Ex-Fußball-Profi Göhlert: Corona-Risiko beim Basketball höher

Heidenheim - Der Mediziner und frühere Profi Tim Göhlert sieht in der Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga ein überschaubares Risiko.

Tim Göhlert zu seiner aktiven Zeit. (Archiv)
Tim Göhlert zu seiner aktiven Zeit. (Archiv)  © imago images / Eibner

"Grundsätzlich haben wir beim Fußball schon das Glück, dass ganz enge Kontakte relativ selten sind", sagte der 35-Jährige der "Süddeutschen Zeitung".

Und weiter: "Das mag man gar nicht glauben, aber die bekannte Zweikampfsituation gibt's gar nicht so oft. Anders als beim Handball oder Basketball, wo das Feld viel kleiner und so die Infektionsgefahr viel höher ist. Klar, bei Freistößen stehst du schon enger zusammen. Aber grundsätzlich bietet der Fußball Abstand."

Spannend würde es allerdings beim Thema Rudelbildung. "Das wäre wohl ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz." Während die Handball-Saison abgebrochen ist, will die Basketball-Bundesliga ihre Spielzeit mit einem Zehner-Turnier beenden.

Göhlert, der mit dem 1. FC Heidenheim in der 2. Bundesliga spielte und nun in der Facharztausbildung in einer arbeitsmedizinischen Praxis in Heidenheim arbeitet, hält das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) für "aus medizinischer Sicht vertretbar. Das Konzept selbst ist tiefgreifender als all das, was man in anderen Betrieben durchführen kann."

Die drei positiven Tests auf das Coronavirus beim Bundesligisten 1. FC Köln (TAG24 berichtete) sieht Göhlert als Beleg für das Funktionieren des Systems. "Natürlich wird es in der nächsten Zeit noch positive Fälle geben. Durch die intensive Testung sollten diese aber rechtzeitig erkannt werden, um ein kumulierendes Infektionsgeschehen zu unterbinden."

Die DFL sei in ihrem Maßnahmen-Katalog sogar weiter gegangen als nötig, erklärte der Mediziner. Die Nutzung von Fitnessgeräten nur noch mit Einmalhandschuhen sei beispielsweise "Aktionismus".

Und dass die Spieler ihre Sportkleidung selbst waschen müssen, falle unter "Maßnahmen, die man nicht verstehen muss. Aber im Endeffekt ist die DFL ja Betteln gegangen, um wieder spielen zu dürfen. Und je mehr und je ausführlicher sie arbeitet, umso besser."

Titelfoto: imago images / Eibner

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