Coronavirus: 103 Jahren alte Italienerin trotzt der Covid-19-Krankheit

Welt - Das Coronavirus ist nach wie vor nicht wegzudenken. In Deutschland gibt es (Stand 9. April) knapp 118.000 positiv getestete Menschen. Weltweit sind es mehr als 1,5 Millionen. 

Spanien hat Italien mittlerweile in Europa als traurigen Spitzenreiter abgelöst. 

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Update, 10. April, 0.01 Uhr: Eigenversorgung für überlebenswichtige Güter muss garantiert werden

Europastaatsminister Michael Roth (49)chat vor dem Hintergrund der Corona-Krise eine mangelnde Autonomie Europas bei manchen medizinischen Produkten beklagt. Der SPD-Politiker signalisierte Zustimmung zum Ansinnen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron (42), bei der Produktion bestimmter Güter mehr europäische Eigenständigkeit anzustreben. 

"Wir müssen im Zweifelsfall auch für überlebenswichtige Güter eine gewisse Eigenversorgung garantieren", sagte der SPD-Politiker der "Welt" und weiteren europäischen Zeitungen auf die Frage, ob die EU in den vergangenen Jahren zu viele sensible Sektoren globalisiert habe.

"Wir mussten feststellen, dass es bei gewissen, dringend benötigten medizinischen Produkten gar keine europäische Autonomie und Souveränität mehr gibt", führte Roth aus. Es sei eine "schmerzhafte Erfahrung, sich einzugestehen, bei medizinischen Produkten teilweise abhängig zu sein von China und Indien". 

Der französische Präsident habe an diesem Punkt recht. "Es mutet schon merkwürdig an, wenn der größte Binnenmarkt der Welt mit rund 450 Millionen Menschen offenkundig zentrale Güter überhaupt nicht mehr vorhält."

Deutschland hat bereits angekündigt, den Aufbau und den Ausbau der Produktion medizinischer Schutzausrüstungen in Deutschland voranzutreiben, um unabhängiger von China zu werden. Die Bundesregierung sieht angesichts der Corona-Krise Bedarf an Milliarden von Schutzmasken.

Update, 9. April, 22.38 Uhr: Antworten auf Corona-Wirtschaftskrise gefunden

Die EU-Finanzminister haben laut Vizekanzler Olaf Scholz (61, SPD) "drei starke Antworten" auf die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Krise gefunden. "Heute ist ein großer Tag europäischer Solidarität und auch Stärke», sagte Scholz nach Ende der langwierigen Verhandlungen am Donnerstagabend in Berlin. "Es geht um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, es geht um die Sicherheit von Arbeitsplätzen und es geht darum, dass viele Unternehmen in dieser Krise bestehen bleiben." 

Der gefundene Konsens beinhalte sehr starke Antworten darauf.

Es werde eine starke Hilfe für kleine und mittelständische Unternehmen über die Europäische Investitionsbank geben. Arbeitnehmer würden über das europaweite Kurzarbeits-Programm unterstützt. Außerdem könnten Staaten vorsorgliche Kreditlinien über den Eurorettungsschirm ESM bekommen. 

"Drei starke Antworten, die, wenn man es zusammenrechnet, gut 500 Milliarden Euro europäischer koordinierter Antwort auf diese Herausforderung beinhalten", sagte Scholz. 

Update, 9. April, 22.28 Uhr: EU-Finanzminister einigen sich auf milliardenschwere Hilfen

Die EU-Finanzminister haben sich in der Corona-Krise auf milliardenschwere Hilfen für gefährdete Staaten, Firmen und Jobs geeinigt. Dies teilten Teilnehmer am späten Donnerstagabend auf Twitter mit. Der Kompromiss gelang erst nach zwei Verhandlungsrunden und heftigem Streit über die Bedingungen des Pakets im Umfang von rund 500 Milliarden Umfang. Das Streitthema Corona-Bonds wurde zunächst ausgeklammert.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sprach auf Twitter von einem exzellenten Kompromiss. 500 Milliarden Euro stünden sofort bereit. Auch ein neuer Fonds zur Wiederbelebung der Wirtschaft werde kommen. Europa habe sich entschieden und zeige, dass es der Krise gewachsen sei.

Enthalten sind drei Elemente: vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM von bis zu 240 Milliarden Euro, die besonders von der Pandemie betroffenen Staaten zugute kommen könnten; ein Garantiefonds für Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank EIB, der 200 Milliarden Euro mobilisieren soll; und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens "Sure" um Umfang von 100 Milliarden Euro.

Darüber hinaus wurde ein befristeter "Recovery Fund" zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung vereinbart. Dieser soll die Solidarität der EU mit den in der Pandemie am meisten betroffenen Staaten zum Ausdruck bringen und den außerordentlich hohen Kosten der Krisenbewältigung Rechnung tragen. Details sollen aber erst geklärt werden, darunter die Finanzierungsquellen. Einige Staaten wollen dafür Gemeinschaftsanleihen ausgeben, während andere - darunter Deutschland - solche Corona-Bonds ablehnen. Der Streit darüber wurde also letztlich vertagt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich am Donnerstag vor der entscheidenden Verhandlungsrunde hinter das Rettungspaket mit den drei Elementen ESM, EIB und "Sure" gestellt, Corona-Bonds aber nochmals eine Absage erteilt. Es gebe so viele andere Möglichkeiten, die nun dringend nötige Solidarität in Europa zu zeigen, sagte die CDU-Politikerin. Deutschland sei dazu bereit und verpflichtet.

Die drei Punkte aus dem Rettungspaket summierten sich auf viele Milliarden, sagte die Kanzlerin. Zusätzlich müsse es nach der Krise ein Konjunkturprogramm für Wirtschaft und Arbeitsplätze geben. "An dem wird sich Deutschland auch beteiligen", sagte sie. Auch die Beratungen über den EU-Etat stünden jetzt unter ganz anderen Vorzeichen.

Bruno Le Maire (r.), Finanzminister von Frankreich, spricht mit Olaf Scholz (SPD, l.), Finanzminister von Deutschland, neben Christine Lagarde (2.v.l.), Präsidentin der Europäischen Zentralbank, und Paolo Gentiloni (2.v.r.), Europäischer Wirtschaftskommissar, während eines Treffens der Finanzminister der Europäischen Union (Archivbild).
Bruno Le Maire (r.), Finanzminister von Frankreich, spricht mit Olaf Scholz (SPD, l.), Finanzminister von Deutschland, neben Christine Lagarde (2.v.l.), Präsidentin der Europäischen Zentralbank, und Paolo Gentiloni (2.v.r.), Europäischer Wirtschaftskommissar, während eines Treffens der Finanzminister der Europäischen Union (Archivbild).  © Francisco Seco/AP/dpa

Update, 9. April, 22.09 Uhr: Spahn: An Ostern "auf anderen Wegen" Kontakt zueinander suchen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bürger wegen der Corona-Krise auf "Ausnahme-Ostern" eingestimmt und erneut dafür geworben, die Kontaktbeschränkungen einzuhalten. "Ostern ist ein wichtiges christliches Fest, es ist für viele ein Familienfest, ein Fest wo man Urlaub macht oder auch Freunde trifft. Und das wird dieses Mal jedenfalls in gewohnter Weise nicht gehen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in der Sendung "ARD extra".

Er wünsche sich, dass die Menschen Kontakt zueinander suchen - "aber eben telefonisch, digital, auf anderen Wegen als sonst. Weil es nur dann gemeinsam gelingt, auch das Erreichte zu sichern: Nämlich, dass wir diese Ausbreitungsdynamik des Virus entsprechend beendet haben", betonte Spahn. Er wisse, wie schwer das fällt, "gerade auch (...) mit dem guten Wetter dieser Tage".

Mit Blick auf eine mögliche Lockerung von Einschränkungen nannte Spahn in der ARD als eine Kategorie die Frage: "Was ist leichter für uns als Gesellschaft verzichtbar, was ist weniger gut verzichtbar?" Er führte aus: "Arbeiten gehen, für den Lebensunterhalt zu sorgen, darauf können wir weniger gut verzichten als auf die Party, auf den Club, auf das Fußballspiel."

Als zweite Kategorie nannte Spahn die Frage: "Wo ist das Risiko größer oder geringer, sich oder auch andere zu infizieren? Wo kommen sich Menschen also nahe?" Wenn es gelinge, im Arbeits- oder Geschäftsleben das Miteinander so zu gestalten, "dass Abstandsregeln, Hygieneregeln eingehalten werden können, dann können bestimmte Branchen eben auch schneller beginnen als in den Bereichen, wo das nicht möglich ist." 

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, spricht auf einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage bei der Bekämpfung des Coronavirus.
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, spricht auf einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage bei der Bekämpfung des Coronavirus.  © Annegret Hilse/Reuters Pool/dpa

Update, 9. April, 21.58 Uhr: Aktuelle Zahlen für Deutschland, Europa und weltweit

In Deutschland sind bis Donnerstagabend mindestens 117.364 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mindestens 2486 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 50.557 Menschen die Infektion überstanden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 30.700 nachgewiesenen Fällen und mindestens 707 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 24.600 nachgewiesenen Fällen und mindestens 500 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 23.600 Fällen und mindestens 585 Toten.

Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus' in Deutschland nach Bundesländern.
Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus' in Deutschland nach Bundesländern.  © TAG24
Übersicht über die Ausbreitung von COVID-19 in Deutschland.
Übersicht über die Ausbreitung von COVID-19 in Deutschland.  © TAG24
Die Entwicklung der Fallzahlen in Europa.
Die Entwicklung der Fallzahlen in Europa.  © TAG24
Die Entwicklung der Corona-Fälle in Europa und den USA je Tag.
Die Entwicklung der Corona-Fälle in Europa und den USA je Tag.  © TAG24
Übersicht über bestätigte Corona-Fälle, Heilungen und Todesfälle.
Übersicht über bestätigte Corona-Fälle, Heilungen und Todesfälle.  © TAG24
Die weltweite Verteilung des COVID-19-Virus.
Die weltweite Verteilung des COVID-19-Virus.  © TAG24

Update, 9. April, 21.32 Uhr: FDP-Chef kritisiert Regierungs-Kommunikation in Corona-Krise

FDP-Chef Christian Lindner hat den Kommunikationsstil der Bundesregierung in der Corona-Krise kritisiert. "Bisweilen habe ich den Eindruck, die Regierung spricht zu ihrem Souverän - den Bürgerinnen und Bürgern - wie zu Kindern, die man im Unklaren darüber lässt, wie es denn jetzt weitergeht", sagte Lindner am Donnerstag in "Bild live". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei "wieder in den Modus der Alternativlosigkeit zurückgefallen". Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Christian Lindner, Vorsitzender der FDP.
Christian Lindner, Vorsitzender der FDP.  © Sonja Wurtscheid/dpa

Update, 9. April, 21.28 Uhr: Stressforscher empfiehlt, Ostern "emotional zu entlüften"

Stressforscher Mazda Adli rät den Bundesbürgern an den Osterfeiertagen zu coronafreien Zeiten. Es sei wichtig, sich einige Stunden am Tag mit etwas anderem zu beschäftigen: einem Buch, einem Film oder Gesprächen, die nicht um das Virus kreisten, sagte der Charité-Psychiater. Ein "emotionales Entlüften" helfe bei der Bewältigung der Krise, unter der auch die Psyche leide. "Denn was uns sonst tröstet, geht gerade nicht". Dazu zählten Umarmungen auch außerhalb der Familie und gerade an Ostern Treffen mit Verwandten und mit Freunden.

Gefühle von Stress, Ungeduld, Wut und Angst seien in Zeiten von Homeoffice, Homeschooling und Existenzsorgen normal, betonte Adli. Wichtig sei es aber auch, sich klar zu machen, dass die Phase endlich sei. "Wir sind dieser Situation nicht heillos ausgeliefert. Wir beteiligen uns an einem gigantischen Präventionsprojekt. Und wir sehen Erfolgsgeschichten." Hoffnung sei die entscheidende psychische Quelle, betonte der Mediziner.

Der Stressforscher Mazda Adli.
Der Stressforscher Mazda Adli.  © Annegret Hilse/Reuters Pool/dpa

Update, 9. April, 21.18 Uhr: 103 Jahren alte Italienerin trotzt der Covid-19-Krankheit

Eine uralte Italienerin wird gerade weltweit bewundert für ihre gesundheitliche Konstitution: Ada Zanusso ist 103 Jahre alt und hat die Covid-19-Krankheit überwunden. "Sie ist wieder fit, es geht ihr gut", sagte ihre Ärztin Carla Furno Marchese der dpa am Donnerstag am Telefon. 

Ada Zanusso lebt in einer Seniorenresidenz in Lessona im Piemont, rund 100 Kilometer von der lombardischen Metropole Mailand entfernt. Dieser Tage gaben die weißhaarige Dame und ihre Familie Interviews, in denen sie über ihren eigenen Weg durch die Corona-Krise sprachen. Denn Ada Zanusso war im März positiv auf das Virus getestet und krank geworden. 

Mut und Glauben - so erklärt die über 100-Jährige ihre Genesung. Ihr Sohn Giampiero hielt, wie er in der Zeitung "La Repubblica" erzählte, stets mit Hilfe von Video-Anrufen Kontakt zu seiner Mutter. Besuche am Bett der Kranken waren nicht erlaubt. Jetzt kann sie schon wieder lächelnd im Rollstuhl sitzen und sich für Medienberichte weltweit filmen lassen.

Die 103-jährige Ada Zanusso aus Italien.
Die 103-jährige Ada Zanusso aus Italien.  © Giampiero Brisotto/Residenza Maria Grazia Lessona/dpa

Update, 9. April, 21.07 Uhr: Deutschlands Schuldenquote steigt auf über 75 Prozent

Wegen der Hilfspakete in der Corona-Krise steigt Deutschlands Staatsverschuldung deutlich an. Das Finanzministerium rechnet damit, dass die Schuldenquote - also das Verhältnis der Schulden zur gesamten Wirtschaftsleistung - Ende des Jahres bei 75,25 Prozent liegen wird. Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Stabilitätsprogramm 2020 hervor, das die Bundesregierung Ende April der EU-Kommission vorlegen wird. 

Einen Wert in genau dieser Größenordnung hatte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zu Wochenbeginn bereits vorhergesagt. Der Bericht soll voraussichtlich am 22. April im Kabinett beschlossen werden.

In den europäischen Verträgen von Maastricht ist eigentlich eine Schuldenquote von 60 Prozent als Höchstwert vereinbart. Deutschland hatte die Stabilitätskriterien zuletzt erstmals seit 2002 wieder eingehalten, die Quote war auf 59,8 Prozent gesunken.

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen.
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 9. April, 20.59 Uhr: Ausgehverbot in Spanien verlängert

In Spanien wird der Alarmzustand samt strikten Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie um weitere zwei Wochen bis Mitternacht des 25. April verlängert. Das Parlament in Madrid stimmte am Donnerstagabend dem am Wochenende von Ministerpräsident Pedro Sánchez angekündigten Antrag zu. Vorausgegangen war eine elfstündige Debatte, in der es viel Kritik der Opposition am Krisenmanagement der sozialistischen Regierung gab.

Die strengen Regeln haben mittlerweile Erfolg. Dennoch ist Spanien nach wie vor eines der weltweit am stärksten von Covid-19 betroffenen Länder.

Update, 9. April, 20.55 Uhr: Briten-Premier Johnson hat Intensivstation verlassen

Der britische Premierminister Boris Johnson muss wegen seiner Covid-19-Erkrankung nicht mehr auf der Intensivstation behandelt werden. Er sei auf eine normale Station verlegt worden, teilte eine Regierungssprecherin am Donnerstagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Johnson sei "außerordentlich guten Mutes" hieß es in einer Mitteilung. Er sei nun in der frühen Phase seiner Genesung und werde weiterhin genau beobachtet. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien und seine Partnerin Carrie Symonds. Johnson hat am Donnerstagabend die Intensivstation verlassen.
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien und seine Partnerin Carrie Symonds. Johnson hat am Donnerstagabend die Intensivstation verlassen.  © Yui Mok/PA Wire/dpa

Update, 9. April, 20.41 Uhr: Papst feiert Gründonnerstag im Petersdom ohne Gläubige

Papst Franziskus hat zum Auftakt der durch die Corona-Pandemie eingeschränkten österlichen Zeremonien eine feierliche Abendmahlsmesse begangen. Am Gründonnerstag war das katholische Kirchenoberhaupt dabei im Petersdom fast alleine. Mit ihm begingen nur wenige kirchliche Würdenträger die Messe. Der 83-jährige Papst erinnerte an Priester, Ärzte und Pfleger, die in der Corona-Krise Großes leisten würden und von denen viele an der Covid-19-Krankheit gestorben seien.

Die traditionelle Fußwaschung war wegen der Gesundheitsrisiken abgesagt worden. Auch andere Teile der Feier entfielen. Am Gründonnerstag beginnt für die Christen weltweit das Erinnern an Leiden, Tod und Auferstehung Jesu.

Am Gründonnerstag beginnt für die Christen weltweit das Erinnern an Leiden, Tod und Auferstehung Jesu. Papst Franziskus begann mit den Feierlichkeiten am Abend.
Am Gründonnerstag beginnt für die Christen weltweit das Erinnern an Leiden, Tod und Auferstehung Jesu. Papst Franziskus begann mit den Feierlichkeiten am Abend.  © Alessandro Di Meo/ANSA/AP/dpa
Papst Franziskus (li.) hält die Gründonnerstagsmesse im fast menschenleeren Petersdom im Vatikan. Die traditionelle Kreuzweg-Prozession am Karfreitag wird er wegen der Corona-Krise in diesem Jahr ohne Pilger begehen.
Papst Franziskus (li.) hält die Gründonnerstagsmesse im fast menschenleeren Petersdom im Vatikan. Die traditionelle Kreuzweg-Prozession am Karfreitag wird er wegen der Corona-Krise in diesem Jahr ohne Pilger begehen.  © Alessandro Di Meo/ANSA/AP/dpa

Update, 9. April, 20.26 Uhr: Aktuelle Corona-Zahlen

Die Zahlen der nachgewiesenen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 steigen auch am Donnerstagabend weiter an. Derzeit sind weltweit 1.576.866 Menschen mit dem COVID-19-Virus registriert. Ein Brennpunkt sind noch immer die USA mit fast einer halben Million Erkrankten.

Die aktuellen Zahlen der mit dem COVID-29-Virus infizierten Menschen weltweit.
Die aktuellen Zahlen der mit dem COVID-29-Virus infizierten Menschen weltweit.  © TAG24

Update, 9. April, 20.22 Uhr: Estland plant Massentests

In Estland sollen Massentests Aufschluss über die Verbreitung des Coronavirus in dem baltischen EU-Land geben. Die Regierung in Tallinn beschloss am Donnerstag die von Sozialminister Tanel Kiik vorgeschlagene Durchführung einer bevölkerungsbezogenen Studie.

«Die Tests seien auch wichtig für die weitere Bewertung der Sicherheitsmaßnahmen, mit denen die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden soll.

Update, 9. April, 20.16 Uhr: Mehr als 400 Infizierte von US-Flugzeugträger

Unter den Besatzungsmitgliedern des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" hat die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus deutlich zugenommen. Es gebe inzwischen 416 Fälle, erklärte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Donnerstag. Anfang der Woche hatte die Marine noch von rund 200 bekannten Infektionen gesprochen. Fast alle der mehr als 4000 Besatzungsmitglieder seien nun getestet worden, erklärte die Sprecherin weiter. Ein Soldat befinde sich infolge der von dem Virus verursachten Lungenerkrankung Covid-19 auf der Intensivstation.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 liegt der nukleargetriebene und hochgerüstete Flugzeugträger vor der Pazifikinsel Guam und ist inzwischen weitgehend evakuiert worden. Der Coronavirus-Ausbruch auf dem Schiff erschüttert seit knapp zwei Wochen die US-Marine.

