besser", so Albers weiter.

Von der Hochwasserhilfe in den Kampf gegen Corona

Bundeswehrsoldaten im Impfzentrum in Dessau. Die Aufgabenbreite für die Soldaten war in den vergangenen Jahren sehr groß.
Bundeswehrsoldaten im Impfzentrum in Dessau. Die Aufgabenbreite für die Soldaten war in den vergangenen Jahren sehr groß.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

"Zurzeit sind wir in 16 Amtshilfe-Einsätzen mit rund 170 Kräften im Land Sachsen-Anhalt tätig. Schwerpunkte sind Tätigkeiten in Gesundheitsämtern und die Unterstützung der Impfkampagne in den Impfzentren", sagte Albers.

Die Aufgabenbreite, die von heute auf morgen auf Soldaten zukommen könne, sei groß. Erst kürzlich habe er im Gesundheitsamt Haldenleben Soldaten aus dem Panzerpionierbataillon 803 aus Havelberg getroffen.

Die hätten nach dem Hochwasser an der Ahr in Rheinland-Pfalz mit der Kettensäge umgefallene Bäume zersägt und ein paar Monate später Menschen zu Corona informiert. "Eigentlich sollen und wollen sie etwas ganz anderes tun. Das geht vielen Soldaten so und das ist eine große Herausforderung für die Truppenführung."

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Oberst Albers sagte weiter: "Das ist nicht der Kernauftrag der Bundeswehr. Die vergangenen Hilfseinsätze wie ein Hochwasser oder ein Waldbrand, waren davon geprägt, dass sie einige Tage oder wenige Wochen andauern. Mit der Pandemie ist das eine andere Nummer. Diese dauert seit zwei Jahren an und nun gehen wir ins dritte Jahr. Diese dauerhafte Anstrengung ist die Herausforderung, insbesondere wenn es um Ausbildung, Weiterbildung, Übungen und Einsätze geht."

Titelfoto: Montage: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa + Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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