Coronavirus in Hessen: Heimbewohner dürfen Weihnachten mit Familien feiern

Frankfurt am Main - Die Corona-Krise hat das Land Hessen und die Mainmetropole Frankfurt weiter fest im Griff – TAG24 berichtet in einem Liveticker über die Coronavirus-Epidemie und deren Folgen in dem Bundesland.

Die zweite Corona-Welle hat das Bundesland Hessen erfasst (Symbolbild).
Die zweite Corona-Welle hat das Bundesland Hessen erfasst (Symbolbild).  © Christophe Ena/AP/dpa

Bis Sonntag (0 Uhr) wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 86.792 Infektionen mit dem Virus in Hessen bestätigt. Damit erhöhte sich die Zahl der Infektionen im Vergleich zum Vortag um 512.

Die Zahl der Todesfälle, die in dem Bundesland mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Zusammenhang gebracht werden, stieg demnach im Vergleich zum Vortag um 8 an und liegt nun bei 1248.

Ferner sind laut Robert Koch-Institut bisher rund 58.300 Covid-19-Patienten in Hessen nach einer Coronavirus-Infektion wieder genesen.

Die Landesregierung versorgt die Bevölkerung über eine kostenlose Service-Telefon-Hotline mit Informationen: 0800/5554666 (täglich von 8 bis 20 Uhr).

Seit dem 2. November gelten in Hessen aufgrund massiv steigender Corona-Infektionszahlen erheblichen Einschränkungen für die Bürger. Es ist bereits der zweite Lockdown infolge der Corona-Krise.

Am 26. November beschloss das Corona-Kabinett von Hessen eine Verlängerung dieses Teil-Lockdowns, zunächst bis zum 20. Dezember. Zugleich wurden schärfere Kontaktbeschränkungen sowie strengere Regeln für große Einkaufszentren beschlossen (TAG24 berichtete).

Weiterhin gilt in ganz Hessen eine Maskenpflicht: Beim Einkaufen, beim Fahren mit dem Öffentlichen Personennahverkehr sowie auf Bahnhöfen und Flughäfen müssen die Bürger Mund und Nase bedecken. In einigen hessischen Städten gilt zudem eine Maskenpflicht in Schulen. Auch im gesamten Innenstadtbereich in Frankfurt gilt Maskenpflicht.

TAG24 wird weiter über die aktuellen Entwicklungen rund um die Coronavirus-Epidemie in Frankfurt und ganz Hessen berichten.

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Ältere Infos für Frankfurt und Hessen im +++ Corona-Ticker-Archiv bis 22. April sowie im Corona-Ticker-Archiv bis 30. Juni +++!

Update, 30. November, 8.50 Uhr: Rund ein Fünftel weniger Kinder bei Vorsorgeuntersuchungen

Die Corona-Pandemie hat sich auf die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen für Kinder ausgewirkt. Bei hessischen Kinderärzten sind während der Monate März und April rund ein Fünftel weniger kleine Patienten zu den Vorsorgeuntersuchungen U7 bis U9 gekommen.

Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Rainer Rahn hervor.

Diese Untersuchungen für Kinder ab knapp zwei Jahren bis etwa fünf Jahren sind eigentlich verpflichtend. Die Eltern müssen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne mit ihnen zum Arzt gehen.

Nach Angaben des hessischen Kindervorsorgezentrums wurden aufgrund der Pandemie bestimmte Fristen jedoch bis Ende des Jahres verlängert. Nach der Einschätzung von Barbara Mühlfeld vom hessischen Kinderärzteverband wurde ein großer Teil der Vorsorgen inzwischen aufgeholt.

Update, 30. November, 7.13 Uhr: Heimbewohner dürfen Weihnachten mit Familie feiern

Auch bei hohen Corona-Infektionszahlen können Pflegeheimbewohner auf Wunsch das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familie feiern (Symbolbild).
Auch bei hohen Corona-Infektionszahlen können Pflegeheimbewohner auf Wunsch das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familie feiern (Symbolbild).  © DPA/Picture Alliance

Auch bei hohen Corona-Infektionszahlen können Pflegeheimbewohner auf Wunsch das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familie feiern.

