Coronavirus in Berlin: Corona-Ampel einmal auf Rot, fast 30 weitere Todesfälle

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Die Corona-Infektionszahlen in Berlin steigen weiter dramatisch an.
Die Corona-Infektionszahlen in Berlin steigen weiter dramatisch an.  © dpa/Paul Zinken

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin nun 66.306 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 1161 neue Fälle hinzu. Bislang sind 594 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 1. Dezember)

Der Trend ist klar: Die Fallzahlen steigen stark an und damit auch diejenigen mit einem schweren bis tödlichen Krankheitsverlauf.

Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben daher ihren Maßnahmen noch einmal verschärft und Deutschland in einen Teil-Lockdown geschickt. Dieser gilt seit dem 2. November.

Wie schon im Frühjahr werden die sozialen Kontakte drastisch reduziert. So dürfen sich in der Öffentlichkeit nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen - maximal jedoch zehn Personen.

Bars, Clubs, Restaurants, Kneipen, aber auch Freizeiteinrichtungen, wie etwa Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks und Spielhallen wurden wieder geschlossen. Schulen und Kindergärten bleiben ebenso offen, wie der Einzelhandel.

Alle Informationen rund um die aktuellen Entwicklungen in Berlin und Brandenburg findet Ihr im Liveticker:

Update, 1.Dezember, 17.59 Uhr: Corona-Ampel einmal auf Rot - 29 weitere Todesfälle

Das Berliner Ampelsystem zur Bewertung der Corona-Lage zeigt noch einmal Rot. Der Wert bei den Fallzahlen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen ist zwar von 206,9 auf 194,0 zurückgegangen, wie aus dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Dienstag hervorgeht. Er bleibt aber weiter deutlich über dem Grenzwert von 30 und damit im roten Bereich.

Bei der Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten ist der Warnwert von 25 Prozent anders als am Tag davor aber nicht erreicht worden. Mit 24,5 Prozent liegt er allerdings nur knapp darunter. Die Ampel zeigt hier Gelb. Zwei rote Ampeln hatte es erstmals im Lagebericht vom vergangenen Samstag gegeben.

Nach wie vor Grün zeigt die Corona-Ampel bei der Reproduktionszahl. Sie liegt nun bei 0,88. Der sogenannte R-Wert ist damit etwas höher als am Vortag (0,8). Er gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Angestrebt werden Werte deutlich unter 1, damit sich die Pandemie verlangsamt.

Insgesamt hat es in Berlin seit Beginn der Corona-Pandemie 66.306 bestätigte Corona-Fälle gegeben. Das sind 1161 mehr als am Montag. Gestorben sind berlinweit bis Dienstag 594 Patienten nach einer Corona-Infektion - 29 mehr als am Vortag. 44 873 der bestätigten Corona-Infizierten gelten als wieder genesen.

Innerhalb Berlins liegt Spandau unter den Bezirken bei den Sieben-Tages-Werten immer noch mit Abstand vorn. Dort wurden pro 100.000 Einwohner in dem Zeitraum rund 303 Fälle gemeldet.

Update, 1. Dezember, 17.21 Uhr: Pop: Ein Aussetzen der Hilfsprogramme wäre fatal

Berlins Wirtschaftssenatorin, Ramona Pop (Grüne), hat vor einem überstürzten Ausstieg des Bundes aus den Corona-Hilfen für die deutsche Wirtschaft gewarnt. "Es wäre fatal, wenn dem Bund nun auf den letzten Metern die Puste ausgeht und Hilfsprogramme ausgesetzt werden", teilte sie am Dienstag mit.

"Dann sind alle Anstrengungen der letzten Monate Makulatur." Seit März hätten Bund und Länder in einer "beispiellosen Kraftanstrengung die deutsche Wirtschaft und Arbeitsplätze gestützt". Mit dem Impfbeginn gebe es nun "endlich ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen".

