Coronavirus in Bayern: Quarantäne wird verkürzt, massenhaft Nachmeldungen in München

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und der ganzen Welt. Hier im TAG24-Liveticker für Bayern erfahrt Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
In Bayern wurden 704.133* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 16. September, 8 Uhr). 15.502 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben, 663.890 gelten hingegen als genesen.

Die Impfquote in Bayern liegt bei 60,3 Prozent.

In den letzten sieben Tagen gab es im Freistaat insgesamt 299 hospitalisierte Fälle (Stand: 16. September 2021, 8 Uhr), die Belegung der Intensiv-Versorgungskapazitäten durch bestätigte Covid-19-Patienten liegt aktuell bei 250 (Stand: 16. September 2021, 12 Uhr).

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In München wurden 561 neue Fälle gemeldet (Stand: 16. September, 14 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt auf 82.150* an. Enthalten in dieser Zahl sind 77.793 Personen, die inzwischen als genesen gelten sowie 1294 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz** der Landeshauptstadt beträgt derzeit 88,2 (RKI, Stand: 17. September).

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 17. September, 14.35 Uhr: Corona-Quarantäne in Bayern wird verkürzt

Bayern verkürzt die Corona-Quarantänezeiten und stellt die Kontaktnachverfolgung neu auf.

Enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen nun zehn Tage in Isolation oder können sich nach fünf Tagen mit einem PCR- oder nach sieben Tagen mit einem Antigenschnelltest freitesten, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag in München sagte. Für vollständig Geimpfte und Genesene ist keine Quarantäne vorgeschrieben.

Bei der Kontaktnachverfolgung wird künftig priorisiert: Situationen mit einem hohen Übertragungsrisiko, wie etwa Feiern, werden zuerst behandelt. Auch Fälle, bei denen Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf involviert sind wie in Altersheimen, sollen schneller bearbeitet werden.

"In Situationen mit geringem Übertragungsrisiko und ohne Gefährdung von Risikogruppen können die Gesundheitsämter die Kontaktpersonen-Nachverfolgung nachrangig behandeln", heißt es in der Mitteilung.

Die Änderungen, die auf Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) beruhen, sind seit Donnerstag in Kraft.

Update 17. September, 11.24 Uhr: Massenhaft Nachmeldungen - Münchner Inzidenz springt um 42 Prozent

Eine Welle an Nachmeldungen hat die Corona-Inzidenz in München sprunghaft steigen lassen.

Innerhalb eines Tages stieg sie nach Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Freitagmorgen um 42 Prozent auf 88,2 - den höchsten Stand seit Mai. Die Stadt hatte bereits am Donnerstag vorgewarnt, dass es "aufgrund des zuletzt stark angestiegenen Meldeaufkommens" zu Verzögerungen bei der Datenerfassung und daher mehr Nachmeldungen kommen werde.

Die Zahlen beziehen sich auf den vom RKI am Freitagmorgen gemeldeten Stand. Sie können sich nachträglich ändern. Die Inzidenz hat in Bayern an Bedeutung für Corona-Maßnahmen verloren.

Stattdessen ist die Auslastung der Krankenhäuser zur entscheidenden Größe geworden.

Update 17. September, 7.11 Uhr: Holetschek: Sorgen über ungenaue Krankenhaus-Ampel sind unbegründet

Gesundheitsminister Klaus Holetschek weißt Zweifel am Konzept der Krankenhaus-Ampel zurück.
Gesundheitsminister Klaus Holetschek weißt Zweifel am Konzept der Krankenhaus-Ampel zurück.  © Matthias Balk/dpa

Nach Berichten über eine ungenaue Berechnung der Krankenhausampel hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek Zweifel am Corona-Sicherheitskonzept zurückgewiesen.

"Mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als Ampelwächter und Wissensknotenpunkt in Bayern haben wir ein so umfassendes und weitreichendes Monitoring aufgesetzt, dass wir die Corona-Lage Bayern sowohl kurz- wie mittelfristig verlässlich einschätzen können", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München.

Experten wie der Statistikprofessor Helmut Küchenhoff von der LMU München hatten jüngst erklärt, dass die der Ampel zugrunde gelegten Werte wie die 7-Tage-Fallzahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern und die Anzahl der durch Corona-Patienten belegten Intensivbetten ungenau berechnet werden und die tagesaktuellen Werte für Bayern bis zu 80 Prozent zu niedrig liegen.

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Ursache soll der Übermittlungsverzug bei den Fallzahlen sein, mit denen die Kenngrößen berechnet werden.

Den vollständigen Bericht findest du >>>hier.

Update 16. September, 9.18 Uhr: Bayerische Kreise haben höchste Inzidenz in Deutschland

Drei Bayerische Landkreise beziehungsweise kreisfreie Städte haben die höchsten Corona-Inzidenzen in Deutschland.

