Corona-Verluste: Sexarbeiterinnen fordern Geld vom Staat

London (Großbritannien) - Dienstleister, Kleinunternehmen und vor allem auch die Selbstständigen fahren durch die Corona-Krise zurzeit nur noch Verluste ein. Regierungen weltweit springen jetzt ein, um die Verluste so gering wie möglich zu halten. Eine Branche wird dabei aber vergessen.

Sexarbeiterinnen werden von der Corona-Krise besonders hart getroffen. (Symbolbild)
Sexarbeiterinnen werden von der Corona-Krise besonders hart getroffen. (Symbolbild)  © 123RF/yanlev

Das horizontale Gewerbe. Durch das vorherrschende Kontaktverbot verdienen die Damen zurzeit so gut wie gar kein Geld mehr. 

In Großbritannien haben sich die besonderen Dienstleisterinnen schon 1975 im "English Collective of Prostitutes" zusammengeschlossen und fordern jetzt gemeinsam die gleiche finanzielle Unterstützung ein, wie sie auch andere Branchen bekommen. 

Das Problem: In Großbritannien werden die Sexarbeiterinnen nicht als Unternehmerinnen oder Angestellte angesehen. 

Genau das soll sich jetzt schleunigst ändern, fordert das "English Collective of Prostitutes" auf ihrer Website. Das Kollektiv von britischen Prostituierten verlangt, "dass die Regierung Tausende von Sexarbeiterinnen im ganzen Land als Angestellte anerkennt."

Denn: "Viel Sexarbeit beinhaltet persönlichen Kontakt - genau davor werden wir gewarnt, wenn der Virus eingedämmt werden soll", heißt es in der Forderung. 

Und weiter: "Die meisten Sexarbeiterinnen sind Mütter, vor allem alleinerziehende Mütter, die durch die Sparmaßnahmen ärmer geworden sind."

Viele kontaktlose Alternativen zu ihrem Beruf bleiben den Frauen kaum. Einige konnten zwar auf das "Camming" (virtueller Sex über eine Webcam) umsatteln, diese Möglichkeit biete sich allerdings nicht allen, so die Damen in ihrer Erklärung.

Deshalb fordern sie jetzt nachdrücklich: "Wir müssen Zugang zu Notfallgeldern haben. Sexarbeiterinnen wird der Status als Arbeitnehmerinnen verweigert, sodass uns die Rechte und Ansprüche, die andere Arbeitnehmerinnen haben können, vorenthalten werden."

Ob Großbritanniens Regierung auf diese Forderung eingehen wird, muss jetzt die Zukunft zeigen.

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Titelfoto: 123RF/yanlev

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