Corona in Bayern: Lockerung bei Abstandsregeln für Groß-Events, Söder-Auszeichnung verschoben

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und der ganzen Welt. Hier im TAG24-Liveticker für Bayern erfahrt Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat.

Markus Söder (55, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (55, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
In Bayern wurden 1.700.602* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. 20.410 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben, 1.384.950 gelten inzwischen als genesen. (Stand: 28. Januar)

Die Impfquote in Bayern liegt aktuell bei 72,7 Prozent. In den letzten sieben Tagen gab es im Freistaat insgesamt 685 hospitalisierte Fälle. 317 Intensivbetten sind derzeit durch bestätigte Covid-19-Fälle belegt. (Stand: 28. Januar)

In München wurden 3704 neue Fälle gemeldet. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle steigt somit auf nunmehr 208.553* an. Enthalten in dieser Zahl sind 160.183 Personen, die inzwischen als genesen gelten und 1690 Todesfälle. (Stand: 28. Januar)

Die 7-Tage-Inzidenz** der Landeshauptstadt beträgt derzeit 1830,3 (RKI, Stand: 28. Januar).

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Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 28. Januar, 18.01 Uhr: Ministerium präzisiert Mindestabstandsregel für Großveranstaltungen

Lockerungen in Stadien und Hallen: Bei Großveranstaltungen in Sport und Kultur sind bis zu 50 Prozent Zuschauer-Auslastung erlaubt. (Symbolbild)
Lockerungen in Stadien und Hallen: Bei Großveranstaltungen in Sport und Kultur sind bis zu 50 Prozent Zuschauer-Auslastung erlaubt. (Symbolbild)  © 123RF/sportgraphic Kopie

Das bayerische Gesundheitsministerium hat die neuen Regeln für Großveranstaltungen in Sport und Kultur präzisiert.

In Stadien, Hallen und anderen Veranstaltungsstätten ist nach Angaben vom Freitag auch dann eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 25 Prozent möglich, wenn die 1,50-Meter-Mindestabstände etwa auf den Sitzplatz-Tribünen nicht durchgängig eingehalten werden können.

Das Kabinett hatte die Lockerung der Corona-Regeln für Sport, Kultur und andere Veranstaltungen am Dienstag beschlossen, sie sind seit Donnerstag in Kraft.

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Danach ist bei Events, die nicht groß und überregional sind, wieder eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 50 Prozent erlaubt - bisher waren es 25 Prozent.

Bei überregionalen Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern ist nun wieder eine 25-Prozent-Auslastung erlaubt, bis zu einer Obergrenze von 10.000 Zuschauern. Es dürfen aber ausschließlich Sitzplätze belegt werden.

Grundsätzlich gilt bei alledem: Es muss überall der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden. Ausnahmen sind aber möglich: Für Kinos und Theater hatte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag schon angekündigt, dass die bis zu 50 Prozent Auslastung auch dann erlaubt werden, wenn die Mindestabstände nicht überall eingehalten werden können.

Und so steht es auch in der geänderten Corona-Verordnung samt Begründung: Voraussetzung, um die 1,50 Meter unterschreiten zu dürfen, ist die "bestmögliche Abstandswahrung", etwa bei Belegung der Sitzplätze "wie bei einem Schachbrett".

Am Freitag nun stellte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums klar, dass dies auch für große, überregionale Events gelte.

"Die Ausnahme gilt – unter der bereits genannten Voraussetzung - in beiden Fällen (25-Prozent-Fälle und 50-Prozent-Fälle), also auch bei großen überregionalen Sportveranstaltungen", teilte sie auf Anfrage mit.

Update 28. Januar, 15.33 Uhr: Vergabe der "Goldenen Narrenschelle" an Söder auf 2023 verschoben

Ministerpräsident Markus Söder (55) muss sich noch gedulden, bis er die "Goldene Narrenschelle" entgegennehmen kann.
Ministerpräsident Markus Söder (55) muss sich noch gedulden, bis er die "Goldene Narrenschelle" entgegennehmen kann.  © Peter Kneffel/dpa

Wegen der Corona-Pandemie bekommt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die "Goldene Narrenschelle" der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) erst im nächsten Jahr.

