Coronavirus in Frankfurt und Hessen: Besuchsverbote in vielen Kliniken

Frankfurt am Main - Die Corona-Krise hat das Land Hessen und die Mainmetropole Frankfurt weiter fest im Griff – TAG24 berichtet in einem Liveticker über die Coronavirus-Epidemie und deren Folgen in dem Bundesland.

Die Corona-Krise in Hessen nimmt deutlich an Fahrt zu (Symbolbild).
Die Corona-Krise in Hessen nimmt deutlich an Fahrt zu (Symbolbild).  © Yasin Akgul/dpa

Bis Donnerstag (0 Uhr) wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 28.440 Infektionen mit dem Virus in Hessen bestätigt. Damit erhöhte sich die Zahl der Infektionen im Vergleich zum Vortag um 1133.

Die Zahl der Todesfälle, die in dem Bundesland mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Zusammenhang gebracht werden, stieg demnach im Vergleich zum Vortag um 3 an und liegt nun bei 593.

Ferner sind laut Robert Koch-Institut bisher rund 20.800 Covid-19-Patienten in Hessen nach einer Erkrankung durch den Coronavirus wieder genesen.

Die Landesregierung von Hessen versorgt die Bevölkerung über eine kostenlose Service-Telefon-Hotline mit Informationen: 0800/5554666 (täglich von 8 bis 20 Uhr).

Das öffentliche Leben in Städten wie Frankfurt, Darmstadt, Gießen oder Kassel wurde infolge der Corona-Krise zunächst stark eingeschränkt und dann in mehreren Stufen wieder gelockert. 

Am 9. Oktober wurde für Gaststätten in Frankfurt eine Sperrstunde von 23 Uhr bis 6 Uhr eingeführt. Zudem ist seitdem im öffentlichen Raum der Alkoholkonsum verboten. Private Feiern in öffentlichen und angemieteten Räumen sind auf maximal 25 Personen beschränkt. Für Feiern in privaten Räumen wird eine Begrenzung von bis zu zehn Leuten empfohlen.

Weiterhin gilt in ganz Hessen eine Maskenpflicht: Beim Einkaufen, beim Fahren mit dem Öffentlichen Personennahverkehr sowie auf Bahnhöfen und Flughäfen müssen die Bürger Mund und Nase bedecken. In einigen hessischen Städten gilt zudem eine Maskenpflicht in Schulen. Auch in größeren Einkaufsstraßen wie der Zeil und im Innenstadtbereich in Frankfurt sowie am Mainufer in Sachsenhausen und im gesamten Anlagenring gilt Maskenpflicht.

TAG24 wird weiter über die aktuellen Entwicklungen rund um die Coronavirus-Epidemie in Frankfurt und ganz Hessen berichten.

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Update, 22. Oktober, 17 Uhr: Besuchsverbote in vielen hessischen Kliniken wegen zunehmenden Corona-Infektionen

Die zunehmende Zahl der Corona-Infektionen in Hessen führt dazu, dass viele Kliniken Besuchsverbote erlassen (Symbolbild).
Die zunehmende Zahl der Corona-Infektionen in Hessen führt dazu, dass viele Kliniken Besuchsverbote erlassen (Symbolbild).  © Dmytro Zinkevych/123RF

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen gilt in einigen hessischen Kliniken wieder ein Besuchsverbot. "Das neue Besuchsverbot ist vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen und im Interesse der Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten leider unvermeidlich. Dafür bitten wir um Verständnis", erklärte am Donnerstag eine Sprecherin des Klinikums Fulda, in dem ab diesem Freitag ein komplettes Besuchsverbot gilt.

Ausnahmen könnten im Einzelfall nach Rücksprache mit der Station für werdende Väter, Besuche in der Kinderklinik sowie auf den Intensivstationen und der Palliativstation gemacht werden, teilte das Klinikum mit. In der Zentralen Notaufnahme hätten Begleitpersonen ebenfalls keinen Zutritt. Auf das neuerliche Besuchsverbot habe man sich in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern verständigt, hieß es.

