Coronavirus: Hessen untersagt Großveranstaltungen, Luminale in Frankfurt abgesagt

Wiesbaden/Frankfurt am Main/Offenbach am Main - Hessen wird wegen des Coronavirus die Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern anordnen.

Proben werden auf das Coronavirus werden getestet, das Virus Sars-CoV-2 breitete sich immer weiter aus.
Proben werden auf das Coronavirus werden getestet, das Virus Sars-CoV-2 breitete sich immer weiter aus.  © Danny Lawson/PA Wire/dpa

Das kündigte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Donnerstag über den Kurznachrichtendienst Twitter an.

Zuvor hatte das Bundesland den Kommunen lediglich empfohlen, solche Veranstaltungen abzusagen. Klose begründete den Schritt mit neuen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zum Umgang mit dem Virus Sars-CoV-2.

Wie weiter bekannt wurde, hat sich auch die Stadt Frankfurt dazu entschieden, das Lichtkunstfestival "Luminale" kurzfristig abzusagen.

Am gestrigen Mittwoch hatte es noch geheißen, das Festival finde statt. Nun heißt es auf der Website der Mainmetropoele: "Luminale 2020 abgesagt!"

Um die Verbreitung des Coronavirus zu stoppen, war gestern – nach anfänglich gegenteiliger Aussage – bereits entschieden worden, das heutige Heimspiel des Bundesligisten Eintracht Frankfurt in der Europa League gegen den FC Basel ohne Zuschauer im Stadion stattfinden zu lassen (TAG24 berichtete).

Coronavirus in Hessen: Kickers Offenbach spielen ohne Zuschauer

Auch der Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach muss wegen des Coronavirus bis mindestens Karfreitag ohne Zuschauer antreten. Dies teilte der Oberbürgermeister der Stadt, Felix Schwenke (SPD), am Donnerstag auf Facebook mit. "Es geht leider verantwortungsvoll nicht anders. Ich habe den Präsidenten persönlich informiert", schrieb Schwenke mit Blick auf die Kickers weiter.

Geschäftsführer Thomas Sobotzik hatte Anfang der Woche noch der Bild-Zeitung gesagt: "Sollten wir aber wirklich ohne Zuschauer spielen müssen, wäre das brutal. Die 1. und 2. Liga betrifft es wohl weniger, da machen die Zuschauer zehn Prozent des Budgets aus. Je weiter man runter geht, umso mehr ist das. Bei uns 40 Prozent! Das ist dann schon existenziell.

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Großveranstaltungen bis zum 10. April in Hessen verboten

Update, 12.55 Uhr: Die neue Anweisung des Landes Hessen soll die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Sie betrifft vor allem Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Messen und Hauptversammlungen von Unternehmen und gilt Klose zufolge zunächst bis zum 10. April.

Es werde dabei nicht zwischen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und unter freiem Himmel unterschieden, sagte der Minister in Wiesbaden. Rechtliche Grundlage dafür sei das Infektionsschutzgesetz. Regressansprüche von Veranstaltern entstünden aus der Weisung erstmal keine.

Klose sagte in Wiesbaden, mit Stand Donnerstagmittag (12 Uhr) seien 73 mit dem Coronavirus Infizierte in Hessen erfasst. Es sei bei den Zahlen der Neuinfektionen ein deutlicher Anstieg der Kurve erkennbar.

Hessen wollte sich auch weiterhin stark an den Empfehlungen des RKI halten.

Schulschließungen in Hessen wegen Coronavirus?

Update, 13.13 Uhr: Der Hessische Philologenverband hat das Kultusministerium zu einer zeitnahen und hessenweiten Entscheidung aufgefordert, ob es zur Eindämmung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu Schulschließungen kommt. 

"Schulschließungen werden mit Härten für alle Beteiligten, also für Schüler, Eltern und Lehrkräfte, verbunden sein", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme des Verbands. "Wir brauchen jetzt aber gesamtgesellschaftliche, solidarische Anstrengungen im Kampf gegen eine Ausbreitung des Virus."

Aufgrund der Entwicklung der letzten Tage sehe der Philologenverband die Sorgen bestätigt und erinnere an die besondere Fürsorgepflicht des Landes Hessen dem Schulpersonal und den Kindern gegenüber.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier warnt vor bundesweiten Schulschließungen

Update 17.27 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) lehnt deutschlandweite Schließungen von Schulen und Kindergärten zur Eindämmung des Coronavirus ab. "Ein Punkt ist doch: Wenn Kindergärten und Grundschulen schließen, wo kommen die Kinder dann hin? Zu Oma und Opa, zu genau der Gruppe, die am höchsten gefährdet is'", sagte er der Bild-Zeitung am Donnerstag. 

Wer flächendeckend alles zumache, müsse auch eine Idee haben, wie es weitergehe. "Die gefährdetste Gruppe zur Betreuung der Kinder abzustellen, halt ich nicht für klug." Schulen und Kindergärten flächendeckend zu schließen, halte er nicht für sinnvoll, sagte Bouffier. "Denn wir haben überall unterschiedliche Situationen - aber wir beraten darüber."

Eine deutschlandweite Schließung von Schulen wegen der Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 ist in Deutschland zunächst nicht geplant. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sprach sich zum jetzigen Zeitpunkt gegen eine flächendeckende Schließung von Schulen aus. 

Bayern will bis Freitagvormittag über mögliche landesweite Schulschließungen entscheiden.

Hessischer Fußball-Verband stoppt Amateur-Fußball in Hessen bis 10. April

Update 17.35 Uhr: Wie der Hessische Fußball-Verband (HFV) am Donnerstagabend mitteilte, werde der Spielbetrieb in den hessischen Amateur-Ligen aufgrund der Infektionsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus vorerst bis einschließlich 10. April eingestellt.

"Der Hessische Fußball-Verband hat sich zu dieser drastischen Maßnahme entschieden, um konsequent im Sinne unserer gesellschaftlichen Verantwortung handeln. Uns ist durchaus bewusst, dass dies einige organisatorische Umstände mit sich bringen wird und wir bauen dabei auf das Verständnis unserer hessischen Fußball-Familie", sagte HFV-Präsident Stefan Reuß.

Diese Entscheidung gelte von der Hessenliga bis in die untersten Klassen, hieß es in der HFV-Mitteilung

Abiturienten in Hessen vom Unterricht freigestellt

Update 20.47 Uhr: Hessen stellt seine Abiturienten wegen der Coronapandemie vom Unterricht frei. Die als Vorsichtsmaßnahme gedachte Regelung gilt vom kommenden Montag (16. März) an bis zum Beginn der Osterferien (6. April), wie ein Sprecher des Kultusministeriums am Donnerstag sagte. 

Zuvor hatten die Zeitungen der VRM-Gruppe darüber berichtet. Am kommenden Donnerstag (19. März) beginnen in Hessen die schriftlichen Abiturprüfungen. Die Abiturienten sollen die Schule nur noch dazu betreten.

Titelfoto: Danny Lawson/PA Wire/dpa

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