Alle Bewohner hätten das Recht, die Einrichtung zu verlassen – sofern keine Quarantäne angeordnet worden sei, sagte Michael Schmidt, Leiter des Arbeitskreises Pflege, Gesundheit und Senioren der Liga der freien Wohlfahrtspflege Hessen.

"Insoweit wird es keine Diskussionen geben, wenn Angehörige sagen: Wir möchten Bewohner nach Hause holen. Es gelten aber auch dort die allgemeinen Corona-Verhaltensregeln und Vorgaben."

Der Pflegeschutzbund Biva hatte kürzlich davor gewarnt, dass einzelne Einrichtungen sich wieder abschotteten - auch in Hessen. Er kritisiert vor allem Heime, deren individuelle Hygienekonzepte stark von des jeweiligen landesweiten Regelung abwichen.

Man müsse einen Ausgleich finden zwischen Schutz und Freiheitsrechten. "Das geschieht nicht, indem man Besuchsverbote und Quarantäne nach Ausgang aus der Einrichtung verhängt", sagte Anwalt Markus Sutorius von der Biva-Rechtsberatung.

Notfalls sollten Bewohner klagen: "Wir sehen dort Erfolgsaussichten für eine Klage, wo Besuchskonzepte von Heimen in weiten Teilen von den Landesverordnungen abweichen." Das Hausrecht der Einrichtungen könne niemals Grundlage für freiheitsentziehende Maßnahmen sein.

Update, 30. November, 6 Uhr: Weniger Abschiebungen wegen Corona-Pandemie

Die Zahl der Abschiebungen aus Hessen ist wegen der Corona-Pandemie rückläufig. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden 554 Personen abgeschoben, wie Innenminister Peter Beuth (CDU) auf eine Kleine Anfrage der Linke-Fraktion in Wiesbaden mitteilte.

Dabei habe es sich vor allem um Abschiebungen in die Herkunftsländer Pakistan, Serbien, Marokko, Albanien und
Rumänien gehandelt. Zudem habe es Überstellungen etwa nach Italien, Frankreich und Spanien gegeben.

Von Januar bis September des Vorjahres waren nach Angaben des Innenministeriums noch 1302 Personen aus Hessen abgeschoben worden. Im gesamten Jahr 2019 belief sich die Zahl auf 1681 Personen.

Ein pauschaler Abschiebungsstopp im Zusammenhang mit der Corona-Lage existiere zwar derzeit nicht in einem Zielstaat oder einem Dublin-Staat, erklärte der Innenminister. Wegen der geltenden Hygieneregelungen, Vorgaben oder Bitten der Herkunftsländer sowie faktischen Einschränkungen der Rückführungsmöglichkeiten habe die Pandemie jedoch in vielfältiger Weise Einfluss auf Rückführungen.

Update, 29. November 14.55 Uhr: Neue Corona-Regeln für den hessischen Handel im Dezember

Im hessischen Handel gelten von Dezember an neue Bestimmungen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Auf die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche darf pro zehn Quadratmetern nur ein Kunde eingelassen werden.

Ab einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wird nur noch ein Kunde auf 20 Quadratmeter zugelassen. Daran hat das Wirtschaftsministerium in Wiesbaden am Sonntag die Verbraucher erinnert. "Während des gesamten Einkaufs muss eine Mund-Nasenbedeckung getragen werden."

Dies gelte auch in überdachten oder überdeckten Ladenstraßen von Einkaufszentren, überdachten Einkaufspassagen, auf Wochen- und Weihnachtsmärkten, Trödel- und Antikmärkten sowie vor den Geschäften und auf den dazugehörigen Parkflächen.

Auf Wochen- und Spezialmärkten gibt es keine Begrenzung der Kundenzahl. Daher ist es besonders wichtig, dass Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Gegessen und getrunken werden darf nur in bestimmten, ausgewiesenen Bereichen.

Für ein wenig weihnachtliche Atmosphäre sorgt auf der Frankfurter "Fressgass" ein aufblasbarer Schneemann.
Für ein wenig weihnachtliche Atmosphäre sorgt auf der Frankfurter "Fressgass" ein aufblasbarer Schneemann.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 29. November 14.53 Uhr: Corona-Party mit 30 Gästen

Etwa 30 Menschen haben in Offenbach eine Geburtstagsparty gefeiert und dabei gegen die Corona-Verordnung verstoßen. Gäste aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet hätten in der Nacht zu Samstag «gefeiert, getanzt, Alkohol getrunken und keinerlei Schutzmaßnahmen getroffen», teilte die Stadt Offenbach am Sonntag mit. Die Stadtpolizei sei wegen einer Ruhestörung in der Nachbarschaft gerufen worden.

Während der Kontrolle hätten einige Teilnehmer versucht zu fliehen, von den meisten seien jedoch die Personalien festgestellt worden. Sie erwartet laut Stadt jeweils ein Ordnungswidrigkeitsverfahren und Bußgelder in bis zu vierstelliger Höhe. Die Räume des Veranstalters wurden versiegelt.

Update, 28. November, 18.21 Uhr: Kleinere Proteste gegen Corona-Regeln in hessischen Städten

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern kamen am Samstag etwa 100 Anhänger der sogenannten Querdenker in Darmstadt zusammen. Die Zahl der protestierenden Menschen habe weit unter den zuvor angekündigten 900 Demonstranten gelegen, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Protest sowie eine Gegendemonstration seien zunächst friedlich geblieben.

Auch in anderen hessischen Städten, etwa in Fulda, Marburg sowie in Gießen und Hanau, protestierten Anhänger der «Querdenker». Allerdings blieb die Zahl der Teilnehmer überschaubar. In Hanau kamen etwa 15 Demonstranten zusammen, wie ein Sprecher der Polizei sagte.

Update, 27. November, 17.08 Uhr: Frankfurt plant Covid-19-Impfzentrum auf Messe-Gelände

Auf dem Gelände der Messe Frankfurt soll eines der in Hessen geplanten Covid-19-Impfzentren entstehen. Das hat der mit den Vorbereitungen beauftragte Planungsstab der Stadt Frankfurt am Freitag entschieden. Das Zentrum soll bereits ab dem 11. Dezember einsatzbereit sein.

Das Gesundheitsamt werde als nächstes ermitteln, wie viele Helfer dort eingesetzt werden müssen, teilte die Stadt mit. In dem Zentrum sollen in den nächsten Monaten mindestens 60 Prozent der Einwohner von Hessens größter Stadt gegen das Coronavirus geimpft werden.

Das Zentrum soll bereits ab dem 11. Dezember einsatzbereit sein.
Das Zentrum soll bereits ab dem 11. Dezember einsatzbereit sein.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. November, 15.22 Uhr: Start-ups in Hessen rufen Millionen an Corona-Hilfen ab

Frankfurt/Offenbach - Hessische Start-ups und kleine Mittelständler haben in der Corona-Krise Millionenhilfen des Landes abgerufen. Allein von Juli bis Ende November hat die Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen Liquiditätsbeteiligungen von 5,2 Millionen Euro zugesagt. Weitere rund 4 Millionen Euro wurden zudem beantragt, wie die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) am Freitag in Offenbach mitteilte. Die Beteiligungshöhe liege im Schnitt bei 400.000 Euro pro Unternehmen.

Das Land, die WIBank und die Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen haben mehrere Initiativen entwickelt, um Firmen in der Corona-Krise zu helfen - auch Start-ups. Seit September stünden zusätzliche Mittel des Landes Hessen für Liquiditätsbeteiligungen zur Verfügung, betonte die WIBank. Konkret seien die Fonds Hessen Kapital I und Hessen Kapital II zusätzlich mit 50 Millionen Euro an Landesmitteln ausgestattet worden.

