Corona in Bayern: Gesundheitsminister Holetschek für Verlängerung der epidemischen Lage

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und der ganzen Welt. Hier im TAG24-Liveticker für Bayern erfahrt Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
In Bayern wurden 782.611* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. 15.954 Menschen sind am Virus gestorben, 727.700 gelten inzwischen als genesen. (Stand: 23. Oktober 2021)

Die Impfquote in Bayern liegt derzeit bei 63,9 Prozent. In den letzten sieben Tagen gab es im Freistaat insgesamt 419 hospitalisierte Fälle, die Belegung der Intensiv-Versorgungskapazitäten durch bestätigte Covid-19-Patienten liegt aktuell entsprechend bei 320. (Stand: 23. Oktober)

In München wurden 455 neue Fälle gemeldet . Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle steigt somit auf nunmehr 91.818* an. Enthalten in dieser Zahl sind 86.926 Personen, die inzwischen als genesen gelten sowie 1358 Todesfälle. (Stand: 22. Oktober)

Die 7-Tage-Inzidenz** der Landeshauptstadt beträgt derzeit 120,7 (RKI, Stand: 22. Oktober).

Coronavirus in NRW: Inzidenz macht erneut Sprung nach oben
Coronavirus Coronavirus in NRW: Inzidenz macht erneut Sprung nach oben

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 22. Oktober, 16.38 Uhr: Gericht erkennt Corona-Infektion von Polizisten als Dienstunfall an

Das Augsburger Verwaltungsgericht hat die Covid-19-Infektion eines Polizeibeamten als Dienstunfall eingestuft.

Der Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßte die Entscheidung. Bislang seien die von rund 100 von Polizeibeamtinnen und - beamten gestellten Dienstunfallanträge im Freistaat immer abgelehnt worden.

Den vollständigen Bericht findest du >>hier.

Update 22. Oktober, 16.20 Uhr: Aktuelle Zahlen für München

Update 22. Oktober, 8.40 Uhr: Grünen-Fraktionschefin findet Begriff "Freedom Day" irreführend

Die Chefin der Landtags-Grünen, Katharina Schulze, kann mit dem Begriff "Freedom Day" für den Tag des Endes aller Corona-Maßnahmen nicht viel anfangen.

"Ich finde den Namen irreführend", sagte sie der "Passauer Neuen Presse" (Freitagsausgabe). "Der lässt den Eindruck entstehen, wir wären in den vergangenen anderthalb Jahren nicht frei gewesen. Das ist doch Quatsch. Das Herz unserer Demokratie hat die ganze Pandemie über kräftig geschlagen: Die Parlamente haben getagt, die Gerichte haben entscheiden, die Exekutive war handlungsfähig."

Es habe eine "demokratische Abwägung" stattgefunden, betonte die Fraktionschefin der Grünen im bayerischen Landtag in dem Zeitungsinterview: "Einschränkung von Freiheiten, um Menschen vor schwerer Krankheit oder Tod zu schützen."

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) müsse sich "übrigens die Vorhaltung gefallen lassen, dass sein Bundesland bei der Impfquote im Bundesvergleich weit, weit hinten liegt", sagte sie. "Aber mit Impfskeptikern wie Hubert Aiwanger im Gepäck ist es halt nicht so einfach."

Update 22. Oktober, 6.04 Uhr: Holetschek für Verlängerung der epidemischen Lage

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU).
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU).  © Sven Hoppe/dpa

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek fordert die Verlängerung der epidemischen Lage durch den Bundestag.

Sonst "könnte das Infektionsschutzgesetz nicht mehr ohne weiteres angewendet werden", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Testnachweis- und Maskenpflicht hätten dann keine ausdrückliche Rechtsgrundlage mehr.

"Das müssen wir unbedingt vermeiden - denn mit Blick auf möglicherweise steigende Infektionszahlen im Winter werden wir weiter Schutzmaßnahmen brauchen."

"Enorme Symbolwirkung": Das sagt Lauterbach zu Kimmich
Coronavirus "Enorme Symbolwirkung": Das sagt Lauterbach zu Kimmich

Die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Freitag darüber. Einer Beschlussvorlage zufolge wollen sie auf einen rechtssicheren Rahmen dringen, um Corona-Schutzmaßnahmen aufrechterhalten zu können.

Die epidemische Lage wurde vom Bundestag im März 2020 festgestellt und mehrfach verlängert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, die bundesweite Corona-Notlage am 25. November auslaufen zu lassen.

