25 neue Corona-Infektionsfälle nach Feier, Stadt Stuttgart will durchgreifen

Stuttgart - Nachdem sich insgesamt 25 Menschen nach einer Feier mit dem Coronavirus angesteckt haben, appelliert die Stadt an die Stuttgarter Gastronomen.

Martin Schairer (links) zusammen mit Rathaus-Chef Fritz Kuhn.
Martin Schairer (links) zusammen mit Rathaus-Chef Fritz Kuhn.  © Sebastian Gollnow/dpa

In einer Mitteilung vom Mittwochnachmittag bezieht sich das Rathaus auf eine Geburtstagsfeier Anfang August (TAG24 berichtete). Damals hatten Partyrückkehrer aus Kroatien andere Personen mit dem Virus infiziert.

Das Gesundheitsamt habe insgesamt 25 Infektionen festgestellt, schreibt die Stadtverwaltung: "Neben 24 Teilnehmern ist nun auch eine Kontaktperson eines Infizierten positiv auf das Coronavirus getestet worden."

Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Martin Schairer (67, CDU), warnte deshalb: "Die Lockerheit Einiger kann zu einem Lockdown für Alle führen. Das wollen wir verhindern und das öffentliche Leben weitest möglich aufrechterhalten." 

Der 67-Jährige habe daher Stuttgarts Gastronomen angeschrieben und an ihre Verpflichtungen erinnert. 

Wörtlich heißt es in dem Schreiben: "Die Gastronomiebetriebe bilden als attraktive Treffpunkte für die Menschen die Basis für die Wiederherstellung der urbanen Lebenskultur in unserer Stadt. Damit kommt dieser Branche eine zentrale Verantwortung hinsichtlich der Verhinderung der Ausbreitung des Virus zu."

Stadt will notfalls Betriebe schließen

Insgesamt 25 neue Infektionsfälle wurden bekannt. (Symbolbild)
Insgesamt 25 neue Infektionsfälle wurden bekannt. (Symbolbild)  © Ted S. Warren/AP/dpa

Die Vorgaben der Corona- Verordnung seien daher zwingend einzuhalten oder umzusetzen. 

Schairer appelliere eindringlich an die Gastronomen ihrer "besonderen Verantwortung in der aktuellen Situation bewusst" zu werden und im "eigenen Interesse ihren Teil zur Überwindung dieser beispiellosen Krise" beizutragen.

Zentral dafür seien folgende Punkte:

  • die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Meter zwischen den Gästen, der nur bei nahen Verwandten, Angehörigen des eigenen Haushalts und deren Partnern sowie bei bewusstem Zusammentreffen von bis zu 20 Personen nicht gelte
  • die Begrenzung der Gästezahl, sodass diese Mindestabstandsregeln innerhalb der Gasträume oder in der Außenbewirtschaftungsfläche eingehalten werden können

  • die regelmäßige und nachhaltige Lüftung von Gasträumen

  • die regelmäßige Reinigung oder Desinfektion von häufig berührten Oberflächen und Gegenständen wie etwa den Tischflächen und den Speisekarten die Erhebung der Kontaktdaten der Gäste
  • die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung für Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt.

Die Stadt erreichten immer wieder Hinweise oder Berichte, wonach es zum Teil schwerwiegende Verstöße gegen diese Auflagen gebe.

Schairer kündigt deshalb an: "Vor diesem Hintergrund wird auch die Landeshauptstadt Stuttgart als zuständige Infektionsschutzbehörde ihrer Verpflichtung zum Schutz der Bürgerschaft nachkommen und gegen die Missachtung der geltenden Vorschriften mit der gebotenen Härte des Rechts – erforderlichenfalls bis hin zur Schließung einzelner, grob regelwidrig geführter Betriebe – vorgehen."

Titelfoto: Ted S. Warren/AP/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0