Coronavirus in Berlin: Geht Tegel im Juni doch noch nicht vom Netz?

Berlin - Die Corona-Krise hält Berlin in Atem!  Drei Monate nach der ersten registrierten Coronavirus-Infektion sind bis Montagabend schon 6.838 Fälle bestätigt worden. Derweil sind 198 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben (Stand 1. Juni). Hier bekommt Ihr aktuelle News zur Lage in der Hauptstadt.

Die Weltzeituhr am Alexanderplatz ist sonst ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Berliner.
Die Weltzeituhr am Alexanderplatz ist sonst ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Berliner.  © Christophe Gateau/dpa

Langsame Rückkehr zu etwas mehr Normalität in der Corona-Krise: Der Berliner Senat verständigte sich auf etliche Lockerungen.

Warmes Wetter, die Sonne lacht. Bei solchen Bedingungen zieht es viele Berliner in die Bäder. Das soll auch in Corona-Zeiten seit dem 25. Mai wieder möglich sein - jedoch mit Einschränkungen.

Seit 18. Mai dürfen Berliner bis zu 50 Gäste zu sich nach Hause einladen. Seit 25. Mai dürfen an Versammlungen unter freiem Himmel bis zu 100 statt bisher 50 Leute teilnehmen.

Davon abgesehen bleiben die Kontaktbeschränkungen aber bis zum 5. Juni bestehen. Also gilt weiterhin: 1,50 Meter Abstand voneinander halten.

Wochenlang konnten die Berliner nicht in ihr Lieblingsrestaurant – und auch in kein anderes. Das ist seit dem 15. Mai wieder möglich, Hotels folgten dann am 25. Mai.  Auch hier gelten Abstands- und Hygieneregeln.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Berlin und Brandenburg gibt es hier bei uns im Ticker.

Alle weiteren Infos findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 2. Juni, 14.17 Uhr: Keine Neuinfektion in Brandenburg

In Brandenburg ist nach dem Pfingstwochenende keine Neuinfektion mit dem Coronavirus bekannt geworden. Von Montag auf Dienstag (Stand 8.00 Uhr) wurde nach Angaben des Gesundheitsministeriums kein neuer Fall gemeldet. Von Samstag zu Sonntag waren es vier bestätigte Neuinfektionen, von Sonntag auf Montag drei.

Seit Anfang März wurden damit 3286 Covid-19-Patienten erfasst. Akut erkrankt sind rund 110 Menschen. 29 Personen werden stationär behandelt, davon drei intensivmedizinisch.

Etwa 3010 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind, liegt seit vergangenem Samstag bei 170.

Corona-Schwerpunkt des Landes ist nach wie vor Potsdam mit 632 bestätigten Infektionen, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 551 erfassten Fällen und dem Kreis Barnim mit 409 bestätigten Infektionen. Die wenigsten Fälle wurden mit 25 im Landkreis Prignitz erfasst, gefolgt von der Stadt Frankfurt (Oder) mit 29 Infizierten.

Update, 2. Juni, 14.14 Uhr: Online-Karten für Berliner Freibäder schnell ausverkauft

Trotz der Öffnung vieler Schwimmbäder in Berlin dürfte spontanes Planschen und Baden für viele sonnenhungrige Berliner schwierig werden. Die wegen der Coronakrise stark begrenzten Besuchskontingente waren angesichts des guten Wetters vor allem in den beliebten Innenstadtbädern für Dienstag und Mittwoch schnell über das Internet ausverkauft. Keine Karten gab es mehr für das Prinzenbad in Kreuzberg, das Columbiabad in Neukölln und das Sommerbad Wilmersdorf. Ausverkauft waren auch das Strandbad Wannsee und das Bad am Olympiastadion. Online-Tickets gab es am Dienstagvormittag nur noch für Spandau und Gropiusstadt. Ab Donnerstag soll es kühler werden - dann gibt es für die meisten Schwimmbädern auch wieder Eintrittskarten.

Wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sind die Freibäder tagsüber nicht durchgehend geöffnet, sondern es gibt drei Zeiträume zum Sonnen und Baden: von 7 bis 10 Uhr, von 11 bis 15 Uhr und von 16 bis 20 Uhr. Dazwischen werden die Bäder geschlossen und die Anlagen zum Teil desinfiziert. Viele Duschen und Umkleiden sowie Spielplätze, Rutschen und Sprungtürme sind nicht geöffnet.

Die Tickets für die Schwimmbäder sind begehrt.
Die Tickets für die Schwimmbäder sind begehrt.  © Andreas Gora/dpa

Update, 2. Juni, 11.58 Uhr: Gesundheitssenatorin kritisiert Bootsdemo: "Ich bin entsetzt"

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat die Bootsdemonstration am Pfingstsonntag scharf kritisiert. "Ich bin entsetzt über die Bilder vom Wochenende in Berlin. Party und Pandemie passt überhaupt nicht", teilte die SPD-Politikerin am Dienstag mit. "Ich habe Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Lage der Clubs. Dafür gibt es finanzielle Hilfen. Aber das, was am Wochenende auf dem Landwehrkanal passierte, ist in Pandemiezeiten grob fahrlässig», sagte Kalayci. "Ich habe es am Anfang der Pandemie gesagt und sage es heute, es ist nicht die Zeit für Partys. Das Virus ist nach wie vor da und eine Gefahr für die Gesundheit aller Menschen", so die Gesundheitssenatorin.

Sie appelliere deshalb an die Vernunft der Club- und Partyfreunde. Die Partyszene und die Clubs seien in Berlin die Hotspots zu Beginn der Ausbreitung des Coronavirus gewesen. "Es war richtig und wichtig diese frühzeitig zu schließen, um die schnelle und unkontrollierte Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern. Das ist uns in Berlin gelungen."

Am Pfingstsonntag waren bei der Versammlung "Für die Kultur - Alle in einem Boot" bis zu 400 Boote von der Spree über den Landwehrkanal nach Kreuzberg gezogen. Die Veranstalter wollten nach eigenen Angaben auf die Bedrohung der Clubkultur aufmerksam machen, nachdem die Clubs seit Wochen nicht mehr öffnen dürfen.

Update, 2. Juni, 11.05 Uhr: Berlins Flughafenchef: Tegel wird nicht leichtfertig geschlossen

Ob der Berliner Flughafen Tegel wie geplant im Juni vom Netz geht, steht nach Angaben der Betreiber noch immer nicht fest. Seit einigen Tagen belebe sich der Verkehr an den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld, sagte Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup der "Berliner Morgenpost" (Dienstag). Die Frage sei, ob diese Belebung anhalte. "Von mir wird es keine leichtfertige Schließungsentscheidung geben", sagte der Flughafenchef.

Nach dem Einbruch der Passagierzahlen wegen der Corona-Krise hatten die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund vor zwei Wochen eingewilligt, Tegel im Juni vorübergehend vom Netz zu nehmen und nur noch in Schönefeld zu fliegen. Abhängig ist das aber von den Passagierzahlen. Zudem liegt nach Lütke Daldrups Angaben die Genehmigung der zuständigen Luftfahrtbehörde noch nicht vor.

"In den letzten Tagen hatten wir zweieinhalb Prozent des normalen Verkehrs, wir waren auch schon auf ein Prozent runter", sagte Lütke Daldrup. Wieviele Passagiere in Schönefeld unter Corona-Bedingungen abgefertigt werden können, ist nicht klar.

Deutsche Flughäfen bemühen sich den Angaben zufolge bei der Bundespolizei darum, die Sicherheitskontrollen wieder zu beschleunigen. Weil die Beamten Fluggäste nicht mehr berühren sollten, müssten sie teils mehrfach durch die Metalldetektoren laufen. "Es kann nicht sein, dass eine Sicherheitsspur nur 30 oder 35 Passagiere in der Stunde schafft." Normal seien mehr als 120.

Der Berliner Flughafen Tegel könnte am 15. Juni 2020 vorübergehend außer Betrieb gehen.
Der Berliner Flughafen Tegel könnte am 15. Juni 2020 vorübergehend außer Betrieb gehen.  © Carsten Koall/dpa

Update, 2. Juni, 6.24 Uhr: Heute werden viele Maßnahmen gelockert

Die Lockerungen bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gehen weiter. Ab Dienstag ist wieder vieles möglich, worauf die Berlinerinnen und Berliner lange verzichten mussten. Nachdem die Teilnehmerbegrenzung für Demonstrationen in der Hauptstadt schon am Samstag weggefallen ist, kommen nun eine Reihe weiterer Schritte, wie der Senat angekündigt hat. Das gilt zum Beispiel für Kneipen und Bars, die wieder öffnen dürfen, allerdings nur solche, in denen Gäste an Tischen Platz nehmen und auch nur bis 23 Uhr.

Auch Spielhallen, Spielbanken und Wettbüros können ab Dienstag wieder loslegen, genau wie Fitnessstudios und Tanzschulen. Bei Sportveranstaltungen, aber auch Messen oder kulturellen Events erlaubt der Senat im Freien zunächst bis zu 200 Teilnehmer, in geschlossenen Räumen maximal 150. Die weiteren Lockerungen findet ihr hier.

Bars und Kneipen dürfen wieder öffnen.
Bars und Kneipen dürfen wieder öffnen.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 1. Juni, 20.45 Uhr: 23 neue Corona-Fälle in Berlin – Reproduktionszahl steigt weiter

Die Zahl der Corona-Infektionszahlen in Berlin ist leicht angestiegen. Insgesamt sind es 23 mehr als am Vortag, wie aus der am Montag veröffentlichten Statistik der Senatsverwaltung für Gesundheit hervorgeht. Seit Beginn der Erfassung wurden damit insgesamt 6.838 bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen. 198 Infizierte starben. Aktuell sind demnach noch 138 Patienten im Krankenhaus, davon werden 40 intensivmedizinisch behandelt.

Die Reproduktionszahl – die die Anzahl der Personen angibt, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden – stieg am Montag auf 1,66. Damit lag der Wert über der kritischen Schwelle. Bei geringen Fallzahlen sei die Reproduktionszahl allerdings schwankungsanfällig, hieß es von der Senatsverwaltung.

Zur Berliner Lagebewertung gibt es drei Indikatoren: Neben der Reproduktionszahl die Zahl der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner sowie der Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen. Die anderen beiden Indikatoren lagen am Montag im grünen Bereich. Wenn bei zwei dieser drei Indikatoren bestimmte Grenzwerte überschritten würden, sähe die Politik Beratungs- beziehungsweise Handlungsbedarf.

Update, 1. Juni, 18 Uhr: Dehoga-Präsident zieht zu Pfingsten positives Fazit

In Brandenburg haben viele Menschen die Pfingsttage für einen Ausflug oder Kurzurlaub genutzt. "Die Zunahme von Aktivtouristen ist deutlich zu spüren", sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg (Dehoga), Olaf Schöpe, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Er hätte positive Rückmeldungen aus der Branche bekommen. Allerorts sei zu spüren gewesen, dass die Menschen wegen der Corona-Pandemie endlich raus wollten und mehr Lust aufs Rad fahren und Paddeln gehabt hätten als auf große Partys, zog er eine erste Bilanz.

So seien kleine Hotels mit touristischen Angeboten etwa im Spreewald sehr gut gebucht worden. "Die Kleinen sind momentan die Gewinner", schätzte Schöpe ein. Für den Monat Juni liefen die Buchungen gut. Tagungs- und Eventhotels vor allem in größeren Städten hätten dagegen wegen der Corona-Beschränkungen weiter das Nachsehen. Auch größere Hotels mit Wellnessangeboten seien noch zögerlich.

Ab dem 13. Juni sollen Hallenbäder, einschließlich Thermen und Thermalbäder, wieder öffnen dürfen. Sie müssen nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Personenanzahl begrenzen, Hygienekonzepte für Dusch- und Umkleideräume erarbeiten und die Luftaustauschraten erhöhen. Auch Trockensaunen ab einer Temperatur von 80 Grad Celsius ohne Aufgüsse dürfen öffnen.

Update, 1. Juni, 15.13 Uhr: Hunderte Schlauchboote: Berliner feiern trotz Corona

Eine Ansammlung von Hunderten Schlauchbooten hat zu Pfingsten die Berliner Polizei beschäftigt. Die Versammlung "Für die Kultur - Alle in einem Boot" am Sonntag habe von der Spree über den Landwehrkanal nach Kreuzberg geführt, teilte die Polizei am Montag mit. Zwischenzeitlich seien rund 300 bis 400 Boote zusammengekommen. Die Polizei sei mit rund 100 Kräften im Einsatz gewesen.

Rund 1500 Menschen hätten sich auf dem Wasser und an Land aufgehalten. Der Veranstalter habe die Versammlung "aufgrund der nicht eingehaltenen Abstände zueinander und von Beschwerden über zu laute Musik" nach einem Gespräch mit der Polizei am frühen Abend beendet, hieß es im Polizeibericht. 

Update, 1. Juni, 14.24 Uhr: Wenige neue Corona-Infektionen - kein weiterer Todesfall

In Brandenburg gibt es weiter nur wenige Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Von Sonntag zu Montag wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums drei neue Fälle gemeldet. Von Samstag zu Sonntag waren es vier bestätigte Neuinfektionen.

Seit Anfang März wurden damit 3286 Covid-19-Patienten erfasst, akut erkrankt sind rund 110 Menschen. Etwa 3000 Menschen gelten als genesen. 170 Brandenburger sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Seit Samstag ist kein weiterer Todesfall hinzugekommen.

Corona-Schwerpunkt des Landes ist nach wie vor Potsdam mit 632 bestätigten Infektionen, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 551 erfassten Fällen und dem Kreis Barnim mit 409 bestätigten Infektionen. Im Landkreis Prignitz wurden bislang 25 Fälle registriert, die Stadt Frankfurt (Oder) meldete 29 Infizierte.

Update, 1. Juni, 14.15 Uhr: Land Berlin will in der Corona-Krise auch zum Trikotsponsor werden

Zur finanziellen Unterstützung von Sportvereinen während der Coronavirus-Pandemie will sich das Land Berlin künftig auch als Trikotsponsor engagieren. "Wir haben einen Weg gefunden, diesen Vereinen zu helfen», sagte Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) im Interview der "Berliner Morgenpost" und ergänzte: "Dafür steigen wir dort als Sponsor ein. Das bedeutet, dass wir die Vereine zu Botschaftern der Sportmetropole Berlin machen."

Wie die Kampagne konkret aussehen soll, sei noch nicht ganz klar, aber: "Natürlich muss dabei Werbung für Berlin gemacht werden", sagte Geisel. "Ob das über Trikots oder Plakate passiert, müssen wir sehen." Zuständig sei die Wirtschaftsförderung "Berlin Partner". Für das Engagement des Landes stehen nach Angaben des Sportsenators derzeit 2,2 Millionen Euro aus einem Rettungspaket zur Verfügung.

Das Angebot richtet sich an die Berliner Proficlubs jenseits des Fußballs - also Alba, Füchse, Eisbären und BR Volleys. "Außerdem ist es das Stadionfest Istaf und der SCC, der den Marathon und den Halbmarathon veranstaltet", sagte Geisel. Der Politiker betonte, dass das Geld in die Strukturen der Vereine fließen wird, es sei nicht Sinn des Projekts, beispielsweise hohe Spielergehälter mitzuzahlen.

Albas Martin Hermannsson (r) spielt den Ball vor Pau Ribas vom FC Barcelona.
Albas Martin Hermannsson (r) spielt den Ball vor Pau Ribas vom FC Barcelona.  © Andreas Gora/dpa

Update, 1. Juni, 12 Uhr: Raserei auf Berlins Straßen - seit Corona rund 100 Strafverfahren

Auf den Straßen der Hauptstadt sind seit den Corona-Beschränkungen verstärkt Raser unterwegs. Seit April sei die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen verbotener Autorennen signifikant gestiegen, teilte die Senatsverwaltung für Justiz mit. Die Beschuldigten seien meist männlich und zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Verfahren werden bei der Amtsanwaltschaft sowie der Staatsanwaltschaft geführt.

Während von Januar bis März 2020 pro Woche im Schnitt 10 bis 15 Ermittlungsverfahren neu hinzukamen, gingen die Zahlen demnach seit Mitte April stark nach oben. Bisheriger Höhepunkt war die Woche vom 20. bis 26. April mit 32 neuen Ermittlungsverfahren. Zu diesen Taten kam es demnach in der Woche vor Ostern.

Seit dem 13. April nahmen die Strafverfolger bis jetzt (Stand 24. Mai) 109 neue Fälle auf. Zu den Gründen sagte ein Sprecher der Justizverwaltung, wegen der Kontaktsperren mit weniger Verkehr auf den Straßen sei schlichtweg mehr Raum für "Rennaktivitäten" gewesen.

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

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