Corona-Variante sorgt für Unruhe: Moderna arbeitet bereits an Omikron-Impfstoff

Cambridge - Nicht zögern, sondern handeln! Kurze Zeit nachdem das Auftreten einer neuen Corona-Variante namens Omikron die Welt schockierte, hat Impfstoffhersteller Moderna bereits mit der Anpassung seines Impfstoffes begonnen. Dafür opferten Hunderte Mitarbeiter des US-Unternehmens sogar den dort heiligen Thanksgiving-Feiertag (wurde am Donnerstag begangen).

Die Omikron-Variante (B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein.
Die Omikron-Variante (B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein.  © Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

"Das ist ein gefährlich erscheinendes Virus", so Moderna-Chef Paul Burton im Gespräch mit der BBC. "Aber ich denke, wir haben jetzt viele Werkzeuge in unserem Arsenal, um es zu bekämpfen, also bin ich optimistisch." Dieser Optimismus ist durchaus angebracht. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Impfstoffen lassen sich die neuartigen mRNA-Vakzine schnell auf neue Varianten anpassen.

Noch werde es einige Wochen dauern, bis man gesicherte Erkenntnisse darüber habe, wie sehr sich die neue Corona-Variante der Wirkung der aktuellen Impfstoffe entziehe und ob ein neues Vakzin produziert werden müsse. Sollte dies aber der Fall sein, werde man es schon Anfang 2022 im großen Stil herstellen können, rechnet Burton.

Ähnlich äußerte sich vor wenigen Tagen auch schon das Mainzer Unternehmen Biontech gegenüber der Bild. "Pfizer und Biontech haben schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer Escape-Variante den mRNA-Impfstoff innerhalb von 6 Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern."

Bislang keine schweren Krankheitsverläufe

Bis es soweit ist, arbeiten Wissenschaftler auf der gesamten Welt fieberhaft daran, herauszufinden, wie gefährlich Omikron im Vergleich zur aktuell dominanten Delta-Variante wirklich ist. Für Susan Hopkins vom Imperial College in London ist es die "die besorgniserregendste, die wir je gesehen haben", da die Fallzahlen in Südafrika von einem niedrigen Niveau kommend sehr schnell steigen würden.

Auch Hartmut Hengel (61), Leiter der Virologie am Uniklinikum Freiburg, nimmt die neue Variante sehr ernst, warnt aber gegenüber tagesschau.de vor Aktionismus.

"Offenbar hat sich diese Virusvariante in Südafrika schneller verbreitet als die Delta-Variante. Aber es gibt noch keine wissenschaftliche Publikation zu der Ausbreitung, noch sind diese Einschätzungen sehr vorläufig." Richard Neher von der Universität Basel mutmaßt derweil, dass sich Omikron "in Südafrika gegen Delta durchzusetzen" scheint.

Von da hieß es, dass es bislang keine schweren Krankheitsverläufe gegeben habe. "Die Patienten klagen meist über einen schmerzenden Körper und Müdigkeit, extreme Müdigkeit, und wir sehen es bei der jüngeren Generation, nicht bei den älteren Menschen", so Angélique Coetzee vom heimischen Ärzteverband zur BBC.

Allerdings sei man noch in einem sehr frühen Stadium der Untersuchungen. Für ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen könnte Omikron durchaus eine Gefahr darstellen.

Titelfoto: Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: