Corona und Gewalt: So helfen "Mobile Teams" betroffenen Frauen

Pforzheim - Ein Pilotprojekt des Landes Baden-Württemberg zur Unterstützung von Gewalt und von Prostitution betroffener Frauen stößt im Südwesten auf große Resonanz.

Pforzheim: Eine Frau aus der Ukraine, die in Deutschland als Prostituierte arbeitet, während eines Interviews bei dem sie anonym bleiben will.
Pforzheim: Eine Frau aus der Ukraine, die in Deutschland als Prostituierte arbeitet, während eines Interviews bei dem sie anonym bleiben will.  © Bernd Weissbrod/dpa

Mithilfe sogenannter Mobiler Teams seien bisher rund 500 Frauen zusätzlich beraten worden, die man sonst in Zeiten von Corona und zeitweisem Lockdown nicht hätte erreichen können, sagte Katrin Lehmann, Referentin beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, bei einer ersten Zwischenbilanz am Montag in Pforzheim. Der Sozialverband koordiniert das Projekt.

Im November vergangenen Jahres nahmen die ersten der inzwischen landesweit 24 Mobilen Teams ihre Arbeit auf. Jeweils zwölf widmen sich dabei der Arbeit im Bereich Prostitution/Menschenhandel sowie der häuslichen und sexualisierten Gewalt.

Sie suchen die Betroffenen auf, beraten und leisten konkrete Hilfe bei Arztbesuchen, Geldproblemen oder etwa in Trennungssituationen.

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"Aus Studien wussten wir, dass es nicht genügend Beratungsangebote in der Fläche gibt", sagte Staatssekretärin Ute Leidig (58, Grüne).

Gewalt und Isolation sei ein Thema, dass sich gerade während der Pandemie dramatisch verschärft habe.

Gefördert werden die Mobilen Teams bis Jahresende mit rund 1,4 Millionen Euro. Eine Verlängerung bis Ende kommenden Jahres ist geplant.

Dafür sollen weitere rund 1,2 Millionen Euro fließen. In die Zwischenbilanz flossen Ergebnisse bis 30. Juni dieses Jahres ein.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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