Der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt.
Der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt.  © Mc3 Anthony N. Hilkowski / Hando/US NAVY/dpa

Update, 9. April, 20.08 Uhr: Kampagne #loverecordstores gestartet

Solidarität mit dem Tonträgerhandel vor Ort: Dieses Ziel hat eine nun auch in Deutschland von Prominenten unterstützte Social-Media-Initiative unter dem Hashtag #loverecordstores. In der Corona-Krise und angesichts geschlossener Geschäfte sollten die Verbraucher ermutigt werden, ihre Musik "weiter bei unabhängigen Plattenläden und online einzukaufen". Das teilte am Donnerstag in Berlin der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) mit - zu seinen Mitgliedern zählen rund 1200 Künstler, die sich selbst vermarkten, sowie Labels, Verlage, Vertriebe und Produzenten.

Die Kampagne wurde durch Künstler wie Elton John, Kate Tempest oder Bobby Gillespie (Primal Scream) in Großbritannien gestartet. Mehr Infos gibt es >>> hier.

Update, 9. April, 20.01 Uhr: Slowakei riegelt Roma-Siedlungen ab

In der Slowakei haben die Behörden am Donnerstag fünf Armensiedlungen der Roma-Minderheit mit insgesamt mehr als 6000 Bewohnern abgeriegelt, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Der Schritt sorgte in liberalen Medien für Kritik. Sozialdemokratische Oppositionspolitiker kritisierten hingegen, dass die Quarantäne nicht schon früher verhängt wurde.

Die Zeitung "Dennik N" wies in ihrer Online-Ausgabe darauf hin, dass in allen fünf Siedlungen zusammen bis Donnerstag nur 32 Personen positiv auf das Virus getestet worden seien. Dennoch habe man Tausende Menschen unter Zwangsquarantäne gestellt. Mehrere Medien schilderten es als befremdlich, dass schon seit mehreren Tagen auch die Armee eingesetzt wurde, um Corona-Tests in Roma-Siedlungen durchzuführen.

Das Internetportal Aktuality.sk berichtete, seit der Corona-Krise hätten in sozialen Netzen die rassistischen Äußerungen gegenüber der Roma-Minderheit zugenommen. Dazu habe auch die an Ungeziefer erinnernde Wortwahl des konservativen Regierungschefs Igor Matovic beigetragen. Dieser hatte wiederholt davor gewarnt, dass sich Covid-19 unter den unhygienischen Lebensbedingungen der Roma-Siedlungen unkontrolliert ausbreiten könne. Wenn die Bewohner dieser Siedlungen dann "herauskriechen" würden, sei auch die restliche Bevölkerung bedroht, hatte Matovic erklärt. 

Ein Soldat (li.) überwacht Tests auf das Coronavirus in einer Roma-Siedlung, die mit Hilfe von Militärzten durchgeführt werden.
Ein Soldat (li.) überwacht Tests auf das Coronavirus in einer Roma-Siedlung, die mit Hilfe von Militärzten durchgeführt werden.  © Kristína Mayerová/TASR/dpa

Update, 9. April, 19.25 Uhr: Easyjet verschiebt Abnahme von 24 Airbus-Flugzeugen

Die britische Fluggesellschaft Easyjet wird 24 bei Airbus bestellte Maschinen vorerst nicht abnehmen. Man habe sich mit dem europäischen Flugzeugbauer auf eine Verschiebung der vereinbarten Auslieferung verständigt, teilte Easyjet mit. Zehn der Flugzeuge sollten im Geschäftsjahr 2020, zwölf im Jahr 2021 und zwei im Jahr 2022 ausgeliefert werden. 

Wann die Flugzeuge dann an Easyjet gehen, hänge von der Nachfrage auf dem Luftverkehrsmarkt ab. Wegen der Corona-Pandemie lässt Easyjet seit dem 30. März ihre gesamte Flotte am Boden. Wann die kommerziellen Flüge wieder aufgenommen werden, ist noch nicht absehbar.

Ein Airbus von Easyjet rollt am Tower am Flughafen Newcastle vorbei.
Ein Airbus von Easyjet rollt am Tower am Flughafen Newcastle vorbei.  © Owen Humphreys/PA Wire/dpa

Update, 9. April, 19.18 Uhr: NRW setzt Zahlung von Soforthilfen nach Betrugsverdacht aus

Nordrhein-Westfalen stoppt wegen Betrugsverdachts vorübergehend die Soforthilfe-Auszahlungen für Selbstständige und Unternehmen in der Corona-Krise. Der Grund: Über gefälschte Websites sollen Daten für betrügerische Anträge abgegriffen worden sein. Von dem Auszahlungs-Stopp seien mehrere Tausend Antragsteller betroffen, sagte ein Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums. Wann die Zahlungen wieder aufgenommen werden könnten, sei noch nicht abzusehen. Andere Bundesländer setzen die Auszahlungen fort.

Laut dem Landeskriminalamt (LKA) haben Betreiber von Fake-Seiten "mit gefälschten Antragsformularen Daten abgefischt und diese mutmaßlich für kriminelle Machenschaften genutzt". Offenbar stellten die Täter dann selbst betrügerische Anträge. Die Staatsanwaltschaft Köln sieht "eine professionell aufgezogene, kriminelle Kampagne".

Die Links zu den falschen Formularen wurden nach bisherigen Hinweisen als Anzeigen an die Spitze der Suchergebnisse gebracht. Die Websites mit der Endung ".de" hatten ähnliche Namen wie die echte Antragsseite unter der Adresse https://soforthilfe-corona.nrw.de und waren zum Teil täuschend echt gestaltet. Die Adresse einer Seite, die am Donnerstagmorgen zunächst noch online war, enthielt zum Beispiel die Worte Soforthilfe, NRW und Antrag. Der Anbieter der Seite sitzt laut dem Internetdienst "whois" aber in der Slowakei.

Ob in NRW bereits ein finanzieller Schaden entstanden ist, konnte der Sprecher des Ministeriums nicht sagen. In den kommenden Tagen wird die Ermittlergruppe ihre Recherchen fortsetzen, um betrügerische Anträge zu identifizieren.

Betriebe mit bis zu fünf Angestellten können 9000 Euro beantragen, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro. Mittelgroße Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern können 25.000 Euro bekommen. In den vergangenen Wochen wurden bereits Hunderttausende Anträge in NRW bewilligt. Anträge könnten weiter gestellt werden.

SCREENSHOT - 09.04.2020, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Die Kombo zeigt die Internetseite mit dem Antrag für die NRW-Soforthilfe im Original (l) und die mittlerweile abgeschaltete Fake-Seite (r). Nordrhein-Westfalen stoppt wegen mutmaßlich betrügerischer Internetseiten vorübergehend die Soforthilfe-Auszahlungen für Selbstständige und kleine Unternehmen in der Corona-Krise. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt (LKA) gefallen, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Foto: ---/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
SCREENSHOT - 09.04.2020, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Die Kombo zeigt die Internetseite mit dem Antrag für die NRW-Soforthilfe im Original (l) und die mittlerweile abgeschaltete Fake-Seite (r). Nordrhein-Westfalen stoppt wegen mutmaßlich betrügerischer Internetseiten vorübergehend die Soforthilfe-Auszahlungen für Selbstständige und kleine Unternehmen in der Corona-Krise. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt (LKA) gefallen, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Foto: ---/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++  © ---/dpa

Update, 9. April, 19.11 Uhr: Corona-Maßnahmen in New York wirksam

Trotz weiterhin steigender Totenzahlen in New York scheint der US-Bundesstaat die Corona-Krise zunächst in den Griff zu bekommen. Die Zahl derjenigen, die im Krankenhaus lagen, stieg am Donnerstag im Vergleich zum Vortag nur noch um 200, wie Gouverneur Andrew Cuomo mitteilte. Das sei die niedrigste Steigerung seit drei Wochen, damit entwickelten sich die Zahlen weitaus besser als die Prognosen voraussagten, was Cuomo vor allem auf die Wirksamkeit der Ausgangsbeschränkungen zurückführte. 

Trotzdem musste der Staat mit 799 neuen Todesopfern eine neuen Rekordwert verkünden. Diese Zahl werde erst mit Verzögerung sinken - sofern die Maßnahmen zur sozialen Distanz weiterhin eingehalten würden. Insgesamt kletterte die Zahl der Corona-Toten in New York damit auf mehr als 7000. Cuomo redete auch von der Wiedereröffnung der Wirtschaft, die sehr vorsichtig und schrittweise stattfinden müsse. Auch gebe es die Gefahr neuer Infektionswellen, vor allem wenn das Virus mutiere.

Die USA sind ein weiterer Brennpunkt der Corona-Krise. Besonders hart es auch New York getroffen.
Die USA sind ein weiterer Brennpunkt der Corona-Krise. Besonders hart es auch New York getroffen.  © Mary Altaffer/AP/dpa

Update, 9. April, 19.07 Uhr: Papst begeht Karfreitag wegen Corona-Krise ohne Pilger

Papst Franziskus begeht die traditionelle Kreuzweg-Prozession am Karfreitag (21 Uhr) wegen der Corona-Krise in diesem Jahr ohne Pilger. Normalerweise reisen Tausende Gläubige aus aller Welt für dieses emotional bewegende Ritual vor Ostern nach Rom. Bei der Prozession werden das Leiden Jesus' und sein Weg zum Tod am Kreuz traditionell in 14 Stationen nachstellt. 

Die katholische Kirche hat die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie vom Kolosseum in Rom auf den Petersplatz verlegt. Sowohl der große Platz als auch der Petersdom sind seit Wochen abgesperrt. Die Prozession und eine Feier im Dom (18 Uhr) werden per Live-Stream im Netz zu sehen sein.

Das 83 Jahre alte Kirchenoberhaupt begeht das Gedenken an die Kreuzigung Jesu diesmal nur mit wenigen beteiligten Menschen. Die Meditationstexte, die bei der Prozession verlesen werden, stammen unter anderem von Häftlingen eines Gefängnisses aus dem norditalienischen Padua.

In den Tagen danach wird Papst Franziskus auch die Messen zum Osterfest und den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" am Sonntag (12 Uhr) ohne Pilger feiern. Diese Festgottesdienste werden ebenfalls unter anderem im Internet übertragen.

Für Christen weltweit ist Ostern das wichtigste religiöse Fest. Sie feiern damit Jesus' Auferstehung. Italien ist von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Im ganzen Land gelten strikte Ausgangsbeschränkungen. In den Kirchen sind Gottesdienste mit Besuchern gestoppt.

Papst Franziskus geht allein auf dem leeren Petersplatz im Vatikan. Die Kirchen bereiten sich mitten in der Corona-Krise auf das erste Osterfest ohne gemeinsame Gottesdienste vor. Überall werden die Feiertage komplett anders verlaufen als gewohnt.
Papst Franziskus geht allein auf dem leeren Petersplatz im Vatikan. Die Kirchen bereiten sich mitten in der Corona-Krise auf das erste Osterfest ohne gemeinsame Gottesdienste vor. Überall werden die Feiertage komplett anders verlaufen als gewohnt.  © Yara Nardi/REUTERS/AP/dpa

Update, 9. April, 19 Uhr: Zahl der Toten in Italien bleibt hoch

Auch bei einer zuletzt verlangsamten Ansteckungsrate mit dem Corona-Virus bleibt die Zahl der Toten in Italien weiter hoch. Der Zivilschutz in Rom meldete am Donnerstag 610 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden - und damit mehr als am Vortag. Insgesamt starben bisher 18.279 Infizierte in Italien seit dem Beginn der Viruswelle im Februar. Der Anstieg der Fallzahlen bei den Infizierten lag ebenfalls am Donnerstag leicht höher als am Vortag.

Insgesamt hoffen die Experten jedoch, dass sich der sinkende Trend der Vortage nicht wieder grundlegend umkehrt. Fachleute und Politiker mahnten die Italiener, sie sollten sich über das Osterfest an die Ausgangsverbote halten.

09.04.2020, Italien, Rome: Medizinisches Personal in Schutzkleidung erhält als Dankeschön Schokoladenostereier in der Covid-19-Abteilung des Krankenhauses San Filippo Neri. Foto: Andrew Medichini/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
09.04.2020, Italien, Rome: Medizinisches Personal in Schutzkleidung erhält als Dankeschön Schokoladenostereier in der Covid-19-Abteilung des Krankenhauses San Filippo Neri. Foto: Andrew Medichini/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++  © Andrew Medichini/AP/dpa

Update, 9. April, 18.53 Uhr: Eine Million Menschen in Kanada verlieren Job

Die Arbeitslosigkeit in Kanada steigt wegen der Corona-Pandemie sprunghaft an. Im März verloren der Statistikbehörde des Landes zufolge etwas mehr als eine Million Menschen ihren Job - der größte Rückgang der Beschäftigung seit der vollständigen Erfassung der Zahlen 1976. Damit stieg die Arbeitslosenquote um 2,2 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent. 

Auch die Zahl der Menschen, die deutlich weniger arbeiteten als normalerweise, stieg deutlich an. Jobverlust oder Senkung der Arbeitszeit betrifft demnach insgesamt 3,1 Millionen der etwa 38 Millionen Kanadier.

Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, äußert sich täglich in einer Pressekonferenz über die Coronavirus-Pandemie. Auch in Kanada gelten wegen der Corona-Pandemie strenge Ausgangsbeschränkungen, die sich auf den Arbeitsmarkt auswirken.
Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, äußert sich täglich in einer Pressekonferenz über die Coronavirus-Pandemie. Auch in Kanada gelten wegen der Corona-Pandemie strenge Ausgangsbeschränkungen, die sich auf den Arbeitsmarkt auswirken.  © Sean Kilpatrick/The Canadian Press/dpa

Update, 9. April, 18.49 Uhr: Migranten im Hungerstreik gegen Corona-Bedingungen

In einem Flüchtlingslager in Tunesien protestieren Migranten mit einem Hungerstreik gegen ihre Unterbringungsbedingungen. Bereits Anfang der Woche hätten 22 der 50 dort untergebrachten Migranten einen Hungerstreik begonnen, sagte Romdhane Ben Amor vom Tunesischen Forum für wirtschaftliche und soziale Rechte (FTDES) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Migranten kritisierten vor allem fehlende Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie in dem Lager in einem Vorort der Hauptstadt Tunis.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) bestätigte, Zugang zu den Hungerstreikenden zu haben. Man sei in Kontakt mit den zuständigen tunesischen Behörden, um eine Freilassung der Migranten zu erreichen.

Update, 9. April, 18.43 Uhr: Frankreich stockt Corona-Notplan auf 100 Milliarden Euro auf

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise stockt Frankreich sein Maßnahmenpaket auf rund 100 Milliarden Euro auf. Bisher waren 45 Milliarden Euro geplant, unter anderem für die Finanzierung von Kurzarbeit, wie Budgetminister Gérald Darmanin am Donnerstag mitteilte. Darmanin und Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagten der Wirtschaftszeitung "Les Echos", dass sie mit einer schweren Rezession rechnen. 

Update, 9. April, 18.38 Uhr: Erste Erntehelfer angekommen

Die ersten dringend benötigten Erntehelfer aus Rumänien sind am Donnerstag in Deutschland angekommen. Bereits am Morgen landete ein Charterflug am Berliner Flughafen Schönefeld. Am Nachmittag kam ein weiteres Flugzeug an. Insgesamt wurden am Hauptstadtflughafen drei Maschinen mit insgesamt 530 Arbeitern erwartet, wie eine Flughafensprecherin sagte. Auch in Düsseldorf und Hamburg landeten die ersten Maschinen - ebenfalls aus Rumänien. Eurowings und Tuifly führten die Flüge durch. Mehr dazu lest Ihr >>> Ihr.

Auf dem Flughafen Schönefeld landen seit Donnerstagvormittag die ersten Maschinen mit Erntehelfern aus Rumänien.
Auf dem Flughafen Schönefeld landen seit Donnerstagvormittag die ersten Maschinen mit Erntehelfern aus Rumänien.  © Soeren Stache/dpa

Update, 9. April, 18.32 Uhr: Staubsaugerbeutel am besten für Eigenbau-Behelfsmaske

Für eine Maske der Marke Eigenbau plündert man am besten das Putzarsenal. Zu dem Schluss kommen Ingenieure der Luft- und Raumfahrttechnik der Bundeswehruniversität München, nachdem sie die Wirksamkeit von Behelfsmasken und diversen Materialien untersucht haben. "Die experimentellen Ergebnisse zeigen, dass Staubsaugerbeutel mit Feinstaubfilter sehr gute Filtereigenschaften haben", heißt es. Masken könnten daraus leicht selbst hergestellt werden, die Fertigung dauere mit etwas Übung fünf Minuten. Materialkosten pro Maske: rund 50 Cent.

Mehrlagige Stoffe, dicker Vlies, Kaffeefilter, Toilettenpapier mit mehreren Lagen, Papiertaschentücher und Mikrofasertücher schützten unter normähnlichen Prüfbedingungen nicht vor einer Eigeninfektion. Auch der Mund-Nasen-Schutz, der etwa in Arztpraxen oder Kliniken verwendet werde, biete keinen wirksamen Schutz vor den typischen Tröpfchengrößen, wie sie beim Atmen, Sprechen und Husten entstehen. Vor einer Infektion schütze vor allem ein ausreichend großer Abstand oder eine partikelfiltrierende Schutzmaske.

Ein Sicherheitsabstand von 1,5 Meter reiche in der Regel aus, um sich vor einer Tropfeninfektion durch Atmen, Sprechen und einmaligem Stoßhusten zu schützen. Bei langanhaltendem Reizhusten solle der Sicherheitsabstand wenigstens drei Meter betragen. Wer nicht sicher sei, ob er sich infiziert habe, solle in der Öffentlichkeit Mundschutz tragen.

Update, 9. April, 18.18 Uhr: Heimflug für Deutsche aus Türkei geplant

Für Deutsche, die wegen der Corona-Krise in der Türkei festsitzen, soll es kurzfristig einen weiteren kommerziellen Direktflug in die Heimat geben. Die Fluggesellschaft Eurowings plane für Samstag einen Flug von Istanbul nach Köln-Bonn, hieß es in einer am Donnerstag verschickten Mitteilung des deutschen Generalkonsulats in Istanbul. Der Flug könne über die Webseite der Fluglinie gebucht werden.

Das Konsulat empfahl, "diese kommerzielle Reisemöglichkeit zu nutzen". Ein "Rückholprogramm der Bundesregierung, wie auch aus den Medien bekannt", sei für die Türkei nicht vorgesehen. Außerdem sei nicht gewiss, ob und wann es weitere Reisemöglichkeiten geben werde. In den vergangenen Tagen hatte es nach Gesprächen mit Fluglinien einige speziell ausgehandelte Flüge ab Istanbul sowie anderen türkischen Städten nach Deutschland gegeben.

Eurowings plant für Samstag einen Flug von Istanbul nach Köln-Bonn.
Eurowings plant für Samstag einen Flug von Istanbul nach Köln-Bonn.  © Oliver Berg/dpa

Update, 9. April, 18.09 Uhr: EU-Kommission will Teilverstaatlichung erleichtern

In der Corona-Wirtschaftskrise will die EU-Kommission nun auch die Teilverstaatlichung von Unternehmen erleichtern. Einen entsprechenden Vorschlag zur Lockerung der Beihilferegeln habe man den EU-Staaten unterbreitet, teilte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit. Ziel sei, die neuen Regeln spätestens nächste Woche in Kraft zu setzen.

Die Änderung solle es den Staaten ermöglichen, Firmen bei Bedarf mit frischem Kapital zu versorgen. Wegen der Auswirkungen auf den Wettbewerb sollten solche Eingriffe des Staats aber nur das letzte Mittel sein, erklärte Vestager. Sie seien nur unter klaren Bedingungen für den Einstieg, das Entgelt und den Austritt des Staats bei Unternehmen möglich.

Update, 9. April, 18.05 Uhr: Moskau schließt alle Friedhöfe

Die russische Hauptstadt Moskau schließt für die nächsten Wochen ihre Friedhöfe, damit sich die Menschen dort nicht mit dem Coronavirus infizieren können. Bürgermeister Sergej Sobjanin begründete den Schritt mit dem anstehenden Osterfest, das in mehreren orthodoxen Kirchen erst eine Woche später als in Deutschland gefeiert wird. Normalerweise besuchten in dieser Zeit rund eine Million Moskauer die Grabstätten ihrer Angehörigen.

Viele Russen richten am Sonntag vor Ostern die Gräber ihrer Verstorbenen nach dem Winter her. Nicht wenige nutzen die Anlagen auch für Spaziergänge, weil bereits alle Parks geschlossen wurden. 

Update, 9. April, 18.03 Uhr: Verwaltungsgericht untersagt "Seebrücke"-Demo in Potsdam

Eine von der Initiative "Seebrücke" am Ostersonntag geplante Menschenkette am Landtag Brandenburgs in Potsdam darf nicht stattfinden. Die 3. Kammer des Verwaltungsgerichtes Potsdam lehnte am Donnerstag eine Ausnahme vom allgemeinen Versammlungsverbot zur Eindämmung des Coronavirus ab. Das befristete Verbot sei eine "derzeit notwendige und angemessene Schutzmaßnahme" des Infektionsschutzgesetzes, um die weitere Verbreitung von Infektionen zu verhindern.

Aus dem vom Veranstalter für die "Menschenkette" vorgesehene Maßnahmenkatalog sei nicht ersichtlich, dass dem Infektionsschutz hinreichend Rechnung getragen werden könne. Eine Beschwerde gegen den Beschluss vor dem Oberverwaltungsgericht wurde zugelassen.

Die Initiative "Seebrücke" wollte mit der Menschenkette für eine Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland demonstrieren. Die Teilnehmer sollen einen Abstand von mindestens drei Metern voneinander einhalten, schon bei der Anreise Abstand halten und Mundschutz tragen. Die Polizei hatte die Veranstaltung untersagt. Dagegen hatte die "Seebrücke" versucht, mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht vorzugehen.

Die Initiative "Seebrücke" plante für Ostersonntag geplante eine Menschenkette am Landtag Brandenburgs in Potsdam.
Die Initiative "Seebrücke" plante für Ostersonntag geplante eine Menschenkette am Landtag Brandenburgs in Potsdam.  © Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 9. April, 18 Uhr: 1,5-Meter Abstand könnte "neue Normalität" werden

Das Abstandhalten zwischen Menschen zur Vorbeugung einer Corona-Infektion wird nach Überzeugung des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte noch lange erforderlich sein. Alle Bereiche der Gesellschaft sollten darüber nachdenken, wie sie am besten mit der 1,5-Meter-Ökonomie zurechtkommen, sagte Rutte am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP. Das werde "die neue Normalität".

In der Corona-Krise haben die Behörden angeordnet, dass Menschen, die nicht in einem Haushalt miteinander wohnen, einen Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten müssen.
In der Corona-Krise haben die Behörden angeordnet, dass Menschen, die nicht in einem Haushalt miteinander wohnen, einen Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten müssen.  © Martin Schutt/dpa

Update, 9. April, 17.53 Uhr: Verkehrsverband warnt vor plötzlichem Ende der Beschränkungen

Mit Blick auf ein mögliches Ende der Ausgangsbeschränkungen hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) die Politik zu einem schrittweisen Vorgehen aufgefordert. "Hilfreich wäre zum Beispiel, dass die Anfangs- und Endzeiten der Schulen gestaffelt werden und möglichst außerhalb der Hauptverkehrszeiten liegen, um die Fahrgastnachfrage besser über den Tag zu verteilen", teilte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff der Deutschen Presse-Agentur mit.

Ebenso sei es hilfreich, wenn das Arbeiten von zu Hause sowie flexible Arbeitszeiten "weiter großzügig genutzt" werden. "Außerdem sollte in Stoßzeiten auf nicht unbedingt notwendige Fahrten mit den Öffentlichen verzichtet werden." Nur so könne gewährleistet sein, dass der Fahrgäste im wieder anlaufenden Nahverkehr weiter Abstand zueinander halten können.

Aufgrund der Einschränkungen während der Corona-Krise ist das Fahrgastaufkommen im öffentlichen Nahverkehr um bis zu 90 Prozent eingebrochen. 

Bundesweit fahren derzeit weniger Busse und Bahnen.
Bundesweit fahren derzeit weniger Busse und Bahnen.  © Caroline Seidel/dpa

Update, 9. April, 17.48 Uhr: Südkorea startet Schuljahr mit Online-Unterricht

Wochenlang wurde der Beginn des neuen Schuljahrs in Südkorea wegen der grassierenden Coronavirus-Epidemie verschoben, jetzt haben die ersten Schulen mit Online-Unterricht begonnen. In Südkorea gilt das als Experiment, da zum ersten Mal alle Schulen im Land vorläufig auf digitales Lernen umstellen. 

Über Internetplattformen wie Google Classroom können sich die Lehrer mit den Schülern, die von zu Hause lernen, online vernetzen. Für die Teilnahme am Fernunterricht müssen die Schüler einen Computer, ein Tablet oder ein Smartphone haben. Allerdings ergab den Berichten zufolge eine erste Umfrage durch das Erziehungsministerium, dass 223.000 Schüler nicht über ein geeignetes Gerät verfügten. Ihnen soll deshalb ein Gerät von den Behörden zur Verfügung gestellt werden. Wann die Schulen wieder öffnen, ist unklar.

Update, 9. April, 17.46 Uhr: Gericht kippt Osterreiseverbot für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns

Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns dürfen nun doch über Ostern Tagesausflüge zu den Ostseeinseln, zur Küste und in die Seenplatte machen. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald kippte am Donnerstag überraschend in zwei Eilverfahren das von der Landesregierung verfügte Reiseverbot. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Update, 9. April, 17.38 Uhr: Ungarn verlängert Ausgangsbeschränkungen unbefristet

Ungarn verlängert die seit knapp zwei Wochen geltenden Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie auf unbegrenzte Zeit. Die Regierung werde die Aufrechterhaltung der Beschränkungen wöchentlich überprüfen, erklärte Ministerpräsident Viktor Orban am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite. Ohne die Verlängerung hätten die Bestimmungen nur bis zum Samstag gegolten.

Demnach dürfen die Menschen ihre Wohnungen nur verlassen, wenn sie einen triftigen Grund haben, etwa Einkäufe oder das Versorgen von Angehörigen. Besuche von Verwandten und Freunden zählen nicht dazu. Spaziergänge und Sport im Freien sind erlaubt, sofern die Menschen untereinander einen Sicherheitsabstand von anderthalb Metern einhalten.

Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, erklärte, dass die Ausgangsbeschränkungen in Ungarn nun vorerst unbefristet gelten.
Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, erklärte, dass die Ausgangsbeschränkungen in Ungarn nun vorerst unbefristet gelten.  © Tamas Kovacs/MTI/AP/dpa

Update, 9. April, 17.36 Uhr: Kinder wünschen dem Osterhasen Gesundheit

Der Osterhase im norddeutschen Dorf Ostereistedt hat noch nie so viel Kinderpost bekommen wie in diesem Jahr. Beim Osterpostamt sei eine Rekordzahl von etwa 59.000 Briefen angekommen, sagte ein Sprecher der Deutschen Post am Donnerstag. Vergangenes Jahr waren es 40.500 Briefe. 

Die Menge führe dazu, dass nicht alle Kinder wie versprochen bis Ostern eine Antwort bekommen haben. Die letzten 5000 Briefe würden noch kommende Woche beantwortet, sagte der langjährige Leiter der Aktion, Hans-Hermann Dunker (81). "Zunächst hatte ich befürchtet, dass gar nicht so viele Briefe kommen", sagte der frühere Postbeamte mit Blick auf die Corona-Krise. "Aber die waren alle zu Hause und hatten Zeit zum Schreiben. Deshalb ist die Zahl durch die Decke gegangen."

In den liebevoll verzierten und bemalten Briefen an Hanni Hase wünschten die Kinder dem Osterhasen Gesundheit. "Ich weiß, dass momentan eine komische Zeit herrscht", stand in einem Brief. Die Kinder bedauerten, dass sie ihre Großeltern oder Freunde zurzeit nicht besuchen können. "Hoffentlich findest Du trotz Quarantäne ein paar schöne Verstecke in unserer Wohnung", wünschte sich ein Kind.

Wegen der Quarantänebeschränkungen fand die Aktion der Deutschen Post in diesem Jahr nicht im Postamt der nahen Stadt Zeven statt. Die 15 Freiwilligen, meist aktive oder ehemalige Postmitarbeiter, arbeiteten tatsächlich im Dorfgemeinschaftshaus in Ostereistedt. Bei der Post hat der Osterhase die Adresse: Hanni Hase, Am Waldrand 12, 27404 Ostereistedt.

Aus dem Ausland seien dieses Jahr viele Briefe aus Taiwan, Russland und der Schweiz gekommen, sagte Postsprecher Stefan Laetsch. Das Osterpostamt bringt seit 38 Jahren Kindern das Briefeschreiben nahe.

Doris Kröger, Mitarbeiterin des Osterpostamts, sitzt mit einem Osterhasen aus Stoff und vielen Briefen vor dem Gemeindehaus im Ortskern von Ostereistedt.
Doris Kröger, Mitarbeiterin des Osterpostamts, sitzt mit einem Osterhasen aus Stoff und vielen Briefen vor dem Gemeindehaus im Ortskern von Ostereistedt.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Ein Mitarbeiter des Osterpostamts hält vor dem Gemeindehaus einen Brief in den Händen, der einen gemalten Regenbogen und die Aufschrift "Wir bleiben Zuhause!" zeigt.
Ein Mitarbeiter des Osterpostamts hält vor dem Gemeindehaus einen Brief in den Händen, der einen gemalten Regenbogen und die Aufschrift "Wir bleiben Zuhause!" zeigt.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Ein Schild mit der Aufschrift "Frohe Ostern" hängt unter dem Ortsschild am Ortseingang von Ostereistedt.
Ein Schild mit der Aufschrift "Frohe Ostern" hängt unter dem Ortsschild am Ortseingang von Ostereistedt.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 9. April, 17.23 Uhr: Ostergrüßen aus der Ferne in Lettland

Lettlands Regierungschef Krisjanis Karins hat die Bürger des baltischen EU-Landes aufgerufen, auch über Ostern die strengen Verhaltensregeln gegen das Coronavirus zu befolgen. "Ostern ist für uns alle eine schöne freie Zeit, doch leider gibt es für diesen Virus keine Feiertage", sagte Karins bei einer virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag in Riga. Die zwei Millionen Letten sollten daher die Kontaktbeschränkungen einhalten und auf Familienbesuche verzichten.

Update, 9. April, 17.15 Uhr: Merkel für milliardenschweres europäisches Rettungspaket

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt das geplante europäische Rettungspaket im Umfang von rund 500 Milliarden Euro für gefährdete Staaten, Firmen und Jobs in der Corona-Krise. Sie hoffe, dass dies in der Eurogruppe beschlossen werde, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag. Die Chancen dafür stünden gut, sagte Finanzminister Olaf Scholz vor einer Verhandlungsrunde mit seinen EU-Kollegen am Abend: "Es sieht danach aus, dass eine Einigung möglich ist."

Gemeinsame europäische Schulden über Corona-Bonds lehnt Merkel weiter ab. Sie sagte, es gebe so viele andere Möglichkeiten, die nun dringend nötige Solidarität in Europa zu zeigen. Deutschland sei dazu bereit und verpflichtet. Sie setze auf die Instrumente, die in der Eurogruppe diskutiert werden: vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM für angeschlagene Staaten, erweiterte Programme der Europäischen Investitionsbank EIB für Unternehmen und das von der EU-Kommission vorgeschlagenen Kurzbeiter-Programm "Sure".

Das seien drei ganz wichtige Punkte, die sich zu vielen Milliarden summierten, sagte die Kanzlerin. Zusätzlich müsse es nach der Krise ein Konjunkturprogramm für Wirtschaft und Arbeitsplätze geben. "An dem wird sich Deutschland auch beteiligen", sagte sie. Auch die Beratungen über den EU-Etat stünden jetzt unter ganz anderen Vorzeichen.

Die Eurogruppe muss nachsitzen, weil ein Kompromiss auf europäische Krisenhilfen am bis jetzt nicht gelang.
Die Eurogruppe muss nachsitzen, weil ein Kompromiss auf europäische Krisenhilfen am bis jetzt nicht gelang.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 9. April, 17.08 Uhr: Keine Strafe für abgelaufenes Visum bis Ende Juni

Wer sich mit einem abgelaufenen Schengen-Visum in Deutschland aufhält, muss vorerst keine Strafe fürchten. Eine entsprechende Rechtsverordnung erließ Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag. Sie gilt von diesem Freitag an bis zum 30. Juni.

Mit der Verordnung reagiert das Innenministerium nach eigenen Angaben auf die besondere Situation von Ausländern, denen es wegen der weitreichenden Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr als Folge der Corona-Pandemie vorübergehend nicht möglich ist, Deutschland zu verlassen und in ihre Heimatstaaten zurückzukehren. Ob diese Regelung später verlängert wird, will das Innenministerium dann unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung entscheiden.

Update, 9. April, 17.02 Uhr: Fußball-Nationalmannschaft spendet 1000 Laptops

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spendet 1000 Laptops für Altenheime, Pflege- und Palliativeinrichtungen sowie Hospize. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw "möchte dazu beitragen, dass sich diese Menschen nicht isoliert fühlen, sondern die sozialen Kontakte zumindest auf digitalem Weg bestehen bleiben und wir zusammen als Gemeinschaft diese Krise überwinden", teilte der Deutsche Fußball-Bund am Donnerstag mit. Die Telekom stellt die notwendigen Hotspots bereit.

Die Nationalspieler spenden die Laptops, "damit Großeltern durch Videotelefonate weiter ihre Enkel sehen können. Damit Kinder in Hospizen Kontakt mit ihren Freunden halten können." Über die Seite laptops.dfb.de können sich gemeinnützige Einrichtungen melden und - wenn sie Mindestkriterien für die Antragsstellung erfüllen - zeitnah berücksichtigt werden. Die Antragsstellung sei "ausschließlich öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder Organisationen möglich", teilte der DFB mit.

Update, 9. April, 16.57 Uhr: Corona-Krise könnte Klimawandel-Kampf verlangsamen

Die Corona-Krise könnte nach Einschätzung von UN-Klimachefin Patricia Espinosa die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Klimawandel beeinträchtigen. "Ich befürchte, dass einige Länder ihre Bemühungen zurückfahren. Das ist leider abzusehen", sagte die Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention dem "Spiegel".

Espinosa rief die Länder auf, das nicht zu tun, sondern die Anstrengungen, wie vereinbart, auszubauen. "Corona zeigt, wie stark uns eine globale Krise als Weltgemeinschaft treffen kann. Wir bekommen aber auch eine Vorstellung davon, was der Klimawandel als globale Krise in den nächsten Jahrzehnten zerstören könnte. Das sollte uns wachrütteln."

Update, 9. April, 16.55 Uhr: Häftlinge spenden Geld an Krankenhaus in Frankreich

In Frankreich haben einem Medienbericht zufolge Gefängnisinsassen Geld gesammelt, um es einem Krankenhaus für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu spenden. Die Häftlinge des Gefängnisses in der nordöstlichen Stadt Reims hätten 1068 Euro zusammengetragen, berichtete die Nachrichtenplattform Franceinfo am Donnerstag unter Berufung auf Gefängnisdirektor Joël Bigayon. Das Geld sei an die Uniklinik Reims überwiesen worden.

Bigayon betonte, die Initiative sei von den Häftlingen ausgegangen. Sie hätten ihre privaten Ersparnisse dafür verwendet. Von den 139 Insassen nahmen rund 30 an der Spendenaktion teil, wie der Gefängnisdirektor sagte. Die Häftlingen hofften ihm zufolge, dass weitere Gefängnisse ähnliche Spendenaktionen durchführten.

Update, 9. April, 16.52 Uhr: NDR bringt Corona-Podcast mit Christian Drosten nicht mehr täglich

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) bietet den erfolgreichen Corona-Podcast mit Wissenschaftler Christian Drosten ab der nächsten Woche nicht mehr wie bislang täglich an. Aus Zeitgründen gebe es das Update mit dem Leiter der Virologie an der Berliner Charité künftig nur noch jeden zweiten Tag unter der Woche, teilte der NDR mit.

Nach Ostern zunächst Dienstag und Donnerstag und danach stets montags, mittwochs und freitags. Auch auf Bitten von Drosten sei der Rhythmus verlangsamt worden.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin.
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 9. April, 16.48 Uhr: Bolschoi Theater: Auf lange Sicht schwierige Zeiten für Bühnenkult

Im weltberühmten Bolschoi Theater in Moskau erwartet Generaldirektor Wladimir Urin wegen der Coronavirus-Pandemie auf lange Sicht schwierige Zeiten für die Bühnenkultur. "Wenn wir nicht im September wieder aufmachen - fürchterlich, sich auszumalen, was dann kommen kann - alles bis zu einer Zerstörung des Theaters. Nicht des Gebäudes natürlich", sagte Urin in einem am Donnerstag veröffentlichen Interview der Zeitung "Kommersant". 

Er geht demnach davon aus, dass das für sein Spitzenballett und seine Opernkultur bekannte größte Staatstheater Russlands im günstigsten Fall erst im September für die neue Spielzeit wieder öffnet. 

"Ich schließe nicht aus, dass das Coronavirus die Preise in der Welt für Theaterproduktionen sehr ernsthaft verändern wird", sagte der 73-Jährige. "Ich bin fast überzeugt, dass die Welttheater nicht mehr in der Lage sein werden, solche Honorare wie 2019 zu bezahlen." 

Auch das Verhältnis der Menschen zum Theater werde sich ändern. "Wir sollten begreifen, dass nach der Öffnung des Theaters die Menschen wohl kaum noch solche Preise für Tickets zahlen können wie jetzt."

In Russland wird wie in vielen Ländern eine Massenarbeitslosigkeit wegen der schweren wirtschaftlichen Folgen der Pandemie erwartet. Bisher hätten die 3400 Mitarbeiter des Moskauer Theaters, darunter auch die mit 250 Tänzern größte Balletttruppe der Welt, noch ihre Gehälter erhalten. Bei den Einnahmen rechnet Urin mit einem massiven Einbruch.

Update, 9. April, 16.43 Uhr: Zalando muss sparen

Der Onlinehändler Zalando will mit einem millionenschweren Sparprogramm die Auswirkungen der Corona-Pandemie mildern. Die Kostensenkungen sollen sich auf 350 Millionen Euro belaufen, bestätigte eine Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage. Zuvor hatte das Magazin "Business Insider" darüber berichtet. 

Zalando ist von einer sinkenden Kauflust der Verbraucher im Zuge der Pandemie erheblich betroffen und hatte in der vergangenen Woche sinkende Ergebnisse für das erste Quartal angekündigt und zudem seine Prognose für das laufende Jahr zurückgezogen.

"Wir rechnen mit Einsparungen in den Bereichen Marketing, Logistik, bei Gemeinkosten sowie durch reduzierte Investitionsausgaben", sagte die Sprecherin. Ziel sei es, Entlassungen zu vermeiden.

Das Headquarter vom Zalando Campus in Berlin.
Das Headquarter vom Zalando Campus in Berlin.  © Jens Kalaene/ZB/dpa

Update, 9. April, 16.30 Uhr: Kontrollen an deutsch-niederländischer Grenze

Unter Hinweis auf die Corona-Krise bemühen sich die Niederlande an etlichen Grenzübergängen, Deutsche von der Einreise abzuhalten, wenn sie dafür keine triftigen Gründe angeben können. "Wir sprechen mit den Menschen, fragen warum sie kommen und bitten sie umzukehren", sagte ein Sprecher der niederländischen Grenzwacht. "Es gilt aber noch immer kein Einreiseverbot." Daher verhänge man auch keine Bußen.

Unter anderem an den Übergängen Roermond und Vlodrop in der an Nordrhein-Westfalen grenzenden Provinz Limburg standen laut ANP viele Autos im Stau. Allerdings werde nicht an sämtlichen Übergängen kontrolliert. 

An einigen Grenzübergängen versuchen die niederländischen Behörden auch, Deutsche vor dem Osterwochenende mit Warnschildern von unnötigen Reisen in ihr Land abzuhalten. "Reise nicht notwendig? Bleiben Sie bitte zu Hause!", heißt es auf Leuchttafeln, die an der Grenze zu Niedersachsen aufgestellt wurden.

Deutsche, die derzeit nicht in die Niederlande einreisen müssen, werden von der Polizei an verschiedenen Grenzübergängen gebeten, umzudrehen.
Deutsche, die derzeit nicht in die Niederlande einreisen müssen, werden von der Polizei an verschiedenen Grenzübergängen gebeten, umzudrehen.  © Friso Gentsch/dpa

Update, 9. April, 16.26 Uhr: Klinik darf werdendem Vater Zutritt zu Kreißsaal verwehren

Die Krankenhäuser dürfen einem werdenden Vater in der Corona-Krise den Zutritt zum Kreißsaal verwehren. Das hat das Verwaltungsgericht Leipzig am Donnerstag auf den Eilantrag eines Mannes hin entschieden (Az. 7 L 192/20). Der werdende Vater wollte seiner Lebensgefährtin bei der Geburt von Zwillingen in der Uniklinik Leipzig zur Seite stehen. Die Krankenhäuser in der Messestadt verbieten den Partnern aber derzeit den Zutritt. An dieser Entscheidung war viel Kritik laut geworden. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Update, 9. April, 16.11 Uhr: Aktuelle Zahlen für Deutschland und Europa

Behörden und Kommunen haben vor dem Osterwochenende wegen der anhaltenden Infektionsgefahr mit dem Coronavirus das Einhalten der Kontaktbeschränkungen angemahnt. Indes steigen die Zahlen der nachgewiesenen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 auch am Donnerstag weiter. Derzeit sind 115.182 Menschen mit dem COVID-19-Virus registriert.

Die aktuellen Zahlen für Deutschland.
Die aktuellen Zahlen für Deutschland.  © TAG24
Weltweit haben noch immer die USA die meisten COVID-19-Infizierten. In Europa liegt Spanien nach wie vor an oberster Stelle mit den meisten Corona-Fällen.
Weltweit haben noch immer die USA die meisten COVID-19-Infizierten. In Europa liegt Spanien nach wie vor an oberster Stelle mit den meisten Corona-Fällen.  © TAG24

Update, 9. April, 16.05 Uhr: Eventuell baldige Maßnahmenlockerung möglich

Die Menschen in Deutschland können laut einer Simulation von Göttinger Wissenschaftlern schon bald auf eine Lockerung der Covid-19-Einschränkungen hoffen. "Wenn die Beschränkungen im sozialen Leben noch etwa zehn Tage aufrechterhalten werden, ist eventuell eine Lockerung der Maßnahmen möglich", hieß es in einer Mitteilung des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation am Donnerstag. Dazu müssten aber die bestehenden Regeln zunächst weiter sehr sorgfältig eingehalten werden.

Die Kontaktbeschränkungen rund um Covid-19 haben der Simulation zufolge die gefürchtete exponentielle Ausbreitung des Virus gebrochen. "Unsere Gesellschaft kann wirklich stolz darauf sein, dass sie diese Wende geschafft hat", sagte die Leiterin eines Forschungsteams des Max-Planck-Instituts, Viola Priesemann.

Und weiter: "Wenn jetzt die Beschränkungen aufgehoben werden, sind wir wieder ganz am Anfang. Wir sehen ganz klar: Die Fallzahlen in zwei Wochen hängen von unserem Verhalten jetzt ab."

Update, 9. April, 15.57 Uhr: Merkel: Weitere Verschärfungen erscheinen derzeit nicht nötig

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht nach den neuesten Infektionszahlen in der Corona-Krise Anlass zu vorsichtiger Hoffnung. "Der Anstieg flacht sich leicht ab", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Weitere Verschärfungen seien derzeit nicht nötig. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Update, 9. April, 15.37 Uhr: "Hoffnungsschimmer" für Rückkehr in den Alltag

Kurz vor den Ostertagen sieht Kanzlerin Angela Merkel Fortschritte im Kampf gegen die Corona-Krise in Deutschland. Es gebe einen "Hoffnungsschimmer", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag nach Angaben von Teilnehmern in einer Videokonferenz der Bundestagsfraktion von CDU und CSU. 

Es sei bisher ganz gut gelungen, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, wurde die Kanzlerin zitiert. Es dauere mittlerweile zum Beispiel länger, bis sich die Zahl der Infizierten verdopple. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nannte das anstehende Osterfest eine "Weggabelung", die über die Lockerung der strengen Regeln für Bürger und Wirtschaft entscheide.

"Bleiben wir auch übers Wochenende konsequent, wird die schrittweise Rückkehr zur Normalität wahrscheinlicher. Werden wir jetzt nachlässig, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Verlängerung der Auflagen nötig wird", sagte Spahn. 

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, äußerte sich bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Coronavirus-Situation.
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, äußerte sich bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Coronavirus-Situation.  © John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Merkel machte in der Fraktionssitzung den Angaben zufolge auch klar, dass die Bürger in Deutschland sich darauf einstellen müssten, mit der Corona-Pandemie zu leben - und verwies auf die geplanten Beratungen mit den Ministerpräsidenten nach den Ostern, am 15. und 19. April. Dabei soll es um die Zukunft der Kontaktsperre und anderer Einschränkungen gehen, die Regelungen liegen rechtlich in der Hand der Bundesländer. 

Nach anderen Teilnehmerangaben sagte Merkel, ein Problem für die Wirtschaft sei, dass die internationalen Wertschöpfungsketten zusammengebrochen seien. Es werde ein schrittweises Vorgehen geben, um die Wirtschaft zu stärken.

Für ein vorsichtiges Vorgehen warb Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): "Es ist auch für die Wirtschaft besser, wenn wir einige Tage länger diszipliniert durchhalten, als wenn wir zu früh beginnen und dann Lockerungsmaßnahmen wieder zurücknehmen müssen".

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder plädierte dafür, beim schrittweisen Ausstieg aus den strikten Kontaktsperren regionale Besonderheiten zu berücksichtigen. Allerdings sollte "so viel gemeinsam geschehen wie möglich". Der CSU-Chef warnte erneut davor, dass zu frühe Lockerungen sich später rächen könnten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) bei der wöchentlichen Kabinettssitzung der Bundesregierung im Kanzleramt in Berlin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) bei der wöchentlichen Kabinettssitzung der Bundesregierung im Kanzleramt in Berlin.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 9. April, 15.33 Uhr: IWF erwartet schlimmste Entwicklung seit Weltwirtschaftskrise

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt wegen der Coronavirus-Pandemie vor dramatischen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Erwartet werde die schlimmste Entwicklung seit der Weltwirtschaftskrise in den 1920er und 30er Jahren, sagte die IWF-Direktorin Kristalina Georgiewa. Es handele sich um eine beispiellose Krise.

Das laufende Jahr werde zweifellos "außergewöhnlich schwierig" werden, sagte Georgiewa. Selbst wenn sich die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte abschwäche und eine teilweise Wiedereröffnung der Wirtschaft erlaube, sei für das kommende Jahr wohl nur eine teilweise Erholung zu erwarten. Sie betonte zugleich, Prognosen dieser Art seien schwer zu treffen. Es könne auch schlimmer kommen - je nachdem, wie lange sich die Pandemie hinziehe.

Update, 9. April, 15.26 Uhr: Künstler und Sportler bedanken sich bei Gesundheitspersonal

Schauspielerin Olivia Colman, US-Sängerin Billie Eilish und Sportstars wie Fußballer Harry Kane haben sich beim Personal des britischen Gesundheitsdienstes NHS für den unermüdlichen Einsatz in der Coronavirus-Krise bedankt. Der Videoclip mit vielen prominenten Teilnehmern wurde im Rahmen des "ThankyouThursday" (Danke-Donnerstag) im Internet veröffentlicht.

Take-That-Sänger Gary Barlow singt "Thank You" zur Melodie seines Bandhits "Patience". Filmstars wie Tom Hiddleston, Julie Walters, Hugh Grant und das neue "Bond-Girl" Lashana Lynch halten bei ihrem "Dankeschön" ein selbstgeschriebenes Schild mit den Hashtags #ThankyouNHS (Danke, NHS) und #OurNHSPeople (Unsere NHS-Leute) hoch. In einem ähnlichen Video hatten vor einer Woche unter anderem Sängerin Kylie Minogue und Fußballtrainer José Mourinho mitgewirkt.

Jeden Donnerstag sind Menschen in Großbritannien dazu aufgerufen, sich bei allen zu bedanken, die im Kampf gegen das Coronavirus oder anderweitig während der Krise helfen. Viele Briten applaudieren donnerstags um 20 Uhr an Fenstern und auf Balkonen. In London leuchtet das Hochhaus The Shard zu Ehren der NHS-Mitarbeiter in blauem Licht.

Update, 9. April, 15.19 Uhr: Polen führt Mundschutz-Pflicht ein

Polen führt eine Mundschutz-Pflicht ein, um einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus vorzubeugen. Vom 16. April an müssten alle Bürger in der Öffentlichkeit Mund und Nase bedecken, sagte Gesundheitsminister Lukasz Szumowski. "Das muss keine Gesichtsmaske sein, ein Halstuch oder ein Schal tun es auch."

Außerdem verlängert Polen alle bisherig bestehenden Schutzmaßnahmen, allerdings mit unterschiedlich langer Dauer. Bis zum 19. April sollen weiterhin alle Läden mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften, Drogerien und Geschäften geschlossen bleiben. Das gelte auch für Friseursalons und Kosmetikstudios. Bis zum 26. April dagegen hält Polen an der Schließung aller Schulen fest. 

Auch internationale Flüge und Zugverbindungen wird es bis dahin nicht geben. Die Grenzen sollen bis zum 3. Mai geschlossen bleiben. Für Rückkehrer aus dem Ausland gilt solange eine 14-tägige Quarantäne.

Ein Mitglied der Stadtpolizei verteilt Schutzmasken an Seniorinnen vor einem Supermarkt in Sosnowiec. In der ganzen Stadt werden von Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr, der Stadtwache und Freiwilligen zehntausende Schutzmasken verteilt.
Ein Mitglied der Stadtpolizei verteilt Schutzmasken an Seniorinnen vor einem Supermarkt in Sosnowiec. In der ganzen Stadt werden von Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr, der Stadtwache und Freiwilligen zehntausende Schutzmasken verteilt.  © Andrzej Grygiel/PAP/dpa

Update, 9. April, 15.10 Uhr: Leipzigs Profi Poulsen verschiebt Hochzeit

Stürmer Yussuf Poulsen vom Fußball-Bundesligisten RB Leipzig muss seine in diesem Sommer geplante Hochzeit aufgrund der Corona-Krise womöglich um gleich zwei Jahre verschieben. "Wir haben schon geschaut, im nächsten Jahr ist im Sommer schon alles ausgebucht", sagte der dänische Nationalspieler Poulsen am Donnerstag bei einer Fan-Pressekonferenz der Sachsen auf Youtube: "Ihr könnt euch vorstellen, wie es meiner Freundin damit geht." Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Leipzigs Spieler Yussuf Poulsen verschiebt wegen der Corona-Krise seine Hochzeit.
Leipzigs Spieler Yussuf Poulsen verschiebt wegen der Corona-Krise seine Hochzeit.  © Jan Woitas/dpa

Update, 9. April, 15 Uhr: "Fusion"-Festival fällt aus

Das "Fusion"-Festival auf dem ehemaligen Flugplatzgelände Lärz (Mecklenburg-Vorpommern) fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. "Angesichts der Lage und der Aussichten, die wir jetzt sehen, können wir das Festival in diesem Jahr nicht durchführen", teilten die Veranstalter am Donnerstag auf der Internetseite mit. 

Das nächste Fusion-Festival soll den Angaben zufolge vom 30. Juni bis zum 4. Juli 2021 stattfinden. Das Festival mit Musik, Theater und Kunstperformances war nach Veranstalterangaben mit rund 70.000 Tickets bereits ausverkauft. 

Festivalbesucher tanzen an der Turmbühne auf dem Gelände des Fusion-Festival 2019. Das nächste Mal findet das Mega-Event erst 2021 statt.
Festivalbesucher tanzen an der Turmbühne auf dem Gelände des Fusion-Festival 2019. Das nächste Mal findet das Mega-Event erst 2021 statt.  © Christian Charisius/dpa

Update, 9. April, 14.55 Uhr: Roboter mit Kulleraugen mahnt in Supermarkt zu Corona-Regeln

Etwa 1,20 Meter groß, weiß, Kulleraugen - das ist "Pepper". Seit Anfang der Woche weist der humanoide Roboter im Kassenbereich eines Supermarktes in Ahrensburg im Südosten von Schleswig-Holstein die Kunden auf die Verhaltensregeln im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hin. 

"Den Sicherheitskräften hat kaum ein Kunde zugehört, aber von 'Pepper' sind die Leute fasziniert", sagte Marktinhaber Christian Höfling. Der freundliche kleine Techno-Mitarbeiter erklärt den Kunden alle drei Minuten die Abstandsregeln im Kassenbereich und an den Bedientheken des Marktes.

Update, 9. April, 14.48 Uhr: Giora Feidman und Andrea Bocelli geben Konzerte im Livestream

Zwei weltberühmte Musiker im Livestream: Der Klezmer-Klarinettist Giora Feidman und der Tenor Andrea Bocelli geben am Ostersonntag Konzerte online. Feidman wird auf Facebook und Instagram zu hören sein, wie es in einer Mitteilung am Donnerstag hieß. Bocelli wird im Mailänder Dom singen, der Auftritt wird auf seinem Youtube-Kanal gestreamt.

Der 84-jährige Feidman sagte in einem kurzen Trailer, er werde "von Seele zu Seele" spielen. Das Konzert soll um 16 Uhr beginnen und eine halbe Stunde dauern. Wegen der Coronavirus-Pandemie mussten mehrere Konzerte mit Feidman verschoben werden.

Der blinde italienische Tenor Andrea Bocelli (61) wird am Ostersonntag um 19 Uhr im Dom zu Mailand singen. Begleitet wird er von dem Organisten der Kathedrale, Emanuele Vianelli. Im Gotteshaus sind keine Zuhörer zugelassen. "Ich glaube an das christliche Osterfest, ein universelles Symbol der Wiedergeburt, das jeder, ob gläubig oder ungläubig, im Augenblick wirklich braucht", sagte Bocelli in einer Mitteilung. 

Update, 9. April, 14.45 Uhr: Kirchengeläut in Canterbury zum Gedenken an Corona-Opfer

Die älteste Glocke der Kathedrale von Canterbury im Südosten Englands läutet künftig jeden Abend zum Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie. Zugleich soll damit der Einsatz der Mitarbeiter im Gesundheitswesen gewürdigt werden. Die Glocke "Harry" aus dem 17. Jahrhundert werde jeden Abend um 20 Uhr (Ortszeit) läuten, sagte der Dekan von Canterbury, Robert Willis. Die Kathedrale ist Zentrum der Anglikanischen Kirche Englands. Das Bauwerk der Romantik und Gotik gehört zum Weltkulturerbe der Unesco.

Update, 9. April, 14.37 Uhr: 52 Prozent wollen Bundesliga-Fortsetzung mit Geisterspielen

Mehr als die Hälfte der Deutschen wünscht sich eine Fortsetzung der Saison in der Fußball-Bundesliga, auch wenn dies nur mit Geisterspielen möglich sein wird. Bei einer repräsentative Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der WDR-Sendung «Sport inside» bejahten 52 Prozent die Frage, ob sie für eine Fortsetzung mit Geisterspielen vom Mai an seien. 30 Prozent antworteten mit «Nein», 18 Prozent erklärten, das Thema interessiere sie nicht. Befragt wurden 1020 Menschen.

Die Bundesliga pausiert wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März und soll nach den Plänen der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Mai den Spielbetrieb wieder aufnehmen.

Die Fans von Borussia Mönchengladbach wollen mit zu einer besseren Stimmung bei möglichen Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga beitragen. Um den TV-Zuschauern und den Profis den Blick auf die leeren Stadion-Plätze zu ersparen, sollen Pappfiguren mit dem Konterfei der Anhänger in Lebensgröße aufgestellt werden - auf Wunsch dort, wo die Zuschauer bei normalem Spielen auch stehen oder sitzen.
Die Fans von Borussia Mönchengladbach wollen mit zu einer besseren Stimmung bei möglichen Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga beitragen. Um den TV-Zuschauern und den Profis den Blick auf die leeren Stadion-Plätze zu ersparen, sollen Pappfiguren mit dem Konterfei der Anhänger in Lebensgröße aufgestellt werden - auf Wunsch dort, wo die Zuschauer bei normalem Spielen auch stehen oder sitzen.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 9. April, 14.35 Uhr: Über 100 Menschen in Altenheim in Budapest infiziert

In einem Altenheim in Budapest haben sich mehr als 100 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Dies gab Ungarns oberste Amtsärztin Cecilia Müller bekannt. Fünf Senioren seien an der vom Coronavirus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Unter den Infizierten seien Bewohner und Pfleger.

Früheren Medienberichten zufolge leben in dem betroffenen Altenheim 500 ältere Menschen, viele von ihnen mit Vorerkrankungen. Bis Donnerstag waren in Ungarn 980 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Bislang wurden 66 Tote gemeldet, 96 Patienten gelten als genesen.

Update, 9. April, 14.32 Uhr: Händel-Festspiele in Halle abgesagt

Die Händel-Festspiele in Halle werden aufgrund der Corona-Krise abgesagt. Das sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Halle. Eigentlich hätten mehr als 100 Veranstaltungen vom 29. Mai bis 14. Juni 2020 in der Geburtsstadt des Komponisten Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759) stattfinden sollen. Die Festspiele zählen jährlich Zehntausende Klassikfans aus der ganzen Welt in die Geburtsstadt des Barockkomponisten.

Update, 9. April, 14.23 Uhr: Australiern drohen Geldstrafen und Gefängnis bei Osterausflügen

Wer sich in Australien zu Ostern ohne triftigen Grund außerhalb seines Zuhauses aufhält, muss mit saftigen Strafen rechnen. 

In einer Ansprache ermahnte Premierminister Scott Morrison die Bevölkerung: "Dieses Ostern bleiben wir zu Hause. Verreist nicht, geht nicht weg." Wegen der Coronavirus-Ausbreitung sind in Australien derzeit alle Reisen und Ausflüge für nicht lebensnotwendige Zwecke verboten.

Die Regierungen der Bundesstaaten drohten Bürgern unter anderem mit Bußgeldern von 1000 Australischen Dollar (rund 570 Euro) und sechs Monaten Gefängnis, sollte die Polizei sie bei Verstößen gegen die Ausgangssperren erwischen. 

Im Bundesstaat New South Wales gab es Geldstrafen für Menschen, die von der Polizei in Parks ohne sonstige sportive Tätigkeit auf Bänken erwischt wurden. Um Ansammlungen zu verhindern, wurden die meisten Strände rund um die Metropole Sydney geschlossen. 

In Australien sind bislang 6087 Sars-CoV-2-Infektionen und 51 Tote im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bestätigt.

Eine Polizistin mit Mundschutz leitet Passagiere, die mit einem vom US-Außenministerium gecharterten Flugzeug ins Land zurückgeholt wurden.
Eine Polizistin mit Mundschutz leitet Passagiere, die mit einem vom US-Außenministerium gecharterten Flugzeug ins Land zurückgeholt wurden.  © Dan Peled/AAP/dpa

Update, 9. April, 13.55 Uhr: Merkel lehnt Corona-Bonds erneut klar ab

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Corona-Bonds mit einer gemeinsamen Verschuldung der EU-Mitgliedsstaaten im Kampf gegen die Folgen der aktuellen Krise erneut klar abgelehnt. Nach Angaben von Teilnehmern sagte Merkel am Donnerstag in einer Sondersitzung der Unionsfraktion per Videokonferenz, man müsse angesichts der Bewährungsprobe, vor der Europa in der Corona-Krise stehe, Solidarität zeigen. 

Andere Teilnehmer berichteten, die Kanzlerin habe sich sehr offen auch für finanzielle Solidarität Deutschlands gezeigt - für eine gemeinsame Verschuldung über sogenannte Corona-Bonds fehle aber eine "politische Union", sagte sie demnach.

Um Solidarität innerhalb der EU zu zeigen, gebe es drei gute Instrumente, machte Merkel nach diesen Angaben in der Videokonferenz der Unionsfraktion mit Blick auf die Beratungen der Euro-Finanzminister deutlich, die am Nachmittag (17.00 Uhr) fortgesetzt werden sollen. Corona-Bonds als gemeinsame europäische Schuldtitel sind höchst umstritten: Frankreich, Spanien und Italien fordern sie vehement, Deutschland und die Niederlande sind dagegen.

Die Euro-Gruppe will am Nachmittag die zwischenzeitlich unterbrochenen Verhandlungen über ein Rettungspaket im Wert von rund 500 Milliarden Euro wieder aufnehmen. Es soll drei Elemente umfassen: einen Garantiefonds der Europäischen Investitionsbank EIB für Unternehmenskredite, das von der EU-Kommission angedachte Kurzarbeiter-Programm namens "Sure", das in der Krise Jobs sichern soll, sowie vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM für besonders betroffene Staaten.

Auch von anderen Teilnehmern der Unionsfraktionssitzung sei deutlich gemacht worden, dass man nicht gegen die Unterstützung der unter der Corona-Krise noch stärker leidenden EU-Mitglieder sei. "Wir wollen Solidarität", hieß es von Abgeordneten - aber man sehe besser geeignete Instrumente als Corona-Bonds, um die EU-Mitgliedsstaaten zu unterstützen.

Der ESM war 2012 auf dem Höhepunkt der Euroschuldenkrise gegründet worden. Gesichert durch Einlagen der Eurostaaten nimmt er Kredite am Kapitalmarkt auf und reicht sie unter bestimmten Auflagen an Staaten weiter, die selbst am Markt höhere Zinsen zahlen müssten oder keine Kredite mehr bekämen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt an der wöchentlichen Kabinettssitzung der Bundesregierung im Kanzleramt in Berlin teil.
Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt an der wöchentlichen Kabinettssitzung der Bundesregierung im Kanzleramt in Berlin teil.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 9. April, 13.45 Uhr: Linke fordert 50.000 Coronavirus-Tests täglich in MV

Für eine stufenweise Rückkehr in den Alltag hält die Linke täglich 50.000 Coronavirus-Tests über vier Wochen allein in Mecklenburg-Vorpommern für nötig. "Benötigt werden jetzt repräsentative Massentests, um die Infektionsketten am Beginn zu durchbrechen und den weiteren Pandemieverlauf regional besser abschätzen zu können", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Linken im Landtag, Torsten Koplin, am Donnerstag. Systemrelevante Berufsgruppen und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen müssten dabei im Fokus stehen. Bundes- und Landesregierung seien gefordert, die Testmöglichkeiten zu schaffen.

Update, 9. April, 13.25 Uhr: Corona-Pandemie hat Fähren im Norden fest im Griff

Die Corona-Pandemie hat die Fähren im Norden fest im Griff. Viele Reedereien haben ihre Fahrpläne angepasst, beziehungsweise den Betrieb eingestellt. So ist Helgoland per Schiff nur noch eingeschränkt mit dem Festland verbunden. Die Reederei Cassen Eils pendelt nur noch zwei Mal pro Woche zwischen Cuxhaven und Deutschlands einziger Hochseeinsel. Bis voraussichtlich 30. April fahren die Fähren nur noch dienstags und donnerstags, wie das Unternehmen auf seiner Homepage mitteilte. Der Katamaran "Halunder Jet" fährt derzeit von Hamburg aus überhaupt nicht. In die Saison hofft die FRS Helgoline am 20. Mai starten zu können.

Die Fähre "MS Frisia I" verlässt den Hafen auf dem Weg nach Norderney.
Die Fähre "MS Frisia I" verlässt den Hafen auf dem Weg nach Norderney.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 9. April, 13.17 Uhr: 286 Bundespolizisten in Quarantäne

Mehr als 1000 Beamte der Bundespolizei sind wegen Verdachts auf eine Coronavirus-Infektion oder vorsorglich in Quarantäne gewesen - die meisten davon gehören der für Bayern zuständigen Direktion an. Ende März waren 286 Beamte der Bundespolizeidirektion München in Quarantäne, wie die "Augsburger Allgemeine" (Donnerstag) berichtet. Die Zeitung beruft sich auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Demnach hatten sich 22 Beamte der Bundespolizeidirektion München nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Damit ist die Zahl der Ausfälle in Bayern fast doppelt so hoch, wie in anderen Einheiten. In Berlin waren beispielsweise 101 Beamte in Quarantäne. Insgesamt seien am 31. März bundesweit 1042 Beamte vorsorglich in Quarantäne gewesen, in 66 Fällen sei eine Infektion nachgewiesen worden.

Die FDP-Fraktion im Bundestag kritisiert eine mangelnde Schutzausrüstung und macht diese für den Ausfall der Beamten verantwortlich. "Nur 40.572 Atemschutzmasken für rund 40.000 Beamte ist zu knapp kalkuliert", sagte FDP-Innenexperte Benjamin Strasser der Zeitung. Man müsse die Bundespolizei, die wegen der verstärkten Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen besonders gefordert sei, besser mit Schutzausrüstungen versorgen.

Update, 9. April, 12.45 Uhr: Spanien macht Fortschritte im Kampf gegen Corona

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie macht das schwer betroffene Spanien weiter Fortschritte. 

Die Zahl der Neuinfektionen kletterte innerhalb von 24 Stunden nur um knapp 6000 Fälle oder rund vier Prozent auf gut 152.000, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Madrid mitteilte. Seit vielen Tagen bleibt die Zuwachsrate auf niedrigem Niveau stabil.

Der täglichen Bilanz der Behörden zufolge starben seit Mittwoch weitere 683 Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren. Die Zahl der neuen Todesopfer ging damit zurück. Am Vortag waren es 757 gewesen. 

Die Gesamtzahl betrug am Donnerstag 15.238. Gleichzeitig nahm die Zahl der Corona-Patienten, die als genesen gelten, um über 4000 oder knapp zehn Prozent auf mehr als 52.000 zu.

Besonders wichtig: Nach Behördenangaben geht der Druck auf die Krankenhäuser und Intensivstationen langsam aber stetig zurück. Zuletzt kamen täglich etwa drei Prozent Intensivpatienten hinzu. Vor einer Woche seien es sechs Prozent gewesen, vor zwei Wochen sogar noch 16 Prozent, hieß es.

Die Pandemie sei dank des seit dem 15. März geltenden Alarmzustands samt strenger Ausgehsperre "unter Kontrolle", versicherte Ministerpräsident Pedro Sánchez im Parlament. 

Im "Congreso de los Diputados" wollten die Abgeordneten am Donnerstag nach einer Debatte über eine Verlängerung der dritthöchsten Notstandsstufe um weitere zwei Wochen bis 0 Uhr am 26. April abstimmen. Die Billigung galt in Madrid als sicher.

Mitglieder des Gesundheitspersonals der Klinik Plato klatschen und freuen sich über den Applaus, den Anwohner ihnen zur Unterstützung ihrer Arbeit im Kampf gegen das Coronavirus widmen.
Mitglieder des Gesundheitspersonals der Klinik Plato klatschen und freuen sich über den Applaus, den Anwohner ihnen zur Unterstützung ihrer Arbeit im Kampf gegen das Coronavirus widmen.  © Matthias Oesterle/ZUMA Wire/dpa

Update, 9. April, 12.40 Uhr: Forscher nehmen im Kampf gegen Corona Malaria- und HIV-Medikamente ins Visier

Deutsche Forschungseinrichtungen werden sich nach Angaben von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) an einer großangelegten Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Erprobung von Medikamenten für die Behandlung von Covid-19 beteiligen. 

Es geht darum, herauszufinden, welche bereits bekannten Arzneien gegen Malaria, Ebola oder HIV bei der Lungenkrankheit anschlagen könnten. 

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) gab am Donnerstag in Berlin offiziell den Startschuss für die deutsche Beteiligung. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung und das Zentrum für Lungenforschung sollen die Studie für Deutschland koordinieren.

"Überall auf der Welt und auch in Deutschland gibt es bereits Heilversuche und frühe klinische Studien, bei denen bereits bekannte Medikamente nun auch gegen Covid-19 eingesetzt werden", sagte Karliczek. Im Moment sei die Erforschung der Wirksamkeit solcher Arzneien der Weg, der die schnellste Hilfe im Kampf gegen Covid-19 verspreche, denn ein wirksamer Impfstoff werde voraussichtlich erst Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen. 

70 Länder haben nach Angaben von Karliczek bereits ihre Teilnahme an der WHO-Studie zugesagt. Die Ergebnisse sollen gebündelt werden, um herausfinden, welche Medikamente in welcher Dosierung helfen und welche Nebenwirkungen auftreten können. 

Das Bundesforschungsministerium stelle für die Finanzierung der Studie in einem ersten Schritt 1,5 Millionen Euro bereit.

Update, 9. April, 12.35 Uhr: Bayern-Profi Lewandowski spendet 45.000 Euro für Krankenhaus

Der polnische Fußball-Nationalspieler Robert Lewandowski und seine Frau Anna haben umgerechnet mehr als 45.000 Euro für ein Krankenhaus in seiner Heimat gespendet.

"«Das ist Geld für den Kampf gegen das Coronavirus, wir kaufen davon Schutzausrüstung für unser Pflegepersonal", sagte eine Sprecherin des Medizinischen Zentrums im südpolnischen Lancut am Donnerstag der Zeitung "Gazeta Wyborcza". Die Klinik behandelt derzeit ausschließlich Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind.

Der 31 Jahre alte Spieler des FC Bayern München stammt aus Warschau. Der Torjäger hatte den Angaben zufolge Anfang März gemeinsam mit seiner Frau angekündigt, dass sie eine Million Euro für den Kampf gegen das Coronavirus spenden wollen.

Update, 9. April, 12.20 Uhr: Hygieneexperte: Händewaschen lässt Coronaviren gut ab!

Der Bonner Infektionsschutzexperte Martin Exner hat die Bedeutung von Hygienemaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus unterstrichen. 

Das Virus könne über einen langen Zeitraum auch auf Flächen überleben, sagte der Wissenschaftler am Donnerstag in Düsseldorf bei der Vorstellung von Zwischenergebnissen einer Corona-Feldstudie, die im besonderes betroffenen Kreis Heinsberg durchgeführt wird. 

Um eine Corona-Infektion auszulösen, müsse das Virus aber in die Schleimhäute gelangen - etwa über Mund oder Augen. Daher sei es wichtig, dass die Bevölkerung lerne, mit den Risiken angemessen umzugehen.

Gründliches Waschen der Hände mit Seife löse die Viren gut ab und könne sie "inaktivieren", sagte der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit. Es klinge banal, sei aber wichtig, solche Hygiene-Maßnahmen zu trainieren.

Hauptsächlich werde das Virus aber durch Tröpfcheninfektion übertragen - etwa durch Husten. Deshalb sei das Tragen von Mundschutz in Krankenhäusern unerlässlich.

Auch Gunther Hartmann, Professor für Klinische Chemie und Pharmakologie an der Universität Bonn, berichtete, nach ersten vorsichtigen Einschätzungen sei davon auszugehen, dass der Schweregrad der Erkrankung über Hygienemaßnahmen reduziert werden könnte. "Die Zahl der Erreger hat bei Erstinfektionen Einfluss auf den Schweregrad der Erkrankung."

Die Wissenschaftler stellten in Düsseldorf erste Zwischenergebnisse einer Feldstudie zur Ausbreitung des Coronavirus im Kreis Heinsberg vor. Derzeit sei davon ausgehen, dass die Immunität nach einer Coronavirus-Infektion etwa sechs bis 18 Monate anhalte, sagte Hartmann.

Update, 9. April, 12.15 Uhr: US-Studien: Coronavirus in New York stammt vorwiegend aus Europa

Hauptsächlich Reisende aus Europa und nicht aus Asien haben das Coronavirus Sars-CoV-2 Studien zufolge in den Großraum der US-Metropole New York gebracht. 

Zudem zirkulierte das Virus bereits seit Mitte Februar und damit Wochen, bevor der erste bestätigte Infektionsfall bekannt wurde, wie die Zeitung "The New York Times" am Mittwoch (Ortszeit) berichtete.

Die Stadt New York und der gleichnamige Bundesstaat sind in den USA besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffen. Mehr als 6200 der bisher US-weit mehr als 14.800 Toten gab es dort. "Diese Zahl der Toten wird weiter ansteigen", sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch auf seiner täglichen Pressekonferenz.

"Die Mehrheit (der Fälle) ist klar europäisch", zitierte die Zeitung den Genforscher Harm van Bakel von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, der Mitautor einer der Studien ist. Bislang sind die Ergebnisse von van Bakel und Kollegen nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen. 

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen dem Bericht zufolge auch Forscher der NYU Grossman School of Medicine in New York - obwohl sie eine andere Gruppe von Fällen untersuchten. 

Beide Teams hatten seit Mitte März Genome des Virus unter New Yorkern analysiert. Zudem stellten beide Forscherteams fest, dass das Virus sich bereits zuvor unbemerkt verbreitet hatte, aber mithilfe breit angelegter Testprogramme hätte entdeckt werden können.

US-Präsident Donald Trump hatte Ende Januar Ausländern die Einreise verboten, sofern sie sich zuvor in China aufgehalten hatten - dort liegt der erste bekannte Ausbruchsort des Virus. Im Februar schloss Italien erste Städte und Gemeinden. 

Am 11. März verkündete Trump auch ein zwei Tage später in Kraft tretendes Verbot der Einreise aus den meisten europäischen Ländern, zu dem Zeitpunkt waren der Zeitung zufolge bereits Reisende in New York mit dem Virus angekommen.

Update, 9. April, 12 Uhr: Hinweise auf Übertragung des Coronavirus im Mutterleib

Eine Übertragung des Coronavirus auf Babys im Mutterleib ist Hinweisen aus China zufolge denkbar. Das schreiben chinesische Wissenschaftler um Zhi-Jiang Zhang von der Universität Wuhan im "European Respiratory Journal". 

Sie hatten unter allen rund 81.000 Infektionen, die bis Mitte März in China gemeldet wurden, vier infizierte Neugeborene ausfindig gemacht.

In allen vier Fällen traten bei den Babys nur leichte Symptome auf, bei denen keine Intensivpflege oder künstliche Beatmung erforderlich war. Die Mütter waren ebenfalls infiziert, drei davon zeigten unmittelbar vor der Geburt Symptome von Covid-19.

Alle Kinder kamen per Kaiserschnitt zur Welt, sie konnten sich also nicht während einer Vaginalgeburt bei der Mutter angesteckt haben. Drei der Babys wurden direkt nach der Geburt von ihren infizierten Müttern getrennt und auch nicht gestillt, sondern isoliert. 

Zudem waren die Zeitspannen zwischen Geburt und Infektionsnachweis sehr kurz. Die Forscher schreiben: "Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass das Virus in der Gebärmutter übertragen werden kann." Allerdings könnten andere Übertragungswege auch nicht ganz ausgeschlossen werden.

Nach Angaben des Berufsverbandes der Frauenärzte waren bislang keine Hinweise bekannt, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann.

Eine schwangere Frau.
Eine schwangere Frau.  © 123RF/Emilia Mariana Unger

Update, 9. April, 11.50 Uhr: Virologe regt schrittweise Schulöffnung nach Ferien an

Der Essener Virologe Ulf Dittmer hält eine schrittweise Öffnung der Schulen nach den Osterferien aus fachlicher Sicht für möglich. 

"Man könnte mit der Oberstufe anfangen", sagte der Direktor des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Essen der Deutschen Presse-Agentur. Älteren Schülern falle es leichter, die notwendigen Regeln einzuhalten. Essentiell seien die Abstandsregeln.

Hintergrund von Dittmers Vorschlag ist die Beobachtung, dass "Kinder von dieser Infektion am wenigsten von allen Bevölkerungsgruppen betroffen" sind, wie es der Experte formuliert. 

Die Ursache dafür sei noch unbekannt. "Das Risiko, dass sich die Kinder in der Schule gegenseitig anstecken und schwer an Covid-19 erkrankten, halte ich daher für äußerst gering."

Allerdings könnten Kinder sich infizieren, nicht erkranken und dann trotzdem ihre Großeltern oder vorerkrankten Eltern anstecken. "Das ist nicht sehr wahrscheinlich, aber möglich", so Dittmer. Wie häufig das auftrete, lasse sich derzeit nicht sagen.

Ulf Dittmer, Leiter des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Essen, spricht während eines Interviews.
Ulf Dittmer, Leiter des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Essen, spricht während eines Interviews.  © Bernd Thissen/dpa

Update, 9. April, 11.35 Uhr: Fallstudie in Gangelt (Heinsberg)! 15 Prozent der Menschen haben Immunität gegen Coronavirus ausgebildet

In der besonders vom Coronavirus betroffenen Gemeinde Gangelt in Nordrhein-Westfalen ist in einer Studie bei 15 Prozent der untersuchten Bürger eine Infektion nachgewiesen worden. Das berichtete der Leiter der Feldstudie im Kreis Heinsberg, Hendrik Streeck, am Donnerstag in Düsseldorf.

Alle Infos dazu findet Ihr >>> HIER

Prof. Hendrick Streeck stellte die Ergebnisse vor.
Prof. Hendrick Streeck stellte die Ergebnisse vor.  © Jonas Güttler/dpa

Update, 11.30 Uhr: DFB-Präsident Keller befürchtet Insolvenzen im Profifußball

DFB-Boss Fritz Keller befürchtet dramatische Folgen für den Profifußball durch die Coronavirus-Pandemie. 

"Ich glaube nicht, dass nach der Corona-Krise die Landschaft des Fußballs gleich sein wird wie heute", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes am Donnerstag dem TV-Sender Phoenix. "Wir werden einige vermissen, und ich glaube, je länger das geht, umso mehr Insolvenzen werden wir auch im Profifußball haben."

Durch die Einstellung des Spielbetriebes seien viele Vereine der 2. Bundesliga und 3. Liga, aber auch einige Erstligisten in ihrer Existenz bedroht.

Gefährdet seien aber auch viele Vereine bis in die Kreisklasse. "Denen muss geholfen werden", appellierte Keller.

DFB-Präsident Fritz Keller.
DFB-Präsident Fritz Keller.  © Boris Roessler/dpa

Update, 9. April, 11 Uhr: Neue Website soll gegen Gewalt gegen Kinder in der Corona-Krise helfen

Eine neue Webseite des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung soll von Gewalt bedrohten Kindern in der Corona-Krise schnellere Hilfe bieten und die Bürger zu mehr Wachsamkeit bewegen. Auf www.kein-kind-alleine-lassen.de könnten sich Kinder und Jugendliche, die von familiärer oder sexueller Gewalt bedroht sind, Direkthilfe etwa per Chat holen, teilte der Missbrauchsbeauftragte, Johannes-Wilhelm Rörig, am Donnerstag mit. 

Dort fänden sie zudem eine anonyme Telefon-Hotline (0800-2255530) und die Kontaktdaten von Beratungsstellen. Die Aktion sei ein dringender "Appell an die Bevölkerung, in der aktuellen dramatischen Situation Kinder nicht aus den Augen zu verlieren", so Rörig.

Zudem solle die Initiative Erwachsene zu Wachsamkeit bewegen. Auf der Seite stünden Flyer und Material zum Teilen in Sozialen Netzwerken bereit sowie Tipps, wie man sich bei einem Verdacht auf sexuelle und andere familiäre Gewalt im Umfeld verhalten sollte, hieß es weiter. 

"Schon das Aufhängen eines Flyers im Hausflur kann helfen, die Nachbarschaft daran zu erinnern, sich um Kinder und Jugendliche aus dem eigenen Umfeld zu kümmern und aufeinander aufzupassen", erklärte Rörig.

Die wegen der Corona-Pandemie verhängten Kontaktsperren und die Isolation könnten zu mehr Gewalt gegen Kinder führen, wie Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) gewarnt hatte.