Auch im Uniklinikum Gießen und Marburg betrachtet man die steigenden Fallzahlen mit Sorge. Am Standort Marburg gilt seit dem heutigen Donnerstag wieder ein Besuchsverbot. "Mit diesem Schritt schützen wir bestmöglich unsere Patientinnen und Patienten und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor möglichen Infektionen und Kontakt mit dem Corona-Virus", teilte Harald Renz, Ärztlicher Geschäftsführer des Uniklinikums Marburg, mit.

Ausnahmen gibt es auch hier unter anderem für werdende Väter, Blutspender oder Angehörige von Palliativpatienten. Im Klinikum in Gießen hingegen sind Besuche noch erlaubt – allerdings an bestimmte Regeln geknüpft. So müssen sich die Gäste an die Abstandsregeln halten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen, pro Besuch darf nur eine Person kommen. Aber auch hier werde ein Besuchsverbot bereits diskutiert, teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit.

Im Klinikum Kassel gilt seit Montag ein allgemeines Besuchsverbot. Als koordinierendes Krankenhaus für die Region Nordhessen ergreife man damit vorsorglich Maßnahmen für den maximalen Schutz der Patienten und Mitarbeiter, hieß es auf der Homepage des Klinikums. Auch am Klinikum Darmstadt müssen Besucher seit Samstag draußen bleiben.

Laut der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Hessen können Patienten innerhalb der ersten sechs Tage ihres Aufenthalts bis zu zwei Besuche und ab dem siebten Tag des Aufenthalts täglich Besuche von jeweils bis zu zwei Personen empfangen.

Update, 22. Oktober, 13.35 Uhr: Schüler in Frankfurt sollen Nahverkehr auch mal früher oder später nutzen

Die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq hat Schüler dazu aufgerufen, das gesamte Angebot des öffentlichen Nahverkehrs zu nutzen und damit Menschenansammlungen zu vermeiden.

"Oft bietet eine Fahrt früher oder später als gewohnt schon spürbar mehr Platz", teilte Tom Reinhold, Geschäftsführer von Traffiq, am Donnerstag mit. Man appelliere deshalb an die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler. Am vergangenen Montag hatte nach den Herbstferien wieder die Schule begonnen.

Durch das ungemütlichere Wetter im Herbst stiegen nach den Ferien viele Schüler vom Fahrrad wieder auf Bus und Bahn um. 

"Und weil natürlich jeder möglichst spät zur Schule und möglichst früh wieder heimfahren will, sind es im dichten Frankfurter Nahverkehrsangebot zumeist nur einzelne Bahnen oder Busse, die stärker besetzt sind, als es in Corona-Zeiten gut ist", hieß es weiter.

Zudem rief die Verkehrsgesellschaft dazu auf, sich weiterhin an Abstands- und Maskenregeln zu halten.

Update, 22. Oktober, 11.10 Uhr: "Ball des Sports" 2021 in Wiesbaden wegen Corona-Krise abgesagt

Die Deutsche Sporthilfe hat den "Ball des Sports" 2021 wegen der Entwicklung der Corona-Pandemie abgesagt. Geplant war die Benefizgala zugunsten der deutschen Nachwuchs- und Spitzensportler am 6. Februar in Wiesbaden. Es ist die zweite Absage in der mehr als 50-jährigen Geschichte der Veranstaltung. 

1991 fiel der Ball aufgrund des Golfkrieges aus. Um die Erlöse aus dem "Ball des Sports" von rund 750.000 Euro aufzufangen, arbeitet die Sporthilfe laut einer Mitteilung der Stiftung vom Donnerstag bereits an Alternativkonzepten.

"Wir bedauern die Absage des Ball des Sports 2021 sehr", sagte der Sporthilfe-Vorstandsvorsitzende Thomas Berlemann. Die Gala sei das wichtigste Event des Jahres, "um auf die Relevanz der Förderung unserer deutschen Nachwuchs- und Spitzensportler aufmerksam zu machen".

In den vergangenen Monaten sei ein umfangreiches Hygienekonzept und ein angepasstes Veranstaltungskonzept erarbeitet worden. Die aktuell stark ansteigenden Infektionszahlen und die Ungewissheit bezüglich möglicher kurzfristig notwendiger behördlicher Einschränkungen hätten das Risiko zu groß werden lassen. 