Das entschied die VSAN nach Angaben vom Freitag in Absprache mit dem Europa-Park in Rust.

Die Verleihung soll nun am 8. Februar 2023 stattfinden. Laudator werde der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sein.

Die Bayerische Staatskanzlei und das Staatsministerium Baden-Württemberg hätten die Narren gebeten, die Vergabe der Narrenschelle zu verlegen, da eine persönliche Teilnahme in diesem Jahr nicht möglich sei.

Update 28. Januar, 13.39 Uhr: Landesschülerrat kritisiert Quarantäne-Regularien

Nach Lehrer- und Elternverbänden übt nun auch der Landesschülerrat Kritik an den Quarantäne-Regularien für die Schulen - und an teilweise mangelnder Unterstützung von Schülern in Quarantäne.

Die Entscheidung, welche Schülerinnen und Schüler in Quarantäne gehen müssen, müsse von den ohnehin überlasteten Gesundheitsämtern getroffen werden, "was zu enormen zeitlichen Verzögerungen führt", kritisierte der Landesschülerrat am Freitag. "Das erschwert die Kontaktnachverfolgung an den bayerischen Schulen massiv, wodurch der bayerische Landesschülerrat die Sicherheit der Schüler*innen nicht gewährleistet sieht." Zudem wiesen Schnelltests eine teils geringe Sensitivität auf, wodurch einige Infektionen unerkannt blieben.

Tatsächlich können Quarantäne-Entscheidungen nur die Gesundheitsämter treffen und eben nicht die Schulen selbst - auch wenn dies nach Angaben mehrerer Verbände vereinzelt anders gehandhabt wurde, um schneller reagieren zu können. So seien Sitznachbarn von Infizierten von manchen Schulen in Eigenregie nach Hause geschickt worden, ohne die formale Anordnung des zuständigen Gesundheitsamts abzuwarten.

Dem hat das Kultusministerium aber einen Riegel vorgeschoben: In einem kürzlich versandten Schreiben heißt es ganz explizit: "Ob bzw. für welche Mitschülerinnen und Mitschüler eine Quarantäne notwendig ist, entscheidet immer das zuständige Gesundheitsamt." Betroffene würden direkt von dort informiert. Weiter hieß es: "Bis zu einer möglichen Quarantäneanordnung durch das Gesundheitsamt besuchen die übrigen Schülerinnen und Schüler der Klasse weiter den Unterricht."

Der bayerische Landesschülerrat fordert angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen nun eine Anpassung dieses Vorgehens.

Zudem plädiert der Landesschülerrat für eine Ausweitung der PCR-Pool-Tests auf alle Jahrgangsstufen - und für eine FFP2-Maskenpflicht mindestens ab der Jahrgangsstufe 10.

Schließlich kritisiert der Landesschülerrat, dass Schülerinnen und Schülern, die in Quarantäne sind, häufig keine Angebote für das Lernen von zu Hause aus gemacht würden, wie das Streaming der Unterrichtsstunden oder der Zugang zu den Materialien. "Nachdem die Prüfungen, insbesondere die Abschlussprüfungen, unverändert bestehen bleiben und bisher auch keine Entspannung der Lage absehbar ist, führt daran kein Weg mehr vorbei", betont der Landesschülerrat.

Update 28. Januar, 8.20 Uhr: Corona-Inzidenz in Bayern steigt unaufhaltsam

Die Entwicklung setzt sich fort: In Bayern ist die Corona-Inzidenz erneut gestiegen. Am Freitag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) für den Freistaat einen Wert von 1218 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Bundesweit lag die Inzidenz bei 1073.