Update, 9. April, 10.50 Uhr: 650.000 Betriebe in Deutschland haben wegen Corona Kurzarbeit angemeldet

Die Zahl der Betriebe, die in der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet haben, ist auf 650.000 gestiegen. Das gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt. 

Dies bedeute eine Steigerung um rund 40 Prozent gegenüber dem jüngsten Vergleichswert. Zum 27. März war die Zahl von 470.000 Betrieben ermittelt worden.

Die Sondererhebung der Bundesagentur gibt keine Auskunft darüber, für wie viele Personen Kurzarbeit angemeldet wurde. Dies ist erst im Nachgang möglich, weil einige Betriebe Kurzarbeit zwar anmelden, diese dann aber nicht realisieren. Außerdem variiert die Zahl der Beschäftigten pro Betrieb stark. 

Die Bundesagentur geht jedoch davon aus, dass der bisherige Rekord von mehr als 1,4 Millionen Kurzarbeitern aus dem Mai 2009 deutlich überschritten wird. Die Anzeigen für Kurzarbeit kämen aus allen Branchen, schwerpunktmäßig aus dem Gastgewerbe und dem Einzelhandel.

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, warnte davor, das Verfahren zur Beantragung von Kurzarbeit komplizierter zu machen. Derzeit seien alleine 8000 Mitarbeiter bei den Arbeitsagenturen damit betraut, die Anzeigen zu bearbeiten.

"Es gibt in der Politik eine Diskussion, das Kurzarbeitergeld zu erhöhen oder auszuweiten. Für uns als Verwaltung ist entscheidend, dass wir den Anstieg der Anzeigen nur bewältigen können, wenn das Verfahren weiter so unbürokratisch bleibt, wie es jetzt ist", sagte Scheele. "Es darf nicht komplizierter werden."

Update, 9. April, 10.40 Uhr: Saisonarbeiter aus Rumänien fliegen ein

Auf dem Flughafen Düsseldorf sollen am heutigen Donnerstag die ersten Maschinen mit Saisonarbeiter aus Rumänien eintreffen.

Die Helfer werden auf den Feldern etwa zur Spargelernte dringend benötigt.

Eine Sonderregelung hat ihre Einreise trotz der Corona-Bestimmungen möglich gemacht. "Die Nachfrage hierzu ist riesig", sagte eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter Eurowings in Köln.

Etwa 20.000 Menschen hätten sich schon registriert. In Düsseldorf würden am Donnerstag drei Flüge eintreffen, eine weitere Maschine fliege nach Berlin und eine fünfte nach Karlsruhe/Baden-Baden.

Alle Infos findet Ihr >>> HIER

Erntehelfer aus Osteuropa ernten auf einem Feld den ersten Spargel der Saison.
Erntehelfer aus Osteuropa ernten auf einem Feld den ersten Spargel der Saison.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 9. April, 10.30 Uhr: Boris Johnson immer noch auf Intensivstation

Der britische Premierminister Boris Johnson ist nach seiner dritten Nacht auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses in einem "stabilen Zustand". Johnson scheine es einigermaßen gut zu gehen, sagte Kulturminister Oliver Dowden am Donnerstag dem Sender BBC. 

Am Mittwochabend hatte eine Regierungssprecherin mitgeteilt, der Premier mache kontinuierlich Fortschritte, bleibe aber noch auf der Intensivstation.

Johnson war am Sonntag ins St. Thomas' Hospital gebracht worden, nachdem die Symptome seiner Covid-19-Erkrankung nach eineinhalb Wochen noch nicht abgeklungen waren. Am Montag verschlechterte sich sein Zustand derart, dass er auf die Intensivstation verlegt werden musste. Britische Medien rechneten damit, dass es Wochen dauern könnte, bis Johnson wieder die Regierungsgeschäfte übernehmen kann.

Vertreten wird er von dem ehrgeizigen, aber teils unsicher auftretenden Außenminister Dominic Raab. Er sollte auch die Tagung des Nationalen Sicherheitsrats Cobra am Donnerstag in London leiten. Dort sollte eine eventuelle Verlängerung der Ausgehbeschränkungen im Kampf gegen die Pandemie erörtert werden. 

Johnson hatte unter anderem alle Läden, die nicht zur Grundversorgung dienen, schließen lassen. Sportliche Aktivitäten sind nur noch einmal am Tag und nur gemeinsam mit Mitgliedern desselben Haushalts erlaubt.

Eine Entscheidung über die Fortsetzung der Maßnahmen solle aber erst in der kommenden Woche verkündet werden, sagte Dowden der BBC. Er hält es für unwahrscheinlich, dass die Beschränkungen gelockert werden, da sie gerade erste Wirkungen zeigten. Der Höhepunkt der Pandemie ist in Großbritannien noch nicht erreicht.

Es wird befürchtet, dass viele Briten bei schönem Wetter über die Osterfeiertage gegen die Beschränkungen verstoßen werden. Vor allem in den Londoner Parkanlagen gab es immer wieder Ärger, weil die Menschen nicht genug Abstand zueinander hielten.

Boris Johnson.
Boris Johnson.  © Matt Dunham/PA Wire/dpa

Update, 9. April, 10.20 Uhr: Das sind die aktuellen Zahlen in Europa und den USA

Hier sind die aktuellen Zahlen der Coronavirus-Epidemie für Europa und die USA. 

Das sind die aktuellen Zahlen des 9. April, 10 Uhr.
Das sind die aktuellen Zahlen des 9. April, 10 Uhr.  © TAG24 Grafik
Die Entwicklung der Fallzahlen nach Ländern.
Die Entwicklung der Fallzahlen nach Ländern.  © TAG24 Grafik

Update, 9. April, 10.10 Uhr: Facebook führt Plattform für Hilfsangebote in Deutschland ein

Facebook hat seine Funktion "Community Help", über die Nutzer des Online-Netzwerks um Hilfe bitten oder anderen ihre Unterstützung anbieten können, in der Coronavirus-Krise auch in Deutschland eingeführt. 

In der aktuellen Situation gibt es auf der Plattform unter anderem viele Angebote, für ältere Menschen einkaufen zu gehen. Die Funktion ist über das Coronavirus-Informationszentrum verfügbar, das den Nutzern am oberen Ende der Timeline eingeblendet wird, wie Facebook am Donnerstag mitteilte. 

Zuvor gab es "Community Help" unter anderem in den USA, Großbritannien und Frankreich.

Update, 9. April, 9.45 Uhr: NRW stoppt Auszahlung von Soforthilfen wegen Fake-Internetseiten

Das NRW-Wirtschaftsministerium stoppt wegen mutmaßlich betrügerischer Interneteiten die Soforthilfe-Auszahlungen. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt am Mittwochabend gefallen.

Update, 9. April, 9.30 Uhr: Coronavirus eingeschleppt? Razzia auf Kreuzfahrtschiff

Die australische Polizei hat im Zusammenhang mit dem möglichen Einschleppen des Coronavirus das Kreuzfahrtschiff "Ruby Princess" durchsucht und unter anderem die Blackbox beschlagnahmt. 

Mit diesen Ermittlungen solle Klarheit darüber geschaffen werden, wie am 19. März fast 2700 Passagiere in Sydney ohne gründliche Gesundheitschecks oder Isolation von Bord gehen konnten, sagte Mick Fuller, der Polizeichef des Bundesstaates New South Wales, am Donnerstag Journalisten. Gesundheitsbehörden sehen in diesem Vorgang die größte Quelle von Infektionen in Australien mit dem Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Konkret vermuten die Behörden einen Zusammenhang zwischen der "Ruby Princess" und mehr als 600 Covid-19-Fällen sowie 15 Toten, darunter auch Passagieren. 

Zwischen der Regierung Australiens und der des Bundesstaates hat dies zu einem Streit über die Verantwortung für das Debakel geführt. Es werde aber auch geprüft, ob die Schiffsbesatzung "transparent" über die Lage an Bord berichtet habe, hatte Fuller am Wochenende gesagt. Dafür werde die Kommunikationskette überprüft, sagte er am Donnerstag.

Das Schiff hatte am 8. März nach elf Tagen auf See in Sydney angelegt. Die Passagiere durften Tage später dann von Bord gehen - trotz Berichten, dass zuvor mehr als 100 von ihnen während einer Kreuzfahrt um Neuseeland erkrankt seien. 

In Australien stammen etwa 25 Prozent der bisher mehr als 5500 bestätigten Coronavirus-Fälle sowie ein Viertel der bisher 30 Toten von Kreuzfahrtschiffen.

Das Kreuzfahrtschiff "Ruby Princess" liegt in Port Kembla in Wollongong im Hafen.
Das Kreuzfahrtschiff "Ruby Princess" liegt in Port Kembla in Wollongong im Hafen.  © Zhu Hongye/XinHua/dpa

Update, 9. April, 9.20 Uhr: Laschet: Schließung der Geschäfte darf nicht viel länger andauern!

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat ein Kriterium für eine mögliche Öffnung des Corona-Lockdowns genannt. 

"Sind die Regeln für den richtigen Abstand einhaltbar und gibt es dafür auch die richtigen Schutzmaßnahmen? Wenn das der Fall ist, kann man den flexiblen Einstieg wagen", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Donnerstag). "Wir müssen die Menschen gezielter als durch pauschales Schließen schützen", sagte er mit Blick auf die einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben.

Vor dem Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch sagte er: "Wir brauchen einen klaren Fahrplan, durch den das öffentliche und wirtschaftliche Leben wieder ins Laufen kommt."

Mit Blick auf den Einzelhandel betonte Laschet, dass der Zustand, dass viele Geschäfte geschlossen sind, "nicht viel länger andauern darf, wenn wir keine Massenpleite und eine folgende neue Massenarbeitslosigkeit erleben wollen". 

Auch zur Autoindustrie äußerte er sich. Die Produktion sei dort teils auch eingestellt worden, weil Autohäuser geschlossen wurden. "Hier könnte man auch unter Einhaltung der Abstandsregeln Kunden in die Geschäfte lassen." Dies könne ein Anreiz für die Industrie sein, wieder zu produzieren.

Armin Laschet (59, CDU).
Armin Laschet (59, CDU).  © Federico Gambarini/dpa

Update, 9. April, 9 Uhr: Mehr als 5000 Coronavirus-Fälle in Japan

In Japan hat die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen die Marke von 5000 überschritten. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Donnerstag. 

Hinzu kommen rund 700 infizierte Menschen, die sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. Rund 110 Tote sind in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu beklagen.

In Japan sind die Maßnahmen laxer als beispielsweise in Deutschland. Trotzdem sind die Zahlen in Japan wesentlich niedriger als in der Bundesrepublik. Analytiker werfen der Regierung in Tokio vor, deutlich weniger auf Sars-CoV-2 zu testen als andere Länder.

Am Dienstag hatte Regierungschef Shinzo Abe den Notstand für den besonders betroffenen Großraum Tokio sowie einzelne andere Provinzen ausgerufen. 

Rund 56 Millionen Menschen - etwa 45 Prozent der Gesamtbevölkerung - in Tokio, den Nachbarprovinzen Chiba, Kanagawa und Saitama sowie in den Provinzen Osaka, Hyogo und Fukuoka sind aufgerufen, bis 6. Mai möglichst zu Hause zu bleiben.

Am Donnerstag forderte auch die Provinz Aichi von der Zentralregierung, auch dort den Notstand angesichts steigender Infektionszahlen auszurufen. Aichi ist die Heimatprovinz des japanischen Autoriesen Toyota. Am Freitag wolle man auf eigene Faust einen Notstand ausrufen und die Bürger bitten, abgesehen von nötigen Besorgungen möglichst zu Hause zu bleiben, hieß es.

Die im Zuge des Notstands erfolgten Aufforderungen der Behörden bedeuten in Japan jedoch keine harte Abschottung wie etwa in Frankreich. Weder kann bei Missachtung der Behördenaufforderungen bestraft werden, noch können Firmen gezwungen werden, die Arbeit einzustellen. Tatsächlich gehen weiter viele zur Arbeit, weil ihre Unternehmen kein Homeoffice anbieten oder dies nicht möglich ist.

Pendler mit Mundschutz gehen im Geschäftsviertel Marunouchi in Tokio über eine Straße.
Pendler mit Mundschutz gehen im Geschäftsviertel Marunouchi in Tokio über eine Straße.  © kyodo/dpa

Update, 9. April, 8.50 Uhr: Ärzte ohne Grenzen befürchten Katastrophe in Afrika wegen Corona

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen befürchtet katastrophale Auswirkungen der Corona-Pandemie in Afrika. 

"Schwere Fälle zu behandeln, ist wegen der geringen Zahl an Intensivstationen gar nicht möglich", sagte der für die Organisation arbeitende Epidemiologe Maximilian Gertner im Interview der "Sächsischen Zeitung" aus Dresden. 

Selbst einfache Schutzmaßnahmen seien wegen der Lebensverhältnisse in afrikanischen Staaten oft nicht möglich. "Wer beengt wohnt und keinen Wasseranschluss hat, kann sich nur schwer vor einer Infektion schützen", sagte Gertler.

"Ärzte ohne Grenzen" unterstütze zahlreiche afrikanische Länder bei der Ausbildung von medizinischem Personal, der Einrichtung von Isolierzentren und Desinfektionsstationen und mit fachlicher Beratung, sagte Gertler. 

Neben dem Mangel an Schutzausrüstung würden auch Reisebeschränkungen der afrikanischen Staaten die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen vor Herausforderungen stellen. "Es bestehen oftmals Einreiseverbote für Mitarbeiter, die wir dringend brauchen", sagte Gertler der "Sächsischen Zeitung".

Update, 9. April, 8.38 Uhr: Export legt im Februar zu - Corona-Krise bremst aber Handel mit China

Deutsche Unternehmen haben vor der Eskalation der Corona-Krise in Europa insgesamt mehr Waren ausgeführt. Die Exporte stiegen im Februar um 0,4 Prozent auf 109,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Erste Effekte der Pandemie zeigten sich den Angaben zufolge aber im Handel mit der im Februar besonders von dem neuen Virus betroffenen Volksrepublik China.

Die Ausfuhren in das Land sanken gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,9 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, die Importe aus China verringerten sich um 12,0 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist einer der wichtigsten Einzelmärkte für Waren "Made in Germany". Ein Exportplus von 0,8 Prozent gab es im Februar hingegen im Handel mit Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Die Importe nach Deutschland verringerten sich insgesamt um 2,9 Prozent auf 88,5 Milliarden Euro.

Ein Arbeiter mit einer Mundmaske steht in der Nähe von Containern auf einem Schiff im Hafen.
Ein Arbeiter mit einer Mundmaske steht in der Nähe von Containern auf einem Schiff im Hafen.  © Virginia Mayo/AP/dpa

Update, 9. April, 8.25 Uhr: Hotels vor Corona-Krise noch mit deutlichem Übernachtungsplus

Vor der Corona-Krise konnten die Hotels in Deutschland noch ein deutliches Gästeplus verbuchen. Im Februar stieg die Zahl der Übernachtungen auf 30,0 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete. Vor allem der zusätzliche Februar-Tag im Schaltjahr und die reiseintensive Karnevalszeit sorgten für einen Zuwachs von 7,7 Prozent. Dabei stieg die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste mit 9,0 Prozent deutlich stärker als die der Ausländer, die nur um 2,6 Prozent zulegten.

Die Besucher- und Übernachtungszahlen im deutschen Beherbergungsgewerbe wuchsen im wirtschaftlichen Daueraufschwung seit Jahren. 2019 hatte es den zehnten Übernachtungsrekord in Folge gegeben.

Update, 9. April, 8.14 Uhr: Mehrheit gegen Lockerung der Corona-Maßnahmen ab 20. April

Eine Mehrheit von rund 56 Prozent der Bürger hält eine Lockerung der einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben wegen des Coronavirus ab 20. April für zu früh. Das hat eine repräsentative Civey-Umfrage für das Magazin "Business Insider" ergeben, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Danach halten knapp 30 Prozent Lockerungen vom 20. April an für angemessen, lediglich 9,4 Prozent für zu spät.

Update, 9. April, 8.02 Uhr: Paketdienst DHL beschäftigt wie vor Weihnachten

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen bescheren der Deutschen Post DHL Group einen deutlich spürbaren Umsatzzuwachs. "Wir sehen in unserem Paketbereich seit Ende März eine täglich steigende Zahl von Sendungen, deren Menge mittlerweile sehr spürbar über der des Vorjahreszeitraums liegt", sagte Unternehmenssprecher Jens-Uwe Hogardt der Deutschen Presse-Agentur. Der sehr plötzliche Anstieg auf nunmehr schon Vorweihnachtsniveau pro Tag zeige, dass gerade kleine Händler verstärkt auf diesen Lieferweg setzen, um ihre Waren auch bei Schließung der Ladenlokale an den Konsumenten zu bringen.

Update, 9. April, 7.44 Uhr: Radiohead will Fans in Corona-Krise mit Konzertvideos unterhalten

Die britische Rockband Radiohead hat eine neue wöchentliche Serie von Konzertvideos während der Corona-Pandemie angekündigt. Wie die Gruppe am Mittwoch auf Instagram mitteilte, sollte die Reihe bereits an diesem Donnerstag auf ihrem Youtube-Kanal starten. "Wir werden eine pro Woche veröffentlichen, bis entweder die Einschränkungen, die sich aus der aktuellen Situation ergeben, gelockert sind, oder uns die Shows ausgehen", hieß es.

Die Band will sich bei der Ausstrahlung auf Auftritte der Show "Live From a Tent in Dublin" konzentrieren, die im Oktober 2000 aufgenommen wurde. Fans zeigten sich begeistert. "Das ist die Heilung, auf die ich gewartet habe", schrieb ein Follower. "Ich war da", erinnert sich ein anderer an die Show in Irland. "Und mein 15-jähriges Gehirn explodierte."

Update, 9. April, 7.16 Uhr: Schrittweise Rückkehr zur Normalität nach Osterferien denkbar

Angesichts erster Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus in Deutschland hält Gesundheitsminister Jens Spahn vorsichtige Schritte aus dem staatlich angeordneten Stillstand nach den Osterferien für möglich. Sollte die Entwicklung bei den Infektionszahlen anhalten, "werden wir mit den Ministerpräsidenten über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nach den Osterferien reden können", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Donnerstag). In einem freiheitlichen Rechtsstaat könnten weitreichende Einschränkungen von Grundrechten nur so lange funktionieren, wie sie verstanden und akzeptiert würden. Deshalb sei es nicht nur wichtig, das Handeln gut zu begründen, sondern auch eine Perspektive aufzuzeigen.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, gibt vor der DRK-Oberleitstelle Baden-Württemberg ein Statement.
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, gibt vor der DRK-Oberleitstelle Baden-Württemberg ein Statement.  © Marijan Murat/dpa

Update, 9. April, 7.01 Uhr: Weitere 33 Corona-Fälle in Mettmanner Flüchtlingsheim

In einer Flüchtlingsunterkunft in Mettmann bei Düsseldorf haben sich weitere 33 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Stadt mitteilte, wurden nach einem Krankheitsfall vorige Woche nun alle 88 Bewohner getestet. Die Betroffenen wurden nun auf zwei Unterkünfte verteilt.

Update, 9. April, 6.43 Uhr: Osterfeiertage zu Corona-Zeiten - Was geht und was nicht?

Die Osterfeiertage sind für viele ein willkommener Anlass für Kurzurlaube und Tagesausflüge. Aber dieses Jahr ist durch die Corona-Krise alles anders. Es gibt Auflagen, Beschränkungen und Verbote. "Bleiben Sie zuhause!", appellieren auch in Niedersachsen und Bremen Behörden, Unternehmen, Politiker unisono.

Vieles bleibt aber auch mit Einschränkungen erlaubt. Landkreise und Kommunen und Bundesländer haben teils unterschiedliche Regeln getroffen. Das gemeinsame Ziel ist klar: Die Corona-Pandemie so gut wie möglich einzudämmen.

Update, 9. April, 6.24 Uhr: Fast 2000 Tote an einem Tag in den USA

In den USA sind den zweiten Tag in Folge fast 2000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Insgesamt belief sich die Zahl der Toten in dem Land auf 14.817, wie kurz nach Mitternacht am Donnerstag (Ortszeit) aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. 24 Stunden zuvor hatte die Universität die Zahl der Toten noch mit 12.907 ausgewiesen. Den Angaben nach wurden bereits rund 430.000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen.

