Coronavirus in Bayern: Quarantäne wird verkürzt, Testpflicht für Kita-Angestellte

München - Das Coronavirus bestimmt weiterhin das Leben in Deutschland und der ganzen Welt. Hier im TAG24-Liveticker für Bayern erfahrt Ihr alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa
In Bayern wurden 706.649* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 17. September, 8 Uhr). 15.512 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben, 665.460 gelten hingegen als genesen.

Die Impfquote in Bayern liegt bei 60,7 Prozent (17. September, 8 Uhr).

In den letzten sieben Tagen gab es im Freistaat insgesamt 310 hospitalisierte Fälle (Stand: 17. September 2021, 8 Uhr), die Belegung der Intensiv-Versorgungskapazitäten durch bestätigte Covid-19-Patienten liegt aktuell bei 266 (Stand: 17. September 2021, 12 Uhr).

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In München wurden 428 neue Fälle (einschließlich 405 Nachmeldungen) gemeldet (Stand: 17. September, 14 Uhr). Die Gesamtzahl der positiven Tests steigt auf 82.578* an. Enthalten in dieser Zahl sind 78.125 Personen, die inzwischen als genesen gelten sowie 1298 Todesfälle.

Die 7-Tage-Inzidenz** der Landeshauptstadt beträgt derzeit 88,2 (RKI, Stand: 17. September).

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*Die einzelnen Tageswerte unterliegen entsprechenden Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die jeweiligen Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt im Freistaat Bayern übermitteln.

** Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI sowie werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ermittelt.

Update 18. September, 11.41 Uhr: Ab Montag Testnachweispflicht für Kita-Beschäftigte

Ab Montag müssen sich ungeimpfte Beschäftigte in Bayerns Kindertagesstätten auf Corona testen lassen.
Ab Montag müssen sich ungeimpfte Beschäftigte in Bayerns Kindertagesstätten auf Corona testen lassen.  © Monika Skolimowska/dpa

Ab Montag müssen ungeimpfte Beschäftigte in Kindertagesstätten in Bayern nachweisen, dass sie negativ auf Corona getestet sind.

Daran erinnerte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Samstag. So solle die Sicherheit für Kinder, Eltern und die Mitarbeiter erhöht werden, teilte das Ministerium mit.

Die Beschäftigten müssen sich ab kommender Woche dreimal pro Woche testen. Ohne Nachweis dürfen sie nicht in die Einrichtung.

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Die Regel hatte das Kabinett vergangene Woche beschlossen. Neben den eigenen Beschäftigten gilt die Pflicht auch für Mitarbeiter von außen, also zum Beispiel Reinigungskräfte oder Musiklehrer.

Der Freistaat stellt den Kitas Selbsttests bereit. So könnten sich auch geimpfte oder genesene Beschäftigte freiwillig testen.

Eltern müssen sich nicht testen lassen, wenn sie ihre Kinder bringen und abholen oder kurz mit den Erziehern reden wollen.

Für Kinder soll es sogenannte Lollitests geben, zudem bekommen Eltern Berechtigungsscheine für kostenlose Selbsttests - verpflichtend ist das allerdings nicht. Masken müssen Erwachsene weiter tragen.

Trautner sagte, derzeit seien sehr wenige Kitas wegen Corona geschlossen.

Update 17. September, 17.17 Uhr: Neue Pooltests starten nicht überall in Bayern zum Wochenanfang

Die Umstellung der Coronatests in den bayerischen Grund- und Förderschulen wird noch nicht zu Beginn der kommenden Woche überall möglich sein.

Wie ein Sprecher des Kultusministeriums in München am Freitag sagte, könne es aus unterschiedlichen Gründen zu Verzögerungen kommen. Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur werden nicht alle Schulen am Montag mit den sogenannten Lollitests beginnen.

Das Ministerium hatte angekündigt, dass diese Tests "ab dem 20. September an Grund- und Förderschulen für noch mehr Sicherheit sorgen" würden. Der bayernweite Projektstart für die neuen Pooltests bleibe wie geplant nächste Woche, sagte der Sprecher - ergänzte aber: "Das bedeutet auch, dass es nicht ab Montag mit der neuen Testung losgehen muss."

Es könne sein, dass Einverständniserklärungen der Eltern fehlten, Lieferschwierigkeiten auftreten oder noch nicht alle Daten im System eingegeben werden konnten, nannte er Beispiele für Verzögerungen. In diesen Fällen würden noch für eine kurze Übergangszeit die bisherigen Selbsttests weiter verwendet.

Bei den neuen PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden und die als genauer gelten als die bisherigen Schnelltests, sollen die Kinder an zwei Tupfern lutschen. Zunächst werden dann die Proben von allen in einem größeren Röhrchen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert.

Lehrerverbände hatten das Projekt in dieser Woche kritisiert, weil es zu kurzfristig von den Schulen eingeführt werden müsse. «Das Schuljahr beginnt, wie das alte geendet hat: Hektik, Stress und großer Druck», sagte die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann.

