Corona-Ticker für NRW: Die Fakten, Infos und Neuigkeiten

Düsseldorf - Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in Nordrhein-Westfalen ist bis Freitag (Stand 10.00 Uhr) landesweit auf 324 gestiegen.

Die Gesundheitsämter in NRW haben viel zu tun.
Die Gesundheitsämter in NRW haben viel zu tun.  © Jonas Güttler/dpa

Die Zahl hatte am Donnerstagnachmittag (16.00 Uhr) nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums noch bei 302 gelegen. 

Während die Fall-Zahl im Kreis Heinsberg unverändert bei 197 lag, gab es einen auffälligen Anstieg in Stadt und Kreis Aachen von 33 am Vortag auf 41 am Freitagmorgen. 

Dort hatte ein Testzentrum für Verdachtsfälle die Arbeit aufgenommen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein hat eine zum Teil mangelnde Bereitschaft von Gesundheitsämtern kritisiert, Diagnosezentren für Corona-Verdachtsfälle einzurichten. 

Es gebe zupackende Behörden etwa im Kreis Heinsberg, der Stadt Düsseldorf und Köln. 

"Wir stellen aber auch fest, dass offenbar nicht alle lokalen Gesundheitsbehörden sich ihrer Rolle und Verantwortung im Kontext einer Pandemie bewusst sind", stellte Vorstandsvorsitzender Frank Bergmann in einer Mitteilung am Freitag fest.

Die Gesundheitsämter seien in der Verantwortung, diese Zentren einzurichten, stellte die KV fest. Mit den zentral durchgeführten Tests in Verdachtsfällen würden die örtlichen Praxen entlastet. Das Vorgehen schone auch Ressourcen wie knappes Schutzmaterial. 

"Wir appellieren deshalb ganz deutlich an alle Beteiligten, ihre Aufgaben, etwa bei der Einrichtung lokaler Diagnosezentren, wahrzunehmen", sagte Bergmann. Für den Betrieb der Zentren oder für mobile Einsatzteams gewinne die KV fortlaufend Ärzte aus ganz Nordrhein-Westfalen, die sich für diese Aufgabe meldeten.

Um die Regelversorgung im Kreis Heinsberg aufrecht zu erhalten, statte die KV aktuell die Praxen mit Schutzmaterial wie Masken, Schutzkittel und Schutzhauben aus. Dieses Material sei unter großem Aufwand beschafft worden.

Update, 18.37 Uhr: Lkw-Fahrverbote an Sonntagen gelockert

Nordrhein-Westfalen hat das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen wegen der deutlich gestiegenen Nachfrage in den Supermärkten und Drogerien im Zuge der Coronakrise gelockert. 

Zur Belieferung des Einzelhandels mit haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln sei innerhalb des Bundeslandes vorerst keine Ausnahmegenehmigung für Lkw erforderlich, hieß es.

Diese Regelung, die das sogenannte Trockensortiment im Handel betrifft, gelte ab sofort bis zum 30. Mai 2020. Um die jederzeitige Verfügbarkeit der vollen Breite des Warensortiments zu garantieren, seien effiziente Lieferketten nötig, hieß es zur Gründung in einem Rundschreiben an die Behörden vom Donnerstag.

Update, 18.08 Uhr: 19 Corona-Fälle in Köln

In Köln gibt es Stand Freitag 19 bestätigte Corona-Virus-Fälle. Acht Fälle haben laut Stadt Kölneinen Bezug nach Heinsberg, sieben Fälle ins Ausland. Bei vier Fällen ist der Bezug nicht bekannt. 

"Alle Erkrankten werden durch das städtische Gesundheitsamt in häuslicher Quarantäne engmaschig betreut", hieß es von der Stadt Köln.

Das Gesundheitsamt der Stadt Köln empfiehlt weiterhin, sich an die Hygienemaßnahmen zu halten, die auch vor einer Influenza-Infektion schützen.

Kein Händegeben, regelmäßiges Händewaschen und ein Kontakt mit den Händen ins Gesicht sollte vermieden werden.

Update, 18.00 Uhr: Schulausflüge in Risikogebiete gestoppt

Das NRW-Schulministerium hat am Freitag landesweit alle Schulen angewiesen, alle Fahrten in vom Robert Koch-Institut benannte Corona-Risikogebiete abzusagen. 

Das gelte für Klassenfahrten, Studienfahrten und Schüleraustausche, teilte das Ministerium am Freitag mit. Die Ausbreitung des Coronavirus stelle die Schulen vor Herausforderungen, die nicht selten mit einer gewissen Verunsicherung einhergingen, stellte Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) fest.

"Deshalb wollen wir den Schulleitungen, den Lehrkräften, aber auch den Schülerinnen, Schülern und ihren Eltern Sicherheit geben. Bei der Absage von Schulfahrten in Risikogebiete haben wir uns daher für eine landesweit einheitliche Regelung entschieden", sagte Gebauer. 

Damit Lehrern und Eltern kein finanzieller Schaden entstehe, etwa durch Stornierungsen, stelle das Land finanzielle Mittel bereit.