Die Länder könnten laut Infektionsschutzgesetz aber über die Landtage die Notwendigkeit weiterer Corona-Maßnahmen feststellen.

Update 21. Oktober, 8.35 Uhr: Höchste Landkreis-Inzidenzen in Bayern - 416 in Berchtesgadener Land

Die Inzidenzen steigen - wie von anfang an erwartet - deutlich an. Bayern liegt im Bundesvergleich weit vorne. (Symbolbild)
Die Inzidenzen steigen - wie von anfang an erwartet - deutlich an. Bayern liegt im Bundesvergleich weit vorne. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Corona-Inzidenzen in zahlreichen bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten steigen weiter.

Am Donnerstag lag der Wert erstmals seit Mitte April wieder in einem bayerischen Landkreis über 400, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen hervorgeht.

Mit einem Wert von gemeldeten 416,6 Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohnern weist das Berchtesgadener Land auch bundesweit die höchste Inzidenz auf.

Insgesamt prägt Bayern die Spitze dieser Statistik: Die bundesweit neun höchsten Inzidenzen in Landkreisen oder kreisfreien Städten kommen aus dem Freistaat. Hinter dem Berchtesgadener Land folgen die Landkreise Mühldorf am Inn mit 399,2, Traunstein mit 375,2 und Straubing-Bogen mit 347,9. Auf den Plätzen fünf bis neun sind es die Landkreise Miesbach, Bad-Tölz-Wolfratshausen, Cham, sowie Stadt und Landkreis Rosenheim.

In ganz Bayern liegt die Inzidenz inzwischen bei 141. Das ist der zweithöchste Wert in Deutschland. Die höchste Inzidenz hat Thüringen mit 172,2.

Mittlerweile ist für die Einleitung von Corona-Schutzmaßnahmen in Bayern allerdings die Inzidenz nicht mehr der wichtigste Wert. Dies ist vielmehr die Krankenhaus-Ampel, die laut dem bayerischen Gesundheitsministerium im Freistaat weiter auf Grün steht. Bei der Ampel wird ausgewertet, wie viele Covid-19-Patienten in die Krankenhäuser kommen oder sogar auf die Intensivstationen müssen. Diese Werte lagen zuletzt noch deutlich unter den Grenzen, ab denen Maßnahmen greifen.

Die Inzidenzzahlen geben aber einen Eindruck der Entwicklung des Infektionsgeschehens. Sie beruhen auf der Meldung des RKI vom Freitagmorgen und können sich nachträglich noch ändern.

Update 20. Oktober, 14.33 Uhr: Aktuelle Zahlen für München

Update 20. Oktober, 8.50 Uhr: In vielen bayerischen Kommunen werden Intensivbetten knapper

Schwere Corona-Fälle sind auf Beatmungsmaschinen und Infusionstechnik angewiesen.
Schwere Corona-Fälle sind auf Beatmungsmaschinen und Infusionstechnik angewiesen.  © Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa

In den Krankenhäusern von über einem Dutzend bayerischer Kreise und Städte gibt es wegen wieder steigender Zahlen von Corona-Patienten keine freien Intensivbetten mehr.

Voll belegt sind die Intensivstationen insbesondere in Teilen Oberbayerns und der fränkischen Regierungsbezirke, wie aus dem DIVI-Intensivregister hervorgeht.

Demnach meldeten am Mittwoch unter anderem die Stadt Rosenheim sowie die Kreise Freising, Erding und Aichach-Friedberg kein einziges freies Intensivbett, im Norden Bayerns Stadt und Landkreis Aschaffenburg, die Stadt Erlangen und der Kreis Erlangen-Höchstadt, die Kreise Forchheim und Bayreuth, Stadt und Landkreis Landshut.

Im bayernweiten Schnitt sind elf Prozent der Intensivbetten frei. Die Corona-Ampel der Staatsregierung, die als Indikator für die Belastung der Kliniken dient, steht nach wie vor auf "grün". Doch in mehreren Regionen Bayerns sind die Behandlungskapazitäten der Krankenhäuser in den vergangenen Wochen knapper geworden.

Anders als in der ersten Phase der Corona-Pandemie halten die Kliniken mittlerweile keine Intensivbetten wegen der Pandemie mehr frei. Bayernweit liegen derzeit 263 Covid-Patienten auf den Intensivstationen, das sind erheblich weniger als im vergangenen Winter, aber ein deutlicher Wiederanstieg seit dem Sommer. Der Großteil der Corona-Intensivpatienten ist nicht geimpft.