Erst wenige Tage vor Beginn des Schuljahrs habe das Ministerium über die neuen Pooltests die Lehrer informiert, bemängelte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit einem unrealistischen Zeitplan habe sich erneut gezeigt, "wie weit entfernt das Kultusministerium von der schulischen Realität ist".

Update 17. September, 14.35 Uhr: Corona-Quarantäne in Bayern wird verkürzt

Bayern verkürzt die Corona-Quarantänezeiten und stellt die Kontaktnachverfolgung neu auf.

Enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen nun zehn Tage in Isolation oder können sich nach fünf Tagen mit einem PCR- oder nach sieben Tagen mit einem Antigenschnelltest freitesten, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag in München sagte. Für vollständig Geimpfte und Genesene ist keine Quarantäne vorgeschrieben.

Bei der Kontaktnachverfolgung wird künftig priorisiert: Situationen mit einem hohen Übertragungsrisiko, wie etwa Feiern, werden zuerst behandelt. Auch Fälle, bei denen Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf involviert sind wie in Altersheimen, sollen schneller bearbeitet werden.

"In Situationen mit geringem Übertragungsrisiko und ohne Gefährdung von Risikogruppen können die Gesundheitsämter die Kontaktpersonen-Nachverfolgung nachrangig behandeln", heißt es in der Mitteilung.

Die Änderungen, die auf Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) beruhen, sind seit Donnerstag in Kraft.

Update 17. September, 11.24 Uhr: Massenhaft Nachmeldungen - Münchner Inzidenz springt um 42 Prozent

Eine Welle an Nachmeldungen hat die Corona-Inzidenz in München sprunghaft steigen lassen.

Innerhalb eines Tages stieg sie nach Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Freitagmorgen um 42 Prozent auf 88,2 - den höchsten Stand seit Mai. Die Stadt hatte bereits am Donnerstag vorgewarnt, dass es "aufgrund des zuletzt stark angestiegenen Meldeaufkommens" zu Verzögerungen bei der Datenerfassung und daher mehr Nachmeldungen kommen werde.

Die Zahlen beziehen sich auf den vom RKI am Freitagmorgen gemeldeten Stand. Sie können sich nachträglich ändern. Die Inzidenz hat in Bayern an Bedeutung für Corona-Maßnahmen verloren.

Stattdessen ist die Auslastung der Krankenhäuser zur entscheidenden Größe geworden.

Update 17. September, 7.11 Uhr: Holetschek: Sorgen über ungenaue Krankenhaus-Ampel sind unbegründet

Gesundheitsminister Klaus Holetschek weißt Zweifel am Konzept der Krankenhaus-Ampel zurück.
Gesundheitsminister Klaus Holetschek weißt Zweifel am Konzept der Krankenhaus-Ampel zurück.  © Matthias Balk/dpa

Nach Berichten über eine ungenaue Berechnung der Krankenhausampel hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek Zweifel am Corona-Sicherheitskonzept zurückgewiesen.

"Mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als Ampelwächter und Wissensknotenpunkt in Bayern haben wir ein so umfassendes und weitreichendes Monitoring aufgesetzt, dass wir die Corona-Lage Bayern sowohl kurz- wie mittelfristig verlässlich einschätzen können", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München.

Experten wie der Statistikprofessor Helmut Küchenhoff von der LMU München hatten jüngst erklärt, dass die der Ampel zugrunde gelegten Werte wie die 7-Tage-Fallzahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern und die Anzahl der durch Corona-Patienten belegten Intensivbetten ungenau berechnet werden und die tagesaktuellen Werte für Bayern bis zu 80 Prozent zu niedrig liegen.

Ursache soll der Übermittlungsverzug bei den Fallzahlen sein, mit denen die Kenngrößen berechnet werden.

Den vollständigen Bericht findest du >>>hier.

Update 16. September, 9.18 Uhr: Bayerische Kreise haben höchste Inzidenz in Deutschland

Drei Bayerische Landkreise beziehungsweise kreisfreie Städte haben die höchsten Corona-Inzidenzen in Deutschland.

Laut vom Robert Koch-Institut am Donnerstag veröffentlichten Zahlen (Stand 3.14 Uhr) handelt es sich um die Landkreise Berchtesgadener Land mit einer Inzidenz von 221 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche, den Landkreis Traunstein mit 219,7 und den Stadtkreis Rosenheim mit 202,9.

Sie waren demnach am Donnerstag auch bundesweit die einzigen Kreise mit Werten über 200.

Auf Bundeslandebene liegt Bayern mit einer Inzidenz von 84,3 dagegen eher im oberen Mittelfeld. Der bundesweite Durchschnitt wurde am Donnerstagmorgen mit 76,3 angegeben. Die niedrigsten Inzidenzen in Bayern gab es in den Landkreisen Hof mit 19,0 Tirschenreuth mit 19,5 und Neustadt an der Waldnaab mit 21,1.

Die Zahlen beziehen sich auf den vom RKI am Donnerstagmorgen gemeldeten Stand. Sie können sich nachträglich ändern.

