Coronavirus in Hessen: Mehrheit der Landkreise und kreisfreien Städte sprengt kritische Marke

Frankfurt am Main - Die Corona-Krise hat das Land Hessen und die Mainmetropole Frankfurt weiter fest im Griff – TAG24 berichtet in einem Liveticker über die Coronavirus-Epidemie und deren Folgen in dem Bundesland.

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Hessen ist erneut deutlich gestiegen (Symbolbild).
Die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Hessen ist erneut deutlich gestiegen (Symbolbild).  © Gianni Schicchi/XinHua/dpa

Bis Dienstag (0 Uhr) wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 26.558 Infektionen mit dem Virus in Hessen bestätigt. Damit erhöhte sich die Zahl der Infektionen im Vergleich zum Vortag um 782.

Die Zahl der Todesfälle, die in dem Bundesland mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Zusammenhang gebracht werden, stieg demnach im Vergleich zum Vortag um 8 an und liegt nun bei 584.

Ferner sind laut Robert Koch-Institut bisher rund 19.900 Covid-19-Patienten in Hessen nach einer Erkrankung durch den Coronavirus wieder genesen.

Die Landesregierung von Hessen versorgt die Bevölkerung über eine kostenlose Service-Telefon-Hotline mit Informationen: 0800/5554666 (täglich von 8 bis 20 Uhr).

Das öffentliche Leben in Städten wie Frankfurt, Darmstadt, Gießen oder Kassel wurde infolge der Corona-Krise zunächst stark eingeschränkt und dann in mehreren Stufen wieder gelockert. 

Am 9. Oktober wurde für Gaststätten in Frankfurt eine Sperrstunde von 23 Uhr bis 6 Uhr eingeführt. Zudem ist seitdem im öffentlichen Raum der Alkoholkonsum verboten. Private Feiern in öffentlichen und angemieteten Räumen sind auf maximal 25 Personen beschränkt. Für Feiern in privaten Räumen wird eine Begrenzung von bis zu zehn Leuten empfohlen.

Weiterhin gilt in ganz Hessen eine Maskenpflicht: Beim Einkaufen, beim Fahren mit dem Öffentlichen Personennahverkehr sowie auf Bahnhöfen und Flughäfen müssen die Bürger Mund und Nase bedecken. In einigen hessischen Städten gilt zudem eine Maskenpflicht in Schulen. Auch in größeren Einkaufsstraßen wie der Zeil, soll die Maskenpflicht nun eingeführt werden.

TAG24 wird weiter über die aktuellen Entwicklungen rund um die Coronavirus-Epidemie in Frankfurt und ganz Hessen berichten.

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Update, 20. Oktober, 16.10 Uhr: Lufthansa fliegt auch im Sommer Milliardenverlust ein

Der Einbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat der Lufthansa auch im Sommer einen Milliardenverlust eingebrockt. 

Trotz der Ausweitung des Flugangebots im Juli und August belief sich der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal auf 1,26 Milliarden Euro, wie der in der Krise vom Staat gerettete Konzern überraschend am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Im zweiten Quartal hatte sich das Minus allerdings noch auf 1,7 Milliarden Euro belaufen.

Dank der Staatshilfen zeigte sich das Management zuversichtlich, dass der Lufthansa-Konzern auch weiteren Belastungen durch die Corona-Pandemie standhalten kann. Ende September verfügte der Konzern den Angaben zufolge über flüssige Mittel von 10,1 Milliarden Euro.

Update, 20. Oktober, 16 Uhr: Mehrheit der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte über der kritischen Corona-Marke

In Hessen haben am Dienstag weitere Regionen die als kritisch geltende Schwelle der Corona-Neuinfektionen überschritten. 

Über der Marke von 50 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liegen nun auch die Landkreise Darmstadt-Dieburg (52,7), Gießen (54,7), Main-Kinzig (55,1), Rheingau-Taunus (57,1) und die Stadt Darmstadt (68,2). Das geht aus Zahlen des hessischen Sozialministeriums (Stand 0 Uhr) hervor.

Damit liegt nun eine Mehrheit der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte über diesem Wert.

Die höchsten Zahlen habe weiterhin die Stadt Offenbach mit einer sogenannten Inzidenz von 127,1, Frankfurt mit 121,8, und Kassel mit 108. Sie liegen zusammen mit dem Landkreis Groß-Gerau (81,9) in der höchsten Warnstufe des Landes Hessen.

Ab einer Inzidenz von 75 übernimmt der Planungsstab des Sozialministeriums die Steuerung der medizinischen Lage.

Unterdessen ist die Zahl der seit Beginn der Pandemie bestätigten Infektionen auf 26.558 geklettert. Das sind 782 Fälle mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle, die mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden, erhöhte sich um acht auf 584.

Update, 20. Oktober, 15.55 Uhr: Streit um Corona-Regeln bringt weiter viel Arbeit für Verwaltungsrichter

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigen weiterhin Hessens Verwaltungsgerichte. Insgesamt 16 Verfahren sind allein vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel anhängig, die mit der Pandemie und den daraus resultierenden Beschränkungen zusammenhängen.

"Die Eilanträge richten sich im Wesentlichen gegen die sogenannte Maskenpflicht und die Schließung der Bordelle", sagte ein VHG-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die meisten Fälle bearbeite der für das Infektionsschutzrecht zuständige Senat. Dort seien zwölf Eilverfahren anhängig, die meisten mit Bezug zur Maskenpflicht und Bordellen. Der für das Gaststättenrecht zuständige Senat bearbeite drei Beschwerdeverfahren aus Frankfurt und Gießen, in denen es um coronabedingte Sperrzeitverlängerungen gehen. Beim Versammlungsrecht gab es zu Beginn der Pandemie einige Eilverfahren. Aktuell wird hier weniger gestritten: Es sei ein Verfahren anhängig, bei dem Corona-Auflagen zudem nur eine Nebenrolle spielten.

Der Verwaltungsgerichtshof hatte in den vergangenen Tagen bereits in mehreren Corona-Verfahren entschieden. Unter anderem bestätigte er das Verbot einer Waffenbörse in Kassel, wies eine Beschwerde gegen die Sperrstunde in Frankfurt ab und entschied, dass das Land Hessen die Tragen von Masken im Unterricht empfehlen darf.

Update, 20. Oktober, 12.12 Uhr: Negative Corona-Tests bei Ministern Al-Wazir und Klose

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Sozialminister Kai Klose (beide Grüne) sind negativ auf das Coronavirus getestet worden. Beide hätten sich aber nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in häusliche Quarantäne begeben, teilte Regierungssprecher Michael Bußer am Dienstag in Wiesbaden mit. 

Diese dauere noch bis zum kommenden Montag. In der Zwischenzeit würden sie aus dem Homeoffice weiterarbeiten. Alle öffentlichen Termine der beiden Minister seien in dieser Woche abgesagt worden. Nach der Corona-Infektion von Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) hatten sich auch ihre Kabinettskollegen testen lassen. 

Al-Wazir und Klose galten wegen einer gemeinsamen längeren Besprechung mit Dorn vor wenigen Tagen als Kontaktpersonen ersten Grades. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte am Vortag darüber berichtet, dass sich Dorn infiziert habe.

Update, 19. Oktober, 17.07 Uhr: Hessen verschärft Corona-Vorgaben

Angesichts steigender Infektionszahlen in der Corona-Pandemie verschärft Hessen seine Regeln unter anderem für private Feiern deutlich. Damit würden Beschlüsse zwischen Bund und Ländern umgesetzt, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden.

Maßgeblich im angepassten Eskalationskonzept seien jeweils die Zahlen der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen - die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz.

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Update, 19. Oktober, 15.05 Uhr: Erneute Corona-Besuchsbeschränkungen für Altenheime möglich

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schließt eine erneute Verschärfung der Corona-Beschränkungen für Besuche in Alten- und Pflegeheimen nicht aus.

Sollte es zu einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen kommen, sei dieser Schritt denkbar, sagte der Regierungschef am Montag in Wiesbaden. Geplant seien dazu in der kommenden Woche am Mittwoch auch Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden.

Es gebe aber eine Grenze bei den Beschränkungen: "Und diese Grenze ist die Würde des Menschen", betonte der Ministerpräsident. Deshalb sei das eine extrem schwierige Abwägung zwischen der Infektionsbekämpfung und einem möglicherweise wochenlangen Kontaktverbot für ältere Menschen.

Bis Ende September durften Bewohner von Alten- und Pflegeheimen innerhalb einer Kalenderwoche nur dreimal eine Besucherin oder einen Besucher empfangen.

In Einrichtungen für Behinderte konnte täglich ein Mensch zu Besuch kommen. Diese verbindlichen Vorgaben waren danach aufgehoben und als Maßgabe stattdessen zunächst die jeweiligen Schutzkonzepte und Hygienepläne der Einrichtungen genommen worden.

Update, 19. Oktober, 14.04 Uhr: Wissenschaftsministerin Dorn mit Coronavirus infiziert

Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) ist mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden.

Da Dorn in den vergangenen Tagen an einer Besprechung mit Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Sozialminister Kai Klose teilgenommen habe, seien die beiden Grünen-Politiker derzeit in Quarantäne.

Weitere Details zum Zustand der Kabinettsmitglieder nannte der Regierungschef nicht. Hessens Sozialminister Klose sollte am Montag eigentlich zusammen mit Bouffier die aktuellen Beschlüsse des Corona-Kabinetts präsentieren. Stattdessen nahm Kultusminister Alexander Lorz (CDU) an der Pressekonferenz teil.