«Viele Start-ups hat es in einer sensiblen Anfangsphase erwischt, kleine Betriebe müssen sich vor einer möglichen Insolvenz schützen», erklärten Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Finanzminister Michael Boddenberg (CDU). Mehr Eigenkapital bedeute eine Überlebenschance und eine Zukunft.

Update, 26. November, 10.57 Uhr: Hessens Wirtschaft kritisiert Corona-Beschränkungen

Hessens Wirtschaft hat die Verlängerung des Teil-Lockdowns über Ende November hinaus kritisiert. "Bereits jetzt verschiebt oder streicht die Hälfte der hessischen Betriebe Investitionen infolge der Corona-Situation", sagte Robert Lippmann, Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK) am Donnerstag laut Mitteilung. Jeder vierte Betrieb in Hessen stehe laut einer aktuellen HIHK-Umfrage unter rund 1100 Firmen komplett oder in wesentlichen Teilen still.

"Die aktuellen Maßnahmen verschärfen die Situation für hessische Betriebe zusätzlich." Anfang November hatten Gastronomiebetriebe, aber auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen in allen Bundesländern schließen müssen, dies wird als Teil-Lockdown bezeichnet.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte nach den Beratungen mit den anderen Regierungschefs aus Bund und Ländern angekündigt, im Kampf gegen die Corona-Pandemie den Teil-Lockdown über Ende November hinaus zu verlängern. Das hessische Corona-Kabinett wollte die neuen Regeln an diesem Donnerstag beraten und beschließen, die dann ab dem 1. Dezember in Kraft treten sollen.

In großen Einkaufszentren ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche soll sich ab Dezember nur noch ein Kunde pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten dürfen. Für den normalen Einzelhandel soll es nach den Worten von Bouffier bei der bisherigen Regelung bleiben, dass ein Kunde pro zehn Quadratmeter im Laden sein darf. Lippmann kritisierte, die Auflagen belasteten das absehbar schwache Weihnachtsgeschäft zusätzlich. "Während es den Onlinehandel freut, leiden vor allem die inhabergeführten Geschäfte in den Innenstädten."

Zugleich forderte Lippmann, Hilfen für die Wirtschaft müssten einfach zugänglich sein, schnell ankommen und bei Bedarf auch fortgeführt werden können. "Da es vielen Betrieben zunehmend an Liquidität mangelt, zählt jeder Tag."

Update, 25. November, 14.50 Uhr: Zoo Frankfurt will Menschenaffen vor möglicher Corona-Infektion schützen

Das Foto aus dem Januar 2019 zeigt einen Bonobo-Affen.
Das Foto aus dem Januar 2019 zeigt einen Bonobo-Affen.  © Caroline Seidel/dpa

Um mögliche Infektionen mit dem Coronavirus unter den Tieren zu vermeiden, hat der Frankfurter Zoo vorsorglich Sicherheitsvorkehrungen für seine rund 30 Menschenaffen getroffen.

Danach erhalten Bonobos, Gorillas und Orang Utans ihr Futter nur noch durch eine Schleuse. Pfleger müssen in den Gehegen der Menschenaffen sogenannte FFP2-Masken tragen, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

Auch wenn bislang kein Fall bekannt sei, könnten diese Tiere "vermutlich auch an Covid-19 erkranken", sagte Kuratorin Sabrina Linn. Man müsse daher vorsichtig sein.

Der Zoo Frankfurt beherbergt nach Angaben der Stadt unter anderem für das europäische Zuchtprogramm wichtige Bonobos.

"Es wäre nicht nur für uns persönlich dramatisch, wenn sie an einer Corona-Infektion sterben würden, sondern auch für die europäische Bonobo-Population", sagte Linn. Gefährdet seien auch Katzen und maderartige Tiere.