Im bundesweitem Durchschnitt liegt Bayern mit einer Inzidenz von 84,3 im oberen Mittelfeld. (Symbolbild)
Im bundesweitem Durchschnitt liegt Bayern mit einer Inzidenz von 84,3 im oberen Mittelfeld. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa

Update 15. September, 15.20 Uhr: Markus Söder sieht trotz Corona keine Probleme für nächsten Fasching

Trotz der Corona-Krise rechnet CSU-Chef Markus Söder (54) nicht mit Problemen für die kommende Faschingszeit.

"Wir gehen davon aus, dass es stattfinden wird", sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch im Presseclub in München. Auflagen wie 3G - also: geimpft, getestet oder genesen - seien auch dann sicher zu beachten, auch der allgemeine Impfstatus. Er sei aber "sehr optimistisch", dass die Zahl der Geimpften steige.

In diesem und vergangenem Jahr konnte der Fasching nicht in der sonst üblichen Form mit Prunksitzungen und Festumzügen stattfinden.

Update 15. September, 14.05 Uhr: Ärger bei Lehrerverbänden: Lolli-Tests zu kurzfristig

Die Ruhe währte nur kurz: Unmittelbar nach Beginn des neuen Schuljahrs haben sich Lehrervertreter am Mittwoch zornig zu Wort gemeldet.

Grund für den Unmut ist einmal mehr das Vorgehen des Kultusministeriums - speziell die Vorgaben zu den kurzfristig einzuführenden Lolli-Tests an Grund- und Förderschulen sowie die Organisation von Impfangeboten.

"Das Schuljahr beginnt, wie das alte geendet hat: Hektik, Stress und großer Druck. Musste das so sein?", so die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, in München.

Erst am Freitag habe das Ministerium die Schulen über die neuen PCR-Pooltests informiert, bemängelte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit den kindgerechten Lolli-Tests zum Lutschen soll es bereits am nächsten Montag flächendeckend losgehen. "Das ist Wahnsinn", so Landesvize Florian Kohl.

Binnen weniger Tage sollten die Eltern informiert, Einverständniserklärungen eingeholt, Elternabende abgehalten, Zugänge zu einer digitalen Schnittstelle erstellt und die Logistik geklärt sein. "Das ist schlicht unmöglich", betonte Kohl.

Fleischmann kritisierte zudem, dass die Schulleitungen obendrein noch Impfangebote direkt an den Schulen zu organisieren hätten. Die Verbände forderten, den Zeitdruck rauszunehmen und Schulen von nicht-pädagogischen Aufgaben zu entlasten.

Update 14. September, 19.56 Uhr: Durch Corona weniger Krebserkrankungen entdeckt

Im Corona-Jahr 2020 ist in Bayern sowohl die Zahl der neu entdeckten Krebserkrankungen als auch die Zahl der Krebstherapien zurückgegangen.

Experten zufolge hätten viele Menschen in der Pandemie die Vorsorge vernachlässigt und seien nicht zu Untersuchungen gegangen, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag in München. "Das kann gefährlich sein."

"Zwischen Januar und September 2020 ist die Zahl der diagnostizierten Krebsneuerkrankungen um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Zudem wurden vier Prozent weniger Therapien vorgenommen", erläuterte der Minister.

"Schaut man auf die einzelnen Monate, zeigt sich ein alarmierendes Bild. Im April 2020 ging die Zahl der registrierten Neuerkrankungen um 18 Prozent, im Mai um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück."

Der Rückgang betraf vor allem Neuerkrankungen und Operationen in einem frühen Stadium, bei dem die Heilungschancen besonders hoch sind. Holetschek appellierte deshalb eindringlich, Vorsorgen zu Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs wahrzunehmen.

Update 14. September, 19.06 Uhr: Aiwanger fordert kostenlose Antikörper-Tests

Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger (50) will kostenlose Antikörpertests, statt Bratwürste für Impfungen.
Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger (50) will kostenlose Antikörpertests, statt Bratwürste für Impfungen.  © Matthias Balk/dpa

Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat kostenlose Antikörpertests auf das Coronavirus gefordert.

Diese kosteten höchstens 20 Euro, bei zugleich sehr großem Nutzen, sagte Aiwanger dem "Donaukurier".

Denn: "Viele wissen ja gar nicht, ob sie bereits infiziert waren. Andere wissen es; doch der Status als 'genesen' endet nach nur sechs Monaten und dann muss ich wieder – bald selbst zu bezahlende – Tests machen oder mich impfen lassen. Dabei haben viele Genesene deutlich länger ausreichend Antikörper."

Zudem könne man erkennen, ob eine Impfung gewirkt habe oder ob eine dritte Spritze sinnvoll sei, argumentierte Aiwanger. Renommierten Immunologen zufolge ist jedoch unklar, ab welchem konkreten Grenzwert die Menge der gemessenen Antikörperkonzentration im Blut ausreichend vor einer Infektion schützt.

Dennoch forderte Aiwanger pointiert: "Also anstatt Bratwurst gratis und Testen kostenpflichtig, lieber Antikörpertest gratis."

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa

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