Laut vom Robert Koch-Institut am Donnerstag veröffentlichten Zahlen (Stand 3.14 Uhr) handelt es sich um die Landkreise Berchtesgadener Land mit einer Inzidenz von 221 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche, den Landkreis Traunstein mit 219,7 und den Stadtkreis Rosenheim mit 202,9.

Sie waren demnach am Donnerstag auch bundesweit die einzigen Kreise mit Werten über 200.

Auf Bundeslandebene liegt Bayern mit einer Inzidenz von 84,3 dagegen eher im oberen Mittelfeld. Der bundesweite Durchschnitt wurde am Donnerstagmorgen mit 76,3 angegeben. Die niedrigsten Inzidenzen in Bayern gab es in den Landkreisen Hof mit 19,0 Tirschenreuth mit 19,5 und Neustadt an der Waldnaab mit 21,1.

Die Zahlen beziehen sich auf den vom RKI am Donnerstagmorgen gemeldeten Stand. Sie können sich nachträglich ändern.

Im bundesweitem Durchschnitt liegt Bayern mit einer Inzidenz von 84,3 im oberen Mittelfeld. (Symbolbild)
Im bundesweitem Durchschnitt liegt Bayern mit einer Inzidenz von 84,3 im oberen Mittelfeld. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa

Update 15. September, 15.20 Uhr: Markus Söder sieht trotz Corona keine Probleme für nächsten Fasching

Trotz der Corona-Krise rechnet CSU-Chef Markus Söder (54) nicht mit Problemen für die kommende Faschingszeit.

"Wir gehen davon aus, dass es stattfinden wird", sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch im Presseclub in München. Auflagen wie 3G - also: geimpft, getestet oder genesen - seien auch dann sicher zu beachten, auch der allgemeine Impfstatus. Er sei aber "sehr optimistisch", dass die Zahl der Geimpften steige.

In diesem und vergangenem Jahr konnte der Fasching nicht in der sonst üblichen Form mit Prunksitzungen und Festumzügen stattfinden.

Update 15. September, 14.05 Uhr: Ärger bei Lehrerverbänden: Lolli-Tests zu kurzfristig

Die Ruhe währte nur kurz: Unmittelbar nach Beginn des neuen Schuljahrs haben sich Lehrervertreter am Mittwoch zornig zu Wort gemeldet.

Grund für den Unmut ist einmal mehr das Vorgehen des Kultusministeriums - speziell die Vorgaben zu den kurzfristig einzuführenden Lolli-Tests an Grund- und Förderschulen sowie die Organisation von Impfangeboten.

"Das Schuljahr beginnt, wie das alte geendet hat: Hektik, Stress und großer Druck. Musste das so sein?", so die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, in München.

Erst am Freitag habe das Ministerium die Schulen über die neuen PCR-Pooltests informiert, bemängelte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit den kindgerechten Lolli-Tests zum Lutschen soll es bereits am nächsten Montag flächendeckend losgehen. "Das ist Wahnsinn", so Landesvize Florian Kohl.

Binnen weniger Tage sollten die Eltern informiert, Einverständniserklärungen eingeholt, Elternabende abgehalten, Zugänge zu einer digitalen Schnittstelle erstellt und die Logistik geklärt sein. "Das ist schlicht unmöglich", betonte Kohl.

Fleischmann kritisierte zudem, dass die Schulleitungen obendrein noch Impfangebote direkt an den Schulen zu organisieren hätten. Die Verbände forderten, den Zeitdruck rauszunehmen und Schulen von nicht-pädagogischen Aufgaben zu entlasten.

Update 14. September, 19.56 Uhr: Durch Corona weniger Krebserkrankungen entdeckt

Im Corona-Jahr 2020 ist in Bayern sowohl die Zahl der neu entdeckten Krebserkrankungen als auch die Zahl der Krebstherapien zurückgegangen.

Experten zufolge hätten viele Menschen in der Pandemie die Vorsorge vernachlässigt und seien nicht zu Untersuchungen gegangen, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag in München. "Das kann gefährlich sein."

"Zwischen Januar und September 2020 ist die Zahl der diagnostizierten Krebsneuerkrankungen um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Zudem wurden vier Prozent weniger Therapien vorgenommen", erläuterte der Minister.

"Schaut man auf die einzelnen Monate, zeigt sich ein alarmierendes Bild. Im April 2020 ging die Zahl der registrierten Neuerkrankungen um 18 Prozent, im Mai um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück."

Der Rückgang betraf vor allem Neuerkrankungen und Operationen in einem frühen Stadium, bei dem die Heilungschancen besonders hoch sind. Holetschek appellierte deshalb eindringlich, Vorsorgen zu Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs wahrzunehmen.

Update 14. September, 19.06 Uhr: Aiwanger fordert kostenlose Antikörper-Tests

Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger (50) will kostenlose Antikörpertests, statt Bratwürste für Impfungen.
Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger (50) will kostenlose Antikörpertests, statt Bratwürste für Impfungen.  © Matthias Balk/dpa

Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat kostenlose Antikörpertests auf das Coronavirus gefordert.