Pop bezog sich mit ihrer Warnung auf Aussagen des Kanzleramtschefs, Helge Braun (CDU). Dieser hatte im "Handelsblatt" gesagt, der Staat sei nicht "unbegrenzt handlungsfähig". Es müssten bis Januar zielgenauere Hilfen ausgearbeitet werden, die sich nicht wie bisher am Umsatz der betroffenen Unternehmen orientierten. "Schon jetzt haben wir die Regeln für die Überbrückungshilfen überarbeitet, damit sie deutlich mehr Unternehmen und deutlich flexibler zur Verfügung stehen." Ein generelles Ende der Hilfen hatte er indes nicht gefordert.

Ähnlich wie Pop äußerte sich auch Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke): "Ich glaube, dass jetzt nicht die richtige Zeit ist, um darüber zu diskutieren, was Bund und Länder leisten, leisten sollen und leisten können", sagte er am Dienstag nach einer Sitzung des Berliner Senats. Anstatt für Sicherheit und Verlässlichkeit über die Weihnachtstage zu sorgen, löse eine solche Debatte eher "Verunsicherung und Fragezeichen" bei den Betroffenen aus.

Update, 1. Dezember, 15.20 Uhr: Berliner Clubs wollen Corona-Schnelltests anbieten

Der Berliner Kitkat-Club will trotz derzeitiger Schließung von Freitag an Corona-Schnelltests anbieten und er soll nicht der einzige bleiben: Nach dem derzeitigen Teil-Lockdown wollen auch andere Berliner Clubs nachziehen.

"Ziel ist es nicht, Geld zu verdienen, sondern dass sich die Menschen wieder freier bewegen können", sagte der Sprecher der Clubkommission, Lutz Leichsenring, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Für mehr Informationen >>> hier klicken.

Das Häusereck des KitKat Clubs in Berlin.
Das Häusereck des KitKat Clubs in Berlin.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 1. Dezember, 14.24 Uhr: Berliner Senat will Hotels für Menschen in Quarantäne öffnen

Der Berliner Senat will Hotels für Menschen öffnen, die wegen einer Corona-Erkrankung oder als enge Kontaktperson zeitweise in Quarantäne müssen. Geplant seien zunächst 500 Plätze, kündigte der Bürgermeister und Vize-Regierungschef Klaus Lederer (Linke) nach der Senatssitzung am Dienstag an. Ziel sei, Menschen in beengten Wohnverhältnissen zu helfen und Infektionsketten besser zu unterbrechen.

In einer Millionenstadt wie Berlin seien 500 Plätze nur "ein Tropfen auf den heißen Stein", räumte Lederer ein. Um mehr Quarantäne- Möglichkeiten in Hotels zu schaffen, wolle das Land mit dem Bund über eine Finanzierung sprechen. Die Frage sei, ob der Bund, der geschlossenen Hotels im Teil-Lockdown 75 Prozent ihres Umsatzes aus dem Vorjahresmonat erstattet, diese auch bei Öffnung für die Quarantäne weiter finanziell unterstütze.

Ein solcher Schritt sei sinnvoller, als für leere Hotels zu zahlen, sagte Lederer. "Es wäre ein rationaler und sinnvoller Beitrag zur Pandemiebekämpfung." Wann die 500 vom Land geplanten Plätze zur Verfügung stehen, sei noch offen. Der Plan solle aber so schnell wie möglich und "mit Fiebereifer" umgesetzt werden.

Update, 1. Dezember, 14.24 Uhr: Corona-Regeln auf Demos: SPD-Fraktion greift Innenminister scharf an

Die SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag hat Innenminister Michael Stübgen (CDU) wegen des Verhaltens der Polizei bei Anti-Corona-Demonstrationen scharf angegriffen. Stübgen habe bereits im Oktober angekündigt, mit verstärkten Kontrollen die Einhaltung der Corona-Regeln durchzusetzen, sagte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Inka Gossmann-Reetz, am Dienstag. Dennoch seien weder eine Demonstration in Cottbus noch die Kundgebung am vergangenen Wochenende in Frankfurt (Oder) aufgelöst worden, obwohl zahlreiche Teilnehmer sich geweigert hätten, den Abstand zu halten und Masken zu tragen.

Dies sei ein schlimmes Signal für den Rechtsstaat, konstatierte die SPD-Landtagsabgeordnete. "Radikale Rechtsbrecherinnen und Rechtsbrecher dürfen öffentlich demonstrieren und potenzielle Superverbreitungs-Veranstaltungen abhalten, während alle anderen Brandenburgerinnen und Brandenburger mit Verfolgung zu rechnen haben, wenn sie die überlebenswichtigen Corona-Regeln nicht einhalten."

Das Innenministerium erklärte in einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Politikerin, dass der Versammlungsleiter bei der Demonstration in Cottbus Ende Oktober nach Aufforderung durch die Polizei vor jedem Redebeitrag auf die Einhaltung der Corona-Regeln hingewiesen habe. "Insgesamt wäre in Würdigung der Gesamtumstände eine Auflösung der Versammlung als unverhältnismäßig zu bewerten gewesen und wurde deshalb nicht angeordnet", hieß es in der Antwort von Innenstaatssekretär Uwe Schüler.

Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen tragen ein Transparent mit der Aufschrift "Wir müssen reden!"
Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen tragen ein Transparent mit der Aufschrift "Wir müssen reden!"  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 1. Dezember, 11.31 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Brandenburg fast verdoppelt

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat sich in Brandenburg innerhalb eines Tages fast verdoppelt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bis Dienstagmorgen 427 neue Fälle registriert, nach 218 am Montag. Die meisten neuen Ansteckungen verzeichnete mit 66 der Landkreis Potsdam-Mittelmark, gefolgt vom Kreis Oberhavel (60).

Im besonders belasteten Landkreis Oberspreewald-Lausitz kamen 9 Infektionen hinzu. Dort sank die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen leicht auf 305,4. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz für ganz Brandenburg stieg leicht Auf 128,4.

Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 20 562 Brandenburger an Covid-19 erkrankt. Aktuell sind es 6794, von denen 511 in Krankenhäusern behandelt werden. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen stieg um 12 auf 124. Insgesamt 383 Brandenburger sind im Zusammenhang mit Covid-19 bislang gestorben, das sind 13 mehr als am Vortag.

Update, 1. Dezember, 11 Uhr: Müller: Wir sehen eine positive Tendenz bei Corona in Berlin

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht trotz hoher Zahlen im Corona-Warnsystem Fortschritte im Kampf gegen die Seuche. "Wir sehen ja eine positive Tendenz, trotz der roten Ampeln", sagte Müller am Dienstag im RBB-Inforadio. Die Zahl der Neuinfektion gehe nach unten. Nach Daten des Robert Koch-Instituts liege die Sieben-Tage-Inzidenz wieder unter 200.

Der Lagebericht des Senats zeigte am Montag berlinweit noch 206,9 Infektionen je 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen, allerdings bei rückläufiger Tendenz. Die Warnampel für diesen Indikator steht weiter auf Rot, ebenso die für die belegten Intensivbetten.

Update, 1. Dezember, 8.05 Uhr: Berliner Senat berät über Impfzentren und Schulneubau

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) informiert den Berliner Senat bei dessen Sitzung am Dienstag (10 Uhr) über den aktuellen Stand bei den geplanten Impfzentren. Sie sind Voraussetzung für die Massenimpfungen, die es geben soll, sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht.

In Berlin sind sechs solcher Zentren vorgesehen, in denen täglich bis zu 20 000 Dosen verabreicht werden könnten. Standorte sind etwa die Messehalle 11, die ehemaligen Flughäfen Tegel und Tempelhof (Hangar 4) und das Velodrom in Pankow. Dringend gesucht werden Menschen, die dort mitanpacken, etwa Ärzte, Sanitäter und Betreuer für ältere Menschen.

Dilek Kalayci, Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung spricht in der Senatspressekonferenz im Roten Rathaus.
Dilek Kalayci, Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung spricht in der Senatspressekonferenz im Roten Rathaus.  © Annette Riedl/dpa

Update, 1. Dezember, 8 Uhr: Strengere Corona-Regeln treten in Brandenburg in Kraft

Von diesem Dienstag an gelten in Brandenburg strengere Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus. Private Treffen - ob zuhause oder im Freien - sind nur noch mit bis zu fünf statt bis zu zehn Menschen aus zwei Hausständen möglich, Kinder unter 14 Jahren nicht eingerechnet. Das Kabinett hatte dies am Freitag beschlossen.

Schüler müssen bereits ab der siebten Klasse außer im Sportunterricht und bei langen Abiprüfungen Maske tragen. Bisher galt die Maskenpflicht für Oberstufenschüler. Für mehr Informationen >>> hier klicken.

Update, 30. November, 18.10 Uhr: Corona-Ampel zeigt wieder zwei Mal Rot

Das Berliner Ampelsystem zur Bewertung der Corona-Lage steht wieder bei zwei von drei Indikatoren auf Rot. Bei der Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten ist der Warnwert von 25 Prozent erneut überschritten worden, wie aus dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Montag hervorgeht.

Weiter auf Rot und sehr deutlich über dem Grenzwert von 30 bleibt die Ampel bei den Fallzahlen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen: mit einem Wert von 206,9. Im Samstags-Lagebericht hatte die Ampel erstmals bei diesen beiden Indikatoren kurzzeitig Doppel-Rot angezeigt - danach war die Intensivbetten-Belegung aber nochmals auf Gelb zurück gesprungen.

Der Senat hatte bei der Einführung des Warnsystems für den Fall zweier roter Ampeln Handlungsbedarf vereinbart. Am Montag erklärte eine Senatssprecherin auf Anfrage: "Der Senat bespricht in jeder Sitzung die Entwicklung des Infektionsgeschehens und hat auch schon frühzeitig gehandelt und reagiert. So haben wir schon vergangene Woche die Maßnahmen verlängert." Der Senat werde es auch weiter so handhaben und die Ampel als Warninstrument für seine Entscheidung und Besprechungen verstehen.

Weiter auf Grün steht die Corona-Ampel bei der Reproduktionszahl mit 0,8. Diese Zahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Angestrebt werden Werte deutlich unter 1, um die Pandemie zu bremsen. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sprach am Montag bereits von einer gedämpften Dynamik - die Zahlen müssten aber noch weiter sinken, damit die Lage wieder beherrschbar werde. Am Montag wurden 925 neue Fälle gemeldet (Montag der Vorwoche: 805), allerdings sind die Werte zu Wochenbeginn oft niedriger.

Bei den Sieben-Tages-Werten hat inzwischen Spandau die Nase vorn: Pro 100.000 Einwohner wurden dort in dem Zeitraum rund 302 Fälle gemeldet. Seit Pandemiebeginn sind berlinweit insgesamt 65.145 Infektionen bekannt geworden, in 43 409 Fällen gelten die Menschen als genesen. 565 Patienten starben nach einer Corona-Infektion, das sind zwölf mehr als am Vortag.

An einem Baum hängt ein Schild mit der Aufschrift „Achtung - Beachten Sie die Maskenpflicht auf dem Markt“.
An einem Baum hängt ein Schild mit der Aufschrift „Achtung - Beachten Sie die Maskenpflicht auf dem Markt“.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. November, 17.22 Uhr: Brandenburg plant elf Corona-Impfzentren

Für den verstärkten Schutz gegen das Coronavirus plant die Brandenburger Landesregierung die Einrichtung von elf Impfzentren. Das Gesundheitsministerium führe dazu Gespräche mit Kommunen, Kassenärztlicher Vereinigung und anderen Partnern, sagte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Im Dezember solle je ein Impfzentrum in Potsdam und Cottbus startklar sein, in den ersten drei Monaten 2021 solle es dann insgesamt elf Zentren geben. Die Standorte seien noch unklar. Die "Märkische Allgemeine Zeitung" veröffentlichte am Montag eine Liste von Vorschlägen für zehn Impfzentren. Die Impfungen sind freiwillig.

Titelfoto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

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