Ein medizinischer Mitarbeiter überführt den Leichnam eines Opfers, das in einem Krankenhaus an dem Coronavirus gestorben ist.
Ein medizinischer Mitarbeiter überführt den Leichnam eines Opfers, das in einem Krankenhaus an dem Coronavirus gestorben ist.  © Michael Nagle/XinHua/dpa

Update, 9. April, 5.36 Uhr: Keine Gottesdienste in den Kirchen - Osterfeiern als Streaming

Das Osterfest ist das wichtigste Fest der Christen. In diesem Jahr bleiben wegen des Coronavirus die Kirchen allerdings zu. Die Gläubigen müssen aufs Internet, soziale Medien und den Rundfunk setzen, um an Gottesdiensten teilnehmen zu können.

"Ostern fällt nie aus. Wir werden Ostern feiern. Anders als sonst, aber miteinander verbunden als Gemeinschaft, die Auferstehung feiert", sagte der evangelische Landesbischof von Hannover, Ralf Meister. Er feiert den online übertragenen Gottesdienst am Karfreitag und am Ostersonntag. Der Karfreitagsgottesdienst kommt aus der Marktkirche in Hannover.

Update, 9. April, 4.20 Uhr: Freiburger Theater näht Tausende Masken zum Schutz vor Corona

Mitarbeiter des städtischen Theaters in Freiburg haben die ersten 2500 Masken zum Schutz vor dem Coronavirus genäht. Die Masken werden an die Uniklinik Freiburg sowie an die Stadt geliefert, sagte ein Sprecher des Theaters. Sie dienten an der Klinik Medizinern und Pflegekräften, um sich besser schützen zu können und dazu, die Infektionsgefahr zu verringern. In den kommenden Wochen werde das Theater bis zu 1000 Mund-Nasen-Schutzmasken pro Woche für die Uniklinik und 2000 bis 2500 Masken wöchentlich für die Stadt nähen.

Mitarbeiter des Theaters Freiburg stellen zum Schutz vor dem Coronavirus Masken her.
Mitarbeiter des Theaters Freiburg stellen zum Schutz vor dem Coronavirus Masken her.  © Patrick Seeger/dpa

Update, 9. April, 3.29 Uhr: Rockband U2 spendet Millionen für Kampf gegen Coronavirus

Die irische Rockband U2 hat für den Kampf gegen das Coronavirus zehn Millionen Euro gespendet. Ein Teil der damit finanzierten medizinischen Ausrüstung sei bereits am Flughafen von Dublin eingetroffen, berichtete das irische Fernsehen RTE am Mittwochabend. An der Aktion zur Beschaffung medizinischer Hilfe beteiligen sich nach diesen Angaben auch eine Reihe von Firmen. Die Band um ihren Frontman Bono setzt sich seit Jahren für eine Reihe von sozialen und politischen Projekten ein.

In Irland sind bisher knapp 6000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Bisher gab es nach offiziellen Angaben vom Mittwochabend 235 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Sänger Bono (2.v.l.), Gitarrist The Edge (r.), Adam Clayton (l.) und Larry Mullan Jr. geben mit ihrer Band U2 ein Konzert.
Sänger Bono (2.v.l.), Gitarrist The Edge (r.), Adam Clayton (l.) und Larry Mullan Jr. geben mit ihrer Band U2 ein Konzert.  © Joel Ryan/Invision/AP/dpa

Update, 9. April, 2.50 Uhr: Ecuador stellt wegen Corona-Pandemie Hunderte Mediziner ein

Zur Bekämpfung der grassierenden Corona-Pandemie stellt Ecuador Hunderte neue Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger ein. Insgesamt würden 606 zusätzliche Mediziner angeheuert, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Außerdem werden 99 Landärzte aus den Provinzen in die Millionenmetropole Guayaquil versetzt, die sich in den vergangenen Wochen zum Brennpunkt der Pandemie in dem südamerikanischen Land entwickelt hat.

Bislang haben sich in Ecuador 4450 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 242 Patienten starben, bei 240 weiteren besteht zumindest der Verdacht auf einen Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Zuletzt räumte Präsident Lenín Moreno allerdings ein, dass die offiziellen Zahlen deutlich hinter den tatsächlichen Fällen zurückbleiben dürften.

Männer mit Schutzanzügen laden einen Sarg in einen Wagen vor dem Krankenhaus General del Guasmo.
Männer mit Schutzanzügen laden einen Sarg in einen Wagen vor dem Krankenhaus General del Guasmo.  © Marcos Pin Mendez/dpa

Update, 9. April, 1.35 Uhr: Vereinte Nationen schicken 90 Tonnen Hilfsgüter nach Venezuela

Im Kampf gegen das Coronavirus hat ein Flugzeug 90 Tonnen Lebensmittel und medizinische Güter der Vereinten Nationen nach Venezuela gebracht. Die Ladung enthielt unter anderem 28 000 Kits für Ärzte und Pfleger, Sauerstoffkonzentratoren, Kinderbetten und Hygienesets, wie das UN-Amt für humanitäre Angelegenheiten OCHA mitteilte. Die Produkte wurden demnach von Spendern aus der internationalen Gemeinschaft und verschiedenen Agenturen der Vereinten Nationen finanziert. Venezuela steckt seit Jahren in einer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krise. Das Gesundheitssystem des südamerikanischen Landes lag bereits vor der Covid-19-Pandemie darnieder.

Update, 9. April, 0.18 Uhr: Rio de Janeiro meldet erste Corona-Tote in Favelas

 Erstmals sind Bewohner der Favelas von Rio de Janeiro im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Es handle sich dabei um zwei Menschen aus der Rocinha, wie der Bürgermeister der Stadt, Marcelo Crivella, am Mittwoch in einem Interview sagt. Die Rocinha in der Südzone Rios ist mit offiziell 70.000 Einwohnern eines der größten Armenviertel Rios und Brasiliens. In Rios insgesamt 763 Favelas mit zwei Millionen Bewohnern in kleinen, oftmals unverputzten Häusern hatte man sich wegen des Ausbruchs und der Ausbreitung der Corona-Krise besondere Sorgen gemacht.

Die Elendsviertel der Stadt können die Übertragung von Krankheiten beschleunigen. "Wer in einer Favela wohnt, hat kein Wasser, um die Hände zu waschen", sagte Gabriela Anastácia von dem Observatório das Favelas der Deutschen Presse-Agentur. "Wer in einer Favela wohnt, kann sich nicht sozial distanzieren, weil er mit fünf, sechs, neun Personen zusammenwohnt." 60 Prozent der Bewohner von Armenvierteln haben nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie auch keine finanziellen Möglichkeiten, eine weitere Woche über die Runden zu kommen, ohne arbeiten zu gehen oder Unterstützung zu bekommen.

Viele Armenviertel werden von kriminellen Organisationen kontrolliert, die sich vor allem durch Drogenhandel finanzieren und schwer bewaffnet sind. Während der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro das Coronavirus noch als "gripezinha" bezeichnete, untersagten Drogenbanden und Milizen aus Angst vor einer Ansteckung und Ausbreitung bereits Ausländern den Zugang und verhängten Ausgangssperren für die Bewohner mancher Favelas, wie zunächst lokale Medien berichteten. Dies brachte Nichtregierungsorganisationen zufolge inzwischen wiederum die Polizei auf den Plan.

Blück über das Armenviertel (Favela) Morro Santo Amaro im Stadtteil Catete.
Blück über das Armenviertel (Favela) Morro Santo Amaro im Stadtteil Catete.  © Antonio Lacerda/EFE/epa/dpa

Update, 8. April, 22.34 Uhr: Frau von Arjen Robben positiv getestet

Im "FC Bayern Podcast" hat der Ex-Bayern-Star Arjen Robben über einen Corona-Fall in seiner Familie gesprochen. "Meine Frau Bernadien wurde positiv getestet" gestand der Niederländer. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Arjen Robben und seine Frau Bernadien im August 2019.
Arjen Robben und seine Frau Bernadien im August 2019.  © Axel Heimken/dpa

Update, 8. April, 22.25 Uhr: Waffenruhe wegen Coronavirus im Jemen angekündigt

Im Jemen gilt nach Angaben des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses ab Donnerstag für zwei Wochen eine landesweite Waffenruhe. Ziel sei es, eine drohende Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, teilte die Militärkoalition der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge am Mittwochabend mit.

Update, 8. April, 22.17 Uhr: Laut US-Regierung Afroamerikaner besonders stark von Corona betroffen

Die US-Regierung hat eingeräumt, dass das Coronavirus Afroamerikaner besonders stark trifft. "Wir sehen starke Anhaltspunkte dafür, dass Afroamerikaner in weitaus größerem Umfang betroffen sind als andere Bürger unseres Landes", sagte US-Präsident Donald Trump während einer Pressekonferenz. In einigen Tagen werde man entsprechende Statistiken dazu veröffentlichen. Trump sagte zu, an der Angelegenheit zu arbeiten, ohne Einzelheiten zu nennen.

Die "Washington Post" berichtete am Dienstag unter Berufung auf Daten einiger lokaler Behörden, dass mehrheitlich afroamerikanische Landkreise teils dreimal so viele Infektionen und fast sechsmal so viele Todesfälle vermeldeten wie Landkreise, in denen weiße Amerikaner in der Mehrheit seien.

Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, führte dies auf eine "Verschlimmerung eines Gesundheitsgefälles" zurück. Erkrankungen wie Herzkrankheiten und Diabetes seien bei den Afroamerikanern häufiger als bei anderen Gruppen. Solche Vorerkrankungen machten eine Verlegung auf die Intensivstation wahrscheinlicher.

Afroamerikaner hätten "eher einen niedrigen sozioökonomischen Status, was es schwieriger macht, soziale Distanz zu wahren", sagte der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, dem Sender CBS. Weitere strukturelle Ungleichheiten wie fehlende Absicherung durch eine Krankenversicherung tragen wahrscheinlich ebenfalls dazu bei.

Update, 8. April, 22.04 Uhr: Über 113.300 Corona-Nachweise in Deutschland

In Deutschland sind bis Mittwochabend mindestens 113.311 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 103.036 Infektionen). 

Mindestens 2262 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1815). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Fast 44.000 Menschen in Deutschland haben die Infektion überstanden. 

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 29.600 nachgewiesenen Fällen und mindestens 641 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 23.700 Fällen und mindestens 413 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 23.100 Fällen und mindestens 551 Toten. 

Die aktuellen Zahlen für Deutschland.
Die aktuellen Zahlen für Deutschland.  © TAG24
Die Corona-Fällen steigen auch in Deutschland noch immer weiter an.
Die Corona-Fällen steigen auch in Deutschland noch immer weiter an.  © TAG24

Weiterhin werden aus verschiedenen Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und Großbritannien größere Anstiege gemeldet. Europaweit gab es bis Mittwochabend fast 780.000 gemeldete Covid-19-Erkrankung. Über 167.300 Menschen gelten als geheilt. Es gab jedoch über 61.700 Todesfälle.

Indes warnten der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte und EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans in der Corona-Krise vor einem Auseinanderbrechen der Europäischen Union. 

Timmermans betonte, die südlichen Länder der EU seien besonders hart von der Corona-Krise betroffen, weshalb ein beispielloses Hilfspaket erforderlich sei. Die Flucht in nationale Interessen bedrohe das Überleben der Europäischen Union.

In Europa gibt bisher mehr als 778.000 bestätigte Corona-Infektionen.
In Europa gibt bisher mehr als 778.000 bestätigte Corona-Infektionen.  © TAG24
Weltweit an der Spitze der bestätigten COVID-19-Infektionen sind die USA. Es gibt es bereits über 400.000 Corona-Fälle.
Weltweit an der Spitze der bestätigten COVID-19-Infektionen sind die USA. Es gibt es bereits über 400.000 Corona-Fälle.  © TAG24

Update, 8. April, 21.27 Uhr: Einkaufsverhalten der Deutschen verändert sich

Die Corona-Krise hat das Einkaufen in Deutschland dramatisch verändert. Hamsterkäufe fegten die Regale leer. Desinfektionsmittel, Nudeln und Toilettenpapier waren plötzlich Mangelware in Supermärkten und bei Discountern. Doch inzwischen entwickeln immer mehr Verbraucher Routine im Umgang mit der Krise und die Regale füllen sich wieder. 

"Die Panik ist vorbei", beschreibt der Handelsexperte Robert Kecskes von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die aktuelle Situation. "Es gibt eine Gewöhnung an den Krisenmodus." Ein vorübergehendes Wiederaufflammen der Panikkäufe schließt er dennoch nicht aus. Drei wichtige Phasen im Überblick:

Die Panik-Phase - Einkaufen gegen die Angst: Angefangen hatten die Hamsterkäufe nach Beobachtung der GfK in der letzten Februarwoche. "Die erste Phase war die Panik-Phase. Die Haushalte hatten unspezifische Ängste, wussten nicht, was kommt, wollten vorsorgen", beschreibt Keckes die Situation. Die Nachfrage nach Hand-Desinfektionsmitteln stieg schlagartig um mehr als 500 Prozent. Bei Mehl, Reis, Nudeln, Seife und Toilettenpapier verdoppelten sich die Verkaufszahlen.

Die Zeit der Hamsterkäufe ist erst einmal vorbei. Marktforscher beobachten eine wachsende Routine der Verbraucher im Umgang mit der Krise.
Die Zeit der Hamsterkäufe ist erst einmal vorbei. Marktforscher beobachten eine wachsende Routine der Verbraucher im Umgang mit der Krise.  © Jan Woitas/dpa

Die Krise wird zur Routine - Küchentisch statt Italiener: Die Panik-Phase ist im Moment erst einmal vorbei. Inzwischen sei der Umgang mit der Krise ein Stück weit Routine geworden und die Verbraucher hätten sich an die neue Situation angepasst. Die Nachfrage beginne, sich wieder einzupendeln. Allerdings auf einem höheren Niveau als vor der Krise.

Die Steigerung erklärt sich zum Großteil durch die Verlagerung des früher auf Restaurants, Kneipen und Kantinen entfallenden Konsums in die eigenen vier Wände: Wir essen mehr zu Hause, statt beim Italiener.

Allerdings ist die mühsam gewonnene Routine im Umgang mit der Krise noch leicht zu erschüttern. "Die Panik kann immer mal wieder aufflammen", warnt der Experte.

Nach der Krise - Gewinner und Verlierer: Nicht spekulieren mag der Marktforscher darüber, wie lang es dauern wird, bis die Krise wirklich ausgestanden ist. Doch danach werde vieles anders sein. Beispiel Verbraucher: Viele Konsumenten werden künftig angesichts steigender Arbeitslosenzahlen wieder stärker aufs Geld schauen müssen.

Davon könnten die Discounter profitieren, die vor der Krise noch Marktanteile an die Supermarktketten verloren. Aber auch Edeka, Rewe und Co. könnten das durch ihr Krisenmanagement gewonnene Vertrauen nutzen, um ihre Eigenmarken aufzuwerten und so von der gestiegenen Preissensibilität der Kunden zu profitieren, meint der Experte.

Die Discounter könnten von der neuen Sparsamkeit profitieren.
Die Discounter könnten von der neuen Sparsamkeit profitieren.  © picture alliance / dpa

Update, 8. April, 21.21 Uhr: UN-Chef verteidigt WHO nach Trump-Kritik

Nach Kritik von US-Präsident Donald Trump hat UN-Generalsekretär António Guterres die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation WHO in der Corona-Krise verteidigt. Zugleich stellte er aber auch eine Untersuchung zu späterer Zeit in Aussicht. "Es ist meine Überzeugung, dass die WHO unterstützt werden muss, denn sie ist absolut notwendig für die Anstrengungen der Welt, den Kampf gegen Covid-19 zu gewinnen", sagte Guterres laut Mitteilung am Mittwoch in New York. 

Die tausenden Mitarbeiter der WHO, die zuvor unter anderem bereits äußerst erfolgreich gegen Ebola gekämpft hätten, setzten sich nun an vorderster Front gegen die Ausbreitung des Virus ein.

Trump hatte der in Genf ansässigen wichtigsten Sonderorganisation der Vereinten Nationen im Gesundheitsbereich zuvor mit einem Stopp von Beitragszahlungen gedroht. Die WHO habe es in der Coronavirus-Pandemie "wirklich vermasselt". Sie sei unter anderem zu sehr auf China ausgerichtet und habe den USA zu Beginn der Krise falsche Empfehlungen gegeben.

Nach Kritik von US-Präsident Trump hat UN-Generalsekretär António Gutteres die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation WHO in der Corona-Krise verteidigt.
Nach Kritik von US-Präsident Trump hat UN-Generalsekretär António Gutteres die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation WHO in der Corona-Krise verteidigt.  © Xie E/XinHua/dpa

Update, 8. April, 21.08 Uhr: Einheitliche Corona-Schutz-Standards für Berufsschulen gefordert

Die Berufsschullehrer haben die Kultusminister in der Corona-Krise aufgefordert, für bundesweit einheitliche Mindeststandards bei der Wiederaufnahme des Unterrichts an Berufsschulen zu sorgen. "Alles andere wäre grob fahrlässig und kann von den Berufsbildnern nicht mitgetragen werden", erklärten Joachim Maiß und Eugen Straubinger, Vorsitzende des Bundesverbandes für Lehrkräfte der Berufsbildung (BvLB), am Mittwoch.

Der Verband fordert: "Die Risikogruppen müssen klar definiert sein. Der Mindestabstand in den Klassenräumen muss gewährleistet sein." Zudem müssten die hygienischen Bedingungen dem Infektionsschutzgesetz genügen. Und der Gesundheitsschutz müsse für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler gleichermaßen garantiert sein. Andernfalls könne der Unterricht nicht starten.

Update, 8. April, 21.08 Uhr: Real Madrid kürzt Spielergehälter

Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid hat sich wegen der finanziellen Folgen der Corona-Pandemie mit seinen Spielern auf eine Kürzung der Gehälter geeinigt. Vorerst beträgt die Reduzierung zehn Prozent. Sollte die Saison 2019/20 abgebrochen werden, würde die Kürzung bei 20 Prozent liegen, teilte der Verein mit. V

on der Maßnahme sind auch die Basketball-Profis betroffen. Von dem eingesparten Geld sollen die finanziellen Einbußen der zahlreichen anderen Angestellten des Vereins gemildert werden.

Zuletzt hatte sich Reals Mittelfeldspieler Toni Kroos gegen Gehaltskürzungen ausgesprochen und war dafür kritisiert worden. "Auf das Gehalt zu verzichten, ist wie eine Spende ins Nichts oder an den Verein, wobei es hier nicht nötig ist", hatte der Weltmeister von 2014 im SWR-Podcast "Steil extra!" gesagt. 

Auch Reals Rivale FC Barcelona hatte in der vergangenen Woche eine Gehaltskürzung für die Stars um Lionel Messi bekanntgegeben.

In Spanien ist Fußball-Nationalspieler Toni Kroos wegen seiner ablehnenden Haltung zu einem Gehaltsverzicht in die Kritik geraten.
In Spanien ist Fußball-Nationalspieler Toni Kroos wegen seiner ablehnenden Haltung zu einem Gehaltsverzicht in die Kritik geraten.  © Bernat Armangue/AP/dpa

Update, 8. April, 20.59 Uhr: Schweiz stellt Hilfe auch für Swiss und Easyjet in Aussicht

Die Schweiz will der durch die Corona-Krise stark getroffenen Luftfahrtindustrie helfen. Die Lufthansa-Tochter Swiss sowie die Billigairline Easyjet und weitere flugnahe Betriebe, die für die Infrastruktur der Schweiz von Bedeutung sind, sollen künftig Staatshilfen beantragen können. Bundespräsidentin und Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga wollte sich am Mittwoch aber nicht zur Höhe des Notkredits äussern. Gespräche auf verschiedenen Ebenen liefen, sagte sie.