"Wir haben eine große Verantwortung und Vorbildfunktion gegenüber unseren Gästen, allen Sportlern, Partnern und Sponsoren sowie den Bürgern von Wiesbaden. Ihre Gesundheit steht für uns an erster Stelle", sagte Berlemann.

Update, 21. Oktober, 16.28 Uhr: Hessens Kultusminister Lorz mahnt zur Verantwortung in Schulen

Mit Mundschutzmaske kommt Alexander Lorz (CDU), Kultusminister von Hessen, zu einem Besuch ins Helmholtz-Gymnasium in Frankfurt.
Mit Mundschutzmaske kommt Alexander Lorz (CDU), Kultusminister von Hessen, zu einem Besuch ins Helmholtz-Gymnasium in Frankfurt.  © Boris Roessler/dpa

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat wenige Tage nach Ende der Herbstferien zur Verantwortung in den Schulen gemahnt.

Auch mit Blick auf die beginnende kalte Jahreszeit komme es angesichts der Corona-Pandemie auf jeden Einzelnen an. "Die nächsten Wochen sind entscheidend für den weiteren Verlauf des Schuljahrs", sagte Lorz am Mittwoch bei einem Besuch der Frankfurter Helmholtzschule. Der Minister hatte sich in dem Gymnasium über die Organisation des Unterrichts unter Corona-Bedingungen informiert.

Oberstes Ziel sei, die Schulen offen zu halten. "Das ist uns bisher gelungen. Bis zu den Herbstferien konnten an jedem Schultag 99 Prozent der Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen", erklärte Lorz. Er betonte auch die wichtige Bedeutung der Digitalisierung. Da habe sich während der Pandemie glücklicherweise ein Nachholeffekt eingestellt.

Nach zwei Wochen Herbstferien hat an den hessischen Schulen am Montag wieder der Unterricht begonnen. In vielen Kommunen im Rhein-Main-Gebiet gilt wegen der hohen Zahlen bei Neuinfektionen eine generelle Maskenpflicht für alle Schüler ab der 5. Klasse für zunächst 14 Tage nach Ende der Herbstferien.

Update, 20. Oktober, 16.10 Uhr: Lufthansa fliegt auch im Sommer Milliardenverlust ein

Der Einbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat der Lufthansa auch im Sommer einen Milliardenverlust eingebrockt. 

Trotz der Ausweitung des Flugangebots im Juli und August belief sich der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal auf 1,26 Milliarden Euro, wie der in der Krise vom Staat gerettete Konzern überraschend am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Im zweiten Quartal hatte sich das Minus allerdings noch auf 1,7 Milliarden Euro belaufen.

Dank der Staatshilfen zeigte sich das Management zuversichtlich, dass der Lufthansa-Konzern auch weiteren Belastungen durch die Corona-Pandemie standhalten kann. Ende September verfügte der Konzern den Angaben zufolge über flüssige Mittel von 10,1 Milliarden Euro.

Update, 20. Oktober, 16 Uhr: Mehrheit der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte über der kritischen Corona-Marke

In Hessen haben am Dienstag weitere Regionen die als kritisch geltende Schwelle der Corona-Neuinfektionen überschritten. 

Über der Marke von 50 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liegen nun auch die Landkreise Darmstadt-Dieburg (52,7), Gießen (54,7), Main-Kinzig (55,1), Rheingau-Taunus (57,1) und die Stadt Darmstadt (68,2). Das geht aus Zahlen des hessischen Sozialministeriums (Stand 0 Uhr) hervor.

Damit liegt nun eine Mehrheit der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte über diesem Wert.

Die höchsten Zahlen habe weiterhin die Stadt Offenbach mit einer sogenannten Inzidenz von 127,1, Frankfurt mit 121,8, und Kassel mit 108. Sie liegen zusammen mit dem Landkreis Groß-Gerau (81,9) in der höchsten Warnstufe des Landes Hessen.

Ab einer Inzidenz von 75 übernimmt der Planungsstab des Sozialministeriums die Steuerung der medizinischen Lage.

Unterdessen ist die Zahl der seit Beginn der Pandemie bestätigten Infektionen auf 26.558 geklettert. Das sind 782 Fälle mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle, die mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden, erhöhte sich um acht auf 584.