Diese kosteten höchstens 20 Euro, bei zugleich sehr großem Nutzen, sagte Aiwanger dem "Donaukurier".

Denn: "Viele wissen ja gar nicht, ob sie bereits infiziert waren. Andere wissen es; doch der Status als 'genesen' endet nach nur sechs Monaten und dann muss ich wieder – bald selbst zu bezahlende – Tests machen oder mich impfen lassen. Dabei haben viele Genesene deutlich länger ausreichend Antikörper."

Zudem könne man erkennen, ob eine Impfung gewirkt habe oder ob eine dritte Spritze sinnvoll sei, argumentierte Aiwanger. Renommierten Immunologen zufolge ist jedoch unklar, ab welchem konkreten Grenzwert die Menge der gemessenen Antikörperkonzentration im Blut ausreichend vor einer Infektion schützt.

Dennoch forderte Aiwanger pointiert: "Also anstatt Bratwurst gratis und Testen kostenpflichtig, lieber Antikörpertest gratis."

Update 14. September, 14.40 Uhr: PCR-Pool-Tests sollen Corona-Sicherheit in Kitas weiter verbessern

Mit sogenannten Lollitests soll in Bayern die Corona-Sicherheit in Kitas weiter verbessert werden.

Nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag übernimmt der Freistaat ab sofort auch die Kosten für solche Pool-Tests auf PCR-Basis - PCR-Tests gelten als zuverlässiger als Antigen-Schnell- oder Selbsttests.

Die Kommunen können demnach künftig in Abstimmung mit den Kita-Trägern und mit den Eltern vor Ort entscheiden, welches Testverfahren sie in den einzelnen Kitas anwenden: ob sie die neuen Lollitests verwenden wollen oder ob sie beim bisherigen Verfahren bleiben - also mit Berechtigungsscheinen für kostenlose Selbsttest-Kits, die an die Eltern ausgegeben werden.

Bei den Lollitests lutscht jedes Kind an zwei Tupfern. Die Proben werden gesammelt und im Labor als Pool untersucht. Sollte eine Sammelprobe positiv sein, wird das betreffende Kind ermittelt.

Man biete den Kindern, Eltern und Lehrern die größtmögliche Sicherheit, sagte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU). Sie bat lediglich um etwas Geduld, bis es mit den Lollitests losgeht. Eine zentrale, flächendeckende Steuerung der PCR-Pool-Tests gebe es allerdings nicht - das sei aus logistischen Gründen nicht umsetzbar.

«Wir wollen noch mehr Sicherheit in den Kitas», hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schon vor dem Kabinettsbeschluss der «Augsburger Allgemeinen» (Dienstag) gesagt. Deshalb ermögliche man «auf Wunsch der Eltern» nun die Lollitests, erklärte er.

Neu ist zudem: Künftig müssen Beschäftigte in Kitas, die nicht geimpft oder genesen sind, regelmäßig negative Tests nachweisen. Mit dieser Testnachweispflicht erhöhe man die Sicherheit noch weiter, betonten Trautner und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU).

Update 14. September, 14.25 Uhr: Neue Zahlen für München

Update 14. September, 12.35 Uhr: Corona-Trend zu Ferien

Die Corona-Pandemie hat den Trend zum Urlaub im Kokon beflügelt: Viele Touristen haben nach einer Analyse des ADAC in den Sommerferien versucht, den Kontakt zur Mitmenschheit zu reduzieren - und zwar sowohl bei der Anreise als auch bei der Wahl der Unterkunft.

"Man will jetzt auch auf der Reise unter sich sein, vielleicht sogar allein sein", sagte ADAC-Tourismusvorstand Karlheinz Jungbeck am Dienstag in München. "Und zwar in allen Preissegmenten, das ist das Erstaunliche: Von Zelturlaub und Hausboot bis zu Jachtcharter und Flügen im Privatjet." Dies führt nach Jungbecks Worten mittlerweile vor allem beim Camping zu Kapazitätsproblemen, weil die Nachfrage größer sei als das Angebot.

Ein weiteres Indiz für das sogenannte "Cocooning": Viele Urlauber bevorzugten das eigene Auto, so dass es nach ADAC-Daten sogar mehr Staus gab als vor Beginn der Pandemie.

Nach Schätzung des Autoclubs summierten sich die Staus auf Deutschlands Autobahnen im Juli und August auf eine rekordverdächtige Gesamtlänge von 244.000 Kilometern - annähernd 80.000 Staukilometer mehr als im vergleichsweise ruhigen ersten Corona-Jahr 2020. Aber auch 2019 hatte der ADAC nur 221.000 Kilometer Stau gemessen. "Der Pkw hat eine echte Renaissance erlebt", sagte Jungbeck.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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