Fußballspiel in Mönchengladbach soll stattfinden

Wegen des Corona-Virus ergreift der Verein besondere Maßnahmen für die Fußballfans, damit diese sich sicher fühlen.
Wegen des Corona-Virus ergreift der Verein besondere Maßnahmen für die Fußballfans, damit diese sich sicher fühlen.  © DPA / Roland Weihrauch

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat die Hygiene-Maßnahmen für die Partie gegen Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr/Sky) verstärkt. 

In allen Toilettenbereichen des Borussia-Parks hängen Informationszettel, wie man sich gründlich die Hände wäscht. 

Zudem wurden überall in diesen Bereichen auch Desinfektionsbehälter installiert. Handläufe und Türklinken sollen von Mitarbeitern regelmäßig desinfiziert werden.

Das Gesundheitsamt Mönchengladbach hatte entschieden, dass die Partie am Samstag im Borussia-Park stattfinden kann. 

Das Mönchengladbacher Stadion liegt keine zehn Kilometer vom Kreis Heinsberg entfernt, wo bislang die meisten Corona-Infektionen in NRW aufgetreten sind.

Schule mit Coronafall: Plötzlich melden sich Lehrer krank

Desinfektionsmittel stehen aktuell hoch im Kurs.
Desinfektionsmittel stehen aktuell hoch im Kurs.  © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Ungewöhnlicher Vorgang an einer Düsseldorfer Gesamtschule: Nachdem bei einer Lehrerin das neuartige Coronavirus nachgewiesen wurde, sollte der Schulbetrieb weiter gehen. 

Dann meldeten sich aber so viele Lehrer krank, dass die Schule am Freitag dicht bleiben musste. Nach Angaben der Bezirksregierung sind von 135 Lehrkräften 45 krank gemeldet. 

Elf Lehrer davon waren gebeten worden, zu Hause zu bleiben, weil sie Kontakt mit der Infizierten gehabt hatten.

Am Mittwoch hatte die Dieter-Forte-Gesamtschule auf ihrer Internetseite mitgeteilt: "Bei einer Lehrerin unserer Schule ist das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden." 

Nach intensiver Prüfung habe das Gesundheitsamt aber entschieden, dass nur Schüler einer Lerngruppe und einige Kontaktpersonen zu Hause bleiben sollen: "Der Unterrichtsbetrieb läuft also weiter."

Einen Tag später, am Donnerstag, schrieb die Schulleitung im Internet dann: "Aufgrund einer hohen Zahl an erkrankten Lehrkräften kann der planmäßige Unterricht am Freitag, den 06.03.2020, nicht organisiert werden. Die Schülerinnen und Schüler haben daher einen häuslichen Studientag - Unterricht in der Schule findet nicht statt."

Laut Bezirksregierung wurden von den 45 krank gemeldeten Lehrern elf von den Gesundheitsämtern aufgefordert, zur Sicherheit zu Hause zu bleiben - sie hatten Kontakt mit der erkrankten Kollegin. "Zu den Gründen der Krankmeldungen der anderen Lehrkräfte liegen keine Informationen vor", so ein Sprecherin der Bezirksregierung.

Viele Absagen für Hotels werden zum wirtschaftlichen Problem

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantwortet Fragen von Journalisten. 
Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantwortet Fragen von Journalisten.   © Federico Gambarini/dpa

Hotels, Restaurants und Caterer in Nordrhein-Westfalen leiden massiv unter den Auswirkungen der Coronakrise. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in NRW (Dehoga NRW) klagten 82 Prozent der Betriebe über Umsatzeinbußen etwa durch abgesagte Messen oder verschobene Dienstreisen. Durchschnittlich seien die Einnahmen seit Februar um ein Drittel zurückgegangen.

Betroffen sind laut Dehoga nicht nur die großen Messe-Standorte und Metropolen oder der Kreis Heinsberg. Auch in allen anderen Regionen des Landes hinterlasse das Coronavirus tiefe Spuren. 

"Wir sind mit einer Situation konfrontiert, wie wir sie noch nicht erlebt haben, auch nicht 2008/2009 nach der Bankenkrise. Es ist schlicht verheerend - für die gesamte Branche", stellte der Präsident von Dehoga NRW, Bernd Niemeier, fest. Auch die Buchungszahlen seien zusammengebrochen.

Niemeier forderte deshalb rasche staatliche Unterstützung für die Branche. 

Notwendig seien Soforthilfen des Staates wie zinsgünstige Notfallkredite, unbürokratischere und bezahlbare Kurzarbeitergeldregelungen bis zum Ende der Krise sowie die Stundung von Steuern und Sozialabgaben. Sonst drohten gravierende Folgen. «Mir graust vor der Vorstellung, dass in der Nach-Corona-Zeit vor allen Dingen Tausende von kleinen Gaststätten- und Hotelbetrieben einfach nicht mehr da sein könnten», sagte Niemeier.

Im Gastgewerbe in Nordrhein-Westfalen arbeiten in rund 51.000 Betrieben mehr als 400.000 Beschäftigte und erwirtschaften mehr als 16,5 Milliarden Euro Umsatz.

Titelfoto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

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