Die Staatshilfen würden aber nur unter strengen Bedingungen ausgezahlt. Nicht verhandelbar sind für den Bundesrat in Bern zwei Kriterien. Das Geld für die Luftfahrt muss in der Schweiz bleiben. Zudem dürfen Unternehmen, die Bundeshilfen erhalten, keine Dividenden ausschütten.

Update, 8. April, 20.53 Uhr: 779 Tote im US-Bundesstaat New York an einem Tag

Der besonders heftig von der Corona-Pandemie getroffene US-Bundesstaat New York hat mit 779 Toten an einem Tag so viele Opfer zu verzeichnen wie noch nie in der Krise. Damit liege die Zahl der Toten in dem 20-Millionen-Staat bei insgesamt 6268, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch bei seiner täglichen Pressekonferenz. "Diese Zahl der Toten wird weiter ansteigen", sagte er.

Cuomo ordnete an, die Flaggen im Bundesstaat auf halbmast zu hängen. Er verglich die Situation mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001, bei denen in New York knapp 2800 Menschen starben. Er hätte niemals gedacht, dass er noch einmal so eine große Katastrophe in seinem Leben sehen werde, sagte der Gouverneur.

Afroamerikanische Frauen tragen auf ihrem Weg durch die 34th Street in New York eine Gesichtsmaske und einen Schal, um Mund und Nase zu schützen. Rapide steigende Zahlen von Corona-Infektionen und Todesfällen schrecken die USA auf.
Afroamerikanische Frauen tragen auf ihrem Weg durch die 34th Street in New York eine Gesichtsmaske und einen Schal, um Mund und Nase zu schützen. Rapide steigende Zahlen von Corona-Infektionen und Todesfällen schrecken die USA auf.  © Mary Altaffer/AP/dpa

Update, 8. April, 20.44 Uhr: Höhepunkt von Epidemie in Europa noch immer nicht erreicht

Die Corona-Pandemie hat nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC noch immer nicht ihren Höchststand in Europa erreicht. "Trotz früher Hinweise aus Italien und Österreich, dass die Zahl der Fälle und Todesfälle abnimmt, gibt es derzeit auf EU/EWR-Ebene keine Anzeichen dafür, dass der Höhepunkt der Epidemie erreicht worden ist", teilte das in Solna bei Stockholm ansässige Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten am Mittwoch in seiner aktualisierten Risikobewertung mit. 

Weiterhin würden in verschiedenen Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und Großbritannien größere Anstiege gemeldet.

"In der momentanen Situation kann eine weitere Ausbreitung des Virus erwartet werden", erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon. Es sei zu früh, um plötzlich alle Maßnahmen zur Vermeidung körperlichen Kontakts in der Region aufzuheben - selbst wenn diese auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene sehr störend für die Gesellschaft seien.

Zum EWR gehören neben den 27 Staaten der EU noch die Länder Norwegen, Island und Liechtenstein. In diesem Raum zuzüglich Großbritannien starben nach ECDC-Angaben bislang mehr als 55.000 Menschen mit Covid-19-Erkrankung, es gibt bisher mehr als 630.000 bestätigte Infektionen. Zum Vergleich: Allein in den USA gibt es bereits über 400.000 Corona-Fälle.
Zum EWR gehören neben den 27 Staaten der EU noch die Länder Norwegen, Island und Liechtenstein. In diesem Raum zuzüglich Großbritannien starben nach ECDC-Angaben bislang mehr als 55.000 Menschen mit Covid-19-Erkrankung, es gibt bisher mehr als 630.000 bestätigte Infektionen. Zum Vergleich: Allein in den USA gibt es bereits über 400.000 Corona-Fälle.  © TAG24

Update, 8. April, 20.37 Uhr: 87 weitere Tote in Türkei

In der Türkei sind offiziellen Angaben zufolge innerhalb der vergangenen 24 Stunden weitere 87 Menschen durch Covid-19 gestorben. Damit sei die Gesamtzahl der Toten auf 812 gestiegen, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Zudem seien weitere 4117 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die Gesamtzahl der Infizierten liege damit bei 38.226, während die Zahl der Tests auf rund 25.000 gesteigert worden sei. 

Die WHO hatte zuvor in einem Tweet von "einem dramatischen Anstieg bei der Verbreitung des Virus über die vergangene Woche" gesprochen. Erholt haben sich der Regierung zufolge bisher rund 1850 Menschen.

Die türkische Ärztevereinigung TTB zweifelt derweil vor allem die Zahl der offiziell erfassten Todesfälle an. In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme hieß es, es sei "auffallend", dass die Zahl der Covid-19-Fälle ansteige, die Grafik der Todesfälle aber nicht entsprechend verlaufe. 

Der Zentralrat der Türkischen Ärztevereinigung habe festgestellt, dass das Ministerium bei der Meldung der Tode nicht die von der WHO empfohlenen "Codes" benutze, hieß es in der Stellungnahme weiter. Die müssten sofort angewandt und die seit Februar verzeichneten Todesfälle damit überprüft werden.

Den viel zitierten Daten der Johns-Hopkins-Universität in den USA zufolge liegt die Türkei auf Platz neun der am schwersten betroffenen Länder.

Update, 8. April, 20.32 Uhr: Lufthansa verliert wegen Corona jede Stunde eine Million Euro

Die Lufthansa verhandelt wegen der Corona-Krise über Staatshilfe - nun ist klar, wie viel Geld die stark gesunkenen Fluggastzahlen wegen der Pandemie den Konzern kosten. "In Summe verlieren wir daher jede Stunde eine Million Euro unserer Liquiditätsreserve - Tag und Nacht, Woche für Woche und wohl auch noch Monat für Monat", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter vom Mittwoch. Die Airline befördert statt täglich 350.000 Fluggästen derzeit weniger als 3000. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Update, 8. April, 20.28 Uhr: BST-Festival mit Taylor Swift und Justin Bieber abgesagt

Das britische Open-Air-Festival BST Hyde Park, bei dem in diesem Jahr unter anderem Taylor Swift, Justin Bieber und die Rockband Pearl Jam auftreten sollten, wird wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Das gaben die Organisatoren am Mittwoch bekannt. 

Zu den Konzerten im Londoner Hyde Park wurden an sechs Festivaltagen im Juli Hunderttausende Besucher erwartet. Die Tickets für einige Konzerte waren bereits ausverkauft. 

Das Open-Air-Festival BST findet in diesem Jahr nicht statt. Unter anderem wurde Taylor Swift für ein Konzert erwartet.
Das Open-Air-Festival BST findet in diesem Jahr nicht statt. Unter anderem wurde Taylor Swift für ein Konzert erwartet.  © Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Update, 8. April, 20.21 Uhr: 200.000 Teilnehmer bei Gebetsaktion

Rund 200.000 Menschen haben nach Angaben der Organisatoren am Mittwochabend gemeinsam via Internet und Fernsehen gebetet. "Es hat alles wunderbar funktioniert", sagte Konstantin Fritz, Sprecher des ICF München, nach dem 90-minütigen gemeinschaftlichen Gebet, das am Mittwoch auf Youtube und von kirchlichen Fernsehsendern übertragen wurde. "Bei Youtube waren es knapp unter 60.000 Zugriffe, bei den Fernsehsendern haben geschätzt etwa 200.000 eingeschaltet", so Fritz.

Das Gebet wenige Stunden vor Beginn des jüdischen Pessachfestes sollte ein Zeichen gegen Antisemitismus und für Zusammenhalt in der Corona-Krise setzen. Unter dem Motto "Deutschland betet gemeinsam" waren Gläubige aus unterschiedlichsten Konfessionen eingeladen. 

Update, 8. April, 20.08 Uhr: Frankreich greift hart durch

In Frankreich sind die Regeln im Kampf gegen das Coronavirus generell schon sehr streng. Vor die Tür darf man nur, wenn es unbedingt nötig ist - mit Passierschein. Spazieren gehen oder Sport ist nur eine Stunde am Tag und im Radius von einem Kilometer zur Wohnung erlaubt. Doch in einigen Orten im Landes gelten noch mal ganz spezielle Regeln. Eine Auswahl:

Sport: Wer schon immer am liebsten am Abend und nachts Sport gemacht hat, ist derzeit in Paris richtig aufgehoben. Dort hat die Stadt sportliche Aktivitäten an der frischen Luft wie Joggen zwischen 10 und 19 Uhr untersagt. Einige Départements im Großraum Paris zogen nach. Auch in der Küstenmetropole Nizza ist Sport beschränkt und nur zu bestimmten Zeiten erlaubt.

Strände und Parks: Kurz nach Beginn der Ausgangssperre hatte Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi verordnet, dass die Flaniermeile Promenade des Anglais gesperrt wird. Ebenfalls gesperrt sind zahlreiche Strände im Land - darunter an der gesamten Mittelmeerküste. In Paris und vielen anderen Orten wurden Parks und Grünanlagen abgesperrt. Auch das Spazieren im Wald ist vielerorts verboten.

Masken: Nizzas Bürgermeister Estrosi hat angekündigt, innerhalb von zehn Tagen jedem in der Stadt eine Maske zur Verfügung zu stellen. Wenn es soweit ist, soll das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit verpflichtend sein. 

Deutsche Polizisten bewachen die deutsch-französische Grenze auf einer Brücke über dem Rhein im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.
Deutsche Polizisten bewachen die deutsch-französische Grenze auf einer Brücke über dem Rhein im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.  © Patrick Hertzog/AFP/dpa

Ausgangssperre: Auch da ist Nizza wieder weit vorn mit dabei: Ab 20 Uhr hat dort in einigen Stadtteilen niemand mehr auf der Straße etwas zu suchen. Ob sich die Leute daran halten, wird zum Beispiel mit Drohnen kontrolliert. Im gesamten Département Alpes-Maritimes gilt eine Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens. Auch im schwer von der Pandemie betroffenen Département Haut-Rhin im Osten Frankreichs und weiteren Orten im Land wurde eine Ausgangssperre angeordnet.

Bänke: In der nordfranzösischen Gemeinde La Madeleine und in der Stadt Béziers wurden dort alle öffentlichen Bänke abmontiert. In Biarritz stehen die Bänke zwar noch, es ist aber verboten, sich länger als zwei Minuten draufzusetzen. Ausnahmen sind nur erlaubt, wenn jemand auf den Bus wartet oder gesundheitliche Probleme hat.

Spucke und niesen: Wer in Marcq-en-Baroeul niest und dabei nicht das Gesicht bedeckt, ist 68 Euro los. Das gilt auch, wenn jemand auf die Straße spuckt. Auch wer Schutzhandschuhe oder Masken auf die Straße wirft, wird bestraft.

Alkohol: Im Département Aisne sollte eigentlich der Verkauf von Alkohol verboten werden. Nach heftigem Protest wurde daraus allerdings nichts, Präfekt Ziad Khoury machte einen Rückzieher. Er sprach mit Suchtärzten, die rieten davon ab.

Französische Hochgeschwindigkeitszüge "TGV" stehen in der Nähe des Pariser Bahnhofs Gare de Lyon aufgrund der landesweiten Ausgangssperre aufgrund des Coronavirus.
Französische Hochgeschwindigkeitszüge "TGV" stehen in der Nähe des Pariser Bahnhofs Gare de Lyon aufgrund der landesweiten Ausgangssperre aufgrund des Coronavirus.  © Thomas Coex/AFP/dpa

Update, 8. April, 19.16 Uhr: Musiklegende stirbt nach Coronavirus-Infektion

Eine Musiklegende Somalias, Ahmed Ismail Hussein, ist an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das bestätigte der somalische Regierungssprecher Ismael Mukhtar Omar am Mittwoch. Der Musiker, genannt Hudeydi, starb demnach in London. Somalische Medien gaben 1928 als sein Geburtsjahr an.

Hudeydi war für seine Musik mit der Oud bekannt, einer Laute, die vor allem in arabischen Ländern gespielt wird. "Wir haben eine einzigartige Legende verloren", sagte der Sprecher des Oberhauses des somalischen Parlaments, Abdi Hashi Abdullahi, einem Radiosender.

Das von Konflikten zerrüttete Land am Horn von Afrika hat bislang mindestens acht offiziell bestätigte Fälle von Covid-19, in Großbritannien sind es mehr als 60.700 Menschen.

Update, 8. April, 18.59 Uhr: Erste Erntehelfer werden eingeflogen

Inmitten der Corona-Krise werden am Donnerstag erste Erntehelfer nach Deutschland eingeflogen. Es kommen Arbeiter mit Sonderflügen der Lufthansa-Tochter Eurowings - bislang sind zwei Landungen am Flughafen Düsseldorf sowie eine am Flughafen Berlin-Schönefeld bestätigt. An den darauffolgenden Tagen werden auch Flüge in Karlsruhe erwartet. Wie viele Menschen in den Fliegern sitzen werden, wurde zunächst nicht bekannt. Die Helfer werden unter anderem dringend für die Spargelernte gebraucht.

Rumänien erlaubt Saisonarbeitern trotz der Corona-Krise die Ausreise mit dem Flugzeug. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich am vergangenen Donnerstag geeinigt, 80.000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen. Um beim Ernten und anderen dringenden Feldarbeiten zu helfen, können im April und Mai je 40.000 Menschen kommen.

Insgesamt seien schon etwa 20.000 Erntehelfer registriert. Sie kämen nicht nur aus Rumänien, sondern zum Beispiel auch aus Polen und Bulgarien.

Am Flughafen Schönefeld werden die ersten Erntehelfer aus Rumänien erwartet.
Am Flughafen Schönefeld werden die ersten Erntehelfer aus Rumänien erwartet.  © Paul Zinken/dpa

Update, 8. April, 18.59 Uhr: 347.000 Arbeitsplätze in Mexiko vernichtet

Rund 347.000 Menschen haben in Mexiko in der Corona-Krise ihre Arbeit verloren. Dies geschah im Zeitraum vom 13. März bis zum 6. April, also innerhalb von drei Wochen, wie Arbeitsministerin Luisa Alcalde mitteilte. Die Zahl entspricht gut 1,6 Prozent der 21 Millionen formell Beschäftigten in dem 130-Millionen-Einwohner-Land. 

Update, 8. April, 18.51 Uhr: José Mourinho entschuldigt sich wegen Regel-Missachtung

Starcoach José Mourinho von Tottenham Hotspur hat sich dafür entschuldigt, dass er sich trotz der rasant ausbreitenden Coronavirus-Pandemie in England nicht an die vorgeschriebene Abstandsregel gehalten hat. "Ich akzeptiere, dass mein Handeln nicht im Einklang mit den Regierungsempfehlungen standen und wir nur Kontakt zu Mitgliedern aus dem eigenen Haushalts haben dürfen", erklärte Mourinho in einer Stellungnahme in britischen Medien. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Starcoach José Mourinho von Tottenham Hotspur hat sich dafür entschuldigt, dass er sich trotz der rasant ausbreitenden Coronavirus-Pandemie in England nicht an die vorgeschriebene Abstandsregel gehalten hat.
Starcoach José Mourinho von Tottenham Hotspur hat sich dafür entschuldigt, dass er sich trotz der rasant ausbreitenden Coronavirus-Pandemie in England nicht an die vorgeschriebene Abstandsregel gehalten hat.  © Martin Rickett/PA Wire/dpa

Update, 8. April, 18.47 Uhr: Airbus fährt Flugzeugproduktion zurück

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus fährt die Produktion seiner Passagierflugzeuge wegen der Corona-Pandemie um rund ein Drittel zurück. Damit reagiere der Konzern auf die heftigen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Kunden, teilte der europäische Rivale des US-Konzerns Boeing mit. 

So sollen vom jüngsten Langstreckenjet-Modell A350 vorerst monatlich nur noch sechs neue Maschinen die Werkshallen verlassen. Die Produktion des modernisierten Großraumjets A330neo wird auf zwei Maschinen pro Monat gekappt.

Von den Mittelstreckenjets der Modellfamilie A320 und A320neo sollen monatlich nur noch 40 Exemplare gebaut werden. Hier hatte die Airbus-Führung die Produktion von 2021 an eigentlich auf 63 Maschinen ausweiten wollen und für die folgenden Jahre weitere Steigerungen angestrebt. Noch vor wenigen Wochen hatte Airbus-Chef Guillaume Faury gesagt, die Produktion in dem Segment sei bis 2025 ausgebucht.

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus fährt die Produktion seiner Passagierflugzeuge wegen der Corona-Pandemie um rund ein Drittel zurück.
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus fährt die Produktion seiner Passagierflugzeuge wegen der Corona-Pandemie um rund ein Drittel zurück.  © Guillaume Horcajuelo/EPA/dpa

Update, 8. April, 17.49 Uhr: Lufthansa stockt Kurzarbeitergeld bei Eurowings auf

Trotz der ungeklärten Situation bei Germanwings gibt es nun bei der Lufthansa-Tochter Eurowings eine Vereinbarung zum Kurzarbeitergeld für die rund 1100 Kabinenbeschäftigten. Darin erklärt sich das Unternehmen bereit, die Leistung ab April auf 90 Prozent des entgangenen Nettogehalts aufzustocken, wie die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mitteilte. Zudem sei eine Beschäftigungssicherung vereinbart worden.

Eine vergleichbare Einigung liegt für Germanwings mit ihren rund 1400 Piloten und Flugbegleitern weiter nicht vor, wie Gewerkschaften und Lufthansa-Konzern bestätigten. Am Vortag hatte der Lufthansa-Konzern angekündigt, dass dieser Flugbetrieb mit rund 30 Maschinen nicht wieder aufgenommen werden soll.

Über die Zukunft der Germanwings-Beschäftigten sollten umgehend Gespräche mit den Sozialpartnern beginnen. Die Lufthansa will die unterschiedlichen Flugbetriebe zu einer Einheit zusammenführen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte die Einstellung des Germanwings-Flugbetriebs scharf verurteilt. Lufthansa wolle offenbar die Corona-Krise nutzen, um die Umstrukturierung des Konzerns auf dem Rücken der Mitarbeiter voranzutreiben, erklärte VC-Präsident Markus Wahl. Man erwarte Lösungen für alle Mitarbeiter im Lufthansa-Konzern.​

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings gibt es eine Vereinbarung zum Kurzarbeitergeld für die rund 1100 Kabinenbeschäftigten.
Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings gibt es eine Vereinbarung zum Kurzarbeitergeld für die rund 1100 Kabinenbeschäftigten.

Update, 8. April, 17.46 Uhr: Ärzte haben mehr Interesse an Videosprechstunden

Angesichts der Corona-Krise steigt das Interesse an Videosprechstunden als Alternative zum Praxisbesuch. Nachdem dies im Januar und Februar 1700 Praxen beantragt hätten, seien es im März 19.500 gewesen, teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit. 

Patienten mit dringenden Anliegen sollten aber trotz der Corona-Epidemie auch weiter zum Arzt gehen und sich dafür am besten vorher telefonisch in der Praxis anmelden. Wer als Arzt oder Psychotherapeut einen zertifizierten Videodienst nutzen will, muss dies bei der KBV anzeigen.

Ein Hausarzt spricht während einer Videosprechstunde in seiner Praxis mit einer Patientin.
Ein Hausarzt spricht während einer Videosprechstunde in seiner Praxis mit einer Patientin.  © Monika Skolimowska/ZB/dpa

Update, 8. April, 17.37 Uhr: NRW will Besuche in Heimen ermöglichen

Bewohner der nordrhein-westfälischen Pflegeheime sollen trotz der Corona-Krise bald wieder Besuch empfangen dürfen. Er habe bei Wissenschaftlern der Hochschule für Gesundheit in Bochum Vorschläge für kurzfristige Lösungen in Auftrag gegeben, kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an. Wie und wann das umgesetzt werde, sei aber noch offen.

"Das sind ja alles Menschen mit einer ohnehin noch sehr verkürzten Lebenserwartung. Wir müssen alles daran setzen, dass diese Menschen ihre restliche Lebenszeit nicht in Isolation verbringen müssen", sagte Laumann. Die rigorosen Besuchssperren seien sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für ihre Angehörigen sehr belastend.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz bezeichnete Exit-Strategien in diesem Bereich hingegen als "hochgefährlich", da ein ausreichender Grundschutz in den Altenheimen und der ambulanten Pflege fehle. 

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Titelfoto: Giampiero Brisotto/Residenza Maria Grazia Lessona/dpa

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