Auch die Zahl der Corona-Infektionen steigt weiter. Am Mittwoch meldeten laut Robert Koch-Institut zwölf Kreise und Städte in Bayern Inzidenzen von 200 und mehr. An der Spitze lag am Mittwochvormittag nach wie vor das Berchtesgadener Land mit 355,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Die bayernweite Inzidenz ist nun auf 128,6 geklettert. Am Freitag vergangener Woche hatte der Wert erstmals seit Mai wieder die Schwelle von 100 überschritten.

Update 19. Oktober, 13.20 Uhr: Staatsregierung: Corona-Zahlen steigen - Krankenhaus-Ampel auf Grün

In Bayern werden weiter steigende Corona-Zahlen registriert - die sogenannte Krankenhaus-Ampel steht aber weiterhin klar auf Grün.

Es sei nach wie vor eine Dynamik erkennbar, mit einem regionalen Schwerpunkt im südostbayerischen Raum, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Dies sei aber bisher nicht alarmierend.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Worten Herrmanns zuletzt von 112,9 auf jetzt 116,1. 262 (Vorwoche: 259) Menschen mussten binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion neu in Klinken aufgenommen werden - beim Wert 1200 würde die Krankenhaus-Ampel auf Gelb springen.

263 Corona-Patienten werden auf einer Intensivstation behandelt - beim Wert 600 würde die Ampel auf Rot springen. Man sei von den Grenzwerten also noch relativ weit weg, sagte Herrmann.

Eine Abschaffung der regelmäßigen Tests an Schulen lehnte er klar ab - diese hätten sich bewährt, um den Präsenzunterricht zu sichern.

Update 19. Oktober, 12.30 Uhr: Bayern sieht Auslaufen der "epidemischen Lage" aktuell skeptisch

Die bayerische Staatsregierung sieht den Plan von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CSU) für ein Auslaufen der sogenannten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" aktuell sehr skeptisch.

"Wir sind, was dieses Apodiktische von Herrn Spahn betrifft, zurückhaltend, weil wir nach wie vor den Kurs der Vorsicht und Umsicht verfolgen", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Die Frage stelle sich aber auch erst Ende November - bis dahin müsse man die Corona-Lage sehr genau beobachten. Bayern sei deshalb aktuell auch noch nicht festgelegt - "aber wir sind da insgesamt sehr vorsichtig".

Die Entscheidung über ein Ende der "epidemischen Lage nationaler Tragweite" liegt beim Bundestag. Das Parlament hatte sie erstmals im März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie festgestellt und danach immer wieder verlängert, zuletzt Ende August für drei Monate. Sie läuft aus, wenn sie vom Parlament nicht verlängert wird. Die "epidemische Lage" gibt Bundes- und Landesregierungen Befugnisse, um Verordnungen zu Corona-Maßnahmen oder zur Impfstoffbeschaffung zu erlassen.

Das Virus richte sich nicht nach Beschlüssen von Parlamenten, sagte Herrmann und mahnte: "Man muss bedenken, dass von diesem Beschluss auf der Bundesebene sehr viel rechtliche Folgen abhängen."

Insbesondere, ob man wie bisher auf der Basis der Corona-Verordnungen Regelungen zum Schutz der Bevölkerung treffen könne. Das betreffe dann nicht nur die 2G- oder 3G-Regeln, sondern auch Dinge wie die Maskenpflicht im Nahverkehr oder die Testpflicht an Schulen.

"Das muss man sich halt vor Augen halten, ob man diese Konsequenz will", sagte Herrmann, vor allem wenn man den Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen bei Jüngeren sehe. Die Frage sei deshalb, ob man sich dem Ganzen nicht differenzierter nähern müsse.

Update 17. Oktober, 9.32 Uhr: Corona-Zahlen werden laut Virologe steigen

Der in diesem Herbst bislang allenfalls milde Anstieg der Corona-Infektionen wird sich in den nächsten Monaten voraussichtlich erheblich beschleunigen.

Das prognostiziert Oliver Keppler, Leiter der Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Das von manchen Fachleuten befürchtete Zusammentreffen einer vierten Corona-Welle mit einer gleichzeitigen großen Grippewelle hält Keppler aber für unwahrscheinlich.

Den vollständigen Beitrag findest du >>> hier.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: