Coronavirus in Berlin: Über 70-Jährige brauchen besseren Schutz vor Corona

Berlin - Die Corona-Krise hält Berlin und den Rest der Welt seit Wochen in Atem! Alle Informationen der vergangenen Tage und Wochen findet Ihr hier.

Die Corona-Krise hat Deutschland fest im Griff.
Die Corona-Krise hat Deutschland fest im Griff.  © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus treffen die Berliner ebenso hart wie den Rest der Deutschen: Kitas, Unis und Schulen schließen, zahlreiche Veranstaltungen müssen abgesagt oder verschoben werden und in den Supermärkten prügeln sich die Kunden um die letzte Packung Klopapier.

Mit einem bundesweiten Kontaktverbot wurden die Maßnahmen noch einmal verschärft. Kontakte und Aufenthalte im Freien sollen drastisch reduziert werden. Ansammlungen von mehr als zwei Personen sind nun verboten.

"Die Stadt wird anders sein, aber es bleibt unser Berlin", verkündete der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) in einer Fernsehansprache im rbb und appellierte an die Bürger der Stadt: "Der Geist dieser Stadt, gerade in Krisenzeiten stark und solidarisch zu sein (...), diese Berliner Tugenden machen mich zuversichtlich, dass wir die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gemeinsam tragen und ertragen werden."

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Update, 25. März, 22.25 Uhr: Über 70-Jährige brauchen besseren Schutz vor Corona

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat über 70-Jährigen erneut empfohlen, sich wegen der Corona-Epidemie in Quarantäne zu begeben. Zugleich bat sie jüngere Menschen, sich um diese Senioren zu kümmern. In einem am Mittwochabend veröffentlichten Tweet der Senatsverwaltung für Gesundheit heißt es: "Über 70-Jährige brauchen einen besseren Schutz vor dem #COVID2019. Die Krankheitsverläufe sind schwerer, sie müssen öfter intensivbehandelt werden. Daher empfiehlt Gesundheitssenatorin @dil_kal eine Selbstquarantäne zuhause."

Zugleich müssten diese Senioren unterstützt werden, damit sie nicht unnötig für Erledigungen oder Einkäufe das Haus verlassen müssen. "Selbstverständlich können Angehörige, Freundinnen oder Freunde sie besuchen. Aber bitte nur unter strenger Einhaltung von mindestens 1,5 Metern Abstand", teilte die Senatorin weiter mit.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte am Dienstag Stellung zu der Empfehlung von Kalayci genommen: "Sie kennen ja meine Position zur Ausgangssperre, dann können Sie sich vorstellen, wie ich auch zur Quarantäne stehe", sagte Müller. Das sei nicht die verabredete Maßnahme des Senats.

Update, 25. März, 21.27 Uhr: Zahl der Infizierten steigt auf 1645

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Berlin ist am Mittwoch auf 1645 gestiegen, 220 mehr als am Vortag. Außerdem starb am Mittwoch ein vierter Patient mit Covid-19 in Berlin, ein 83 Jahre alter Mann mit Vorerkrankungen, wie die Senatsverwaltung für Soziales am Mittwochabend mitteilte. Laut der Statistik (Stand 16.30 Uhr) wurden 208 erkrankte Menschen in Krankenhäusern behandelt, 38 davon auf der Intensivstation. Alle anderen Personen seien häuslich isoliert, hieß es.

Die meisten neuen Diagnosen mit 65 neuen Fällen gab es in der Altersgruppe von 30 bis 39, dort sind es insgesamt 460 Fälle. 15 Infizierte sind laut Statistik bis vier Jahre alt, 26 Patienten über 80 Jahre alt. 898 Patienten seien männlich, 745 weiblich. Bei zwei Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt.

Die meisten Infizierten gab es laut Senatsverwaltung weiterhin in Mitte (254), in Friedrichshain-Kreuzberg (204) und Charlottenburg-Wilmersdorf (194). Tempelhof-Schöneberg, Neukölln und Pankow zählten bis Mittwochnachmittag jeweils rund 160 Fälle. Die wenigsten bestätigten Infizierten hat der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit 49 Fällen.

Ein Kunde kauft mit Mundschutz und Handschuhen in einem Supermarkt in Berlin-Friedenau ein.
Ein Kunde kauft mit Mundschutz und Handschuhen in einem Supermarkt in Berlin-Friedenau ein.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 25. März, 19.48 Uhr: Betrüger wollen Passierscheine kontrollieren und Strafgeld kassieren

Die Stadt Cottbus hat vor Betrügern gewarnt, die sich während der Corona-Krise als Mitarbeiter des Ordnungsamtes ausgeben. Sie würden in den Stadtteilen Sandow und Spremberger Vorstadt Passierscheine kontrollieren und verlangten Strafgeld, wenn die Angesprochenen diese nicht vorweisen können, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch berichtete. Es gebe keine Passierscheine und das Ordnungsamt kassiere auch in keinem Fall Bargeld auf der Straße.

Auch in Prenzlau (Kreis Uckermark) treiben sich Betrüger herum. Bürger erhielten Telefonanrufe, die sie dazu aufforderten, bei einer bestimmten Person im Gesundheitsamt des Landkreises unter einer Handynummer anzurufen, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Bei Unsicherheiten solle man sich an den zentralen Empfang in der Kreisverwaltung wenden und nachfragen, ob die angegebene Person dort arbeite und sich gegebenenfalls dahin verbinden lassen.

Update, 25. März, 18.33 Uhr: 505 bestätigte Corona-Diagnosen in Brandenburg

Die Zahl der in Brandenburg nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen hat sich bis Mittwochnachmittag auf 505 erhöht (Stand: 15 Uhr). Das teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Innerhalb der zurückliegenden 24 Stunden seien 62 neue Erkrankungen registriert worden. Derzeit liegen 40 Betroffene im Krankenhaus, drei davon werden künstlich beatmet. Weiterhin ist ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet.

Die meisten Infektionen mit dem neuartigen Virus wurden aus dem Landkreis Märkisch-Oderland gemeldet. Dort sind 62 Menschen infiziert. Die Landkreise Oberhavel und Oder-Spree registrierten je 51 Infizierte, der Kreis Barnim meldete 50 Fälle. Die wenigsten Erkrankungen verzeichnet momentan der Landkreis Uckermark mit 5 Infizierten, gefolgt von der Stadt Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Prignitz mit je 6 Fällen.

Update, 25. März, 18.16 Uhr: Berlin und Brandenburg nehmen Corona-Patienten aus Italien auf

Berlin nimmt in den kommenden Tagen fünf schwer kranke Corona-Patienten aus Italien auf. Sie sollen in der Charité intensivmedizinisch betreut werden, wie die Senatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Dazu gehört auch eine Beatmung. Wann die Menschen in Berlin eintreffen, ist noch nicht klar. Die Charité habe mit der deutschen Botschaft in Rom Kontakt aufgenommen, hieß es.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Hilfsaktion am Dienstagabend in einer TV-Talkshow angekündigt, aber noch keine Details genannt. "Solidarität macht nicht an der Stadtgrenze halt", sagte er. "Wir wollen helfen und Patienten aus Italien aufnehmen."

Auch andere Bundesländer unterstützen auf diese Weise Italien, das in Europa am schwersten vom Coronavirus betroffen ist. So wird Brandenburg vier Corona-Patienten aufnehmen.  Je zwei schwerst erkrankte Patienten aus Italien würden zur Behandlung in das Ernst von Bergmann Klinikum Potsdam und in das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus mit einem speziellen Krankenflug gebracht, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch in Potsdam mit.

Berlin und Brandenburg werden Corona-Patienten aus Italien aufnehmen.
Berlin und Brandenburg werden Corona-Patienten aus Italien aufnehmen.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. März, 18.10 Uhr: Abgeordnetenhaussitzung findet trotz Coronafällen statt

Trotz erster Coronafälle in den Reihen der Abgeordneten findet die Plenarsitzung des Berliner Landesparlaments am Donnerstag wie geplant statt. Das teilte die Verwaltung des Abgeordnetenhauses am Mittwoch nach einer Sitzung des Ältestenrates mit. Aus den Fraktionen hieß es, dass aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht alle Parlamentarier im Plenum vertreten sein werden. Die Beschlussfähigkeit des Abgeordnetenhauses sei aber sichergestellt.

In der wegen der aktuellen Lage verkürzten Sitzung will der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine Regierungserklärung zur Coronakrise abgeben. Dazu sprechen dann auch Vertreter der Fraktionen. Zudem ist eine Fragestunde geplant, bei der Abgeordnete mehr oder weniger spontan Fragen an die anwesenden Senatoren stellen können.

Am vergangenen Donnerstag war die Plenarsitzung abgesagt worden, weil etliche Abgeordnete, darunter Müller, Kontakt zu dem positiv getesteten israelischen Botschafter Jeremy Issacharoff hatten. Später gab es Entwarnung, weil der Diplomat zum Zeitpunkt des Treffens noch nicht angesteckt war. Inzwischen haben sich unabhängig davon mindestens zwei Abgeordnete mit Sars-CoV-2 infiziert - je einer der SPD und der AfD.

Update, 25. März, 18.04 Uhr: 82-Jähriger stirbt nach Covid-19-Erkrankung

Erst am Dienstagabend ist bekannt geworden, dass ein 42-Jähriger nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben ist, nun hat es gennächsten Berliner erwischt. Wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) laut B.Z mitteilte, ist einer 82-Jähriger gestorben. Damit kommt die Hauptstadt nun auf vier Corona-Tote. 

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) spricht während der Senats-Pressekonferenz im roten Rathaus.
Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) spricht während der Senats-Pressekonferenz im roten Rathaus.  © Annette Riedl/dpa

Update, 25. März, 17.24 Uhr: Hochschulen sollen bei Studierenden flexibel sein

In der Corona-Krise sollen Studierende in Brandenburg, die vor ihrem Abschluss stehen, Prüfungen an ihren Hochschulen online abhalten können. So sollen die Auswirkungen der Beschränkungen wegen der Pandemie minimiert werden, sagte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) am Mittwoch in einer Telefonkonferenz des Wissenschaftsausschusses. Es gelte für die Hochschulen die Maßgabe, bei den Prüfungsabnahmen so flexibel wie möglich zu sein und gleichzeitig so rechtssicher wie nötig. Mit den Einrichtungen sei zudem vereinbart worden, dass die Abgabefrist von Bachelor- und Masterarbeiten um zwei Monate verlängert werde.

Zudem wird nach Worten der Ministerin für Brandenburg das Sommersemester nicht abgesagt und stattdessen als "Flexi-Semester" weitergeführt. Das habe sie gemeinsam mit den Hochschulen verabredet, betonte Schüle. Das bedeute etwa, dass alles, was man online abwickeln könne, auch durchgeführt werde - von der Lehre bis hin zu Prüfungsformaten. "Wir flexibilisieren den kompletten Studienalltag innerhalb eines Semesters."

Die Ministerin wies zudem darauf hin, dass zur Unterstützung für Kultureinrichtungen und freie Kulturschaffende das Land ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 7,5 Millionen Euro für kleine und mittlere Unternehmen und Selbstständige aufgelegt hat, das sich explizit auch an kleine Kultureinrichtungen und freie Kulturschaffende richte. Seit diesem Mittwoch können bei der Investitionsbank des Landes (ILB) Zuschüsse zwischen 9000 Euro (bei bis zu 5 Erwerbstätigen) und 60 000 Euro (bei bis zu 100 Erwerbstätigen) beantragt werden.

Update, 25. März, 17.18 Uhr: Charité und Vivantes fordern dringend Unterstützung

Beschäftigte von Charité und Vivantes haben in einem offenen Brief an ihre Klinikleitungen, den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dringend Unterstützung gefordert. Unter anderem verlangen sie ausreichend Schutzkleidung. "Das Land Berlin muss einen Weg finden, Masken, Schutzkittel, Schutzbrillen, Handschuhe und Desinfektionsmittel zu produzieren – SOFORT!!", heißt es in dem Schreiben. Es sei bereits absehbar, dass die vorhandenen Bestände nicht ausreichen werden.

Außerdem fordern die Mitarbeiter mehr Personal für die Krankenversorgung und eine neue Organisation der Reinigung auf den Stationen. "Wer krank ist, geht nicht arbeiten. Quarantäne muss auch für Krankenhausbeschäftigte gelten", lautet eine weitere Forderung. Vivantes und Charité sind landeseigene Unternehmen. 

In einem offenen Brief wird dringend Unterstützung gefordert. (Symbolbild)
In einem offenen Brief wird dringend Unterstützung gefordert. (Symbolbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. März, 17.09 Uhr: Union-Profis verzichten auf Gehalt

Die Profis von Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin verzichten wie das Trainerteam und Mitarbeiter im Zuge der Coronavirus-Krise auf Gehalt. Das teilten die Köpenicker am Mittwoch mit. "Diese Bereitschaft kann man allen Beteiligten gar nicht hoch genug anrechnen", sagte Präsident Dirk Zingler. Für mehr Informationen hier klicken.

Union-Fans in der Alten Försterei.
Union-Fans in der Alten Försterei.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 25. März, 15.57 Uhr: Gut jeder zweite Künstler verliert mehr als 75 Prozent

Künstler rechnen während der Coronakrise mit massiven Einschnitten bei ihren Einkommen. Einer Umfrage zufolge gehen 58 Prozent der Berliner Kunstschaffenden davon aus, mehr als 75 Prozent ihres monatlichen Einkommens zu verlieren. An der Online-Befragung nahmen 1623 der nach Schätzungen 8000 bis 10 000 Künstlerinnen und Künstler in der Hauptstadt teil. Auf eine englischsprachige Variante gab es zudem 398 Antworten. Die Daten seien am Wochenende (21./22. März) erhoben worden, hieß es am Mittwoch beim Berufsverband Bildender Künstler*innen Berlin.

Ein Viertel gab in der deutschen Befragung an, mehr als 2000 Euro des Einkommens in den kommenden vier Wochen zu verlieren. Mit einem Verlust von weniger als 500 Euro rechnen zehn Prozent. In der Folge der Einbußen sorgen sich die Betroffenen um ihr Auskommen. Mehr als drei Viertel fürchten, die nächste Miete oder grundlegende Lebenshaltungskosten nicht mehr bezahlen zu können. Mehr als 90 Prozent der Künstlerinnen und Künstler bekommen danach bei anhaltenden Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus in den nächsten Monaten akute finanzielle Probleme.

Titelfoto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

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