Corona-Abstände: Notfalls werden die Badeseen geschlossen

Stuttgart - Angesichts der Sommerhitze hält Sozialminister Manne Lucha (Grüne) auch eine Schließung überfüllter Badeseen in Notfällen für sinnvoll.

Menschen im Badesee von Plüderhausen.
Menschen im Badesee von Plüderhausen.  © Christoph Schmidt/dpa

Es sei zwar nicht möglich, Zugänge generell zu kontrollieren, denn Badeseen seien öffentlicher Raum, sagte er.

Die Corona-Abstandsregeln müssten aber eingehalten werden. Daher sei es auch nachvollziehbar, wenn örtliche Behörden Badestellen komplett schließen würden, sollten sich zu viele Menschen dort aufhalten.

Bei Temperaturen von bis zu 38 Grad befürchten zahlreiche Gemeinden am Wochenende einen wahren Ansturm von Besuchern.

Update: 13.55 Uhr

Chaos an Badeseen bleibt aus

Das befürchtete Chaos an den Badeseen in Baden-Württemberg ist trotz der hochsommerlichen Temperaturen am Samstag zunächst ausgeblieben. 

An vielen Badestellen herrschte zwar Betrieb, allerdings hatten die Behörden in den vergangenen Tagen immer wieder vor einer Überfüllung gewarnt, Kontrollen verstärkt und einige Zugänge zu den Seen gesperrt.

Nach Einschätzung mehrerer Polizeisprecher könnte die unsichere Wetterlage den einen oder anderen davon abgehalten haben, einen Badesee aufzusuchen. "Das Wetter gibts heute auch nicht her", sagte ein Polizeisprecher in Karlsruhe. Für den Nachmittag hatte der Wetterdienst am Samstagmorgen vor starken Gewittern gewarnt.

Am dortigen Epplesee waren die Parkplätze am Mittag zwar belegt, aber es drohten nach Polizeiangaben keine Sperrungen. Die Polizei in Titisee-Neustadt im Schwarzwald sprach zwar von "erhöhtem Personenaufkommen" am See. Es seien aber weniger Menschen unterwegs als zunächst befürchtet. 

Auch am beliebten Baggersee in Kirchentellinsfurt bei Tübingen meldete die Polizei keine Zwischenfälle. Dort hatte Bürgermeister Bernd Haug im Vorfeld mit der Sperrung des Sees gedroht, falls zu viele Besucher gezählt werden sollten.

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hält eine solche Schließung in Notfällen auch für sinnvoll. Es sei zwar nicht möglich, Zugänge generell zu kontrollieren, weil Badeseen öffentlicher Raum seien, sagte er. Dennoch müssten die Corona-Abstandsregeln eingehalten werden. 

"Die Pandemie schlummert nur", warnte er am Samstag. Daher sei es auch nachvollziehbar, wenn örtliche Behörden Badestellen komplett schließen würden, sollten sich zu viele Menschen dort aufhalten. Allerdings müsse eine solche Entscheidung bereits im Vorfeld der Badetage getroffen werden.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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