Update, 19. Oktober, 13.52 Uhr: Hessen schafft Beherbergungsverbot ab

Hessen schafft das Beherbergungsverbot ab. Das teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden mit. In Hessen gab es seit Juli ein Beherbergungsverbot. Mehrere Länder hatten die Regel zuletzt gekippt.

Update, 19. Oktober, 10.24 Uhr: Hessischer Einzelhandel sieht keine flächendeckenden Hamsterkäufe

Die wieder gestiegenen Corona-Fallzahlen haben in Hessen nach Einschätzung des Einzelhandelsverbandes bislang nicht zu verbreiteten Hamsterkäufen geführt. "Derzeit beobachten wir keine flächendeckenden Veränderungen des Einkaufsverhaltens der Kundinnen und Kunden", erklärte Verbandspräsident Jochen Ruths am Montag laut einer Mitteilung. Die Nachfrage in den Lebensmittelgeschäften gehe aktuell nicht über die Bevorratung des normalen Bedarfs hinaus.

Die Warenversorgung sei stabil und es gebe keinen Grund, zusätzliche Vorräte anzulegen, berichtete der Handelsverband Hessen. Niemand müsse leere Regale fürchten. Ruths appellierte an die Verbraucher: "Wenn jeder nur das kauft, was er braucht, ist auch genug für alle da."

Fotos in den sozialen Medien hatten in den vergangenen Tagen wieder häufiger leere Regale insbesondere für Klopapier gezeigt. Erste Politiker haben an die Bürger appelliert, sich nur für den tatsächlichen Bedarf einzudecken. Einer Umfrage zufolge will sich rund jeder zehnte Verbraucher in Deutschland in den kommenden Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken.

Update, 18. Oktober, 12.31 Uhr: Lehrer und Eltern vor Schulstart nach Herbstferien besorgt

Vertreter von Lehrern und Eltern in Hessen blicken wegen der Corona-Pandemie mit Sorgen auf den Schulstart nach den Herbstferien am Montag. (Symbolbild)
Vertreter von Lehrern und Eltern in Hessen blicken wegen der Corona-Pandemie mit Sorgen auf den Schulstart nach den Herbstferien am Montag. (Symbolbild)  © dpa/Bernd Wüstneck

 Vertreter von Lehrern und Eltern in Hessen blicken wegen der Corona-Pandemie mit Sorgen auf den Schulstart nach den Herbstferien am Montag.

"Wir sehen das kritisch - vor allem mit Blick auf die kalte Jahreszeit", sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Birgit Koch in Wiesbaden. Problematisch werde das Stoßlüften, das laut Hygieneplan alle 20 Minuten für die Klassenräume vorgeschrieben ist.

"Schüler frieren ja eh schon grundsätzlich", sagte Koch. Jedes Öffnen der Fenster werde für Unruhe sorgen. "Wir werden es dennoch machen, aber das ist nicht lustig."

Die Gewerkschaft vermisse nach wie vor griffige Konzepte der Landesregierung im Kampf gegen die Pandemie. Der neu aufgelegte Hygieneplan, der nach den Herbstferien gilt, sei im Vergleich zum vorangegangenen nur minimal verändert worden.

Sie plädiere für Präsenzunterricht in kleineren Gruppen, auch um solche Kinder besser fördern zu können, die in der Corona-Krise zu kurz gekommen seien, sagte Koch. "Abstand halten ist ja das Gebot der Stunde." Dafür müssten beispielsweise Klassen geteilt werden - während ein Teil Unterricht habe, sollte der Rest in der Schule betreut werden.

Der Vorsitzende des Elternbundes Hessen, Klaus Wilmes-Groebel, sieht den Schulstart nach eigenen Worten "mit großer Sorge und auch mit Angst".

Dabei habe er aber nicht nur die Gesundheit der Kinder im Blick - sondern die möglicherweise drohenden erneuten Schließungen von Schulen und Kitas wegen der Pandemie. "Homeschooling hat in Kombination mit Homeoffice in vielen Familien für große Probleme gesorgt", sagte er.

Besonders betroffen seien Alleinerziehende und sozial schwächere Familien. Auch hätten es Grundschüler insgesamt schwerer, zu Hause zu lernen, als ältere Kinder, betonte Wilmes-Groebel.

Das zurückliegende Schuljahr habe bereits bei vielen Schülern zu deutlichen Wissenslücken geführt. Er forderte von der Landesregierung spezielle Förderpläne. Im Lehrplan werde der Rückstand nicht berücksichtigt. Zum Elternbund Hessen haben sich rund 300 Eltern zusammengeschlossen.

Titelfoto: Gianni Schicchi/XinHua/dpa

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