Update, 20. Oktober, 15.55 Uhr: Streit um Corona-Regeln bringt weiter viel Arbeit für Verwaltungsrichter

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigen weiterhin Hessens Verwaltungsgerichte. Insgesamt 16 Verfahren sind allein vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel anhängig, die mit der Pandemie und den daraus resultierenden Beschränkungen zusammenhängen.

"Die Eilanträge richten sich im Wesentlichen gegen die sogenannte Maskenpflicht und die Schließung der Bordelle", sagte ein VHG-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die meisten Fälle bearbeite der für das Infektionsschutzrecht zuständige Senat. Dort seien zwölf Eilverfahren anhängig, die meisten mit Bezug zur Maskenpflicht und Bordellen. Der für das Gaststättenrecht zuständige Senat bearbeite drei Beschwerdeverfahren aus Frankfurt und Gießen, in denen es um coronabedingte Sperrzeitverlängerungen gehen. Beim Versammlungsrecht gab es zu Beginn der Pandemie einige Eilverfahren. Aktuell wird hier weniger gestritten: Es sei ein Verfahren anhängig, bei dem Corona-Auflagen zudem nur eine Nebenrolle spielten.

Der Verwaltungsgerichtshof hatte in den vergangenen Tagen bereits in mehreren Corona-Verfahren entschieden. Unter anderem bestätigte er das Verbot einer Waffenbörse in Kassel, wies eine Beschwerde gegen die Sperrstunde in Frankfurt ab und entschied, dass das Land Hessen die Tragen von Masken im Unterricht empfehlen darf.

Update, 20. Oktober, 12.12 Uhr: Negative Corona-Tests bei Ministern Al-Wazir und Klose

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Sozialminister Kai Klose (beide Grüne) sind negativ auf das Coronavirus getestet worden. Beide hätten sich aber nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in häusliche Quarantäne begeben, teilte Regierungssprecher Michael Bußer am Dienstag in Wiesbaden mit. 

Diese dauere noch bis zum kommenden Montag. In der Zwischenzeit würden sie aus dem Homeoffice weiterarbeiten. Alle öffentlichen Termine der beiden Minister seien in dieser Woche abgesagt worden. Nach der Corona-Infektion von Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) hatten sich auch ihre Kabinettskollegen testen lassen. 

Al-Wazir und Klose galten wegen einer gemeinsamen längeren Besprechung mit Dorn vor wenigen Tagen als Kontaktpersonen ersten Grades. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte am Vortag darüber berichtet, dass sich Dorn infiziert habe.

Update, 19. Oktober, 17.07 Uhr: Hessen verschärft Corona-Vorgaben

Angesichts steigender Infektionszahlen in der Corona-Pandemie verschärft Hessen seine Regeln unter anderem für private Feiern deutlich. Damit würden Beschlüsse zwischen Bund und Ländern umgesetzt, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden.

Maßgeblich im angepassten Eskalationskonzept seien jeweils die Zahlen der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen - die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz.

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Update, 19. Oktober, 15.05 Uhr: Erneute Corona-Besuchsbeschränkungen für Altenheime möglich

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schließt eine erneute Verschärfung der Corona-Beschränkungen für Besuche in Alten- und Pflegeheimen nicht aus.

Sollte es zu einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen kommen, sei dieser Schritt denkbar, sagte der Regierungschef am Montag in Wiesbaden. Geplant seien dazu in der kommenden Woche am Mittwoch auch Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden.

Es gebe aber eine Grenze bei den Beschränkungen: "Und diese Grenze ist die Würde des Menschen", betonte der Ministerpräsident. Deshalb sei das eine extrem schwierige Abwägung zwischen der Infektionsbekämpfung und einem möglicherweise wochenlangen Kontaktverbot für ältere Menschen.

Bis Ende September durften Bewohner von Alten- und Pflegeheimen innerhalb einer Kalenderwoche nur dreimal eine Besucherin oder einen Besucher empfangen.

In Einrichtungen für Behinderte konnte täglich ein Mensch zu Besuch kommen. Diese verbindlichen Vorgaben waren danach aufgehoben und als Maßgabe stattdessen zunächst die jeweiligen Schutzkonzepte und Hygienepläne der Einrichtungen genommen worden.

Titelfoto: Dmytro Zinkevych/123RF

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