Binnen 24 Stunden verzeichneten Bayerns Gesundheitsämter den Angaben nach 31.775 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle im Freistaat stieg um 19 auf 20.410.

Update 28. Januar, 7.30 Uhr: Impfpflicht im Gesundheitswesen: Eigene Vollzugsregeln für Bayern?

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erwägt für den Freistaat eigene Vollzugsregeln zur einrichtungsbezogenen Impflicht.

Der Passauer Neuen Presse sagte der Minister, weil der Bund noch keine Regeln vorgelegt habe, müsse Bayern folglich "selbst überlegen, wie wir eigene Vollzugsregeln definieren, damit die Versorgung nicht gefährdet ist".

Mehr hier zur >>>Impfpflicht im Gesundheitswesen.

Update 27. Januar, 14.50 Uhr: Corona-Inzidenz in Bayern steigt weiter stark

Die Corona-Inzidenz in Bayern steigt weiter stark an. Mit 1159 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag sie am Donnerstagmorgen um 91 über dem Wert des Vortages, wie das Robert Koch-Institut mitteilte.

Treiber des Anstiegs waren 34.193 weitere gemeldete Infektionen seit Mittwoch. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona seit Beginn der Pandemie stieg um 29 auf 20.389.

Die höchste Inzidenz in Bayern gibt es derzeit mit 2112 in Dachau. Es ist der erste Landkreis, der die Marke von 2000 überspringt. Dahinter folgen die Städte Rosenheim mit 1835,2 und München mit 1830,1. Die niedrigsten Inzidenzen gibt es in den Landkreisen Coburg mit 429,7 und Hof mit 489,8. Es sind auch die einzigen Landkreise in Bayern, in denen die Inzidenz noch unter 500 liegt.

Auch in den Krankenhäusern kommt die neue Corona-Welle inzwischen an. Am Donnerstag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 640 Krankenhauseinweisungen binnen sieben Tagen - das sind 43,5 Prozent mehr als vor einer Woche. Die Zahl der belegten Intensivbetten stagniert seit einigen Tagen - nachdem sie seit Anfang Dezember gefallen war. Mit laut bundesweitem Intensivregister 334 Betten (Stand Donnerstag: 07.05 Uhr) ist sie aber nicht einmal bei einem Drittel des Höchststandes in der Delta-Welle.

Typischerweise gibt es allerdings eine Zeitverschiebung zwischen dem Verlauf der Inzidenzen und dem der Krankenhaus- und Intensiveinweisungen.

Update 27. Januar, 12.39 Uhr: Regierung will Pool-Tests "so lange wie möglich" halten

Ungeachtet erster Engpässe bei den Laborkapazitäten will Bayern sein System von Pool-Tests auf das Coronavirus bei Grund- und Förderschulkindern "so lange wie möglich" aufrechterhalten.

Das sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf eine entsprechende Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In den vergangenen Tagen hatten einzelne Eltern die Pool-Tests ihrer Kinder als "im Labor nicht auswertbar" ohne Ergebnis zurückerhalten.

Insgesamt ist das Ministerium mit dem Verfahren der Pool-Tests zufrieden. "Bayern ist bei der erfolgreichen Umsetzung von PCR-Pool-Testungen bundesweit an der Spitze", betonte die Sprecherin. In der vergangenen Woche seien die Ergebnisse von mehr als 50.000 PCR-Pool-Tests und mehr als 45.000 Einzel-PCR-Tests mit einer Quote von 95 Prozent vor Unterrichtsbeginn des Folgetages an Schulen und Eltern übermittelt worden.

Die Kapazitäten für PCR-Tests sollen aber weiter gesteigert werden. Bereits in den vergangenen Wochen sei es gelungen, die Zahl der wöchentlichen PCR-Tests von rund 360.000 auf 486.000 zu erhöhen. "Weitere Steigerungen sind zu erwarten", sagte die Sprecherin.

Update 26. Januar, 22.15 Uhr: Tausende Menschen demonstrieren gegen Corona-Regeln in München

Mehrere Tausend Menschen haben in München gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen demonstriert.

