Coronavirus in Bayern: Muss das Oktoberfest 2020 abgesagt werden?

München - Das Coronavirus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, schränkt das Leben drastisch ein. Aktuelle Zahlen, Entwicklungen und Ausblicke in der Corona-Krise findet Ihr hier im TAG24-Live-Ticker für Bayern.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht bei einer Pressekonferenz in der bayerischen Staatskanzlei.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht bei einer Pressekonferenz in der bayerischen Staatskanzlei.  © Peter Kneffel/dpa /dpa

Mittlerweile gibt es in Bayern 20.962* positiv auf das Coronavirus getestete Menschen sowie 327 Todesopfer (Stand: 3. April, 9 Uhr). Am Vortag waren es noch 19.153 Infizierte und 277 Verstorbene.

In München wurden indes 205 neue Fälle bestätigt (Stand: 3. April, 13.30 Uhr). Folglich sind in der bayerischen Landeshauptstadt insgesamt 3304* Infektionen gemeldet. Zwölf Menschen haben den Kampf um ihr Leben verloren.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Details zu den bis nach Ostern geltenden Ausgangsbeschränkungen findet Ihr >>> hier.
  • Was  Verstöße dagegen kosten findet Ihr >>> hier.
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Die deutschlandweiten Entwicklungen gibt es zusätzlich im +++ Coronavirus-Liveticker +++

*) mit eingerechnet sind die ersten Infizierten, die allesamt als auskuriert gelten und wieder aus den Krankenhäusern entlassen wurden. Mit eingerechnet sind außerdem jene Bayern, die außerhalb des Freistaats positiv getestet wurden.

Update 4. April, 11.35 Uhr: Absage des Oktoberfests?

Das Coronavirus legt weltweit derzeit nahezu alles lahm. An große Events oder Feste ist nicht zu denken. Doch wie sieht es im Hinblick auf den weiteren Verlauf des Jahres aus? Ist das Oktoberfest in München etwa in Gefahr?

Stephan Pilsinger, CSU-Politiker und Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, hat hierzu eine klare Meinung. "Als Arzt halte ich es aus medizinischer Sicht für höchst kritisch, wenn die Wiesn dieses Jahr stattfindet. Nach dem was wir heute wissen, wird das Virus nicht von heute auf morgen verschwinden. Im Gegenteil", erklärte Pilsinger im Gespräch mit der "Abendzeitung" und schob nach: "Die Virologen gehen davon aus, dass die Ausbreitung in Wellen stattfinden wird."

Er sei deshalb der "festen Überzeugung", dass "die Stadt München sobald wie möglich reinen Tisch machen" müsse. "Eine verbindliche Entscheidung sollte wirklich rechtzeitig getroffen werden, um allen Beteiligten Planungssicherheit zu geben und weitere Schäden abzuwenden." Erfolge eine Absage zu spät, würden "deutlich mehr Kosten entstehen". Dies müsse klar sein.

"Auch wenn das Virus in den Sommermonaten vermutlich eher auf die kältere Südhalbkugel ausweicht, müssen wir mit einer zweiten Infektionswelle spätestens im Herbst rechnen", begründete Pilsinger seine Sichtweise. "Also genau dann, wenn das Oktoberfest stattfindet. Und wenn wir uns jetzt vorstellen, dass hier Menschen aus aller Welt auf engstem Raum zusammenkommen, dann haben wir am Ende eine Situation, die Ischgl vermutlich noch in den Schatten stellen würde." 

In "Anbetracht der aktuellen Situation" würde er deshalb entsprechend klar abraten, die Wiesn stattfinden zu lassen.

Corona-Krise: Ist das Oktoberfest in München etwa in Gefahr? (Archivbild)
Corona-Krise: Ist das Oktoberfest in München etwa in Gefahr? (Archivbild)  © Felix Hörhager/dpa

Update 4. April, 10.35 Uhr: Versicherer kommen Kunden in Corona-Krise entgegen

Große Versicherer kommen ihren Kunden in der Corona-Krise entgegen. Der Marktführer Allianz erweitert in mehreren Bereichen den Umfang seiner Policen und will sich bei Zahlungsschwierigkeiten seiner Kunden kulant zeigen. "Die Botschaft ist: Wir sind da", sagte Bernd Heinemann, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur in München.