Bis zu 3000 Menschen seien allein auf dem Königsplatz zusammengekommen, berichtete die Polizei am Abend. Während der angemeldeten Versammlung war der Platz demnach für den Verkehr gesperrt. Eine kleinere Versammlung gegen die Corona-Regeln gab es laut Polizei auf dem Wittelsbacherplatz mit neun Personen. Auf dem Odeonsplatz versammelten sich indes rund 100 Menschen, die Impfungen unterstützten.

Alle Versammlungen seien störungsfrei verlaufen, teilte die Polizei mit. Allerdings hätten die Beamten am Königsplatz Menschen auf den notwendigen Sicherheitsabstand sowie die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hinweisen müssen. Einzelne Personen seien wegen Verstößen nach dem Versammlungsgesetz angezeigt worden.

In der Münchner Innenstadt im Bereich der Fußgängerzone seien zudem rund 100 Menschen in kleineren Gruppen unterwegs gewesen, die zum Teil von der Versammlung am Königsplatz kamen.

Eine Person wurde den Angaben zufolge wegen Sachbeschädigung angezeigt.

Update 26. Januar, 15 Uhr: Nachfrage nach Impfungen in Bayern bleibt nach Ferienende verhalten

Nicht genug Menschen vertrauen in Bayern auf Impfungen. (Symbolbild)
Nicht genug Menschen vertrauen in Bayern auf Impfungen. (Symbolbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Impfkampagne in Bayern hat auch nach den Weihnachtsferien im Januar kaum an Fahrt aufgenommen.

In der vergangenen Woche seien im Freistaat rund 539.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden - etwa 5000 weniger als in der letzten Woche der Weihnachtsferien Anfang Januar, teilte das Gesundheitsministerium in München am Mittwoch mit.

Zum Vergleich: Mitte Dezember 2021 war die Zahl wöchentlicher Corona-Impfungen im Freistaat auf mehr als 1,1 Millionen gestiegen. Die Zahl der Erstimpfungen lag damals bei mehr als 100.000, in der vergangenen Woche nur bei knapp 49.000.

Die Impfkampagne für Kinder zwischen fünf und elf Jahren kommt in Bayern unterdessen weiter voran. Seit dem offiziellen Beginn Mitte Dezember seien in dieser Altersgruppe rund 211.000 Impfungen verabreicht worden, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Damit seien im Freistaat rund 16,9 Prozent der Fünf- bis Elfjährigen erstgeimpft und etwa 8,7 Prozent grundimmunisiert.

Update 26. Januar, 09.16 Uhr: Corona-Inzidenz in Bayern über 1000

Die Sieben-Tage-Inzidenz der gemeldeten Covid-19-Fälle liegt in Bayern erstmals im vierstelligen Bereich.
Die Sieben-Tage-Inzidenz der gemeldeten Covid-19-Fälle liegt in Bayern erstmals im vierstelligen Bereich.  © Frank Rumpenhorst/dpa (Symbolbild)

Die Corona-Infektionszahlen in Bayern haben einen neuen Höchststand erreicht: Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge mit der aktuellen Welle erstmals im Freistaat über den Wert von 1000.

Die Inzidenz lag dem RKI-Dashboard zufolge am Mittwoch bei 1068,0 nach 984,1 am Vortag. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die gemeldeten Covid-19-Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an.

Binnen 24 Stunden verzeichneten Bayerns Gesundheitsämter den Angaben nach 31.797 Neuinfektionen im Vergleich zu 20.681 am Dienstag. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle im Freistaat stieg um 21 auf 20.362.

Auch die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern stieg wieder leicht. Das Divi-Intensivregister meldete am Mittwoch (Stand 7.15 Uhr) 340 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, das sind 4 mehr als am Dienstag um diese Zeit.

Allerdings waren vor einer Woche noch rund 400 Corona-Intensivpatienten in Behandlung.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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