Das Münchner Unternehmen hat in Deutschland mehr als 20 Millionen Kunden, Nummer zwei ist die Generali-Gruppe mit 10 Millionen. Der italienische Konzern richtet einen Nothilfefonds in Höhe von 30 Millionen Euro ein, der vor allem für Firmenkunden und "junge Geschäftspartner" gedacht ist, wie das Unternehmen mitteilte.

Auch der größte öffentliche Versicherer in Deutschland, der Konzern Versicherungskammer, will einer Kundengruppe besonders entgegenkommen: Gastronomen und Hoteliers, wie das Münchner Unternehmen mitteilte.

Update 4. April, 10.15 Uhr: Wasserwacht warnt bayerische Wassersportler in Corona-Krise

Die bayerische Wasserwacht hat zum Verzicht auf Wassersport aufgerufen, um Rettungskräfte in der Corona-Krise nicht zusätzlich zu fordern. Die Wachstationen seien aktuell nicht besetzt. "Bei Gewässertemperaturen von aktuell rund 8 Grad kann ein Notfall tödlich enden", warnte Wasserwacht-Chef Thomas Huber.

Laut Bayerischem Roten Kreuz (BRK) müssen zur Zeit in allen Bereichen Einsatzressourcen geschont werden. "Es bezieht sich natürlich nicht nur auf das Wasser, sondern auch auf die Berge", sagte ein Sprecher des BRK am Freitag.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für Bayern ab Sonntag Höchstwerte um die 20 Grad voraus. Im Freistaat gelten weiterhin Ausgangsbeschränkungen.

Update 4. April, 10 Uhr: Freistaat richtet in der Corona-Krise Hilfskrankenhäuser ein

Der Freistaat bereitet sich mit der Errichtung von Hilfskrankenhäusern auf eine mögliche massive Zunahme an schweren Covid-19-Fällen vor. Besonders geeignet seien bestehende Reha-Kliniken oder andere Einrichtungen mit ausreichender Infrastruktur, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) am Samstag mitteilten. So sollen zusätzliche stationäre Kapazitäten geschaffen werden.

Bereits Ende März hatte Huml angekündigt, dass in den 26 bayerischen Rettungsleitstellen-Bereichen Hilfskrankenhäuser entstehen sollen. Planung und Aufbau würden von den Katastrophenschutzbehörden vor Ort organisiert. Wo und wann eine solche Einrichtung in Betrieb genommen wird, werde in Abstimmung mit dem Gesundheits- und Innenministerium entschieden.

Ein Hilfskrankenhaus soll laut Herrmann mindestens 90 Betten umfassen und Huml zufolge möglichst in der Nähe einer bestehenden Klinik eingerichtet und dieser organisatorisch zugeordnet werden. Um eine Infektionsgefahr möglichst auszuschließen, müssten an Covid-19 Erkrankte, Verdachtsfälle und andere Patienten unbedingt voneinander getrennt sein, sagte Huml. Das gelte auch für das Personal, das diese drei Patientengruppen betreut.

Bayern bereitet sich mit Hilfskrankenhäusern auf eine mögliche massive Zunahme an Covid-19-Fällen vor. (Symbolbild)
Bayern bereitet sich mit Hilfskrankenhäusern auf eine mögliche massive Zunahme an Covid-19-Fällen vor. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Update 4. April, 9.55 Uhr: Gehaltsverzicht beim FC Bayern gilt zunächst bis Ende April

Der Gehaltsverzicht der Fußball-Profis und der Vereinsführung des FC Bayern München wegen der Corona-Krise gilt zunächst für den laufenden Monat. Das berichtete Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im "Bild"-Interview.

"Die Spieler und die Führung verzichten erstmal im April auf 20 Prozent. Mit dem Geld ist gewährleistet, dass kein normaler Angestellter beim FC Bayern weniger Netto in der Tasche hat", erklärte der Bayern-Boss. Sollte die Spielpause der Bundesliga wegen der Virus-Pandemie länger dauern, "werden wir uns mit unserem Spielerrat Ende des Monats zusammensetzen und besprechen, wie es weitergeht", kündigte Rummenigge (64) an. 

Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) hatte in dieser Woche beschlossen, dass der Spielbetrieb in der Bundesliga mindestens bis zum 30. April ausgesetzt bleibt.

Update 4. April, 9.30 Uhr: Bayern nimmt zehn Corona-Patienten aus Paris auf

Der Freistaat will in der Corona-Krise zehn schwerkranke Covid-19-Patienten aus Paris zur Behandlung in bayerische Kliniken aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstagmorgen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. 

"In der Not helfen Freunde", schrieb Söder. Und: "Europa muss zusammenstehen." Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen.

Frankreich gehört neben Italien und Spanien zu den Ländern in Europa, die vom Coronavirus besonders betroffen sind. Seit dem 1. März starben in Frankreich mehr als 6500 infizierte Menschen. Auch andere Bundesländer nehmen Covid-19-Patienten zur Behandlung auf. 

In den vergangenen acht Tagen hat die Bundeswehr mehrfach infizierte Menschen eingeflogen.

Update 4. April, 9.20 Uhr: Carpendales beim Hamstern erwischt?

Mit mehreren vollen Einkaufswagen stehen Wayne und Annemarie Carpendale mitten in der Corona-Krise vor einem Großmarkt. Fängt das Promi-Paar jetzt etwa wie leider so viele andere Menschen das Hamstern an? Natürlich nicht! 

Hinter dem Bild steckt vielmehr eine tolle Aktion in schwierigen Zeiten. Welche? Das erfahrt Ihr >>> hier.

Wayne und Annemarie Carpendale vor dem Großmarkt.
Wayne und Annemarie Carpendale vor dem Großmarkt.  © Screenshot/Instagram Wayne Carpendale

Update 4. April, 8.39 Uhr: Hunde, Katzen & Co. können aufatmen

Vor Kurzem drohte dem Tierheim München noch der Kollaps. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten keine Tiere vermittelt werden. Jetzt gibt es gute Nachrichten.

Wie diese lauten, erfahrt Ihr >>> hier.

Update 4. April, 7.09 Uhr: Osterhasen helfen in Münchner Supermarkt beim Abstandhalten

In einem Münchner Supermarkt helfen fortan Osterhasen dabei, die nötigen 1,5 Meter Mindestabstand zum Gegenüber einzuhalten. Angestellte haben dort eine niedrige Mauer aus Hunderten goldenen Schokohasen vor der Fleisch-, Fisch- und Käsetheke aufgebaut. 

So können die Kundinnen und Kunden weiterhin mit genügend Distanz an der Theke einkaufen.

Osterhasen helfen in einem Münchner Supermarkt beim Abstandhalten.
Osterhasen helfen in einem Münchner Supermarkt beim Abstandhalten.  © Felix Hörhager/dpa

Update 4. April, 7.04 Uhr: Wegen Corona-Krise Aufnahmestopp in Pflegeheimen

Um gegen die Ausbreitung des Coronavirus in bayerischen Pflegeheimen zu kämpfen, gilt in diesen Einrichtungen ab Samstag ein Aufnahmestopp. "Für ältere und pflegebedürftige Menschen besteht eine besonders hohe Gefahr, an Covid-19 mit schwerem Verlauf zu erkranken", teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mit. "Deshalb gibt es ab dem Samstag (4. April) einen Aufnahmestopp für Pflegeeinrichtungen in Bayern, um weitere Ansteckungen möglichst zu verhindern." 

Ausnahmen seien möglich für Häuser, die neue Bewohnerinnen und Bewohner für 14 Tage in Quarantäne unterbringen können.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte den Aufnahmestopp bereits am Mittwoch angekündigt. Darüber hinaus kündigte er an, dass die Schutzmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen weiter verschärft werden sollen. Denn das Coronavirus breitet sich zunehmend auch in Alten- und Pflegeheimen aus. Verbände fordern eine bessere Ausstattung der Pflegekräfte mit Schutzkleidung.

Huml informierte, dass das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eine eigene Task-Force einrichtet, die rund um die Uhr erreichbar sein soll. "Sie berät auch die Behörden vor Ort bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie."

Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

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